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Wer glaubt denn schon an Zwerge und sprechende Mäuse? Ein Schulkind wie Tom jedenfalls nicht. Deshalb ist Tom auch ganz schön verblüfft, als er im Durlacher Schlossgarten die drei Zwerge Petknurz, Murzelwürz, Grobmurz und ihre Mäusefreundin Charlotte trifft. Gemeinsam mit Toms Freunden machen sie sich auf die Suche nach dem Schatz einer Prinzessin, die früher in der Durlacher Karlsburg gewohnt hat. Ein lustiges Weihnachtsabenteuer wartet auf Kinder, Zwerge und Mäuse.
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Seitenzahl: 54
Veröffentlichungsjahr: 2013
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Sindy Sea Turtle
Der Zipfelmützenadventskalender
Eine Weihnachtsgeschichte in 24 Kapiteln für Zwerge und ihre Freunde
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
1. Eine zipfelmützige Begegnung im Schnee
2. Tee mit Honig und ein Geheimnis
3. Mäuseleckerli und Zwergenknäuel
4. Die Schatzsuchermannschaft
5. Grobmurz, adelige Mäuse und ein Kampfzwerg
6. Tumult auf dem Weihnachtsmarkt
7. Petknurz wird wütend
8. Die geheime Tür in der Bibliothek
9. Iiiiih, eine Maus!
10. Kinderpunsch macht lustig
11. Ein echter Prinz für Charlotte
12. Die Käsereich-Mäusemutter-Mäusetochter-Tradition
13. Der Prinz löst das Rätsel
14. Das Problem mit den fliegenden Mäusen
15. Drei rote Zipfelmützen im Schnee
16. handelt von Wichteln, Feen und anderen Fabelwesen
17. Ein guter Plan und seine Folgen
18. Mehlwürmer oder Salamisticks?
19. Waldemar wird widerspenstig
20. Auf der Suche nach der magischen Buche
21. Ein Reh zeigt den Weg
22. Zwergenkegeln
23. In der Schatzkammer
24. Eine wilde Jagd zum Schluss
Impressum neobooks
Platsch! Der Schneeball landete mitten in Toms Gesicht. Tom war genervt. Eigentlich liebte er ja Schneeballschlachten mit seinen Freunden im Durlacher Schlossgarten. Aber er hatte schon ein paar Ladungen Schneematsch abbekommen. Ein Eisklumpen war vom Hals in den Pullover gerutscht und taute dort langsam auf. Genug für heute, dachte er. Ohne dass die anderen es merkten, verdrückte er sich in Richtung Kletterbaum. Dieser Baum war mehr ein großer Busch mit vielen niedrigen Zweigen, den er und seine Freunde immer zum Kraxeln benutzten. Dort wollte er sich verstecken. Plötzlich sah er am Fuß des Baumes ganz kurz etwas Helles aufblitzen. Es wirkte wie das Blinksignal einer winzigen Taschenlampe. Als er am Kletterbaum angekommen war, konnte er nichts Leuchtendes mehr entdecken. Komisch, dabei hatte er es doch genau gesehen. Da hörte er ein leises Flüstern. Es schien aus dem Baumstamm zu kommen.
„Hierher, komm her zu mir!“
Aber wer rief da nur? Jetzt sah er wieder das Licht und tatsächlich, da im Schnee stand ein kleines Männchen mit roter Zipfelmütze und schwenkte eine Lampe.
„Schnell, berühr diesen Stein.“
Neugierig bückte sich Tom und tippt mit dem Zeigefinger einen bläulich schimmernden Stein an, der neben dem Männchen lag. Mit einem Mal wurde ihm ganz schwindelig, sein Körper fühlte sich irgenwie komisch an. Er schloss kurz die Augen und als er sie wieder öffnete, stand er dem kleinen Männchen gegenüber und blickte ihm direkt in die Augen. Hilfe, er war geschrumpft! Jetzt war er selbst nur noch zwei Zentimeter groß. Riesige Schneeberge umgaben ihn und den Zwerg.
„Komm, da rein!“, raunte ihm der Zwerg aufgeregt zu und zog ihn zum Baumstamm hin.
Dort war tatsächlich eine winzige Tür aus Rinde. Als sie hineingeschlüpft waren, umgab sie die Dunkelheit. Nur die Lampe des kleinen Männchens beleuchtete sie beide. Tom blinzelte.
„Wer bist du?“, fragte er, immer noch benommen von seiner seltsamen Verwandlung.
