Der neue Landdoktor 68 – Arztroman - Tessa Hofreiter - E-Book

Der neue Landdoktor 68 – Arztroman E-Book

Tessa Hofreiter

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Beschreibung

"Der neue Landdoktor" zeichnet sich gegenüber dem Vorgänger durch ein völlig neues Konzept aus. Es wird noch größerer Wert auf Romantik, Spannung und sich weiterdichtende, zum Leben erwachende Romanfiguren, Charaktere und Typen gelegt. Eines darf verraten werden: Betörend schöne Frauen machen dem attraktiven Landdoktor schon bald den Hof. Und eine wirkliche Romanze beginnt... Tessa Hofreiter ist in vielen Romangenres mit großem Erfolg aktiv. Einen ihrer zahlreichen Höhepunkte bildete fraglos die Serie um "Das Chateau", die sich um ein französisches Weingut dreht. Immer populärer ist in jüngster Zeit "Der neue Landdoktor" geworden, der den Nerv einer wachsenden Lesergemeinde trifft. Der Stil dieser Schriftstellerin ist unverwechselbar.

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Der neue Landdoktor – 68–

Das geheime Baby

Julia hat den falschen Weg eingeschlagen

Tessa Hofreiter

»Bis nächste Woche, Astrid«, verabschiedete sich das junge Mädchen von der Empfangsdame des Hotels Sonnenblick.

»Alles Gute für die Prüfung, Julia. Du schaffst das«, sagte Astrid, die in der Lobby hinter dem Tresen stand. »Du hast wohl heute noch etwas vor«, fragte sie und betrachtete Julia, die kurz vor ihrer Abschlussprüfung als Hotelfachfrau stand, mit einem Augenzwinkern.

»Wie kommst du denn darauf?«, entgegnete Julia und blieb vor dem Tresen stehen.

»Das Kleid, der Blazer, das Make-up, die hohen Schuhe.«

»Ertappt, ich bin zum Essen verabredet«, gab Julia zu und vergewisserte sich, ob die Knöpfe des schwarzen Blazers, den sie über dem schwarzweiß gepunkteten Leinenkleid trug, auch geschlossen waren. Sie hatte ihn extra weit gekauft, aber seit ein paar Tagen saß er nicht mehr so locker, wie sie es sich wünschte.

»Zum Essen, soso«, murmelte Astrid und verkniff sich die Bemerkung, die sie gerade im Sinn hatte, dass Julia das mit dem Essengehen wohl in letzter Zeit ein wenig übertrieben hatte. Sie hatte ein paar Kilo zugenommen, die sie allerdings geschickt unter ihrer Kleidung verbarg. »Mit wem bist du denn verabredet?«, fragte sie, als Julias Handy surrte und sie auf die SMS schaute, die gerade eingetroffen war.

»Mit einem guten Freund. Ich muss dann auch weiter. Einen schönen Abend noch«, sagte Julia und wandte sich vom Tresen ab. Malte hatte ihr geschrieben, dass er losgefahren war und dass sie ihm nun folgen konnte.

Nachdenklich ging sie zum Ausgang. Sie liebte ihren Beruf und dieses Hotel. Aber bald hieß es Abschiednehmen. Sie ließ ihren Blick durch die Lobby gleiten, in der ihr jeder Winkel, jedes Möbelstück inzwischen so vertraut waren.

Der helle Teppichboden, die Wandverkleidungen aus edlem Holz, der offene Kamin, die Sessel und Sofas, die mit goldfarbenem Stoff bezogen waren, die Deckenstrahler, die eleganten Stehlampen und die hochgewachsenen Grünpflanzen in den weißen Kübeln, die für ein angenehmes Raumklima sorgten.

