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Robert Krieger, ein Kriminalschriftsteller, tritt eine Stellung als Butler und Chauffeur bei Sir Roderick Wilkinson an, dessen Familie erst kürzlich einen furchtbaren Schicksalsschlag erlitten hat: Arthur, der Sohn des Hauses, kam bei einem mysteriösen Autounfall ums Leben. Die Umstände dieses Unfalls regen die Fantasie des jungen Schriftstellers nachhaltig an. Wurde Arthur Wilkinson das Opfer eines bis ins letzte Detail geplanten Mordes? Mindestens zwei Verdächtige bieten sich an: Sir George Wilkinson, der ungeliebte Bruder des tyrannischen Familien-Patriarchen, und Florence Wilkinson, Sir Rodericks exzentrische Tochter. Schließlich geschieht ein zweiter Mord, und es hat den Anschein, als würde Krieger nun selbst ins Visier des Mörders geraten und sich mehr und mehr in einem dunklen Labyrinth falscher Verdächtigungen und streng gehüteter Geheimnisse verirren... Damien Tabori (Jahrgang 1968) ist das Pseudonym eines deutschen Autors von Kriminal- und Horror-Romanen sowie von zahlreichen Hörspielen und Drehbüchern. Sein Roman Die Nacht im Labyrinth, in dem buchstäblich vieles nicht so ist, wie es zunächst den Anschein hat, erscheint exklusiv im Signum-Verlag.
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Veröffentlichungsjahr: 2023
DAMIEN TABORI
DIE NACHT IM LABYRINTH
Roman
Signum-Verlag
Inhaltsverzeichnis
Impressum
Das Buch
DIE NACHT IM LABYRINTH
Die Hauptpersonen dieses Romans
Prolog
Erstes Kapitel
Zweites Kapitel
Drittes Kapitel
Viertes Kapitel
Fünftes Kapitel
Sechstes Kapitel
Siebtes Kapitel
Epilog
Copyright © 2023 by Damien Tabori/Signum-Verlag.
Lektorat: Dr. Birgit Rehberg.
Umschlag: Copyright © by Christian Dörge.
Verlag:
Signum-Verlag
Winthirstraße 11
80639 München
www.signum-literatur.com
Robert Krieger, ein Kriminalschriftsteller, tritt eine Stellung als Butler und Chauffeur bei Sir Roderick Wilkinson an, dessen Familie erst kürzlich einen furchtbaren Schicksalsschlag erlitten hat: Arthur, der Sohn des Hauses, kam bei einem mysteriösen Autounfall ums Leben.
Die Umstände dieses Unfalls regen die Fantasie des jungen Schriftstellers nachhaltig an. Wurde Arthur Wilkinson das Opfer eines bis ins letzte Detail geplanten Mordes? Mindestens zwei Verdächtige bieten sich an: Sir George Wilkinson, der ungeliebte Bruder des tyrannischen Familien-Patriarchen, und Florence Wilkinson, Sir Rodericks exzentrische Tochter.
Schließlich geschieht ein zweiter Mord, und es hat den Anschein, als würde Krieger nun selbst ins Visier des Mörders geraten und sich mehr und mehr in einem dunklen Labyrinth falscher Verdächtigungen und streng gehüteter Geheimnisse verirren...
Damien Tabori (Jahrgang 1968) ist das Pseudonym eines deutschen Autors von Kriminal- und Horror-Romanen sowie von zahlreichen Hörspielen und Drehbüchern.
Sein Roman Die Nacht im Labyrinth, in dem buchstäblich vieles nicht so ist, wie es zunächst den Anschein hat, erscheint exklusiv im Signum-Verlag.
Robert Krieger: Kriminalschriftsteller.
Harold Atwood: Rechtsanwalt.
Sir Roderick Wilkinson: Unternehmer und Großgrundbesitzer.
Lady Ann Wilkinson: seine Frau.
Arthur Wilkinson: sein Sohn.
Florence Wilkinson: seine Tochter.
Sir George Wilkinson: Sir Rodericks Bruder.
Peter Wilkinson: Sir Georges Sohn.
Maud Wilkinson: Sir Georges Tochter.
John Asquith: Inspektor bei der Grafschaftspolizei.
