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Bringst Du Deine Kinderlein, am Abend in ihr Bett hinein, dann wird recht bald bewusst Dir sein, dass sie bald schlafen ein in tiefer Ruh und ihre Äuglein fallen zu, wenn Du es wie jeden Tag gemacht und ihnen eine GUTE-NACHT-GESCHICHTE zu Gehör gebracht! Gehen Dir die Geschichten aus, suche dir in diesem Büchlein eine neue, schöne aus!
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Seitenzahl: 140
Veröffentlichungsjahr: 2026
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Frei nach »Die schönsten Gute Nacht Geschichten«. Ausgewählt aus den Zusendungen von Eltern aus aller Welt an Zeitungen und Radiostationen gesammelt von Jella Lepmann (1891-1970) jüdische Journalistin und Kinderbuchautorin im Schweizer Europ Verlag Zürich. 1951. Übersetzt und herausgegeben von Jella Lepmann und Hansjörg Schmitthenner (1908-1993) im Ullstein Verlag Frankfurt/M – Berlin -Wien. 1965.
Gute-Nacht-Geschichten,
Der geraubte Schlaf
Das Schnupfenmännchen
Die Ta’tuchkönigin
Der Löwe und das Zebra
Schneemann und Schneefrau
Das Pechmännchen
Die kleinen Spielgefährten
Die Uhr des Großvaters
Das Ohrenbäumchen
Der erfüllte Wunsch
Der Fehlervogel
Surri
Die Geschichte vom Bäcker unfried
Die Weisheit des Narren
Die Erbse Kullermann
Das blaue Schaf
Die Hunde und die Sterne
Das goldene Ei
Stipps Kutzelkopp
Wie der Bauer Hastrecht endlich recht bekam
Der Frosch Hupfebein
Des Groschens Reise
Der verlorene Esel
Meister Mumm und das Dukatenteufelchen
Die Autoren
Bisher erschienen sind
die man den Kindern
vor dem Einschlafen erzählt,
sind ein schöner Brauch
der den Eltern und den Kindern wohl gefällt!
Doch wenn alle erzählt sind, die man kennt,
und keine einzige mehr weiß,
dann wird die Sache heiß!
Es fällt dann aus, das Happy End!
Weil alle Kinder dann traurig sind,
was ein jeder sicher weiß!
So fängt man dann
andere Eltern zu befragen an,
ob man von ihnen wohl
die eine oder andere
neue Geschichte erfahren kann.
Fragt man bei allen Eltern in der ganzen Welt,
welche Geschichte in ihren Ländern den Kindern werden erzählt,
dann wächst die Zahl der Märchen,
die man kennenlernt, bestimmt ins Uferlose an.
Darum man in diesem Märchenbuch,
in das viele davon wurden hineingeschrieben,
immer neue finden kann,
die die Kinder noch nicht kennen und sie alle werden lieben …!
Nach Tilde Michels
Es ist einmal, in einem Lande ganz auserlesen,
ein reicher, kluger und gütiger König gewesen.
Er war so reich, dass er wohnte
in einem Schlosse aus purem Gold.
Genauso hatte er es gewollt!
Er war so klug, dass ein jeder Gelehrter in seinem Land,
es als sehr nützlich empfand,
ihn um seinen Rat zu fragen.
Keiner musste sich je über des Königs Antwort beklagen!
Und er war so gütig,
dass sich die Blumen und Gräser
vor ihm verneigten
und ihm auf diese Weise
ihren Respekt bezeugten.
Selbst die scheuesten Tiere kamen herbei,
wenn er durch die Wälder
und über die Felder
seines Landes ist geritten,
um ihm zu huldigen
und seinen Respekt zu erbitten!
Trotz allem war das Glück ihm fern,
denn seine Tochter, die er hatte unsagbar gern,
war vom Unglück betroffen,
man konnte nur noch für sie hoffen!
Im Spiel mit ihrem goldenen Ball,
da geschah im Wald der Sündenfall.
Einen Fliegenpilz hatte sie ohne Absicht mit ihrem Fuß verletzt.
Das hat den Wurzelgeist,
den Herrn des Waldes, gar sehr erzürnt und ihn entsetzt!
Er fasste dann sogleich den Beschluss,
dass die Prinzessin für diese böse Tat
von ihm bestraft werden muss!
