15,99 €
Studienarbeit aus dem Jahr 2001 im Fachbereich Politik - Region: Naher Osten, Vorderer Orient, Note: 1,0, Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Institut für Politikwissenschaft), Veranstaltung: Seminar: Jerusalem - Eine Stadt im Brennpunkt des Nahostkonflikts, Sprache: Deutsch, Abstract: Jerusalem hat in den verschiedenen Streitigkeiten und militärischen Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Arabern oft eine Schlüsselrolle gespielt. Warum dies so war und immer noch ist - welche Bedeutung die Stadt für Israelis und Araber besitzt - soll an dieser Stelle jedoch nicht behandelt werden und würde auch den Rahmen dieser Hausarbeit sprengen. Die Tatsache, dass die Jerusalem-Frage bei Friedensverhandlungen im Nahen Osten fast immer ausgeklammert wurde, ist nur einer von vielen Belegen für die Komplexität der Problematik. Jerusalem wird als Kristallisationspunkt des Konflikts zwischen Israelis und Arabern wahrgenommen, was eine Einigung oder auch nur Klärung des Status’ von Jerusalem während vieler Jahre unmöglich gemacht oder zumindest erschwert hat. Die vorliegende Arbeit möchte sich gerade deshalb mit diesem umstrittenen Status beschäftigen. Schwerpunkt wird der Status Ost-Jerusalems nach dem Ende der jordanischen Herrschaft sein. Für diesen Zeitraum stellt sich unter anderem die viel diskutierte Frage, ob eine Annexion Ost-Jerusalem durch Israel stattgefunden hat. Dieses Problem ist bis heute nicht endgültig geklärt, geschweige denn ausführlich diskutiert worden. Die Frage der Annexion Ost-Jerusalems scheint in der Literatur und der politischen Diskussion keine oder - wie im Falle der hier zu behandelnden Ereignisse - nur eine untergeordnete Rolle zu spielen. Die Gründe für diese - nach Meinung des Verfassers dieser Arbeit - falsche Vernachlässigung sind nicht endgültig zu klären, an der ein oder anderen Stelle wird aber auf mögliche Motive verwiesen.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Veröffentlichungsjahr: 2003
Page 1
vorgelegt von: Studienfächer:
Thomas Zimmerling
Abgabetermin: 10. September 2001
Page 1
I. Einleitung
Jerusalem hat in den verschiedenen Streitigkeiten und militärischen Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Arabern oft eine Schlüsselrolle gespielt. Warum dies so war und immer noch ist - welche Bedeutung die Stadt für Israelis und Araber besitzt - soll an dieser Stelle jedoch nicht behandelt werden und würde auch den Rahmen dieser Hausarbeit sprengen. Die Tatsache, dass die Jerusalem-Frage bei Friedensverhandlungen im Nahen Osten fast immer ausgeklammert wurde, ist nur einer von vielen Belegen für die Komplexität der Problematik. Jerusalem wird als Kristallisationspunkt des Konflikts zwischen Israelis und Arabern wahrgenommen, was eine Einigung oder auch nur Klärung des Status’ von Jerusalem während vieler Jahre unmöglich gemacht oder zumindest erschwert hat. Die vorliegende Arbeit möchte sich gerade deshalb mit diesem umstrittenen Status beschäftigen. Schwerpunkt wird der Status Ost-Jerusalems nach dem Ende der jordanischen Herrschaft sein. Für diesen Zeitraum stellt sich unter anderem die viel diskutierte Frage, ob eine Annexion Ost-Jerusalem durch Israel stattgefunden hat. Dieses Problem ist bis heute nicht endgültig geklärt, geschweige denn ausführlich diskutiert worden. Die Frage der Annexion Ost-Jerusalems scheint in der Literatur und der politischen Diskussion keine oderwie im Falle der hier zu behandelnden Ereignisse - nur eine untergeordnete Rolle zu spielen.1Die Gründe für diese - nach Meinung des Verfassers dieser Arbeit - falsche Vernachlässigung sind nicht endgültig zu klären, an der ein oder anderen Stelle wird aber auf mögliche Motive verwiesen.
Der Untersuchungszeitraum dieser Hausarbeit umfasst die Periode von 1967 bis 1980, weil anhand der darin eingeschlossenen Ereignisse die Fragestellung anschaulich erörtert werden kann. Ausgangspunkt ist das Jahr 1967. Im Krieg von 1948/1949 war es Jordanien gelungen, den Ostteil Jerusalems gegen die Angriffe der Israelis zu verteidigen. Der Westteil der Stadt wurde in der Folge von Israel annektiert und als Hauptstadt betrachtet. Jordanien und Israel schlossen ein Waffenstillstandsabkommen, in dem sie ihre Interessen formulierten und teilweise zum Ausgleich brachten2, während die Staatengemeinschaft bezüg-
1Autorenwie Dore Gold oder Abraham Ashkenasi sprechen zwar - im Gegensatz zu anderen Autoren - explizit von einer Annexion Ost-Jerusalems, benutzen den Begriff der Annexion jedoch unkommentiert und unreflektiert in bezug auf seine völkerrechtlichen Ausmaße und Dimensionen. Vgl.: Gold, Dore: Final Status Issues: Israel-Palestinians. Study No. 7. Tel Aviv 1995. S. 7 und 13, sowie Ashkenasi, Abraham: Jerusalem as an Example of Divided Cities and National Aspirations. Theory and Practice. In: Ashkenasi, Abraham: The Future of Jerusalem. Frankfurt am Main u.a. 1999. S. 24.
2Der englische Wortlaut ist zu finden bei: Hirsch, Moshe / Lapidoth, Ruth: The Arab-Israel Conflict and its Resolution: Selected Documents. Dordrecht, Boston, London 1992. S. 87-93.
