Die Drei Musketiere - Alexandre Dumas - E-Book

Die Drei Musketiere E-Book

Alexandre Dumas

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Beschreibung

"Einer für alle, alle für einen ...", der berühmte Wahlspruch der Drei Musketiere. Der junge Gascogner D'Artagnan kommt nach Paris um den berühmten Musketieren der loyalen Leibwache des Königs beizutreten. Dort lernt er bald Porthos, Athos und Aramis kennen. Gemeinsam mit ihnen muss er sich Duellen, höfischen Intrigen und Machtspielen stellen und sich entscheiden, auf welcher Seite er im Machtkampf zwischen dem König und Kardinal Richelieu stehen will. Lesen Sie hier einer der berühmtesten und spannendsten Abenteuerromane, der immer wieder aufs neue fesselt.

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Alexandre Dumas

Die Drei Musketiere

Inhalt

1. Teil

I. Kapitel Die drei Präsente des alten d’Artagnan

II. Kapitel Im Vorzimmer des Herrn de Treville

III. KAPITEL Die Audienz

IV. KAPITEL Athos, Porthos und Aramis

V. Kapitel Die Musketiere des Königs und die Leibgarde des Kardinals

VI. KAPITEL König Ludwig XIII.

VII.Kapitel Bei den Musketieren zu Hause

VIII. KAPITEL Eine Hofintrige

IX. KAPITEL D’Artagnan macht sich

X. KAPITEL Eine Mausefalle im siebzehnten Jahrhundert

XI. KAPITEL Die Intrige verwickelt sich

XII. Kapitel Der Herzog von Buckingham

XIII. Kapitel Herr Bonacieux

XIV. Kapitel Der Mann von Meung

XV. Kapitel Beamte und Soldaten

KAPITEL XVI Herr Seguier, der Groß-Siegelbewahrer

XVII. Kapitel Herr und Frau Bonacieux

XVIII. Kapitel Liebhaber und Ehemann

XIX. Kapitel Der Feldzugsplan

XX. Kapitel Die Reise

XXI. Kapitel Die Gräfin von Winter

XXII. Kapitel Der Ball

XXIII. Kapitel Das Stelldichein

XXIV. Kapitel Der Pavillon

XXV. Kapitel Porthos

XXVI. Kapitel Aramis und seine These

XXVII. Kapitel Athos’ Frau

XXVIII. Kapitel Die Rückkehr

Zweiter Teil

I. Kapitel Die Jagd nach der Ausrüstung

II. Kapitel Mylady

III. Kapitel Die Gegner

IV. Kapitel Ein Essen im Hause Coquenard

V. Kapitel Zofe und Herrin

VI. Kapitel Aramis und Porthos rüsten sich aus

VII. Kapitel Bei Nacht sind alle Katzen grau

VIII. Kapitel Rachegedanken

IX. Kapitel Myladys Geheimnis

X. Kapitel Wie Athos ohne Mühe zu seiner Ausrüstung gelangt

XI. KAPITEL Eine Vision

XII. Kapitel Eine ernste Warnung

XIII. Kapitel Die Belagerung von La Rochelle

XIV. Kapitel Wein von Anjou

XV. Kapitel In der Herberge „Zum Roten Taubenschlag“

XVI. Kapitel Vom Nutzen eines Ofenrohrs

XVII. Kapitel Szene zwischen einem Ehepaar

XVIII. Kapitel Die Bastion Saint-Gervais

XIX. Kapitel Die Beratung der Musketiere

XX. Kapitel Eine Familiensache

XXI. Kapitel Unannehmlichkeiten

XXII. Kapitel Ein Gespräch zwischen Schwager und Schwägerin

XXIII. Kapitel Der Offizier

XXIV. Kapitel Erster Tag der Gefangenschaft

XXV. Kapitel Zweiter Tag der Gefangenschaft

XXVI. Kapitel Dritter Tag der Gefangenschaft

XXVII. Kapitel Vierter Tag der Gefangenschaft

XXVIII. Kapitel Fünfter Tag der Gefangenschaft

XXIX. Kapitel Ein Vorwurf zu einem klassischen Trauerspiel

XXX. Kapitel Die Flucht

XXXI. Kapitel Portsmouth, 23. August 1628

XXXII. Kapitel In Frankreich

XXXIII. Kapitel Im Kloster der Karmeliterinnen zu Bethune

XXXIV. Kapitel Zweierlei Dämonen

XXXV. Kapitel Ein Schluck Wasser

XXXVI. Kapitel Der Mann im roten Mantel

XXXVII. Kapitel Das Gericht

XXXVIII. Kapitel Eine Mitteilung vom Kardinal

Epilog

1. Teil

I. Kapitel

Die drei Präsente des alten d’Artagnan

Am ersten Aprilmontag des Jahres 1625 schien es im Marktflecken Meung so drunter und drüber zu gehen, als wären die Hugenotten gekommen, daraus ein zweites Rochelle zu machen. Zahlreiche Bürger beeilten sich, als sie allerhand Weibervolk zur Hauptstraße stürzen sahen und die Kinder auf den Türschwellen schreien hörten, ihren Küraß umzuschnallen. Nachdem sie sich noch durch eine Muskete oder Partisane ein imposanteres Aussehen gegeben hatten, rannten sie zum Gasthof des Freimüllers, vor dem sich ein dichter Haufe lärmend drängte, der von Minute zu Minute größer wurde. Damals waren derartige Unruhen im schönen Frankreich nicht selten, und es verstrich kaum ein Tag, ohne daß in der oder jener Stadt ein ähnlicher Vorfall im städtischen Archive zu verzeichnen war. Die hohen Herren vom Landadel hatten fortwährend Händel miteinander, der König lag in ständiger Fehde mit dem Kardinal, und Spanien hatte Frankreich soeben wieder den Krieg erklärt. Die zahlreichen Diebe und Bettler, die Hugenotten, Wölfe und das Lakaienpack sorgten dafür, daß das Land nicht zur Ruhe kam. Gegen Diebe, Wölfe und Lakaien erhoben die Bürger stets die Waffen, wider die Herren vom Adel und die Hugenotten oft, manchmal auch gegen den König, niemals aber wider den Kardinal und den Spanier. Aus dieser Gepflogenheit ergab sich demzufolge, daß die Bürger von Meung, als sie an besagtem Montag Spektakel hörten und weder die gelb-rote Standarte noch die Livree des Herzogs von Richelieu erblickten, sich eilends zum Gasthof des Freimüllers begaben.

