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Möglicherweise ist unser Universum ein Füllhorn der unterschiedlichsten Lebensformen. Wir Menschen sind ein Teil dieser Welt. Zeit und Raum trennen uns von den extraterrestrischen Lebensformen in unserem Universum, respektive in mutmaßlich anderen vorhandenen Universen. Dieser fiktive Roman setzt sich in seiner satirischen Form, zum Teil spiegelbildlich, kritisch in einer Persiflage mit der gesellschaftlichen Situation im Universum, sowie der auf der Erde auseinander. Der Roman beinhaltet eine ausgeprägte sozialpolitische Komponente. Er vermittelt dem geneigten Leser voller Spannung, wie die Protagonisten versuchen das Beste aus ihrer gesellschaftlichen Lage zu machen. Ein außergewöhnlicher Roman, der viel Spannung und Unterhaltung verspricht, wie alles aus der Feder von Günter Meise
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Seitenzahl: 178
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Günter Meise
Der galaktische Krieg
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Inhaltsverzeichnis
Titel
- Unerwarteter Besuch
- Doras Kneipe
- Dr. Schröders Jäger
- Berliner Luft
Der Geburtstag
- Singe wem Gesang gegeben
- Kapitel Roland Meyer
- Das Gerätehaus
Der Weihnachtsmarkt
- Die Wahl
- Friedrich der Zweite
- Der Heilige Abend
- Kanzler Roland Meyers Grundsatzrede
- Rolli Riemann
- Die Sicherheitskonferenz
- Kriegsgefahr
- Alfons Abendroth
- Henriettes Gartenfest
- Chaos auf Erden
- Die Ruhe vor dem Sturm
- Lauras Analyse
- Die Hochzeit
- Die Invasion
- Die Entführung
- Der böse Wolf
- Krieg und Frieden
- Besuch bei der NASA
- Neue Geschäftsfelder
- Der Staatsbesuch
- Abschied
Impressum neobooks
Der galaktische Krieg
von Günter Meise
Wir schreiben das Jahr 2045 nach unserer Zeitrechnung, auf der Erde geht alles seinen gewohnten Gang. Die Menschen führen aus weltanschaulichen, religiösen, sowie politischen Gründen ständig Kriege untereinander, mit dem Ziel sich gegenseitig auszurotten. Intoleranz, sowie Ignoranz beherrschen ihr Dasein.
Sie zerstören ihren Lebensraum und beuten ihre natürlichen Ressourcen aus, ohne Rücksichtnahme auf spätere Generationen. Das Gefälle zwischen Arm und Reich klafft immer extremer auseinander.
Die in einigen Staaten vorhandenen Sozialsysteme kollabieren in zunehmenden Maß. Es ist ein Tanz auf dem Vulkan. Hungersnöte und Epidemien geißeln die Menschheit. Die daraus resultierenden Flüchtlingsströme überfordern die Menschen in den Empfängerländern. Drastisch steigende Temperaturen, sowie Wetterkathasstropen, wie Orkane, Überschwemmungen, sowie das Abschmelzen der Pole und ein besorgniserregendes Ansteigen des Meeresspiegels, weisen immer signifikanter auf einen Klimawandel hin, ausgelöst durch den Menschen selbst.
Peter Stromberg, Lyriker und Romanschriftsteller wurde vor zehn Jahren für sein Gesamtwerk mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Schon seit geraumer Zeit lebte er zurückgezogen auf einem Bergbauernhof in Münstertal im Schwarzwald. In unregelmäßigen Abständen traf er sich dort mit Prof. Werner Naumann Physiker und Lehrstuhlinhaber an der Universität in Freiburg. Dr. Naumann galt weltweit als einer der führenden Forscher im Bereich der Quantenphysik. Peter Stromberg und Dr. Naumann saßen auf der Terrasse seines Hauses und ließen es sich wohlergehen.
Die beiden nippten an ihrem Obstler, bis Dr. Naumann sinnierend fragte: “Hältst du es für möglich das außerirdische Lebewesen oder Zeitreisende die Erde schon einmal besucht haben?“
Peter Stromberg antwortete nachdenklich aber bestimmt: „Dessen bin ich mir sehr sicher, zumindest wissen sie dass es uns gibt. Einstein hat einmal gesagt, so ist es überliefert: Für uns Physiker sind Vergangenheit und Zukunft nur eine Illusion. Einstein zufolge ist die Zeit eine Konstruktion des Bewusstseins, die das Gehirn in die Lage versetzt die Welt zu deuten.
