Die Downgrade-Kontroverse - Charles H. Spurgeon - E-Book

Die Downgrade-Kontroverse E-Book

Charles H. Spurgeon

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Beschreibung

In der Ausgabe von The Sword and the Trowel vom August 1887 schrieb Spurgeon einen Artikel mit dem Titel Another Word Concerning the Down-Grade (Ein weiteres Wort zum Niedergang), worin er den Modernismus und die liberale Theologie für den geistlichen Niedergang unter den bekennenden Christen seiner Zeit verantwortlich machte. Traditionelle Lehren wie die Irrtumslosigkeit und Inspiration der Schrift, der stellvertretende Sühnetod Christi, die Jungfrauengeburt des Gottessohnes, die Gottheit Christi sowie die Lehre der ewigen Verdammnis wurden infrage gestellt, und selbst eine Vielzahl der Mitglieder der Baptist Union, dem Baptistenbund, dem Spurgeon angehörte, sympathisierten mit manchen neuen Einsichten des theologischen Liberalismus. Der von ihm beklagte geistliche Niedergang (engl. downgrade) führte zu der unter der Bezeichnung Downgrade-Kontroverse bekannt gewordenen Auseinandersetzung Spurgeons mit der rationalen Bibelkritik und dem Modernismus. Diese Kontroverse charakterisierte die letzten Jahre Spurgeons und führte schließlich zum Bruch mit der Baptist Union. Zuletzt stritt er einen einsamen Kampf gegen den Abfall des englischen Baptistenbundes, was ihn am Ende zum Austritt aus demselben veranlasste. Dieser letzte Kampf Spurgeons für die Wahrheit des Evangeliums, die 1887 ihren Anfang nahm, begleitete ihn die letzten fünf Jahre bis zu seinem Tod am 31. Januar 1892. Bis zum Ende seines Lebens diente Spurgeon unter dem Banner Christi stets in der Absicht, standhaft »für den einmal den Heiligen überlieferten Glauben zu kämpfen« (Jud 3).

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Die Downgrade-Kontroverse

Wenn biblischer Glaube verloren geht

Charles H. Spurgeonzusammengestellt und kommentiert von Georg Walter

Impressum

© 2017 Folgen Verlag, Langerwehe

Autor: Charles H. Spurgeon, Georg Walter

Cover: Caspar Kaufmann

ISBN: 978-3-95893-092-6

Verlags-Seite: www.folgenverlag.de

Kontakt: [email protected]

Dieses eBook darf ausschließlich auf einem Endgerät (Computer, eReader, etc.) des jeweiligen Kunden verwendet werden, der das eBook selbst, im von uns autorisierten eBook-Shop, gekauft hat. Jede Weitergabe an andere Personen entspricht nicht mehr der von uns erlaubten Nutzung, ist strafbar und schadet dem Autor und dem Verlagswesen.

Verwendete Bibelübersetzung: Bibeltext der Schlachter 2000 – Genfer Bibelgesellschaft – Alle Rechte vorbehalten

Inhalt

KAPITEL 1: Zuerst rein, dann friedfertig

KAPITEL 2: Weckruf in Zion

KAPITEL 3: Der äußere Schein von Gottesfurcht

KAPITEL 4: Heiliges Pflichtgefühl

KAPITEL 5: Lasst uns beten wie Elija

KAPITEL 6: Festhalten an Christus

KAPITEL 7: Her zu mir, wer dem Herrn angehört

KAPITEL 8: Das unveränderliche Evangelium

KAPITEL 9: Herr, du bist ein Schild um mich

KAPITEL 10: Wandel im Licht

KAPITEL 11: Wahrheit bindet

KAPITEL 12: Der wesentliche geistliche Unterschied

KAPITEL 13: Rosen unter den Dornen

KAPITEL 14: Der gute Streiter Jesu Christi

KAPITEL 15: Die Grundfeste der Wahrheit

Anmerkungen

Unsere Empfehlungen

KAPITEL 1Zuerst rein, dann friedfertig

Die Weisheit von oben aber ist erstens rein, sodann friedfertig, gütig; sie lässt sich etwas sagen, ist voll Barmherzigkeit und guter Früchte, unparteiisch und frei von Heuchelei.

