Der Promijäger - C. L. Herø - E-Book

Der Promijäger E-Book

C. L. Herø

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Beschreibung

Nachdem im unterfränkischen Nirgendwo die Leiche der Moderatorin Hülya Kempf gefunden wurde, wird schnell klar, dass es sich nicht um einen gewöhnlichen Mord handelt. Als schließlich ein Bekennerbrief auftaucht und immer mehr Berühmtheiten sterben, wird die Öffentlichkeit ungeduldig. Man will Antworten. Am meisten setzt dies den leitenden Kommissar unter Druck, was nicht nur seine Arbeit behindert, sondern auch sein Privatleben zu zerstören droht. Denn die Öffentlichkeit braucht einen Täter – oder einen Sündenbock. Während sich die Toten häufen und die Polizei weiter im Dunkeln tappt, plant der Promijäger bereits seine nächsten Schritte.

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Seitenzahl: 234

Veröffentlichungsjahr: 2018

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C. L. Herø

Der Promijäger

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Bemerkung

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Kapitel 21

Kapitel 22

Kapitel 23

Kapitel 24

Kapitel 25

Kapitel 26

Kapitel 27

Kapitel 28

Kapitel 29

Kapitel 30

Kapitel 31

Kapitel 32

Kapitel 33

Kapitel 34

Kapitel 35

Kapitel 36

Kapitel 37

Kapitel 38

Kapitel 39

Kapitel 40

Kapitel 41

Kapitel 42

Kapitel 43

Kapitel 44

Kapitel 45

Kapitel 46

Kapitel 47

Kapitel 48

Kapitel 49

Kapitel 50

Impressum neobooks

Bemerkung

Alle in diesem Buch geschilderten Handlungen und Personen sind frei erfunden.

Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen wären zufällig und nicht beabsichtigt.

Kapitel 1

Der Weg von Landshut nach Würzburg führt, wenn man es ganz grob betrachtet, von Niederbayern über die Oberpfalz und quer durch Mittelfranken, bis man schließlich in der Unterfränkischen Hauptstadt Würzburg eintrudelt. Alles in allem ist die Strecke locker in weniger als drei Stunden zu schaffen, wenn da nicht Dinge wie Staus, Blitzer, Unfälle, plötzliches Schneetreiben, notorische Linksfahrer, heldenhafte Wildwechsel und das Temperament des eigenen Autos dazwischenfunken.

So gesehen war der Kommissar mit seinen 2 Stunden und 53 Minuten also ganz gut weggekommen, wenn man bedenkt, dass er das eine Mal mehr als 5 Stunden gebraucht hatte. Allerdings war das auch im Winter gewesen und er war noch dazu mitten in eine Rückreisewelle geraten, die noch nicht einmal ansatzweise etwas mit den bayerischen Schulferien zu tun gehabt hatte. Doch auch wenn es dieses Mal nicht derart lange gedauert hatte, war es dennoch eine lange Fahrt und daher eine kurze Nacht gewesen, als er an diesem Montagmorgen an seinem Frühstückstisch – Vollkornmüsli mit Dörrobst und Orangensaft – saß und das Smartphone in wohldosierten Schüben über das Tischchen zu wandern begann. Richtig warm war er mit dem Ding nie geworden und so musste er gleich mehrfach über das Display wischen, bis er mit der Dame vom Präsidium verbunden war, die ihn darüber informierte, dass man die Leiche einer jungen Frau gefunden hatte und die zwei Beamten vom Kriminaldauerdienst sofort nach der Mordkommission verlangt hätten. An sich also noch nichts wirklich besonderes, mal davon abgesehen, dass es für gewöhnlich doch etwas länger dauert, bis die Mordkommission eingeschaltet wird und dass der Kommissar nur sehr selten zu einem Tatort gerufen wurde.

Das Standardprozedere sieht eigentlich so aus, dass als erstes die Jungs vom KDD anrücken, ein paar Fotos machen, die Leiche von den örtlichen Bestattern abtransportieren lassen und diese dann irgendwo, fernab von nervigen Angehörigen, genauer in Augenschein nehmen. Dann schreiben sie einen Bericht an den Staatsanwalt, der dann darüber entscheidet, ob ermittelt werden soll, oder nicht.

Nur in ganz wenigen Fällen wird ein solcher Zauber veranstaltet, wie man es von Film und Fernsehen her kennt. Also mit unzähligen Beamten, dem Absichern des Tatorts und den Leuten in weißen Overalls von der Spurensicherung. Wäre auf Dauer wohl einfach viel zu teuer, jedes Mal eine ganze Garnison aufmarschieren zu lassen, nur weil irgendwo menschliche Überreste rumliegen, wo sie nicht hingehören.

