Der Mann, der aus dem Regen kam - Jane Lovejoy - E-Book

Der Mann, der aus dem Regen kam E-Book

Jane Lovejoy

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Beschreibung

Als ein schweres Unwetter über das Land zieht, ist Besuch das Letzte, womit Cecelia Wilson rechnet. Doch plötzlich taucht er auf - ein schwer verletzter Mann, der sie um Hilfe bittet. Cecelia nimmt Jack auf und erfährt von ihm eine unglaubliche Geschichte. Und mehr noch, sie verliert ihr Herz an den attraktiven Revolvermann, der ein gefährliches Geheimnis hütet. Schon bald tauchen seine Häscher wieder auf - und Cecelia bleibt nichts anderes übrig, als an der Seite von Jack zu kämpfen.

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Seitenzahl: 135

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Jane Lovejoy

Der Mann, der aus dem Regen kam

Originalausgabe 2018

Copyright © 2018, Corina Bomann & Jane Lovejoy, Potsdam

Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf – auch teilweise – nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Autorin wiedergegeben und verbreitet werden.

Titelabbildung

Gabriel Georgescu

www.shutterstock.com

1. Kapitel

Der Raum war dunkel und schmutzig. Draußen zog ein Gewitter auf. Jack Fletcher lag auf dem Fußboden und atmete die stickig feuchte Luft ein, in der bereits jetzt ein Hauch Regen lag. Wie viele Tage er hier schon in diesem Gefängnis verbracht hatte, wusste er nicht mehr. Doch er wusste, dass es nicht mehr lange so gehen konnte. Irgendwann würde seinen Häschern sein Schweigen zu viel werden und sie würden sich seiner entledigen. Er musste von hier fort, und zwar so schnell wie möglich. Wenn er es in dieser Nacht nicht schaffte, dann wahrscheinlich niemals mehr!

Die Männer, die ihn gefangen hielten, würden unter dem Donnergrollen nicht hören, wenn er sich einen Weg nach draußen bahnte. Sie hatten ihn im Keller eines Hauses eingesperrt, doch während seiner Gefangenschaft hatte er herausgefunden, dass es einen Weg gab: Ein schmales Fenster, das mit einem alten Regal zugestellt worden war. Wenn erst einmal das Gewitter toste, würde er es vielleicht wegrücken können, ohne dass die Kerle, die ihn bewachten, etwas davon mitbekamen.

Mühsam rappelte er sich auf und blickte zu dem kleinen Luftloch, das zu schmal war, als dass sich ein Mann dort hindurchzwängen konnte. Dunkelheit zog langsam über dem Haus auf. Ob diese Dunkelheit von dem Unwetter herrührte oder es ganz einfach Abend wurde, wusste er nicht. Doch er erkannte die dicken Wolken und wusste, dass es nur noch eine Frage der Zeit sein würde, bis sie sich abreagierten.

Jack Fletcher schaute sich einen Moment lang um. Ob seine Bewacher in der Zwischenzeit nach ihm geschaut hatten, wusste er nicht. Aber er konnte sie über sich hören. Schritte ertönten, gedämpfte Stimmen, und ab und zu wurden Stühle verschoben. Er schaute durch das Loch hinaus, als wollte er auf diese Weise das Gewitter darum bitten, ein wenig schneller zu kommen. Schnell genug, um seine Bewacher davon abzuhalten, erneut auf ihn einzuschlagen.

Wieder wurden über ihm Stühle gerückt und die Schritte näherten sich jetzt gefährlich der Luke, die zum Keller führte.

Kamen sie doch noch einmal?

Jack erstarrte. Er war eigentlich kein ängstlicher Mann, doch die vergangenen Tage hatten ihn das Fürchten gelehrt. Glücklicherweise hatte er es vor seiner Gefangennahme geschafft, das, was die Kerle von ihm wollten, in Sicherheit zu bringen. Hätten sie es bei ihm gefunden, hätten sie ihn wahrscheinlich schon umgelegt. Jetzt konnten sie lediglich versuchen, den Fundort aus ihm herauszuprügeln. Aber das würde ihnen nicht gelingen, das schwor er sich.