Lange dachte er hin und her,
was wohl die richtige Art
der Bestrafung wär?
Ihr den Schlaf zu nehmen,
fand er gerecht!
So hat er sich durch diese Tat
an dem schönen Königskind gerächt!
Eines Nachts schlich er heimlich
in das Schloss hinein,
raubte der Prinzessin ihren Schlaf
und sperrten diesen
in einem kleinen Fläschchen ein!
Gleich sofort war die Prinzessin erwacht,
hat die Augen aufgemacht
und sah noch den kleinen, hässlich braunen Wurzelgeist,
mit ihrem Schlaf entschwinden.
Sie sollte ihn nie mehr wiederfinden!
So lag sie von nun an nächtelang,
als wäre sie furchtbar krank,
mit berennenden Augen, die der Schlaf ihr nie mehr schloss,
in ihrem goldenen Bett,
in den sie gern geschlafen hätt’.
Doch ihre Qual war riesengroß!
Alles gäbe sie dafür, wenn sie den Schlaf nur wieder hätt’!
Tag für Tag sollte sie nun elender sein.
Was man gegen die Schlaflosigkeit
wirkungsvoll tuen könnte,
fiel keinem, der befragte Gelehrten ein!
Der König ließ die berühmtesten
Ärzte im Schloss erscheinen,
nur um zu hören,
was sie zur Möglichkeit der Heilung
der Schlaflosigkeit wohl meinen.
Doch keinem war die Lösung dieses Problemes bekannt.
So ging bald schon die Kunde durch das ganze Land,
dass niemand eine Lösung fand
und darum wohl nun zum Schluss,
die Prinzessin auch noch streben muss!
Diese Diagnose ist bestimmt relevant,
wenn die Prinzessin nicht schon bald
den heilenden Schlaf wiederfand.
So hat der König viele beherzte Männer
in die Wälder geschickt,
um den Wurzelgeist zu fangen.
Doch keinem ist das je geglückt!
Denn der Wurzelgeist lebte in einem
riesengroßen unterirdischen Reich.
Wo man ihn suchte, das war ihm gleich!
In jedem Erdloch konnte er sich verstecken
und damit jeden Sucher necken!
Da fiel den König eine große Verzweiflung an
und er ließ verkünden dann,
dass er demjenigen,
der seiner Tochter den Schlaf wiederbringen kann,
jeden Wunsch erfüllt sodann.
Zu dieser Zeit wanderte ein Musikant durch das ganze Land.
Irgendwann er sich auch am königlichen Hof einfand.
Aber dass die Musik, hoffte der König sehr,
eine Aufheiterung für seine Tochter, die Prinzessin, wär.
So bat der König den Geiger,
der Prinzessin zu Gehör zu bringen,
eine wunderschöne Melodei,
die vielleicht gar die schönste, die der Geiger kannte, sei!
Und so spielte er so schön,
dass allen, die zuhörten,
ein Lächeln in ihren Gesichtern musste stehn.
Sogar der Prinzessin
stieg nach so langer Zeit
erstmals ein Lächeln ins Gesicht.
Doch sie mit seinen Melodien
in den Schlaf zu wiegen,
gelang dem Musikanten leider nicht!
Da wurde er traurig sehr
und das Herz ward ihm so schwer,
so fasste er den Beschluss,
dass er, nur er, der Prinzessin helfen muss!
Noch am selben Tage marschierte er in die Wälder los,
das war für ihn keine Frage und er dachte:
Wo finde ich den bösen Wurzelgeist denn bloß?
Drei Tage und drei Nächte lief er ohne Pause durch den Wald.
Er schaute in jedes Erdloch und unter jeden Stein.
Hoffentlich finde ich ihn bald,
er muss sich doch wohl finden ein!
Doch seine Mühe sollte vergeblich sein!
Jeden Menschen, der ihm begegnete,
hatte er nach dem Wurzelgeist gefragt.
Doch jeder hatte, dass er ihn nicht kenne
und nicht wisse, wo er wohne, zu ihm gesagt.
Müde, hungrig und zerschlagen
fühlte er sich nach all’ dem Suchen,
nach all’ dem Klagen.
Mit seinem Rücken lehnte er sich
an den Stamm eines uralten Eichenbaumes an
und um seine traurigen Gedanken zu verscheuchen,
er ein lustiges Lied zu geigen begann.
