Die Biene und der Kurt - Robert Seethaler - E-Book
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Beschreibung

16-jährig, pummelig, klein, eigenwillig, Brillengläser wie Bierkrugböden und ein blonder, schräg vom Kopf abstehender "Pferdestummel". Das ist Biene. Biene ist aus dem Mädchenheim geflüchtet und trifft an einem gottverlassenen Bahnhof auf den kettenrauchenden und versoffenen Schlagersänger Kurt. Gemeinsam touren Biene und Kurt nun im scheppernden aber glitzernden "Heartbreakin´-Mobil" durch die Provinz, spielen in Wirtshäusern, Altenheimen und Zuchttierhallen, treffen auf gewaltige Bauern, tanzende Polizisten, Wirtinnen in roten Overalls, auf über tausend Truthahnküken und erleben auch sonst einige recht bemerkenswerte Abenteuer. Und ihnen wird klar, dass sie eigentlich beide auf der Suche nach Liebe sind. Eine atmosphärische Geschichte über Freiheit, Sehnsucht, die Provinz und zwei liebenswerte Außenseiter.

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Seitenzahl:401


INHALT

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ÜBER DEN AUTOR

Robert Seethaler, geboren 1966, wurde 2007 für seinen Roman Die Biene und der Kurt mit dem »Debüt-Preis des Buddenbrookhauses« ausgezeichnet. Er erhielt zahlreiche Stipendien, darunter das »Alfred-Döblin-Stipendium der Akademie der Künste«. Der Film nach seinem Drehbuch Die zweite Frau wurde mehrfach ausgezeichnet und lief auf verschiedenen internationalen Filmfestivals. 2008 erschien sein zweiter Roman Die weiteren Aussichten. Im Juli 2010 erschien sein dritter Roman Jetzt wirds ernst bei Kein & Aber. Robert Seethaler lebt in Berlin und Wien.

ÜBER DAS BUCH

Diese wunderbare, komisch-tragische Liebesgeschichte schildert die ungewöhnliche Begegnung zwischen der 16-jährigen, eigenwilligen, einem katholischen Mädchenheim entflohenen Biene und dem abgehalfterten Provinzbühnen-Rock-‘n’-Roller und Schlagersänger Kurt »Heartbreakin’« Dvorcak.

Gemeinsam tourt dieses merkwürdige Paar im scheppernden, aber glitzernden »Heartbreakin´-Mobil« durch die Provinz, spielt in Wirtshäusern, Altenheimen und Zuchttierhallen, trifft auf pralle Frauen, gewaltige Bauern, tanzende Polizisten, Wirtinnen in roten Overalls, auf über tausend Truthahnküken und erlebt auch sonst einige recht bemerkenswerte Abenteuer. Die Biene und der Kurt finden dabei immer mehr Gefallen aneinander, und nach diversen überwundenen Widerständen entwickelt sich zwischen den beiden eine seltsame, aber tiefe Liebe. In einer äußerst filmischen Sprache, der man sich kaum entziehen kann, erzählt Robert Seethaler eine atmosphärisch starke Geschichte, die von Freiheit erzählt, von Sehnsucht, von der Provinz, und von zwei Außenseitern, die alles mitbringen, um die Liebe niemals zu finden, sie aber schließlich doch bekommen.

»Eine wunderbar verschrobene Geschichte, die zur Abwechslung einmal schlauer ist, als sie tut.«

Der Tagesspiegel

EIN FRÜHMORGENDLICHER TANZ

Einen Polizeibeamten in Uniform, der irgendwo am verlassenen Landstraßenrand neben seinem grün-weißen Polizeiauto vor sich hin tanzt, sieht man eigentlich selten. Aber das kennt man ja: Wenn sich der Dienst wieder einmal hinzieht wie ein ausgelutschter Kaugummi, kann einem schon einmal langweilig werden! Vor allem, wenn man so ein junger, irgendwohin strebender und ziemlich ehrgeiziger Polizeibeamter wie der Leo ist. Und wenn es dann auch noch so morgendlich früh ist, dass noch nicht einmal ein Traktor die Straße entlangwackelt, geschweige denn ein Auto, dann wird es einem natürlich gleich noch ein bisschen langweiliger. Aber eines ist auch klar: Jeder Mensch hat einen Rhythmus in sich drinnen! Sogar ein ländlicher Polizeibeamter mit schweißigen Flecken unter den Achseln und roten Flecken im Gesicht. Und deswegen und wegen der Langeweile und weil er vor kurzem einen südamerikanischen Tanzkurs an der Volkshochschule belegt hat – weniger wegen des Tanzens als wegen der Frauen –, deswegen also dreht er sich jetzt in der frischen Morgenluft, der Leo. Ganz vorsichtig und langsam, mit Bedacht und sanftem Wiegeschritt, dann aber doch auch schon ein bisschen forscher und schneller. Und jetzt hebt er sogar die Arme hoch wie eine dickliche Primaballerina in Uniform und dreht sich recht gekonnt im Kreis. Immer mehr rührt der Rhythmus herum im Leo. Vor und zurück schwingt er seinen Hintern und die weichen Hüften, tänzelnd trippeln die schweren Beamtenschuhe über die Erde; nach links und nach rechts wirft der Leo seinen rotfleckigen Kopf mit der schönen Mütze, elegant schwingen sich die Arme darüber und geben die nassen Achseln frei.