Nur wenn es sich wirklich ganz offensichtlich um ein Verbrechen handelt, rückt die geballte Staatsmacht inklusive Mordkommission und Kommissar an.

Der Ort des Geschehens war ein einsamer Aussiedlerhof mitten im Unterfränkischen Nirgendwo, kurz vor Würzburg. Die Fahrt dorthin hätte an sich eigentlich gar nicht so lange gedauert, wenn der Kommissar den Weg auswendig gewusst hätte. Doch man kann schlecht erwarten, dass er jeden Bauernhof in und um Würzburg kennt und da der Kommissar nicht wusste, dass, bzw. wie er mit Hilfe des Internets und seines Smartphones navigieren konnte, musste er seine alte Susi bemühen. Allerdings war die Adresse, die er von der Telefonmaus bekommen hatte, etwas, was sein Navi – liebevoll Susi genannt – bestenfalls als schlechten Scherz verstand. Dazu muss man wissen, dass nicht jeder Aussiedlerhof eine allgemein verständliche Adresse hat. Und dass nicht jeder Hersteller von Navigationsgerätesoftware der Meinung ist, dass solche Exoten der Verkehrsführung wirklich eine Aufnahme in die Straßensammlung der Navigationsgeräte wert ist. Dementsprechend dauerte die Fahrt nicht 15 bis 20 Minuten, sondern eher 35 bis 45 Minuten, bis der Kommissar endlich auf den gepflasterten Hof fuhr und sofort wieder ein Stück hinausfahren musste, weil das doch recht große Anwesen einfach schon zu überfüllt war.

Der Anblick verschlug dem Kommissar im ersten Moment die Sprache. Ein Drunter und Drüber von Menschen in diversen Uniformen, von allen Seiten mit verschiedenen Blaulichtern angestrahlt, wuselte über den Platz ohne einen Anflug von Ordnung oder System. Da waren mehrere Feuerwehrautos inklusive der großen 30m Drehleiter, 3 Krankenwagen mit einem Notarztwagen und natürlich noch mindestens 4 Streifenwagen in grün-weiß. Zusätzlich dazu noch der dunkelblaue 3er Kombi vom KDD, 3 oder 4 andere Pkw und zu allem Überfluss, als ob man ja nicht vergessen sollte, dass man trotz alledem noch immer auf einem Bauernhof war, stand inmitten all der Pracht ein riesiger dunkelgrüner Fendt mit roten Felgen.

Am anderen Ende des Hofes direkt vor der düster dreinblickenden Maschinenhalle standen schließlich noch ein paar kleine Lieferwagen mit dem Logo eines großen Privatsenders auf der Seite und mit großen Schüsseln auf den Dächern.

Der Kommissar stieg, etwas ungläubig dreinblickend, aus seinem Wagen und ließ das Ganze einen Moment auf sich wirken, bevor er sich tapfer auf die Suche nach seinem Adjutanten Daniel Bremer machte. Er sollte schon hier sein, hatte zumindest die Telefonistin behauptet. Allerdings war sich der Kommissar nicht mehr ganz so sicher, ob er inmitten dieser Fahrzeugausstellung wirklich jemanden finden würde.

„Herr Kommissar!“ Noch nie hatte es den Angesprochenen so wenig gestört, mit seinem Dienstrang und nicht mit seinem Namen angesprochen zu werden. „Herr Kommissar, endlich sind Sie hier.“ Der Streifenpolizist machte einen mehr als aufgeregten Eindruck. Blasse Hautfarbe, eingesunkene Gesichtszüge und große, irgendwie leere Augen gepaart mit einer nervösen Art sich zu bewegen. Der junge Mann wurde wirklich noch nicht besonders oft Stress ausgesetzt, dachte der Kommissar und sagte:

„Ganz ruhig. Seien Sie mal nicht so hektisch. Was sollen denn die Leute denken.“

„Wahrscheinlich, dass wir schon viel zu lange auf dich warten, Bernd“, bemerkte ein Mann Anfang 30 namens Daniel Bremer, der gerade von den Feuerwehrautos hergekommen war und sich dem Streifenpolizisten zuwandte. „Kümmern Sie sich jetzt bitte um die Absperrung. Hier kommt ja jeder rein, ohne dass man was merkt.“

Das Streifenhörnchen nickte und machte sich auf den Weg.

„Sag mal, Daniel, was war denn mit dem los. Völlig durch den Wind.“

„Daran wirst dich hier gewöhnen müssen, Bernd. Können wir loslegen?“

„Natürlich. Um was geht’s eigentlich. Das Präsidium war mal wieder – wie soll ich sagen…“

„Mord. Ziemlich eindeutig, wenn du mich fragst. Kommst du?“ Sie gingen durch das Labyrinth, das von den Fahrzeugen gebildet wurde, direkt auf ein erst kürzlich renoviertes Wohnhaus zu, vor dessen Eingang 3 Polizisten Wache hielten, um eine ganze Horde Reporter von der kleinen Gasse fernzuhalten, die mit Absperrband errichtet worden war.