Da regte sich etwas unter dem Stein, der vor ihm lag.
Genau er diese Bewegung beobachten mag.
Ein kleines Männlein mit einem braunen, runzligen Gesicht,
schaute aus dem Erdloch heraus.
Solch einen sah er gewiss noch nicht!
Der Musikant fragte: »Sag, bist du der Wurzelgeist,
oder bist du es nicht?«
»Natürlich, wer sonst könnte ich wohl sein?«,
fiel dem Wurzelgeiste dazu ein.
Und das Männlein setzte fort,
an diesem ach so hoffnungsvollen Ort:
»Was ist das für ein seltsames Ding?«,
es gleich zu fragen anfing.
»Aus dem die schönsten Töne kommen?
Gerne hätte ich es in Besitz genommen!
Sag, was willst du dafür haben?
Ich kaufe es dir ab, musst dann nicht klagen!«
Der Musikant antwortete: »Zeige mir alles, was du besitzt!
Auch deine schönsten Gaben!
Vielleicht entscheide ich mich dann,
für einen Tausch mit dir, falls ich davon etwas möchte haben,
was mir wohl sehr nützt!«
Der Wurzelgeist sagte: »Diese Antwort ist mir recht!
Wenn du magst, gehen wir sofort in mein Reich,
das fände ich nicht schlecht!
Lass es uns tun sogleich!«
Sofort klatschte der Wurzelgeist in seine Hände.
Es öffnete sich ein Loch in der Erde, ganz behände
ganz nahe bei einem Baum.
Darin konnte man eine Treppe schaun,
die tief in das Dunkel führt.
Der Musikant stieg mit dem
Wurzelgeist hinein, ganz ungerührt.
Nach tausend Stufen sollten beide
in einem großen Saale angekommen sein!
Der Saal war mit Truhen und Kisten vollgestellt.
Sie waren gefüllt mit allen Reichtümern der Welt.
Perlen, Gold und Edelstein,
sollten darin verborgen sein
und auch kistenweise Geld.
Was manch einer sicher gern gewollt!
Der Waldgeist zeigte alles vor und fragte:
»Willst du dies, willst du das,
oder macht dir etwas anderes Spaß?«
Der Geiger aber zeigte Falten in seinem Gesicht,
schüttelte den Kopf und sagte:
»Meine Geige ist viel kostbarer!
Für deine Reichtümer tausche ich sie gewiss gar nicht!«
Endlich sah der Musikant
ein Kästchen, geschnitzt aus Elfenbein.
Sein Interesse sollte nun gewecket sein.
Schon nahm er es in seine Hand.
Der Wurzelgeist, der das erkannt,
hat das Kästchen als ›nicht feil‹ benannt!
»Dies bekommst du nicht«,
so er zu dem Geiger spricht.
»Ach, lass es mich doch wenigstens anschaun,
was sich in dem Kästchen befindet.
Hast meine Neugier selbst begründet.
So hab doch wenigstens ein bisschen Vertraun.«
Er hat den Deckel aufgemacht
und ein kleines Fläschchen hervorgebracht!
Nun sah er es an und schaute in eine blaue, unendliche Tiefe hinein,
auf deren Grund goldene Träume tanzten ganz allein!
Da wusste der Musikant: Das kann der Prinzessin Schlaf nur sein!
»Willst du meine Geige haben,
so wünsche ich mir dafür dieses Fläschchen als Gegengabe!«
»Nein, nein und nochmals nein!«
Das fiel dem Waldgeist als Antwort ein!
»Das kannst du nicht haben!
Brauchst kein zweites Mal mehr danach zu fragen!«
Da stellte sich der Musikant mitten in den Saal.
Er hielt seine Geige in den Händen schon
und spielte darauf mit einem Mal!
Die schönsten Weisen spielte er nun und traf einen jeden Ton!
Die Maulwürfe, Mäuse, Würmer, Käfer und viel anderes Getier,
sammelten sich nun in dem Saale hier.
Aus ihren Löchern waren sie herausgekrochen.
Sie lauschten der Melodie und haben sie als schön besprochen.
»Bleib bei uns!«, haben die Tiere gefleht,
damit der Musikant nie mehr fort von diesem Orte geht!
»Bleib mit deinem braunen Kasten«,
so nannten sie die Geige, »unter der Erde hier,
denn auf deine Musik verzichten nimmer wir!«
Doch der Geiger sprach geschwind:
»Das geht nicht, denn ich bin ein Menschenkind!