Im nächsten Augenblick erhellte ein Blitz das kleine Luftloch. Das Gewitter war da!

Jack zählte: »Einundzwanzig, zweiundzwanzig, dreiundzwanzig«, und im nächsten Augenblick krachte es! Das Gewitter war also nicht mehr fern.

Der Mann spürte, wie der Donner die Kellerwand zum Beben brachte, dann wandte er sich um. Noch einmal blicke er prüfend zur Kellerluke, dann ging er zu dem schweren Regal. Das Leichteste würde sein, wenn er es umwarf, doch dazu musste er den Donnerhall genau abwarten.

Wieder zuckte ein Blitz und malte für einen kurzen Moment einen hellen Fleck auf den Boden. Wieder zählte der Mann, und wieder kam er bis dreiundzwanzig. Das Gewitter zog also langsam heran. Noch einmal warf er einen prüfenden Blick auf die Luke und ging dann neben dem Regal in Position. Mit einem Ruck konnte er es nicht umwerfen, er musste ein wenig Schwung holen. Solange zwischen Blitz und Donner drei Sekunden lagen, hatte er vielleicht die Chance, dass das Donnergrollen mit dem Aufprall des Regals zusammenfiel.

Wie gebannt starrte er auf die Stelle, an der schon zuvor der Lichtfleck erschienen war und wartete auf den Blitz. All seine Muskeln waren gespannt, seine Kraft konzentrierte sich in seinen Armen. Für einen Moment schien die Zeit stillzustehen, dann endlich war es so weit. Der Blitz flammte auf, der Keller war für einen kurzen Augenblick taghell.

Jack stemmte sich gegen das Regal. Er schaffte es auch, es zu bewegen, doch diesmal setzte der Donner früher ein und dauerte auch nur kurz. Zu kurz, um das Regal überhaupt in Bewegung zu setzen.

Zog das Gewitter etwa um sein Versteck herum?

Panik stieg in Jack auf, doch dieser durfte er sich nicht hingeben. Wieder flammte ein Blitz auf, und diesmal wartete er nicht. Er setzte alles auf eine Karte. Bevor das Licht verlosch, stemmte er sich mit aller Kraft, die ihm noch geblieben war, gegen das Regal. Das Möbelstück bewegte sich ein wenig, und schon hörte Jack den Donner anrollen. Wenn er vorbei war, bevor das Regal kippte, würden seine Häscher nur wenig später vor ihm stehen. Aber für eine Rückkehr war es ohnehin zu spät. Das Regal kippte! Der Donner schwoll immer mehr an, und in dem Augenblick, als das Möbelstück schwer auf den Kellerboden krachte, erreichte es seinen Höhepunkt. Es musste jetzt direkt über der Stadt sein, denn die Hauswände erbebten bis tief in den Keller hinein.

Aber darum kümmerte sich Jack jetzt nicht. Vor ihm lag der Weg in die Freiheit!

Er stieß die morsche Luke auf, schaute sich einen kurzen Moment lang um, viel konnte er nicht erkennen. Das Unwetter machte den Abend noch dunkler, doch es gab ihm auch die Möglichkeit, einen Vorsprung zu gewinnen. Die Männer, die ihn gefangen gehalten hatten, würden ganz sicher auf seine Flucht merken, vielleicht schon in diesem Augenblick. Aber das war jetzt nebensächlich. Er war frei!

Fast stolperte er schon durch Wasserpfützen und Schlamm, sein gesamter Körper zitterte noch immer vor Anstrengung. Er hastete auf die Scheune zu, in der er in den vergangenen Tagen öfter »verhört« worden war. Es gab Pferde dort, aber sie loszumachen würde ihn zu viel Zeit kosten. Außerdem musste er davon ausgehen, dass die Tiere bewacht wurden und er somit seinen Häschern erneut in die Arme lief.

