Der Sandmann - E T A Hoffmann - E-Book

Der Sandmann E-Book

E.T.A. Hoffmann

4,6

Beschreibung

Der Sandmann“, das erste Werk aus Hoffmanns Zyklus der „Nachtstücke“ (1816/1817), erzählt wie der Student Nathanael unaufhaltsam dem Wahnsinn verfällt. Der Leidensweg des jungen Mannes beginnt mit dem Erscheinen des Wetterglashändlers Coppola, der in ihm schreckliche Erinnerungen an seine Kindheit wachruft. Denn Coppola sieht genauso aus wie der unheimliche Advokat Coppelius! Dieser hatte mit seinem Vater alchemistische Versuche durchgeführt bis der geliebte Vater bei einem der Versuche tödlich verunglückte. Oder ist Coppola etwa der Missetäter selbst? Und was hat es mit den neuen Nachbarn auf sich, mit Herrn Spalanzani und seiner Tochter, der schönen und zugleich unmenschlichen Olimpia? Sein und Schein verschwimmen zusehends und Nathanel verstrickt sich zunehmend in einem unentwirrbaren Gewirr aus Fragen und Gefühlen. Immer mehr entfremdet er sich von seiner Verlobten Clara und seinem treuen Freund Lothar und verliert so den letzten Bezug zur Realität. Da eBook enthält außerdem ein Glossar und eine Kurzbiografie. Enthält eine Kurzbiografie und ein Glossar.

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E.T.A. Hoffmann

Der Sandmann

© HörGut! Verlag, 2009

Der Sandmann

Nathanael an Lothar

Gewiß seid Ihr alle voll Unruhe, daß ich so lange – lange nicht geschrieben. Mutter zürnt wohl, und Klara mag glauben, ich lebe hier in Saus und Braus und vergesse mein holdes Engelsbild, so tief mir in Herz und Sinn eingeprägt, ganz und gar. – Dem ist aber nicht so; täglich und stündlich gedenke ich Eurer aller, und in süßen Träumen geht meines holden Klärchens freundliche Gestalt vorüber und lächelt mich mit ihren hellen Augen so anmutig an, wie sie wohl pflegte, wenn ich zu Euch hineintrat. – Ach, wie vermochte ich denn Euch zu schreiben in der zerrissenen Stimmung des Geistes, die mir bisher alle Gedanken verstörte! – Etwas Entsetzliches ist in mein Leben getreten! – Dunkle Ahnungen eines gräßlichen mir drohenden Geschicks breiten sich wie schwarze Wolkenschatten über mich aus, undurchdringlich jedem freundlichen Sonnenstrahl. – Nun soll ich Dir sagen, was mir widerfuhr. Ich muß es, das sehe ich ein, aber nur es denkend, lacht es wie toll aus mir heraus. – Ach, mein herzlieber Lothar, wie fange ich es denn an, Dich nur einigermaßen empfinden zu lassen, daß das, was mir vor einigen Tagen geschah, denn wirklich mein Leben so feindlich zerstören konnte! Wärst Du nur hier, so könntest Du selbst schauen; aber jetzt hältst Du mich gewiß für einen aberwitzigen Geisterseher . – Kurz und gut, das Entsetzliche, was mir geschah, dessen tödlichen Eindruck zu vermeiden ich mich vergebens bemühe, besteht in nichts anderm, als daß vor einigen Tagen, nämlich am 30. Oktober, mittags um 12 Uhr, ein Wetterglashändler in meine Stube trat und mir seine Ware anbot. Ich kaufte nichts und drohte, ihn die Treppe herabzuwerfen, worauf er aber von selbst fortging. –

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