Die drei ??? Kids, 27,Die Schokofalle (drei Fragezeichen Kids) - Boris Pfeiffer - E-Book

Die drei ??? Kids, 27,Die Schokofalle (drei Fragezeichen Kids) E-Book

Boris Pfeiffer

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Beschreibung

Peter zitterte vor Kälte am ganzen Körper. Er klammerte sich an Justus. Seine Stimme klang ängstlich: "Wenn es nur nicht so dunkel wäre!" "Läuft doch alles wie am Schnürchen", beruhigte ihn Justus. "Wir fahren direkt in die Höhle des Löwen." Industriespionage mitten in Rocky Beach. Eigentlich eine Nummer zu groß für die drei ??? Kids. Aber kann sich Justus einen Fall entgehen lassen, bei dem es um Schokolade geht?

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Die drei ???® Kids

Band 27

Die Schokofalle

Erzählt von Boris Pfeiffer

Mit Illustrationen von Stefanie Wegner und Kim Schmidt

KOSMOS

Umschlagillustration von Stefanie Wegner, Hamburg

Farbige Umsetzung von Timo Müller, Hamburg

Umschlaggestaltung: Atelier Reichert, Stuttgart

Innenillustrationen von Kim Schmidt, Dollerup

Grundlayout: Friedhelm Steinen-Broo, eStudio Calamar

Supervising: Stefanie Wegner

Unser gesamtes lieferbares Programm und viele

weitere Informationen zu unseren Büchern,

Spielen, Experimentierkästen, DVDs, Autoren und

Aktivitäten findest du unter kosmos.de

© 2016, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart

Alle Rechte vorbehalten

ISBN 978-3-440-15332-1

eBook-Konvertierung: le-tex publishing services GmbH, Leipzig

Höllentöne

Das seltsame Geräusch war ganz plötzlich in Justus Jonas’ Ohren. Ein schrecklicher Ton, als würde jemand mit großer Kraft spitze Fingernägel über eine Stahlplatte ziehen.

Justus erschauerte. Irgendetwas musste er doch gegen diese Höllentöne machen können. Justus überlegte fieberhaft. Dann fiel es ihm ein. Er musste sich die Ohren zuhalten. Und wie? Natürlich mit den Händen, schimpfte er mit sich.

Ein Glück war ihm dieser geniale Gedanke noch rechtzeitig gekommen. Justus wollte ihn eben in die Tat umsetzen, als er merkte, dass etwas Schweres seine Arme festhielt.

Nein! Justus strampelte verzweifelt und versuchte, sich zu befreien. Auf keinen Fall würde er sich kampflos ergeben. Er spürte, wie es ihm gelang, das schwere Wesen von sich zu schieben. Wahrscheinlich handelte es sich um ein bösartiges Nilpferd oder sogar einen Höllenwurm.

Justus Jonas schüttelte verwundert den Kopf. Was sollte das denn schon wieder sein? Ein Höllenwurm? Irgendetwas ging hier doch nicht mit rechten Dingen zu. Verzweifelt versuchte Justus, sich zu erinnern, wer er war und wo er normalerweise lebte. Und dann kam ihm die Erleuchtung!

Justus Jonas schlug die Augen auf und erwachte in seinem Bett. Uff! Er wischte sich den Schweiß von der Stirn. Das war wirklich ein sehr wilder Traum gewesen.

Höllenwürmer, so ein unlogischer Unsinn. Plötzlich aber erstarrte Justus. Draußen vom Hof ertönte das schreckliche Geräusch wieder. Justus lief es kalt den Rücken runter. Ein Blick auf den Wecker zeigte ihm, dass es schon weit nach Mitternacht war. Dann hörte er es erneut. Es war ein lang gezogenes, gequältes Quietschen. Und es kam näher. Dazu breitete sich jetzt auch noch ein eindringlicher, süßer Geruch in seinem Zimmer aus.

Zum Glück schlief er jetzt nicht mehr und konnte sich Klarheit verschaffen. Justus sprang auf und tappte ans Fenster. Unter ihm lag Onkel Titus’ Schrottplatz verlassen im Mondlicht. Von der Straße schob sich ein rundes, rotes Ding langsam auf das Hoftor zu. Auf den ersten Blick sah es wirklich aus wie ein riesiger Wurm. Was konnte das nur sein? So große Würmer gab es natürlich nicht. Und irgendwie lag das Ding schief auf der Straße, als hätte es Schlagseite. Also vielleicht ein Ufo, das eine Notlandung hinter sich hatte? Oder doch nur ein Lastwagen? Aber Lastwagen waren normalerweise viereckig. Und warum hatte das Ding keine Scheinwerfer an?