So also tanzt Leo, der junge Polizeibeamte, vom inneren Rhythmus getrieben, einen selbstvergessenen Frühmorgentanz am einsamen Landstraßenrand.

Aber so eine ehrgeizige und ausgebildete Polizeibeamtenwachsamkeit kriegt auch kein noch so schön zusammenphantasierter Rhythmus klein! Deswegen reagiert jetzt der Leo auch ziemlich schnell, als plötzlich etwas raschelt im Gebüsch hinter dem Auto. Mitten in einer sehr anmutigen Bewegung bleibt er stecken, horcht ein bisschen hin zum Rascheln, lässt dann langsam die Arme sinken und schleicht sich mit ganz leisen Schritten um das Auto herum. Dass da drinnen auf dem Beifahrersitz der Hermann liegt, ist dem Leo jetzt egal.

Der Hermann ist auch ein Polizeibeamter. Und zwar schon ziemlich lange. Deswegen streiten sich schon die letzten grauen Haare mit der Glatze um den begrenzten Platz auf dem Hermannkopf. Und deswegen freut sich der Hermann schon sehr auf die Rentenbezüge und aufs Nichtstun. Obwohl er jetzt eigentlich auch schon nichts tut, außer ganz leise zu schnarchen. Weil er nämlich ein bisschen eingedöst ist, im gemütlichen Polizeiautositz. Das kann man sich ja auch einmal erlauben nach so einem anstrengenden Tag und nach so einem anstrengenden Beamtenleben.

Der Leo ist da anders. Der hat ja das Ganze noch vor sich. Der will noch was. Vor allem will er ein paar Sternchen mehr auf der Schulter kleben haben, irgendwann später. Und da kann so eine beständige Wachsamkeit eigentlich nicht schaden. Darum schleicht er sich jetzt also am Auto mit dem schlafenden Hermann vorbei, bleibt dann stehen und schaut ganz aufmerksam hinüber zum Gebüsch. Dass er die Hand dabei schon am Halfter hat, das weiß der Leo wahrscheinlich selber gar nicht. Das passiert automatisch, wenn einem das heiße Jagdfieber hineingekrochen ist in die Knochen.

Schon wieder raschelt es im Gebüsch. Leise. Und da tut der Leo das einzig Richtige: Er lässt sich auf das rechte Knie fallen, wurschtelt seine Waffe aus dem Halfter, streckt schulmäßig beide Arme nach vorne und legt an. Und eines ist klar: So eine Wachsamkeit, so eine nämlich, die dem Leo da hinter den Augen sitzt, die kann einem auch die beste Polizeischule nicht antrainieren! Das ist schon eine echte, ehrliche und angeborene Gabe. Die hat man oder hat man nicht. Der Leo hat sie. Deswegen entsichert er jetzt ganz langsam seine Waffe. Deswegen leckt er sich über die Lippen, und deswegen quetscht sich auch ein einsamer Schweißtropfen unter der Polizeimütze hervor und rollt die rotgefleckte Leostirn hinunter. Noch einmal raschelt es im Gebüsch. Noch einmal. Und noch einmal. Und dann hüpft ein kleiner Vogel hervor. Hüpft hervor, bleibt stehen, hebt eins von den dünnen Beinchen und schaut ein bisschen herum. Wahrscheinlich will der etwas von der Morgensonne haben. Dem Leo aber gefällt das. Der zieht langsam sein Gesicht zu einem ziemlich breiten Lächeln auseinander und kneift sein linkes Auge zusammen. Der Vogel schaut. Der Leo schaut. Und dann krümmt er seinen Zeigefinger.