Colin Andrews: Handlungsreisender.
Elsie: Köchin der Wilkinsons.
Joyce: Hausmädchen der Wilkinsons.
Dieser Roman spielt 1971 auf einem Landsitz in der Grafschaft Kent/England.
Seit zwei Stunden regnete es ununterbrochen, und die Scheibenwischer wurden mit dem andrängenden Wasser nicht fertig. Trotzdem fuhr er mit der gewohnten Waghalsigkeit, zwischen hundertvierzig und hundertsechzig; er verließ sich ganz auf sein fahrerisches Können – und auf sein Glück.
Das Ende kam so plötzlich, dass er nicht einmal Zeit hatte, überrascht zu sein, als hinter dem Wagen zwei grelle Lichter aufflammten, die ihn im Rückspiegel blendeten. Gleichzeitig erklang schrilles, gebieterisches Hupen, und ein Motor heulte auf.
Jähes Bremsen war bei dieser Geschwindigkeit unmöglich. Aber instinktiv riss er den Wagen zum Straßenrand, um dem Verrückten hinter ihm Platz zum Überholen zu machen.
Der Wagen kam ins Schleudern, geriet von der Fahrbahn, und der Mann am Steuer begriff gerade noch, dass er die Kontrolle über das Fahrzeug endgültig verloren hatte, dass er durch die Dunkelheit dem Tod entgegenflog...
Der Tod erwartete sie – ihn und seinen Begleiter – etwa hundert Meter weiter unten auf dem Grund der Steilküste.
Das wütende Meer verschlang die tausend zersplitterten Wrackteile und die beiden bis zur Unkenntlichkeit verstümmelten Körper.
Und wieder beherrschte der Regen die Nacht, klatschte auf die nunmehr völlig dunkle Straße...
Er las die Stellenanzeigen in der Evening News, und sein Blick blieb an einer auffallenden Überschrift hängen: butlerchauffeur.
Butler und Chauffeur in einer Person?, dachte er verwundert. Welche Funktion mag da wohl die vorherrschende sein?
»Zuschriften mit Altersangabe und Referenzen unter Nr. 5489.«
Altersangabe – das bot keinerlei Schwierigkeiten. Was die Referenzen betraf, musste er allerdings entweder lügen oder wahrheitsgemäß bekennen: keine.
Über seine Eignung als Chauffeur machte er sich keine Sorgen. Ob man ihn jedoch anstellen würde, auch wenn er als Butler nicht über die geringsten Erfahrungen verfügte?
Er drückte die Zigarette im Aschenbecher aus und spannte ein Blatt Papier in die Schreibmaschine ein.
Evening News, Nr. 5489. In Beantwortung Ihrer Stellenanzeige, begann er zu tippen, hielt jedoch gleich wieder inne.
Lohnte sich eine Bewerbung wirklich? Er hatte noch nie als Butler gearbeitet, aber vielleicht konnte er diese Unerfahrenheit durch seine lange Fahrpraxis wettmachen... Wettmachen? Zwischen Servieren und Autofahren bestand immerhin ein himmelweiter Unterschied!
Von welcher Seite wird die Platte gereicht, wenn man jemanden am Tisch bedient?, fragte er sich lächelnd. Von links, du Dummkopf, das weißt du doch! Und von welcher Seite wird abserviert? Von rechts, auch das weißt du! Und von welcher Seite wird der Wein eingegossen? Ebenfalls von rechts, na also.
In Beantwortung Ihrer Stellenanzeige..., las er und tippte weiter: ...bewerbe ich mich hiermit um die ausgeschriebene Doppelstellung, zu deren Ausübung ich mich aufgrund meiner literarischen Vorbildung für ausreichend befähigt halte. Ich bin zweiunddreißig Jahre alt, ledig und seit zwölf Jahren im Besitz eines internationalen Führerscheins. Zwecks näherer Auskünfte bitte ich um Anruf unter der Nummer 01-730 4216. Robert Krieger.
Er las das Geschriebene noch einmal durch und legte das Blatt dann auf den unordentlichen Stapel anderer Papiere, woraufhin er einen Briefumschlag adressierte.