Er äußerte sich dahingehend, indem er meinte, ohne die Erleuchtung des Bewusstseins wäre das Universum nichts als ein Abfallhaufen.“
Dr. Naumann entgegnete: „Einsteins Ideen, die er vor mehr als hundert Jahren veröffentlichte mündeten in der Speziellen sowie der Allgemeinen Relativitätstheorie. Das war revolutionär, und ihre Schlussfolgerungen stehen bis heute in der Debatte.“
Wie du weißt, äußerte Peter Stromberg: „Postuliert die Spezielle Relativitätstheorie den Grundsatz, dass die Lichtgeschwindigkeit für alle Beobachter gleich ist, unabhängig davon wie sie sich relativ zueinander bewegen.
Somit ist die Lichtgeschwindigkeit- rund 300.000 km pro Sek. im Vakuum- die absolute Grenzgeschwindigkeit im Universum. Das ist soweit unstrittig, aber es gilt nur für den relativistischen Raum.“
Dr. Naumann trank einen kleinen Schluck von dem vorzüglichen Obstler und äußerte sich über die Lippen fahrend: „Ich stimme dir zu Peter, es ist schon schwer genug mit der Relativitätstheorie umzugehen, aber in der Tat in einem relativistischen Universum wären wohl keine Kontakte zu außerirdischen Lebensformen möglich, jedenfalls nicht in überschaubaren Zeiträumen. Ein weiteres Problem ergibt sich aus der Zeitdilatation, die bei annähender Lichtgeschwindigkeit auftritt. Die Zeit dehnt sich und läuft langsamer ab. Für Raumfahrer die in solch einem phantastischen Raumschiff unterwegs wären, würde die Zeitlangsamer vergehen als bei den auf der Erde zurückgeblieben Menschen.
Präzise ausgedrückt heißt das: Wenn ein Raumschiff sich mit hoher Geschwindigkeit fortbewegt, fällt dem Astronauten an seiner Bord Uhr keine Veränderung auf. Aber relativ zu der Zeit auf seiner Heimatwelt ist der Zeitablauf an Bord wesentlich verlangsamt. Und im Gegensatz zu seinem auf der Erde zurückgebliebenen Zwillingsbruder altert er auch entsprechend langsamer. Könnte er Messungen vornehmen, würde der Raumfahrer dagegen erstaunliche relativistische Veränderungen beobachten: Das Raumschiff hätte einen Massezuwachs erfahren, wäre dabei aber kürzer geworden.
Da die Auswirkungen von Beschleunigung und Gravitation äquivalent sind, kann Zeitdilatation also sowohl durch Beschleunigung als durch Gravitation ausgelöst werden. Anders gesagt: Bei großer Beschleunigung oder in einem starken Gravitationsfeld tritt eine Zeitdehnung ein, die Zeit läuft langsamer ab.
Durch die Gravitation, also durch die Krümmung der Raum Zeit, wird ein Lichtstrahl abgelenkt beziehungsweise gekrümmt.
Falls die Einsteinische Theorie uneingeschränkt gültig bleibt, bedeutet dies, dass sich der Menschheitstraum vom Flug zu den Sternen auch in fernster Zukunft nur in einem sehr bescheidenem Maße wird realisieren lassen. Denn selbst wenn eines Tages Antriebssysteme zur Verfügung stehen würden mit denen sich relativistische Geschwindigkeiten erreichen ließen, würde die begrenzte Lebensspanne des Menschen doch dafür sorgen, dass sich unsere Ausflüge in den Kosmos auf die unmittelbare Umgebung unseres Sonnensystems beschränken müssten.“
Peter Stromberg schenkte nach und entgegnete: „Ein besonderes Phänomen sind die überall im Universum ungleichmäßig verteilten Schwarzen Löcher. Meinen Berechnungen zu Folge dreht sich ein Schwarzes Loch von ungefähr zehn Sonnenmassen und einem Durchmesser von sechzig Kilometer etwa tausendmal pro Sekunde um die eigene Achse.“
Bedingt durch die Zentrifugalkraft entstünde dann ein Loch im Loch. Dieses Loch hätte einen Durchmesser von sechshundert Metern. Es wäre die Öffnung zu einer zeitlosen Passage in eine andere Region unseres Universums, oder zu einem anderen Universum.
