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Der Kosmos-Pflanzenführer E-Book

乔治 德 马尔蒂诺

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Beschreibung

Der "Kosmos Pflanzenführer" zeigt mehr als 900 Blumen, Bäume und Pilze Mitteleuropas auf über 1.200 Abbildungen. Die Bestimmungsmerkmale und viel Wissenswertes rund um jede Art werden kompakt beschrieben. Zusätzliche Abbildungen zeigen Details wie Früchte und Blätter und machen das sichere Bestimmen noch leichter. Der KOSMOS-Farbcode garantiert einen schnellen Zugriff auf die Pflanzengruppen. Dieses einmalig umfassende und praktische Standardwerk ist ein unentbehrlicher Begleiter für die ganze Familie.

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EPUB

Seitenzahl: 493

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Inhalt

Wie ist das Buch aufgebaut?

Pflanzen kennenlernen

Grundbauplan der Pflanzen

Blumen

Blütenfarbe Rot

Blütenfarbe Weiß

Blütenfarbe Blau

Blütenfarbe Gelb

Blütenfarbe Grün/unscheinbar

Gräser

Bäume und Sträucher

Farne, Moose und andere

Farne

Moose

Algen

Flechten

Pilze

Röhrlinge

Lamellenpilze

Weitere Pilze

Botanische Fachausdrücke im Bild

Service

Zum Weiterlesen

Pflanzenphänomene

Die wichtigsten Pflanzenfamilien und ihre Merkmale

Impressum

Wie ist das Buch aufgebaut?

Pflanzen kennenlernen

Sie begegnen uns auf Schritt und Tritt: Ob Wald und Wiesen, Ackerränder und Wege, Felder und Fluren, selbst in kleinen Steinfugen und Ritzen finden wir die verschiedensten Pflanzenarten. Die Palette reicht von farbenfrohen Blumen über mächtige Bäume bis zu Moosen und Farnen. Kann man die einzelnen Arten bestimmen, breitet sich die ganze faszinierende Vielfalt unserer heimischen Pflanzenwelt vor uns aus.

Die Auswahl der Arten

In Mitteleuropa sind etwa 3000 Blütenpflanzenarten heimisch, zudem wächst hier eine Vielzahl an Farnpflanzen, Moosen, Algen sowie Pilzen. Aus dieser Fülle werden etwa 900 Arten in diesem Buch vorgestellt, wobei die Blütenpflanzen den Großteil ausmachen. Die Auswahl der Arten wurde so getroffen, dass die in Mitteleuropa häufigsten Pflanzen in diesem Pflanzenführer zu finden sind, wobei der Schwerpunkt auf Deutschland und den angrenzenden Gebieten liegt. Zudem werden besonders auffällige Pflanzen gezeigt sowie solche, die zwar selten sind, aber in mehreren Regionen Mitteleuropas vorkommen. Pflanzen, die eine besondere Bedeutung für den Menschen haben, dürfen in diesem Buch ebenfalls nicht fehlen.

Farbwechsel beim Lungenkraut© Gartenschatz GmbH/Bellmann

Anordnung der Arten

Die krautigen Blütenpflanzen, die uns mit ihren farbigen und oft auffälligen Blüten als typische »Blumen« erscheinen, sind in diesem Buch nach Blütenfarben gruppiert. Der Farbcode kennzeichnet die Blütenfarben Rot, Weiß, Blau, Gelb und Grün/Unscheinbar. Die Blütenfarbe ist am besten an voll geöffneten Blüten zu sehen. Violette Blüten zeigen das Spektrum zwischen Rot und Blau. Sind sie eher rotviolett, sind sie in der Gruppe Rot zu finden, erscheinen sie blauviolett, dann sind sie der Gruppe Blau zugeordnet. Zahlreiche Pflanzenarten zeigen während der Blüte jedoch einen Farbwechsel. In einem solchen Fall sollten Sie bei allen in Frage kommenden Farben nachschlagen.

Die Gräser und grasähnlichen Arten sowie die Bäume und Sträucher gehören ebenfalls zu den Blütenpflanzen, sind aber jeweils in einer eigenen Gruppe zu finden. Die Farne, Moose, Flechten und Algen sind in einer Gruppe zusammengefasst. Eine weitere Gruppe bilden die Pilze. Innerhalb dieser Gruppen sind die Arten nach Familien zusammengefasst. So stehen beispielsweise alle gelb blühenden Rosengewächse zusammen. Bei den Blumen finden sich in jeder Hauptgruppe erst die zweikeimblättrigen und dann die einkeimblättrigen Pflanzen. Die Gehölze sind in Bäume und Sträucher untergliedert.

Vorkommen

Die Landschaft Mitteleuropas bietet von den Küsten der Nord- und Ostsee über Wälder und Wiesen bis in das Hochgebirge eine Vielzahl verschiedenster Lebensräume. Viele Pflanzenarten sind als sogenannte Generalisten in ihren Umweltansprüchen wenig spezialisiert. Sie sind oft weit verbreitet und in verschiedenen Lebensräumen zu finden. So kann die Kiefer beispielsweise sowohl an besonders trockenen als auch an besonders feuchten Standorten wachsen. Andere Arten stellen wiederum besondere Ansprüche an ihre Umwelt. Der Rundblättrige Sonnentau ist ein solcher Spezialist: Er ist ausschließlich in nährstoffarmen Hochmooren zu finden.

Löwenzahn zeigt Stickstoff an.© Gartenschatz GmbH/Bellmann

Einige der Pflanzenarten, die nur unter ganz bestimmten Umweltbedingungen gedeihen, sind als Zeigerpflanzen bekannt. Ihr Vorkommen deutet auf bestimmte Eigenschaften ihres Lebensraums hin. Insbesondere lassen sich über das Auftreten von Zeigerpflanzen Rückschlüsse auf den Boden ziehen. Brennnessel, Löwenzahn und Weiße Taubnessel sind bekannte Stickstoffzeiger, sie wachsen an besonders nährstoffreichen Standorten. Das Vorkommen von Margerite und Ginster zeigt hingegen stickstoffarme Standorte an. Andere Arten zeigen an, ob ein Boden sauer oder kalkhaltig ist, feucht oder trocken, oder besonders verdichtet.

Beschrieben ist für jede Pflanze die geografische Verbreitung in Europa sowie ihre Häufigkeit. Die Angaben zur Häufigkeit beziehen sich dabei nicht auf einzelne Pflanzen, sondern auf die Vorkommen der Art. Eine Art ist also dann häufig, wenn sie fast überall in Mitteleuropa anzutreffen ist.

Margeriten sind Magerkeitszeiger.© Gartenschatz GmbH/Bellmann

Die Namen der Pflanzen

Sehr bekannte, weit verbreitete Pflanzen haben oft eine Vielzahl volkstümlicher Namen. So wird der Gewöhnliche Löwenzahn im deutschsprachigen Raum unter anderem als »Pusteblume«, »Kuhblume« oder »Bettnässer« bezeichnet. In Norddeutschland ist er auch als »Butterblume« bekannt, ein Name, der aber auch für andere, nicht näher miteinander verwandte Pflanzen wie den Kriechenden Hahnenfuß oder die Sumpfdotterblume verwendet wird.

Erst der schwedische Naturforscher Carl von Linné führte im Jahr 1753 ein einheitliches wissenschaftliches System zur eindeutigen Benennung von Arten ein. Jeder wissenschaftliche Artname (z.B. Ranunculus repens für den Kriechenden Hahnenfuß) besteht aus zwei Teilen: der erste ist der Gattungsname (Ranunculus), der zweite ist die Artbezeichnung (repens). Oftmals verrät der wissenschaftliche Name etwas über die Pflanze. So bedeutet das lateinische Wort ranunculus »Fröschlein« – besonders viele Hahnenfuß-Arten leben an feuchten Orten, also dort, wo auch Frösche sich wohlfühlen. Den Namenszusatz repens tragen viele Pflanzen, er bedeutet »kriechend« und bezieht sich auf die Eigenschaft, Ausläufer zu bilden.

Kriechender Hahnenfuß© Gartenschatz GmbH

Um die große Vielfalt im Pflanzenreich zu ordnen und Verwandtschaftsbeziehungen zwischen den Arten darzustellen, werden die Pflanzen in einem System hierarchisch angeordnet. Die Namensgebung spiegelt einen Teil dieses Systems wider: Nah verwandte Arten, die eine Reihe gemeinsamer Merkmale tragen, werden in einer Gattung zusammengefasst. So gehört der Gift-Hahnenfuß (Ranunculus sceleratus) ebenfalls in die artenreiche Gattung Hahnenfuß. Gattungen, die wiederum gemeinsame Merkmale aufweisen, bilden gemeinsam eine Familie. Die Familie der Hahnenfußgewächse umfasst neben der Gattung Hahnenfuß beispielsweise auch die Gattungen Windröschen, Eisenhut und Nieswurz. Auf den hinteren Klappen werden acht der in Mitteleuropa artenreichsten Pflanzenfamilien mit ihren wichtigsten Merkmalen vorgestellt.

In der modernen systematischen Forschung wird mithilfe des Erbguts versucht, die Stammesgeschichte der Pflanzen nachzuvollziehen und die Pflanzen entsprechend ihrer Verwandtschafts-verhältnisse zu ordnen. Das führt manchmal dazu, dass Arten beispielsweise anderen Gattungen zugeordnet werden. Die wissenschaftlichen Namen der höheren Pflanzenarten im Buch entsprechen denen in »Rothmaler Exkursionsflora von Deutschland« (Hrsg. Jäger, 2016). Manchmal ist der aktuelle Name um ältere, bekannte Namen ergänzt.

Neubürger Riesen-Bärenklau© Gartenschatz GmbH/Bellmann

Neubürger

Seit einigen Jahren machen immer wieder Pflanzen wie die Beifußblättrige Ambrosie, der Japanische Staudenknöterich oder der Riesen-Bärenklau Schlagzeilen. Diese Neubürger sind nicht ursprünglich bei uns heimisch, sondern erst nach der Entdeckung Amerikas im Jahr 1492 durch menschliche Aktivitäten wie Handel und Transport bei uns eingeschleppt worden. Viele der auch als Neophyten bekannten neuen Arten kommen nur unbeständig in der Natur vor, einige vermögen es aber auch, sich fest zu etablieren. Manche der Arten können großen ökologischen, aber auch wirtschaftlichen oder gesundheitlichen Schaden verursachen, sie werden als invasiv bezeichnet. In diesem Buch sind alle Arten zu finden, die aktuell vom Bundesamt für Naturschutz als invasiv oder potenziell invasiv einstuft werden. Sie sind im Text entsprechend gekennzeichnet.

Giftpflanzen

Pflanzen schützen sich durch Giftstoffe vor Fraßfeinden und Schädlingen. Viele Pflanzen, die uns in der Natur, aber auch in Gärten und Parks begegnen, sind auch für den Menschen giftig. In diesem Buch sind giftige Pflanzen entsprechend gekennzeichnet. Allerdings bedeutet dies im Rückschluss nicht, dass alle anderen Pflanzen nicht giftig sind. Von auffälligen Arten oder solchen, die beispielsweise in der Landwirtschaft eine Rolle spielen, kennt man häufig die Giftigkeit. Für viele andere Arten liegen dagegen kaum Informationen vor. Zudem kann die Menge an giftigen Inhaltsstoffen von Pflanze zu Pflanze beträchtlich schwanken, denn sie ist vom Standort der Pflanze, den Wetterbedingungen und auch den verfügbaren Nährstoffen abhängig. Auch können in Wurzeln, Blättern oder Früchten einer Pflanze verschiedene Giftstoffe bzw. Giftmengen auftreten.