Dort angekommen, wurde sogleich jedem die Ursache des Lärms klar: ein junger Mann - sein Bild läßt sich mit einem Federstrich zeichnen -, ein Don Quichotte von etwa achtzehn Jahren, ohne Harnisch und Beinschienen, in einem wollenen Wams, dessen ehemals blaue Farbe sich in eine unbestimmbare Schattierung von Weinrot und Himmelblau verwandelt hatte; das Gesicht länglich und braun, hervorspringende Backenknochen, ein Merkmal von Pfiffigkeit, stark entwickelte Kiefer - das untrügliche Kennzeichen eines Gascogners, auch wenn er kein Barett aufhat, was bei dem jungen Manne jedoch der Fall war. Er hatte offne, kluge Augen und eine gebogene, edel geformte Nase. Für einen Jüngling war er zu groß, für einen ausgewachsenen Mann aber zu klein. Wäre nicht der lange Degen gewesen, der ihm am Wehrgehänge baumelte und ihm beim Gehen wider die Waden, beim Reiten wider das Fell seines Gaules schlug, so hätte ihn ein weniger geübtes Auge für einen reisenden Pächterssohn halten können.

Unser junger Mann war nämlich beritten, aber sein Gaul hatte ein so merkwürdiges Aussehen, daß er auf den ersten Blick in die Augen fiel: Es war ein wenigstens zwölf Jahre alter Klepper aus dem Bearn mit gelblichem Felle, mit einem Schweif ohne Haare und mit Beinen voller Schwären; ein Klepper, der den Kopf bis zu den Knien hängen ließ, aber immerhin noch seine acht Meilen am Tage zurücklegte. Leider waren die trefflichen Eigenschaften dieser Rosinante so tief verborgen, daß zu einer Zeit, wo jedermann mit Pferden Bescheid wußte, ihr Auftreten in Meung ein so unliebsames Aufsehen erregte, daß es sich auch auf den Reiter ungünstig auswirkte.

Und für den jungen d’Artagnan - so hieß der Don Quichotte dieser Rosinante - war das Aufsehen um so peinlicher, als er sich über den lächerlichen Anstrich, den sein Gaul ihm, dem stattlichen Reiter, geben mußte, durchaus im klaren war. Wußte er doch recht gut, daß so eine Mähre unter Brüdern kaum ihre zwanzig Francs wert war, während andrerseits die Worte, die dieses Präsent begleitet hatten, sich jeder Schätzung entzogen... „Mein lieber Sohn“, hatte der gascognische Edelmann, der Vater des Jünglings gesagt, „dieses Pferd erblickte vor nunmehr dreizehn Jahren im Hause deines Vaters das Licht der Welt und bildete seitdem einen Bestandteil von dessen festem Inventar; ein Grund also, ihm deine Liebe zu schenken! Verkauf es niemals, sondern laß es in Ruhe und Ehren alt werden und zu seinen Vätern eingehen. Ziehst du mit ihm ins Feld, dann geh rücksichtsvoll mit ihm um wie mit einem greisen Diener. Solltest du“, sprach Herr d’Artagnan weiter, „einmal die Ehre haben, bei Hofe zu erscheinen - eine Ehre, auf die dir übrigens dein alter Adel ein Recht gibt -, dann halte auch du den Namen in Ehren, wie es deine Ahnen seit fünfhundert Jahren taten, sowohl für dich wie für die Deinen. Darunter verstehe ich deine Verwandten und deine Freunde. Nimm keinen Schimpf hin, es sei denn vom Kardinal oder vom König. Ein Edelmann kann es heute einzig und allein durch seinen Mut zu etwas bringen. Wer auch nur eine Sekunde zittert, läßt vielleicht das Glück entfliehen, das just in dieser Sekunde Fortuna für ihn bereithielt. Du bist jung und sollst tapfer sein aus zweierlei Gründen: erstens, weil du ein Gascogner, und zweitens, weil du mein Sohn bist. Nimm die Gelegenheiten wahr und fürchte keine Abenteuer! Den Degen zu führen habe ich dich gelehrt; du hast eine Beinschiene von Eisen und einen Handschuh von Stahl; schlage dich bei jeglichem Anlaß; schlage dich um so eifriger, als der Zweikampf verboten ist und demgemäß doppelt soviel Mut erheischt. Außer meinem Pferd und den eben vernommenen Ratschlägen, lieber Sohn, kann ich dir nur fünfzehn Francs mitgeben. Die Mutter wird noch das Rezept einer Zigeunerin für eine bestimmte Salbe beifügen, die die wunderbare Eigenschaft besitzt, jede Blessur zu heilen, außer wenn das Herz getroffen ist. Zieh aus allem den rechten Nutzen, lebe glücklich und lange! - Ein Beispiel will ich dir noch vor Augen halten: das des Herrn de Tréville, der ehemals mein Nachbar war und die Ehre hatte, als Kind mit unserm König Ludwig XIII. zu spielen! Hin und wieder geschah es, daß ihre Spiele zu Schlägereien ausarteten, in denen der König nicht immer der stärkere war. Die Prügel, die der König dann bekam, setzten Herrn de Tréville bei ihm in Respekt und weckten in seinem königlichen Herzen ein Gefühl von Freundschaft für ihn. Herr de Tréville hat sich auf seiner ersten Reise nach Paris fünfmal mit ändern duelliert; und von der Volljährigkeit Seiner jetzt regierenden Majestät bis zum heutigen Tage vielleicht hundertmal! Und trotz aller Erlasse, Verordnungen und Befehle ist er nun Hauptmann der Musketiere, vor dem Seine Majestät der König gewaltigen Respekt hat und Seine Eminenz der Kardinal sich fürchtet, wie männiglich im Lande weiß. Obendrein bekommt Herr de Treville im Jahre bare zehntausend Francs, ist also ein vornehmer Herr. Angefangen hat er wie du; such ihn mit deinem Schreiben auf und mach es wie er, damit es dir gut gehe wie ihm!“

Nach diesen Worten schnallte Herr d’Artagnan seinem Sohne den eignen Degen um, küßte ihn zärtlich auf beide Wangen und gab ihm den Segen. Der Sohn begab sich darauf zur Mutter, um das berühmte Salbenrezept zu empfangen, das er, wenn er nach den eben gehörten Ratschlägen handeln wollte, wahrscheinlich sehr oft brauchen würde. Hier gab es nun einen längeren und zärtlicheren Abschied, woraus aber nicht gefolgert werden darf, daß Herr d’Artagnan seinen einzigen Sprößling weniger geliebt hätte; aber er war ein Mann und hielt es für unwürdig, viel Rührung zu zeigen. Frau d’Artagnan dagegen war Frau und Mutter und schämte sich deshalb der Tränen nicht. Zum Lobe des jungen d’Artagnan muß hier gesagt werden, daß er sich zwar anstrengte, fest zu bleiben, wie es sich für einen zukünftigen Musketier schickte, die Tränen aber doch nur mit Mühe zurückhielt.