Wieder kreischte das Ding. Und diesmal kam Justus das Geräusch bekannter vor. Das klingt doch wie … – nachdenklich knetete er seine Unterlippe. Natürlich, kaputte Bremsen! Also ist es doch ein Laster! Und dann wurde Justus auch klar, was für ein Laster es sein musste. Ein Tanklasterwagen oder ein Betonmischer. Denn nur die waren rund.

Justus sah genauer hin. Der Aufbau sah eher wie ein Tank aus.

Mittlerweile hatte das Gefährt das Hoftor erreicht. Wieder quietschte es wie wild. Dann schwang sich ein hünenhafter Mann aus dem Fahrerhäuschen. »Hallo? Ist jemand wach?«, rief eine raue Stimme. »Ich habe einen Platten und brauche Hilfe!«

Justus holte tief Luft. Jetzt war alles klar. Mit einem Platten musste der LKW so langsam fahren, dass es aussah, als würde er kriechen. Und irgendwie hatten deswegen die Bremsen angefangen zu quietschen. »Höllenwürmer.« Justus kicherte. »So einfältig bin ich doch sonst nicht«.

Was allerdings war dieser komische Geruch, der durch sein Fenster wehte? Unter ihm öffnete sich die Haustür. »Kundschaft, um diese Zeit?« Titus Jonas, Justus’ Onkel, war auf die Veranda getreten und sah dem Lastwagenfahrer entgegen.

»Tut mir leid, aber ich muss gleich weiter.« Der Fahrer ging mit schnellen Schritten auf Onkel Titus zu. »Wenn Sie einen Ersatzreifen haben, bin ich sofort wieder weg.«

Justus beugte sich weiter hinaus. Er musste herausfinden, um was es sich hier handelte.

Ohne lange zu überlegen, kletterte Justus aus dem Fenster auf das Dach von Onkel Titus’ Schuppen, in dem dieser seine kostbarsten Wertstoffe aufbewahrte. Wertstoffe, so nannte Onkel Titus alles, was er für seinen Schrottplatz zum Weiterverkauf oder für seine Sammlung seltener und besonderer Dinge ankaufte.

So leise wie möglich ließ sich Justus vom Schuppen zu Boden gleiten. Er stand nun unmittelbar vor dem Tanklaster. Aus der Nähe betrachtet war er gar nicht so riesig. Es war ein einfacher LKW mit einem aufmontierten Tank. Der Geruch allerdings war unglaublich stark. Eine süße Wolke hing um den Tank. Und irgendwie roch es köstlich.

Justus sah sich um. Der Fahrer und Onkel Titus waren zu einem Berg Reifen gegangen, in dem Onkel Titus mit einer Taschenlampe bewaffnet herumsuchte. Justus trat nah an den Tank. Hinten ragte ein dickes Rohr mit einem Schraubverschluss raus, und aus dem Rohr tropfte etwas. Justus hielt die Nase daran. Das roch doch tatsächlich wie …

Justus streckte den Finger aus und fing einen dicken Tropfen auf. Vorsichtig steckte er den Finger in den Mund und kostete. »Hm.« Fast hätte er vor Begeisterung laut gerufen. Er hatte eben die köstlichste Schokolade probiert, die er je im Mund gehabt hatte. Sie schmeckte nach süßer Vanille, feinem Kakao, eigenartigen Gewürzen und schmolz dabei im Mund wie Eis in der Sonne. Das gab es doch nicht! Ein Tanklaster voll Schokolade?!

Justus hörte, wie der Fahrer sich bei Onkel Titus bedankte. So schnell er konnte, nahm er eine leere Colaflasche von der Veranda, hielt sie unter das Rohr und drehte an dem schweren Verschluss. Es ging nicht ganz leicht, aber dann begann ein dünner Strahl Schokolade zu fließen. Justus füllte seine Flasche. Gerade noch rechtzeitig gelang es ihm, den Verschluss wieder zuzudrehen und sich zu verstecken. Vorne kam schon der Fahrer an und rollte einen Reifen neben sich.

»In fünf Minuten hab ich den montiert. Dann bin ich weg. Rechnung brauche ich keine«, brummte er und drückte Onkel Titus einen Hundertdollarschein in die Hand. Justus blieb der Mund offen stehen. 100 Dollar für einen alten Reifen? Das war ja fast noch verrückter als sein Traum von den Höllenwürmern.