Ihr wurde ganz wehmütig zumute, als sie zum Parkplatz ging und auf das im alpenländischen Stil erbaute dreistöckige Gebäude sah. Alle Zimmer hatten Balkons mit gelbweißen Markisen, und in den Blumenkästen blühten gelbe Geranien. Einige Hotelgäste hatten es sich auf den Liegestühlen im Garten bequem gemacht und genossen die letzten warmen Sonnenstrahlen des Tages. Der Park mit seinen wundervollen Rosenbüschen und dem Springbrunnen würde bald zu ihrer Vergangenheit gehören.

»Hallo, Julia!«, riefen die beiden Mädchen, die über den weißen Kiesweg zum Hoteleingang liefen, als sie gerade in ihr kleines gelbes Auto steigen wollte.

»Hallo, Emilia, hallo, Doro!«, antwortete sie und winkte ihnen freundlich zu. Sie war neunzehn, nur fünf Jahre älter als die beiden, aber in diesem Moment hatte sie das Gefühl, dass eine ganze Generation zwischen ihnen lag.

Emilia, die Tochter des Bergmoosbacher Landarztes, ein hübsches Mädchen mit langen rotbraunen Haaren, und die blonde Doro, die schwarze Kleidung liebte und ebenso selbstbewusst wie ihre Freundin war, konnten noch von der Zukunft träumen. Ihre lag bereits klar vor ihr. Liebevoll strich sie mit der Hand über ihren Bauch, bevor sie sich hinter das Steuer setzte und den Motor anließ.

»Was ist?«, fragte Astrid, als eine der Kellnerinnen aus dem Restaurant die Lobby durchquerte, vor dem Tresen stehen blieb und Julias Auto nachschaute.

»Du kennst das Gerücht, dass Julia sich angeblich seit Monaten mit Malte trifft«, raunte die junge Frau in dem schwarzen Rock und der weißen Bluse ihr zu.

»Julia und der Sohn vom Chef? Stimmt, das habe ich auch schon gehört. Aber da er morgen nach London fliegt, der ersten Station seiner Rundreise durch die großen Hotels der Welt, wird das vermutlich keine Zukunft haben.«

»Bedauerlich, aber wahr. Egal, es geht uns nichts an. Man sieht sich«, sagte die Kellnerin und verschwand hinter der Tür zum Restaurant.

»Hallo, ihr beiden! Wo soll es heute hingehen?«, fragte Astrid, als sie auf Emilia und Doro aufmerksam wurde, die höflich vor dem Tresen gewartet hatten, bis sie die Unterhaltung mit ihrer Kollegin beendete.

»Wir dürfen heute in der Küche zusehen«, antwortete Emilia. Sie und Doro wollten einen Artikel über die Berufsmöglichkeiten in einem Hotel für ihre Schülerzeitung schreiben und hatten sich dazu das Hotel Sonnenblick ausgesucht. Ignaz Steinbach, der Eigentümer, hatte seine Angestellten gebeten, den Mädchen Zugang zu allen Abteilungen zu gewähren.

»Alles klar, aber bevor ihr da hineingeht, müsst ihr einen Kittel anziehen und eine hübsche Kopfbedeckung aufsetzen.« Astrid schaute auf das hellblaue Baumwollkleid, das Emilia trug, und Doros schwarzes Spitzenkleid. »Die Kittel bitte ordentlich zuknöpfen, sonst habt ihr am Ende noch Flecken auf euren hübschen Kleidern.«

»Wir passen schon auf«, antwortete Emilia.

»Ich gebe euch die Sachen, die ihr dann im Vorraum der Küche anzieht.« Astrid ging in die Hocke, holte zwei zusammengelegte saubere weiße Kittel und zwei Mützen mit Gummiband aus einem Fach des Tresens und übergab den Mädchen die vorgeschriebene Kleidung für den Aufenthalt in der Küche.

»Danke, morgen würden wir dann gern am Empfang zusehen«, kündigte Doro Astrid an.

»Sehr gern, ich freue mich über Gesellschaft. Viel Spaß.«

»Den werden wir bestimmt haben. Der Koch hat uns versprochen, dass wir von einigen Gerichten probieren dürfen«, verriet ihr Emilia.

