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Prek, ein Seifenmacher aus der drachischen Stadt Zaunheim muss aufgrund einer Verschwörung der gierigen Händlerriege seine Arbeit aufgeben. Wird der goldene Drache kommen und Prek aus seiner unverschuldeten Misere retten oder ist er doch nur eine Legende?
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Seitenzahl: 45
Veröffentlichungsjahr: 2022
Prek der Seifenmacher
Aufruhr in Zaunheim
Die Sorgen der Händler
Prek im Glück?
Die Revolution von Oben
Die grosse Not
Das güldene Frühstück
In den drachischen Lande gab es eine Legende. Die Legende vom güldenen Drachen, der sich im Zorn des Gerechten jenen entgegenstellt, die Recht und Gerechtigkeit biegen und mit Füssen trampelten. Diese Legende war die Hoffnung der Schwachen und die Drohung der Entrechteten. Trotzdem nahmen die Starken und Mächtigen diese Erzählung – nun – eben als Legende. Wissen wir doch alle, was Legenden sind… - Taten sie es zu Unrecht?
Es geschah zu einer Zeit, als es viele Turbu-lenzen gab in den drachischen Landen. Aufbruch herrschte – doch nicht überall. So gab es jene, die taten, aber auch jene, denen es sehr gut gefiel, wie alles noch zu Mutters Zeiten gewesen war. Es missachteten also dann die Aufgebrochenen die Befindlichkeiten der einen, während diese wiederum alles klein redeten, was erstere überhaupt veranlasste zu tun. In solchen wirren Zeiten war es schlechterdings schwer, einen wirklich neutralen Überblick zu halten und Recht mit Gerechtigkeit in Einklang zu bringen. So geschah Unrecht der Gerechtigkeit willen. Schliesslich kamen denn welche darauf, dass wahres Recht nur dem gehören kann, der Tatsachen schuf. Denn gegenüber einer so vagen Idee wie Gerechtigkeit waren Tatsachen, was jeder zu akzeptieren hatte.
Ein zu kurz gegriffener Gedanke vielleicht? Der goldene Drache, gülden im Lichte der Morgensonne würde diesen im Zorne des Gerechten schon strecken!
In der drachischen Kleinstadt Zaunheim lebte einst ein einfacher Seifenmacher namens Prek.
Sein Geschäft war nicht gross, doch es liess sich davon leben. Er produzierte in seiner kleinen Werkstatt Seife für sich, für seine Nachbarn, für das ganze übrige Kleinstädtchen Die Kundschaft war übersichtlich und kaum jemand, den Prek nicht beim Namen kannte. und die Drachen der umliegenden Stämme.
Prek hatte sich also ganz gut in seinem Leben eingerichtet. Produzierte des Morgens Seife – welche mit Rosenöl, andere mit Lavendelextrakt -, die er nachmittags in seinem Geschäft in der Wollgasse feilhielt. Sein Laden war sehr klein, doch es roch geradezu sauber in ihm ob den Seifen und den Extrakten darinnen. Und Prek wusste genau, hier kommt Frau Ronishin, die Schwester der Stadtmeisterin – sie wird für sich das mit Wildrosenwasser versetzte Seifengranulat und für die Kinder, dass sie brav das Händewaschen lernen würden, die farbigen Seifenfischchen wollen. Oder dies ist Herr Trumhil vom Stamm der Dolenkelche, der Seife nur im Zentnerblock kaufen mag. Immerhin komme er doch allerhöchstens einmal pro Monat in die Stadt und die Seife habe also zu reichen für das Stammhaus auf dem Dolenberg.
Prek hatte es sich einigermassen eingerichtet in seinem Leben. Er war froh, seine Nische zu haben, ab von all den Konflikten der Tagespolitik, um so sich um all diese Dinge zu kümmern, die ihm als wichtig erschienen. Ambitionen hatte er kaum; bedeuteten Ambitionen doch, notgedrungen einem anderen Drachen auf die Füsse stehen zu müssen früher oder später.
Dies wäre für Preks Gerechtigkeitssinn nicht akzeptabel gewesen. So wollte er sich nicht benehmen. Dann also lieber einen bescheidenen, beschaulichen und friedlichen Alltag, den er aber so abwechslungsreich zu gestalten wusste, dass kein Kunde sich beschweren würde, nicht die passende Seife für seinen Geschmack zu finden. Und gleichzeitig war die Arbeit für Prek überschaubar und liess sich in guter Zeit erledigen. Preks Leben wäre sicher ein solch ruhiges geblieben, wären nicht jene Ereignisse passiert, welche nun mal das Geschick der ganzen Stadt Zaunheim bestimmen wollten und welche nun die Bürger dieser Stadt in Aufruhr versetzten mussten.
Doch alles der Reihe nach: Angefangen hat es ganz unscheinbar. Schon zur Zeit des Vorgängers der nun amtierenden Stadtmeisterin war Zaunheim einem Händlerbund beigetreten. Die zwei grossen Handelshäuser der Stadt hatten darauf gedrängt, da sie so zu besseren Zollkonditionen in den anderen Städten des Bundes kommen konnten. Warum also nicht, entschied der damalige Stadtmeister – er stammte selber aus einer alteingesessener Handelsfamilie, wie übrigens auch die derzeitige Stadtmeisterin. Da diese Familien früh erkannten, wie wichtig die Position des Stadtmeisters für ihre Geschäfte war, hatten sie sich stehts bemüht darum, jemanden der ihren in diesem Amt zu wissen.
Dies konnte zwar in russigen Spelunken der Schmiedegasse zu murrigem Gemurmel führen, doch die Mehrzahl der Bürger der Stadt, die ja ihren Stadtmeister wählten, sahen dem eher indifferent zu. Gute Geschäfte für die Handelshäuser musste ja nicht zwingend zum Nachteil der Stadt sein. Was bei diesen Bürgern aber des Weiteren unbedacht blieb (und dem damaligen Stadtmeister offenkundig vollkommen egal), war, dass nun auch viele auswärtige Händler bessere Zollkonditionen in Zaunheim hatten.
Dies führte zwar zu volleren Markttage, aber auch zu leereren Kassen des produzierenden Gewerbes. Gerade die Schmiedegasse wurde dadurch noch schäbiger, da die Gesellen viel härter und länger schuften mussten um mit ihren Eisenwaren noch gerade aufs gleiche Einkommen zu kommen. Tatsächlich führte dieser Entscheid des Stadtmeisters dazu, dass sich der Wohlstand in der Stadt viel ungleichmässiger verteilte. Während die Handelshäuser reicher wurden und auch immer unverschämter tiefe Preise beim Ankauf von Waren verlangen konnten, zerlumpte das produktive Gewerbe zunehmend. Auch gab es offenkundige Abspra