Eigentlich schade für den Leo, dass sich in genau diesem Augenblick ein Schatten vor ihm auf dem Boden breit macht. Für den Vogel ist das nicht so schade. Der kriegt nämlich einen gehörigen Schrecken, fackelt nicht lange herum und fliegt weg. Da kann ihm der Leo noch so lange ein bisschen blöd hinterherschauen – der Vogel hat sich verabschiedet und ist höchstens nur mehr als kleiner, schwarzer, flatternder Punkt am blauen Himmel zu sehen. Wenn überhaupt.

Der Schatten gehört dem Hermann. Der ist nämlich doch irgendwann unwillig aufgewacht aus seinen Pensionistenträumen, hat sich aus dem gemütlichen Polizeiautositz herausgerappelt und steht jetzt hinter dem Leo. Die grüne Mütze zieht er sich über die Glatze nach hinten und schaut auf seinen jungen Kollegen hinunter. »Drei Wochen, Leo ...«, sagt er und kratzt sich ein bisschen im Nacken, dort, wo die Haare noch wollen. »In drei Wochen geh ich in Rente – dann beginnt von mir aus die Jagdsaison. Jetzt noch nicht!« Und dann gibt er dem Leo einen kleinen schiefen, aber freundlichen Wink mit dem Zeigefinger. »Stecks weg, hmh?«, sagt er zu ihm. Unten kniet der Leo noch immer im Landstraßenstaub. Was er sich da denkt, weiß er wahrscheinlich nicht so genau. Aber eines weiß er: Der Hermann hat ein oder zwei Sternchen mehr als er. Noch. Also schaut der Leo einigermaßen missmutig drein und steckt dann aber doch die Waffe in ihr Lederbett zurück. Das gefällt dem Hermann. Da schaut er zufrieden. »Brav!«, sagt er, und nickt dem Leo recht versöhnlich zu. Und dann streckt er sich, gähnt ein bisschen, legt seinen Kopf in den Nacken und blinzelt in die schöne Morgensonne hinein.

BIENE KRAVCEK

Eines ist klar: So eine Brille ist nicht zu übersehen! Gar nicht so wegen dem modischen Aspekt. Weil nämlich der Krankenkasse – wenn sie schon einmal ausnahmsweise und nach längerem behördlichem Gerangel eine Brille voll finanziert – die Mode mit all ihren Aspekten ziemlich wurscht ist. So eine Brille ist nicht zu übersehen, weil sie dick ist wie ein hochälplerischer Bierkrugboden. So dick ist diese Brille. »Siebzehn Dioptrien«, hat der Augenarzt damals gesagt, als er die schwere Brille in seiner rosigen Augenarzthand ein bisschen balanciert und sie dann der kleinen Biene auf die kleine Nase gesetzt hat. Drei Jahre war sie damals alt. Auch kein Alter eigentlich.

Jetzt ist die Biene sechzehn und hat auch einen Nachnamen. Kravcek. Die Brille sitzt der Biene Kravcek noch immer schwer auf der Nase und glänzt vor sich hin. Deswegen fällt es auch gar nicht auf, dass es sich darunter, mitten auf dem Nasenrücken, ein Pickel gemütlich gemacht hat. So ein Nasenpickel kann sich nämlich noch so sehr in den Vordergrund spielen wollen – gegen eine so glänzend dicke Bierkrugbodenbrille, hinter der sich so riesig vergrößerte braune Augen hin und her bewegen, kann der nur abstinken!

Der Pickel, die Brille und die riesigen braunen Augen sind aber auch schon das Einzige, was sich da hervortut. Sonst ist nämlich nicht viel los im Bienegesicht. »Eher blässlich«, würde jemand sagen, der sich die Biene einmal etwas genauer anschauen würde. Das tut aber nie jemand. Heute hat sie sich mit einem Gummi einen Pferdeschwanz gemacht. Das ist aber auch nicht außergewöhnlich. Den macht sie sich nämlich jeden Tag. Obwohl die blonden Haare fast zu kurz sind für einen Pferdeschwanz. Also ist das eigentlich eher ein Pferdestummel, der da schräg absteht vom Hinterkopf. Dafür ist die Stirn hoch, weiß und glatt. Da könnte man ein ganzes Stillleben oder so was draufmalen, wenn man die Zeit hätte und die Muße, auf diese Stirn. Ansonsten? Die Ohren sind klein, der Mund sowieso, das Kinn darunter auch nicht besonders groß, überhaupt ist die ganze Biene kein Riese. Ein Meter und sechsundfünfzig sind eben kein Gardemaß. Ein bisschen pummelig ist die Biene auch. Aber das macht ihr nichts aus.

