Der Snob - Carl Sternheim - E-Book

Der Snob E-Book

Carl Sternheim

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Beschreibung

"Der Snob" von Carl Sternheim. Veröffentlicht von e-artnow. e-artnow ist Herausgeber einer breiten Büchervielfalt mit Titeln jeden Genres. Von bekannten Klassikern, Belletristik und Sachbüchern bis hin zu in Vergessenheit geratenen bzw. noch unentdeckten Werken der grenzüberschreitenden Literatur, bringen wir Bücher heraus, die man gelesen haben muss. Jede eBook-Ausgabe von e-artnow wurde sorgfältig bearbeitet und formatiert, um das Leseerlebnis für alle eReader und Geräte zu verbessern. Unser Ziel ist es, benutzerfreundliche eBooks auf den Markt zu bringen, die für jeden in hochwertigem digitalem Format zugänglich sind.

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Veröffentlichungsjahr: 2023

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Carl Sternheim

Der Snob

Komödie in drei Aufzügen
 
e-artnow, 2023 Contact: [email protected]
EAN 4066339567436

Inhaltsverzeichnis

PERSONEN
DER ERSTE AUFZUG
ERSTER AUFTRITT
ZWEITER AUFTRITT
DRITTER AUFTRITT
VIERTER AUFTRITT
FÜNFTER AUFTRITT
SECHSTER AUFTRITT
DER ZWEITE AUFZUG
ERSTER AUFTRITT
ZWEITER AUFTRITT
DRITTER AUFTRITT
VIERTER AUFTRITT
FÜNFTER AUFTRITT
SECHSTER AUFTRITT
SIEBENTER AUFTRITT
ACHTER AUFTRITT
NEUNTER AUFTRITT
ZEHNTER AUFTRITT
DER DRITTE AUFZUG
ERSTER AUFTRITT
ZWEITER AUFTRITT
DRITTER AUFTRITT
VIERTER AUFTRITT
INSEL-VERLAG ZU LEIPZIG

PERSONEN:

Inhaltsverzeichnis

THEOBALD MASKE LUISE MASKE, seine Frau CHRISTIAN MASKE, sein Sohn Graf ALOYSIUS PALEN MARIANNE PALEN, seine Tochter SYBIL HULL Eine Jungfer Ein Diener

DER ERSTE AUFZUG

Inhaltsverzeichnis

Möbliertes Zimmer Christian Maskes.

ERSTER AUFTRITT

Inhaltsverzeichnis

Christian erbricht einen Brief:

Das ist grotesk!

An einer Tür:

Komm heraus, Sybil.

SYBIL tritt auf:

Was gibt's Wichtiges?

CHRISTIAN:

Mein Vater im sechzigsten Jahr hat sich einen Bastard geleistet. In der Klemme verlangt er "Verauslagung der durch geburtshilfliche Praktiken ihm erstandenen Verpflichtungen" von mir. Was sagst du?

SYBIL:

Nichts, als daß ich durch dich in gleicher Lage sein möchte wie jene Frau durch deinen Erzeuger.

CHRISTIAN:

Laß die Albernheiten. Es ist himmelschreiend und wird von mir aus ein unerwartetes Gegenspiel haben. Ferner — ich habe auch mit dir ernst zu reden.

SYBIL:

Ich muß heim.

CHRISTIAN:

Der gestrige Tag war in meinem Leben ein Abschnitt. Vier Jahre, die du mit mir lebst, sahst du mich von Tag zu Tag meinem Ziel näher kommen.

SYBIL:

Du hast wie ein Neger gearbeitet.

CHRISTIAN:

Die unter meiner Mitwirkung gegründeten afrikanischen Minen prosperieren, es ist kein Zweifel, der gestern in der Sitzung des Aufsichtsrats gemachte Vorschlag, mich zum Generaldirektor der Gesellschaft zu ernennen, wird von den Aktionären akzeptiert.

SYBIL:

Welcher Erfolg!

CHRISTIAN:

Ich besitze heimlich ein Fünftel der Aktien, die ich kaufte, als sie niemand mochte. Was ich, nunmehr im Sattel, an Möglichkeiten des Vermögens und sozialer Stellung für mich voraussehe, ist glänzend.

SYBIL:

Wer wies zuerst auf deine kaufmännischen Talente und machte dem traurigen Studium der Philologie ein Ende?

CHRISTIAN:

Du hobst mich aus dem tiefsten Elend, lehrtest mich Kleider anständig tragen, gabst mir, soweit es in deiner Macht stand, Umgangsformen.

SYBIL:

Was warst du für eine Erscheinung in zu kurzen Hosen und ausgefransten Ärmeln!

CHRISTIAN:

Gabst dich selbst dazu und Geld bisweilen.

SYBIL:

Das Entscheidende zuletzt — mich selbst. Lebenssache.

CHRISTIAN:

Ganz klar möchte ich einmal vor uns beide hinstellen, wie tief ich dir verpflichtet bin; an so entscheidendem Tag zurückblicken ...

SYBIL:

Laß das.