»Hast du das auch gehört? Ich meine, das mit Julia und Malte?«, wandte Doro sich im Flüsterton an Emilia, als sie zur Küche gingen.

»Ja, habe ich, die denken, die beiden sind zusammen. Vielleicht ist es aber wirklich nur ein Gerücht.«

»Oder sie wollen ihre Liebe geheim halten. Das wäre doch romantisch«, seufzte Doro.

»Ja, super romantisch, wenn man sich immerzu verstecken muss, damit etwas geheim bleibt.«

»Haben wir ein Glück, dass wir uns mit Markus und Tim jederzeit in der Öffentlichkeit sehen lassen können, weil alle über uns Bescheid wissen«, sagte Doro und klopfte Emilia lächelnd auf die Schulter.

*

Malte hatte das französische Restaurant in Garmisch, das erst vor Kurzem eröffnet hatte, für ihren letzten gemeinsamen Abend ausgewählt. Sie hatten sich immer außerhalb von Bergmoosbach getroffen, weil Julia nicht wollte, dass sie mit Malte zusammen gesehen wurde. Zumindest nicht, solange sie ihre Ausbildung nicht beendet hatte. Niemand sollte denken, dass sie sich durch die Verbindung mit dem Hotelerben irgendwelche Vorteile erschleichen wollte.

Bevor Julia in das Restaurant am Ufer der Loisach hineinging, blieb sie noch einen Augenblick stehen, schaute auf die Berge, die das Tal umschlossen, und den Fluss. Sie sah zu, wie sich das Wasser kräuselte und die sanften Wellen über die Kiesbänke hinweg ans Ufer spülten. Wasser besaß eine beruhigende Wirkung. Sie musste jetzt ganz ruhig und gelassen sein, sonst würde es ihr nicht gelingen, ihr Geheimnis für sich zu bewahren. Sie atmete noch ein paar Mal tief ein und aus und zog die Tür auf. Das Restaurant gefiel ihr. Der Boden war mit hellem Terrakotta gefliest, die Wände mit weißem Rauputz angelegt und die Bar mit dem reich bestückten Weinregal aus weißen Steinen gemauert. Die Tische im Innenbereich waren wie die auf der Terrasse mit weißen Tischtüchern, funkelnden Gläsern und glänzendem Porzellan gedeckt.

Malte saß draußen auf der Terrasse, die von niedrig gewachsenen Rosenbüschen umrahmt war und nur durch einen weißen Kiesweg vom Ufer des Flusses getrennt wurde. An den runden Tischen standen bequeme Korbsessel mit Decken, falls es den Gästen am Abend zu kühl wurde.

Julia betrachtete Malte mit sehnsüchtigem Blick. Er war schlank, hatte ein schmales Gesicht, und der Pony seines dunkelblonden Haares fiel ihm in die Stirn. Das weiße langärmelige Leinenhemd ließ ihn noch jungenhafter aussehen als sonst. Malte war nur ein Jahr älter als sie, zu jung, um ihm diese Verantwortung aufzubürden. Vor ihm lag eine aufregende Zeit, die er unbedingt nutzen sollte. Sie würde sich niemals verzeihen, wenn er dieses Abenteuer, das seine Eltern für ihn arrangiert hatten, nicht ausleben würde.

Der Tisch, den Malte ausgesucht hatte, stand am Ende der Terrasse an der Hecke neben einem Olivenbaum, der in einen Holzkübel gepflanzt war.

»Schön, dass du da bist.« Malte kam ihr einen Schritt entgegen und umarmte sie zur Begrüßung.

»Hallo, Malte«, antwortete sie leise und löste sich schnell von ihm. Sie musste aufpassen, dass er nicht doch noch hinter ihr Geheimnis kam.

»Tut mir leid«, entschuldigte er sich, weil er davon ausging, dass seine Berührung ihr unangenehm war.

»Alles gut«, sagte sie und setzte sich auf den Stuhl ihm gegenüber.

»Was möchtest du trinken?«, fragte Malte.

