Die Abenteuer des kleinen Brummi - Janina Labhardt - E-Book

Die Abenteuer des kleinen Brummi E-Book

Janina Labhardt

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Beschreibung

Brummi ist ein besonderer, roter Camper. Er fährt als Mietauto von Januar bis Dezember mit ganz unterschiedlichen Menschen auf den Straßen von Neuseeland. Viele Kilometer legt Brummi zurück: ... mit einer Rasselbande Kinder an Bord ... ... im undurchdringlichen Schneegestöber auf einem Gletscher ... ... auf der Autobahn, von der Polizei verfolgt ... ... auf steilen Küstenstraßen, die rutschig und gefährlich sind ... ... und überquert einmal er sogar einen Bergbach ... Brummi ist kein normaler Camper, sondern liebt das Abenteuer und ist immer auf der Suche nach spannenden Begegnungen. Es vergeht keine Fahrt ohne Staunen, Herzklopfen und Überraschung. Die zwölf Abenteuer sind auch als Hörbuch auf www.kleiner-brummi.com erhältlich.

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Seitenzahl: 134

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Für Liam, den ich mehr liebe als mein Leben.

Inhalt

Das Januar-Abenteuer: Urlaub mit Überraschungen

Das Februar-Abenteuer: Das liebe Geld

Das März-Abenteuer: Ja, wir wollen

Das April-Abenteuer: Neustart

Das Mai-Abenteuer: Das erleuchtende Haus

Das Juni-Abenteuer: Zum Helfen berufen

Das Juli-Abenteuer: Aufgeknackt

Das August-Abenteuer: Pures Chaos auf Irrwegen

Das September-Abenteuer: Sehen ohne Augen

Das Oktober-Abenteuer: Das Rehkitz

Das November-Abenteuer: Sommerkinder

Das Dezember-Abenteuer: Willkommen im Leben

1. Das Januar-Abenteuer: URLAUB MIT ÜBERRASCHUNGEN

Nelly, Peet und Sarah sind die drei Kinder von Herrn und Frau Walker. Sie leben in Neuseeland, einem Land mit vielen Fjorden, Bergen und Wäldern. Heute möchten Frau und Herr Walker in den Urlaub fahren um die Buckelwale und Delfine an der Westküste von Neuseeland zu besuchen. In der Werkstatt sieht sich die Familie nun nach einem Mietwagen um.

Aber es gibt ein Problem: Nelly mag keine Camperferien mit ihren beiden jüngeren Geschwistern machen. Sie ist gestern elf Jahre alt geworden. Nelly sagt: „Ich habe meinen Geburtstag mit meinen besten Freundinnen im Freibad verbracht. Es war so toll!“ Jetzt möchte sie nicht wegfahren, sondern wieder ins Freibad gehen. Nellys jüngerer Bruder Peet ist sieben Jahre alt und schaut sich die vielen Camperbusse auf dem Parkplatz an. Sarah, die vier ist, geht am liebsten bei Papa an der Hand.

Als die Angestellte des Autoverleihs auf Brummi zukommt, wird Brummi sofort klar, dass das nächste Abenteuer beginnt. Drei Kinder, viel Gepäck und... wer kommt denn da noch dazu? Die Oma!

Eigentlich sollte Oma nach dem Hasen Hoppel schauen und den Briefkasten leeren. Aber sie erklärt trotzig: „Ich ließ Hoppel in Freiheit hoppeln. Er sah dabei ganz glücklich aus und blickte kein einziges Mal zurück zu seinem engen düsteren Stall. Und an den Briefkasten habe ich einen Zettel mit ‚Bitte nichts einwerfen’ geklebt.“ Sie möchte sich auf keinen Fall die Abenteuer mit ihren drei Enkelkindern entgehen lassen.

Herr und Frau Walker haben keine andere Wahl, als Oma mitzunehmen. Na gut, auf Brummis Rückbank gibt es noch genügend Platz!

Brummi ist startbereit: Sein Tank ist voll. Die Scheiben sind poliert. Das Gepäck der ganzen Familie ist auch schon gut verstaut. Brummi ist voller Tatendrang.

Die kleine Sarah jedoch rebelliert: Sie möchte nicht in den unbequemen Kindersitz steigen, der auf den Straßen Neuseelands Vorschrift ist. Sie weigert sich, stampft auf den Boden und schmollt.