„Wie kommt es eigentlich, dass die so schnell da waren?“, fragte der Kommissar, als sie durch die Haustür gelassen wurden.

„Nun, um ganz ehrlich zu sein – Vorsicht Stufe – die waren schon vor uns da.“ Bremer und der Kommissar waren im ersten Stock angelangt und standen vor einer schlichten Holztür, vor der ein weiterer Beamter Wache hielt. „Das Fernsehteam da unten ist eigentlich hier, um so eine komische Reality-Show zu drehen. Tja, und vorhin wollte jemand die Hauptdarstellerin wecken und fand sie so vor.“

Sie öffneten die Tür und gingen hinein.

Das Zimmer war in einem rustikalen Stil eingerichtet. Ganz so, wie es die Touristen bei einem Urlaub auf dem Bauernhof erwarten. Hölzerne Möbel aus Spessarteiche, hier und da ein klischeebehaftetes, schlecht gemaltes Ölbild des röhrenden Hirschen, gepaart mit der obligatorischen Holztäfelung sämtlicher Wände. Irgendjemand hatte dem Besitzer wohl zu dieser Einrichtung geraten und dabei völlig außer Acht gelassen, dass ein solches Zimmer wohl eher ins Allgäu gehört als nach Unterfranken.

Die fahle Morgensonne fiel sanft durch das Fenster auf das Mädchen, das im Pyjama am Schreibtisch saß. Der Stuhl war der Tür zugewandt, sodass der Kommissar die Tote direkt ansah, als er hereinkam. Der Notarzt hatte sie vom Fenster weggedreht, um besser arbeiten zu können. Wenigstens hatte er darauf verzichtet, sie vom Stuhl zu nehmen, sodass man sie jetzt so betrachten konnte, wie der Täter sie hinterlassen hatte.

„Der Arzt hat gesagt, dass sie das mit ihrem Mund wohl nicht mitbekommen hat.“

Der Kommissar war vor dem Stuhl in die Hocke gegangen. Das Mädchen sah so friedlich aus. Als ob sie auf dem Stuhl einfach eingeschlafen wäre. Einfach so. Und doch, bei all der Ruhe, die die Leiche ausstrahlte, war etwas Fremdes an ihr. Etwas Beunruhigendes, wenn man sie länger als einen Augenblick lang betrachtete.

Es war der Mund. Sie hatte keinen mehr.

Der Täter hatte die Lippen entfernt, den Mund mit einer ganz feinen Naht verschlossen und ihn zusätzlich dazu mit Klebstoff versiegelt.

Die abgetrennten Lippen lagen, zu einem Kussmund drapiert, auf einem Stapel ungeöffneter Fanpost auf dem Schreibtisch.

„Der Notarzt hat den Tod schon festgestellt und ich hab die Spurensicherung angefordert. Dauert aber ein bisschen.“ Bremer sah betont an der Leiche vorbei aus dem Fenster. „Fragst du dich jetzt immer noch, warum der Kleine vorhin so war?“

„Hast du sowas schon mal gesehen?“, flüsterte der Kommissar mehr zu sich selbst als zu Bremer.

„Der Zugang an ihrem linken Arm ist vom Täter und nicht vom Notarzt. Man hat ihr wohl ein starkes Betäubungsmittel verabreicht, bevor…“

Der Kommissar stand auf und sah sich verloren im Zimmer um.

„Hey Bernd, ist alles in Ordnung mit dir?“

„Natürlich, es ist nur…“

„Kein Problem. Du bist nicht der erste, der bei dem Anblick in die Knie geht. Was denkst du, warum die Sanitäter noch da sind.“

„So schlimm?“

„So weit ich weiß, waren’s vier oder fünf, die ich zum Rettungswagen geschickt habe, bevor sie uns hier alles vollkotzen.“

„Wer hat sie nochmal gefunden, hast du gesagt?“

„Ein Laufbursche vom Sender. Der arme Junge war so neben der Kappe, dass er gleich mehrmals bei uns, bei der Feuerwehr, sämtlichen Notrufnummern und sogar in der Uni-Klinik direkt angerufen hat. Zwar laufen die Notrufnummern alle zusammen, aber irgendwie haben die wohl nachgegeben und uns deswegen diese Karawane hergeschickt.“

„Das erklärt einiges. Aber warum sind die alle noch da?“

„Naja, Notarzt und Sanitäter waren beschäftigt mit den Leuten, die ich ihnen runter geschickt habe. Die Kollegen sind zum Sichern des Tatorts da und halten die Reporter fern und der Kommandant der Feuerwehr hat gesagt, er könne erst gehen, wenn der Hof wieder leer sei, weil er sonst mit seinen Fahrzeugen nicht raus komme.“

„So was in der Richtung hab ich mir schon gedacht.“ Der Kommissar hatte den Anflug eines Lächelns im Gesicht. „Sag: Die Reporter haben doch bestimmt alles hier drin doppelt und dreifach gefilmt und fotografiert bevor ihr hier aufgetaucht seid.“

„Darauf kannst du Gift nehmen.“

„Klasse, dann sind wir spätestens zum Mittag in den Nachrichten.“

„Wenn es nicht schon vorher auf Facebook steht“, ergänzte Bremer.