Er verschwand also neben der Scheune, und nachdem er dort ein wenig verschnauft hatte, setzte er sich wieder in Bewegung.

Das Gewitter entlud sich nun mit aller Macht über dem Gebäude und der Stadt. Der nächste Donnerschlag hörte sich so an, als würde er in das Haus hinter ihm fahren, doch Jack blieb weder stehen noch schaute er sich um. Seine Beine bewegten sich fast schon mechanisch, während er durch die Dunkelheit rannte, dem Wald entgegen, der sich unweit von der Stadt befand.

Dort gab es einen Fluss, und wenn er den erreicht hatte, würde er den Männern vielleicht entkommen können …

2. Kapitel

Es war eines der stärksten Unwetter, das Cecelia Wilson jemals erlebt hatte. Der Himmel war so schwarz, als hätte jemand die Gegend in einen Sack gesteckt. Blitze zuckten gespenstisch durch die Dunkelheit. Donnerhall ließ den Boden unter ihren Füßen erzittern. Die Wände ihres kleinen Hauses bebten, und obwohl sie das Dach vor einiger Zeit repariert hatte, drückte der Sturm das Wasser durch die Schindeln. An Schlaf war in dieser Situation nicht zu denken. Cecelia eilte mit Wasserschüsseln und Töpfen durch den Raum, um das, was den Lecks entwich, aufzufangen. Und dabei bemerkte sie nicht, dass vor ihrem Fenster eine dunkle Gestalt auftauchte. Kurz spähte sie in das Innere des Hauses und verschwand wieder, bevor die Frau überhaupt Notiz davon nehmen konnte.

Im Moment hatte sie ohnehin andere Sorgen.

»Du liebe Güte, hört das denn nie auf?«, stöhnte sie, während sie einen Topf unter ein weiteres Leck stellte. Als Antwort flammte ein Blitz auf, und ein neuerliches Krachen zerriss das gleichförmige Regenrauschen.

Vielleicht sollte sie sich doch ein neues Dach aufbauen lassen. Das alte war ohnehin nur noch Flickwerk und konnte Unwettern wie diesen nicht mehr standhalten. Sie konnte froh sein, wenn es dieses Gewitter noch überlebte und nicht wegflog.

Skeptisch schaute sie zur Decke, als plötzlich ein Hämmern ertönte. Zunächst hielt Cecelia es für ein neuerliches Donnergrollen, doch das Geräusch wiederholte sich noch ein paar Mal: es kam direkt von ihrer Haustür.

Cecelia wirbelte herum. Ihr Blick fiel zunächst aus dem Fenster, doch dort sah sie nichts weiter als einen neuerlichen Blitz, der am Himmel aufleuchtete. Das Donnergrollen setzte wenige Augenblicke später ein, und es schien, als würde das Gewitter jetzt weiter wandern.

Wieder ertönte das Klopfen, diesmal schwächer als zuvor. Die junge Frau war sich nicht sicher, ob sie öffnen und den ungebetenen Besucher hereinlassen sollte. Aber vielleicht war es ja doch jemand, der Hilfe brauchte. Bei diesem Wetter würde doch ganz gewiss niemand unterwegs sein, um eine Waldhütte zu überfallen.

Sie schlängelte sich also zwischen den Töpfen und Schüsseln hindurch und ging zur Tür.

Einen Moment noch lauschte sie, doch das Donnergrollen verschluckte jegliches Geräusch. Schließlich schob sie den Riegel zurück und zog den Türflügel auf.

Sie erblickte eine dunkle Gestalt und wich mit einem Aufschrei zurück. Doch dann fiel ihr der Mann entgegen. Er war groß und hatte einen Vollbart, das war alles, was sie zunächst von ihm mitbekam. Cecelia gelang es nicht, ihn aufzufangen und festzuhalten. Sie wurde von ihm mit auf den Boden gerissen und landete mitten in einer ihrer Wasserschüsseln. Doch das wurde nebensächlich, als sie erkannte, dass die Jacke des Mannes blutüberströmt war.