Und alle Menschenkinder im Lichte der Sonne,
aber nicht unter der Erde sind!
Aber ich bin bereit,
euch meine Geige hierzulassen
und euch zu lehren,
wie man sie spielt!
Als Gegengabe meine Bitte aber,
auf das kleine Fläschchen zielt!
Bittet den Wurzelgeist, den alten,
dass er mir das Fläschchen gibt,
erst dann werdet ihr von mir,
meine wunderschön klingende,
braune Geige erhalten!«
Das taten die Tiere sogleich,
aber der Wurzelgeist war an Ausreden reich!
Er hielt das Kästchen, mit dem Fläschchen darin,
mit seinen beiden Händen fest
und schrie, dass er es niemals herausgeben lässt!
Da wurden die Tiere böse gar sehr.
Der Maulwurf drohte damit, dass die Zugänge
zu der Erde zuschütten wollte er!
Die Mäuse attackierten den Wurzelgeist dann
damit, dass keine Maus mehr für ihn Futter
für den Winter herbeischaffen wird und kann!
Als der Wurzelgeist das hatte vernommen,
hat er große Angst bekommen!
Da hat er dem Musikanten
das Kästchen mit dem Fläschchen gegeben,
in dem sich der Prinzessin Schlaf befand.
So konnte geändert werden, des Mädchens trauriges Leben!
Der Musikant übernahm es und hat dafür seine Geige gelassen dort,
an diesem für die Tiere unterirdischen Ort!
So schnell ihn seine Füße trugen,
eilte er aus der Erde Unterwelt
in das königliche Schloss,
in dem es ihm viel besser gefällt!
Das Fläschchen hat er aus dem Kästchen genommen,
ist damit zu der Prinzessin gekommen
und tröpfelte ihr den Schlaf in ihre beiden Augen hinein.
Ein Seufzer ihrem Mund entströmt,
so tief wie man es von ihr war noch nie gewöhnt
und auf der Stelle schlief sie ein.
Erst nach acht Tagen sollte sie wach wieder sein!
Ja, das Beste, stellt euch vor,
war, dass sie danach
schöner, lieblicher und gesünder
ward, als je zuvor!
Nun sprach der König den Geiger an,
um zu erfahren, welchen Wunsch er ihm erfüllen kann.
»Herr König, meine Geige ließ ich als Preis
für den Schlaf der Prinzessin, in der Unterwelt.
Was den Mäuschen, Würmern und Maulwürfen
gewiss sehr gut gefällt.
Aber ob ich ohne meine Geige mein Brot verdienen kann,
das zweifle ich sehr an!«
So ließ der König ihm nun die schönste Geige des Landes bringen.
Bedankte sich sehr und fragte ihn:
»Magst du bitte für die Leute im Schloss,
für mich und meine Tochter
ein schönes Liedchen spielen, es soll erklingen?«
Natürlich nahm der Bursche die Fiedel in die Hand,
die richtigen Griffe ihm gelingen
und alle gemeinsam, mochten das bekannte Lied auch singen!
Da sagte der König: »Dein Wunsch ist sehr bescheiden!
Wer so bescheiden wünscht, den mögen alle leiden!
Du hast für uns mehr getan, als wir dir jemals vergelten können!
Darum darfst du jetzt, einen zweiten Wunsch benennen.«
Der Musikant antwortete: »Ich würde gern an ihrem Hofe bleiben!
Bin des Wanderns müde und möchte das Herumziehen meiden!
Würd’ hier gerne musizieren
und damit euer Herz und das Herz der Prinzessin gern berühren!«
»Eine größere Freude kannst du mir nicht machen,
bringst mit der Musik Frohsinn uns und Lachen!
Doch mein Musikant sollst du nicht sein!
Ich setze dich als meinen Nachfolger ein.
Und meine Tochter gebe ich dir zur Frau.
Dass sie schon längst dich liebt, das weiß ich ganz genau!«
Da wurde es dem Musikanten schwindelig vor Glück.
Das war in seinem Leben der allerschönste Augenblick!