Der Eisenhut ist eine der giftigsten Pflanzen.© Gartenschatz GmbH

Im Umgang mit Pflanzen gilt die Regel, dass alle Pflanzen, die nicht sicher als ungiftig erkannt werden, nicht verzehrt werden sollten. Vorsicht ist vor allem auch bei Verwechslungsgefahr geboten. So kann das stark giftige Maiglöckchen mit Bärlauch verwechselt werden, und viele beliebte Speisepilze haben giftige Doppelgänger. Für einen sinnvollen Umgang mit giftigen Pflanzen und Pilzen ist es am besten, die verschiedenen Arten kennenzulernen, denn die meisten Vergiftungen beruhen auf Unwissenheit und Unbekümmertheit.

Gänseblümchen schmecken auch im Salat.© Frank Hecker

Essbare Pflanzen

Vor mehr als 12 000 Jahren begannen Menschen mit der Landwirtschaft und bauten Pflanzen an. Im Laufe der Zeit wurden so aus wild wachsenden Pflanzen kultivierte Nutzpflanzen gezüchtet, die heute die Grundlage unserer Ernährung bilden. Wildkräuter gerieten weitestgehend in Vergessenheit. Seit einigen Jahren kehren sie auf unsere Teller zurück. Essbare Wildpflanzen wie Gänseblümchen oder Vogelmiere bereichern als Wildkräutersalat, Suppe oder Pesto unseren Speiseplan.

Heilpflanzen

Von alters her verwendeten Menschen Pflanzen, um Krankheiten zu heilen und Beschwerden zu lindern. Auch heute noch finden viele dieser traditionellen Heilpflanzen in der Volksheilkunde Anwendung. Für einige dieser Arten wurde mittlerweile eine Heilwirkung wissenschaftlich nachgewiesen. Auch viele Giftpflanzen fanden als Heilpflanze eine, wenn auch riskante, Anwendung. Ihre Inhaltsstoffe spielen zum Teil heute noch eine Rolle als Arzneimittel. So werden beispielsweise Herzglykoside zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen als Reinsubstanz aus Fingerhut-Arten gewonnen.

Der Rote Fingerhut enthält herzwirksame Inhaltsstoffe.© Gartenschatz GmbH/Bellmann

Naturschutz

In diesem Buch sind alle Arten als »geschützt« gekennzeichnet, die in Deutschland entsprechend dem Bundesnaturschutzgesetz unter einem besonderen gesetzlichen Schutz stehen. Sie dürfen nicht gepflückt oder zerstört werden. Außerdem gibt es für bedrohte Arten nationale und regionale Rote Listen. Hier wird in verschiedenen Gefährdungskategorien angegeben, wie stark bedroht eine Art ist. In den regionalen Roten Listen finden sich viele Arten, die lokal sehr selten sind und deshalb in bestimmten Gebieten geschont werden sollten. Diese Roten Listen sind in diesem Buch nicht berücksichtigt. Im Zweifelsfall gilt deshalb: Lieber eine Pflanze stehen lassen! Die meisten Pflanzen lassen sich auch gut am Standort bestimmen, und es ist gar nicht notwendig, sie zu pflücken.

Der Frühlings-Enzian ist gesetzlich geschützt.© Roland Spohn

In ausgewiesenen Schutzgebieten wie Naturschutzgebieten dürfen Pflanzen grundsätzlich nicht gepflückt oder beschädigt werden. Dies gilt dort nicht nur für geschützte Arten, sondern auch für die weit verbreiteten »Allerweltsarten«.

Um Artenvielfalt zu erhalten, ist es unerlässlich, nicht nur einzelne Arten, sondern vor allem auch ihre Lebensräume zu schützen. Zu einem pfleglichen Umgang mit der Natur gehört, Standorte nicht mutwillig zu stören oder gar zu zerstören. Nur so können wir auch in Zukunft die Schönheit blühender Wiesen und wilder Wälder genießen.

Blütenpflanzen

Obwohl Wiesen-Klee, Glatthafer und Buche so unterschiedlich sind, teilen sie doch eine Reihe von gemeinsamen Merkmalen, die auf den Grundbauplan der Blütenpflanzen zurückführen. So hat jede dieser drei Arten Wurzeln, eine Sprossachse und Blätter, die Grundorgane einer Blütenpflanze.

Grundbauplan der Pflanzen

Die Wurzel verankert die Pflanze im Boden, sie dient der Aufnahme von Wasser und darin gelösten Nährstoffen. Die Sprossachse wächst meist senkrecht dem Licht entgegen. Sie kann krautig und kurzlebig (Kräuter und Gräser) oder holzig und langlebig (Bäume und Sträucher) sein. In ihr verlaufen Leitbündel, die Wasser mit den darin enthaltenen Nährstoffen von der Wurzel zu den Blättern transportieren. In den Blättern gebildete Stoffe werden umgekehrt nach unten geleitet. Die Sprossachse ist in Knoten und dazwischen liegende Stängelglieder geteilt. Die Blätter entspringen den Knoten, und auch seitliche Verzweigungen werden hier gebildet. Die grünen Blätter enthalten das für die Fotosynthese notwendige Chlorophyll, sie dienen der Ernährung der Pflanze. Zudem gibt die Pflanze über die Blätter Wasser ab. So wird der Transportstrom aufrechterhalten und die Pflanze zudem vor Überhitzung geschützt.

Die Blüten sind oft die am meisten auffallenden Teile einer Pflanze. Sie dienen der geschlechtlichen Vermehrung. Von Insekten bestäubte Blüten sind oft groß und bunt gefärbt, während windblütige Pflanzen meist zahlreiche kleine, unscheinbare Blüten haben. Die Blütenhülle besteht meist aus einem grünen Kelch und andersfarbigen Blütenkronblättern, die Blütenhüllblätter können aber auch wie bei einer Tulpe gleichartig gestaltet sein. Im Inneren der Blüte finden sich die aus Staubfäden und Staubbeuteln bestehenden Staubblätter. In ihnen wird der Pollen oder Blütenstaub gebildet, sie sind die männlichen Blütenanteile. Die Fruchtblätter sind der weibliche Blütenanteil. Narbe, Griffel und Fruchtknoten bilden zusammen den Stempel, wobei die Narbe der Aufnahme des Pollens dient. Die meisten Blüten sind wie hier beschrieben zwittrig. Es gibt aber auch eingeschlechtliche Blüten, diese haben dann entweder nur Staubblätter oder nur Fruchtblätter. Bei einhäusigen Arten findet man männliche und weibliche Blüten an einer Pflanze, wohingegen es bei zweihäusigen Arten männliche und weibliche Pflanzen gibt. Pflanzen können einzelne Blüten tragen, oftmals stehen aber auch mehrere Blüten in Blütenständen zusammen.

Nach erfolgreicher Bestäubung und Befruchtung entwickelt sich eine Frucht aus der Blüte. Die im Fruchtknoten angelegten Samen reifen heran. Öffnungsfrüchte öffnen sich zur Reifezeit und entlassen die Samen, die dann weiter-verbreitet werden. Bei Schließfrüchten bleiben die Samen hingegen im Fruchtknoten eingeschlossen, die ganze Frucht dient dann der Ausbreitung.

Abwandlungen im Grundbauplan liefern die Merkmale, die für die Bestimmung von Pflanzen herangezogen werden können. Die »Fachausdrücke im Bild« (siehe hier) geben einen Überblick über die unterschiedlichen Formen, die Wurzeln, Sprossachsen und Blätter sowie Blüten und Früchte haben können.

Kopfiger Blütenstand des Rot-Klees© Gartenschatz GmbH/Bellmann 

Gräser

Süßgräser gehören zu den ältesten Nutzpflanzen. Alle Getreidearten wie Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Reis, Mais und Hirse gehören in diese Gruppe. Von den Steppen und Savannen bis zu den vom Menschen geschaffenen Wiesen und Weiden – Gräser bestimmen fast überall auf der Welt das Bild offener Landschaften. Mit etwa 10 000 Arten in über 700 Gattungen sind sie eine der größten Pflanzenfamilien. Bei uns sind ungefähr 70 Gattungen mit über 200 Arten heimisch. In diesem Buch werden besonders wichtige und häufige Arten vorgestellt, die leicht bestimmt werden können. Alle Süßgräser haben eine Reihe gemeinsamer Merkmale, anhand derer sie leicht als Gras angesprochen werden können. Ihr als Halm bezeichneter Stängel ist hohl und in der Regel rund. Typischerweise ist er in Knoten und dazwischen liegende Halmabschnitte, die Internodien, gegliedert. Die Blätter sind zweizeilig angeordnet. Sie sind lang, schmal und ungestielt mit parallel angeordneten Blattnerven. Oft umhüllt der untere Teil eines Blattes als Blattscheide den Halm, bevor er in die Blattspreite übergeht. Im Grenzbereich befindet sich häufig das Blatthäutchen, das wichtig für die Bestimmung sein kann. Die windbestäubten Blüten der Gräser sind sehr unscheinbar. Eine oder mehrere Blüten bilden zusammen ein Ährchen. Dieses ist von zwei Hüllspelzen umschlossen. Jede Einzelblüte ist wiederum von zwei Spelzen umgeben, einer Deckspelze, die begrannt sein kein, sowie einer Vorspelze. Dann folgen zwei Schwellkörper, die die Spelzen zur Öffnung der Blüte so auseinanderdrücken, dass die drei Staubblätter und die Narbe austreten können. Die einzelnen Ährchen bilden zusammen einen Blütenstand, die Ähre, Ährenrispe oder Rispe.

Schließfrüchte der Haselnuss© Roland Spohn

Die Binsengewächse und die Sauergräser sind zwei grasähnliche Familien, die sich jedoch gut von den Süßgräsern unterscheiden lassen. Der runde Stängel der Binsengewächse hat keine Knoten, die Blätter sind oft rund. Der Blütenstand ist meist eine Spirre, die aus mehreren Blüten zusammengesetzt und oft köpfchen- oder doldenförmig zusammengezogen ist. Die Sauergräser lassen sich gut an ihrem dreikantigen Stängel erkennen, an dem die flachen Blätter dreizeilig angeordnet sind. Die Blüten sind in Ährchen zusammengesetzt.

Bäume und Sträucher

Bäume und Sträucher sind als Gehölzpflanzen dadurch charakterisiert, dass ihre Sprossachse in allen Teilen verholzt ist. Dieser verholzte Teil stirbt auch im Winter nicht ab und ermöglicht den Pflanzen, sehr alt zu werden. Bäume erreichen meist Höhen von über 3 m. Sie haben in der Regel einen unverzweigten Stamm und eine reich verzweigte Krone. Sträucher bleiben hingegen in vielen Fällen wesentlich niedriger. Einige Zwergsträucher werden sogar nur wenige Zentimeter hoch. Sträucher haben keinen Hauptstamm, sondern bilden von unten her mehrere, oft gleich starke Stämme aus.

In unserem Klima werfen die meisten Bäume und Sträucher im Herbst ihr Laub ab und treiben im Frühjahr wieder neu aus. Einige Arten sind aber auch immergrün. Dazu zählen fast alle Vertreter der Nadelgehölze. Es gibt aber auch einige Laubbäume und Sträucher, die das ganze Jahr über grün sind. Die Blätter liefern wichtige Merkmale für das Bestimmen der Gehölzpflanzen. Es ist zudem hilfreich, Blüten und Früchte anzuschauen, wenn sie vorhanden sind. Besonders im Winter können auch Knospen und Borke wichtig für die Bestimmung sein. Die verschiedenen Ausprägungen von Blättern, Blüten und Früchten können anhand der »Fachausdrücke im Bild« zugeordnet werden.

Schema eines Gräser-Ährchen mit drei Blüten.