Nelly möchte ebenfalls nicht in den Brummi steigen. Sie wäre so gerne noch ein Mal mit ihren Freundinnen ins Freibad geflitzt.

Peet bleibt vor einem viel größeren Camperbus stehen: „Dieser Camper ist ja riesig, es gibt sogar Gardinen an den Fenstern, eine Dachbox, einen großen Kühlschrank mit blauem Licht drin und die Matratzen federn auf den großen Betten...“, schwärmt er. Aber die Mama sagt nein. Sie müssen mit dem kleinen roten Camperbus Vorlieb nehmen, weil der große zu teuer ist. Peet möchte aber nicht mit Brummi losfahren.

Inzwischen ist der Oma eingefallen, dass sie die geschmierten Brote zu Hause vergessen hat. Oh nein, wie konnte ihr das bloß passieren!

Herr Walker erklärt der kleinen Sarah, dass sie wohl oder übel im Kindersitz Platz nehmen muss. Die Vorschriften des Straßenverkehrs lassen keine Ausnahme zu. „Komm, meine Süße, im Kindersitz kriegst du einen Schokokeks und Ananassaft!“ Sarah fängt an zu weinen.

Frau Walker hält nun Nelly fest, die sofort losdüsen möchte – bloß weg von diesem langweiligen Familienurlaub! „Aber Nelly, sei vernünftig! Deine Freundinnen fahren doch auch demnächst mit ihren Familien weg. Du willst doch nicht die nächsten drei Wochen allein zu Hause bleiben.“

Gleichzeitig versucht Frau Walker jetzt, Peet von dem kleinen Brummi zu überzeugen. „Der kleine Rote macht doch viel mehr Spaß, weil er schneller und wendiger fahren kann“, sagt sie.

Die Oma grübelt nach: „Sehr schade, wenn die geschmierten Brote die nächsten drei Wochen auf dem Tisch liegen. Soll ich sie kurz zu Hause holen gehen?“ Völlig entnervt blickt Herr Walker die Oma an: „Ganz bestimmt nicht, Mutter, wir fahren jetzt los. Vergiss die Brote. Wir halten auf der Fahrt kurz bei einer Bäckerei an!“

Frau Walker ruft abgekämpft: „Peet, entweder dieser kleine rote Camperbus oder gar kein Urlaub. Du kannst nicht immer das haben, was du willst.“

Der kleine Brummi schaut sich die turbulente Szene der Familie Walker an. „Ach du liebe Güte, wie kompliziert die sind!“, denkt er. Soeben freute er sich noch, die Familie zum Elfenwald, zur einsamen Hütte auf dem kahlen Berg oberhalb des großen Wasserfalls und zu den qualmenden Vulkanen zu fahren. Aber nun wird er wankelmütig: Wenn die Walkers so umständlich abreisen, wie wird es denn erst in den nächsten Tagen? Mit Sicherheit stellen sich noch genügend Hindernisse in den Weg. Aber uns gelingt es ja nicht mal mit diesen quengligen Kindern aufzubrechen...

Inzwischen hat sich die schlechte Laune auf alle übertragen. Peet mault: „In diesen Pups-Camperbus steige ich nicht. Der ist viel zu klein.“ Sarah schreit lauthals, weil sie nicht in ihren Kindersitz steigen möchte. Nelly sehnt sich nach ihren besten Freundinnen.

Schließlich rufen Frau und Herr Walker im Chor: „Na hört mal, Kinder, dann wird es diesen Sommer nichts mit Camperferien. Dann bleiben wir eben zu Hause!“

Verblüfft hält die gesamte Familienbande inne. Tatsächlich? Wieder nach Hause? Aber doch nicht! Im Grunde genommen wollen wir ja doch alle mit!

Mit einem Satz springen die Walkers in den Brummi, schnallen sich an und legen die Hände in den Schoß. Aber Peet, Sarah, Nelly, Frau Walker, Oma und Herr Walker haben dabei etwas unterschätzt: Brummis eigener Wille. Er weigert sich nun strikt.

Als Frau Walker den Zündschlüssel dreht, gibt er nur ein heiseres Husten von sich und ruckelt ein wenig. Nanu? Was jetzt? Die Angestellte des Vermietungsbüros zuckt mit den Schultern: „Der kleine Rote ist manchmal schwierig zu starten, aber wenn er mal rollt, funktioniert alles prima.“

Die Kirchturmuhr schlägt fünf Mal. Wie schnell sind die Stunden vorbeigezogen! Frau und Herr Walker wollten heute bis zum nächsten Campingplatz fahren, wo sie einen Platz für zwei Nächte reserviert haben. Aber diese Fahrt schaffen sie heute nicht mehr.