„Mein Name ist Petknurz. Ich habe gesehen, dass dich diese fiesen Typen verfolgt und mit Schnee beworfen haben. Deshalb habe ich dir ein Signal gegeben“, anwortete der Zwerg.
Und ohne ein weiteres Wort, als wäre jetzt alles Wichtige gesagt, ging Petknurz eine steile Treppe hinab. Er hielt die Lampe so, dass Tom die aus festgestampfter Erde bestehenden Stufen sehen konnte. Endlich kamen sie an eine weitere Tür.
„Wen hast du denn da mitgebracht, Petknurz?“
Zwei andere Zwerge saßen an einem Tisch und schauten verblüfft auf, als Tom und Petknurz eintraten.
„Ich habe diesen netten Zwerg vor ein paar Fieslingen gerettet, die ihn durch den Schnee gejagt haben“, erklärte Petknurz stolz.
Noch bevor Tom einwenden konnte, dass er ja gar kein Zwerg sei und das ganze eigentlich ein Spiel gewesen war, erhob sich einer der beiden Zwerge vom Tisch, baute sich drohend vor Tom auf und polterte los:
„Das ist überhaupt kein Zwerg! Wie kannst du es wagen, dich in eine Zwergenbehausung zu begeben, wenn du überhaupt nicht zu uns gehörst, du Frechling?!“
„Ich habe nie behauptet, dass ich ein Zwerg bin. Mein Name ist übrigens Tom“, antwortete Tom verdattert.
„Was hast du dir dabei gedacht Petknurz?“, fuhr der wütende Zwerg jetzt Petknurz an.
„Aber Grobmurz, er sieht doch aus wie ein Zwerg. Er hat doch eine Zipfelmütze auf. Wir Zwerge müssen doch zusammenhalten und...“ jetzt gingen Petknurz langsam die Argumente aus.
„Diese Mütze ist doch ORANGE. Welcher normale Zwerg zieht denn eine orangefarbene Zipfelmütze an? Keiner, das weißt du. Richtige Zwergenkopfbedeckungen sind rot“, giftete Grobmurz zurück.
Jetzt platzte aber auch Tom der Kragen:
„Das ist überhaupt keine Zipfelmütze. Das ist nur meine Lieblingswintermütze. Ich bin auch kein Zwerg. Mann, ihr Winzlinge hättet mich ja einfach mal fragen können, bevor ihr mich auf Miniaturformat schrumpft. Wie soll ich das denn meiner Mutter erklären? Wie komme ich überhaupt wieder nach Hause?“
„Hmm, vielleicht ist er ja doch ein Zwerg – das Temperament hat er jedenfalls“, Grobmurz nickte anerkennend zu Toms Wutausbruch.
„Ihr spinnt ja!“ - Jetzt kam Tom gar nicht mehr mit.
Der Zwerg mit der Brille, der immer noch am Tisch saß und bisher nichts gesagt hatte, stand auf und ging auf Tom zu.
„Also eigentlich ist es doch egal, ob Tom – so war doch dein Name oder? – ein Zwerg ist oder nicht. Weißt du Tom, Petknurz ist halt unser Jüngster. Er ist erst zweihundert Jahre alt. Er hat noch nicht so viel Erfahrung mit Menschen. Da kann so eine Verwechslung schon mal vorkommen, nicht wahr? Du kannst doch einfach einen Tee mit uns trinken, oder? Du siehst ziemlich durchgefroren aus, Tom. Komm, setz dich doch. Mein Name ist übrigens Murzelwürz.“
Erleichtert und dankbar nahm Tom Platz. Erst jetzt fiel Tom auf, dass alle drei Zwerge, wie er selbst, ebenfalls eine rote Nase und rote Bäckchen hatten. Murzelwürz schenkte den stark mit Honig gesüßten Tee ein und alle tranken. Das geschah mit lautem Geschlürfe. Diese Zwerge haben eindeutig andere Vorstellungen von Tischmanieren als meine Mutter, dachte Tom.
„Mjam, lecker!“ Grobmurz wischte sich mit dem Ärmel die letzten Reste von den Lippen.
„Komm, ich bringe dich zurück“, sagte Murzelwürz.
„Vielleicht könnte er uns ja bei der Suche nach dem Schatzmpf mpfen“, meinte Petknurz. Den Satz konnte Tom nicht genau verstehen, weil Grobmurz Petknurz den Mund zuhielt.
„Das ist doch ein Zwergengeheimnis“, zischte Grobmurz.
