Die Germany Girls - B.L. Goldmann - E-Book

Die Germany Girls E-Book

B.L. Goldmann

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Beschreibung

Die Germany Girls sind im Glück und nicht zu bremsen. Inzwischen redet man überall über die grandiose Girlband! Sie feiern einen Erfolg nach dem anderen. So erhalten die Pop-Diamanten immer mehr Einladungen aus der ganzen Welt. Gleich nach der gelungenen No Stopping Tour durch Europa, geht es in das Land der aufgehenden Sonne. Die Reise nach Japan ist niicht nur inspirierend, sie wird für die Girlband vor allem ein großer Erfolg. Besser kann es für Soraya, Illie, Scarlett und Ina nicht laufen. Sie sind Everybody`s Darling. Wieder zuhause, werden schon die nächsten Projekte geplant. Doch dann geschieht unerwartet ein Drama ...

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Seitenzahl: 169

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Die Autorinnen

B.L. Goldmann ist das Pseudonym der Autorinnen Brigitte und Laura Schwendemann. Sie veröffentlichten 2022 den ersten Germany Girls-Band. Mit der Familie leben sie in der Nähe von Pforzheim. Und ja, am liebsten hören sie Musik und tanzen dabei gut gelaunt durch ihre Wohnung. Nicht zuletzt weil ihnen dabei die besten Ideen zum Schreiben in den Kopf kommen.

Mit doppelter Erfahrung, Spaß und Leidenschaft, entstehen dann die wunderbare Geschichten über „Die Germany Girls“. Eine besondere Erfolgsstory die alle glücklich macht.

Musik im Blut!

Das ist eine Perfektion.

Musik im Blut!

Das ist eine Aufforderung.

Musik im Blut!

Da kann man gar nicht anders.

Inhaltsverzeichnis

Champagner für alle

Girlpower pur

No Stopping Tour

Tokio Hotels

Der Blitzbesuch

Ein sexy Highlight

Liebe und Musik

Champagner für alle

“Well, I’ve seen you before on that discotheque floor, you were driving me out of my …”

Aus dem Lautsprecher der buntleuchtenden Wurlitzer Musikbox, dröhnte überlaut ein echter Rockkracher. Ein kraftvoller, dennoch gefühlsbetonter Lovesong und fabelhaft interpretiert von der Queen of Rock Suzi Quatro.

Nicht die Lautstärker, sondern der Song selbst, klang so ungemein kraftvoll, dass er die Germany Girls nebenan in ihrem Studio sofort auf den Song aufmerksam machte.

Die vier Musikerinnen hörten ganz genau hin. Natürlich erkannten sie die Stimme von Suzi Quatro, aber sie kannten diesen Song nicht.

Soraya, Illie, Scarlett und Ina waren ganz und gar in ihrem Element. Sie entwickelten abermals neue Songs und übten seit Tagen von morgens bis abends, insbesondere für die nächsten Live-Auftritte im Fernsehen, sowie für die große Konzertbühne. Ihr neuester Song „The Wonder of Love“ eine rhythmische Ballade, war frisch im Kasten.

Die Mädchen machten sich nichts vor. An einem coolen Song musste oftmals gefeilt werden. So wie ein Rohdiamant geschliffen wird. Sei es an der Melodie, am Sound, am Songtext oder Gesang. Wirklich zufrieden waren die Germany Girls erst, wenn alle vier mit dem Ergebnis voll und ganz glücklich waren. Ja, „The Wonder of Love“ klang schon very funny - ganz besonders der mehrstimmige Refrain. Auf alle Fälle hatte der Song ganz großes Hitpotential. Die vier Musikerinnen waren einfach überglücklich und voller Tatendrang. Es war einfach das Größte, jeden Tag das tun zu können, was ihnen so viel bedeutete: Ihre Musik.

So langsam aber sicher rückte nun auch die ausverkaufte Europa-Tournee immer näher.