In diesen Umschlag steckte er zunächst ein handbeschriebenes Blatt Papier und dann erst seine Bewerbung. Er verschloss den Umschlag, wog ihn ein paar Augenblicke in der Hand und schaute ihn nachdenklich an, während er sich im Sessel zurücklehnte. Würde er die Stellung bekommen?
Ein Blick auf die Armbanduhr belehrte ihn, dass es halb fünf Uhr am Morgen war. Er konnte also noch ein paar Stunden schlafen und am Vormittag seine Bewerbung persönlich in der Evening News abgeben.
Als er vom Schreibtisch aufstand, sah er auf dem wüsten Papierhaufen ein Taschenbuch liegen, auf dessen Titelblatt zu lesen war: Der Alptraum von Richard Kyle. Es handelte sich, wie man dem Text auf der Rückseite entnehmen konnte, um das Erstlingswerk eines neuen Kriminalschriftstellers, über den sonst nicht viele Angaben gemacht wurden: Unter dem Zeichen des Löwen im August 1939 geboren, hatte er später Medizin studiert, übte den Arztberuf jedoch nicht aus. Eine Fotografie war nicht vorhanden.
Nach Kriegers Meinung war Der Alptraum ein gutes Buch, zumal für einen literarischen Anfänger. Offenbar stand er mit dieser Meinung nicht allein da, denn der Roman war gleichzeitig in Großbritannien, Südafrika, Kanada und den Vereinigten Staaten erschienen...
Krieger löschte das Licht in dem kleinen Wohnzimmer und ging nach nebenan.
Am Abend, einige Minuten nach zehn Uhr, klingelte das Telefon. Krieger ließ es sechsmal klingeln, bevor er abhob.
»Mr. Robert Krieger, bitte«, verlangte eine Männerstimme.
»Am Apparat«, erklärte er und hatte keine Ahnung, dass dies bereits die Reaktion auf seine Bewerbung war.
»Wenn die Menschen einander bekämpfen, dann sollten sie damit aufhören. Wenn die Tiere einander bekämpfen, dann sollten sie damit aufhören. Wenn die Pflanzen einander bekämpfen, dann sollten sie damit aufhören. Die Menschen sollten einander achten, verstehen und lieben. Die Tiere sollten in Frieden miteinander auskommen. Die Pflanzen sollten Frucht tragen und die Frucht Samen. Friede auf Erden. Christus ist geboren. Es ist Weihnachten«, rezitierte die Stimme im Telefonhörer. »In der Stellenanzeige wurde keine dichterische Talentprobe verlangt, Mr. Krieger; man sucht nur jemanden, der die Stellung eines Butler-Chauffeurs bekleiden kann.«
»Ich kenne den Text«, sagte Krieger. »Aber ich verstehe nicht, wie er...«
»Wie er in den Briefumschlag mit Ihrer Bewerbung kommt?«, unterbrach ihn die Stimme am anderen Ende der Leitung. »Aus Versehen, nehme ich an.«
»Ja...«
»Der Text ist handschriftlich abgefasst. Stammt er aus Ihrer Feder, Mr. Krieger?«
»Nun...«
»Ich finde, Sie brauchen sich dessen nicht zu schämen, Mr. Krieger. Im Gegenteil. Und warum sollte ein Butler-Chauffeur nicht eine literarische Berufung in sich verspüren?«
»Ich hätte das Manuskript gern zurück«, sagte Krieger. »Auch falls ich für die Stellung nicht in Betracht komme.«
»Keine Sorge, Mr. Krieger. Allerdings bin nicht ich es, der einen Butler-Chauffeur sucht. Ich vertrete die betreffende Familie als Anwalt. Bis jetzt habe ich etwa zwei Dutzend Antworten auf die Anzeige erhalten, und fünfzig Prozent der Bewerber scheinen für den Posten geeignet zu sein. Ich muss gestehen, Ihr literarischer Text hat mich neugierig gemacht, und so habe ich Sie unter die in Frage kommenden Personen eingereiht.«
»Dann war meine Zerstreutheit vielleicht mein Glück«, meinte Krieger.