Salmonellen-Alarm

»Justus! Justus!« Tante Mathildas Weckruf schallte durch das Haus wie Kanonendonner. »Deine Freunde sind da, und wenn du noch ein Stück Torte willst, solltest du schnell machen!«

Schlaftrunken schälte sich Justus aus dem Bett. Auf dem Boden stand die halb volle Colaflasche mit Schokolade, die inzwischen dickflüssig geworden war. Die andere Hälfte hatte Justus noch in der Nacht genüsslich verdrückt.

Kurz darauf saßen die drei ???, Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews, nebeneinander auf der Veranda in der Morgensonne und frühstückten Tante Mathildas berühmte Kirschtorte.

»Was für ein Leben«, seufzte Peter wohlig. »Was machen wir heute? Ich bin für schwimmen.«

Justus gähnte. »Ich ruhe mich am Strand aus, während du den Kraftmeier spielst. Ich bin hundemüde.« Peter sah Justus empört an. »Du könntest ruhig auch mal was für deine Kondition machen. Heute Morgen siehst du echt aus wie ein verschlafener Sandsack!«

Auch Bob schüttelte erstaunt den Kopf. »Und du nimmst nur ein Stück Torte zum Frühstück? Ist alles in Ordnung mit dir, Just?« Justus räkelte sich. »Na klar, aber ich finde, die Torte ist noch etwas zu kalt und drückt auf den Magen. Tante Mathilda hat sie bestimmt eben erst aus dem Kühlschrank geholt.«

»Das macht sie doch genau richtig«, widersprach Bob. »Jetzt im Sommer breiten sich Salmonellen sehr leicht aus. Vor einigen Tagen musste eine Schokoladenfirma sogar tonnenweise Schokoküsse aus den Läden zurückholen, weil sie mit Salmonellen verseucht waren.« Bobs Vater arbeitete als Reporter bei der ›Los Angeles Post‹, und Bob war deswegen immer gut informiert.

»Salmonellen?« Peter griff nach einem weiteren Stück Torte. »Sind das Würmer?« Bob rückte seine Brille zurecht. »Es sind Bakterien. Und zwar die Erreger der Salmonellose.« Peter prustete los. »Salmo... was? Bob, bitte sag nicht so komische Wörter, während ich esse. Ich möchte wirklich nichts von dieser köstlichen Torte auf deine Brille spucken.«

Bob stöhnte. »Salmonellen können beim Menschen schwere Magen-Darm-Erkrankungen hervorrufen. Und das nennt man Salmonellose. Man isst den Erreger mit den befallenen Lebensmitteln.«

Justus hatte aufmerksam zugehört. Jetzt fragte er hastig: »Was war das denn für eine Schokofirma, Bob?«

»Ich habe den Namen vergessen. Aber es ist nichts mehr davon in den Supermärkten.«

»Hm.« Justus schluckte und tastete behutsam seinen Bauch ab. »Wie schnell wird man denn von diesen Salmonellen krank?« Bob grinste. »Ach, das dauert meistens nur ein paar Stunden, dann kriegt man wahnsinnige Bauchschmerzen, Durchfall und muss sich übergeben.«

Auf einmal war Justus ganz grün im Gesicht. Peter hörte auf zu kauen. »Just, was ist denn mit dir? Hast du letzte Woche heimlich ein Kilo Schokoküsse verdrückt?«

Justus holte vorsichtig Luft. »Nein, aber mir ist heute Nacht etwas Komisches passiert.«

Schnell erzählte er von dem Tanklaster voll Schokolade. »Ich habe es für einen tollen Glücksfall gehalten. Wann bekommt man schon mal um Mitternacht einen Liter superleckere Schokolade ans Bett geliefert?! Aber jetzt frage ich mich plötzlich: Wohin fährt eigentlich so ein Laster mit Schokolade mitten in der Nacht? Und warum zahlt der Fahrer 100 Dollar für einen Reifen? Ich meine, könnte es nicht sein, dass da verseuchte Schokolade drin war? Und der Fahrer musste sie dringend irgendwo wegkippen? Vielleicht habe ich ja heute Nacht aus Versehen Salmonellen genascht?«

Peter hielt sich die Hand vor den Mund. »Just, das klingt schrecklich. Wie kannst du denn nur direkt aus einem Tanklaster essen?«

Justus sah seinen Freund hilflos an. »Das war die beste Schokolade, die ich je gegessen habe.«