Der Kommissar schloss für einen kurzen Moment die Augen und atmete tief durch. „Gut, legen wir los.“

Als erstes musste der Kommissar mit den Reportern sprechen. An sich hatte er kaum eine reelle Möglichkeit, sie dazu zu zwingen, keine Bilder der Leiche zu senden. Allerdings sind die deutschen Medien noch nicht derart blutgierig wie mancherorts und so konnte man sich mit dem Sender darauf einigen, keine Bilder der Leiche und vorerst nichts über ihren Zustand zu veröffentlichen. Im Gegenzug war besagter Sender vorerst der einzige, der über Bilder vom Innenhof des Anwesens verfügte, da sich der Kommissar bereit erklärte zumindest bis zum Nachmittag keine anderen Fernsehteams durch die Absperrung zu lassen.

Die Frage, ob jemand schnell ein paar Bilder per Smartphone, oder sonst wie gemacht hatte, war ein weit größeres Problem. Schließlich gab der Kommissar die Losung aus, dass sämtliche Bilder des Tatortes zu Ermittlungszwecken ausgehändigt werden müssten, was zwar nicht dazu führte, dass die Polizei die Aufnahmen tatsächlich bekam, aber hoffentlich dafür sorgte, dass sie niemand allzu leichtfertig verbreitete. Aber trotzdem stellten sich der Kommissar und Bremer darauf ein, dass früher oder später Bilder der Toten irgendwo auftauchen würden.

Dann rief der Kommissar bei der Rechtsmedizin an und versuchte einen möglichst kurzfristigen Termin zu bekommen. Seit vor wenigen Jahren die rechtsmedizinischen Institute Bayerns auf das nötigste zusammengekürzt wurden, muss eine Leiche manchmal bis zu einer Woche auf eine Sektion warten. Doch mit genügend Nachdruck seitens der Staatsanwaltschaft konnte die Sache um einiges beschleunigt werden, sodass die Autopsie für den frühen Nachmittag angesetzt werden konnte. Dadurch hatte die Spurensicherung, die etwa eine Stunde nach dem Kommissar eintraf, genug Zeit, auch die Leiche in die Untersuchung des Tatorts mit einzubeziehen.

Die Fahrt der Verstorbenen zur Rechtsmedizin übernahmen die örtlichen Bestatter, denen der Kommissar mit drohender Mimik einbläute, bloß nichts über die Leiche zu sagen. Weder zu den Medien noch im Bekannten- oder Familienkreis. Diese Jungs sind oft ziemliche Tratschweiber.

Als nächstes hätte der Kommissar gerne die Familie unterrichtet. Wer weiß, vielleicht würde sich aus deren Reaktionen etwas schließen lassen. Eine Beziehungstat wäre auf jeden Fall das Einfachste. Aber da sich sowohl der Ehemann (Geschäftsreise in Hamburg) als auch die Eltern (Pflegeheim bei München) nicht in der Nähe von Würzburg aufhielten, mussten das andere Dienststellen übernehmen.

Den restlichen Tag verbrachten der Kommissar und Bremer mit den Aussagen der Anwesenden und dem vorläufigen Sichten von Informationen. Der Kommissar musste etwas über das Opfer wissen. Bis jetzt hatte sie für ihn nur einen Namen und ein Gesicht.

Hülya Kempf, 24, mit dem verschwiegensten Gesicht seit Menschengedenken.

Kapitel 2

„Hatte ich dich eigentlich gefragt, wie dein Wochenende lief?“ Bremer saß schon den ganzen Morgen dem Kommissar gegenüber und blätterte die Aussagen durch, die sie gestern von den Anwesenden aufgenommen hatten. Bis jetzt war nichts dabei, woraus man etwas machen konnte. Einzig der junge Mann, der die Tote gefunden hatte, war ein wenig auffällig gewesen, aber auch nur, weil er einfach noch zu geschockt vom Anblick der Leiche gewesen war. Niemand hatte in der Tatnacht etwas Verdächtiges gesehen oder gehört.