Allein schon deshalb steigerte sich der Ehrgeiz der Musikerinnen von Tag zu Tag.

Kein einziger Tag verging ohne Proben, auch kein Tag ohne dass ihnen neue Ideen in den Sinn kamen. Genauso war allen vier extrem wichtig eine eigene fulminante Bühnen-Show zu entwickeln, auch Überraschungen und Spezial-Effekte miteinzubauen. Jeder gute Einfall wurde sofort festgehalten und aufgeschrieben. Vor Illie lag ein weißer Schreibblock, auf dem sie alles genauestens und detailliert notierte.

Glücklich - war eigentlich viel zu milde ausgedrückt. Soraya, Illie, Scarlett und Ina schwebten auf Wolke sieben. Denn auch ihr zweites Album „Heartbreaker“ hatte es gerade auf Anhieb in die Top 10 der Album Charts geschafft und stand seit gestern auf Platz drei.

Die Germany Girls konnten es kaum glauben: Auch die erste Single aus dem Album, der Song „A compliment“, stieg auf Anhieb in die Top Ten ein und entwickelte sich rasant zu einem Tophit.

Dieser Erfolg ermutigte ungemein.

Ja! Für die Freundinnen gab es absolut nichts Besseres, als mit ihrer Musik erfolgreich zu sein. Es fühlte sich an, als hätten sie noch nie etwas Schöneres gemacht als ihre Musik.

Gemeinsam waren sie eine starke einzigartige Einheit! Das war so sicher wie das Amen in der Kirche.

Natürlich bedankten sich die Musikerinnen dafür fast täglich bei ihren Fans. Auch weil sie auf ihrer Instagram-Seite ständig die schönsten Komplimente und Nachrichten bekamen.

Illie schaute auf ihr Handy und las vor, was Fans von überall her schrieben:

»Ihr könnt wirklich stolz auf euch sein! Das Album höre ich mir nun schon das gefühlte hundertste Mal an und es ist einfach nur wunderschön und super gelungen. Eure Entwicklung ist bemerkenswert!

»Dieses Album ist wirklich der Wahnsinn! Ich höre es rauf und runter und kann mich mit so vielen Songs einfach identifizieren. Einfach nur großartig. Danke euch für dieses Album!♡«

»So toll! Ein Album das die Nummer 1 in den Charts verdient!«

»Ihr habt die große Gabe mit euren Songs direkt ins Herz zu treffen, da ist so viel Gefühl und Power drin. Und ihr habt euch wahnsinnig entwickelt in den letzten zwei Jahren. Chapeau! Es ist ein Geschenk euer Fan zu sein! ♡Für immer und immer!♡«

»Unbeschreiblich, ich freue mich so sehr auf eine tolle Konzerttour!! Danke für die tollen Songs!♡«

»Jeder Song erzählt euer Leben und das macht euch so besonders! Die Songs berühren, machen glücklich und manchmal auch nachdenklich. Ich hoffe bald kann ich Euch das alles persönlich sagen, bin in Zürich dabei mit VIP Ticket♡♡♡♡«

Nachdem die Freundinnen bereits intensiv drei Stunden geprobt, und kurz Instagram gecheckt hatten, war es ohnehin an der Zeit mal eine kurze Pause einzulegen.

»Hey! Lasst uns schnell mal rüber gehen. Wir sollten uns diesen Song der allergrößten Sängerin überhaupt, unbedingt mal genauer anhören … der groovt ja megakolossal super gigantisch!«, rief Soraya begeistert.

»Let`s go! Unverkennbar dieser Song! Ich hab den auch irgendwann schon mal gehört«, kam es von Scarlett, wie aus der Pistole geschossen.

»Sorayaaa! So langsam glaube ich du kannst sogar Gedanken lesen, zumindest meine. Ja, lasst uns rüber gehen, uns den Song nochmal genauer anhören«, sagte Illie und lächelte begeistert.