Jakobus 3,17

Möge der Geist uns vor Streitsucht bewahren

Als Charles Spurgeon am 16. Januar 1880 über 1Timotheus 2,3-4 (Salvation by Knowing the Truth) predigte, sagte er als überzeugter Calvinist: „Es wäre tatsächlich sehr einfach, uns in Kampfbereitschaft zu versetzen und in der nächsten halben Stunde einen sehr erbitterten Angriff gegen jene zu führen, die eine andere Auffassung zu diesem Text haben als wir. Ich kann nicht erkennen, dass daraus etwas Gutes käme … wir nutzen die Zeit besser für etwas, das uns Erbauung bringt. Möge der gute Heilige Geist uns vor einem Geist der Streitsucht bewahren und uns helfen, wirklich von Gottes Wort zu profitieren.“ Spurgeon spielte mit diesen Worten auf Arminianer an, die in Bezug auf die Erwählungslehre eine andere Lehrüberzeugung vertraten als Calvinisten. Nicht nur diese, sondern auch viele andere Äußerungen Spurgeons machen sehr deutlich, dass der Fürst der Prediger Streitigkeiten in Lehrfragen oder Meinungsverschiedenheiten in persönlichen Lehrauffassungen ablehnte, solange diese nicht die fundamentalen Wahrheiten der Bibel in Frage stellten. Spaltung war für ihn etwas, das es zu vermeiden galt, da die Wahrung der Einheit der Gemeinde biblisch geboten war.

Solange zentrale evangelikale Wahrheiten verkündigt wurden, konnte Spurgeon seine calvinistischen Überzeugungen dem höheren Gut der Einheit unterordnen. Mehrfach betonte er seine Verbundenheit mit den Methodisten, die, wie John Wesley selbst, Arminianer waren. Niemals wäre es Spurgeon in den Sinn gekommen, Öl in das Feuer einer Auseinandersetzung zwischen Calvinisten und Arminianern zu gießen. Die Fundamente biblischer Wahrheit waren eben nicht Besitz des einen oder anderen theologischen Lagers, sondern vereinte beide Strömungen in ihrem Kampf um den ein für alle Mal überlieferten Glauben. Wurden die biblischen Fundamente aber aufgegeben oder ausgehöhlt, dann war es aus der Sicht Spurgeons nicht nur das Recht, sondern die Pflicht eines jeden Christen, sich von jenen zu trennen, die sich von der Wahrheit abkehrten. Spurgeon hatte über viele Jahre mit großer Sorge beobachtet, wie modernes Denken neue Lehren hervorbrachte und den alten Glauben zerstörte. Was sich zunächst auf eine Reihe anderer Denominationen beschränkte, weitete sich bald auf die Gemeinden der Baptist Union, des Baptistenbundes, dem Spurgeon angehörte, aus und führte letztlich am 28. Oktober 1887 zu seinem Austritt aus dem Bund.

Robert Shindler erörterte in der Zeitschrift The Sword and the Trowel, die von Charles Spurgeon herausgegeben wurde, erstmalig im März und im April des Jahres 1887 die kirchengeschichtliche Entwicklung freikirchlicher Denominationen sowie deren Abkehr von gesunder biblischer Lehre. Auch Charles Spurgeon legte 1887 in The Sword and the Trowel seine Beweggründe dar, sich von der aufkommenden neuen Theologie seiner Zeit zu distanzieren und für die Wahrheiten des Evangeliums zu kämpfen. Dieser Kampf um die Wahrheit sollten die letzten Lebensjahre Spurgeons charakterisieren und als „Downgrade-Kontroverse“ in die Geschichte eingehen. Das englische Wort downgrade steht für Niedergang und bezeichnet in diesem Zusammenhang die Bibelkritik, die durch die liberale Theologie nicht nur die Staatskirchen sondern gleichfalls unter Evangelikalen bis in die Reihen des britischen Baptistenbundes Fuß fassen konnte. Die Reinheit der Lehre war für Spurgeon jedoch wichtiger als trügerischer Friede unter Brüdern oder Einheit unter Christen, die sich bereitwillig in den Dienst des Rationalismus und modernen Denkens stellten, um biblische Wahrheiten auf dem Altar der Einheit zu opfern.