Der Fremde stammelte ein paar Worte, von denen sie nur das Wort »helfen« verstand, dann verlor er endgültig das Bewusstsein. Schwer wie ein Stein lag er auf ihren Beinen. Es kostete Cecelia einige Mühe, ihn von sich herunter zu bekommen. Als sie es endlich geschafft hatte, verschloss sie die Tür, durch die der Regen regelrecht peitschte, und wandte sich ihm zu.

Sie konnte nicht genau erkennen, woher das Blut kam. Einschüsse konnte sie zunächst nicht entdecken. Aber aus irgendeiner Verletzung musste es ja kommen. Oder war es vielleicht nicht sein eigenes Blut?

Cecelia drehte den Mann herum und fasste ihn unter den Armen. Er war schwer, doch schließlich schaffte sie es, ihn zu bewegen. Sie riss dabei eine weitere Schüssel um, die ihren Inhalt auf den Fußboden ergoss, doch da dort ohnehin schon alles nass war, kümmerte es Cecelia nicht allzu sehr. Sie schaffte es, denn Mann auf das Bärenfell vor dem Kamin zu zerren, dann fing sie an, ihn auszuziehen.

Als sie ihm die Jacke von den Schultern gezogen hatte, sah sie, dass frisches Blut in das Hemd sickerte. Er war also doch verletzt!

Nachdem sie auch dieses Kleidungsstück von ihm heruntergezogen hatte, sah sie, dass sein Körper mit blutigen Striemen bedeckt war, gleich so, als hätte man ihn ausgepeitscht. Und das schien noch gar nicht so lange her zu sein!

Cecelia betrachtete die Wunden einen Moment lang, dann sprang sie auf und lief zu der Truhe, die neben dem Kamin stand. Dort hatte sie unter anderem auch ein wenig Verbandzeug für alle Fälle. Gebraucht hatte sie es bisher nicht, aber jetzt war sie froh, es zu haben. Sie nahm ein paar Leinentücher aus der Truhe und ein kleines Fläschchen Jod und kehrte damit zu dem Mann zurück.

Dieser war noch immer nicht wieder zu sich gekommen, aber an den Atemzügen, unter denen sich seine Brust hob und senkte, erkannte sie, dass er noch am Leben war.

Sie machte sich also vorsichtig daran, ihm die Wunden mit Jod auszutupfen. Dabei stöhnte er einmal kurz auf, doch auch jetzt kam er noch nicht wieder zu Bewusstsein. Nachdem sie die Wunden gereinigt hatte, verband sie sie und holte dann eine Decke aus der Kiste.

Der Donner grollte noch immer, und auch die Blitze erhellten von Zeit zu Zeit die Nacht.

Nachdem Cecelia den Mann zugedeckt hatte, machte sie sich daran, die umgestoßenen Schüsseln wieder aufzustellen. Das Wasser war zwischen den Bodendielen versickert, aber von oben kam ausreichend neues nach. Die junge Frau war sich sicher, dass sie für die nächsten Tage kein Wasser aus dem Brunnen zu holen brauchte.

3. Kapitel

Der Mann mit dem graumelierten Haarschopf und dem feinen Anzug saß an seinem Schreibtisch und achtete gar nicht auf das Gewitter, das über der Stadt wütete. Seine Gedanken waren ganz woanders. Schon seit einigen Stunden waren seine Leute unterwegs, um den Mann einzufangen, der ihnen entflohen war. Dieser Mann barg ein Wissen, das er nur zu gern aus ihm herausgeprügelt hätte. Doch der Gefangene war stur geblieben. Und obwohl das Versteck, in dem er untergebracht war, sehr gut bewacht worden war, war ihm die Flucht gelungen.