Ausgestattet mit den väterlichen Präsenten, den guten Ratschlägen und dem Briefe für Herrn de Treville, machte sich der junge Mann am selben Tage auf den Weg. So ausgerüstet, stellte Herr d’Artagnan in geistiger und körperlicher Hinsicht ein getreues Abbild des Cervantesschen Helden dar. Der edle Don Quichotte hielt Windmühlen für Riesen und Schafherden für Armeen, d’Artagnan aber faßte jedes Lächeln als Kränkung und jeden Blick als eine Herausforderung auf. Von Tarbes bis Meung ballte er daher unentwegt die Faust, und wenigstens zehnmal am Tage griff er an den Degen; aber die Faust stieß kein einziges Mal gegen das Kinn eines Gegners, und der Degen fuhr nicht aus der Scheide, wiewohl es an spöttischen Blicken auf die Rosinante, die er ritt, wahrlich nicht fehlte. Da aber an ihrer Seite ein Degen von stattlicher Länge hing und über diesem Degen ein Auge mehr wild als stolz blitzte, verbissen sich die Leute das Lachen oder gaben sich alle Mühe, nach Art antiker Masken nur nach einer Seite hin zu lächeln. - Bis Meung also wurde d’Artagnan in seiner Würde und Empfindlichkeit nicht verletzt. Als er am Tore des Freimüllers sich anschickte, von seinem Pferd zu steigen, ohne daß jemand, weder Wirt noch Kellner oder Hausknecht, herbeieilte, um ihm den Steigbügel zu halten, erblickte d’Artagnan in einem offenen Fenster des Hauses einen Edelmann von stattlicher Figur und stolzer Haltung im Gespräch mit zwei Personen, die ihm ehrerbietig zuzuhören schienen. Wie nicht anders zu erwarten, glaubte d’Artagnan natürlich, es sei von ihm die Rede und horchte. Diesmal hatte er sich auch nicht geirrt, doch es handelte sich nicht um ihn, sondern um seine Rosinante. Der Edelmann schien seinen Zuhörern sämtliche Eigenschaften des Gaules aufzuzählen, und alle Augenblicke erscholl großes Gelächter. Da aber schon ein leichtes Lächeln reichte, um unseren jungen Mann in Zorn zu bringen, kann sich jeder denken, wie diese lärmende Heiterkeit auf ihn wirkte.

D’Artagnan wollte zunächst wissen, wie dieser unverschämte Mensch aussehe, der sich über ihn lustig machte. Er maß ihn mit stolzem Blick und bemerkte einen vielleicht vierzigjährigen Mann mit schwarzen stechenden Augen, bleichem Teint, scharfgeschnittener Nase und schwarzem, gezwirbeltem Schnurrbart. Er trug ein veilchenfarbenes Wams und mit Schnüren besetzte Beinkleider von derselben Farbe. Hose und Wams waren neu, sahen jedoch so zerknittert aus, als hätten sie lange in einem Mantelsack gesteckt. D’Artagnan machte all diese Wahrnehmungen mit dem raschen Blick des scharfsichtigen Beobachters und hatte unwillkürlich das Gefühl, daß dieser Unbekannte noch eine Rolle in seinem Leben spielen würde.

Im selben Augenblick ertönte wieder ein schallendes Gelächter, und diesmal konnte d’Artagnan nicht mehr bezweifeln, daß es darauf abgesehen war, ihn zu beleidigen. Ohne sich länger zu besinnen, rückte er sein Barett tief in die Augen und legte mit vornehmer Gebärde, wie er sie bei Edelleuten im Bearn beobachtet hatte, die rechte Hand auf den Degenknauf, während er die linke in die Hüfte stemmte. Leider wuchs mit jedem Schritt sein Zorn, so daß er statt der würdigen Ansprache, die er sich vorgenommen hatte, mit einer Grobheit herausplatzte, die er durch eine grimmige Gebärde noch verschärfte.

„He, Ihr da!“ rief er, „warum versteckt Ihr Euch hinter dem Fenster? Sagt mir, worüber Ihr lacht, wir können dann zusammen lachen.“

Der Edelmann ließ den Blick langsam vom Gaul zum Reiter gleiten, als brauche er einige Zeit, um zu begreifen, daß diese absonderliche Rede wirklich ihm gelte; als ihm klar wurde, daß er gemeint sei, zog er die Brauen ein wenig hoch und erwiderte mit spöttischem, herausforderndem Ton: „Mit Euch, Herr, rede ich nicht!“

„Aber ich mit Euch!“ schrie der Jüngling, außer sich über diese Art, mit ihm zu sprechen.

Der Unbekannte maß ihn noch einen Augenblick mit geringschätzigem Lächeln, ging dann langsam aus der Gaststube und stellte sich dicht neben d’Artagnan und seiner Rosinante auf. Seine Ruhe und Ironie erhöhten das Vergnügen der Umstehenden in nicht geringem Maße. Als d’Artagnan ihn auf sich zukommen sah, zog er seinen Degen fußlang aus der Scheide.

„Wenn der Gaul in seiner Jugend kein Fuchs war, so ist er es doch jetzt“, rief der Unbekannte laut, ohne sich um d’Artagnans Grimm zukümmern. „In der Botanik ist die Farbe ja zu Hause, aber bei Pferden sieht man sie nur selten.“

„Ihr seid auch einer, der wohl über ein Roß, nicht aber über seinen Reiter zu lachen wagt!“ rief grimmig der Nacheiferer Trevilles.

„Ich lache nicht oft“, erwiderte der Unbekannte, „wie Ihr wohl an meinem Gesicht sehen könnt; aber mein Recht zu lachen, wenn’s mir gefällt, lasse ich mir nicht nehmen.“

„Und ich“, schrie d’Artagnan, „leide nicht, daß man lacht, wenn’s mir mißfällt!“

„Nun, wie Ihr wollt, Herr“, erwiderte der Unbekannte gelassen. Damit drehte er sich auf dem Absatz herum, um durch das große Tor, wo d’Artagnan ein frisch gesatteltes Pferd stehen sah, in die Gastwirtschaft zurückzutreten. Aber unser junger Freund war nicht der Mann, jemanden, der ihn verhöhnt hatte, laufen zu lassen. Er riß seinen Degen ganz aus der Scheide und schickte sich an, hinter dem ändern herzurennen. „Heda, Ihr Spötter! Kehrtgemacht, damit Euch mein Degen nicht von hinten treffe!“

Der andere wandte sich herum, maß den Jüngling mit einem Blick, aus welchem Staunen und Verachtung in gleichem Maße sprachen, und wiederholte: „Mich treffen? Aber mein Lieber! Bei Euch scheint’s hier oben nicht ganz richtig zu sein!“ Dabei wies er spöttisch nach der Stirn. Dann fuhr er halblaut, wie zu sich selbst, fort: „Schade, schade! Das wäre doch was für seine Majestät, die überall nach Rekruten für Ihre Musketiergarde sucht!“

Noch hatte er nicht ausgeredet, da führte d’Artagnan einen so heftigen Degenstoß nach ihm, daß er ohne einen schnellen Sprung zur Seite wahrscheinlich zum letztenmal in seinem Leben gespottet haben würde. Er sah nun, daß die Sache ernst wurde, zog den Degen, grüßte seinen Gegner und legte sich aus. Im selben Augenblick fielen die beiden Männer, die am Fenster gestanden hatten, und der Wirt mit Stöcken, Schaufeln und Schüreisen über d’Artagnan her, wodurch der Angriff im Handumdrehen abgeschlagen war. Der Unbekannte steckte mit größter Seelenruhe den Degen wieder ein, und aus einem Akteur wurde ein Zuschauer, während d’Artagnan sich mit allen Kräften seiner neuen Feinde zu erwehren suchte.