Ein Tablett hält sie in den Händen. Auf dem Tablett steht ein Teller mit einem grauen Fleischlappen, einem gelben Erdäpfelpüree und einem grünen Erbsenhaufen drauf. Passt eigentlich farblich alles gut zu dem gelblich braunen Hemd, dem bräunlich gelben Rock, den weißen Stutzen und den schwarzen Schuhen, in denen die Biene steckt.

So steht sie also farblich einigermaßen abgestimmt da und schaut. Mitten in einem Saal steht die Biene. Genau in der Mitte von einem gewaltigen Speisesaal mit hohen grünlichen Wänden und fast genauso hohen grauen Fenstern. Da fallen ein paar staubige Sonnenstrahlen durch. Schräg liegen die im Raum herum und malen helle Vierecke an die Wände.

Mitten in einer der vielen Reihen zwischen den orangefarbenen Tischen und Plastikstühlen steht die Biene. Wahrscheinlich hat irgendwann mal irgendein Innenarchitekt eine ziemliche Wut auf irgendwas gehabt. Oder er hat sich vielleicht über die vielen frustreichen und brotlosen Innenarchitekturlehrjahre hinweg eine ziemlich verwirrte Farbwahrnehmung angesoffen. Sonst sind eigentlich dieses ganze Orange und dieses ganze Grünliche nicht so recht erklärbar.

Und eines ist auch nur natürlich: Speisesäle sind keine Orte der Einsamkeit! Und der Speisesaal von einem katholischen Mädchenheim zur Mittagszeit sowieso nicht. Deshalb ist die Biene auch nicht alleine. Weil sich nämlich überall um sie herum ein Haufen anderer Mädchen tummelt. Alle tragen sie genau die gleichen bräunlich gelben oder gelblich braunen Uniformen, genau die gleichen weißen Stutzen und schwarzen Schuhe. Ein paar stehen, ein paar gehen noch herum, die meisten aber sitzen schon da, vor ihren Tabletts, stochern ins Erdäpfelpüree hinein und reden ziemlich viel. Und als ob sich die ganzen hellen Mädchenstimmen irgendwie zusammengetan hätten, hängen die jetzt wie ein einziger Schwarm im Saal herum, wie ein einziger großer Mädchenstimmenschwarm.

Jetzt ist die Biene aber lange genug so herumgestanden. Hat auch genug geschaut, ob denn da irgendwo noch ein Platz frei ist. Ein Platz, wo sie ihre Ruhe haben kann und keine Nachbarn. Und jetzt hat sie einen solchen Platz gefunden. Ganz im Eck ist nämlich noch ein Tisch frei. Da geht die Biene hin. Dass beim Vorbeigehen ein paar Mädchen so komisch kichern, bemerkt sie gar nicht. Oder vielleicht will sie das auch gar nicht bemerken. Jedenfalls schaut sie nur ziemlich gerade vor sich hinunter und am Tablett vorbei auf den Boden, geht zum freien Tisch, setzt sich, sticht sich eine einzelne Erbse auf die Gabel, hält sie hoch und schaut sie sich von allen Seiten an. Und dann schiebt sie sich die grüne Kugel in den Mund hinein. So tief es geht.

IN DER BIENE ZERPLATZT ETWAS

So sitzt also die Biene alleine im Eck am Tisch und isst. Aber nicht lange. Bald schon hat sich das erledigt mit dem Alleinedasitzen. Weil sich nämlich jetzt ein großes Mädchen mit einem großen Granitschädel der Biene gegenüber hinsetzt und ihre wirklich großen Unterarme auf den orangefarbenen Tisch legt.

Hinter Bienes Stuhl haben sich noch zwei Mädchen postiert. Auch nicht schmächtig, haben die ihre Arme vor der Brust verschränkt und schauen auf die Biene hinunter.

Und die kann jetzt noch so angestrengt in ihren Teller hineinschauen und so tun, als würde sie da was Interessantes sehen im Püree – oft lässt sich die Wirklichkeit nicht einfach so wegphantasieren. Das ist schade. Weil die Wirklichkeit einem manchmal ganz schön den Tag versauen kann. Das Mädchen mit dem Granitschädel jedenfalls beugt sich jetzt ein wenig vor und zeigt auf Bienes Teller. »Meins ...?«, fragt sie. Gelb sind ihre Zähne und groß. Angeboren wahrscheinlich. Die beiden hinter der Biene gluckern mit bebenden Schultern ihre erwartungsvolle Erregung heraus. Es ist nämlich schön und angenehm, wenn man auf der richtigen Seite steht.