»Vielleicht«, kam es zustimmend. »Wäre es möglich, dass wir uns noch heute Abend treffen, Mr. Krieger?«
»Aber ja. Sagen wir – in einer halben Stunde?«
»Einverstanden, Mr. Krieger. Und wo?«
»Das überlasse ich Ihnen.«
»Ihrer Telefonnummer nach müssten Sie in der Nähe des Sloane Square wohnen.«
»Ja. In der Ebury Street.«
»Dann ist mein Büro gar nicht weit von Ihrer Wohnung entfernt. Wenn es Ihnen nichts ausmacht, in die Victoria Street zu kommen, könnte ich bis dahin noch ein bisschen arbeiten.«
»Gern, Sir. Und die Adresse?«
Krieger griff nach einem Kugelschreiber und notierte sich die Hausnummer und das Stockwerk.
»Sie brauchen sich nicht zu beeilen, denn ich bleibe bestimmt bis nach Mitternacht im Büro.«
»Ich brauche keinesfalls länger als eine Stunde, Sir«, versicherte Krieger und legte auf.
Harold Atwood war groß und sehr schlank, fast schon mager. Krieger hatte aufgrund der festen, tiefen Stimme einen etwas korpulenteren Mann erwartet.
»Robert Krieger?«, fragte Atwood überflüssigerweise, da er um diese späte Stunde wohl kaum weiteren Besuch erwartete.
Krieger nickte und folgte ihm durchs Vorzimmer in ein geschmackvoll eingerichtetes Büro.
»Nehmen Sie bitte Platz.« Atwood deutete auf einen Sessel vor seinem geräumigen Schreibtisch. »Sie sehen ja noch besser aus, als ich erwartet hatte!«
Krieger maß einen Meter achtzig und war gut gebaut. Sein leichtgewelltes Haar war so hellbraun wie seine Augen. Er hatte ebenmäßige Züge, und seine Haltung hatte nichts Gekünsteltes an sich.
Atwood musterte ihn prüfend. »Waren Sie schon einmal als Butler beschäftigt, Krieger?«
»Nein, Sir«, gab Krieger unumwunden zu.
»Aber Sie haben eine entsprechende Ausbildung genossen?«
»Nein, Sir.«
»Nein?« Atwood konnte seine Verblüffung nicht verbergen. »Aber können Sie dann den gestellten Anforderungen überhaupt gerecht werden?«
»Doch, ich glaube schon, Sir.«
»Lassen Sie doch das förmliche Sir, Mr. Krieger. Sie sollen schließlich nicht mein Butler werden! Mein Name ist Atwood, Harold Atwood.«
Krieger senkte leicht den Kopf. »Sehr erfreut, Sir.«
Kriegers Unerschütterlichkeit schien Atwood ein wenig zu verwirren.
»Na schön... Aber wenigstens besitzen Sie einen Führerschein und ausreichende Fahrpraxis?«
»Gewiss, Sir, wie schon in meiner Bewerbung erwähnt.«
»Haben Sie einen Wagen?«
»Ja. Einen Morris 1.100.«
»Im Falle Ihrer Anstellung müssten Sie einen Rolls-Royce fahren und einen Cortina; allerdings mit mehr Geschick als Ihr Vorgänger.«
»Wie darf ich das verstehen, Sir?«, fragte Krieger überrascht.
Atwood reichte ihm ein Exemplar der Evening News und deutete auf die Schlagzeile:
Grauenvolle Verkehrstragödie!
Darunter stand: Überhöhte Geschwindigkeit brachte den Wagen ins Schleudern. Der Sohn von Sir Roderick Wilkinson und der Butler der Familie wurden Opfer des tödlichen Unfalls.
Auf einem Bild erkannte man an einem felsigen Küstenstreifen mit Mühe die Überreste eines Automobils. Daneben war ein Porträt Arthur Wilkinsons veröffentlicht.
»Ein guter Junge«, meinte Atwood, »aber tollkühn. Besonders am Steuer eines Wagens. Ein grenzt an ein Wunder, dass sich die Katastrophe nicht schon früher ereignet hat!«
Kriegers Aufmerksamkeit wurde von einer Zwischenüberschrift gefesselt:
Führte ein verbrecherisches Überholmanöver zu dem Unfall?
Bevor er weiterlesen konnte, nahm Atwood ihm die Zeitung aus der Hand.