»Eine Zitronenlimonade. Ich gehe davon aus, dass du bereits einen Blick in die Speisekarte geworfen hast«, stellte sie lächelnd fest.

»Es sieht gut aus, insgesamt nur zehn Gerichte.«

»Hast du eines ausgewählt?« Wenn Malte ein Restaurant zum ersten Mal betrat, warf er immer zuerst einen Blick auf die Speisekarte. War die Speisekarte zu umfangreich, ging er wieder. Wer zu viele Gerichte anbot, konnte nicht alle frisch zubereiten, und das war für ihn keine gute Küche.

»Was hältst du von einer Tarte mit Tomaten und Ziegenkäse und danach Schokoladenkuchen?«

»Für mich klingt das super. Aber du bevorzugst doch sonst die Fischgerichte.«

»Heute schließe ich mich dir an. Du kannst aber gern noch einmal selbst in die Speisekarte schauen.«

»Du kennst meinen Geschmack. Wir nehmen das, was du gerade vorgeschlagen hast.«

»Zumindest, was die Auswahl des Essens betrifft, scheinst du mir noch zu vertrauen.« Er gab dem Kellner, der am Nachbartisch eine Flasche Wein öffnete, ein Zeichen, dass er bestellen wollte.

»Wann geht dein Flug morgen?«, fragte Julia, nachdem Malte ihre Bestellung aufgegeben hatte und der Kellner wieder gegangen war.

»Um elf.«

»Fährst du mit dem Zug nach München?«

»Die Eltern fahren mich, ich konnte sie nicht davon abbringen.«

»Sie wollen eben noch ein bisschen Zeit mir dir verbringen. Sie werden dich schmerzlich vermissen.«

»Ich wünschte, du würdest mich vermissen«, sagte er und hielt ihren Blick fest

»Bitte nicht, Malte, das haben wir doch schon hinter uns.«

»Aber ich verstehe es noch immer nicht. Wieso willst du nicht mehr mit mir zusammen sein?«

»Meine Gefühle haben sich verändert, das müssen wir beide akzeptieren.«

»Warum kann ich dir das nicht so recht glauben?«

»Es ist aber so«, versicherte sie ihm und bemühte sich, seinem Blick standzuhalten.

Diesen Satz hatte sie sich zurechtgelegt, als sie beschlossen hatte, Malte loszulassen. Sie hatte ihn so oft wiederholt, dass sie ihn ganz automatisch wiedergab, auch wenn es ihr unendlich wehtat. Möglicherweise hatten sich ihre Gefühle für Malte tatsächlich verändert, aber sie hatten sich nicht abgekühlt, wie sie ihm weismachen wollte. Sie waren stärker als je zuvor. Das wiederum bedeutete, dass sie erst recht bei ihrem Entschluss bleiben musste. Sie wusste, wie viel ihm dieses Abenteuer bedeutete, das nun vor ihm lag. Und weil sie ihn liebte, wollte sie, dass er glücklich wurde.

»Wir hatten davon geträumt, dass du in ein paar Wochen nachkommst, dass wir uns gemeinsam die Welt ansehen.«

»Auch in diesem Punkt habe ich mir etwas vorgemacht. Ich will eigentlich gar nicht fort von hier. Österreich oder die Schweiz, das könnte ich mir noch vorstellen, aber weiter weg zieht es mich nicht.«

»Das hat sich aber vor ein paar Monaten noch ganz anders angehört. Wir wollten in einem Hotel auf Hawaii arbeiten, die Inseln erforschen, und wir wollten dort im Paradies der Surfer surfen lernen.«

»Ich weiß, dass ich dir zugestimmt habe, aber es waren nicht meine Träume. Du musst mich vergessen, Malte.«

»Ich werde dich nicht vergessen. Meine Gefühle für dich haben sich nicht verändert. Ich liebe dich noch immer, und ich gebe die Hoffnung noch nicht auf, dass du es dir vielleicht noch einmal anders überlegst und nachkommst.«

»Das wird nicht passieren.«

»Vielleicht bist du im Moment nur ein wenig durcheinander, wegen des Prüfungsstresses.«

»Auch nach der Prüfung werde ich meine Meinung nicht ändern«, behauptete Julia. Sie war froh, dass in diesem Moment ihr Essen serviert wurde und sie ihre Unterhaltung unterbrachen. Es kostete sie mehr Mühe, Malte etwas vorzumachen, als sie sich vorgestellt hatte. »Das sieht wirklich gut aus«, sagte sie und schaute auf die Tarte mit dem bunten Gemüse und dem Salat.