»Na ...?«, fragt der Granitschädel und ballt langsam eine von den fleischigen Händen zur Faust, dass es nur so knackt. Ihre Freundinnen gluckern. Die Biene schaut in ihren Teller hinein. Aber weil da drinnen jetzt auch keine Lösungen herumschwimmen und weil der Biene partout nichts anderes einfallen will, gibt sie sich einfach ganz spontan einem inneren Rucker hin, reißt sich los vom Teller, nimmt ihre Gabel, spießt damit den Fleischlappen auf und hält ihn in die Höhe. Da grinst der Granitschädel gleich noch ein bisschen breiter. Aber zu früh. Weil nämlich die Biene plötzlich ihre kleine rosige Zunge ausfährt und einmal quer drüberschleckt über das graue, fettige Fleisch. Quer drüber, von rechts unten nach links oben. Und dann hält sie es der anderen unter die Nase. »Ja. Deins ...!«, sagt sie.

Vielleicht hätte sie das aber doch nicht machen und sagen sollen. Weil die Granitene sich nämlich nur kurz von der Überraschung aufhalten lässt, ihren Ärger schnell zwischen den Kiefern zermalmt, den beiden Genossinnen hinter der Biene einen Blick zuwirft und das eckige Kinn nach vorne reckt. Und die beiden haben verstanden. Die packen jetzt die Biene. Von hinten packen sie sie an den Oberarmen, dass die Gabel mit dem Fleisch nur so purzelt, und halten sie ordentlich fest. Da kann die Biene jetzt noch so viel zappeln und sich auf und ab bäumen – fest steckt sie im harten Griff. Das gefällt natürlich wiederum dem Granitschädel gegenüber. Der kann gleich noch einmal die gelben Zähne zeigen. Und außerdem kann er hinüberlangen, kann mit den wurstigen Fingern fest in Bienes Haare hineingreifen und den Bienekopf mit Wucht in den Teller mit den Erbsen und dem Erdäpfelpüree tunken.

Die Biene prustet, schluckt und spuckt. Aber gar so schnell will das granitene Mädchen noch nicht aufhören. Da hat sie jetzt doch noch zu viel Spaß an der Sache. Also drückt sie die Biene eben so lange in den Teller hinein, bis die irgendwann mit dem Prusten, mit dem Schlucken und mit dem Spucken aufgehört hat und einfach liegen bleibt, mit dem Gesicht im gelblich grünen Matsch.

Etwas will die Granitene noch wissen. Etwas interessiert sie noch. An den Haaren zieht sie den Bienekopf hoch und beugt sich nah zu ihm hin. »Hats geschmeckt?«, fragt sie. Eigentlich höflich. Wobei: Könnte natürlich auch sein, dass das gar nicht so höflich gemeint ist, in diesem Moment.

Die Schergenmädchen haben die Biene losgelassen. Das ist ihr wahrscheinlich auch ganz recht. Da kann sie sich die verschmierte Brille wieder zurück auf die richtige Nasenstelle schieben. Und dann kann sie sich die da gegenüber ein bisschen anschauen. Das dunkle Zahnfleisch über dem Zahngelb zum Beispiel. Oder die breiten Nasenflügel. Kann sich anschauen, wie sich die Nasenlöcher bei jedem Einatmer aufblähen wie lebendige Saugnäpfe. Oder wie sich die dichten Augenbrauen heben vor Vergnügen, über den kleinen, hellblauen Augen. Das alles schaut sich die Biene an. Eine Weile. Und dann zerplatzt etwas in ihr. So etwas kennt man ja: Wenn plötzlich irgendetwas zerplatzt, oben drinnen im Hirn oder unten drinnen im Herz, und sich ausbreitet im ganzen Körper, ganz heiß, bis in die Fingerspitzen und sogar auch bis in die Zehenspitzen hinein. Das ist die Wut.

Und wenn so etwas erst einmal zerplatzt ist, dann geht das alles oft ganz schnell. Jetzt auch. Weil die Biene sich nämlich das Messer vom Tablett greift, mit einer unvermutet blitzartigen Geschwindigkeit über den Tisch und dem Granitschädelmädchen an die Gurgel springt und es mitsamt seinem gelbdunklen Grinser im Gesicht nach hinten umhaut. Und jetzt kniet sie schon auf ihm. Wie ein Käfer liegt die da unten auf dem Rücken und traut sich kaum, sich zu rühren. Der Grinser ist weg. Wenn einem nämlich einmal eine Messerspitze knapp vor dem Gesicht herumzappelt, hält sich der Zynismus gern vornehm zurück.