„Hol der Teufel die Gascogner!“ murmelte der Unbekannte; „setzt ihn wieder auf seinen fuchsigen Gaul und laßt ihn sich scheren, wohin er will!“

„Was er aber nicht früher tun wird, als er Euch Feigling den Degen zwischen die Rippen gejagt hat!“ schrie d’Artagnan, indem er sich, so gut es ging, seiner Gegner erwehrte.

„Schon wieder diese gascognische Großmäuligkeit!“ brummte der Edelmann; „meiner Treu! Die Gascogner sind unverbesserlich! Da er’s nicht anders will, spielt ihm nur weiter auf!“

Aber er wußte nicht, mit was für einem Dickschädel er’s zu tun hatte, denn d’Artagnan hätte nie um Pardon gebeten. Die Schlägerei dauerte also noch eine Weile; schließlich entfiel d’Artagnan der von einem Stockhieb zertrümmerte Degen, und ihn selbst streckte ein Schlag vor die Stirn zu Boden.

Das war der Augenblick, als die heraneilenden Bürger den Schauplatz der Handlung erreichten. Der Gastwirt, unliebsames Aufsehen fürchtend, trug mit seinen Knechten den Blessierten in die Küche und sorgte dort für angemessene Pflege. Der Edelmann war wieder an seinen Fensterplatz getreten und betrachtete mit gewisser Ungeduld die zusammengelaufene Menge, deren Anwesenheit ihm nicht zu gefallen schien... „Na, was macht denn dieser wilde Bär?“ fragte er den zur Tür hereintretenden Wirt.

„Oh, Euer Gnaden sind doch heil und gesund?“ erkundigte sich der Wirt.

„Jawohl, heil und gesund, mein lieber Wirt, aber ich möchte doch wissen, wie es dem jungen Raufbold geht.“

„Mit dem geht’s besser“, versetzte der Wirt, „er liegt in tiefer Ohnmacht.“

„Wirklich?“

„Vorher aber hat er all seine Kräfte noch einmal zusammengerafft, um nach Euch zu rufen und Euch herauszufordern.“„Ist der Kerl denn der Teufel in Person?“

„Keineswegs, Exzellenz“, versicherte mit verächtlicher Miene der Wirt, „denn während seiner Ohnmacht haben wir ihn durchsucht und in seinem Bündel weiter nichts als ein Hemd und einen Beutel mit nur elf Francs gefunden, was ihn aber, ehe er in Ohnmacht sank, nicht hinderte zu versichern, daß er’s Euch, wenn das in Paris passiert wäre, sofort heimgezahlt hätte; nun würdet Ihr es später zu büßen haben.“

„Demnach ist er wohl irgendein verkleideter Prinz?“ sagte der Unbekannte kalt.

„Ich sage Euch das nur, damit Ihr auf der Hut seid“, antwortete der Wirt.

„Und hat er in seinem Zorn niemand bei Namen genannt?“

„O doch! Er hat auf seine Tasche geklopft und gerufen: ‚Nun, wir werden ja sehen, was Herr de Treville über solchen, seinem Schutzbefohlenen angetanen Schimpf denken wird.“

„Herrn de Treville hat er genannt?“ fragte der Unbekannte, aufmerksam werdend, „und dabei auf die Tasche geklopft?... Ei, ei, mein lieber Wirt, Ihr habt doch sicher nicht unterlassen, während er in Ohnmacht lag, die Tasche zu untersuchen? Was hat er denn darin gehabt?“ „Einen an Herrn de Treville, Hauptmann der Musketiere, adressierten Brief.“

„Tatsächlich?“

„Wie ich Euch sage, Herr!“

Der Wirt war nicht besonders klug, und so entging ihm die Wirkung, die seine Worte in dem Gesicht des Edelmannes hervorriefen. Dieser entfernte sich jetzt vom Fenster und murmelte betroffen: „Schwerenot! Sollte Treville mir diesen Patron auf den Hals geschickt haben? Er ist noch sehr jung; aber ein Degenstoß bleibt ein Degenstoß, mag er von einem Alten oder von einem Jungen kommen, und gegen Kinder ist man weniger mißtrauisch als gegen andere Leute. Schon mancher große Plan ist an einem kleinen Hindernis gescheitert.“

Darauf versank der Unbekannte in minutenlanges Sinnen. „Sagt mal, Wirt“, wandte er sich dann an diesen, „könntet Ihr mich nicht von diesem Hitzkopf befreien? So mir nichts, dir nichts kann ich ihn doch nicht töten, und doch“, setzte er mit finsterer Miene hinzu, „ist er mir lästig. - Wo steckt er jetzt?“

„In der Stube meiner Frau, im ersten Stock; dort verbindet man ihn.“

„Sind seine Sachen und sein Mantelsack noch bei ihm?“ fragte der Unbekannte; „das Wams hat er nicht ausgezogen?“

„Im Gegenteil, alles liegt in der Küche... Aber da dieser junge Tropf Euer Gnaden unbequem ist...“

„Gewiß, denn er macht in Eurem Gasthof so viel Ärgernis, und das wird jedem anständigen Menschen zuwidersein. Geht hinauf, schreibt mir die Rechnung und ruft meinen Diener.“

„Was, Euer Gnaden wollen uns schon verlassen?“

„Ihr wißt es doch; ich habe Euch doch nicht umsonst geheißen, mein Pferd zu satteln... Ist mein Befehl etwa nicht ausgeführt?“

„O doch, Euer Gnaden, Euer Roß steht gesattelt und bepackt unterm Tor.“

„Na also! Besorgt das Weitere, wie ich befohlen habe.“

„Hm!“ brummte der Wirt, „sollte er sich etwa vor dem jungen Menschen fürchten?“ Aber aus dem Auge des Edelmannes traf ihn ein scharfer Blick, und sogleich verließ er mit tiefer Verbeugung die Stube.