»Davon wusste ich bereits, Sir«, gab Krieger zu verstehen.
»Man vermutet, dass ein anderer Wagen, ebenfalls mit überhöhter Geschwindigkeit, Archie überholen wollte und so den Unfall verursachte. Der Pförtner von Harper & Co., deren Fabrikgelände sich unweit der Unfallstelle befindet, war gerade am Tor und will ein ohrenbetäubendes Hupen auf der Straße gehört haben; angeblich sah er flüchtig – am Eingang der Kurve in etwa hundert Meter Entfernung – die Rückseite eines dunklen Wagens, in grelles Licht getaucht.«
»Ich habe es im Daily Telegraph gelesen«, sagte Krieger. »Aber wenn ich mich nicht irre, beschränken sich die Beobachtungen des Mannes auf diesen flüchtigen Eindruck?«
»Ja«, bestätigte Atwood. »Ich war beim Polizeiverhör anwesend und erinnere mich noch genau an seine Worte: Es war, wie wenn ein Blitzlicht aufflammt; in dem einen Moment sah ich deutlich die Rückseite des Wagens, wie vom Fernlicht des anderen Wagens angestrahlt, und gleichzeitig ertönte dieses ohrenbetäubende Hupen; im nächsten Moment tauchte die Kurve auf, und alles wurde dunkel. Der Mann konnte sich an keine weitere Einzelheit erinnern; nun ja, es regnete heftig, und er war gerade mit seinem Moped am Fabriktor angekommen, um seinen Dienst anzutreten.«
»Dann sieht es wirklich so aus, als sei der überholende Wagen an dem Unfall schuld«, sagte Krieger pflichtschuldig, obwohl er eigentlich nicht an einer Diskussion des Vorfalls interessiert war.
»Korrekt. Aber Arthur Wilkinson war von vornherein dazu bestimmt, am Steuer eines Wagens den Tod zu finden! Archie war einer jener Knaben, die in einer goldenen Wiege auf die Welt kommen und denen die Eltern buchstäblich alles durchgehen lassen...«
»Sie machen mir ein bisschen Angst«, sagte Krieger.
»Wieso?«, fragte Atwood verwundert.
»Mir scheint, im Haus von Sir Roderick Wilkinson stellt man an das Personal die allerhöchsten Ansprüche...«
»Nicht in dem Ausmaß, wie Sie es befürchten, Krieger. Als Beweis dafür mag dienen, dass Sir Roderick seit jeher einen Butler-Chauffeur beschäftigt hat.«
»Warum?«
»Nun, Sir Roderick Wilkinson hat über alles seine eigenen Theorien. Eine davon ist, dass er seinen Wagen nur einem Mann anvertraut, den er gut genug kennt und der seinerseits die Familie und ihre Alltagsgewohnheiten gut genug kennt, weil er mit ihr unter einem Dach lebt.«
»Nun ja«, räumte Krieger mit einiger Zurückhaltung ein.
»Sie wissen, dass Sir Roderick der Eigentümer der bekannten Wilkinson Computers ist? Ohne direkt geizig zu sein, ist er in der Tat auch nicht gerade freigebig. Ich glaube, all seine Theorien laufen irgendwie auf diesen Punkt hinaus.« Atwood lächelte. »Nein, ich glaube nicht, dass Sie im Dienst der Familie Wilkinson Schwierigkeiten haben werden... Darf ich Sie etwas fragen?«
»Aber gewiss doch, Sir.«
Atwood lehnte sich im Drehstuhl zurück, brachte eine Zigarre zum Vorschein und zündete sie umständlich an. »Sie wirken auf mich ganz wie ein Gentleman, Krieger. Sind Sie sicher, dass eine andere Beschäftigung Ihnen nicht... gemäßer wäre?«
»Ich verstehe nicht, Sir...«
»Wenn Sie mir sagen würden, dass Sie selbst einen Butler anstellen wollen, dann würde ich Ihnen das unbesehen glauben!« Er griff nach einer Mappe und zeigte sie Krieger. »Wie gesagt, ich habe über zwanzig Antworten auf das Inserat erhalten. Alle Bewerber geben geradezu ausufernd Referenzen an, nur, tja, nur Sie nicht.