Aber eines ist auch bekannt: Die Sensationsgeilheit lässt sich von niemandem etwas vorschreiben! Auch nicht von der katholischsten Erziehung. Und deswegen sind die Biene und das Granitmädchen innerhalb der nächsten ungefähr zwei Sekunden von einem Haufen johlender und kreischender gelblich brauner oder bräunlich gelber Mädchen umringt. Der Biene macht das nichts. Die hält dem Käfer das Messer vors Gesicht und schaut knapp an der Klinge vorbei. Ganz so zufrieden sieht die da unten jetzt auch nicht mehr aus, wie sie so auf dem Rücken liegt, keucht und schwitzt. Gar nicht zufrieden. Und jetzt fasst die Biene das Messer ein bisschen fester an. Und hebt es hoch. Da johlen und kreischen die Mädchen rundherum gleich noch ein bisschen lauter und schlagen die kleinen Hände vor die kleinen Münder. Das Käfermädchen zuckt ordentlich zusammen, drückt, so fest es kann, die Augen zu und schließt innerlich schon ab mit allem Möglichen. Die kann ja auch nicht wissen, was die Biene vorhat, mit dem kalten Messer in der warmen Hand. Vielleicht würde die sonst ja anders reagieren.

Die Biene will nämlich gar nicht die Klinge hineinbohren ins Gesicht unter ihr. Die will etwas ganz anderes. Die krempelt sich einen Ärmel von ihrer Bluse hoch, streckt den kurzen weißen Unterarm, der da zum Vorschein kommt, in die Luft, hält sich die Messerspitze an diesen kurzen Unterarm und drückt sie in die Haut hinein. Und dann zieht sie die Klinge ein paar Zentimeter hinunter, in Richtung Ellbogen. Da lässt das Blut nicht lange auf sich warten. Das kommt gleich herausgeschossen, dunkel glänzend unterm Speisesaaldeckenlicht.

Die Biene hat aber jetzt genug geschlitzt. Die schmeißt das Messer weg, drückt dem großen Mädchen da unten ihren weiß-roten Unterarm unter die Nase und schmiert ihr das Bieneblut über das ganze Gesicht. Und so ein Gejohle, das da jetzt herausbricht aus all den Mädchenköpfen, so ein wildes Gekreische hat es wahrscheinlich auch noch nie gegeben in der ganzen langen Geschichte der katholischen Mädchenheimspeisesäle!

Deswegen fliegt jetzt auch mit einem ordentlichen Kracher die Saaltür auf. Und eines muss man sagen: Was da hereingestürmt kommt, das hat schon eine Wirkung! Eine gewaltige, sozusagen überdimensionierte Frau stürmt da herein. Das ist die Hilfsschwester Maria. Und wem bei diesem Anblick nicht der gehörige Respekt in die Knochen fährt, der muss schon tot sein. So ein Fleischberg ist die Maria. Sicher eins neunzig groß und schwer wie ein Kleinwagen. Aber nicht nur Fett. Auch Muskeln. In einem weißen Kittel steckt sie. Da will man über den Stoffverbrauch erst gar nicht nachzudenken beginnen. Auf ihrem riesigen, runden Kopf balanciert ein winziges weißes Steckhäubchen. Das sitzt da oben wie diese kleinen weißen Vögel auf den Nilpferdköpfen in Afrika.

Durch die Reihen mit den orangefarbenen Tischen und Stühlen stürmt diese Maria. Dabei schiebt sie eine Bugwelle flüchtender Mädchen vor sich her. Schon ist sie da. Schon hat sie sich die Biene geschnappt, hat sie vom Käfer weg- und hochgerissen und hat sie an ihren riesigen Leib gedrückt. Und jetzt stürmt sie schon wieder zur krachenden Tür hinaus. Weg ist sie, die gewaltige Hilfsschwester Maria mit der Biene unterm Arm. Das ist schnell gegangen. Zurück bleibt ein heilloses, tobendes und kreischendes, gelblich braunes oder bräunlich gelbes Mädchendurcheinander.