»Volltreffer! Dieser Song ist so was von Powerfull. Der hat einen guten Text und mega Heart Vibes. Sehr cool! Der geht durch die Decke, und mir nicht mehr aus dem Sinn!«, sagte Ina ebenso fasziniert.

Keine zwei Minuten später, gingen die vier Musikerinnen beschwingt und vor sich her tänzelnd rüber ins Clubheim.

»Pssst! Schaut euch das an. My Greatgrandmother is a very very special person! Sie tanzt hinter der Theke wie ein junges Girlie … was sagt man dazu?«, fragte Soraya amüsiert und freute sich über diesen fröhlichen Anblick.

Die Freundinnen blieben noch kurz an der Tür stehen und sahen Estelle zu, wie sie buchstäblich hinter der Theke rhythmisch zu den letzten Tönen zu Suzi Quatros Song abrockte.

Natürlich war es Estelle selbst, die wie so oft, einige ihrer Lieblingssongs in der Musikbox gewählt hatte.

»Einfach sooo coool!«, lächelte Illie.

»Wirklich cool! Sie ist einfach eine krasse Lady!«, sagte Ina angetan.

»Meine Estelle! Besser gesagt unsere Estelle ist einfach einmalig! Und genau darum muss ich dir heute auch etwas sehr Wichtiges sagen!«, platzte es lautstark aus Soraya. So laut, dass sie nicht zu überhören war.

Estelle erschrak sich leicht. Aber als sie die Musikerinnen erblickte, musste sie lachen.

»Hereinspaziert ihr Lieben! Hereinspaziert!«, empfing Estelle die vier Freundinnen herzlich.

»Du, und nur du, bist für mich die allerbeste Greatgrandmother auf der ganzen Welt! Das meine ich so wie ich es sage. Ja, das ist ein längst überfälliges Kompliment und kommt wirklich aus meinem tiefsten Herzen! Was wäre die Welt denn ohne die vielen grandiosen Oldies?! Ich meine jetzt so ziemlich alle ältere Herrschaften, insbesondere all diejenigen, die uns allen in der ganzen Welt so großartige Musik geschenkt haben! Dieser Song eben … also der gerade zu Ende ist, von der Rockmusikerin Suzi Quatro, ist so ein wahrhaftiges Beispiel dafür. Auf alle Fälle müssen wir uns diesen Song nachher noch einmal genauer anhören«, sagte Soraya bestens gelaunt zu Estelle, die sich mächtig über die schönen Worte ihrer Urenkelin freute.

»Oooh! Dankeschön! Das tut aber gut. Das geht runter wie Öl! Wirklich! So eine wunderbare Anerkennung, ist für eine alte Seele wie mich schon wie eine wohltuende Arznei. Du bist und bleibst einfach die wunderbarste Urenkelin auf diesem Planeten, und obendrauf auch die derzeit coolste Sängerin weit und breit! Aber weißt du, es zeigt sich ohnehin jeden Tag - die Vergangenheit gehört immer auch zur Zukunft. Wir waren eben auch mal jung und cool, und natürlich zwischendurch auch mal so richtig wild. Yes! So wie es sich für die Jugend gehört. Tja, und gute Songs besitzen Herzschmerz. Also gehören Herzschmerz und Rock`n`Roll zusammen. Immer schon. Ach, und vielleicht noch eins - weil man Lillie aus der Küche so lauthals mitsingen hört, der Song von Suzi ist einer ihrer absoluten Lieblingssongs ihrer Jugendzeit … also einer mit besonderer Bedeutung«, lächelte Estelle auf ihre spitzbübische Art.

»Heyyy! Also hab ich doch richtig gehört. Ihr kommt gerade zur rechten Zeit. Es gibt Spagetti Bolognese!«, rief Lillie einladend der Girlband zu, die zusammen mit Cheraldine aus der Küche kam.

