1,99 €
Dies ist ein spannendes, unterhaltsames Märchen um die Kraft der Musik, Zauberei und eine Schatzsuche. Es entführt den Leser auf die Reise von Sylvius dem Musiker in den Orient, wo er zahlreiche Abenteuer bestehen muss. Illustriert mit zahlreichen Bildern vom Autor.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 44
Veröffentlichungsjahr: 2022
In längst vergangenen Tagen lebte am Spiegelsee ein Ehepaar mit seinem Sohn
Der Spiegelsee lag im Roten Wald und sein Wasser war von wunderbarer Klarheit.
Wenn man von den Bergen auf den See hinunter schaute, lag er wie ein riesiger
Spiegel auf der Waldeslichtung.
Die kleine Familie lebte dort einsam in einem Haus aus Holz.
In der Sommerzeit gaben die Fische des Sees und die Beeren, Pilze und Kräuter
des Waldes Nahrung.
Für den Winter räucherten sie Fisch und trockneten die Waldesfrüchte,
die Mutter bereitete auch große Mengen von Marmelade zu, aber es ging nicht umhin,
dass der Vater nicht auch Holz schlagen, den Karren damit beladen und in die einen
halben Tagesmarsch gelegene Stadt ziehen musste, um dafür Speck und Getreide
einzutauschen.
So lebten sie jahraus, jahrein und das Ehepaar war es zufrieden.
Ihr Sohn Sylvius wuchs heran und konnte dem Vater immer öfter beim Fischen und
Holzmachen zur Hand gehen oder auch der Mutter beim Sammeln helfen.
Mit den Fischen hatte Sylvius allerdings Mitleid, so dass er froh war, wenn er
überhaupt keinen Fisch angelte.
Das Beerensammeln fand er langweilig und so begann er immer öfter allein im Wald
herumzustreunen.
An sonnigen Tagen streckte er sich auf einer Lichtung ins Gras oder er versteckte sich,
um die Tiere des Waldes zu beobachten.
Nach diesen Ausflügen stellte er zu Hause dann meist Fragen über die Stadt und ihre Bewohner.
Eines Tages im Herbst beschloss der Vater Sylvius mitzunehmen, als es wieder
so weit war, um den Holzkarren in die Stadt zu ziehen.
An lange Spaziergänge gewohnt, konnten Sylvius die fünf Wegstunden bis zur Stadt
nicht erschöpfen,und Erstaunen erfülte ihn, als sie dort ankamen.
Wie groß die Häuser waren! Viele von Ihnen warnen aus Stein gebaut und hatten kunstvoll verzierte
Türen und Fenster, voll mit Ornamenten aus Blumen und Blättern, Mensch - und Tiergesichtern.
Aber vorallem begeisterten ihn die vielen Menschen, die unbekannten Gesichter, ob sie nun jung oder alt,
anmutig oder weniger fein waren, jeden dieser Menschen hätte Sylvius gerne gefragt, in welchem der
Häuser er wohne, welchen Beruf er habe und ob er ihm nicht von seinem Leben erzählen wolle.
Nachdem das Holz verkauft und für die erlösten Taler Speck und Getreide besorgt war, machten sich
Vater und Sohn wieder auf den Heimweg und in der sternklaren Nacht lebte die bunte Bilderwelt
der Stadt in Sylvius weiter.
In der Zeit nach diesem Stadtausflug nahm Sylvius Widerwille gegen die Arbeit seiner Eltern noch zu
und seine innere Unruhe trieb ihn oft aus dem Haus auf immer länger werdende Wanderungen und
eines Tages machte er sich allein auf den Weg in die Stadt.
Als er den Marktplatz erreichte, hörte er eine zauberhaft schöne Flötenmelodie.
Ein Straßenmusikant gab seine Kunst zu hören, vor sich ein Körbchen mit Münzen.
Sylvius war von dieser Musik tief berührt und hörte dem Musikanten zu, bis dieser schließlich
die Münzen in seinem Körbchen in die Tasche steckte und seines Weges zog.
Sylvius ging noch eine Weile durch die Gassen und Straßen der Stadt, ließ all die neuen Eindrücke
auf sich wirken und begab sich aber bald wieder auf den Heimweg um noch vor Einbruch der Nacht
den Spiegelsee zu erreichen.
Am nächsten Tag schnitzte er sich aus einem Stück Schilfrohr eine eigene kleine Flöte und begann
darauf zu üben.
Nach einiger Zeit fand er heraus, wo er auf einer Flöte die Löcher anbringen musste, um darauf
die Lieder zu spielen, die er bei seinen Eltern gehört hatte.
Seine Eltern waren erstaunt, dass Sylvius auf seiner Flöte so gut musizieren konnte, hatte er doch
niemals Unterricht erhalten.
Im folgenden Winter verbrachte Sylvius viele Stunden mit dem Erfinden von Melodien und kleinen
Musikstücken oder auch mit der Nachahmung von Vogelstimmen, wie er sie vom Sommer noch im
Gedächtnis behalten hatte.
Als dann der schöne Frühling wieder mit Blumen und Vogelgesang ins Land zog, nahm Sylvius
seine Flöte auch bei seinen Ausflügen in den Wald mit.
An einem sonnigen Tag im März saß er an einem seiner Lieblingsplätze.
Ein felsiger Gipfel von dem aus er einen weiten Blick über die Wälder und Berge hatte.
Dort träumte er und spielte seine Flöte. Dann geschah etwas Besonderes.
Vor ihm stand plötzlich eine Erscheinung.
Eine Frau umgeben von einem Schein aus weißem Licht, in der Hand eine goldene Harfe.
Sylvius bekam wildes Herzklopfen und das Atmen wurde ihm schwer, dann begann ihn ein Gefühl
von Leichtigkeit und milder Wärme zu durchströmen und alle Angst löste sich auf.
"Dein Flötenspiel gefällt mir", sagte die Frau mit wohlklingender Stimme.
Die Hülle von Licht war verschwunden, jetzt kam sie Sylvius einfach wie eine ganz natürliche Frau vor.
"Ich heiße Silja",führte die geheimnisvolle Fremde das Gespräch fort.
"Ich bin selbst Musikerin und wohne nicht weit von hier. Ich würde dich gerne zu mir einladen,
wenn du damit einverstanden bist."
Sylvius verspürte Zutrauen zu ihr und da er voller Neugier und auch Bewunderung war, stimmte er
der Einladung sofort zu und Silja führte ihn zu einer Höhle, deren Eingang versteckt hinter Büschen
lag.
Das Innere der Höhle war eine Überraschung.
Der Boden war mit einem bunten Mosaik ausgelegt und an den Wänden befanden sich seiden schimmernde
Teppiche und schöne Gemälde.
An der Decke wuchsen überall leuchtende Edelsteine.
Kerzen auf goldenen Leuchtern gaben dem Raum einen wunderbaren Glanz.
Entlang den Wänden befanden sich Diwans und Polster. Überall standen und lagen Musikinstrumente.
Viele davon hatte Sylvius noch niemals zuvor gesehen.
Silja benannte ihm alle Instrumente und brachte sie mit kurzen Musikstücken zum Klingen.
Sylvius war völlig hingerissen und bezaubert.