„Wie immer. Wir arbeiten daran.“

„Na komm schon, raus mit der Sprache. Bett oder Couch?“

„Bett, aber es würde noch jemand dazwischen passen.“ Der Kommissar versuchte zu lächeln, aber es schien nicht zu funktionieren. Er hatte die Aussagen, die Bremer gerade durchsah, schon durch und beschäftigte sich jetzt mit dem vorläufigen Obduktionsbericht. Das Opfer hatte Reste von Klebeband im Bereich des Mundes und der Handgelenke sowie einen Zugang am linken Arm, in dem sich noch Reste eines starken Betäubungsmittels befanden, welches auch im Blut des Opfers nachgewiesen werden konnte. Das Mittel hatte einen Namen, den der Kommissar kaum lesen, geschweige denn aussprechen konnte, aber glücklicherweise hatte der Rechtsmediziner ein handgeschriebenes Blatt mit Notizen beigefügt. Auf dem stand, dass das Mittel von beinahe jedem deutschen Krankenhaus für Vollnarkosen verwendet wird.

Sowohl die Lippen, als auch die Zunge waren mit einer sehr scharfen Klinge abgetrennt worden. Die Konzentration von Stresshormonen im Blut ließ darauf schließen, dass das Opfer davon aufgrund des Betäubungsmittels nichts gespürt hatte. Anschließend war mit der abgetrennten Zunge die Luftröhre verstopft worden, woran das Mädchen erstickte. Schließlich hatte man den lippenlosen Mund mit einer äußerst diffizilen Nähtechnik verschlossen, wie sie von Schönheitschirurgen verwendet wird, um möglichst kleine Narben zu hinterlassen. Auf dem Notizzettel stand hierzu, dass das Nähzeug wohl zusammen mit dem oben beschriebenen Medikament in einem Krankenhaus gestohlen wurde, da man diese Dinge nicht einfach über das Internet bestellen könne. Des Weiteren sei die Ausführung, sowohl der Schnitte, als auch der Naht, zwar von einem Leien, aber dennoch alles andere als stümperhaft durchgeführt worden.

Offensichtlich wollte der Rechtsmediziner vermeiden, den Verdacht auf einen seiner Kollegen zu lenken, dachte der Kommissar. Daran war an sich nichts Ungewöhnliches. Eine Krähe pickt der anderen kein Auge aus.

„Also wenn ich mir das hier anschaue, dann denke ich, wir können eine spontane Tat ausschließen“, bemerkte der Kommissar und reichte den Bericht an Bremer weiter. „Da war viel Vorbereitung nötig.“

„Das macht die Sache nicht gerade einfacher.“

„Also“, der Kommissar atmete kurz durch, bevor er fortfuhr, „unserem jetzigen Kenntnisstand nach ist jemand in das Zimmer eingedrungen, hat Hülya Kempf mit Klebeband geknebelt und an den Schreibtischstuhl gefesselt. Dann legte er ihr einen Zugang am linken Arm, durch den er ihr eine Vollnarkose verpasste. Anschließend führte er die…“, der Kommissar stockte kurz, „…diese Sache mit ihrem Mund durch, wodurch sie erstickte und am Schluss entfernte er das Klebeband.“

„Stimmt die Spurensicherung damit überein?“

„Der Bericht ist noch nicht da. Aber ich hab gestern noch mit denen gesprochen, als sie fertig waren und die sind derselben Meinung.“

„Haben die was gesagt, von wegen verwertbarer Spuren?“

„Nichts Offensichtliches. Keine Fingerabdrücke an der Leiche und keine Tatwaffe.“

„Klasse. Und wahrscheinlich war das ganze Zimmer mit den verschiedensten Fingerabdrücken und Faserspuren übersät.“

„Hättest du bei ‘nem Hotelzimmer was anderes erwartet?“

„Das ist kein Hotelzimmer.“ Bremer seufzte und grinste gleichzeitig. „Bestenfalls ein Pensionszimmer.“

„Von mir aus. Auf jeden Fall ein Zimmer in dem zu viele Leute waren, die ihre Spuren hinterlassen haben.“

„Ob das jetzt grammatisch korrekt war?“

„Ach lass mich in Ruhe“, auch der Kommissar konnte sich ein kleines Grinsen nicht verkneifen. „Hast du nichts zu tun?“

„Ich warte auf Ihren werten Befehl, Herr Kommissar.“

„So ist’s brav.“ Der Kommissar hob seinen Notizblock vom Schreibtisch und blickte kurz auf die obere Seite. „Also, Herr Bremer, Sie kontaktieren bitte die Kollegen in Hamburg und München und gehen mit denen die Aussagen des Ehemanns und der Eltern durch. Wir müssen ganz sicher wissen, ob es sich nicht doch nur um das tragische Ende einer Ehe handelt. Währenddessen werde ich ihrem Manager einen Besuch abstatten.“

