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Die fünf jungen Stare Hank, Rudolf, Marten, Tobi und Boris sind aufgeregt und nervös. Zum ersten Mal in ihrem jungen Leben werden sie auf Die Große Reise nach Süden gehen. Doch die Krankheit von Rudolfs Mutter trübt die Freude. Rudolf ist traurig, denn seine Mutter wird nicht mitfliegen können und allein wird sie den Winter nicht überleben. Die fünf Freunde hecken einen Plan aus, der so noch nie da gewesen ist und der in die Geschichte der Stare eingehen wird ...
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Seitenzahl: 32
Veröffentlichungsjahr: 2022
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Die Große Reise der Stare
Stephan Berghoff
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Personen und Handlungen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind zufällig und nicht beabsichtigt.
© 2021 Papierfresserchens MTM-Verlag GbR
Mühlstraße 10, 88085 Langenargen
Alle Rechte vorbehalten.
Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Taschenbuchausgabe erschienen 2012.
Berabeitung und Herstellung: CAT creativ - www.cat-creativ.at
Cover: Stefanie Meister
2. Auflage 2021
ISBN: 978-3-86196-181-9 - Taschenbuch
ISBN: 978-3-96074-523-5 - E-Book
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Der Autor
Buchtipp
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„Habt ihr es auch schon gehört?“, rief Hank aufgeregt und landete etwas flattrig und unruhig neben seinen Freunden Tobi, Rudolf, Marten und Boris auf dem höchsten Strommast in der Gegend.
„Nein, was denn? Was haben wir gehört?“, fragte Boris gelangweilt und begann, sein noch flaumiges Gefieder zu putzen.
Die fünf Freunde waren erst im Frühjahr aus ihren Eiern geschlüpft. Vor wenigen Monaten hatten sie sich zum ersten Mal in die Luft erhoben und waren aus ihren Nestern geflattert. Alle fünf waren gleichzeitig auf diesem Strommast gelandet. Seitdem war er ihr Hauptquartier.
Die jungen Stare saßen jeden Tag darauf und plauderten über dies und über das, übten fliegen und versuchten, sich gegenseitig in den Geheimnissen der Welt zu unterrichten.
„Na, mein Onkel Siegfried hat gesagt, dass es übermorgen losgeht.“
Hank war so aufgeregt, dass er sogar vergessen hatte, die Flügel anzulegen. Ein Windstoß, und der sehr unvorsichtige kleine Vogel wäre davon erfasst und vom Mast geworfen worden.
„Was geht übermorgen los?“, grunzte Tobi, ebenfalls gelangweilt.
„Na, mein Onkel Siegfried hat gesagt ...“
„Was hat dein Onkel Siegfried gesagt?“, unterbrach Rudolf seinen immer noch flattrig herumwirbelnden Freund.
„Wenn ihr mich noch nicht mal aussprechen lasst, kann ich es euch auch nicht sagen!“ Hank war so aufgeregt, dass er sich etwas im Ton vergriffen und seine Freunde wie noch nie angeschrien hatte.
Verdutzt und beeindruckt zugleich schauten alle vier ihren Freund an, der von ihnen der kleinste, schwächste und jüngste war.
„Entschuldigung“, sagte er kleinlaut. „Aber ihr müsst mich auch ausreden lassen.“ Er schaute seine Freunde an, lächelte etwas verlegen und sprach dann weiter: „Also, mein Onkel Siegfried hat gesagt, dass wir in zwei Tagen zur Großen Reise aufbrechen.“
Als die vier diese Neuigkeit hörten, weiteten sich ihre Augen, ihre Schnäbel öffneten sich langsam und blieben offen stehen.
Die Große Reise!
Was hatten sie nicht alles von diesem Ereignis gehört. Jeder wusste ein bisschen über diesen alljährlich stattfindenden Umzug, bei dem Tausende von ihren Verwandten mit ihnen zusammen nach Süden in eine wärmere Gegend flogen. Die Alten erzählten, dass früher noch viel größere Schwärme zur Großen Reise aufgebrochen waren als heute.
Niemand konnte genau sagen, wohin es ging. Jeder wusste es, aber niemand fand das richtige Wort dafür. Die Jungen wussten auch nur, dass es nach Süden in eine wärmere Region ging, weil es hier in der kalten Jahreszeit nichts zu essen mehr gab. Die Alten sagten, dass diese Reise sehr beschwerlich und anstrengend sei. Ein kranker oder zu schwacher Star schaffte es nicht und fiel unterwegs einfach vom Himmel.
„Ich habe gehört, dass wir auf der Reise durch Gebiete kommen, in denen uns die Menschen mit riesigen Netzen jagen und auf uns schießen“, sagte Boris, der sich als Erster wieder unter Kontrolle hatte.
„Ja stimmt“, pflichtete ihm Marten lispelnd bei. „Ein Vetter von mir hat sich einmal in solch einem Netz verfangen, ein anderer Vetter hat in dann aber noch befreien können.“
Rudolf starrte in die Ferne und dachte nach. Seine Mutter war im Moment schwer krank. Sein Vater hatte letzte Woche gesagt, wenn sie jetzt die Große Reise antreten müssten, würde die Mutter es nicht überleben.
„Wer bestimmt denn eigentlich, wann wir zur Großen Reise aufbrechen? Die können doch nicht einfach sagen, Morgen fliegen wir!, und dann lassen alle einfach alles stehen und liegen und fliegen weg!“ Rudolfs Augen füllten sich mit Tränen.