Alle Dinge die in diesen Tunnel eintauchen, bewegen sich vorwärts im Raum und rückwärts in der Zeit. Die Gravitation im Schwarzen Loch dehnt die Zeit nicht nur bis zum Stillstand, sondern veranlasst sie sogar rückwärts zu laufen. Es kann also nicht ausgeschlossen werden, dass weit fortgeschrittene Zivilisationen Schwarze Löcher als Abkürzungen benutzen, um in Null Zeit riesige Entfernungen im Universum und zu anderen Universen zurückzulegen.
Hochentwickelte Zivilisationen könnten dann mit der entsprechenden Technologie ausgestattet die Raumzeitstruktur mit sogenannten Wurmlöchern versehen, um sie dann als Zeitmaschinen zu nutzen. Theoretisch könnten sie dann sowohl vorwärts, sowie rückwärts in der Zeit reisen.“
Dunkelheit war inzwischen hereingebrochen.
Die Herren schauten in die sternenklare Nacht, auf Sonnen deren Licht teilweise schon Millionen Jahre unterwegs war, bevor es sie jetzt erreichte. Die beiden tranken noch einen Badischen Wein, danach begaben sie sich zur Ruhe.
Dr. Naumann musste am nächsten Tag früh losfahren, denn er reiste zu einem Physiker Kongress nach Stockholm.
Am nächsten Abend saß Peter Stromberg auf seiner Terrasse und schaute versonnen in den klaren Nachthimmel. Da erinnerte er sich an ein mysteriöses Ereignis vor ungefähr dreißig Jahren. Er hatte damals den zehnjährigen Sohn seiner Freundin vom Bahnhof abgeholt- er kam aus seinem Internat zum Wochenendurlaub nach Hause-.
Es war gegen 22.00 Uhr die Nacht war ähnlich klar wie heute, als sie bei dem Abbiegen von der Hauptstraße auf einen unbefestigten Weg, eine seltsame Erscheinung hatten.
Quasi aus dem Nichts tauchte plötzlich dieses eigenartige hell leuchtende Objekt auf, es flog dicht über den Baumwipfeln, gewann an Höhe, und blieb über einem Spielplatz in ungefähr dreihundert Metern Höhe minutenlang stehen, oder waren es möglicherweise nur Sekunden? Wie gebannt starrten sie auf das violett, rot, grün, schillernde Lichtobjekt. Was war das? War es ein Ufo, eine Halluzination, oder handelte es sich um Laserlicht?
Nach kurzer Zeit gewann das Objekt an Höhe und verschwand ohne jedes Geräusch spurlos zwischen zwei Quellwolken.
Diese Dinge gingen Peter Stromberg gerade durch den Kopf, da glaubte er oberhalb der bewaldeten Berggipfel eine ähnliche Erscheinung wahrzunehmen. Als er noch einmal, sich vergewissernd in den Nachthimmel schaute bemerkte er nichts mehr dergleichen.
Er glaubte seine Phantasie sei mit ihm durchgegangen, verspürte auch eine gewisse Müdigkeit, schloss die Terrassentür und begab sich in sein Schlafzimmer. Dort angelangt hatte er plötzlich das Gefühl er sei nicht mehr allein im Raum.
Vor ihm schwebte ein kristallisch leuchtendes Etwas, dass sich zu einer Frauengestalt von anmutiger Schönheit formte. Wie paralysiert starrte Peter Stromberg auf die vor ihm stehende Person. Sie war geschätzt ,Anfang Dreißig, ihr brünettes Haar reichte bis zu ihren Schultern, ihre Augen schimmerten Grün, sie besaß wohlgeformte Brüste, eine schmale Taille, lange Beine, und sagte mit wohlklingender Stimme freundlich : „Hallo!“ Peter Stromberg sah fasziniert, erstaunt, neugierig, und erschreckt zugleich auf seinen Gast und murmelte: „Wer sind sie?“
Er bat seinen Gast in sein Arbeitszimmer, bot ihr einen Platz in einem seiner Sessel an, die um einen runden Eichenholztisch platziert waren. Er holte einen gute Flasche Badischen Weißweinaus einem Schrank, stellte die Flasche und zwei Gläser auf den Tisch, und fragte seinen Gast ob er einschenken dürfe, was dieser bejahte. Neugierig eher beiläufig fragte er: „Wo kommen sie her?“ „Nennen sie mich Laura, ich habe eine weite Reise hinter mir.“ entgegnete die Dame.