CHRISTIAN:

Voll Dankbarkeit, um mich alsdann zu vergleichen und es für immer zu vergessen.

SYBIL:

Das wäre bequem.

CHRISTIAN:

Ich trete in kein neues Viertel meines Lebens, ohne daß aus dem vergangenen die Schuld bezahlt ist. In dieses Buch habe ich nach bestem Wissen und Gewissen aufgezeichnet, was du an Aufwendungen für mich geleistet. Dazu wurde die Summe fünfprozentig von mir verzinst.

SYBIL:

Christian!

CHRISTIAN:

Möglichkeiten, die du durch den Umgang mit mir versäumtest, sind ins Auge gefaßt, und ich kam auf eine Summe von vierundzwanzigtausend Mark, die ich dir schulde, und die du heute überwiesen erhältst.

SYBIL nach einer Pause:

Mit Empfindlichkeiten zu kommen ...

CHRISTIAN:

Die du selbst in entscheidenden Dingen mir aberzogen, mit eisernem Besen aus mir herausgekehrt hast. Heute ist Abrechnung. Kein Fehler in der Addition und im Kalkul! Unsere Beziehungen im Vergangenen sind durch meine wirtschaftliche Gebundenheit in ihrem langen Charakter erklärt. Für die Zukunft hätte ich solche Begründung vor mir selbst nicht mehr. Um den nötigen Glauben an die Wirklichkeit meiner neuen Stellung zu haben, muß sich mit ihr alles um mich entsprechend ändern. Entweder du ziehst diesen Schluß der Vernunft ...

SYBIL:

Er heißt?

CHRISTIAN:

Wie sage ich es? Einfach mehr Distanz in Zukunft. Die genannte Summe und eine monatliche Apanage zwischen uns gesetzt, sorgt schon dafür.

SYBIL:

Ich bin in Empfindungen zerrissen.

CHRISTIAN:

Du weißt, ich habe nach deinen Lehrsätzen recht. Nur schmerzt es, sie auf dich angewendet zu sehen. Ich trete in das öffentliche Leben. Nirgends ein Fehler im Kalkul.

SYBIL:

Die Welt gestattet dir zwar eine bezahlte ...

CHRISTIAN hält ihr den Mund zu:

Und so weiter.

SYBIL:

Bin ich denn in deinem Leben der einzige Punkt, der für die Zukunft bedenklich war? Gibt es nichts, das dich entscheidender in deinem Trieb, bürgerliches Ansehen zu gewinnen, stören könnte als ich in meiner bisherigen Stellung zu dir?

CHRISTIAN:

Du weißt es.

SYBIL:

Willst du folgerichtig handeln ...

CHRISTIAN:

Ich mache kein Hehl daraus. Was ich selbst bin, Erscheinung und Gedankenwelt, dafür bürge ich der Welt. Aber meine Eltern, dir ist es bekannt, sind Leute aus dem Volk.

SYBIL:

Tauchst du also jetzt in die Welt auf ...

CHRISTIAN:

Laß mich meine Gedanken selbständig denken. Du weißt, ich kann's. Leute aus dem Volk. Meine gute Mutter besonders.

SYBIL:

Sie konnten dir das gesellschaftlich Primitivste nicht beibringen.

CHRISTIAN:

Der Weg, den ich mache, ist durch meine Geburt ein besonders ungewöhnlicher. Daß es falsch wäre, durch Hervorzerren der Erzeuger den Abgrund zwischen Herkommen und errungener Stellung offenbar zu erhalten, liegt auf der Hand. Es wäre mehr als töricht-geschmacklos.

SYBIL:

Und da du heute nur den guten Geschmack anbetest ...

CHRISTIAN:

Ironien auf dem schlechten Gewissen deiner eigenen Vergangenheit wirken nicht. Was weiß irgend jemand von deinen Eltern? Du hast sie einfach unterschlagen, still gemordet. Vielleicht saß dein Vater im Zuchthaus? Hieß er wirklich Hull?

Er lacht:

Du hättest doch den Reiz, von dem du lebst. Er hatte in jedem Falle Eigenschaften, da der Glanz solcher Tochter von ihm ausging.

Du unterbrachst mich mit deiner Zwischenrede. Die Differenz zwischen Herkunft und Heute ist erläutert. Doch kommt noch hinzu: das Bewußtsein, überhaupt zu verdanken, sei es das Leben, ist in meiner Rüstung ein schwacher Punkt. Wie alles in meiner Welt aus mir entstand, wie ich nur auf mich beziehe, für mich hoffe und fürchte, muß ich frei sein von Rücksicht auf jedermann, um zu marschieren. Und so fürchte ich Vater und Mutter.

SYBIL:

Was willst du tun? Ihnen eine Summe bieten, daß sie fortbleiben?

CHRISTIAN:

Mein Vater ist nicht schüchtern; hier verlangt er sie selbst.

SYBIL:

Du hast gelernt mit Geld umgehen.

CHRISTIAN:

Ich habe allerhand gelernt.

SYBIL: