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Die Fixen Fünf - Das Tor zu Anderswo Keiner der fünf Freunde hatte auch nur ahnen können, dass ihr erstes Abenteuer als Bande gleich so spannend und unvorhersehbar sein würde. So lang hatten sie geträumt und geplant wie es wäre, etwas Ungewöhnlichem und Geheimnisumwitterndem auf der Spur zu sein. Doch als es nun soweit ist und Burzel, Tiger, Anders, Pixie und Lolie ein Geheimnis entdecken, das lange Zeit das Vielfarbental in Atem hält, können sie den Geschehnissen nur mit viel Mut und Neugier folgen.
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Seitenzahl: 74
Veröffentlichungsjahr: 2018
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Gewidmet meiner Mutter,
die in mir die Liebe zum geschriebenen Wort weckte und die dafür sorgte, dass der Durst danach bis heute nicht erlischt.
Mit Liebe für meinen Mann Ilias und unseren Töchtern Panagiota und Pheï - die Alles für mich sind!
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Auch an diesem Tag begann alles mit einem ausgiebigen Strecken in alle Richtungen. Es tat so gut nach einem langen und traumreichen Schlaf.
Burzel gähnte noch einmal heftig und richtete sich auf. Die Sonne schien schon reichlich in sein Zimmer, trotz der geschlossenen Jalousien. Papa hatte sie noch immer nicht richtig repariert und so schien sie durch all die Öffnungen die mit der Zeit entstanden waren. Das Licht spielte mit den Gegenständen in seinem Zimmer. Denn Burzel liebte alles aus Glas, und so als er nach ausgiebigem Reiben langsam wieder die Augen öffnete, sah er sich in einem bunten Spiel von Farben und Licht. Er liebte es und für eine ganze Weile genoss er so den Anfang des Tages. Meistens unterbrach ihn dabei die Stimme seiner Mutter.
“Burzel aufstehen. Das Frühstück wartet und du musst dich noch fertig machen! Los, du Schlafmütze!”
Er stand allmählich auf, suchte seine Hausschuhe und schleppte sich langsam zur Tür seines Zimmers. Dabei stieg er über viele Schuhe und Klamotten, denn eine Sache war er sicher nicht, zum Ärger seiner Mutter, nämlich ordentlich.
Das Leben war einfach zu schön und jeder Moment barg eine tolle Entdeckung, warum also mit so was wie Ordnung kostbare Zeit verschwenden?
Naja, leider dachten seine Eltern nicht so. Zwanzig Minuten später saß Burzel auf seinem Stuhl in der Küche und aß das Frühstück, mit dem seine Mutter sie alle jeden Morgen erwartete. Frische Beeren mit taufrischen kleingeschnittenen Blättern und das ganze in Beerensaft getaucht. Ja, seine ganze Igelfamilie liebte dieses Frühstück!
Auch seine kleine Schwester die ihm gegenüber saß und von der man grad so den Kopf sehen konnte genoss diesen Moment und nervte nicht mit ihrer ständigen Fragerei. Papa war schon los zur Arbeit. Er musste jeden Morgen schon mit dem ersten Sonnenstrahl raus. Er war Waldpolizist und war seit einem Jahr bei der Frühschicht. Das war ein Tag, als er kam und es uns sagte: „Kinder, Mirze sie haben mich endlich befördert! So viele Jahre Nachtschicht, so viele Erfolge, aber auch Überstunden und Gefahren. Endlich macht es sich bezahlt.”
Ja so war es. Es war hart für Papa bei der Nachtschicht. Der Wald barg nachts schlimme Gestalten und viele Gefahren, und eine Zeitlang gab es viele Verbrechen, doch Papa hatte die Verantwortlichen mit Geduld und Grips gefasst. Lange Zeit hatten wir Angst um ihn aber auch um uns gehabt, denn es war nicht einfach, aber nun war lange alles gut und alle genossen jeden einzelnen Tag aufs Neue.
“So, jetzt aber los meine Lieben! Sonst fängt die Schule ohne euch an!”, und Mama gab jedem von uns ein Päckchen für die Pause mit und schubste uns zur Tür.
“Burzel lass deine Schwester ja nicht aus den Augen auf dem Weg zur Schule, hörst du? Sie ist noch zu klein, um richtig auf sich Acht zu geben.”
Jeden Tag dasselbe. Als hätte er das je getan. Seine Schwester trottete neben ihm her, mit ihren rosa Schuhen und dem rosa Schleifchen auf der Stirn. Sie war ja niedlich und als sie geboren wurde hatte er sich ehrlich gefreut. Doch sie war schon eine Plage. Er kannte niemanden der so viele Fragen stellen konnte.
“Du Burzel? Warum ist die Sonne gelb? Wieso schmecken die Beeren mal süß, mal sauer? Wann kommt der Winter und warum?” Und so ging es immer, wenn sie zusammen waren. Anfangs fand er es toll, denn er konnte zeigen was er wusste und fand sich toll in der Rolle des großen Bruders, aber es nahm ja kein Ende. Und so wurde es anstrengend, aber naja er hatte sich daran gewöhnt einfach weg zu hören. Zum Glück dauerte der Weg zur Schule gerade mal 15 Minuten.
In der Schule trennten sich dann vorerst ihre Wege. Sterze ging noch in die Vorschule und er schon in die 3. Klasse.