Die beiden nippten an ihrem Glas Wein und Laura fuhr fort: „Um es direkt zu sagen, ich komme aus der über zwei Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie Andromeda.
Es gibt in unserem Universum über hundert Milliarden Galaxien. Kleinere, wie die Milchstraße, Minigalaxien mit einem Durchmesser von nur tausend Lichtjahren, und große wie zum Beispiel meine Heimatgalaxie.
Unsere und auch ihre Galaxie gehören zur Galaktischen Union, in der sich sieben Milliarden Galaxien unseres Universums zusammengeschlossen haben. In diesem Galaxienverbund befinden sich hochentwickelte Zivilisationen, weniger weit entwickelte, sowie primitive Lebensformen, die erst am Beginn ihrer Evolution stehen. Das hängt auch vom Alter der jeweiligen Planeten und ihrer Sonnensysteme ab. Auf fast allen Planeten herrschen unterschiedliche Lebensformen. Viele Zivilisationen haben sich im Laufe ihrer Evolution selbst vernichtet, sowie die Lebensmöglichkeiten auf ihrem Planeten zerstört.
Mein Heimatplanet liegt ungefähr in der Mitte der Andromeda Galaxie. Unsere Sonne, sowie unser Planet-wir nennen ihn Yeti- sind von ihrer Größe fast identisch mit ihrer Sonne und der Erde. Allerdings ist unser Sonnensystem etwa eine Milliarde Jahre älter als das ihrige.“
Peter Stromberg hatte es die Sprache verschlagen, er konnte nicht glauben was er sah und hörte. War das ganze möglicherweise nur eine Halluzination? War er verrückt geworden? Er hob sein Glas in die Höhe, prostete seinem Gegenüber zu, und leerte daraufhin sein Glas in einem Zug. Peter Stromberg stellte sein Glas zurück auf den Tisch, und fragte verunsichert: „Aber wie haben sie diese unvorstellbare Entfernung denn überbrückt?“
Laura entgegnete, vorsichtig ihr Glas absetzend: „Unsere Zivilisation ist ungefähr fünfhundert Millionen Jahre älter als die der Erdbewohner. Wir haben Technologien entwickelt, die es uns ermöglichen in relativ kurzer Zeit zu jedem Punkt des Universums zu gelangen.“
Peter Stromberg sah vor sich eine wunderschöne Frau, und fragte zweifelnd: „Wie kann das sein? Sie sehen so aus wie eine Erdenfrau?“
„Wir sind in der Lage uns äußerlich den Verhältnissen der jeweiligen Planeten anzupassen.“ entgegnete Laura diplomatisch, ohne ins Detail zu gehen.
„Aber warum haben sie gerade mich als Gesprächspartner ausgewählt?“ fragte Peter Stromberg erstaunt.
„Da muss ich etwas weiter ausholen.“ meinte Laura, „es gibt so eine Art Dogma in unserer Gesetzgebung und das besagt: Wir greifen in die Evolution sich entwickelnder Planeten niemals direkt ein, dass ist nur in absoluten Ausnahmefällen möglich. Erst wenn Planeten ein Evolutionsstadium erreicht haben um mit uns in etwa auf Augenhöhe zu kommunizieren, treten wir in einen Dialog mit ihnen ein.
Der wunderschöne Planet Erde im Orion System, im unteren Bereich ihrer Galaxie gehört leider noch nicht dazu. Wir beobachten das Leben auf der Erde seit langer Zeit sehr genau. Vor etwas über dreißig Jahren haben wir sie-verzeihen sie uns das bitte- in Augenschein genommen, danach sind wir zu der Erkenntnis gelangt, dass sie unser Ansprechpartner auf der Erde sein sollten, sofern sie es denn möchten. Ich möchte sie bitten, für eine kurze Zeit mit mir zu meinem Planeten zu reisen.“
Peter Stromberg war irritiert. Was sollte das? Was hatten sie mit ihm vor? Nach kurzem Überlegen verwarf er jedoch alle seine Bedenken, und erklärte sich bereit mit Laura auf ihren Heimatplaneten zu reisen.
