Der seltsame Milliardär - W. K. Bell - E-Book

Der seltsame Milliardär E-Book

W. K. Bell

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Beschreibung

Ein gesunkener Dampfer – Havarie oder Anschlag? Geborgene Goldbarren, ein seltsamer Pensionsgast, der sich als Milliardär ausgibt und offensichtlich seine alten Kumpane fürchtet. Die Orte dieser spannenden Räuberpistole sind eine verlassene Insel im Golf von Mexiko und Berlin. Null Papier Verlag

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Seitenzahl: 73

Veröffentlichungsjahr: 2025

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W. K. Bell

Der seltsame Milliardär

Kriminalroman

W. K. Bell

Der seltsame Milliardär

Kriminalroman

Veröffentlicht im Null Papier Verlag, 2024Klosterstr. 34 · D-40211 Düsseldorf · [email protected] 2. Auflage, ISBN 978-3-954189-50-2

null-papier.de/angebote

Inhaltsverzeichnis

Vor­spiel – Ne­bel, Flucht und ein Schat­ten

1. Ka­pi­tel – Was Herr Jörn­sen be­ob­ach­te­te …

2. Ka­pi­tel – Der Gold­damp­fer.

3. Ka­pi­tel – Wie Pe­ter­sen heim­ge­bracht wur­de.

4. Ka­pi­tel – Der ge­hörn­te Teu­fe!.

5. Ka­pi­tel – Steu­er­mann Men­zel.

6. Ka­pi­tel – Men­zels Aben­teu­er­ro­man.

7. Ka­pi­tel – Und noch­mals das Lack­schränk­chen

8. Ka­pi­tel – Der Fluch des Gol­des.

9. Ka­pi­tel – Das Ge­ständ­nis …

10. Ka­pi­tel – Hohe Po­li­tik und Ge­rech­tig­keit.

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Vorspiel – Nebel, Flucht und ein Schatten

Über dem eng­li­schen Kanal la­ger­te das zähe, feuch­te Ge­bräu, der Schre­cken der See­fah­rer …

Man sah kaum die Hand vor Au­gen.

Nur wenn ein Wind­stoß die grau­en Schwa­den zer­riß, ge­wahr­te man die Krei­de­fel­sen der eng­li­schen Küs­te.

Zwei Schif­fe schli­chen mit hal­ber Ma­schi­nen­kraft durch die ge­fähr­li­che Fins­ter­nis, weit vor­aus ein deut­scher Fracht­damp­fer, hin­ter ihm ein deut­scher Kreu­zer.

Ihre Ne­bel­hör­ner schwie­gen. Wie Die­be such­ten sie ih­ren Weg. Aber die Wach­sam­keit ih­rer Be­sat­zung war grö­ßer denn je. Sie ka­men weit­her, ein Zu­fall schi­en sie zu­sam­men­ge­führt zu ha­ben.

Ihr Kurs lief au­ßer­halb der üb­li­chen Rou­te. Auch das hat­te sei­nen Grund.

In der Ka­pi­täns­ka­jü­te des Fracht­damp­fers sa­ßen meh­re­re Leu­te bei­ein­an­der und spra­chen mit­ein­an­der in kur­z­en, ab­ge­hack­ten Sät­zen. Die Män­ner wa­ren ernst, horch­ten im­mer wie­der auf die fer­nen Stim­men frem­der Fahr­zeu­ge und dann warf Käp­ten Jo­chem Men­zel von der Ree­de­rei Pe­ter­sen, Ham­burg, die halb­lau­te Be­mer­kung hin:

»Das wäre so eine Ge­le­gen­heit für fre­che Pi­ra­ten, die­ser ver­damm­te Ne­bel!!«

Ein Ma­tro­se trat ein, stand stramm.

»Käp­ten«, mel­de­te er zag­haft, »der Kreu­zer scheint uns ver­lo­ren zu ha­ben.«

Men­zel zuck­te die Ach­seln.

»Bei dem Wet­ter – kein Wun­der!! Ich wünsch­te, wir wä­ren erst in der Nord­see!«

Steu­er­mann Fritz Men­zel wag­te einen Vor­schlag.

»Ob wir nicht doch Si­gna­le ge­ben, Va­ter?«

»Nein!!! Zu ge­fähr­lich! Ihr wißt das!«

Der Ma­tro­se ent­fern­te sich.

