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Ein Kinderbuch, das erklärt, wie das Zusammenleben auf kommunaler Ebene organisiert ist. Auf dem Dachboden der Schule herrscht große Aufregung. Die Mäusegemeinde wird immer größer, und das Durcheinander auch! "So kann es nicht weitergehen, wir brauchen wieder mehr Ordnung", beschließen die Mäusegeschwister Margret und Malte. Gut, dass die weise Eule Elwira Rat weiß. "Schaut euch an, wie viele Menschen in Dörfern und Städten zusammen leben. Das muss auch gut organisiert werden", sagt sie, und erklärt Margret und Malte, wie die beiden die Gemeinschaft der Mäuse regeln können. "Die kleine Mäusegemeinde" erklärt anschaulich und kindgerecht die wichtigsten Prinzipien der Kommunalpolitik. Vom Bürgermeister über Haushalt bis hin zu Beteiligungsmöglichkeiten der Bürger werden die wichtigsten kommunalen Themen spielerisch behandelt. Das Buch ist liebevoll illustriert und enthält in der Mitte eine doppelseitige Ansicht des Mäuserathauses, das die verschiedenen Arbeitsbereiche der Verwaltung zusätzlich verdeutlicht. Für Kinder ab 8 Jahren.
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Seitenzahl: 42
Veröffentlichungsjahr: 2019
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von
Uwe Brandl
Mit Illustrationen von
Anna-Lena Kühler
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.
© Copyright 2017 Kommunal- und Schul-Verlag GmbH & Co. KG • Wiesbaden
Alle Rechte vorbehalten • Printed in Germany
Umschlag und Illustrationen: Anna-Lena Kühler
Satz: Kumpernatz & Bromann • Schenefeld b. Hamburg
Druck: Kessler Druck + Medien • Bobingen
ISBN 978-3-8293-1227-1
eISBN 978-3-8293-1442-8
Die Gemeinde
Wie eine Gemeinde funktioniert
Wie sich die Gemeinde organisiert
Die Gemeindeverwaltung
Woher kommt das Geld
Wie die Gemeinde kontrolliert wird
Bürgerentscheide und Bürgerbegehren
Unter dem Dach des alten Schulhauses lebte eine Mäusefamilie. Es hatte sich schnell herumgesprochen, dass es da besonders gemütlich war. Innerhalb kurzer Zeit wuselte, quiekte und fiepte es dort, dass es eine wahre Pracht war. Alles ging furchtbar durcheinander und jeder machte nur, was er wollte. Das beschauliche Familienleben war vorbei.
„So kann das nicht weitergehen“, sagte Margret Maus zu ihrem Bruder Malte.
„Da hast du Recht, aber was sollen wir tun?“, fragte Malte.
„Ganz einfach, lass uns zu Elwira gehen, die weiß sicher Rat!“
Oben im Glockenturm hauste eine große, graue Eule. Sie hieß Elwira, war steinalt und sehr weise.
„Ich habe euch schon erwartet Kinder. In eurer Mäusewelt scheint ja das Chaos ausgebrochen zu sein“, begrüßte Elwira Margret und Malte.
„Genau deshalb sind wir hier. Wir sind dieses Durcheinander leid. Jeder macht nur, was er will. Vor allem die neu Zugezogenen lassen sich gar nichts sagen“, beschwerte sich Malte.
„Wenn ihr Ordnung wollt“, uhute Elwira, „dann müsst ihr eure Gesellschaft organisieren.“
„Und wie sollen wir das anstellen?“, fragte Margret.
„Hmm …“ meinte Elwira. „Ich kann euch erzählen, wie die Menschen ihre Gesellschaft organisieren. Ich glaube, das könnte auch für euch ein passendes Modell sein. Setzt euch, ich versuch es, euch zu erklären:
Die Menschen ganz früher in der sogenannten Antike, das war vor mehr als 3.000 Jahren, haben erkannt, dass ab einer bestimmten Anzahl von Leuten auf engem Raum nur eine organisierte Gesellschaft ein geordnetes Zusammenleben möglich macht. Deshalb haben sie die sogenannte Polis geschaffen. Der Begriff kommt aus dem Griechischen. Der kommt euch bekannt vor oder? Polizei heißt nichts anderes als für die Gemeinschaft. Heute sagt man nicht mehr Polis, sondern Kommune. Das kommt aus dem Lateinischen und bedeutet auch Gemeinschaft.