Laura äußerte: Er bräuchte sich keine Sorgen zu machen, sie wären nur für eine kurze Zeit abwesend.
Er hörte noch wie Laura sagte: „Es geht jetzt los!“
Alles um ihn herum schien sich rasend schnell zu drehen, er verlor für kurze Zeit sein Bewusstsein, als er aus seiner Bewusstlosigkeit erwachte, befand er sich in einem Raumkreuzer der Galaktischen Union.
Laura stand neben ihm, lächelte ihm freundlich zu, und fragte mitfühlend: „Alles gut überstanden? Wir sind gleich da.“
In dem Raumschiff befanden sich ungefähr zehn Lebewesen die den Raumkreuzer navigierten. Die Astronauten waren-ca. 1,50 groß, sie hatten einen birnenförmigen unbehaarten Kopf, der in Relation zu ihrem Körper unverhältnismäßig groß wirkte. Die Lebewesen waren mit drei Augen ausgestattet, eines davon befand sich auf ihrer Stirn. Ihre Haut hatte eine weiße kalkige Farbe. In ihrem Gesicht erahnte man die Andeutung einer Nase, ein schmallippiger Mund, sowie zwei verkümmerte Ohren vervollständigten ihre Gesichtsphysiognomie. Sie waren von pyknischer Gestalt und besaßen zwei kurze Arme und Beine an deren Füßen sie Sandalen ähnliches Schuhwerk trugen. Über ihrem Körper hing ein rot leuchtender Umhang, einer Tunika gleich, die bis zu ihren Füßen reichte. Die Raumfahrer kommunizierten möglicherweise in telepathischer Form untereinander.
Das Innere des Raumkreuzers war in ein mildes grünschimmerndes Licht getaucht.
Auf einem der Monitore erschien nun ein gleißender Sternenhimmel.
Laura wies auf eine bestimmte Sonne, und äußerte: „Unser Heimatplanet umkreist diese Sonne, wir sind gleich da.“
Das Raumschiff tauchte nun in die Planetenatmosphäre ein. Das was Peter Stromberg nun zu sehen bekam war faszinierend. Der Planet wurde von einem Mond umkreist. Er war ein wenig kleiner als der Mond der Erde, hatte aber in etwa die gleiche Umlaufbahn wie dieser. Er sah Meere, Berge, sowie Flüsse die den Planeten durchzogen. Die Atmosphäre des Planeten ähnelte jener der Erde. Es handelte sich um eine Sauerstoffatmosphäre, auch die Gravitation war in etwa gleich.
Wohlbehalten landete das Raumschiff außerhalb der Stadt auf einem Raumflughafen.
Die Besatzung, Laura sowie Peter Stromberg verließen durch eine Schleuse das Raumschiff, und betraten den Boden des Planeten Yeti. Der Flughafen hatte riesige Ausmaße, er reichte weit über den Horizont hinaus, überall sah man Hangars, in denen vermutlich Raumschiffe abgestellt wurden. Die Gebäude waren kugelförmig, sowie aus undefinierbarem Material erbaut. Laura und Peter Stromberg gingen zu einem etwa zweihundert Meter hohen kuppelförmigen Gebäude-vermutlich eine Art Bahnhof- von dem aus Röhren mit einem Durchmesser von ca. hundert Metern in alle Himmelsrichtungen verlegt waren. In den gewaltigen Röhren schwebten Kabinen auf einem
Magnetfeld, die die Passagiere mit bis zu zweitausend Kilometer pro Stunde zu ihren jeweiligen Reisezielen brachten. Laura und Peter bestiegen eine Kabine, die sie in wenigen Minuten in die einhundert Kilometer entfernte Hauptstadt Sodom brachte.
Sodom war eine Stadt die sich über mehr als 200 Quadratkilometer erstreckte. Kuppelartige Gebäude mit fensterartigen Öffnungen beherrschten das Stadtbild.
Breite alleeartige Straßen durchzogen die Stadt, an denen Flugtaxis auf ihre Fahrgäste warteten. Autos gab es keine. An den Straßenrändern wuchsen vereinzelt pappelähnliche Gewächse. Unterhalb der Straßen befanden sich Röhren für den Nah und Fernverkehr. Auf den Straßen flanierten die unterschiedlichsten Lebewesen, wie zum Beispiel rollende Steine aus Silizium. Quallen ähnliche Lebewesen mit acht Beinen, und vier Augen, sowie körperlose Gebilde, die innerhalb einer weißen Wolke dahinschwebten. Es war eine bunte Vielfalt an Lebewesen aus allen Teilen des Universums.