Mylady darf diesen Wicht nicht sehen, überlegte der Unbekannte; sie muß jeden Augenblick kommen, eigentlich müßte sie schon da sein. Bestimmt ist es klüger, ich reite ihr entgegen. Wenn ich bloß erfahren könnte, was in dem Brief an Treville steht!... Damit begab er sich in die Küche. Inzwischen war dem Wirt klargeworden, daß nur die Anwesenheit des jungen Raufbolds den unbekannten Herrn aus seinem Gasthofe vertreibe. Er ging zu seiner Frau hinauf, wo er d’Artagnan wieder bei Bewußtsein fand. Er gab ihm zu verstehen, daß die Polizei ihm übel mitspielen könnte, weil er Händel mit einem Herrn vom hohen Adel gesucht hätte - seiner Meinung nach dürfte der Unbekannte nichts anderes sein -, und bestand darauf, daß d’Artagnan trotz der Schwäche, die ihn von neuem befiel, seines Weges zöge.

D’Artagnan, noch halb betäubt, ohne Wams und den Kopf mit einer Binde umwickelt, schickte sich also an, die Treppe hinabzusteigen. Das erste, was ihm in die Augen fiel, war sein Widersacher, der am Tritt einer mit zwei kräftigen normannischen Pferden bespannten Kutsche stand und sich ruhig mit einer Dame von etwa zwanzig Jahren, deren Kopf vom Wagenfenster wie eingerahmt schien, unterhielt. Wir haben wohl schon bemerkt, daß d’Artagnan Gesichter mit einem Blick abzuschätzen verstand, und so bemerkte er auch jetzt im Nu, daß die Dame jung und schön war. Ihre Schönheit wirkte um so mehr auf ihn, als ihre Art in den südlichen Landstrichen, wo er bisher sein Leben zugebracht, völlig fremd war. Die Dame hatte ein blasses Gesicht und lockiges blondes Haar, das ihr bis auf die Schultern fiel, große blaue Augen, rosige Lippen und schneeweiße Hände. Sie plauderte lebhaft mit dem Unbekannten.

„Eminenz befiehlt also.." sagte sie.

„Auf der Stelle nach England zurückzukehren und durch Eilboten zu melden, ob der Herzog London verlassen hat“

„Und meine weiteren Instruktionen?“ fragte die schöne Reisende. „Befinden sich in dieser Schatulle, die Ihr jedoch erst auf der anderen Seite des Kanals öffnen sollt.“

„Gut! Und was werdet Ihr tun?“

„Nach Paris zurückkehren.“

„Ohne den unverschämten kleinen Patron zu züchtigen?“

Der Unbekannte wollte gerade antworten, als d’Artagnan, der alles mitangehört hatte, aus dem Gasthof stürzte. „Der unverschämte Patron wird den anderen züchtigen“, rief er, „und hoffentlich drückt sich dieser nicht wieder wie das erstemal.“

„Drückt sich?“ wiederholte der Unbekannte, die Stirn runzelnd.

„Nun, in Gegenwart einer Dame wird er wohl nicht fliehen, nehme ich an!“

„Bedenkt“, rief die Dame, als sie den Edelmann blankziehen sah, „daß die geringste Verzögerung alles gefährden könnte!“

„Ihr habt recht“, erwiderte dieser, „fahrt ab, ich werde folgen.“ Er nickte der Dame noch einmal zu und schwang sich auf sein Roß.

Im Galopp jagten die beiden Personen nach verschiedenen Richtungen davon.

„He, Eure Rechnung!“ schrie der Wirt, dessen Respekt sich vor dem „hohen Herrn“ sogleich verlor, als er wegritt, ohne bezahlt zu haben.

„Tollpatsch, bezahle!“ rief der Reiter seinem Diener zu, der dem Wirt ein paar Silbermünzen vor die Füße warf und dann hinter seinem Herrn hergaloppierte.

„Ha, Feigling! Halunke, Bastard“, schrie d’Artagnan und versuchte dem Unbekannten nachzujagen. Er war aber noch zu schwach, und kaum hatte er zehn Schritte gemacht, da erfaßte ihn ein Schwindel, und er fiel mit dem Ruf: „Halunke! Halunke!“ mitten auf die Straße.

„Ein feiger Wicht ist er freilich!“ brummte der Wirt; er hoffte d’Artagnan durch diese Zustimmung für sich einzunehmen.

„Ja, sehr feige!“ lallte d’Artagnan, „aber sie - sie ist schön!“

„Wer - sie?“ fragte der Wirt.

„Mylady“, stammelte d’Artagnan, worauf er wieder in Ohnmacht sank.

Das schert mich nicht, dachte der Wirt, zwei bin ich los, aber der da bleibt mir ja, und um elf Francs will ich ihn jedenfalls leichter machen.

Der Wirt hatte mit elf Tagen zu je einem Franc gerechnet, aber diese Rechnung ohne seinen Gast gemacht, denn früh am ändern Morgen begab sich d’Artagnan in die Küche und mischte aus Wein, Öl, Rosmarin und einigen anderen Ingredienzen, deren Verzeichnis nicht auf uns gekommen ist, nach dem ihm von seiner Mutter übergebenen Rezept die berühmte Wundsalbe. Er rieb sich damit seine zahlreichen Blessuren ein, erneuerte hierauf eigenhändig die Verbände und wollte von irgendwelchem ärztlichen Beistand nicht das geringste wissen. Die Zigeunersalbe hatte denn auch die Wirkung, daß er abends außer Gefahr und am ändern Morgen fast geheilt war. Als er aber Rosmarin, Öl, Wein und die anderen Zutaten der Salbe, die einzigen Dinge, die er sich hatte geben lassen, bezahlen wollte - verzehrt hatte der Jüngling nichts, während seine Mähre, natürlich nach Aussage des Wirts, dreimal soviel gefressen hatte, als sich bei ihrer Größe füglicherweise annehmen ließ -, fand er in seiner Tasche wohl die elf Francs, nicht aber das väterliche Schreiben an Herrn de Treville.

Zunächst suchte der junge Mann geduldig nach dem Brief und wandte alle Taschen wohl zwanzigmal um. Als er das Schreiben nirgends fand, bekam er den dritten Wutanfall, der fast eine neuerliche Anwendung der Salbe notwendig gemacht hätte; denn angesichts des jungen Hitzkopfes, der schon wieder herumzurasen anfing, hatten sich der Wirt mit einem Spieß und seine Frau mit einem Besenstiel bewaffnet, während die Knechte zu denselben Stöcken griffen, mit denen dem unwirschen Patron schon tags zuvor das Fell gegerbt worden war.