»Mmmm köstlich!«

»Ja Spagettiiii!«

»Bin dabei!«

»Perfekt! Herrlich! Was will man mehr!«, kamen die Reaktionen der Musikerinnen.

Nach dem gemeinsamen Essen, und noch bevor man den Tisch wieder abräumte, wurde sofort die Musikbox erneut aktiviert und Estelle drückte den von den Germany Girls gewünschten Song.

Die Rockhymne begann mit einem melodischen Gitarren Solo. Dann setzte der typische energische Gesang von Suzi Quatro ein. Nach etwa einer halben Strophe, kamen gleichzeitig Schlagzeug und Bassgitarre hinzu.

“Well, I`ve seen you before on that discotheque floor, you were driving me out of my mind … “

»Wow! Was für ein cooler Song!«, schwärmte Scarlett und wippte schwer beeindruckt den Takt mit.

»Einer der besten aus den 70ern!«, kommentierte Lillie sofort und sang wieder jedes Wort mit. Noch nie hatten Soraya, Illie, Scarlett und Ina Lillie so singen hören. Es war erstaunlich wie gut sie singen konnte und dazu ihre Stimme ähnlich wie das Original klang.

»Hab den Song schon in meinem Notizbuch notiert«, sagte Illie und schaute dabei Soraya an, die wiederum Illie zustimmend zunickte.

»Den müssen wir probieren zu spielen! Irgendwie passt der total zu uns«, meinte Ina angetan und summte schon die Melodie.

Zügig gingen die vier Musikerinnen jetzt wieder rüber in ihr Studio. Bis zur Party morgen Abend, mit vielen besonderen und geladenen Gästen, war noch genügend Zeit, um weitere Stunden übend im Studio zu verbringen.

Zur allgemeinen guten Laune kam hinzu, dass der rockige Song nicht nur Estelle, sondern genauso auch Lillie und Cheraldine direkt in die Beine ging.

Rhythmisch tanzend machten sie sich also an die Vorbereitungen für die Party.

Das Frauen-Trio hatte unbändige Freude das Clubheim mit allerlei Girlanden, Luftschlangen und Discokugeln für die Feier zu dekorieren.

Auch Celine, Tim und Stefan waren mittlerweile zum Clubheim gekommen. Jeder packte mit an. Die Bestuhlung wurde so umgestellt, dass man auch eine Tanzfläche hatte. Ebenso wurde eine kleine Bühne für eine spontane Jam Session hergerichtet.

Gegenüber der Theke wurde eine kleine Hawaii-Cocktail-Bar mit Schilfrohrmatten und aufblasbaren Palmen dekoriert, sowie eine extra lange Tischreihe für das Büfett zusammengestellt.

Arbeit war das keine, eher ein echtes Vergnügen. Die Partylaune war offensichtlich schon da. Denn so wie es aussah, amüsierten sich Tim und Stefan blendend. Die beiden hatten bereits das eine andere Gläschen zusammen gelehrt und waren schon jetzt in bester Partystimmung. Celine machte sich in der Küche nützlich und unterstützte Lillie und Cheraldine um das Büfett vorzubereiten.

Auch Estelle, die immer stolze Thekenlady, amüsierte sich. Sie war es auch die den beiden Männern immer wieder großzügig nachschenkte. Vor so einem Ereignis war Estelle immer in Spendierlaune. So gab es wie gewohnt an so einem Tag, ihren selbstgemachten und beliebten Honigeierlikör „Sapperlot“ reichlich und morgen auch für alle Gäste gratis. Für eine weitere Runde „Sapperlot“ hatte sie deshalb kurzum die Schnapsgläschen erneut gefüllt. Estelle hatte dazu auch Lillie, Celine und Cheraldine gerufen. Sichtlich stolz auf den Anlass der Party, nämlich auf die Germany Girls, wollte Estelle unbedingt mit allen Helfern schon mal vorab anstoßen.