Frau Walker ruft: „Hört mal Kinder, wir bleiben noch für diese Nacht hier auf dem Parkplatz, kochen in dem neuen Camper Pfannkuchen und gewöhnen uns erstmal an unser neues Zuhause. Morgen in aller Frühe brechen wir dann auf.“ Alle sind einverstanden. Bald zieht der weiße Vollmond über den Himmel und verzaubert den Parkplatz mit dem Brummi in eine Märchenlandschaft mit hoppelnden Hasen, neugierigen Fledermäusen und quakenden Fröschen.

Die ganze Familie träumt diese Nacht von den Abenteuern des kleinen Brummi. Sie düsen zusammen zum Mond, über Krater und Berge, Sand und Geröll...

Am nächsten Morgen wird Herr Walker von seinem Telefon aus dem Tiefschlaf gerissen: Der Nachbar ruft an und erzählt aufgeregt, dass sein altes Pferd im Stall krank ist. Jetzt ist doch Erntezeit auf den Weizenfeldern! Normalerweise spannt Tony, der Bauer, sein Pferd zwei Mal im Jahr vor den Wagen und geht mit ihm aufs Feld. Nun muss er den Tierarzt rufen und die ganze Ernte fällt aus. „Könnten Sie mir helfen, Herr Walker?“ fragt Tony, „Sie haben doch einen Camper gemietet...“

Da konnte Herr Walker nicht nein sagen. Er blickt auf seine Familie, die begeistert lächelt, Hurra schreit und Freudentänze macht. Brummi gibt ein brummiges Geräusch von sich, das wie ein Ja klingt. „Klar, wir kommen sofort zu Ihnen!“, verspricht er.

Nelly möchte auf dem Bauernhof die Kälber mit der Trinkflasche füttern, Peet die Ziegen auf die Weide bringen und Sarah gefällt es, den ganzen Tag in der Scheune im Heu zu spielen.

Auch die Oma und Frau Walker strahlen über die Gesichter: Endlich können sie sich beim Nachbar nützlich machen, die saftigen Kirschen pflücken und Marmelade einkochen.

Schnurstracks fährt Brummi los, die Straße entlang bis zum Bauernhof am Waldrand. Dort erwartet Tony die Familie Walker und lädt sie zu einem großen Frühstück ein. Brummi lässt seinen Blick über die Weizenfelder schweifen. Das wollte er schon immer, einen Urlaub auf dem Bauernhof machen! Mit Bauer Tony am Steuer tuckert er los, biegt auf den Feldweg ein und prüft den erdigen Boden. „Das ist für meine Reifen kein Problem! Ich kann hier in der Pflugspur fahren, die gefüllten Weizensäcke vom Mähdrescher abnehmen und auf der Rückfahrt zum Bauernhof gleich noch den tief fliegenden Schwalben nachschauen!“

Tony macht sich mit Brummi gleich an die Arbeit, schwitzt in der Mittagssonne, bringt die Ernte zum Hof, fährt erneut los und schuftet bis zum Abend. Familie Walker schaut Brummi stolz zu: So ein rustikaler Camper ist nicht häufig anzutreffen!

Nelly durfte heute eine Kuh eigenhändig melken. Die warme Milch duftet im Eimer. Zusammen mit der Oma fährt sie am Abend zur Molkerei.

Brummi ist für alle Arbeiten auf dem Bauernhof nützlich. Das Landleben macht ihm augenscheinlich Spaß und die Tage vergehen wie im Flug. Brummi hilft überall mit, bringt früh morgens mit der Oma frisch gebackene Brötchen aus der Bäckerei nach Hause. Dann fährt er mit Herrn Walker die Kinder zum Drachensteigen auf das Stoppelfeld. Anschließend transportiert er mit Frau Walker das frisch eingemachte Kirschenkompott auf den Markt. Nelly kocht abends gerne Spaghetti im Brummi. Die Familie Walker lässt es sich schmecken während sie die Sonne betrachtet, die wie ein roter Feuerball am Horizont verschwindet.

Plötzlich wird Brummi aus der Landidylle gerissen: Sind das nicht die Sirenen, die im Dorf aufheulen? Feuer ist ausgebrochen!