Eiche

Farnartige Pflanzen

Die farnartigen Pflanzen sind wie die bisher vorgestellten Blütenpflanzen in Wurzel, Spross und Blätter gegliedert. Zu ihnen zählen die Farne, die Schachtelhalme und die Bärlappe (einschließlich der Moosfarne). Diese Pflanzen tragen keine Blüten. Sie bilden auch keine Samen aus, sondern vermehren sich über Sporen.

Farne wachsen unterirdisch mit einem mehrjährigen Wurzelstock. Über der Erdoberfläche sind nur ihre als Wedel bezeichneten Blätter sichtbar. Diese können über 1 m lang werden. Oftmals ist die Blattspreite in zahlreiche Fiederblätter unterteilt. Auf der Blattunterseite werden die Sporen in Sporenkapseln gebildet. Meist stehen mehrere Sporenkapseln in als Sori bezeichneten Ansammlungen zusammen. Diese können von einem feinen Blatthäutchen, dem Schleier, bedeckt sein.

Die Sprosse der Schachtelhalme sind aus Knoten und dazwischen liegenden Internodien aufgebaut. An den Knoten entspringen wirtelig angeordnete Blätter oder Seitensprosse. Bärlappgewächse wiederum sind gabelig verzweigt, die Blätter sind klein und schuppenförmig. Farne gibt es seit etwa 400 Millionen Jahren auf der Erde. In der Karbonzeit bildeten sie zusammen mit Schachtelhalmen und Bärlappen riesige Wälder, aus denen unsere heutigen Steinkohle-Vorkommen hervorgegangen sind.

Farn

Moose

Moose haben sich vermutlich als erste Landpflanzen aus Grünalgen entwickelt. Sie sind insofern besonders, weil sie noch keine Stütz- und Leitgewebe ausbilden, wie sie für die Blütenpflanzen und farnartigen Pflanzen typisch sind. Hornmoose und blattlose Lebermoose bilden wenig differenzierte Lager, die beblätterten Lebermoose besitzen drei Blattreihen. Laubmoose haben zwar Stämmchen mit Blättern, sind aber nicht mit echten Wurzeln, sondern mit einem Wurzelfilz im Boden verankert. Moose pflanzen sich über Sporen fort, die in Sporenkapseln gebildet werden. In Mitteleuropa gibt es über 12 000 Moosarten. Aus dieser Fülle können in diesem Buch nur einige besonders auffällige oder häufige Arten vorgestellt werden.

Moos (Laubmoos)

Flechten

Flechten sind faszinierende Lebewesen. Sie bilden eine symbiotische Lebensgemeinschaft zwischen einem Pilz und einer Grün- oder Blaualge. Der Pilz bildet ein Geflecht von Pilzfäden, das Lager, in dem sich die Alge befindet. Beide Partner profitieren von der Symbiose: Der Pilz wird mit von der Alge produzierten Kohlenhydraten versorgt, und die Alge ist im Lager vor Trockenheit und Hitze geschützt. Man unterscheidet bei den Flechten verschiedene Wuchsformen. Bei den Krustenflechten ist das Lager fest mit der Unterlage verbunden, während Blattflechten der Unterlage nur locker aufliegen. Strauchflechten wachsen meist aufrecht und erinnern mit ihrem stielartig verzweigten Lager an Sträucher.

Algen

Algen sind Lebewesen, die Fotosynthese betreiben, jedoch nicht zu den eigentlichen Pflanzen gehören. Die verschiedenen Algenklassen unterscheiden sich stark in ihrem Bau. So gibt es vom kleinsten Einzeller über fädige und verzweigte Formen bis zu den großen, flächigen Tangen, die in den Meeren dichte Unterwasserwälder bilden können, die unterschiedlichsten Entwicklungsstufen. Die meisten Algen haben einen echten Zellkern. Dieser fehlt den zu den Bakterien gehörenden Blaualgen. Die meisten Algen leben im Meer und im Süßwasser, einige Arten findet man aber auch auf Böden oder an Baumstämmen und Felsen.

Pilze

Vor allem im Herbst werden viele Pilze für uns sichtbar. Dann erscheinen ihre Fruchtkörper, die Pilzliebhaber in die Wälder locken. Der eigentliche Pilzkörper bleibt jedoch für uns verborgen. Er besteht aus einem ausgedehnten unterirdischen Pilzgeflecht (Myzel), das aus feinen, miteinander verwobenen Pilzfäden besteht. Aus diesen Pilzfäden sind auch die Fruchtkörper aufgebaut, in denen die der Vermehrung dienenden Sporen gebildet werden. Die Fruchtkörper der meisten Großpilze sind typisch pilzförmig, mit Hut und Stiel, ausgebildet. Die Sporen werden auf der Hutunterseite gebildet. Ob diese lamellen- oder röhrenförmig ausgebildet ist, ist wichtig für die Bestimmung. Neben den Hutpilzen gibt es noch weitere Ständerpilze wie die Korallen, die durch ausgefallene Hutformen oft leicht zu bestimmen sind. Dies gilt auch für viele Vertreter der Schlauchpilze wie Morcheln oder die Echte Trüffel.

Obwohl Pilze keine Fotosynthese betreiben, wurden sie früher wegen ihrer sesshaften Lebensweise zu den Pflanzen gestellt. Heute weiß man, dass sie neben den Tieren und den Pflanzen ein eigenes Reich bilden und sogar näher mit den Tieren als mit den Pflanzen verwandt sind.

Pilze spielen im Kreislauf der Natur eine wichtige Rolle. Als Fäulnisbewohner sind sie wichtige Zersetzer von abgestorbenem organischen Material und tragen so zur Humusbildung bei. Viele Pilze gehen als Mykorrhizapilze eine Lebensgemeinschaft mit Pflanzen ein. Sie umwachsen die Wurzeln und helfen so der Pflanze, Wasser und darin gelöste Nährstoffe aufzunehmen. Im Gegenzug wird der Pilz von der Pflanze mit Zuckerverbindungen versorgt. Andere Pilzarten leben parasitisch auf Pflanzen. Sie können schwere Pflanzenkrankheiten hervorrufen und sind deswegen auf Nutzpflanzen besonders gefürchtet.

   BLÜTENFARBE ROT

Kartäuser-Nelke

Dianthus carthusianorum

(Nelkengewächse)

© Manfred Pforr

Der Duft der Gewürznelke Der angenehme Duft der Blüten wird durch das ätherische Öl Eugenol hervorgerufen. Es kommt auch in den Blütenknospen des südostasiatischen Gewürznelkenstrauchs vor. Diese Knospen hießen im Mittelalter »Näglein«. In der Renaissance nannte man dann die ähnlich duftenden Garten-Nelken »Näglein-Blumen«, verkürzte dies zu »Nelke« und bezeichnete so eine ganze Gruppe von Pflanzen. Die Kartäuser-Eremiten zogen Nelken in ihren Klostergärten. Allerdings bezog sich der Name »Kartäuser-Nelke« zuerst wohl auf die als Gartenblume beliebte Bart-Nelke.

Merkmale 15–50 cm, Blütezeit Juni–Sept., mehrjährig. Stängel kahl. Blätter schmal lanzettlich, gegenständig, an der Basis verwachsen, steil aufrecht (oberes Bild). Blüten bis zu 2,5 cm breit, kurz gestielt, in endständigen Büscheln (unteres Bild), diese sind umgeben von schuppenartigen Hochblättern, Kronblätter eiförmig, an der Spitze gezähnt.

© Gartenschatz GmbH/Bellmann

Vorkommen Magere Rasen, sonnige Hänge, Böschungen, Waldränder. Meist auf kalkreichen Böden. Süd-, West- und Mitteleuropa. Geschützt.

   BLÜTENFARBE ROT

Heide-Nelke

Dianthus deltoides

(Nelkengewächse)

© Manfred Pforr

Nachts sind ihre Blüten geschlossen An geeigneten Orten kann die Heide-Nelke dichte Rasen bilden. Sie ist wie andere Nelken nicht nur, weil sie gern gepflückt wird, sondern auch durch Luftschadstoffe, die als Dünger wirken, gefährdet. Für den Garten gibt es weiße, rosafarbene, rote und gefüllte Sorten. Die duftenden Blüten locken Tagfalter an, abends schließen sie sich.

Merkmale 15–40 cm, Blütezeit Juni–Sept., mehrjährig. Stängel verzweigt, behaart. Blätter gegenständig, schmal lanzettlich. Blüten meist einzeln, lang gestielt, bis zu 18 mm breit, purpurrot, mit weißen Flecken und dunklen Querstreifen, 2 schuppige Außenkelchblätter.

Vorkommen Magere Rasen und Weiden über Silikatgestein, Böschungen, Sandrasen, trockene Böden. Mittel- und Nordeuropa. Geschützt.

   BLÜTENFARBE ROT

Raue Nelke

Dianthus armeria

(Nelkengewächse)

© Heiko Bellmann/Kosmos

Kann sich selbst bestäuben Wenn ihre Blüten nicht von Tagfaltern besucht werden, können sie sich selbst bestäuben. So stellt die auch Büschel-Nelke genannte Pflanze sicher, dass Samen gebildet werden. Die weißen Punkte auf den Kronblättern imitieren Staubbeutel und erhöhen so die Attraktivität der Blüte für Bestäuber.

Merkmale 30–60 cm, Blütezeit Juni–Juli, zweijährig. Pflanze rau behaart. Stängel verzweigt. Blätter linealisch lanzettlich, dunkelgrün. Blüten bis zu 1 cm breit, kurz gestielt, zu 2–10 in gedrängten, endständigen Büscheln auf langen, grünen Tragblättern, Krone purpurn, gepunktet.

Vorkommen Sonnige, warme, mäßig saure, kalkarme Standorte, Magerrasen, Waldsäume, Trockengebüsche, Hänge, v. a. in den Mittelgebirgen. Selten. Europa. Geschützt.

   BLÜTENFARBE ROT

Pracht-Nelke

Dianthus superbus

(Nelkengewächse)

© Gartenschatz GmbH/Bellmann

Sie lässt nicht jeden ran Nur langrüsselige Hummeln und Falter wie das Taubenschwänzchen erreichen durch die enge Blütenröhre den Nektar. Barthaare am Eingang der Blüte verhindern, dass kleine Insekten in die Röhre kriechen, ohne die Blüte zu bestäuben. Die Blüten verströmen einen schwachen Vanilleduft.

Merkmale Bis zu 60 cm, Blütezeit Juni–Sept., mehrjährig. Stängel aufrecht. Blätter linealisch lanzettlich, grün, kahl. Blüten einzeln oder zu wenigen in den Achseln, bis zu 6 cm breit, Krone rosa bis purpurn, in feine, lange Zipfel zerschlitzt.

Vorkommen Kalkarme Böden, Heiden, Moorwiesen, lichte Wälder. Überwiegend in Süddeutschland. Geschützt.

   BLÜTENFARBE ROT

Kornrade

Agrostemma githago

(Nelkengewächse)

© Gartenschatz GmbH/Bellmann

Sie vergiftet das Brot Die Kornrade enthält v. a. in den Samen giftige Saponine. Früher wuchs sie oft in Getreideäckern. Sie wurde mit dem Getreide abgemäht, ihre Samen fielen beim Dreschen aus den Fruchtkapseln und mischten sich unter das Korn. Da sie sich in der Größe kaum von diesem unterscheiden, konnten sie nur schwer abgetrennt werden. So gelangten sie in die Mühlen oder bei der nächsten Aussaat wieder auf den Acker. Es kam nicht selten zu Massenvergiftungen, wenn das Brotmehl hohe Anteile an Kornrade enthielt. Heute ist sie durch moderne Methoden der Saatgutreinigung selten geworden.