»Hört! Hört! Ich bitte kurz um eure Aufmerksamkeit, ihr Lieben! So jung wie heute kommen wir nicht mehr zusammen! Ich muss euch bei dieser Gelegenheit etwas verraten! „Sapperlot“ wird unbenannt und heißt ab nächsten Monat „Träumchen“!«, sagte Estelle erfreut und grinste über beide Ohren und nickte dabei ihrer Tochter Lillie zu. Denn sie war bisher die einzige, die davon wusste.

»Echt jetzt!? Und wie kommt`s dazu?«, fragte Soraya salopp. Alle hörten still und aufmerksam zu, was Estelle nun spannendes zu erzählen hatte.

»Das lässt sich ganz wunderbar erklären: Ich habe einen Big-Deal an der Angel sag ich euch! Auf mich kam ein großer Spirituosen-Hersteller zu. Also sozusagen ein Marktführer aus Deutschland. Also, einer der seine Produkte auch in vielen europäischen Ländern verkauft. Jedenfalls, wurde der Hersteller von einem Gast von uns auf meinen „Sapperlot“… Ähm, ich meine auf mein „Träumchen“ aufmerksam gemacht. Aber leider weiß ich immer noch nicht, wer diese gute Tat begangen hat. Als der Hersteller sich bei mir gemeldet hat, und mir eine Zusammenarbeit angeboten hat, konnte ich das erst gar nicht glauben. Aber so ist es. Und schon nächsten Monat kommt mein „Träumchen“ ganz groß raus, und wird in sämtlichen Supermarkt-Regalen stehen! Na! Was sagt ihr dazu?!«, fragte Estelle lauthals und hob beide Arme hoch und sah nach oben, als wollte sie sich beim lieben Gott dafür bedanken.

»Das ist so was von abgefahren stark!«, sagte Illie und klatschte Applaus bevor sie Estelle per Handschlag dazu gratulierte.

Das gleiche taten ihr die anderen nach.

»Das ist krass und stark!«, sagte Scarlett.

»Wahnsinn echt! Dann wirst du im fortgeschrittenen Alter noch Unternehmerin«, sagte Stefan erstaunt.

»Hey! Hey! Was heißt da im fortgeschrittenen Alter. Ich bin eine Unternehmerin schon mein Leben lang. Und erfolgreich sein, kann man auch noch als Uroma! Stimmt`s Soraya?«, fragte Estelle verschmitzt.

»Zu hundert Prozent! Die Frage stellt sich doch gar nicht«, antwortete Soraya keck. Darüber waren sich alle einig.

Ohne zu übertreiben hatte Estelle das Aussehen und den Look eines Best-Ager-Models.

So legte sie beispielsweise stets viel Wert auf eine perfekt gestylte Frisur. Estelle wollte auch mit Mitte siebzig nicht darauf verzichten, sich hübsch zu machen. Das war auch der Grund, warum sie seit einigen Jahren eine Perücke trug. Davon besaß sie ausschließlich aus echtem Haar gleich mehrere. Ihre Frisur sollte schließlich so natürlich wie möglich sein. So jedenfalls saß Estelles roter stufig geschnittener Haarschnitt im Voku-Style immer perfekt. Und kaum jemand wusste, dass es nicht ihre echten Haare waren. Irgendwann waren ihre Haare eben immer dünner und brüchiger geworden. Kurzerhand entschied sie sich es einfach Berühmtheiten wie Cher oder Tina Turner gleichzutun. So jedenfalls saß ihre Frisur Tag für Tag im Handumdrehen. Das war doch eine super Alternative. Und es war einfach ein gutes Gefühl sich in seiner Haut wohl zu fühlen.

»Wer Liebe mag und Einigkeit, der trinkt auch mal`ne Kleinigkeit!«, rief Estelle humorvoll, und forderte alle Anwesenden auf, kurz die Arbeit zu unterbrechen, um an die Theke zu kommen. Was dann auch alle gerne taten.