Brummi zögert nicht: Mit der ganzen Familie an Bord gibt er Vollgas und fährt direkt zum großen Ententeich. Die Libellen schwirren vor ihm und zeigen ihm den Weg durch den kleinen Wald zur Lichtung. Dort füllen die Walkers die leeren Milcheimer mit Wasser. Nur keine Zeit verlieren, das Feuer hat sich bereits auf das Schulhaus ausgebreitet! Lichterloh sieht Brummi die Flammen züngeln.

Obwohl Brummi mit den vollen Wassereimern vorsichtig fährt, beeilt er sich. Mit quietschenden Reifen erreicht er das brennende Schulhaus. Die Walkers und die Dorfbewohner bilden eine Kette und löschen das Feuer mit dem Wasser aus den Milchkannen. Was für ein Glück, dass die Schule geschlossen ist und alle Kinder und Lehrer in den Ferien sind!

„Prima gemacht, Brummi!“, lobt der Bürgermeister. „Ohne dich hätte das Feuer einen großen Schaden angerichtet.“ Stolz tätschelt Peet die Motorhaube. „Wir sind ja froh, dass Brummi so klein und flink ist. Als großer Camper hätte er nicht auf dem holprigen Feldweg fahren können.“ Brummi strahlt.

Brummi arbeitet eifrig überall mit. Jeden Tag gibt es viel zu tun, während die Familie Walker das Landleben gelassen nimmt: Die kleine Sarah hat auf dem Bauernhof ihre große Freude.

Sie pflückt am liebsten die reifen Brombeeren in der Hecke, die sofort im Mund verschwinden. Deswegen sind ihre Wangen oft dunkelrot verschmiert. Manchmal pflückt sie gelbe und weiße Blümchen und schenkt sie ihrer Mutter, die gerne in der Sonne liegt und Zeitung liest. Die Oma strickt schon die dritte Wollsocke für ihre Enkelkinder. Sie hat die zu Hause vergessenen Butterbrote mit Brummi geholt und an die Ziegen auf dem Hof verfüttert. Herr Walker hilft dem Bauer die Viehzäune auszubessern. Er findet die Arbeit in der Natur viel sinnvoller als seine normale Büroarbeit. Seine große Tochter Nelly pflegt den ganzen Tag die drei jungen Kälber, melkt die Kühe und mistet den Stall aus. Aber wo steckt eigentlich Peet?

Zuletzt war er mit den Ziegen auf der Weide und pfiff mit einem Grashalm durch die Finger. Frau Walker ist schlagartig hellwach und blickt um sich. Wo ist ihr Junge? Sie ruft: „Peet! Peeeeeet! Peeeeeeeeeeet!“ Nichts. Kein Rascheln im Gebüsch, kein Kichern hinter dem Zaun.

Auch Brummi spitzt seine Ohren. Peet ist verschwunden? Frau Walker startet den Motor von Brummi und düst mit ihm zum Ententeich bei der Waldlichtung. Peet ist nicht da. Brummi biegt den Feldweg ab und entdeckt Förster, die Bäume fällen. Aber sie haben keinen Jungen alleine gesehen. Brummi fährt ins Dorf und hupt aufgeregt. Auch dort ist Peet seit dem Brand nicht mehr gesehen worden.

Der ganze Bauernhof ist in heller Aufregung. Wo ist Peet geblieben? Brummi schwitzt und keucht in der heißen Nachmittagssonne. Er muss Peet um alles in der Welt finden! Hoffentlich ist ihm nichts zugestoßen!

Brummi gibt Vollgas und rast zum Stoppelfeld, wo die Kinder bei Wind Drachen steigen lassen. Auch hier ist weit und breit kein Mensch zu sehen. Er blickt zur Ziegenweide, über die Hügelkette bis zum nächsten Dorf. Hinten am Horizont braut sich ein Gewitter zusammen. Tiefe, dunkle Regenwolken ziehen über den Himmel. Er hört ein erstes Donnergrollen in der Ferne. Was ist mit Peet? Ist er gestürzt und liegt irgendwo verletzt? Ist er entführt worden? Brummi fängt an zu schluchzen.