Merkmale 40–100 cm, Blütezeit Juni–Sept., einjährig. Blätter gegenständig, linealisch lanzettlich, seidig behaart. Blüten einzeln, bis zu 4 cm breit, rosarot, Schlund heller, Kronblätter von spitzen Kelchblättern überragt. Giftig!

Vorkommen Getreideäcker, v. a in Wintergetreide, Sandrasen. Auf humosen, sandigen oder lehmigen Böden. Fast ganz Europa.

   BLÜTENFARBE ROT

Gewöhnliches Seifenkraut

Saponaria officinalis

(Nelkengewächse)

© Frieder Sauer/Hecker

Natürliches Waschmittel Die Wurzeln enthalten Stoffe, die mit Wasser einen Schaum bilden und Waschkraft entfalten. Wurzelauszüge dienten früher als Seife, v. a. zum Waschen von Wolle. Für diesen Zweck wurde die Pflanze bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts kultiviert. In der Medizin helfen die Wurzeln gegen Katarrhe der Atemwege, da sie zähe Schleime verflüssigen.

Merkmale 30–80 cm, Blütezeit Juni–Sept., mehrjährig. Blätter gegenständig, breit lanzettlich, 5–10 cm lang, mit 3 Längsnerven. Blüten in Scheindolden, rosa oder weißlich, bis zu 3 cm breit, Kelch röhrig verwachsen. Schwach giftig.

Vorkommen An Flussufern, Wegen, auf Schuttplätzen, Dämmen, Ödland. Auf nährstoffreichen Böden. Fast ganz Europa.

   BLÜTENFARBE ROT

Kuckucks-Lichtnelke

Lychnis flos-cuculi, Silene flos-cuculi

(Nelkengewächse)

© Gartenschatz GmbH/Bellmann

Kündigt das Frühjahr an An der Pflanze findet sich häufig Schaum der Schaumzikaden. Dieser wird im Volksmund »Kuckucksspeichel« genannt, was zur Namensgebung geführt haben kann. Auch die Blütezeit im Frühling, der bekanntlich vom Kuckuck angekündigt wird, kann dazu beigetragen haben.

Merkmale 30–80 cm, Blütezeit Mai–Juli, mehrjährig. Pflanze fast kahl. Blätter linealisch lanzettlich, gegenständig, an der Basis verwachsen. Bis zu 30 Blüten in gabeligen Blütenständen, rosa, Kronblätter tief 4-teilig mit schmalen Zipfeln, am Schlundeingang mit 2-teiliger Schuppe (Nebenkrone). Schwach giftig.

Vorkommen Nasse bis feuchte Fettwiesen, Sumpf- und Moorwiesen. Verbreitet von der Ebene bis ins Gebirge. Ganz Europa.

   BLÜTENFARBE ROT

Pechnelke

Lychnis viscaria, Silene viscaria, Viscaria vulgaris

(Nelkengewächse)

© Gartenschatz GmbH

Insekten kleben an ihr Die Stängel unter den oberen Blättern tragen einen klebrigen, schwarzroten Ring, an dem oft kleine Insekten festkleben. Möglicherweise soll der klebrige Bereich sie daran hindern, an der Pflanze emporzukrabbeln und Blüten- oder Fruchtstände zu plündern.

Merkmale 30–60 cm, Blütezeit Mai–Juli, mehrjährig. Blätter in Grundrosette, gegenständig am Stängel. Blüten purpurrosa, 2 cm, in längeren, rispigen Blütenständen mit gegenständigen Hauptästen, Kronblätter eingebuchtet, mit Schuppen am Schlundeingang (Nebenkrone). Schwach giftig.

Vorkommen Magerrasen, magere Weiden, Heiden, lichte Gebüsche, Waldränder. Auf trockenen, kalkarmen Böden. Im Norden und in den Alpen fehlend, sonst zerstreut.

   BLÜTENFARBE ROT

Rote Lichtnelke

Silene dioica

(Nelkengewächse)

© Roland Spohn

Schmetterlinge fliegen auf sie Die duftlosen männlichen und weiblichen Blüten sitzen auf verschiedenen Pflanzen. Beide locken v. a. Tagfalter und langrüsselige Hummeln als Bestäuber an. Wiesen an geeigneten Standorten sind im Mai durch die üppige Blütenpracht oft rotviolett gefärbt. Nur wenige Nachzügler blühen später.

Merkmale Bis zu 100 cm, Blütezeit April–Sept., mehrjährig. Zweihäusig. Stängel aufrecht, abstehend behaart. Blätter schmal eiförmig, gegenständig. Blüten bis zu 2,5 cm breit, in lockeren, gabeligen Rispen, rot oder rosa, mit weißer Nebenkrone, männliche Blüte mit zylindrischem Kelch, Kronblätter 2-spaltig, weibliche Blüte mit bauchig eiförmigem Kelch.

Vorkommen Feuchte Wiesen und lichte Wälder. Fast ganz Europa.

   BLÜTENFARBE ROT

Stängelloses Leimkraut

Silene acaulis

(Nelkengewächse)

© Gregor Faller

Angepasst an Wind und Schnee Durch die Bildung von Polstern (oberes Bild) ist die Pflanze gut an den rauen Standort in den Alpen und der Arktis angepasst. Im Innern der Polster reichert sich Humus an, der Nährstoffe liefert und Feuchtigkeit speichert. Bei Sonne erwärmen sich die Polster bis etwa 15 °C über die umgebende Lufttemperatur. Dies fördert wohl die Entwicklung der Blüten und die Fruchtreife. Die Blüten (unteres Bild) sind weit sichtbar und duften stark, so werden die in den Höhenlagen raren Insekten von weit her angelockt.

© Gregor Faller

Merkmale Bis zu 5 cm, Blütezeit Juni–Sept., mehrjährig. Bildet charakteristische Polster mit Pfahlwurzel. Blätter dachziegelartig am Stängel angeordnet, schmal linealisch, Blattrand oft bewimpert. Blüten einzeln, gestielt, purpurrot, etwa 1,5 cm breit, Kelch meist rot überlaufen.

Vorkommen Steinige Rasen, Felsgrate, Schutthänge auf Kalk. Nordeuropa, Gebirge in Mittel- und Südeuropa. In den Alpen von 1500–3000 m.

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Mauer-Gipskraut

Gypsophila muralis

(Nelkengewächse)

© Michael Hassler

Hübsche Pionierpflanze Ihr Auftreten als Pionier auf vegetationsarmen, nassen Stellen an Ufern, auf verschlammten Äckern und auf Wegen ist meist nur von kurzer Dauer. Der Name »Mauer-Gipskraut« ist irreführend, denn die Art wächst fast nie auf Mauern und bevorzugt im Gegensatz zu den anderen Gipskräutern auch keine gipshaltigen Böden.

Merkmale 5–25 cm, Blütezeit Juni–Okt., einjährig. Pflanze ausladend, kahl, blaugrün. Blätter linealisch, gegenständig, bis zu 2 cm lang. Bis über 100 Blüten über die ganze Pflanze verteilt, Blüten 1 cm groß, Kronblätter rosa mit dunkleren Adern, vorn etwas eingebuchtet, Kelchblätter mit Hautrand.

Vorkommen Offener, meist kalkfreier Boden in Ackerfurchen, auf Brachland, an Ufern, Gräben. In Sand- und Silikatgegenden zerstreut, im Norden selten.

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Rote Schuppenmiere

Spergularia rubra

(Nelkengewächse)

© Heiko Bellmann/Kosmos

Bei schlechtem Wetter selbstbestäubend Die flach wurzelnde, auch auf verdichteten Böden wachsende Pflanze zeigt Bodenversauerung an. Die Blüten sind nur bei hellem Wetter von etwa 9–15 Uhr geöffnet. Bei ungünstiger Witterung bestäuben sie sich selbst. Die langlebigen Samen werden meist mit dem Wind verbreitet. Es kommt aber auch vor, dass Samen mit an Fahrzeugen klebender Erde verschleppt werden.

Merkmale Bis zu 25 cm hoch, Blütezeit Mai–Sept., ein- bis mehrjährig. Stängel niederliegend bis aufsteigend, drüsig behaart. Blätter gegenständig, linealisch, laufen in eine Stachelspitze aus, kahl, silbrige Nebenblätter. Blüten in Scheindolden, Kronblätter rosa, etwas kürzer als die Kelchblätter. Bildet lockere Rasen.

Vorkommen Kalkarme, sandige, offene Böden, Wege, Äcker, Ufer. Heute weltweit verbreitet.

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Klatsch-Mohn

Papaver rhoeas

(Mohngewächse)

© Gartenschatz GmbH/Bellmann

Ein guter Pollenspender Jede Blüte produziert die ungewöhnlich große Menge von rund 2,5 Millionen Pollenkörnern, die sehr nahrhaft sind und von verschiedenen Insekten gesammelt werden. Besonders Hummeln warten am Morgen oft schon auf den Blüten, bis sich diese öffnen.

Merkmale 30–90 cm, Blütezeit Mai–Juli, einjährig. Blätter wechselständig, fiederteilig bis gefiedert. Blütenstiel lang, abstehend borstig behaart, Knospe nickend, Blüten bis zu 8 cm breit, 4 Kronblätter, nach dem Öffnen zerknittert, kräftig rot, am Grund meist mit dunklen Saftmalen, 2 borstig behaarte Kelchblätter fallen frühzeitig ab, sehr viele Staubblätter, 8–18-strahlige Narbe. Kapsel zylindrisch, unten abgerundet. Weißer Milchsaft. Giftig!

Vorkommen Getreidefelder, Wege, Bahnhofsgelände, Ödflächen, an Straßenböschungen auch zur Begrünung angesät. Ganz Europa.

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Saat-Mohn

Papaver dubium

(Mohngewächse)

© Michael Hassler

© Michael Hassler

Kurzlebig Die Kronblätter der Mohn-Arten liegen geknittert in den Knospen, sie straffen sich erst beim Entfalten. Die Saat-Mohn-Blüten sind noch kurzlebiger als die des Klatsch-Mohns. Sie fallen wenige Stunden nach Öffnung der Blüte ab.

Merkmale 30–60 cm, Blütezeit Mai–Juli, einjährig. Blätter 1–2-fach fiederteilig. Blüten 2–5 cm groß, weinrot, oft ohne schwarzen Fleck (erstes Bild oben). Kapsel länglich keulenförmig (zweites Bild oben), weniger als 10 Narbenstrahlen, flache Narbenscheibe, kahl. Milchsaft weißlich, wird an der Luft manchmal gelb. Die Blüten des ähnlichen SandMohns(Papaver argemone) tragen einen schwarzen Fleck (erstes Bild unten) am Grund, die Kapsel ist mit hellen Borstenhaaren besetzt (zweites Bild unten). Giftig!

© Michael Hassler

© Michael Hassler

Vorkommen Zerstreut auf Getreidefeldern, Wegen, Dämmen, Schutthalden, Steinbrüchen. Fast ganz Europa.

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Hohler Lerchensporn

Corydalis cava

(Erdrauchgewächse)

© Gartenschatz GmbH/Bellmann

Ameisen verbreiten die Samen Die Pflanze verdankt ihren Namen dem Umstand, dass die unterirdische Knolle hohl ist. Die weißen Anhängsel der Samen sind sehr nährstoffreich und locken Ameisen an. Diese schleppen die Samen in ihre Nester, trennen das Anhängsel ab und tragen die Samen wieder aus ihrem Nest. So werden diese viele Meter von der Mutterpflanze entfernt verbreitet.

Merkmale 10–35 cm, Blütezeit März–Mai, mehrjährig. Stängel meist mit 2 Blättern, Blätter doppelt 3-zählig, kahl, oberseits bläulich grün, unterseits weißlich grün. Blüten zu 10–20 in aufrechter Traube, Krone purpurn, häufig auch weiß, selten gelblich, oberes Kronblatt in langen Sporn ausgezogen. Hochblätter zwischen den Blüten ungeteilt. Knollen innen hohl. Giftig!