„Mein Brief!“ schrie d’Artagnan, „mein Brief! Gottes Blut, oder ich spieße euch alle auf wie Krammetsvögel!“

In seinem Grimm hatte er jedoch vergessen, daß sein Degen beim ersten Treffen entzweigeschlagen worden war. Als er nun blankziehen wollte, hatte er lediglich den Degenstumpf in der Hand. Inzwischen war der Wirt zu der Einsicht gekommen, daß die Forderung d’Artagnans durchaus in Ordnung war. Er senkte den Spieß und fragte: „Ja, wo ist denn Euer Brief?“

„Ja, wo ist der Brief?“ schrie der Jüngling. „Ihr müßt wissen, der Brief war an Herrn de Treville gerichtet, und wenn Ihr ihn nicht herbeischafft, nun, dann wird dieser ihn schon zu finden wissen!“

Diese Drohung schüchterte den Wirt vollends ein. Nach dem König und dem Kardinal war Herr de Treville der Mann, dessen Name von den Soldaten und Bürgern vielleicht am häufigsten genannt wurde. Es gab zwar noch den Pater Joseph, aber dessen Name wurde immer nur geflüstert, so groß war die Furcht vor der „Grauen Eminenz“, wie man allgemein den Famulus des Kardinals nannte. Der Wirt warf den Spieß weg und hieß seine Frau und die Knechte ebenfalls Besenstiel und Stöcke aus den Händen legen, während er sich anschickte, den Brief zu suchen. „War denn in dem Brief etwas Wertvolles?“ fragte er.

„Und ob! Das will ich meinen!“ rief der Gascogner, denn er versprach sich ja von dem Briefe die beste Aussicht für seine Laufbahn, „er barg mein ganzes Vermögen!“

„In spanischen Wertpapieren?“ bohrte der Wirt weiter.

„In Anweisungen auf die königliche Privatschatulle“, versetzte d’Artagnan. Er glaubte, mit dieser Behauptung sich keiner Lüge schuldig zu machen, da er auf Grund der Empfehlungen mit einer Anstellung im königlichen Dienste rechnete.

„Schwerenot!“ rief der Wirt, ganz außer sich.

„Aber aufs Geld kommt’s in diesem Falle gar nicht so an“, nahm d’Artagnan wieder mit der einem Gascogner eigenen Großtuerei das

Wort, „bloß auf den Brief! Lieber hätte ich tausend Pistolen verloren als den Brief!“

Plötzlich kam dem Wirt, als er trotz allen Suchens den Brief nicht fand, eine Erleuchtung. „Der Brief ist ja gar nicht verloren!“ rief er. „So?“ fragte d’Artagnan.

„Nein, verloren nicht, gestohlen ist er Euch!“

„Gestohlen? Von wem?“

„Gestern, von dem Edelmann; er war allein in der Küche, wo Euer Wams lag; und ich möchte wetten, daß er den Brief gestohlen hat.“ „Meint Ihr?“ erwiderte d’Artagnan zögernd. Denn er wußte doch am besten, daß an dem Briefe nichts war, was jemandes Habsucht hätte reizen können. Immerhin fragte er: „So? Ihr habt also auf diesen unverschämten Menschen Verdacht?“

„Ich bin ganz sicher“, erwiderte der Wirt, „denn als ich ihm sagte, Ihr wäret ein Schützling des Herrn de Treville mit einem Schreiben für ihn, wurde er plötzlich sehr unruhig und fragte mich, wo der Brief wäre, er ging auch gleich in die Küche, denn er wußte, daß dort Euer Wams lag.“

„Nun, dann ist er auch der Spitzbube“, versetzte d’Artagnan; „ich werde mich bei Herrn de Treville beschweren, und der wird sich beim König beklagen.“ Darauf zog er großartig zwei Francs aus seiner Börse, gab sie dem Wirte, der ihn mit dem Hut in der Hand bis zur Tür geleitete, und bestieg seine gelbe Rosinante, die ihn ohne weitere Zwischenfälle bis an das Tor von Saint-Antoine von Paris brachte. Dort verkaufte er den Klepper für drei Francs.

D’Artagnan betrat also, den Mantelsack unterm Arm, Paris auf Schusters Rappen. Er wanderte lange umher, bis es ihm endlich glückte, eine seinen mageren Geldmitteln angemessene Stube in der Rue des Fossoyeurs nicht weit vom Luxembourg-Palais zu finden. Nachdem er einen Teil der Miete im voraus bezahlt hatte, quartierte er sich ein und benähte sein Wams und die Beinkleider mit Borten, die seine fürsorgliche Mutter ihm in sein Bündel gesteckt hatte. Hierauf machte er einen Gang auf den Waffenschmied-Kai, wo er sich eine neue Klinge an seinen Degen schmieden ließ, fragte sich nach dem Louvre durch und erkundigte sich bei einem Musketier nach dem Palais des Herrn de Treville. Er erfuhr, daß es in der Nähe der von ihm gemieteten Dachstube, in der Rue du Vieux-Colombier, lag, ein Umstand, den er als günstiges Vorzeichen für den Erfolg seiner Reise auffaßte. Durchaus zufrieden mit seinem Verhalten im Marktflecken Meung, ohne Kummer wegen der Vergangenheit, voller Vertrauen auf die Gegenwart und voller Hoffnung für die Zukunft legte er sich in sein Bett und schlief den Schlaf des Gerechten, und zwar, wie es Brauch und Sitte ist in der Provinz, bis in die neunte Morgenstunde, zu welcher er sich erhob, um beim Herrn de Treville vorzusprechen, der nach Meinung seines Vaters die drittmächtigste Person im Königreiche Frankreich war.

II. Kapitel

Im Vorzimmer des Herrn de Treville

Herr de Troisville, wie seine Familie noch in der Gascogne hieß, oder Herr de Treville, wie er sich jetzt in Paris nannte, hatte nicht anders als d’Artagnan begonnen, nämlich ohne einen Sou Vermögen, aber mit einem unerschöpflichen Vorrat von Kühnheit, Geist und festem Willen.

Er war der Freund des Königs und bei ihm um so besser angeschrieben, als Trevilles Vater schon dem Vater des Königs in all seinen Kriegen treu gedient hatte. Klingenden Lohn hatte er eigentlich niemals empfangen, denn unter Heinrich IV. gebrach es bekanntlich immer an Geld. Dafür wurde er mit einem Wappen belehnt: einem goldnen Löwen im roten Feld mit der Devise: „Treu und stark“.

Als der berühmte Waffengefährte des großen Heinrich starb, hinterließ er dem Sohne nur seinen Degen und das Wappen. Aber dieses Erbe im Verein mit einem fleckenlosen Namen hatte Herrn de Treville den Weg zum Hause des jungen Prinzen erschlossen.

Ludwig XIII. schätzte Treville sehr. In jenen unglücklichen Zeitläufen war man lebhaft bemüht, sich mit Männern vom Schlage Trevilles zu umgeben. „Stark“ waren viele Edelleute, aber nur wenige „treu“. Zu ihnen gehörte Treville. Darum machte der König Herrn de Treville zum Hauptmann seiner Musketiere, die für Ludwig XIII. wegen ihrer Hingebung und Treue, oder besser wegen ihres fanatischen Draufgängertums, dasselbe bedeuteten wie die schottische Leibgarde für Ludwig XI.