DIE MUTTER GOTTES UND DER WILDE WESTEN

Die Mutter Gottes hat sicher auch schon einiges gesehen. Wer schon einmal einen Sohn so ganz ohne Mann empfangen hat, den haut wahrscheinlich gar nichts mehr so schnell um. Und darum schaut die Mutter Gottes jetzt eher abgeklärt und ein bisschen gelangweilt in das Zimmer von der Frau Kämmerle hinein.

Die Frau Kämmerle wiederum schaut eher aufgewühlt zur Mutter Gottes hoch, die da in einem kleinen Baumarkt-Bilderrahmen an der Wand hängt und so heilig ihre Hände vor der Brust faltet. Dort oben, im sanften Gesicht, sucht die Frau Kämmerle Trost. Den braucht sie manchmal. Oder eigentlich ziemlich oft. Die Frau Kämmerle ist nämlich die Heimleiterin. Und eines ist ja bekannt in der religiös-sozialen Arbeitswelt: Heimleiterin von einem katholischen Mädchenwohnheim zu sein, ist schon so eine Sache! Da muss man dafür geboren sein. Oder ziemlich leidensfähig. Die Frau Kämmerle ist beides.

Das Soziale und das Religiöse sind ihr vor sechsundvierzig Jahren schon in die Wiege gelegt worden. Und irgendwann später hat sie sich hochgearbeitet und -gebetet durch die ganzen Kirchenstrukturen, die kleine, zarte, aber zähe Frau Kämmerle. Bis zur Heimleiterin eben. Viel weiter geht es nicht mehr für eine Frau im Katholizismus. Und gelitten hat sie auch genug. Weil sie nämlich nicht so eine Sozialbürokratin ist. Weil sie sich nämlich einsetzt für ihre Mädchen und ihre Hilfsschwestern. Da kennt die Frau Kämmerle gar nichts. Mitleid, Sorge und verzeihende Liebe sind praktisch Daueruntermieter im Kämmerlehirn. Und genau deswegen steht sie jetzt wieder einmal mit auf dem Rücken verschränkten Armen in ihrem Büro und schaut mit traurig-aufgewühltem Blick zu der Mutter Gottes im Baumarkt-Bilderrahmen hoch.

Noch zwei andere stehen im Zimmer. Gleich bei der Eingangstür. Die Biene und die Hilfsschwester Maria stehen da. Und so ein ungleiches Paar hat es wahrscheinlich noch nicht einmal im ausgedachtesten und überdrehtesten Hollywoodweihnachtstrickfilm gegeben! Die gewaltige Maria schaut erwartungsvoll aus ihrem roten Schädel heraus zu ihrer Chefin hinüber, während die gar nicht gewaltige Biene eher überhaupt nicht erwartungsvoll auf den Boden hinunterschaut. Ihr Arm ist fest mit einem weißen Verband umwickelt. Das hat die Maria gemacht. Die kann so was. Bluten tut da jetzt nichts mehr.

Ziemlich lange ist es ziemlich ruhig im Büroraum. Bis dann irgendwann die Frau Kämmerle seufzt. Und gleich noch einmal hinterher. Und dieser zweite Seufzer ist ihr jetzt schon besser gelungen. Den hat sie aus ihrer allertiefsten Seelenecke hervorgeholt. Und jetzt dreht sie sich um zur Biene und zur Maria. »Wunden muss man sich nicht selber schlagen!«, sagt sie. »Frag den Jesus!« Wirklich sehr traurig schaut die Frau Kämmerle drein. Die Biene findet ihre Schuhe wahrscheinlich recht interessant. Die Maria hat die Unterarme über ihrer Gebirgsbrust verschränkt und schaut irgendwohin. Ob sie überhaupt etwas findet oder denkt, ist unklar. Einmal noch schaut die Frau Kämmerle hoch zur Mutter Gottes. Dann geht sie zur Biene hinüber und stellt sich vor sie hin. Kaum größer ist sie als die Biene. Aber so ist das eben mit der Autorität: Die definiert sich ihre Größe selbst. Und der Glauben die seine sowieso.

Die Frau Kämmerle fasst der Biene unters Kinn, beugt sich ganz nah zu ihr hin und schaut ihr mitten ins Gesicht hinein: »Für diesmal bleibt die Geschichte unter uns. Aber das muss das allerletzte Mal gewesen sein! Nicht jede Blindheit währt ewig. Und die Güte sowieso nicht ...« Sanft streichelt sie der Biene über den Kopf. »Verstehst du?«

Die Biene schiebt sich ihre Brille mit dem Zeigefinger gerade, nickt ein bisschen und schaut sich wieder ihre Schuhe an.