Die vier Män­ner brü­te­ten mit erns­ten Ge­sich­tern vor sich hin.

In der Ka­jü­te herrsch­te Ge­wit­ter­stim­mung. Der alte Jo­chem Men­zel kau­te am Mund­stück sei­ner er­lo­sche­nen Pfei­fe.

»Bei al­le­dem ge­hen die Ner­ven zum Teu­fel!!«, murr­te er ver­bis­sen.

Hol­ger Jörn­sen lach­te.

»Sie – – und Ner­ven?!«

Der jun­ge Pe­ter­sen, der nur als Gast die aben­teu­er­li­che Fahrt mit­mach­te, pflich­te­te dem Al­ten nach­drück­lichst bei.

»Ich kann das durch­aus ver­ste­hen … Mir geht es nicht an­ders.«

Er war bleich und ner­vös. Bei je­dem Geräusch zuck­te er zu­sam­men.

Der Damp­fer schlich wei­ter. Sei­ne Ma­schi­nen ar­bei­te­ten dumpf, trä­ge Wo­gen klatsch­ten ge­gen die Bord­wän­de.

Der Käp­ten trank sein Grog­glas leer.

»Ich muß auf die Brücke … Hier er­sti­cke ich …!«

Er er­hob sich schwer­fäl­lig, und zwei der Män­ner folg­ten ihn an Deck.

Lang­sam tapp­ten sie zur Brücke, das Deck troff in­fol­ge des Ne­bels vor Näs­se, und die Ge­stal­ten zer­ran­nen zu ver­schlei­er­ten Klum­pen.

Der in der Ka­jü­te Zu­rück­ge­blie­be­ne war­te­te noch ei­ni­ge Mi­nu­ten, wisch­te sich den Schweiß von der blei­chen Stirn und zö­ger­te …

Sein Ge­wis­sen sträub­te sich. Aber das Gift, das ihm von Ju­gend an ein­ge­impft wor­den, war stär­ker.

Un­be­merkt be­gab er sich nach sei­ner Ka­bi­ne, öff­ne­te sei­nen Kof­fer und han­tier­te äu­ßerst vor­sich­tig mit ei­nem Ge­gen­stand, der das Ver­der­ben in sich trug.

Dann schlich er wie ein Ver­bre­cher da­von, zit­ternd vor Auf­re­gung, aber­mals ge­pei­nigt von Selbst­vor­wür­fen …

»Ich bin ein Schur­ke!«, dach­te er ehr­lich.

Doch das, was er mit der Mut­ter­milch ein­ge­so­gen, sieg­te wie­der­um.

Er haß­te Deutsch­land.

… Und der Damp­fer such­te wei­ter sei­nen pfad­lo­sen Weg durch das di­cke Ge­bräu, und die Män­ner auf der Brücke spann­ten alle Sin­ne an, je­dem Un­heil aus­zu­wei­chen und zu­vor­zu­kom­men. –

Ur­plötz­lich er­schüt­ter­te ein ge­wal­ti­ger Stoß den Frach­ter. Das Schiff hob sich förm­lich aus den Wo­gen, fiel zu­rück, die Ma­schi­nen schwie­gen, und aus den Lu­ken tau­mel­ten ver­stör­te Hei­zer her­vor.

»Käp­ten, – – ein Riff!!«, gell­ten hei­se­re Stim­men auf.

Jo­chem Men­zel und sein Sohn stürm­ten nach un­ten.

Was­ser flu­te­te ih­nen ent­ge­gen, kra­chend bars­ten die Schot­ten­tü­ren un­ter dem un­ge­heu­ren Druck des her­ein­flu­ten­den Mee­res.

Der Käp­ten brüll­te sei­nem Sohn zu:

»Zu­rück, – – wir sin­ken!«

Alle Lich­ter an Bord wa­ren er­lo­schen. Zu­se­hends sack­te der Frach­ter in die Tie­fe.

Es gab nichts mehr zu ret­ten, die Boo­te wur­den aus­ge­schwun­gen, und die Be­sat­zung ver­ließ das Schiff, das be­reits von den Wo­gen über­spült wur­de.

Stumpf­sin­nig vor Grau­en saß der alte Men­zel im Groß­boot.