Wer die Downgrade-Kontroverse studiert, kann nicht umhin, zu dem Schluss zu kommen, dass der Kampf um die Wahrheit, den Spurgeon und wenige Getreue ausfochten, nichts an Aktualität eingebüßt hat. Es sind dieselben Themen, die unter Evangelikalen heute erneut zur Diskussion gestellt werden: der stellvertretende Sühnetod Christi; die Inspiration und Autorität der Heiligen Schrift (allein die Schrift – sola scriptura); weitere reformatorische Grundwahrheiten der Rechtfertigung allein aus Glauben (sola fide), die Zentralität des Gottessohnes und Gottes Jesus Christus (solus Christus) und das Heil allein aus Gnade (sola gratia); der doppelte Ausgang der Heilsgeschichte: ewiges Heil und ewige Verdammnis; der Sündenfall des Menschen; die Schöpfung; die Verderbtheit der menschlichen Natur und das Wesen der Sünde. Abwesenheit gesunder Lehre erzeugt stets ein Vakuum. Und es ist dieses Vakuum, das dazu führt, dass nicht nur ungesunde Lehre, sondern Unterhaltung und persönliche Vorlieben der Frommen sowie menschliches Denken und die Betriebsamkeit des religiösen Ichmenschen die Oberhand gewinnen, ganz zu schweigen von einer schleichenden Verweltlichung des Denkens und Handelns derer, die sich Nachfolger Christi nennen.

Während Spurgeon sich gegen rationale Bibelkritik seiner Zeit positionierte, ist es heute postmodernes Denken und Bibelkritik in ihrer neuen Gestalt in Form des Gedankenguts der Emerging Church, aber auch in Form progressiver neoevangelikaler Ausprägung, die die ewigen Wahrheiten der Bibel relativieren, verwässern und zerstören. Ein Übriges tut der moderne Gemeindepragmatismus sowie die Neuerungs- und Genusssucht des modernen Christen. Und es scheint, als ob der Evangelikalismus unserer Tage seinen Tiefpunkt noch nicht erreicht hat. Das geistliche Leben gleicht in vielem dem, was Spurgeon in der Zeit des geistlichen Niedergangs (Downgrade) am Ende seines Dienstes beobachtete. Seine Gemeinde, in der er dreißig Jahre lang voller Hingabe an Gottes Wort seinen Dienst verrichtete, blieb von dem Niedergang verschont. Dies führt vor Augen, wie wichtig es ist, dass aller geistlicher Dienst nur dann fruchtbar sein wird, wenn er auf dem Fundament der Schrift steht.

Trotz des Niedergangs, den Spurgeon überall diagnostizierte, folgte er unbeirrt seinem Herrn und Erlöser. Spurgeon ließ sich nicht entmutigen und wurde dem treuen Überrest, den der Herr in der Geschichte der Gemeinde stets für sich zu bereiten weiß, ein großes Vorbild. Wie schon im Alten Bund war die Zahl der wahren Propheten, die im Namen des Herrn redeten, geringer als die Zahl der falschen Propheten, die „Friede, Friede“ verkündigten, „wo es doch keinen Frieden gibt“ (Jer 6,14; 8,11). In Großbritannien am Ende des 19. Jahrhunderts hatte geistliche Lethargie um sich gegriffen, die das Volk Gottes auf die falschen Propheten der Moderne ihrer Tage hören ließ, statt auf die Stimme jener Verkündiger zu lauschen, die für die ewigen Wahrheiten des Evangeliums kämpften und das „So spricht der Herr“ proklamierten. Heute sind die Stimmen der Gegner Spurgeons – und er hatte am Ende seines Lebens weit mehr Gegner als ihm Wohlgesinnte – verstummt. Spurgeons Predigten und Weisheiten werden heute noch immer gelesen und erbauen die Gemeinde Jesu Christi.