»Na dann, sehr zum Wohlsein!«,

»Prost! Nicht lang schnacken, Kopp in den Nacken!«

»Auf die Gesundheit und das Leben!«

»Cheers! Auf unsere Germany Girls!«

»Prosit!«

»Stößchen!«, rief man sich fröhlich gegenseitig zu, dann hörte man die Gläser klirren.

»In diesem Sinne: Sei stets vergnügt und niemals sauer, das verlängert deine Lebensdauer!«, sagte Lillie ebenso vergnügt.

Die kleine Pause dauerte nur wenige Minuten. Zwar lief alles stressfrei nach Plan, dennoch war noch einiges zu tun. Also machte jeder wieder da weiter, wo er aufgehört hatte.

Währenddessen gingen die Proben im Studio weiter. Dazu gehörten auch Stimm- und Atemübungen. Der Ehrgeiz der Girlband wurde auch am späten Nachmittag nicht weniger. Trotzdem vergaßen Soraya, Illie, Scarlett und Ina nicht, immer mal wieder eine kurze Pause einzulegen.

»Leute! Ich bin mir sicher nie wieder etwas anderes in meinem Leben tun zu wollen, als das, was mich gerade jeden Tag so glücklich macht«, sagte Scarlett und lächelte zufrieden.

»Meee to!«, rief Soraya.

»Forever and ever!«, sagte Ina entschlossen.

»Yes! The Germany Girls! Here we go, go, go, rockin` all over the world!«, begann Illie zu singen. Das steckte an. Sofort sangen auch Soraya, Scarlett und Ina mit und wiederholten lauthals den Refrain des alten Status Quo Klassikers. Bis es plötzlich noch lauter an die Tür klopfte.

Herein kamen Marcella und Lenny.

»Hey Girls! Wir wollten nur kurz Bescheid sagen dass wir schon da sind … «, begrüßte Lenny zuerst die Girlband temperamentvoll.

»Hey ihr Lieben! Und wir haben ungeheuerliche … Ja! Geradezu hochbrisante Neuigkeiten im Gepäck!«, ergänzte Marcella rätselhaft und konnte sich ein schelmisches Grinsen nicht verdrücken.

»Hey! Wie cool ist das denn! Ihr seid früher da!«, begrüßte Soraya die beiden.

»Oooh! Hochbrisantes im Gepäck?«, hinterfragte Illie gleich etwas irritiert.

»Ohlala! Was für Neuigkeiten?«, wollte auch Scarlett sofort wissen.

»Gute oder schlechte Neuigkeiten?«, fragte Ina interessiert. Doch die Antworten auf ihre Fragen gab es erst in ein paar Stunden.

»Ihr habt auf alle Fälle nichts zu befürchten. Soviel sei schon mal verraten … «, antwortete Lenny bestens gelaunt.

»Alles weitere dazu erfahrt ihr später … wir wollen euch bei den Proben doch nicht stören. Bis später ihr Lieben. Die Party wird Bombe!«, sagte Marcella flink, zwinkerte den Musikerinnen zu und zeigte mit dem Daumen nach oben. Dann machte Marcella die Tür hinter sich zu.

Trotz der Ungewissheit, Marcellas Zeichen konnte nie und nimmer ein schlechtes sein.

Der nächste Morgen war der letzte Samstag im April. Der Frühling zeigte sich seit Tagen von seiner herrlichsten Seite. Die Sonnenstrahlen wurden wärmer, die Bäume und Blumen blühten längst in vielen Farben.

Heute Abend stieg im Clubheim nun endlich die längst überfällige Party zu Ehren für die Germany Girls. Gute Gründe dafür, gab es wahrhaftig mehrere.

Einer der Hauptgründe den es zu feiern gab, war auf alle Fälle die erste „Nummer 1“ der Germany Girls. Denn ihr eigens komponierter Song „Wild & Wonderful“, entwickelte sich langsam zu einem echten Dauerbrenner und wurde von vielen Radiosendern rauf und runter gespielt.