Die Kommune besteht aus den Bewohnern eines bestimmten Ortes und verwaltet sich zum Teil selbst. Das heißt: die Leute dort machen eigene Regeln. Daneben gibt es aber noch Regeln, die von höheren Stellen vorgeschrieben werden. Vom Staat oder vom Land zum Beispiel. Sämtliche Regeln gelten für alle und die Mitarbeiter der Kommune passen auf, dass diese Regeln auch von allen eingehalten werden.“
„Höhere Stellen? Das versteh ich nicht“, meinte Margret.
„Nun“, hob Elwira an, „ihr geht doch in die Mäuseschule.“ Die beiden nickten.
„Ich in die 4a und Malte in die 3c“, bekräftigte Margret.
„Da wählt ihr sicher einen Klassensprecher und stellt Regeln auf, die in der Klasse gelten sollen. Wer muss Tafel wischen, wer sorgt für die Sauberkeit, wer beschafft den Computer, wenn er gebraucht wird und so weiter?“
„Dann ist die 3c eine Kommune und die Schüler sind die … Kommunisten?“, fragte Margret.
„Bürger, meine liebe Margret, Bürger heißen die Mitglieder einer Kommune“, lachte Elwira.
„Und die ganze Schule mit Frau Rektorin Mauszahn ist dann die höhere Einheit, weil was sie sagt gilt für alle, stimmt´s?“, ereiferte sich Malte.
„Genau, so ähnlich“, bestätigte Elwira.
„Aber so eine Kommune entsteht nicht von selbst, da braucht es schon Einiges zu“, erklärte Elwira weiter. „Einen Rat, in dem Bürger sitzen und der stellvertretend für alle spricht und entscheidet. Jemanden, der den Rat führt, seine Sitzungen leitet und mit den Mitarbeitern der Kommune dafür sorgt, dass das, was der Rat entscheidet, auch getan wird.
Die Menschen nennen diesen Rat, der die Geschicke ihrer Kommune bestimmt, Gemeinderat. Weil die meisten Kommunen halt Gemeinden sind. Gemeinde ist eigentlich nur die Übersetzung für den Begriff Kommune und bezeichnet die Gemeinschaft aller Bewohner eines bestimmten Gebiets oder eines Ortes. Wenn die Gemeinden größer sind, werden sie manchmal zu einer Stadt gemacht. Städte haben ein paar Aufgaben zusätzlich, die sie von der höheren Ebene übertragen bekommen.
In den Städten heißt der Gemeinderat dann auch …“
„Stadtrat?“, rätselte Malte.
Elwira nickte. Malte war stolz auf seinen Geistesblitz.
„Was grübelst du?“, fragte Elwira Margret.
„Ich glaube“, sagte sie, „wir brauchen dringend einen Mäuse-Gemeinderat. Und auch einen Chef.“
Elwira schmunzelte. Die beiden waren schlau.
„Bürgermeister nennt man den Chef. Er ist der Vorsitzende im Gemeinderat. Aber täuscht euch nicht. Viel wichtiger in der Gemeinde ist der Gemeinderat. Seine Mitglieder entscheiden, was zu tun ist. Der Bürgermeister hat, wie die anderen Mitglieder des Rates, nur eine Stimme. Er ist sozusagen nur primus inter pares. Das heißt: der erste unter Gleichen. Der Bürgermeister leitet die Sitzungen, bereitet sie vor und stimmt mit ab. Außerdem ist er dafür verantwortlich, dass die gefassten Beschlüsse und Entscheidungen auch verwirklicht werden.“
„Bürgermeister? Heißt das, dass Frauen für den Job nicht in Frage kommen?“, fragte Margret.