Zuerst rein, dann friedfertig

Im April 1887 hatte Charles Spurgeon in der Ausgabe von The Sword and the Trowel bereits verlautbar: „Unser Kampf richtet sich gegen jene, die das stellvertretende Sühneopfer Christi aufgeben, die Inspiration der Heiligen Schrift leugnen und die Rechtfertigung aus Glauben abwerten. Der gegenwärtige Kampf ist nicht eine Debatte um Calvinismus oder Arminianismus, sondern um die Wahrheit Gottes, gegen welche die Erdichtungen der Menschen streiten. Alle, die an das Evangelium glauben, sollten sich vereint gegen dieses moderne Denken wenden, das sein Todfeind ist. Von allen Seiten hören wir den Ruf nach Einheit in diesem und Einheit in jenem; aber nach unserer Auffassung ist die größte Notwendigkeit dieser Zeit nicht Kompromiss, sondern Gewissenhaftigkeit. Zuerst rein, dann friedfertig. Leicht ergeht der Ruf nach einer Vereinigung, aber jede Vereinigung, die ihr Fundament nicht in der Wahrheit Gottes hat, gleicht eher einer Verschwörung als wahrer Gemeinschaft. Liebe auf jeden Fall, aber auch Aufrichtigkeit. Liebe, natürlich, aber sowohl Liebe zu Gott als auch Liebe zu den Menschen, und Liebe zur Wahrheit ebenso wie Liebe zur Einheit. Es ist in dieser Zeit äußerst schwierig, Gott und der Bruderschaft von Menschen treu zu bleiben. Sollte Ersteres nicht vor Letzterem vorgezogen werden, wenn beides nicht möglich ist? Wir denken, das sollte so sein.“

Im August 1887 äußerte sich Spurgeon zum ersten Mal in The Sword and the Trowel konkret zu dem geistlichen Niedergang, den Robert Shindler in seinen Ausführungen im März und April desselben Jahres dargelegt hatte. Seine Mahnungen im Vorfeld, die er auch seinen Brüdern der Baptist Union vielfach vorgelegt hatte, waren auf zumeist taube Ohren gestoßen. Es war die Zeit gekommen, öffentlich Position zu beziehen. In seinem Artikel Another Word Concerning the Downgrade Controversy (Ein weiteres Wort zur Downgrade-Kontroverse) schreibt Spurgeon:

„Niemandem, der das Evangelium liebt, kann die Tatsache verborgen bleiben, dass die Tage böse sind. Es ist unsere ernste Überzeugung, dass es um viele Gemeinden schlechter steht, als es augenscheinlich der Fall ist; und rasch geht es mit ihnen weiter bergab. Lies die Zeitschriften, die diese Meinungsverschiedenheiten repräsentieren, und stell dir die Frage, wie weit das noch gehen soll? Welche Lehre bleibt noch übrig, die man nicht aufgegeben hat? Welche Wahrheit ist noch nicht herabgewürdigt worden? Ein neuer Glaube wurde ins Leben gerufen, der mit dem Christentum genauso wenig zu tun hat wie Kalk mit Käse; und dieser Glaube, der moralische Ehrlichkeit entbehrt, gibt sich als der alte Glaube mit kleinen Verbesserungen aus, und auf dieser Grundlage erobert er die Kanzeln, die errichtet wurden, um das Evangelium zu verkündigen. Das Sühnewerk Christi wird verschmäht, die Inspiration der Heiligen Schrift wird ins Lächerliche gezogen, der Heilige Geist wird zu einem Einfluss herabgewürdigt, die Strafe über die Sünde wird zu einem Märchen gemacht, und doch erwarten die Feinde unseres Glaubens von uns, dass wir sie Brüder nennen und mit ihnen in Einheit bleiben.