Vorkommen Lichte Laub- und Schluchtwälder, Auenwälder, Obstgärten, Gebüsche. Besonders Mitteleuropa.

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Gefingerter Lerchensporn

Corydalis solida

(Erdrauchgewächse)

© Heiko Bellmann/Kosmos

Giftige Knolle Der Gefingerte Lerchensporn unterscheidet sich vom Hohlen Lerchensporn dadurch, dass die Hochblätter geteilt sind und dass die Knolle nicht hohl ist. Auch gibt es bei dieser Art keine weißen Blüten. Beide Arten sind giftig. Insbesondere die Knolle enthält viele Alkaloide, die zu Krämpfen führen.

Merkmale 15–30 cm, Blütezeit März–Mai, mehrjährig. Stängel am Grund mit einer etwa 2 cm langen, ovalen Schuppe. Blätter 2–3-fach 3-blättrig. Blütenstände 5–20-blütig, Blüten purpurn, gerade gespornt. Hochblätter zwischen den Blüten fingerförmig geteilt. Kugelige Knolle nicht hohl. Giftig!

Vorkommen Kalkarme Böden, Laubwälder, feuchte Wiesen, Auenwälder. In Mitteleuropa weit verbreitet.

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Gewöhnlicher Erdrauch

Fumaria officinalis

(Erdrauchgewächse)

© Frank Hecker

Brennt in den Augen Der Name »Erdrauch« hängt vielleicht damit zusammen, dass große Gruppen der Pflanze aus der Ferne grau wirken – als ob die Erde rauchen würde. Zerkleinerte Pflanzen geben außerdem schwache Säuredämpfe ab, die wie Rauch in den Augen brennen.

Merkmale 15–30 cm, Blütezeit Mai–Okt., einjährig. Blätter wechselständig, doppelt gefiedert, bläulich grün. Blüten in aufrechten Trauben, Krone dunkelrot mit grünem Kiel, oberes Kronblatt gespornt. Giftig!

Vorkommen Äcker, Gärten, Ödland. Europa bis Zentralasien.

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Bunte Kronwicke

Securigera varia, Coronilla varia

(Schmetterlingsblütler)

© Gartenschatz GmbH/Bellmann

Sie macht Schlafbewegungen Die Fiederblättchen besitzen ein Gelenk an ihrer Basis und bewegen sich nachts aufwärts in eine »Schlafstellung«. Die Pflanze enthält herzwirksame Stoffe, die zu starker Übelkeit und Krämpfen, im Extremfall sogar zum Tod führen.

Merkmale 30–60 cm, Blütezeit Juni–Aug., mehrjährig. Stängel liegend, gerillt. Blätter unpaarig gefiedert, Fiedern schmal linealisch, mit Stachelspitze. Blüten 1,2 cm lang, Schiffchen und Flügel weiß, Fahne rosa-rot, zu 12–30 in halbkugeligen Köpfen. Hülsen schmal linealisch, bis zu 8 cm lang. Giftig!

Vorkommen Weg- und Straßenböschungen, Bahndämme, Steinbrüche, Halbtrockenrasen, lichte Gebüsche, Waldränder. Mittel- und Südeuropa.

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Kleiner Vogelfuß

Ornithopus perpusillus

(Schmetterlingsblütler)

© Frank Hecker

Der Name passt Die Fruchtstände mit den gegliederten, gekrümmten und am Ende zugespitzten Hülsen erinnern an einen Vogelfuß (Name). Die Pflanze heißt auch Mäusewicke.

Merkmale Bis zu 40 cm, Blütezeit Mai–Juni, einjährig. Kriechend, flaumig behaart. Blätter mit 4–13 Fiederpaaren und 1 Endblättchen. Blüten zu zweit bis siebt, Fahne mit purpurroten Streifen, Schiffchen gelb. Hülsen 1–2 cm lang.

Vorkommen Sandige, kalkarme Standorte. Dünen, Äcker, Wege, Sportplätze. Selten. Europa.

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Dornige Hauhechel

Ononis spinosa

(Schmetterlingsblütler)

© Frank Hecker

Hilfe bei Blasenleiden Im Volksmund hieß die Pflanze früher »Weiberkrieg«, da sich die Röcke der Frauen bei der Arbeit auf den Weiden in den Dornen verfingen und sie deshalb mit der Pflanze auf Kriegsfuß standen. »Hauhechel« leitet sich von »Heuhechel« ab. Man verglich die dornigen Äste mit einem Rechen, an dem Halme hängen bleiben. Die Wurzeln werden als harntreibendes Mittel bei Nieren- und Blasenleiden empfohlen.

Merkmale Bis zu 80 cm, Blütezeit Juni–Juli, mehrjährig. Niederliegender oder aufrechter Halbstrauch. Zweige meist lang bedornt, wenigstens im unteren Bereich. Blätter 3-zählig gefiedert, kaum drüsig. Blüten 10–15 mm groß, rosa, seltener weiß, zu 1–3 an oft verdornten Kurztrieben. Hülse 1 cm lang, aufgeblasen.

Vorkommen Nährstoffarme Wiesen und Weiden, Wegränder. Häufig auf Kalkböden. Mittel- und Südeuropa.

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Kriechende Hauhechel

Ononis repens

(Schmetterlingsblütler)

© Michael Hassler

Merkmale 30–60 cm, Blütezeit Juni–Juli, mehrjährig. Wie vorige Art, aber Pflanze ohne Dornen, drüsig-klebrig behaart.

Vorkommen Wie vorige Art.

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Berg-Platterbse

Lathyrus linifolius, Lathyrus montanus

(Schmetterlingsblütler)

© Michael Hassler

Blüht unter der Erde Ist es im Frühjahr zu kalt, legt die Pflanze unterirdische Blüten an. Diese öffnen sich nicht, sondern bestäuben sich selber. Auch die Samen reifen dann im Boden. Früher wurden die getrockneten Knollen in Schottland als Reiseproviant genutzt und mit Wasser und Hefe zu einem alkoholischen Getränk vergoren. Auch bei uns wurden die Knollen in Notzeiten gegessen.

Merkmale 25–30 cm, Blütezeit April–Juni, mehrjährig. Blätter mit 2–4 Fiederpaaren und grannenartiger Spitze, Blattunterseite heller als Oberseite, ohne Ranke. 3–6 Blüten in lang gestielten Trauben, Blüten 11–15 mm lang, erst hellpurpurn, später bläulich grün. Knollig verdickte Ausläufer. Essbar.

Vorkommen Zerstreut in kalk-und nährstoffarmen Laubwäldern, Magerrasen und Heiden. Europa.

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Wald-Platterbse

Lathyrus sylvestris

(Schmetterlingsblütler)

© Frank Hecker

Schützt vor Erosion Mit ihren tiefen Wurzeln dient die Pflanze der Bodenbefestigung. Früher wurde sie auch als Zier- und Futterpflanze genutzt. Da die Früchte und auch die Samen der meisten Lathyrus-Arten im Vergleich zur Erbse abgeflacht sind, tragen sie den Namen »Platterbse«.

Merkmale Bis zu 2 m, Blütezeit Juli–Aug., mehr-jährig. Formenreich. Stängel niederliegend oder kletternd, breit geflügelt, Ausläufer bildend. Blätter mit verzweigter Ranke, einpaarig gefiedert, Fiedern lineal lanzettlich, 5–14 cm lang, Blattstiele geflügelt, Nebenblätter 1 cm lang. Blüten zu 3–6, um 1,5 cm lang, rosa bis hellpurpurn, Schiffchen weißlich. Hülse 5–7 cm lang.

Vorkommen Nährstoffreiche, oft kalkhaltige Böden. Verbreitet. Eurasien.

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Knollige Platterbse

Lathyrus tuberosus

(Schmetterlingsblütler)

© Heiko Bellmann/Kosmos

Duftende Blüten Die Knollige Platterbse wurde früher wegen ihrer haselnussgroßen Wurzelknollen angebaut. Sie sind stärkehaltig und wurden als nahrhafte Speise oder zur Schweinemast verwendet. Die Knollen dienen der ungeschlechtlichen Vermehrung. Sie können sich von der Mutterpflanze ablösen und selbst Ausläufer treiben. Die Blüten hat man zur Parfümherstellung verwendet.

Wurzelwerk mit Knollen

Merkmale Bis zu 1,2 m, Blütezeit Juni–Juli, mehrjährig. Kahl, niederliegend, Wurzelknollen bildende Ausläufer. Stängel kantig, ungeflügelt. Blätter mit 1 Fiederpaar, Nebenblätter schmal, halbpfeilförmig. Blütenstand lang gestielt, Blüten zu 2–7, karminrot. Hülsen bis zu 4 cm lang, kahl, braun. Essbar.

Vorkommen Getreidefelder, Wegränder, Dämme. Europa.

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Frühlings-Platterbse

Lathyrus vernus

(Schmetterlingsblütler)

© Gartenschatz GmbH/Bellmann

Ändert ihre Farbe Die Farbe der Blüten hängt von deren Säuregehalt ab und ändert sich mit dem Alter der Blüte sehr auffällig. In der Knospe ist der Zellsaft sauer und der Farbstoff deshalb rot, in der offenen Blüte ist er neutral, was eine rotviolette und blaue Farbe zur Folge hat (4A). Beim Abblühen schließlich ist die Blüte basisch und ihre Färbung wechselt zu Blaugrün (4B).

© Gartenschatz GmbH/Bellmann

Merkmale 30–80 cm, Blütezeit April–Mai, mehrjährig. Stängel kantig, aufrecht oder aufsteigend. Fiederblätter unterseits glänzend, mit 2–4 Fiederpaaren, lang zugespitzt, breite Nebenblätter, rankenlos. Blüte purpurrot, später blaugrün bis violett. Hülsen braun, 4–6 mm lang.

Vorkommen Wälder, besonders Buchenwälder mit reichlich krautigem Unterwuchs. Auf meist kalkhaltigen Böden. Fast ganz Europa.

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Zaun-Wicke

Vicia sepium

(Schmetterlingsblütler)

© Gartenschatz GmbH/Bellmann

Ameisen lieben sie Rätselhaft scheint der reichliche Besuch der Zaun-Wicke durch Ameisen. Das Geheimnis liegt in den glänzenden dunklen Gruben, die sich auf der Unterseite der direkt am Stängel sitzenden Nebenblättchen befinden: Sie sondern süßen Nektar ab, der für die Ameisen eine willkommene Futterquelle ist. Als Gegenleistung halten die kleinen Besucher Ungeziefer wie pflanzenfressende Raupen fern.

Merkmale Bis über 1 m, Blütezeit Mai–Juni, mehrjährig. Stängel niederliegend, aufsteigend oder kletternd. Blätter behaart, gestielt, mit 4–7 länglich ovalen Fiederpaaren, Endfiedern meist zu Ranken umgebildet. 2–6 Blüten in kurz gestielten Trauben, 1–1,5 cm lang, schmutzig violett.

Vorkommen Wiesen, Wegränder, Ödflächen, Gebüsche, Waldränder, Waldlichtungen. Fast ganz Europa.

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Schmalblättrige Wicke

Vicia angustifolia

(Schmetterlingsblütler)

© Gartenschatz GmbH/Bellmann

Stammform der Futter-Wicke Die Schmalblättrige Wicke gilt als Wildform der Futter-Wicke (Vicia sativa), die als Futterpflanze angebaut wird. Die Pflanze ist sehr formenreich, und ihre Blätter zeigen Übergänge zu denen der Futter-Wicke, sodass diese beiden Arten leicht verwechselt werden können.