Auch Peet hat den entfernten Donner gehört. „Bei Gewitter sollte man sich nicht bei alleinstehenden Bäumen aufhalten“, haben ihm seine Eltern eingeschärft. Deswegen steigt er von seiner Lieblingseiche herunter, auf der er den ganzen Nachmittag rumgeklettert ist und Kekse gegessen hat. Er schlendert Richtung Bauernhof zurück. Da entdeckt er Brummi, wie er auf dem Feldweg Staub aufwirbelt und unentwegt hupt. Peet winkt ihm zu und lacht. „Hallo roter Flitzer! Der rote Flitzer ist super“, denkt er und rennt zu ihm.

Auf dem Bauernhof werden Peet und Brummi herzlich begrüßt. Peet wird in die Arme seiner Schwestern geschlossen und fest gedrückt. Brummis Motorhaube wird getätschelt, von Herrn Walker, Nelly und sogar von Sarahs Patschhand, die immer noch dunkelrot von den Brombeeren ist. Die ersten Regentropfen prasseln auf Brummis Blechdach.

2. Das Februar-Abenteuer: DAS LIEBE GELD

Nach dem Abenteuer mit Familie Walker steht der kleine Brummi wieder erwartungsfroh in der Werkstatt. Ein paar Dreckspritzer hat er zwar abbekommen, aber das ist nicht der Rede wert. Wer ihn wohl als Nächstes mietet und auf eine Reise durch Neuseeland führt?

Sein bester Freund, der weiße Camper mit dem Elch-Aufkleber, ist mit einem Sprung in der Windschutzscheibe von seiner letzten Fahrt zurückgekehrt. Und ein anderer Wagen, den ein älteres Ehepaar gemietet hatte, musste tagelang mit einem nassen Hund auf dem Polster fahren – er müffelt immer noch. La Caravanne, die edle Dame unter den Campern in der Werkstatt, hat sich bei ihrem letzten Trip sogar eine erhebliche Beule am Rücklicht geholt. Die Stoßstange ist eingedrückt und das Licht funktioniert seither auch nicht mehr. Da hat Brummi doch richtig Glück gehabt! Abgesehen von seinen müden Knochen ist er ohne Schaden geblieben und voller Vorfreude auf die nächsten Mieter.

Zwei erwachsene Männer mit Cowboyhüten und Sonnenbrillen tauchen in der Camper-Werkstatt auf. Sie heißen Samu und Jack. Brummi schaudert es bei ihrem Anblick. „Die könnten Brüder sein“, denkt Brummi. Sie wirken geheimnisvoll, wortkarg, irgendwie spröde. Ihr Gepäck beschränkt sich lediglich auf zwei Aktenkoffer. Brummi sinniert: „Brauchen die beiden Männer für ihren Urlaub keine Strandtücher, Sonnencrème oder wenigstens ein Schachbrett? Man kann doch nicht bloß mit zwei Aktenkoffern verreisen.“

Schon steigen Jack und Samu ein, verstauen die beiden Aktentaschen und starten den Motor. Alles muss offensichtlich ganz schnell gehen. Die Beiden sprechen gar nicht miteinander, sondern starren nur stur auf die Straße. Samu sitzt am Steuer, er fährt gleich in die Innenstadt und parkt direkt vor einer Bank.

Eine Weile passiert gar nichts. Samu spuckt in die Hände und verreibt die Spucke. Jack mahlt seinen Kaugummi zwischen den Zähnen und fixiert den Eingang der Bank. Plötzlich stürzen die beiden aus dem Camper, mit den Aktenkoffern in den Händen, und verschwinden im Gebäude.

Brummi wird es total flau im Magen. „Warum haben die es denn so eilig?“ Aber weiter kann er gar nicht denken, denn schon rennen die Beiden wieder heraus, springen in den Camper und starten den Motor, der laut aufheult.

Mit überhöhter Geschwindigkeit rast Samu auf die Autobahn. Er fährt hochtourig und hat feuchte, nervöse Hände. Brummi ist voller Fragen: „Wieso sprechen die beiden Aktentaschen-Cowboys nicht über ihre Route? Warum rasen sie gleich mit mir über die Autobahn? Sie scheinen auch nicht in Ferienlaune zu sein…“

Brummi flitzt, so schnell ihn die Räder tragen. Aber Samu drückt nur noch ungeduldiger aufs Gaspedal und nimmt seine Sonnenbrille ab: Seine Augen sind düster, streng und kalt. Die Autobahn zieht sich quer über die neuseeländische Landschaft. Brummi überholt alle anderen Autos, sogar ganz schnelle Rennautos hat er schon hinter sich gelassen! Er schwitzt beträchtlich und atmet schwer.