Während Laura und Peter Stromberg auf ihr Flugtaxi warteten, wurde Laura Zeuge eines Gesprächs zweier Bewohner der Stadt, die die beiden für recht exotisch hielten. Die beiden stammten aus dem Perseus Arm der Milchstraße.
Laura übersetzte Peter Stromberg das interessante Gespräch. Einer von ihnen- er nannte sich Botax- schien ein Experte für den Planeten Erde zu sein. Sein Gegenüber fragte ihn, was das für Lebewesen seien. Er wunderte sich, sie waren sich ähnlich aber verschieden.
Botax antwortete sichtlich stolz auf sein Wissen: „Es handelt sich hier nicht um zwei Arten, sondern um zwei verschiedene Ausführungen einer Art. Bei diesen Wesen gibt es zwei Sorten einer Art.“
Ein wenig verwirrt entfuhr es Hydra: „Aber sie sehen doch verschieden aus!“
Botax entgegnete in einem spöttisch blasierten Tonfall: „Fast das ganze Leben auf diesem Planeten besteht aus Arten, die in zweierlei Ausführungen vorhanden sind. Die kleinere heißt Frau, der größere Mann. Um Kinder zu zeugen müssen die beiden Kreaturen zusammenarbeiten. Die Zusammenarbeit der beiden Sorten bewirkt eine Mischung ihrer Gene, die in jeder Generation neue Kombinationen von Charaktereigenschaften zur Folge hat. Mutierte Gene setzen sich sofort durch, während bei unserem Knospensystem Jahrtausende vergehen können.“
Das alles war zu viel für Hydra, er hauchte erschüttert: „Können sie auch sprechen?“ „Ja, diese Wesen formen in Rachen und Mund Schallwellen um sich zu verständigen.“
Dass es eine Genkombination gibt überschritt Hydras Vorstellungsvermögen entschieden. Völlig erschüttert war Hydras allerdings, als Botax von einer Million verschiedener Arten von Lebewesen auf dem Planeten berichtete. Zwei Dutzend konnte er sich gerade noch vorstellen, aber eine Million, unvorstellbar.
Das Regierungsgebäude der Galaktischen Union hatte ein Ausmaß von mehreren Fußballfeldern, eine Höhe von ca. zweihundert Metern, und war mit einer mattviolett glänzenden Kuppel ausgestattet. Neben dem Regierungssitz war in einem stattlichen Haus das Parlament der Galaktischen Union untergebracht.
Imposant anzusehen war auch das Haus der Galaxien, es beherbergte die Abgesandten der Galaxien und der autonomen Gebiete. Über die gesamte Stadt verteilt befanden sich die Botschaften der Galaxien und Planetensysteme.
Etwas abseits in einem kleinen Park gelegen befand sich in einem palastartigen Gebäude der Sitz des Rates der Weisen.
Dieses dreißigköpfige Gremium, war die höchste und letzte Instanz der Galaktischen Union.
Auffällig viele Wasserläufe durchzogen die Stadt, an deren Gestade palmenähnliche Bäume den Besuchern Schatten spendeten. Weitläufige Parkanlagen mit Blumenrabatten und Wasserspringbrunnen ausgestattet luden zum Verweilen ein.
Das Flugtaxi von Laura und Peter Stromberg landete auf einem Landeplatz im Eingangsbereich vor dem Gebäude des Rates der Weisen. Nachdem Laura ihre Identitätsmarke an einen Scanner gelegt hatte, öffnete sich lautlos die Eingangstür.
Laura bat Peter Stromberg an einem Tisch und äußerte: „Bevor sie dem Rat der Weisen vorgestellt werden, möchte ich noch das eine oder andere mit ihnen besprechen. Der Planet Yeti hat in etwa die gleichen Ausmaße wie die Erde.
Er rotiert im gleichen Abstand um unsere Sonne, und diese hat in etwa die gleiche Größe wie die ihrige. Yeti wird von einem Mond umkreist der geringfügig kleiner ist als der Erdenmond.
Unser Mond darf von Zivilpersonen nicht betreten werden, er ist absolutes militärisches Sperrgebiet.