© Frank Hecker

Merkmale 20–60 cm, Blütezeit Mai–Juli, einjährig. Stängel aufsteigend oder kletternd. Blätter wechselständig, leicht graugrün, kurz behaart oder kahl, mit 3–7 schmal linealischen Fiederpaaren, obere zu Endranken umgebildet. Blüten 10–17 mm lang, rosa bis violett, meist einzeln, seltener bis zu 4 Blüten in den Blattachseln. Hülsen schwarz, fast kahl.

Vorkommen Trockene nährstoffreiche Böden, Wege, Böschungen, Schuttplätze. Zerstreut. Ganz Europa.

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Rot-Klee

Trifolium pratense

(Schmetterlingsblütler)

© Gartenschatz GmbH/Bellmann

Verbessert den Boden Anstatt Äcker brachliegen zu lassen, säen Bauern schon seit dem 18. Jahrhundert den auch als Wiesen-Klee bekannten Rot-Klee aus. Dieser liefert nicht nur viel wertvolles Futter für das Vieh, sondern verbessert auch den Boden. Die bis zu 2 m tief reichenden Wurzeln tragen kleine Knöllchen, in denen Bakterien leben. Diese binden Stickstoff aus der Luft und machen den wichtigen Nährstoff für die Pflanze verfügbar. Gleichzeitig wird der Boden gedüngt. Neuerdings hat auch die Pflanzenheilkunde den Wiesen-Klee entdeckt: Auszüge sollen bei Beschwerden der Wechseljahre helfen.

Merkmale 15–40 cm, Blütezeit Juni–Sept., mehrjährig. Formenreich. Stängel aufsteigend oder aufrecht. Blätter lang gestielt, 3-zählig mit ovalen Fiedern, heller oder purpurn gefleckt, Nebenblätter scharf zugespitzt. Blüten in 2–3 cm breitem Köpfchen, purpurn oder rosa, Kelch 10-nervig, behaart. Essbar.

Vorkommen Wiesen, Weiden, Wegränder, in verschiedenen Kulturformen auf Äckern angebaut. Ganz Europa.

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Zickzack-Klee

Trifolium medium

(Schmetterlingsblütler)

© Michael Hassler

Wächst im Zickzack Der Zickzack-Klee hat seinen Namen daher, dass der aufrecht wachsende Stängel sich verzweigt und dabei zickzackförmig seine Wuchsrichtung ändert. Mithilfe unterirdischer Ausläufer kann die auch als Mittlerer Klee bekannte Art dichte Gruppen bilden.

Merkmale 15–45 cm, Blütezeit Juni–Aug., mehrjährig. Ähnlich dem Rot-Klee, aber Stängel mit typischer Wuchsform. Fiedern schlanker, elliptisch, Köpfchen einzeln, beim Rot-Klee meist zu zweit.

Vorkommen Wald- und Gebüschrand, Magerrasen auf basenreichen, nährstoffarmen Böden. Im nordwestlichen Tiefland selten, sonst häufig.

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Futter-Esparsette

Onobrychis viciifolia

(Schmetterlingsblütler)

© Michael Hassler

Altgeschätzte Futterpflanze Die Futter-Esparsette stammt aus Südosteuropa. Seit dem 16. Jahrhundert wurde sie in Mitteleuropa als eiweißreiche Futterpflanze kultiviert und verwilderte oft. Sie erträgt zwar keine direkte Beweidung, liefert aber wertvolles Heu. Heute spielt sie in der Landwirtschaft kaum mehr eine Rolle. Die Bauern pflanzen sehr viel häufiger Mais, Luzerne oder Rot-Klee.

Merkmale 30–70 cm, Blütezeit Mai–Juli, mehrjährig. Stängel aufrecht, verzweigt. Blätter mit 13–27 schmal linealischen Fiedern mit kurzer Stachelspitze. Blüten bis zu 1,5 cm lang, zahlreich in pyramidenförmigen, lang gestielten Trauben, Kronen hellrot, dunkler purpurn geadert. Hülse eiförmig, meist einsamig.

Vorkommen Halbtrockenrasen, Wege, Böschungen. Auf warmen, mäßig trockenen Kalkböden an sonnigen Standorten. Fast ganz Europa.

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Acker-Röte

Sherardia arvenis

(Rötegewächse)

© Frank Hecker

Ein altes Ackerunkraut Die Acker-Röte wurde schon zur Jungsteinzeit mit dem Getreideanbau aus dem Mittelmeergebiet eingeschleppt. Der Name bezieht sich auf die rötliche Farbe der Wurzel. Die Wurzeln vieler Rötegewächse wie Krapp (Rubia tinctoria) oder zahlreiche Labkraut-Arten (s. Wald-Labkraut) enthalten rot färbende Anthrachinonfarbstoffe.

Merkmale 5–20 cm, Blütezeit Mai–Sept., einjährig. Stängel liegend bis aufsteigend, 4-kantig, mit rückwärts gerichteten Haaren. Blätter an der Stängelbasis zu viert, in der Mitte und oben zu je sechst im Wirtel, lanzettlich, bis zu 1,5 cm lang. Blüten in scheindoldigen Köpfen, klein, 7 mm breit, hellrosa oder lila.

Vorkommen Meist auf Lehm- und Tonböden, Getreideäcker, Brachen. Weltweit.

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Hügel-Meier

Asperula cynanchica

(Rötegewächse)

Einst Heilpflanze In Kräuterbüchern des 16. Jahrhunderts wird die Art als Heilpflanze gegen gegen »Rachenbräune« (Rachendiphtherie) genannt. Heute ist sie durch den Einsatz von Herbiziden fast verschwunden.

© Heiko Bellmann/Kosmos

Merkmale 10–40 cm, Blütezeit Juni–Juli, mehrjährig. Stängel kahl, meist aufrecht, drehrund. Blätter bis zu 1 cm breit, 4 cm lang, leicht bläulich bereift, zu viert im Wirtel, mit kurzer Grannenspitze. Blüten hellrosa bis cremeweiß, um 2 mm breit, in lockeren Rispen.

Vorkommen Auf kalkhaltigen, lockeren Lehm- und Lössböden, Trockenrasen und -gebüsche.

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Echtes Tausendgüldenkraut

Centaurium erythraea

(Enziangewächse)

© Frank Hecker

Hochgeschätzte Heilpflanze Der Name »Tausendgüldenkraut« soll den hohen Wert wiedergeben, den man der Heilpflanze früher zusprach. Centaurium bedeutet zwar nur »100 Goldstücke«, eine große Menge ließ sich volkstümlich jedoch mit 1000 besser beschreiben. Das Kraut ist Geschützt. Medizinisch verwendete Pflanzen stammen aus anderen Ländern. Das Kraut zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an Bitterstoffen aus, der bei allen Zubereitungen zu schmecken ist. Der Tee regt den Fluss von Speichel und Magensaft an. Er hilft bei Verdauungsproblemen und Völlegefühl. In der Volksheilkunde trank man ihn gegen Eingeweidewürmer, bei Bleichsucht und Blutarmut.

Merkmale 10–50 cm, Blütezeit Juli–Sept., zweijährig. Stängel aufrecht, verzweigt, 4-kantig. Rosettenblätter elliptisch eiförmig, Stängelblätter gegenständig, länglich lanzettlich, 5-nervig. Blüten zahlreich in lockerer, endständiger Scheindolde, Krone rosarot.

Vorkommen Sonnige Waldlichtungen, Halbtrockenrasen, trockene Gebüsche. Mittel- und Südeuropa. Geschützt.

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Europäisches Alpenveilchen

Cyclamen purpurascens

(Primelgewächse)

© Frank Hecker

Hübsch, aber giftig Da die Knollen Erbrechen und Durchfälle bis hin zu Lähmungen und Krämpfen hervorrufen, wurden sie als starkes Abführmittel eingesetzt. In der Homöopathie ist die frische Knolle immer noch gegen Kopfschmerzen, Migräne und Verdauungsstörungen in Gebrauch. In der Antike war man offenbar weniger vorsichtig: Schlangenbisse, Augenkrankheiten, Gicht und Milzleiden sollten durch Alpenveilchen geheilt werden.

Merkmale 5–15 cm, Blütezeit Juni–Sept., mehrjährig. Blätter immergrün, kahl, grundständig, lang gestielt, nieren- bis herzförmig, oberseits dunkelgrün und mit hellen Flecken, unterseits rötlich. Blüten einzeln, lang gestielt, nickend, Krone mit hochgeschlagenen Zipfeln, karminrot, wohlriechend. Rundliche Knolle ragt meist etwas aus dem Boden. Giftig!

Vorkommen Laubwälder auf Kalkgestein. In den Gebirgen Mittel- und Südeuropas.

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Wasserfeder

Hottonia palustris

(Primelgewächse)

© Heiko Bellmann/Kosmos

An das Leben im Wasser angepasst Die zerschlitzten Blätter haben eine stark vergrößerte Oberfläche, über die die Pflanze auch im Wasser Nährsalze und Kohlendioxid aufnehmen sowie Sauerstoff abgeben kann. Die Samen werden u. a. durch Anhaftung an das Gefieder von Wasservögeln verbreitet. Die Wasserfeder überwintert als grüne Pflanze und hält es sogar aus, wenn sie im Gewässer eingefroren wird.

Merkmale Bis zu 50 cm, Blütezeit Mai–Juli, mehrjährig. Wasserpflanze, im Bodenschlamm am Gewässergrund wurzelnd. Blätter überwiegend untergetaucht, federartig bis fast zum Mittelnerv gefiedert. Blüten zahlreich, quirlständig oberhalb der Wasseroberfläche, bis zu 2,5 cm breit, Kronen weißlich oder hellrosa, gelber Schlund.

Vorkommen Kalkarme, oft saure, stehende oder langsam fließende Gewässer. Selten. V. a. in Tälern großer Flüsse im Norden. Geschützt.

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Mehl-Primel

Primula farinosa

(Primelgewächse)

© Gartenschatz GmbH/Bellmann

Weist Insekten den Weg Die Mehl-Primel gedeiht nur an offenen Standorten. Ist der Bewuchs dichter, verschwindet sie, da ihre dem Boden anliegende Blattrosette dann nicht mehr genug Licht bekommt. Der gelbe Ring am Eingang zur Röhre der Blütenkrone weist Insekten, besonders Tagfaltern, den Weg zum Nektar.

Merkmale 10–30 cm, Blütezeit Mai–Juli, mehrjährig. Zierlich, variabel. Blätter in grundständiger Rosette, fast glattrandig, Oberseite kahl und dunkelgrün, Unterseite weißlich mehlig überzogen. Blüten in vielblütiger Dolde, Kronen purpurrosa, selten weißlich, gelber Schlundring.

Vorkommen Quellige Moore, moorige Wiesen, steinige Rasen. Alpenvorland, Alpen, Nordeuropa, Pyrenäen. Geschützt.

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Acker-Gauchheil

Anagallis arvensis

(Primelgewächse)

© Gartenschatz GmbH/Bellmann

Kündigt Regen an Im griechischen Altertum galt Gauchheil als Mittel gegen Melancholie, im Mittelalter schätzte man ihn als Heilmittel für Geisteskranke (der »Gauch« ist ein Narr). Die Blüten öffnen sich gegen 9 Uhr und schließen sich spätestens ab 15 Uhr. Da sie sich auch bei bewölktem Himmel und bevorstehendem Regen schließen, galt die Pflanze als Wetterprophetin.

Merkmale 5–30 cm, Blütezeit Juni–Okt., einjährig. Stängel niederliegend, verzweigt, 4-kantig. Blätter gegenständig, eiförmig, sitzend, Unterseite mit dunklen Drüsenpunkten. Blüten lang gestielt, einzeln, ziegelrot, selten bläulich. Giftig!

Vorkommen Äcker, Wegränder, Gärten, Weinberge, Ödland. Auf nährstoffreichen Lehmböden. Fast weltweit.