Jetzt wartete er auf die Rückkehr seiner Männer und hoffte, dass sie sich durch das Gewitter nicht vom Weg abbringen lassen würden. Das Unwetter würde zwar draußen noch stärker sein, als in der Stadt, aber wenn sie ihn jetzt verloren, würden sie ihn sicher nicht so schnell wieder finden.

Ein violetter Blitz flammte vor seinem Fenster auf, und der Donner, der ihm folgte, ließ die Fensterscheiben leise klirren. Als das Grollen abgeebbt war, hörte er Hufgetrappel die Straße hinaufkommen. Sofort erhob er sich von seinem Platz und ging zum Fenster.

Tatsächlich konnte er im Licht eines erneut aufflammenden Blitzes ein paar Reiter sehen. Sie kamen direkt auf sein Haus zu, und er hatte keinen Zweifel, dass es sich um seine Revolverschwinger handelte. Hatten sie den Kerl endlich eingefangen?

Er beobachtete noch einen kurzen Augenblick, wie sich die Pferde über die aufgeweichte Straße quälten, dann verließ er sein Büro.

Wenig später traten die Männer ins Haus. Sie waren bis auf die Knochen durchgeweicht, und ihre vormals hellgrauen Staubmäntel starrten jetzt nur so vor Dreck. Sie zogen ihre tropfenden Hüte vom Kopf und blickten zu ihrem Boss auf.

»Was ist, habt ihr ihn?«, fragte dieser.

Die Männer schauten sich gegenseitig an, dann antwortete der Anführer des Trupps: »Er ist uns entwischt, Sir. Wir hätten ihn beinahe gehabt, doch dann ist er in den Fluss gesprungen. Ich bin mir sicher, dass er von den Fluten weggerissen wurde.«

»Seine Leiche habt ihr aber nicht, oder?«, fragte der Geschäftsmann.

Die Revolverschwinger schüttelten einhellig die Köpfe.

Ihr Boss schnaufte.

»Und woher wollt ihr wissen, dass ihn die Flut weggerissen hat? Er kann genauso gut an Land geschwommen sein! Jetzt ist er vielleicht schon auf dem Weg zum Fort! Und dann kann ich mein ganzes Geschäft vergessen!«

Die Männer schauten betroffen zu Boden.

»Ihr werdet ihn suchen, und wenn es Tage dauern sollte, bis ihr ihn findet! Ich muss diesen Mann haben, und ich muss wissen, wo er die Pläne versteckt hat! Die Unterlagen dürfen auf keinen Fall in Fort Smith ankommen!«

Seine Stimme hallte fast gespenstisch durch den rollenden Donner und wurde schließlich fast von ihm übertönt, doch die Männer hatten verstanden, was er von ihnen wollte. Es war die gleiche Forderung wie immer.

Den Männern behagte es überhaupt nicht, bei diesem Wetter noch einmal raus zu müssen, doch es blieb ihnen nichts weiter übrig.

»Wir machen uns noch einmal auf die Suche«, sagte der Anführer, worauf ihr Boss zufrieden nickte und dann hinzufügte: »Kommt erst wieder, wenn ihr ihn oder seine Leiche habt, verstanden?«

4. Kapitel

Gegen Morgen verzog sich das Gewitter wieder. Der Himmel war so rot, als hätten ihn die Blitze verbrannt. Cecelia schaute einen Moment lang in die aufziehende Helligkeit, dann wandte sie sich wieder dem Mann zu. Seine Atemzüge gingen ruhig, er schlief. Auch in den vergangenen Stunden war er nicht wieder zu sich gekommen, und so wusste sie weder, wie er hieß noch wer ihm diese Verletzungen beigebracht hatte. Ein flüchtiger Verbrecher war er ganz sicher nicht, denn Marshals hatten nicht die Angewohnheit, ihre Gefangenen auszupeitschen. Doch was war dann mit ihm los? Und wie kam er in diese gottverlassene Gegend?