»Hoffen wir, dass es auch so schmeckt, wie es aussieht.«

»Du bist schon ein wenig verwöhnt, was das Essen betrifft, das weißt du.«

»Das liegt wohl daran, dass meine Eltern bei der Auswahl unserer Köche immer sehr wählerisch sind.«

»Dann solltest du es der Frau, die du einmal heiraten wirst, leicht machen und das Kochen selbst übernehmen. Oder du suchst dir eine Fünfsterneköchin«, sagte Julia und lächelte, obwohl sie bei dem Gedanken, dass nicht sie die Frau an seiner Seite sein würde, einen tiefen Schmerz verspürte. Sie zuckte zusammen, als die Sonne in diesem Moment hinter den Bergen verschwand, ein Strahl ihres feurigen Lichtes Maltes Gesicht streifte und ihn unsagbar verletzlich aussehen ließ.

»Ich bin nicht auf der Suche nach einer Frau. Ich habe die, die ich will, bereits gefunden.«

»Du bist noch so jung, du wirst noch viele Frauen treffen, in die du dich verlieben wirst«, sagte sie, nachdem sie von der Tarte versucht hatte, die wirklich köstlich schmeckte.

»Julia, du machst mir gerade ein bisschen Angst.«

»Warum mache ich dir Angst«, fragte sie verblüfft.

»Weil du dich gerade so anhörst, als läge das Leben bereits hinter dir. Du bist neunzehn, Julia, auch dein Leben liegt noch vor dir.« Malte sah ihr tief in die Augen, so als könnte er in ihre Seele vordringen, um herauszufinden, was wirklich mit ihr los war.

»Tut mir leid, ich wollte dich nicht erschrecken«, entschuldigte sie sich. »Lass uns mit diesem Frage- und Antwortspiel aufhören, Malte. Manchmal gibt es einfach keine Antworten. Wir waren eine Zeit lang glücklich miteinander, jetzt geht jeder von uns wieder seinen eigenen Weg. Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du glücklich wirst.«

»Ich weiß nicht, ob das möglich ist«, sagte er und stocherte lustlos mit der Gabel in der Tarte herum.

»Doch, das ist möglich. Du musst es nur zulassen.« Julia streichelte sanft über seine Hand. Am liebsten hätte sie ihn in den Arm genommen und ihn nicht mehr losgelassen, aber das wäre egoistisch von ihr gewesen.

»Was wirst du nach deiner bestandenen Prüfung tun? Wirst du im Hotel bleiben? Mein Vater hat dir doch schon vor einiger Zeit versichert, dass er dich gern behalten möchte.« Malte gab sich Mühe, seiner Stimme einen ruhigen Klang zu verleihen.

»Dafür bin ich ihm auch dankbar, aber ich denke, es ist besser, wenn ich gehe.«

»Wegen mir? Was habe ich dir so Schreckliches angetan, dass du jede Verbindung zu mir kappen willst?«

»Du hast mir nichts angetan, aber ich denke einfach, es ist besser so.«

»Ich habe an eine gemeinsame Zukunft mit dir geglaubt, Julia. Aber du hast recht, ich muss endlich akzeptieren, dass du diese Zukunft mit mir nicht mehr willst.«

»Es ist nicht deine Schuld«, versicherte sie ihm, als sie die Tränen in seinen Augen sah.

»Ich werde dich vermissen, Julia.«

»Du musst mich vergessen.«