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Schlangen-Knöterich

Bistorta officinalis, Polygonum bistorta

(Knöterichgewächse)

© Frieder Sauer/Hecker

Wertvolles Wildgemüse Die Pflanze ist nicht nur schön anzusehen, sondern auch nützlich: In den Blüten finden Insekten reichlich Nektar. Junge Stängel und Blätter werden gern vom Vieh gefressen und ergeben schmackhaftes Wildgemüse. In Sibirien und auf Island aß man früher den gerösteten, stärkereichen Wurzelstock. Gemahlen diente er auch zum Strecken von Mehl. In der Volksheilkunde verwendet man ihn gegen Durchfall und Rachenentzündungen.

Merkmale 30–100 cm, Blütezeit Mai–Juli, mehrjährig. Stängel aufrecht. Grundblätter lang gestielt, länglich, Stängelblätter kurz gestielt oder sitzend, Basis herzförmig. Blüten in bis zu 5 cm langer Scheinähre, zahlreich, rötlich weiß, Staubblätter ragen weit heraus. Essbar.

Vorkommen Feuchte bis nasse Wiesen, Hochstaudenfluren, Ufer. Auf nährstoffreichen Böden. Mitteleuropa, Asien.

   BLÜTENFARBE ROT

Wasser-Knöterich

Persicaria amphibia, Polygonum amphibium

(Knöterichgewächse)

© Heiko Bellmann/Kosmos

Kommt im Wasser und an Land zurecht Der Wasser-Knöterich wächst entweder als Wasserpflanze mit Schwimmblättern oder als Landpflanze mit aufrechtem Stängel. Er ist dabei so flexibel, dass er von einer Form in die andere wechseln kann. Fallen Gewässer trocken, wächst er einfach als Landform weiter. Er verträgt auch starke Wasserschwankungen besser als viele andere Wasserpflanzen.

Merkmale 30–300 cm, Blütezeit Juni–Sept., mehrjährig. In 2 Formen auftretend: aquatische Form kahl mit schwimmenden Blättern, Landpflanze mit klebrig behaarten, bis zu 10 cm langen Blättern und aufrechtem Stängel. Blüten in dichten Scheinähren, rosarot, angenehm duftend.

Vorkommen Zwischen anderen Pflanzen in Teichen, an Ufern, in Nasswiesen, auf nassen Äckern und Schuttplätzen. Ganz Europa.

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Ampfer-Knöterich

Persicaria lapathifolia, Polygonum lapathifolium

(Knöterichgewächse)

© Frank Hecker

Reist im Fell von Tieren Beim Zersetzen der Blüten entstehen hakenförmige Gebilde, die an den Früchten erhalten bleiben. Diese bleiben am Fell von Tieren hängen und werden so verbreitet. In der Eisenzeit aßen auch Menschen die eiweißreichen Samen.

Merkmale 20–80 cm, Blütezeit Juli–Okt., einjährig. Stängel bis zu 1 cm dick, hohl, verzweigt. Blätter bis zu 3 cm lang gestielt, 4–8-mal so lang wie breit, Blattscheiden fast kahl. 1–4 cm lange, zylindrische, ährenartige Blütenstände, Blüten 2–3 mm lang, weiß, rötlich oder grünlich. Pflanze oft dunkelrot überlaufen.

Vorkommen Pionierpflanze auf nassen, sehr nährstoffreichen Böden. Ufer, feuchte Wiesen. Häufig. Ganz Europa.

   BLÜTENFARBE ROT

Floh-Knöterich

Persicaria maculosa, Polygonum persicaria

(Knöterichgewächse)

© Michael Hassler

Früher ein beliebtes Flohmittel Wie bei allen Knöterich-Arten tragen die Stängel deutlich verdickte Knoten und die Blätter bilden eine Blattscheide aus, die den Stängel umgibt. Die Blätter des Floh-Knöterichs enthalten scharf schmeckende ätherische Öle. Früher wurde die Pflanze genutzt, um Flöhe zu vertreiben. Allerdings ist die Wirksamkeit nicht bewiesen.

Merkmale 10–80 cm, Blütezeit Juli–Okt., einjährig. Ähnlich der vorigen Art, aber Rand der Blattscheiden lang bewimpert.

Vorkommen Pionierpflanze auf feuchten, nährstoffreichen Böden. Fast überall in Mitteleuropa auf Äckern, Schuttplätzen und in Gärten.

   BLÜTENFARBE ROT

Vogel-Knöterich

Polygonum aviculare

(Knöterichgewächse)

© Gartenschatz GmbH/Bellmann

Auf Schritt und Tritt Wie der Name andeutet, fressen Vögel gern die Samen. So sieht man in den Dörfern häufig Spatzen an den Pflanzen picken. Die vielgestaltige Art begleitet den Menschen seit der jüngeren Steinzeit und kommt heute weltweit in den gemäßigten Zonen vor. Die Samen haften gut an Schuhsohlen und werden auf diese Weise entlang der Wege verschleppt. Die Art ist sehr trittfest und gedeiht sogar in Rissen im Asphalt.

Merkmale 5–50 cm, Blütezeit Mai–Nov., einjährig. Stängel niederliegend oder aufsteigend, dunkel gestreift. Blätter wechselständig, sitzend, eiförmig bis lanzettlich, 1–3 cm lang. Blüten zu wenigen in den Blattachseln, rötlich. Essbar.

Vorkommen Wege, Wegränder, Risse im Asphalt, Pflasterplätze. Weltweit.

   BLÜTENFARBE ROT

Großer Sauerampfer

Rumex acetosa

(Knöterichgewächse)

© Heiko Bellmann/Kosmos

Saure Frühjahrskur Für den sauren Geschmack der Pflanze sind die gleichen Inhaltsstoffe verantwortlich, die auch im Sauerklee vorkommen. Das Wildgemüse ist reich an Vitamin C. Junge Blätter lassen sich als Salatbeigabe und in Suppen verwenden, und sie waren früher als blutreinigende Frühjahrskuren beliebt. Zu große Mengen führen jedoch aufgrund des hohen Gehalts an Oxalsäuren zu Durchfall und Erbrechen und können Nierenschäden verursachen.

Merkmale 30–100 cm, Blütezeit Mai–Juli, mehrjährig. Stängel aufrecht. Pflanze zweihäusig. Grundblätter gestielt, Stängelblätter sitzend, Blätter pfeilförmig mit spitzen Ecken. Blüten in lockeren Rispen, rötlich grün, 6 Blütenhüllblätter, davon 3 zur Fruchtzeit deutlich größer. In kleinen Mengen essbar, sonst giftig.

Vorkommen Wiesen, Weiden, Wegränder, Fluss- und Bachufer. Ganz Europa.

   BLÜTENFARBE ROT

Kleiner Sauerampfer

Rumex acetosella

(Knöterichgewächse)

© Gartenschatz GmbH/Bellmann

Befestigt windgefährdete Sandböden Die Art trägt als Pionierpflanze mit ihrem weit ausgreifenden Wurzelsystem zur Befestigung des Bodens bei. Sie ist ein typischer Anzeiger für magere und versauerte Böden. Junge Blätter lassen sich ebenso wie die vom Großen Sauerampfer verwenden.

Merkmale Bis zu 30 cm, Blütezeit Mai–Juli, mehrjährig. Pflanze zweihäusig. Stängel aufrecht, oft rot überlaufen. Pfeilförmige Ecken der Grund- und Stängelblätter meist aufwärts gebogen, untere Blätter sitzend, stängelumfassend, obere Blätter gestielt. Blüten in schlanken Rispen, klein, grünlich rot.

Vorkommen Trockene, warme, kalkarme, saure Standorte, Wegränder, Sandfluren, Heiden, Dünen. In Europa weit verbreitet.

   BLÜTENFARBE ROT

Fluss-Ampfer

Rumex hydrolapathum

(Knöterichgewächse)

© Frank Hecker

Der Riesen-Ampfer Der Fluss-Ampfer ist die größte unter den Ampfer-Arten. Auf nährstoffreichen, feuchten und lichten Standorten wird das starke Wachstum der Pflanze besonders begünstigt. Die Art ist allerdings frostempfindlicher als ihre Verwandten, sodass sie in höheren Lagen selten zu finden ist. Die schwimmfähigen Früchte werden vom fließenden Wasser verbreitet. Obwohl der Fluss-Ampfer hauptsächlich im Röhricht von Gewässern vorkommt, wächst er auch an zeitweilig trockenfallenden Standorten, wenn diese ausgesprochen nährstoffreich sind.

Merkmale Bis zu 2 m, Blütezeit Juli–Aug., mehrjährig. Pflanze groß, kräftig. Stängel aufrecht. Blätter bis zu 1 m lang, ledrig, breit lanzettlich. Blütenstände verzweigt, mit dicht quirlständigen, grünlichen Blüten. Fruchthüllblatt 3-eckig, beiderseits mit länglicher Schwiele.

Vorkommen Am Rand stehender oder auch fließender Gewässer. Weit verbreitet. Europa.

   BLÜTENFARBE ROT

Orangerotes Habichtskraut

Pilosella aurantiacum, Hieracium aurantiacum

(Korbblütler)

© Manfred Pforr

Typische Farbe Eine Deutung des Namens geht dahin, dass viele Habichtskräuter auf nur Habichten zugänglichen Felsen wachsen. Nach einem antiken Volksglauben sollen sich Habichte ihre Augen mit dem Pflanzensaft bestreichen, wenn diese an Sehkraft verlieren. Das Orangerote Habichtskraut ist eines der wenigen Habichtskräuter, das sich gut bestimmen lässt. Die meisten anderen Arten blühen gelb. Leicht mit dem Gold-Pippau (Crepis aurea) zu verwechseln.

Merkmale 20–50 cm, Blütezeit Juni–Aug., mehrjährig. Grundblätter blass blaugrün, stumpf. Blütenköpfchen zu 2–12 in doldenartiger Rispe, 2–3 cm breit, nur orangegelbe bis orangerote Zungenblüten, Hülle meist schwärzlich behaart.

Vorkommen Magere Bergrasen und Bergweiden. Verwildert in Parkrasen, an Straßenböschungen, Bahndämmen. Nordeuropa, Gebirge in Mittel- und Südeuropa.

   BLÜTENFARBE ROT

Große Klette

Arctium lappa

(Korbblütler)

© Peter Schönfelder

Sie war Pate für den Klettverschluss Die Klettfrüchte bleiben an Tieren oder an Kleidung hängen und können weit verschleppt werden. An vielen Standorten hat der Mensch die Pflanze wohl ungewollt selbst ausgesät, wenn er die Kletten aus der Kleidung zupfte und sie wegwarf. Die Widerhaken der Klettfrüchte waren Vorbild für den Klettverschluss.

Merkmale H 80–150 cm, Blütezeit Juli–Aug., zweijährig. Grundblätter groß, bis zu 50 cm, rundlich herzförmig. Purpurrote Röhrenblüten in runden Köpfchen, bis zu 4,5 cm breit, mehrere Körbchen bilden einen lockeren Blütenstand, Hüllblätter mit Hakenspitze.

Vorkommen Ödland, Wegränder, Bahnanlagen, Zäune, Ufer. Auf nährstoffreichen Böden. Europa, Asien.

   BLÜTENFARBE ROT

Kleine Klette

Arctium minus

(Korbblütler)

© Frank Hecker

Gesunde Wurzeln Die Wurzeln der Kleinen wie der Großen Kletten schmecken bitter und enthalten neben Inulin als Speicherstoff auch ätherisches Öl, Schleime und schwefelhaltige Stoffe. Auszüge aus den Wurzeln können bei Hauterkrankungen und schuppigen Haaren hilfreich sein. Japaner kultivieren die Pflanze auch als Gemüse. Die fleischigen Wurzeln lassen sich wie Schwarzwurzeln zubereiten. Aus den Samen kann man das genießbare, fette Klettensamenöl gewinnen.