„Wo willst du den denn auftreiben?“

„Ja, da staunst du. Ich hab mir gestern noch die Nummer besorgt und mit ihm telefoniert.“ Der Kommissar lächelte triumphierend. „Er kommt heute her, weil er wegen dem Mord hier Einiges zu erledigen hat. Anscheinend sind wir nicht die einzigen, die nach einem Mord mehr arbeiten müssen.“

Kapitel 3

Um ganz ehrlich zu sein, kann man bei Würzburg nicht wirklich von einer Großstadt sprechen. Zumindest nicht im Bayerischen Vergleich und selbst innerhalb Frankens nicht. Und so war es für den Kommissar schon eine Überraschung gewesen, als man ihm am Telefon mitteilte, dass das Management von Hülya Kempf zumindest für die angesetzte Drehdauer dieser Promi-auf-dem-Bauernhof-Sendung eine Büroetage am Rande der Würzburger Innenstadt angemietet hatte.

Als der Kommissar am frühen Nachmittag dort eintraf fragte er sich, ob der Manager wusste, dass die Gerichtsmedizin, samt Hülya Kempfs Leiche keine 500 m entfernt war.

Er setzte sein Small-Talk-Lächeln auf, das er für solche Angelegenheiten bereit hielt und klopfte an. Der Kommissar hatte sich darauf vorbereitet, auf einen Mann zu treffen, der kaum Zeit für ihn übrig hatte, nichts sagen wollte und an sich schon ziemlich unfreundlich und arrogant sein würde. Aber ganz so schlimm war es nicht. Zur Begrüßung lächelte der Manager – Mitte 50; schwarzes Sportsakko – sogar freundlich und meinte es auch so, wie dem Kommissar auffiel. Er hatte sich über die Jahre hinweg eine gewisse Menschenkenntnis erarbeitet und dabei gelernt, mehr auf die Augen, als auf den Rest des Gesichtes zu achten. Viele Leute können mit ihrer Mimik lügen, aber mit den Augen verraten sie sich dann meist doch.

Der Manager war mit dem ganzen Gesicht freundlich und stand wohl offensichtlich unter keinerlei Zeitdruck, da er nach der Begrüßung sofort ein Tablett mit Kaffee bringen ließ und das Gespräch in den Teil des Büros mit den ledernen Sofas verlegte.

„Jaja, schon ein verdammter Jammer“, sagte der Manager ziemlich beiläufig, als der Kommissar Hülyas Tod nach den obligatorischen Eröffnungshöflichkeiten zur Sprache brachte.

„Sie standen ihr wohl nahe?“

„Ach, eigentlich nicht.“ Die Augen des Managers hatten sich auf einmal aufgeklärt und blickten nun ziemlich nüchtern drein. „Es ist nur…“

„Schwierig, damit umzugehen?“ Der Kommissar versuchte vertrauenswürdig auszusehen, indem er die Körpersprache des Managers dezent nachahmte.

„Naja, das nicht. Um ganz ehrlich zu sein: Es ist einfach nicht der passender Zeitpunkt.“

„Tut mir leid, aber ich fürchte, ich verstehe nicht. Wie meinen Sie das?“

„Genau so, wie ich es sage.“ Der Manager nahm seinen Kaffe und stellte ihn ruhig wieder hin, ohne davon getrunken zu haben. „Ich meine: Gut, sie war schon weit über ihren Zenit hinaus, aber an sich hätte man sie noch ein oder zwei Jahre lang gebrauchen können. Ich meine, jetzt wäre dieses Bauernhof-Ding gewesen – und ich bin mir sicher, dass das zumindest halbwegs funktioniert hätte – aber jetzt gibt es noch nicht einmal genug Material für eine einzige lausige Folge. Können Sie sich vorstellen, wie hoch jetzt die Einschaltquoten wären?“

„Also ich…“

„Das wäre ein Straßenfeger.“ Der Manager sah verträumt an die Decke. „Für die Werbeblöcke könnte man jede Summe verlangen.“ Er schüttelte den Kopf und sah nun wieder den Kommissar an. „Aber lassen wir das mal außer Acht, nehmen wir an, das wäre nicht passiert.“

„Gut.“ Etwas Besseres fiel dem Kommissar nicht ein und selbst das kam nur zögerlich und fast schon fragend.

„Sie hat sich noch nicht einmal ausgezogen, wissen Sie.“

Der Kommissar hob eine Augenbraue, drängte sie aber sofort wieder mit Gewalt herunter.

„Klar, der Playboy hätte sie nie genommen. Der mag kein Silikon.“ Der Manager schüttelte verächtlich den Kopf. „Aber da wären noch genug andere gewesen, die noch was dafür bezahlt hätten. Ich meine, man hätte zum Beispiel ein Sextape leaken können.“ Der Kommissar wirkte verdutzt.