Die lehrmäßige Verkehrtheit bringt den natürlichen Niedergang des geistlichen Lebens mit sich, was sich in fragwürdigen Formen der Unterhaltung und in einer Abneigung gegen die Versammlungen zeigt, die die Gottesfurcht fördern. Bei einem bestimmten Treffen von Predigern und Gemeindemitarbeitern stellte einer nach dem anderen den Wert von Gebetsversammlungen in Frage; sie alle sagten, dass ihre Gebetsstunden schlecht besucht sind, und einige räumten ohne Bedauern ein, dass sie ihre Gebetsstunden bereits abgeschafft hatten. Was bedeutet dies? Sind Gemeinden in einem guten Zustand, wenn sie nur eine Gebetsversammlung in der Woche abhalten? Gemeinden, die am Tag des Herrn mehrere Gebetsversammlungen abhalten und sich unter der Woche mehrmals zum Gebet treffen, spüren, dass sie noch weit mehr beten sollten. Aber was soll man von Gemeinden halten, die sehr selten in gemeinsame Fürbitte eintreten? Gehen nicht die Bekehrungen zurück? Verlieren die Gemeinden nicht ihre Mitglieder? Wen wundert es, dass dies der Fall ist, wenn der Geist des Gebets gewichen ist.

Was fragwürdige Unterhaltung angeht, gab es eine Zeit, in der Prediger, die das Theater besuchten, bald ohne Gemeinde waren, und das zu Recht … Derzeit ist es zur traurigen Sitte geworden, dass Prediger mit keinem schlechten Ruf das Theater verteidigen, und sie tun dies, weil sie dort gesehen wurden. Wundert es uns, dass die Gemeindemitglieder ihre Versprechen zur Heiligung vergessen und die unheiligen Wege oberflächlicher Freuden wählen, wenn sie hören, dass Prediger das Gleiche tun? Wir haben keinen Zweifel daran, dass diese Worte uns den Vorwurf einbringen werden, wir seien überfromm und scheinheilig, was nur unter Beweis stellt, wie niedrig der geistige Stand der Gemeinden vielerorts geworden ist. Tatsache ist, dass viele Personen Gemeinde und Theater, Spielkarten und Gebet, Tanz und Heiligkeit nebeneinander wollen. Sind wir auch zu schwach, diesen Strom zu unterbinden, so können wir doch zumindest die Menschen davor warnen und sie dazu aufrufen, sich davon fernzuhalten. Wenn der alte Glaube verloren geht und die Begeisterung für das Evangelium erlischt, ist es da nicht verwunderlich, dass die Leute sich etwas anderes suchen, an dem sie sich erfreuen können. Wenn sie kein Brot haben, ernähren sie sich von Asche; sie verwerfen die Wege des Herrn und begeben sich emsig auf den Weg der Torheit.

Ein bedeutender Prediger, der sich gut mit der Geschichte der Nonkonformisten [auch als ‚Dissenters‘ – Abweichler – bezeichnet: Christen, die sich seit dem 16. Jahrhundert von der englischen Staatskirche getrennt hatten und eigene Freikirchen und Gemeinschaften wie etwa die Baptisten ins Leben riefen] auskennt, erwähnte uns gegenüber vor einigen Tagen, dass er fürchte, die Geschichte der Nonkonformisten könne sich wiederholen. Als sie in der Vergangenheit danach strebten, als respektiert, umsichtig, moderat und fachkundig zu gelten, verließen sie die Wurzeln ihrer puritanischen Lehre und verwässerten ihre Lehren. Die treibende Kraft für ihr geistliches Leben, das sie aus ihrer Absonderung schöpften, erfuhr einen Niedergang und drohte vollständig zu erlöschen; der evangelikale Nonkonformismus war bis in seinen Kern bedroht. Dann kam es zu einem Aufbruch lebendiger Frömmigkeit unter Whitefield und Wesley, begleitet von neuem Leben der Freikirchen und zunehmendem Einfluss in allen Bereichen.

Siehe! Viele kehren zu den vergifteten Bechern zurück, die eine Generation im Niedergang betäubte, als sie sich der unitarischen Lethargie preisgab. Zu viele Prediger spielen mit der tödlichen Kobra eines ‚anderen Evangeliums‘ unter dem Deckmantel ‚modernen Denkens‘. Als Folge davon verlieren ihre Gemeinden an Mitgliedern. Die Geistlichen unter ihnen schließen sich den Brüdergemeinden oder Gemeinschaften von unabhängigen Gläubigen an, während andere zur Kirche Englands zurückkehren.