Burzel schob Sterze in ihre Klasse und lief hinauf in den ersten Stock des Gebäudes wo sich sein Klassenzimmer befand. Er war in Gedanken allerdings schon längst wieder außerhalb der Schule. Er und einige seiner Mitschüler hatten eine Art Bande gegründet. Ja, das war echt toll. Sie trafen sich nach der Schule und manchmal auch später am Tag an einem besonderen Ort, den sie ausfindig gemacht hatten. Dort sprachen, lachten und spielten sie und unternahmen von dort aus auch allerlei. Sie hatten sich auch einiges vorgenommen, so z.B. mysteriösen Fällen nachzugehen. Eben wie richtige Detektive. Genau das wollten sie eigentlich auch sein. Aber es war nicht leicht, denn erstens hatte keiner von ihnen so richtig Ahnung wie das funktionierte und andererseits fanden sie gerade überhaupt kein Geheimnis das gelöst werden musste.
Ein wenig aus der Puste, er war drei Stufen auf einmal hochgelaufen, stürzte Burzel in die Klasse und setzte sich neben seinen Freund Tiger. Er war nicht nur sein bester Freund, nein, er war wie ein Bruder. Tigers Familie wohnte neben Burzels und sie wuchsen gemeinsam auf. Burzel musste beim Aussprechen von Tigers Namen immer lächeln, denn Tiger war eine Maus. Zwar eine sehr mutige, aber immer noch klein und wirklich nicht angsteinflößend. Er bekam seinen Namen weil er wie ein Tiger bei der Geburt gekämpft hatte, bei der sein Zwillingsbruder starb und nur Tiger es geschafft hatte. Und auch heute noch war er es immer der als letzter aufgab. Ob beim Sportunterricht oder beim Spielen.
“Auch schon da?”, begrüßte Tiger Burzel mit einem Grinsen auf den Lippen.
Burzel sah ihn an und sagte: “Hast du heute alle Hausaufgaben gemacht?”
Sein Freund hatte viele gute Eigenschaften, aber so wie er unordentlich war, war Tiger faul.
“Ja, das meiste schon.” Und er zwinkerte ihm zu. In diesem Moment betrat Herr Prof. Dr. von Gänsefeder den Raum.
“Guten Morgen! Alle da?”, jeden Tag begann er den Unterricht mit diesem Satz.
Und jeden Tag dröhnte ihm ein lautes: ”Ja. Herr Prof. Dr. von Gänsefeder!” entgegen. Zufrieden nahm er an seinem Pult vor der Klasse Platz und holte seine Bücher hervor. Er war ein guter Lehrer. Streng, aber gut. Er war immer für ein Späßchen zu haben und unternahm auch viele Ausflüge mit seinen Schülern. Er war Burzels Klassenlehrer. Sie hatten Geschichte, Natur- und Geografieunterricht bei ihm. Bei den Ausflügen ging es dann immer um ein bestimmtes Thema, das er bildlich veranschaulichen wollte, und das gelang ihm wirklich gut so. Er war aber auch als einziger Lehrer Burzels so. Die anderen zwei, bei denen er die restlichen Fächer hatte waren Frau Dr. Haselnuss, eine nette, aber schon etwas ältere Eichhörnchendame und Herr Listmann, ein unangenehmer, sehr jähzorniger Fuchsherr.
Und so begann einer der vielen Schultage Burzels. Eine nach der anderen vergingen die Stunden. In den Pausen kicherten sie über die Lehrer oder sie ärgerten mit Tiger zusammen ein paar Mädchen aus der Klasse. Zwei dieser Mädchen waren in ihrer Bande, vielleicht sollte er sich einen Namen für die Bande suchen dachte er bei sich.
Die eine war Pixie, ein ganz vornehmes Igelmädchen aus den “feinen Kreisen“ in ihrem Waldteil, ihr Vater war die rechte Hand des Bürgermeisters, des Herrn Hochvons. Die Zweite im Bunde war Lolie, eine zum Pferdestehlen. Sie war im Gegensatz zu Tiger, der eine Feldmaus war, aus der Familie der Wühlmäuse und so war sie sogar etwas kleiner noch als Tiger. Aber gewitzter und wendiger. Letzter im Bunde war Anders. Anders war ihr Freund der Frosch. Er hieß so, weil im Gegensatz zu seinen Eltern und Geschwistern, davon hatte er 7, keine schwarzen Flecken auf seiner grünen Haut hatte. Eine Seltenheit, die alle 16 Generationen eintrat. Und dann nannte man denjenigen in seiner Familie eben Anders. Anders war in den Pausen nie im Gang oder auf dem Hof zu sehen. Er war der Beste in der Klasse, wenn nicht in der ganzen Schule. Und das nicht umsonst, denn während die anderen Kinder Freude daran fanden Bücher zu meiden, empfand es Anders als die größte Freude seine Nase immerzu reinzuhalten und war von ihnen nicht wegzubringen. Dies traf auch zu, wenn sie an ihrem geheimen Ort weilten. Immer mit einem Buch in der Hand und der Brille auf der Nase! Schlimm war’s nur, wenn er laufend las….immerzu fiel er irgendwo rein oder stolperte. Aber es machte ihm irgendwie nichts aus und keiner sagte mehr etwas, es gehörte einfach schon dazu.
Nach 6 langen Schulstunden läutete die Schulglocke und alle packten eilig zusammen. Sekunden später erschien die Schule wie leergefegt! Zurück blieben die Lehrer und der arme Hausmeister Flopp, der die Ordnung in den Räumen und Gängen wiederherstellen musste. Armer Herr Flopp!