„Ach, in Amerika ist das ganz groß. Ein Haufen Leute sind so erst prominent geworden.“ Der Manager lächelte und schaffte es dabei wie ein stolzer Vater zu wirken. „Außerdem hatte sie auch noch keinen Song veröffentlicht.“

„Ich wusste gar nicht, dass sie singen konnte“, stammelte der Kommissar, nur um sich auch wieder am Gespräch zu beteiligen.

„Singen? Blödsinn.“ Der Manager grinste kurz über das gesamte Gesicht. „Das mit dem Gesang macht irgendjemand, nur im Notfall hätte sie es tatsächlich selber gemacht. Bei der Stimme.“ Er schien sich innerlich zu schütteln. „Sie haben sie sicher schon mal gehört?“

„I-ich bedaure, nein.“

„Sie sind ein glücklicher Mensch, glauben Sie mir. Ihre Stimme war schrill und grell. Sie hat andauernd geplappert. Das war so was wie ihr Markenzeichen.“

„Aha“

„Ja. Selbst, wenn sie bei mir war, hat sie den Mund kaum zugekriegt. Immer nur: Bla-dies und Bla-das, Bla-der und Bla-jener. Ich meine, für manche dieser komischen Shows ist das ja ganz brauchbar.“ Der Manager seufzte. „Sie wissen schon. Diese merkwürdigen Samstag-Abend-Dinger, bei denen die Gäste den ganzen Abend reden, ohne etwas zu sagen.“

„Ich denke, ich weiß, wovon Sie reden.“

„Ist jetzt leider aus der Mode, aber dafür war sie prädestiniert. Und als Wichsvorlage für pubertierende Jugendliche.“

„Meine Güte, sind Sie offen“, rutschte es dem Kommissar raus. „Verzeihung.“

„Ach, wofür denn.“ Der Manager lächelte freundlich. „Das Geschäft ist hart. Warum sonst wäre sie die ganze Zeit mit Hotpants und Oberteilen rumgelaufen, die drei Nummern zu eng waren.“

„Ich verstehe.“

„Sowas lässt sich verkaufen.“ Der Manager sah den Kommissar ruhig an. „Vor fast zwei Jahren hatten wir eine Reihe mit Shows, die sich nur mit Hülyas Hochzeitsvorbereitungen beschäftigten. Die Quoten waren nicht so besonders, also ließen wir sie die ganze Zeit mit knappen Klamotten rumlaufen und zeigten sie fast jede Folge mindestens einmal im Schwimmbad oder im Solarium, sodass wir einen Vorwand hatten, sie im Bikini zu zeigen.“

„Ganz schön clever“, bemerkte der Kommissar und wusste nicht recht, was er vom Manager halten sollte.

„Das Beste kommt noch: Ab der dritten Folge bekamen wir Geld von den Herstellern, wenn sie deren Bikini trug.“

„Okay“, bestätigte der Kommissar den Manager zögerlich, wobei er beinahe schon fragend klang.

„Jaja, so ist das. Aber was erzähle ich das Ihnen. Sicher langweile ich Sie mit diesen alten Geschichten.“

„Nun, um ehrlich zu sein…“ Der Kommissar stockte, fuhr aber nach einem kurzen Augenblick mit einem gestellten Lächeln fort: „…es ist schon recht interessant.“

„Ich danke Ihnen für Ihre Höflichkeit.“ Auf einmal wirkten die Augen des Managers noch eine Spur kühler als zuvor. „Aber sicherlich haben Sie auch einige Fragen. Ich meine Sie sind bestimmt nicht wegen Nachhilfe in Marketing zu mir gekommen.“

„Nun gut.“ Der Kommissar nahm seinen Notizblock und überflog schnell die oberste Seite. „Hatte Frau Kempf irgendwelche Feinde?“

„Feinde?“ Der Manager schüttelte den Kopf. „In unserem Gewerbe gibt es Feindschaften eigentlich nur, wenn man sie vermarkten kann. In der Musikindustrie kommt sowas schon mal vor, im Hip-Hop-Bereich zum Beispiel.“

„Naja, vielleicht aufdringliche Fans. Ein Stalker womöglich.“

„Hmm.“ Der Manager sah an die Decke, wie als ob er an etwas weit Entferntes denken würde. „Ich denke für Hülya gab es keine aufdringlichen Fans. Sie genoss es, verehrt zu werden. Andauernd überprüfte sie ihre Seiten auf Facebook, Instagram und dergleichen. Sie ließ sich sogar ihre Fanpost nachschicken.“

„Ich weiß in ihrem Zimmer lag ein ganzer Haufen.“

„Ja. Sie brauchte die Bestätigung.“

„So etwas kann manchmal die Falschen anlocken.“

„Ach nein. Ihre Fans waren meist Jungs in der Pubertät, die eine wollten, wie sie, oder Mädchen, die so sein wollten wie sie.“ Er richtete seine Krawatte, obwohl sie perfekt saß. „Aber – jetzt wo Sie mich daran erinnern – da war kurz vor ihrer Hochzeit ein Stalker.“

Der Kommissar spitzte die Ohren.