Der Kardinal mochte hinter dem König nicht zurückstehen. Sobald er sah, mit welch stattlicher Garde sich Ludwig XIII. umgab, wollte dieser zweite oder vielmehr eigentliche König von Frankreich für sich dasselbe auch haben. Er nahm sich also ebenfalls Musketiere, und die beiden mächtigen Rivalen waren nun ständig in allen Provinzen Frankreichs, ja selbst in fremden Ländern auf der Suche nach Männern, die in dem Rufe standen, eine gute Klinge zu schlagen. Richelieu und Ludwig XIII. stritten sich oft, wenn sie bei ihrer Partie Schach saßen, über Wert und Vorzüge ihrer Musketiere. Während sie laut gegen Duelle und Schlägereien predigten, hetzten sie im stillen ihre Leute dazu auf und ärgerten sich über Niederlagen ihrer eigenen Leute, freuten sich aber maßlos, wenn sie den anderen eins ausgewischt hatten.

Treville hatte sehr rasch die schwache Seite seines Herrn erkannt, und dieser Geschicklichkeit verdankte er die beständige Gunst eines Königs, dem gerade nicht nachgesagt werden kann, seinen Freunden sonderlich treu gewesen zu sein. Er verstand sich ausgezeichnet auf die Kriegführung jener Zeit, in welcher der Soldat, wenn nicht auf Feindes- so auf Landeskosten lebte. Seine Soldaten bildeten eine richtige Satansgarde, die nur er in Disziplin zu halten vermochte. Außer Rand und Band, trieben sie sich umher, randalierten und lagen mit den Kardinalsmusketieren ständig in Fehde. Hin und wieder geschah es wohl, daß einer von ihnen sein Leben lassen mußte, weit öfter aber, daß sie andere ums Leben brachten. Aber Treville stand stets für sie ein. Kein Wunder also, daß die Musketiere sein Lob in allen Tonarten sangen, ihm jedoch auch auf den leisesten Wink gehorchten und bereit waren, den geringsten Tadel mit ihrem Blut reinzuwaschen.

Herr de Treville bediente sich dieses Werkzeugs in erster Linie für den König und für dessen Freunde, aber auch für sich persönlich und seine Freunde. Doch niemals ist uns zu Ohren gekommen, daß er sich für Geld zu irgendeiner ehrwidrigen Handlung hätte bereitfinden lassen. Das erkennen auch jene an, die ihm feindlich gesinnt waren, und an solchen hat es wahrscheinlich nicht gemangelt. Kurz - der Hauptmann der Musketiere wurde gefürchtet, vergöttert und geliebt.

Der Hof seines in der Rue du Vieux-Colombier gelegenen Palastes hatte Ähnlichkeit mit einem Heerlager, und zwar im Sommer von sechs Uhr, im Winter von acht Uhr morgens an. Fünfzig bis sechzig Musketiere stolzierten dort ständig in voller Rüstung und zu allem bereit umher, wohl um die Stärke der Besatzung recht imposant zu machen. Auf einer der geräumigen Treppen drängten sich Bittsteller aus Paris, Edelleute aus der Provinz, die in die Musketierrolle aufgenommen sein wollten, und Lakaien, die Botschaften ihrer Herren für Herrn de Treville hatten. Im Vorzimmer saßen auf langen Bänken die zur Audienz bestellten Auserwählten. Vom frühen Morgen bis zum späten Abend summte es hier wie in einem Bienenstock, während Herr de Treville in seinem anstoßenden Kabinett die Besucher empfing, Klagen anhörte, Befehle erteilte und sich nur an das Fenster zu begeben brauchte, um, wie der König auf seinem Balkon im Louvre, Menschen und Waffen zu sehen.

An dem Tage, da d’Artagnan sich vorstellte, befand sich eine eindrucksvolle Menge in diesem Vorzimmer, zumal für einen jungen Mann aus der Provinz, wenn er auch aus der Gascogne stammte, deren Bewohner sich bekanntlich nicht so leicht imponieren lassen... Wer das mit dicken Nägeln bespickte Haupttor passiert hatte, geriet sogleich mitten in eine lärmende Schar Bewaffneter. Klopfenden Herzens arbeitete sich d’Artagnan durch dieses Gewühl, den langen Degen gegen die mageren Beine gedrückt, während die Hand die Krempe seines Filzhuts festhielt, mit jenem verlegenen Lächeln des Provinzlers, der so recht nach etwas aussehen will.

Sobald er an einer Gruppe vorbei war, atmete er jedesmal auf, aber es entging ihm nicht, daß man sich umdrehte und ihm nachsah, und zum erstenmal in seinem Leben kam sich unser d’Artagnan, der bislang eine ziemlich gute Meinung von sich hatte, recht lächerlich vor.

Auf der Treppe wurde es noch schlimmer, da schwatzte man über Weibergeschichten und über allerhand, was bei Hofe passiert war. War er auf der Treppe rot geworden, so wurde er im Vorzimmer blaß, denn es wurden nicht nur alle möglichen politischen Fragen, sondern sogar das Privatleben des Kardinals durchgehechelt. Es kostete ihn Überwindung, den Fuß nicht rückwärts zu setzen; wie konnte man, da doch so viele hochgestellte Personen schon deshalb bestraft worden waren, noch immer wagen, über König und Kardinal in so einer Weise herzuziehen? Eins fiel ihm indessen auf: Wenn dann und wann in diesem Gerede über den Kardinal der Name des Königs genannt wurde, trat plötzlich Stillschweigen ein, und unsicher sah man sich nach dem Privatkabinett des Herrn de Treville um, als traue man nicht der Stärke der Trennwand zu seinem Zimmer. Fiel dann wieder irgendeine lose Anspielung auf Seine Eminenz, den Kardinal, wurde wieder nach Herzenslust gelacht.

Wie man sich denken kann, wagte d’Artagnan nicht, sich an der Unterhaltung zu beteiligen; dafür hielt er die Augen offen und spitzte die Ohren, damit ihm nichts entging; denn trotz allen Vertrauens auf des Vaters Ratschläge hatte er das Gefühl, als dürfe er nicht so ohne weiteres über all diese Dinge, so unerhört sie ihm auch vorkamen, den Stab brechen. Es blieb natürlich nicht aus, daß man ihn fragte, was er wünsche, denn er war ja niemandem bekannt. D’Artagnan nannte bescheiden seinen Namen und setzte hinzu, daß er Gascogner wäre. Den Lakaien, an den er verwiesen wurde, ersuchte er, Herrn de Treville seine Anwesenheit zu melden und ihn zu bitten, ihm eine kurze Audienz zu gewähren, was ihm der Diener auch gönnerhaft versprach.

D’Artagnan hatte sich inzwischen von seiner ersten Beklommenheit einigermaßen befreit und fand nun Muße, Kleider und Gesichter zu studieren. Im Mittelpunkte der lebhaftesten Gruppe stand ein langer Musketier mit stolzer Miene und wunderlichem Anzug, der alle Blicke auf sich zog. Er trug einen schon etwas abgenutzten himmelblauen Oberrock, darüber ein prächtiges, reich mit Gold besticktes, glitzerndes Wehrgehänge, das aber, wie auch der lange Degen, durch einen von den Schultern wallenden roten Mantel halb verdeckt wurde.