Er nahm die Prinzessin bei der Hand
und versprach, wenn ich es recht verstand:
»In jeder Nacht, an jedem Tag,
die ich bei dir verbringen mag,
werde ich dich schützen und danach streben,
dass es niemals je gelingen mag,
dir deinen Schlaf zu rauben, in deinem ganzen Leben!«
In all’ ihren Ehejahren lebten sie im Glück vereint
und an jedem Tage die Sonne für sie scheint!
Und zog die Nacht ins Land,
nahm der Musikant seine Geige in die Hand.
Er spielte die schönsten Lieder
und das alle Tage wieder.
Er hörte erst auf, wenn die Müdigkeit ihn vom Musizieren entband!
Vertrau darauf, was man oft spricht:
Glück und Liebe ohne Leid, das gibt es nicht!
Alle Märchen und das Leben werden schön,
wenn dann, wenn man ohne Hoffnung ist,
jemand kommt, um dem Leidenden beizustehn!
Nach Otto Polemann
Das Schnupfenmännchen ist ein winzig kleiner Wicht,
mit schwarzem Mäntelchen und roter Nase,
denn ohne beides geht es nicht!
Die viel zu große Kapuze
hat es meistens über seinen Kopf gezogen.
Nur wenn der Wind entgegen bläst,
ist sie ab und an vom Kopf geflogen.
Hat es sie auf, dann schaut von seinem Gesichtchen
nur die rote Nase heraus. Wie eine Hagebutte sieht sie dann aus.
Der Lieblingsplatz des Schnupfenmännchens,
das kann ich euch sagen,
ist die feuchte Dachrinne des Hauses.
Da sitzt es gern und mag sich nicht beklagen.
Von dort kann es die ganze Straße übersehn
und bemerkt genau, was darauf kann geschehn.
Mit seinen kleinen Äugelein kann es so scharf wie ein Adler sehn.
Wenn es regnet und viele Pfützen auf der Straße stehn,
kann es die ungezogenen Kinder sehn,
die herumpatschend durch die Pfützen gehen.
Wenn sie dann endlich nasse Füße haben,
steigt es die Dachrinne herunter.
Ja das tut es schnell und munter
und zwickt in ihre Nasen, die Mädchen und die Knaben,
damit sie am nächsten Tage Schnupfen haben.
»Pitschüh!«, niesen die Kinder dann.
Auch »Hatschi!«, klingt es manchmal irgendwann.
Aber das ist nicht zum Lachen.
Krank zu sein, wird keine Freude machen!
Die Nase muss man putzen immerzu,
denn der Schnupfen gibt gar keine Ruh.
Mit anderen Kindern spielen kann man nicht gehen.
Damit sie sich nicht anstecken,
bleibt man weit genug mit Abstand,
von den Spielgefährten stehn.
Manche Kinder müssen gar in ihr Bett hinein,
immer dann, wenn sich das Fieber stellte ein!
Dort wird es besonders langweilig sein!
Wenn der Winter mit Schnee und Eis dann kommt,
achtet das Schnupfenmännchen darauf prompt,
ob die Kinder artig in ihrem Bettchen liegen,
sich kuschelig zudecken, damit sie keinen Schnupfen kriegen!
Wer vergisst, es so zu tun,
den guckt sich das Schnupfenmännchen aus, gleich nun,
um es mit den bösen Schnupfenviren
gleich sofort zu infizieren!
Seid also auf der Hut vor dem Wicht
und gebt ihm die Chance, die er sucht, ja viel besser nicht!
Kriegt ihr beim Spielen auf der Straße,
kalte Füße oder eine kalte Nase,
dann rennt und hüpft umher,
so ist es, warm zu werden, gar nicht schwer.
Folgen kann euch dabei das Schnupfenmännchen
mit seinen viel zu kurzen Beinen nicht.
So kann es euch nicht fangen und nicht necken
und mit Schnupfen nicht anstecken!
Haltet euch warm durch Sport und Spiel,
so werdet ihr nie des Schnupfenmännchens Ziel!
Zieht euch warm an und deckt euch zu,
dann habt ihr stets vor dem Schnupfenmännchen Ruh!
Nach Lene Wachendorff
Es war einmal ein Königreich,
vielen Menschen war es bekannt.
In ihm regierte eine junge Königin,
die von jedermann Ta’tuchkönigin ward genannt.
Denn kleine Taschentücher liebte sie,
hielt stets eines in der Hand.
Viele Truhen waren mit ihnen gefüllt,
damit sie stets eines fand,