Merkmale 50–120 cm, Blütezeit Juli–Sept., mehrjährig. Äste aufrecht abstehend. Grundblätter breit eiförmig, unterseits dünn graufizig, Stiel hohl. Köpfchen rund, bis zu 2,5 cm breit, zur Fruchtzeit geschlossen, Hüllblätter mit Hakenspitze. Essbar.

Vorkommen Nährstoffreiche Standorte, Wegränder, Bahnanlagen, Brachen, Ufer. Europa.

   BLÜTENFARBE ROT

Filzige Klette

Arctium tomentosum

(Korbblütler)

© Heiko Bellmann/Kosmos

Merkmale 50–120 cm, Blütezeit Juli–Aug., zweijährig. Stängel beblättert. Blätter groß, am Grund herzförmig rundlich, unterseits weißfilzig. Blütenkörbchen kugelig, rispig angeordnet, 2–3 cm breit, nur rötliche Röhrenblüten. Hüllblätter der Körbchen nur z. T. hakig, aber klebrig, stark spinnwebartig behaart.

Vorkommen Wege, Brachland, Ufer, Schutthalden. Wärmeliebende Art, auf basenreichen Böden. Europa.

   BLÜTENFARBE ROT

Wiesen-Flockenblume

Centaurea jacea, Centaurea vulgaris

(Korbblütler)

© Heiko Bellmann/Kosmos

Schlecht auf Weiden Die Wiesen-Flockenblume enthält viele Gerbstoffe, sodass sie nur schlechtes Futter liefert. Die auffällig vergrößerten Randblüten sind steril und dienen nur der Anlockung von Insekten. Die häufigsten Besucher sind Bienen und Falter, bei deren Berührung der Pollen aus den zentralen Blüten des Köpfchens herausgeschoben wird (s. Berg-Flockenblume).

Merkmale 30–70 cm, Blütezeit Juni–Okt., mehrjährig. Formenreich. Stängel aufrecht, verzweigt. Blätter wechselständig, lanzettlich, einfach, meist glattrandig, rau behaart, an der Basis in den kurzen Stiel verschmälert. Blütenköpfchen 2–4 cm breit, nur violette Röhrenblüten, die am Rand stehenden auffällig vergrößert, Hüllblätter mit zerfranstem Anhängsel.

Vorkommen Häufig in Trockenwiesen und Magerrasen sowie an Feldrainen. Europa.

   BLÜTENFARBE ROT

Skabiosen-Flockenblume

Centaurea scabiosa

(Korbblütler)

© Michael Hassler

Nahrungsquelle für Ameisen Die Hüllblätter sind gefranst und bleiben an vorbeistreifenden Tieren hängen, wodurch die Früchte aus dem Köpfchen geschüttelt werden. An jeder Frucht befindet sich ein nahrhafter Ölkörper, den Ameisen gern fressen und der auf diese Weise der Verbreitung der Früchte dient.

Merkmale 30–150 cm, Blütezeit Juli–Aug., mehrjährig. Formenreich. Stängel meist verzweigt. Blatt 1–2-fach fiederspaltig, Blattabschnitte schmal lanzettlich, rau, dunkelgrün. Einzelne Blütenköpfchen, 3–5 cm breit, Röhrenblüten purpurn, äußere Röhrenblüten stark vergrößert, Hülle eiförmig, grünbraun.

Vorkommen Meist auf kalkreichen, nährstoffarmen Böden, Weiden, Wiesen, Raine, Waldränder. Zerstreut. Im Nordwesten selten.

   BLÜTENFARBE ROT

Krause Distel

Carduus crispus

(Korbblütler)

© Frank Hecker

Gutes Vogelfutter Disteln der Gattung Carduus lassen sich leicht mit den Kratzdisteln der Gattung Cirsium verwechseln. Anhand der Haarkränze der trockenen Früchte kann man die beiden Gattungen jedoch gut unterscheiden: bei Carduus sind die Haare einfach, bei Cirsium hingegen fedrig gefiedert. Distelfrüchte sind reich an fetten Ölen und deshalb bei körnerfressenden Vögeln sehr beliebt.

Frucht mit einfachen Haaren

Merkmale 60–180 cm, Blütezeit Juli–Sept., zweijährig. Stängel spinnwebartig behaart, bis oben stachelig geflügelt (Bild oben), Stacheln weich. Blätter fiederspaltig oder fiederlappig. Blütenköpfchen knäulig gehäuft, 1,5–2,5 cm breit, Röhrenblüten purpurn (Bild unten). Essbar.

© Frank Hecker

Vorkommen Häufig auf nährstoffreichen Böden, an gestörten Standorten wie Schuttplätzen, Ufern, Straßenrändern. Europa.

   BLÜTENFARBE ROT

Nickende Distel

Carduus nutans

(Korbblütler)

© Gartenschatz GmbH/Bellmann

Artischockenersatz Die Nickende Distel heißt auch »Bisam-Distel«, denn ihre Blüten duften süßlich und etwas moschusartig. Sie locken zahlreiche Insekten an. Früher aß man die jungen Blütenköpfchen als artischockenähnliches Gemüse und kochte auch junge Sprosse und Blätter.

Merkmale 30–150 cm, Blütezeit Juli–Sept., zweijährig. Formenreich. Stängel aufrecht, einfach oder wenig verzweigt. Stängelblätter wechselständig, fiederspaltig, bestachelt. Blütenköpfchen einzeln, endständig, 3,5–7 cm breit, nickend, kräftig purpurn, Hüllblätter mit Stachelspitze. Essbar.

Vorkommen An Wegen, in Steinbrüchen, Böschungen, auf Schuttplätzen sowie auf stark beweideten, mageren Weiden. Fast ganz Europa.

   BLÜTENFARBE ROT

Acker-Kratzdistel

Cirsium arvense

(Korbblütler)

© Gartenschatz GmbH/Bellmann

Wertvolle Bienenweide Die Acker-Kratzdistel bietet Honigbienen und Wildbienen reichlich Nahrung in Form von Pollen und Nektar. Leider gehört die Art auch zu den problematischen Unkräutern der Landwirtschaft. Sie wurzelt bis etwa 3 m tief. Bodenbearbeitung fördert die Verbreitung ihrer Wurzelstücke. Sie kann jedoch auf biologische Weise mit einem nur auf ihr wachsenden Pilz bekämpft werden.

Merkmale 60–150 cm, Blütezeit Juli–Sept., mehrjährig. Stängel aufrecht, nicht geflügelt, Stacheln weich. Blätter wechselständig, buchtig gezähnt oder ungeteilt, aber etwas gewellt. Blütenköpfchen zu 1–5 in lockeren Rispen, um 1 cm breit, blassrosa.

Vorkommen Äcker, Wege, Schuttplätze, Waldschläge, Ödflächen. Auf nährstoffreichen Böden. Ganz Europa.

   BLÜTENFARBE ROT

Sumpf-Kratzdistel

Cirsium palustre

(Korbblütler)

© Frank Hecker

Bei Körnerfressern beliebt Vögel – zum Beispiel der auch als Stieglitz bekannte Distelfink – lassen sich gern auf den reifen, köpfchenförmigen Fruchtständen der Sumpf-Kratzdistel nieder, um die Samen zu verzehren. Anders als bei den Carduus-Arten sind bei den Kratzdistel-Arten (Cirsium) die zu Haaren umgebildeten Kelchblätter fedrig. Sie lösen sich als Haarkranz von der reifen Frucht. Dieses Flugorgan der Früchte bezeichnet man als Pappus.

Frucht mit fedrigen Haaren

Merkmale 50–150 cm, Blütezeit Juli–Sept., zweijährig. Köpfchen zu 2–8 knäuelig gehäuft (2A). Ansonsten wie vorige Art, aber Stängel stachelig geflügelt (2B), Stacheln stechend.

© Gartenschatz GmbH/Metzger

Vorkommen Häufig auf nassen Standorten, Wiesen, Moore, Gräben, Waldschläge. Europa.

   BLÜTENFARBE ROT

Gewöhnliche Kratzdistel

Cirsium vulgare

(Korbblütler)

© Gartenschatz GmbH/Bellmann

Distelfalter fliegen auf sie Diese Art gehört zu den Futterpflanzen des Distelfalters. Die Raupen des Schmetterlings sitzen in zusammengesponnenen Blättern oder in einem Gespinst geschützt zwischen Stiel und Blattansatz.

Stachel an der Blattspitze

Merkmale 60–120 cm, Blütezeit Juli–Okt., zweijährig. Stängel aufrecht, von weit herablaufenden Blatträndern stachelig kraus geflügelt. Stängelblätter wechselständig, unterseits graufilzig, grob buchtig, enden jeweils mit langem, gelbem Stachel. Blütenköpfchen 2–4 cm breit, 8 cm lang, purpurn bis violettrot. Bildet im 1. Jahr eine sehr regelmäßige und auffällige Blattrosette.

Vorkommen Brachen, Wegränder, zeigt stickstoffreiche Böden an. Häufig in Europa.

   BLÜTENFARBE ROT

Stängellose Kratzdistel

Cirsium acaule

(Korbblütler)

© Gartenschatz GmbH/Bellmann

Der Wind trägt sie fort Bei trockener Witterung spreizen sich die Fruchthaare der Kratzdisteln und drücken die Früchte aus den Köpfchen, sodass sie leicht vom Wind erfasst werden können. Die Sinkgeschwindigkeit ist sehr niedrig, sodass die Früchte über weite Strecken transportiert werden können – vorausgesetzt, sie werden in höhere Luftschichten gewirbelt.

Merkmale 3–25 cm, Blütezeit Juli–Aug., mehrjährig. Stängel fehlt oder sehr kurz. Blätter bestachelt, bis fast zur Mittelrippe tief fiederteilig, Blattnerven unterseits lang borstig behaart. Blütenköpfchen endständig, einzeln, selten zu 2–3, ca. 1,2–2,2 cm breit, alle Blüten röhrenförmig, zwittrig, purpurn.

Vorkommen V. a. auf trockenen, kalkhaltigen Lehmböden mit Halbtrockenrasen, Trockengebüsch oder extensiv genutzten Weiden. Zerstreut, im Nordwesten selten.

   BLÜTENFARBE ROT

Gewöhnlicher Wasserdost

Eupatorium cannabinum

(Korbblütler)

© Gartenschatz GmbH/Bellmann

Früher als Wundkraut genutzt Die Pflanze heißt auch »Kunigundenkraut«, wohl weil sie als Wundkraut der heiligen Kunigunde, der Gemahlin Heinrichs II. (11. Jahrhundert), geweiht war. Die Volksheilkunde empfahl sie früher bei Leber- und Gallenleiden und zur Wundheilung. Heute verwendet man sie nur noch in homöopathischen Verdünnungen, da größere Mengen die Leber schädigen und Krebs auslösen können.

Merkmale 50–150 cm, Blütezeit Juli–Sept., mehrjährig. Stängel aufrecht, dicht beblättert. Blätter gegenständig, tief handförmig geteilt. Blütenköpfchen in großen Doldenrispen, kleine Körbchen mit je 4–6 Röhrenblüten, Griffel ragen weit heraus. Bildet oft große Gruppen. Giftig!

Vorkommen Waldlichtungen und Säume von feuchten Wäldern, Ufer, Gräben, Böschungen. Auf feuchten Böden in ganz Europa.

   BLÜTENFARBE ROT

Gewöhnliche Pestwurz

Petasites hybridus

(Korbblütler)

© Gartenschatz GmbH/Bellmann

Kein Mittel gegen die Pest