Nun zu ihnen, lieber Peter Stromberg. Bevor ich sie dem Rat der Weisen vorstelle, noch einige Erläuterungen. Viele Bewohner der Planeten unserer Galaxien, vor allem der älteren Galaxien, führen ein körperloses Dasein, sie sind wenn sie es so sehen wollen Geistwesen, auch ich.“
Peter Stromberg holte tief Luft, nippte an seinem Getränk, das man ihm gereicht hatte, schaute Laura entsetzt an und stammelte: „Ich kann es nicht glauben!“
„Unser Sonnensystem, sowie das vieler anderer ist wesentlich älter als das Erdsystem. Unsere Zivilisation existiert schon seit mehr als einer Milliarden Jahre. Im Laufe unserer Evolution stellte sich heraus, dass unser Körper nur ein Hindernis in unserer Weiterentwicklung darstellte. Vor ca. zwanzig Millionen Jahren war unser Körper nicht mehr erforderlich, und wir mutierten zu rein geistigen Wesen mit unbegrenzter Lebensdauer.
Unser Planet ist mit der Erde nahezu identisch, was im Universum äußerst selten vorkommt. Wir hatten auch nahezu die gleichen Organe und Körperfunktionen wie die Erdbewohner, sowie auch rein äußerlich viel Ähnlichkeit miteinander. Wir haben im Laufe unserer Evolution Technologien entwickelt, die es uns ermöglichen bei Bedarf, für kurze oder auch eine längere Zeit unsere ursprüngliche Körperform wieder anzunehmen. Das kann hilfreich sein bei Kontakten mit anderen Arten, dient aber auch unserer Fortpflanzung.“
Peter Stromberg hatte es sich inzwischen abgewöhnt, sich über irgendetwas zu wundern, und fragte daher emotionslos: „Besteht die genetische Möglichkeit, Nachkommen zwischen den Menschen und ihrer Art zu zeugen?“
„Alle unsere Wissenschaftler sind sich darüber einig, dass dies möglich ist, es hat aber bisher noch nicht stattgefunden.“ entgegnete Laura leicht amüsiert.
Sie nahm Peter Stromberg an die Hand und ging mit ihm in einen matt erleuchteten Saal, in dem alle dreißig Mitglieder des Rates der Weisen an einem großen runden Tisch saßen. Der Raum hatte eine hohe kuppelförmige Decke- auffallend war, dass die Bewohner des Planeten in ihrer Architektur eine kuppelförmige Bauweise bevorzugten, das galt für außen, sowie auch innerhalb der Gebäude-, die Wände waren anthrazitfarben gestaltet und ohne jeden Schmuck.
Alle Mitglieder des Rates der Weisen waren Geistwesen, die sozusagen zur Feier des Tages ihren ursprünglichen Körper wieder übergestreift hatten. Peter Stromberg, der neben Laura stand glaubte zu träumen, so phantastisch empfand er das was er sah.
Aus der Mitte der Mitglieder des Rates der Weisen erhob sich ein älterer Mann, ausgestattet mit einem weißen Vollbart. So wie er da stand hätte man ihn auch für einen älteren Erdenbürger halten können. Er wies auf zwei an der Seitenwand vorhandene Sitzgelegenheiten, und bat die beiden dort Platz zu nehmen. Er begrüßte Peter Stromberg und Laura, erkundigte sich nach ihrem Befinden, und fragte ob sie eine gute Anreise gehabt hätten.
Dann begann Xanto, so hieß der Vorsitzende des Rates der Weisen-in dieser Eigenschaft, war er auch der höchste Repräsentant der Galaktischen Union- mit seinem Referat:
„Vor zwanzig Millionen Jahren-nach ihrer Zeitrechnung- verließen wir die Vorzeit unserer Evolution, um diese Zeit erblickte ich zum ersten Mal das Licht unserer Sonne Thetis. Kurze Zeit nach der Entstehung unseres Sonnensystems kollidierte ein riesiger Meteor mit unserem Planeten, und sprengte einen Teil von ihm ab. Daraus entstand dann unser Mond Pollux. Vor achthundert Millionen Jahren entwickelte sich unter einer Vielzahl verschiedener Lebensformen der Ursprung unserer jetzigen Art heraus. Sie begannen die anderen Lebensformen zu dominieren, entwickelten ein Bewusstsein und so viel Intelligenz, dass sie sich hinterfragten warum sie existieren.