Er be­griff nichts von dem Ge­sche­he­nen, nichts …

Stumpf­sin­nig ru­der­ten die Ma­tro­sen …

Hin­ter ih­nen ver­sank der Damp­fer, – die Kes­sel ex­plo­dier­ten, war­fen Rie­sen­fon­tä­nen hoch …

Dann war al­les vor­über …

Jah­re wa­ren da­hin­ge­gan­gen.

Über der Ost­küs­te des Gol­fes von Me­xi­ko mit sei­nen La­gu­nen, Ufer­wäl­dern und In­sel­chen brü­te­te die ste­chen­de Son­ne und ge­bar die Fie­ber­düns­te der sin­ken­den Ein­sam­keit …

In­mit­ten ei­ner der In­seln, de­ren Ufer von Dor­nen, Kak­teen und Sta­chel­lia­nen zu ei­nem un­durch­dring­li­chen Wall ver­filzt wa­ren, er­hob sich un­ter Rie­sen­bäu­men auf stei­ni­ger An­hö­he eine große Block­hüt­te, vor der im Schat­ten des weit vor­sprin­gen­den Da­ches ei­ni­ge Blut­hun­de la­gen und trä­ge nach den Flie­gen schnapp­ten.

In ei­nem durch tro­ckenes Holz ge­nähr­tes Feu­er glüh­te ein lan­ger Ei­sen­stock. Ne­ben der Tür lehn­te ein Halb­ne­ger in ma­le­ri­scher me­xi­ka­ni­scher Ban­di­ten­tracht und rauch­te Zi­ga­ret­ten, die er mit flin­ken Fin­gern sel­ber dreh­te.

Sein bru­ta­les, durch Nar­ben ent­stell­tes Ge­sicht war dem lo­dern­den Feu­er zu­ge­kehrt.

Dann nahm er ein paar Le­der­stücke, er­griff das Ei­sen­stück und be­trat die Hüt­te.

Auf ei­nem plum­pen Bret­ter­stuhl saß ein Ge­fes­sel­ter, und zwei Ker­le, ähn­li­chen Schla­ges wie der be­zahl­te Ban­dit, hiel­ten des Ge­fan­ge­nen Kopf mit ih­ren mus­ku­lö­sen Pran­ken wie im Schraub­stock fest.

»Willst du end­lich die Wahr­heit sa­gen?«, frag­te der Me­xi­ka­ner mit dem glü­hen­den Ei­sen dro­hen­den To­nes.

Der Ge­fan­ge­ne schwieg.

Das Ei­sen fuhr über sei­ne Au­gen hin …

Der Schmerz ent­lock­te ihm ein Stöh­nen, nichts wei­ter … –

Dann kam die Nacht.

Die Ta­ges­hit­ze hat­te Ge­wit­ter­ge­wölk her­bei­ge­lockt, über Meer und In­sel la­ger­ten Fins­ter­nis und drücken­de Schwü­le.

Laut­los kam vom Fest­lan­de her ein Boot her­bei. Der ein­zi­ge In­sas­se, der heu­te zum fünf­ten Male die­se Fahrt wag­te, zog die Ru­der ein, und das dunkle Boot glitt zum ein­zi­gen Pfa­de, der durch den stach­li­gen Gür­tel führ­te.

Der Mann bück­te sich, und die Fleisch­stücke flo­gen hier­hin und dort­hin. Das Knur­ren der Blut­hun­de trieb den Ru­de­rer zu­rück auf den schüt­zen­den See.

Nach ei­ner Stun­de nä­her­te er sich aber­mals der In­sel, ent­si­cher­te sei­ne Pis­to­le und schlich den Pfad ent­lang, trat auf einen Hun­de­ka­da­ver und lä­chel­te grim­mig.

Un­an­ge­foch­ten ge­lang­te er zur Block­hüt­te, öff­ne­te die Tür, horch­te und hör­te die Ban­di­ten schnar­chen.

Der Ge­fan­ge­ne in der Ecke auf dem Maiss­trohl­a­ger er­wach­te. Eine Hand hielt ihm den Mund zu, der Strahl ei­ner La­ter­ne zeig­te ihm sei­nen Ret­ter.

»Du?!«, flüs­ter­te er un­gläu­big.