Dieser Musketier kam gerade vom Wachdienst; er klagte über einen garstigen Schnupfen und hustete ein paarmal affektiert. Deshalb hätte er auch den Mantel umgenommen, wie er den Umstehenden erklärte. Während er das große Wort führte und geringschätzig den Schnurrbart kräuselte, bewunderte jedermann, vor allem d’Artagnan, das gleißende Wehrgehänge.

„Was denn?“ sagte der Musketier, „das ist jetzt Mode! Ein bißchen verrückt, ich weiß, aber es ist Mode. Außerdem muß doch auch das Geld, das man mal erbt, verbraucht werden.“ „Ach, Porthos!“ rief einer, „mach uns bloß nicht weis, du hättest dies Wehrgehänge väterlicher Noblesse zu verdanken; du hast’s doch sicher von der verschleierten Dame, mit der ich dich letzten Sonntag gesehen habe?“

„Nein, auf Ehre! Ich hab’s mit eigenem Gelde gekauft!“ erwiderte der mit Porthos Angesprochene.

„Ja doch“, rief ein anderer Musketier, „so wie ich die neue Börse mit dem Gelde bezahlt habe, das mir meine Liebste in die alte getan!“

„Ihr könnt mir’s glauben“, erwiderte Porthos, „zwölf Pistolen habe ich dafür berappt. Nicht wahr, Aramis?“ fragte Porthos, indem er sich an einen ändern Musketier wandte, der zu ihm in krassem Gegensatz stand.

Er war ein junger Mann von höchstens dreiundzwanzig Jahren, mit kindlichem Gesicht, schwarzen, sanft blickenden Augen und einer Haut so rosig und samtweich wie ein reifer Pfirsich. Ein Schnurrbärtchen bildete über der Oberlippe eine gerade Linie; seine Hände schienen Scheu vor dem Herabhängen zu haben, weil dann die Adern schwellen könnten, und zeitweilig kniff er sich in die Ohren, damit sie stets zartrosa schimmerten. Er sprach wenig und langsam, machte Komplimente, lachte lautlos und zeigte dabei seine schönen Zähne, auf die er, wie auf seine ganze Person, die größte Sorgfalt zu verwenden schien. Auf die Frage seines Kameraden nickte er zustimmend.

„Was denkt ihr über die Geschichte, die Chalais’ Stallmeister auftischt?“ fragte ein anderer Musketier, ohne sich an eine bestimmte Person zu wenden.

„Was erzählt er denn?“ fragte Porthos in anmaßendem Tone.

„Er will in Brüssel Rochefort, des Kardinals Handlanger, als Kapuziner verkleidet, gesehen haben. Dank dieser Verkleidung hat der vermaledeite Rochefort Herrn de Laigues an der Nase herumgeführt.“

„Der Esel verdiente es nicht besser“, sagte Porthos; „aber ist’s denn auch so?“

„Mir hat’s Aramis erzählt“, erwiderte der Musketier.

„Was Ihr sagt!“

„Aber, Porthos, Ihr wißt’s doch recht gut“, versetzte Aramis, „ich hab’s Euch doch gestern erzählt. Reden wir nicht mehr davon!“

„Reden wir nicht mehr davon? Das meint Ihr!“ versetzte Porthos. „Ihr seid rasch fertig mit so etwas. Ha! Der Kardinal läßt einem Edelmann nachspionieren, läßt seine Briefschaften durch einen Verräter stehlen und macht Chalais mit Hilfe dieses Spions und auf Grund dieser Briefschaft einen Kopf kürzer unter dem lächerlichen Vorwand, er habe den König umbringen und den Bruder des Königs mit der Königin verheiraten wollen! Kein Mensch wußte von dieser geheimnisvollen Sache; Ihr kommt gestern Abend dahinter, und während wir alle sprachlos über die Affäre sind, sagt Ihr: Reden wir nicht mehr davon!“

„Nun, dann reden wir eben weiter, wenn Ihr es so haben wollt“, versetzte Aramis geduldig.

„Wäre ich Stallmeister des armen Chalais, dann könnte sich dieser Rochefort auf etwas gefaßt machen“, rief Porthos.

„Und Ihr Euch auf eine unangenehme Viertelstunde mit dem Roten Herzog!“ erwiderte Aramis.

„‚Roter Herzogs ist ausgezeichnet“, rief Porthos, „das Wort bringe ich in Mode, mein Lieber, darauf verlaßt Euch! Ein geistvoller Kopf, dieser Aramis! Schade, daß Ihr nicht bei Euerm Berufe geblieben seid! Hättet einen brillanten Abbe abgegeben!“

„Oh, aufgeschoben ist nicht aufgehoben!“ versetzte Aramis. „Ihr wißt doch, Porthos, daß ich noch immer Theologie studiere.“

„Freundchen, seid Musketier oder Abbe, eins oder das andere, aber nicht beides!“ versetzte Porthos.

„Herr de Treville erwartet Herrn d’Artagnan!“ unterbrach der Lakai das Geplänkel, und inmitten völliger Stille durchschritt der junge Gascogner das Vorzimmer und trat bei dem Hauptmann der Musketiere ein.

III. KAPITEL

Die Audienz

Herr de Treville war gerade sehr schlechter Laune, begrüßte jedoch den jungen Mann, der sich vor ihm bis zur Erde verneigte, höflich und lächelte über die Komplimente des Jünglings, die ihm seine Jugend und Heimat ins Gedächtnis riefen. Aber schon winkte er d’Artagnan mit der Hand, als bäte er um Erlaubnis, erst die ändern abfertigen zu dürfen, bevor er sich ihm widme, und öffnete die Tür zum Vorzimmer. Dann rief er mit zorniger Stimme: „Athos! Porthos! Aramis!“

Die beiden Musketiere, die wir bereits kennengelernt haben und die auf die beiden letzten Namen hörten, gingen sofort in das Kabinett.

Als Herr de Treville einigemal wortlos mit finsterer Miene im Zimmer auf und ab geschritten war, blieb er plötzlich vor ihnen stehen und herrschte sie an: „Wißt ihr, meine Herren Musketiere, was mir der König gestern Abend gesagt hat?“

„Nein“, antworteten die beiden nach kurzer Pause, „nein, wir wissen es nicht.“

„Ihr erweist uns aber hoffentlich die Ehre, es uns zu sagen“, setzte Aramis mit dem höflichsten Tone, der ihm zu Gebote stand, und mit anmutiger Verbeugung hinzu.

„Daß er von jetzt ab seine Musketiere aus der Garde des Herrn Kardinals rekrutieren wird!“

„Aus der Garde des Herrn Kardinals, und warum?“ fragte Porthos heftig.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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