Der Song stand bereits seit Mitte Februar an der Spitze der deutschen Charts. Aber nicht nur in Deutschland. Auch in Österreich und seit kurzem auch in Dänemark war der Song weit vorne in den Charts. Es war beachtlich. Das war ein wesentlicher Teil ihrer Erfolge, die immer mehr und mehr wurden.

Die Germany Girls schätzten ihre Glückssträhne, wie sie es nannten, sehr. Doch dies lag hauptsächlich an ihrem Talent und ihrem unbedingten Willen und Fleiß.

Darum standen die Germany Girls auch kurz davor, ihr drittes Album fertigzustellen. Noch zwei Songs, dann war das Album „Rockhearts“aufgenommen. Danach übernahm Lenny wie immer das Abmischen.

Marcella Kronberger hatte im Auftrag von Lenny Jürgens eigenhändig alle Einladungskarten auf den Tag genau, vor sechs Wochen an die Gäste verschickt.

Die Zusagen kamen prompt.

Lenny liebte es generell zu überraschen und hatte sich für die Party zusätzlich etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Er gab Marcella die Anweisung einige sehr populäre Persönlichkeiten aus der Musikbranche einzuladen. Einige ebenso erfolgreiche Musikkollegen und Kolleginnen.

Diese Idee gefiel auch Marcella. Die Personen ausgewählt, hatten sie dann gemeinsam. Und wenn einer der erfolgreichsten Musikproduzenten, und eine nicht weniger erfolgreiche Musikmanagerin zu einem Event einluden, der oder die, nahm gerne die Einladung an.

Wissen durfte davon vorab natürlich niemand. Schließlich sollte es für die Germany Girls eine unvergessliche Party werden.

Eingeladen wurden selbstverständlich die engsten Familienmitglieder, gute Freunde und Bekannte sowieso. Und obendrauf auch halb Schönenberg. Aber allen voran natürlich Basti, Lasse, Cherie, Lucas, Tiffany und ihr neuer Freund Steve, C.C., Bowie und seine Schwestern Alina und Julia, auch Flo und Sammy.

Knapp eine Stunde bevor die Party offiziell startete, trafen Lenny, Marcella und Anita festlich gekleidet, als erste im Clubheim ein.

Marcella trug einen Stapel Zeitschriften in ihren Händen. Strahlend gingen die drei direkt auf die auffällig gestylten Germany Girls zu und sie begrüßten sich herzlich mit kurzen Umarmungen.

»Gleich zweimal!«, rief Marcella begeistert.

»Gleich zweimal habt ihr es auf die Titelseite geschafft!«, wiederholte Marcella lauthals, so dass man es durch das ganze Clubheim hören konnte. Dann streckte sie ihren Arm in die Höhe und hob zuerst die Jugendzeitschrift „Popcorn“ hoch, und wechselte flink zur zweiten Zeitschrift der „Bravo“.

»Und jetzt schaut euch mal die coolen Poster darin an!«, forderte sie überschwänglich.

Marcella hatte für die vier Musikerinnen jeweils eine „Bravo“ und eine „Popcorn“ mitgebracht, die sie ihnen jetzt übergab.

»Was! Ey! Das ist doch der Burner!«, freute sich Scarlett und nahm direkt die „Bravo“ und blätterte sich sofort durch die Zeitschrift, um zusammen mit Soraya, Illie und Ina schnell den Bericht zu lesen.

»Oh wie cool! Wie Nice ist das denn!«, sagte Scarlett verblüfft.

»Beide Poster sind Megaaa! Und so riesig!«, freute sich Illie.

»Unsere Fans werden es lieben«, war sich Ina sicher.

»Die hatten wirklich nicht zu viel versprochen! Bericht und Poster sind einfach super geworden!«, sagte Soraya mehr als zufrieden.

Noch waren keine Gäste da. Darum war noch genügend Zeit für interne Plaudereien.