Ein Mes­ser glitt durch sei­ne Fes­seln, eine Freun­des­hand half ihm auf die Bei­ne …

Sie be­stie­gen das Boot, und das fer­ne grel­le Auf­zu­cken von Blit­zen zeig­te ih­nen eine wei­ße Jacht, die in vol­ler Fahrt auf die In­sel zu­hielt.

Auch die Ge­fahr ging vor­über.

»Wer be­zahl­te die Schuf­te?!«, sag­te der Ge­fan­ge­ne ver­ständ­nis­los.

»Wenn ich das wüß­te! – Ich weiß es nicht ge­nau …«, er­wi­der­te der an­de­re, »je­den­falls müs­sen wir ins In­ne­re flüch­ten … Un­se­re Fein­de ver­fü­gen über ein Heer von Spio­nen …«

»Ich dan­ke dir«, flüs­ter­te der Be­frei­te ge­rührt.

Dann nahm die Ein­öde der Hoch­step­pen Me­xi­kos sie schüt­zend auf.

In­zwi­schen hat­te die Jacht bei­ge­dreht und ein Boot aus­ge­setzt. Drei Her­ren in ta­del­los wei­ßen Tro­pen­an­zü­gen, glat­ten Ge­sich­tern und schil­lern­den Mo­no­keln stie­ßen auf den ers­ten Hun­de­ka­da­ver.

Ihre La­ter­nen schwank­ten hin und her.

»Ver­rat!«, zisch­te der eine.

Sie eil­ten wei­ter …

Mit Fuß­trit­ten weck­ten sie die halb­be­trun­ke­nen Me­xi­ka­ner. Rum­fla­schen stan­den auf dem Bret­ter­tisch. Der gan­ze Raum stank nach Al­ko­hol.

Die drei Eu­ro­pä­er kann­ten sich kaum vor Wut.

»Hat er et­was ge­stan­den?«, brüll­te der eine … »Half auch das glü­hen­de Ei­sen nichts …?«

Die ein­ge­schüch­ter­ten Misch­lin­ge ver­nein­ten.

– Und aufs neue be­gann die Men­schen­jagd. Spio­ne durch­streif­ten das Land …

In den fer­nen Ber­gen aber haus­ten zwei Flücht­lin­ge und durch­wühl­ten das Ge­röll ei­ner Höh­le, in der einst ein Puma sei­nen Schlupf­win­kel ge­habt hat­te …

Man sagt mit Recht, daß große Schat­ten ihre Er­eig­nis­se vor­aus­wer­fen.

Zwei die­ser »Schat­ten« habe ich hier als Vor­spiel kurz skiz­ziert.

Mit­un­ter kann die­ses »Schat­ten Vor­aus­wer­fen« aber auch wört­lich zu­tref­fen. So auch an je­nem dunklen, düs­te­ren No­vem­be­r­abend, als Harst und ich bei of­fe­nen Fens­tern ohne Licht hin­ter den Tüll­vor­hän­gen sa­ßen und eine je­ner Plau­der­stun­den ge­nos­sen, die für ein Freun­des­paar mehr be­deu­ten als viel­leicht jene Mi­nu­ten in­ne­rer Ein­kehr und Selbs­t­er­kennt­nis, die für den Durch­schnitts­men­schen so spär­lich – lei­der! – aus dem ewig gleich­mä­ßi­gen, ab­stump­fen­den All­tags­trott sich her­aus­schä­len.

Wir hat­ten von ver­gan­ge­nen Zei­ten ge­spro­chen, wir hat­ten lie­be Tote wie­der auf­le­ben las­sen, und all­mäh­lich glitt das halb­lau­te, pie­tät­vol­le Rückerin­nern in die Ge­gen­wart hin­über und wur­de zu be­hut­sa­men kri­ti­schen Be­mer­kun­gen über un­se­ren neu­en Haus­ge­nos­sen.

Harsts Zi­ga­ret­te, nur ein glü­hen­des Pünkt­chen, be­schrieb einen kur­z­en Bo­gen. Die Hand­be­we­gung muß­te ich mir da­zu­den­ken. »Die Frau«, sag­te er be­däch­tig, »könn­te uns zwei­fel­los Stoff für eine gründ­li­che Nach­prü­fung der Vor­gän­ge beim Schiff­bruch des Tri­ton