»Wirst dich schon dreinfinden ...!« Ein bisschen verzwickt lächelt die Frau Kämmerle. Dann dreht sie sich um und geht zum Mutter-Gottes-Bild zurück. Die Maria hat verstanden. Die weiß schon, was zu tun ist. Die fasst jetzt die Biene an ihren Schultern und schiebt sie zur Tür hinaus. Weg sind sie. Und ruhig ist es wieder im kleinen Mädchenwohnheimleiterinnenbüro.

Alleine steht die Frau Kämmerle wieder da, an der Wand, unter dem kleinen, bunten Bild, und schaut hoch ins tröstende Gesicht. Eine Weile steht sie so da und bewegt sich nicht. Aber mit einem Mal stellt sie sich auf die Zehenspitzen, greift hoch und dreht die Mutter Gottes einfach um. Und das ist jetzt aber auch wirklich ungewöhnlich: Auf der Rückseite vom Baumarkt-Bilderrahmen steckt noch ein Bild! Genauso bunt und schön wie das von der Mutter Gottes. Oder vielleicht sogar noch ein bisschen schöner. Ein Bild von einem Cowboy steckt da. Ein braungebrannter Cowboy mit sehr blonden Haaren ist das. Der steht breitbeinig mitten in einer romantischen Wild-West-Dekoration, mit Wüste und Plastikkaktus und allem Drum und Dran, trägt eine strahlend bläuliche Uniform und einen strahlend bläulichen Cowboyhut und lächelt mit strahlend weißen Zähnen zur Frau Kämmerle hinunter.

»Romantic Cowboy« steht in großer goldener Zierschrift über dem Cowboy. Und darunter steht noch größer und noch goldener »T. T.«. Das gefällt der Frau Kämmerle. Weil sich jetzt nämlich ein rosiges Leuchten und ein ziemlich seliges Lächeln breit macht in ihrem Gesicht. Und dann sagt sie etwas Komisches. »Yeehaa«, sagt sie. Ganz leise sagt sie das zwischen dem seligen Lächeln hervor und zum schönen Cowboy hoch.

So angenehm beschäftigt ist die Frau Kämmerle, dass sie dabei fast überhört hätte, wie die Bürotür aufgeht. Aber eben nur fast. Also hüpft sie noch einmal auf die Zehenspitzen, dreht das Bild wieder um und tut schnell so, als ob nie irgendjemand anderes als die liebe Mutter Gottes aus dem Baumarkt-Bilderrahmen heraus und ins Büro hineingeschaut hätte.

Die Hilfsschwester Maria steckt ihren roten Riesenschädel mit dem winzigen Häubchen zur Tür herein. »Entschuldigung ...«, sagt sie, »Strafe ...?« Die Frau Kämmerle ist ein bisschen zerstreut. »Ach so ...«, sagt sie, faltet die Hände vor dem Bauch und denkt ein bisschen nach. »Ach so ...« Aber dann weiß sie was. »Schuhe!«, sagt sie mit fester Heimleiterinnenstimme. Und die dicke Maria hat verstanden. Die nickt zufrieden und schließt die Tür.

Zurück bleibt die Frau Kämmerle. Ein bisschen muss sie wieder seufzen. Schwer ist so ein Leben in Verantwortung und Frömmigkeit. Das weiß auch die Mutter Gottes. Deswegen schaut die jetzt wahrscheinlich mit einem gewissen Verständnis auf die kleine Heimleiterin hinunter.

UND JETZT GIB EINE RUH!

So ein komisches Gerusch im Dunkeln. Ritsch... ratsch... ritsch... ratsch... Ganz leise ritscht und ratscht es. Da kann einem schon ganz anders werden. Aber Gott sei Dank: Auch das Dunkle ist relativ. Weil so dunkel ist es jetzt auch wieder nicht. Hoch oben an der Decke hngt nmlich eine einzelne staubige Glhbirne. Die kann natrlich auch nicht gerade viel ausrichten gegen diese ganze Dunkelheit. Aber ein bisschen was schon. Der Biene reicht das fr ihre Arbeit. Die sitzt direkt darunter im schtteren Glhbirnenlichtkegel. Mitten im Raum, auf einem Schemelchen sitzt sie, in der einen Hand einen kleinen schwarzen Schuh, in der anderen eine Brste. Ritsch... ratsch... machen die Brstenborsten auf dem schwarzen Kunstleder. Als ob das nicht schon genug glnzen wrde. Aber Strafe muss sein.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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