„Hat ihr dauernd Briefe geschrieben und sie angerufen. Hat ihr sogar aufgelauert.“

„Wissen Sie, wie er heißt?“ Der Kommissar witterte eine Spur. Mehr noch: Ein Stalker wäre einfach perfekt! Geplantes Vorgehen gepaart mit einer nicht alltäglichen Tötungsart. Das klang plausibel genug, um wahr zu sein.

„Ja natürlich. Ist aber egal.“

„Was?“ Der Kommissar klang ruhiger, als er im Inneren war. „Warum soll das egal sein?“

„Weil er tot ist. Hat sich erhängt und ihr einen herzzerreißenden Abschiedsbrief geschrieben, den wir ihr nie gezeigt haben.“

„Oh.“

„Enttäuscht?“ Der Manager lächelte zynisch.

„Ich denke in solch einem Zusammenhang wäre es nicht sonderlich pietätvoll, von Enttäuschung zu sprechen.“ Der Kommissar sah erneut auf seinen Block, allerdings nur um eine Sekunde zu haben, um sich zu ordnen. Er las nicht ein einziges Wort. „Und seitdem?“

„Bedaure. Kein einziger Stalker.“

Schöne Scheiße, dachte der Kommissar, ließ sich aber nichts von seiner Enttäuschung anmerken. Es wäre auch zu schön gewesen: Ein in den Akten vermerkter Stalker, der vor lauter Stolz auf seine Tat alles gesteht. Aber der Manager konnte schließlich auch nicht alles wissen, also schrieb der Kommissar „Stalker“ auf eine leere Seite und unterstrich das Wort.

„Sonst etwas Auffälliges? Drohbriefe oder ein merkwürdiger Anruf vielleicht?“

„Tut mir leid, nicht dass ich wüsste.“

„Hmm“, der Kommissar atmete durch, „auch nicht aus der rechten Ecke? Immerhin hat sie einen Migrationshintergrund.“

„Nicht ein einziges Mal“, antwortete der Manager gelassen. Trotz dessen notierte sich der Kommissar auch das Wort „Nazi“ auf seinem Block.

„Was ist mit ihrem Ehemann oder ihrem Bekanntenkreis?“

„Ach du meine Güte!“ Der Manager ließ ein spöttisches Lachen hören. „Dieser Memme traue ich sprichwörtlich noch nicht einmal zu, einer Fliege was zu Leide zu tun.“

„Ach, einen so sanften Charakter hat sie geehelicht?“

„Nun ja. Er ist einfach jemand, der von seinen Eltern schon immer alles bekommen hat und bei Problemen nicht mit Gewalt, sondern mit dem Geld seiner Eltern droht. Meistens ist dieser Wicht einfach nur peinlich, mehr nicht. Vertrauen Sie mir. Den können Sie streichen.“

„Und Hülyas Freundeskreis?“

„Ebenso. Ich kenne keinen, der sie ermorden würde. Ich meine, warum sollte man. Sie war harmlos.“

„Was meinen Sie denn mit harmlos?“

„Eben gerade das, was ich gesagt habe. Hülya Kempf war eine oberflächliche, andauernd redende Plastikbarbie, die wir auf die Kamera losgelassen haben. Sie war ein Accessoire, mehr nicht. Warum sollte man so jemanden ermorden?“

„Genau hier liegt das Problem“, sagte der Kommissar nach einem Moment. „Wenn man das Motiv kennt, geht der Rest fast von alleine. Das Motiv führt uns zum Täter. Aber bis jetzt…“ Der Kommissar stockte. „…tappen wir noch im Dunkeln.“

„Ich wünschte, ich könnte Ihnen mehr helfen.“ Der Manager klang ehrlich, aber das war nun auch schon egal. Der Kommissar war hier fertig. Er stellte der Vollständigkeit halber nur noch ein paar letzte Fragen und verabschiedete sich höflich.

„Nun, Herr Kommissar, ich hoffe, ich konnte Ihnen trotzdem ein wenig weiterhelfen.“

„Ja natürlich. Jede noch so kleine Information bringt uns weiter. Ich danke Ihnen für Ihre Mühe.“

„Ach, kein Problem. Darf man fragen, wie lange es wohl dauert, bis der Täter gefasst ist?“

„Tut mir leid, aber dazu kann ich keine Angaben machen.“