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Veröffentlichungsjahr: 2016
KÖNIGS ERLÄUTERUNGEN
Band 304
Textanalyse und Interpretation zu
Ulrich Plenzdorf
DIE NEUEN LEIDEN DES JUNGEN W.
Rüdiger Bernhardt
Alle erforderlichen Infos für Abitur, Matura, Klausur und Referat plus Musteraufgaben mit Lösungsansätzen
Zitierte Ausgaben: Ulrich Plenzdorf: Die neuen Leiden des jungen W. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, 1976, zuletzt 2011 (suhrkamp taschenbuch 300), zitiert durch nachgestellte Seitenangabe. Bei Abweichungen oder Ergänzungen werden die Fassung aus der Zeitschrift Sinn und Form (1972, 2. Heft; als SuF und Seitenangabe) sowie die Dramatisierung (D und Seitenangabe) zitiert.
Über den Autor dieser Erläuterung:Prof. Dr. sc. phil. Rüdiger Bernhardt lehrte neuere und neueste deutsche sowie skandinavische Literatur an Universitäten des In- und Auslandes. Er veröffentlichte u. a. Studien zur Literaturgeschichte und zur Antikerezeption, Monografien zu Henrik Ibsen, Gerhart Hauptmann, August Strindberg und Peter Hille, gab die Werke Ibsens, Peter Hilles, Hermann Conradis und anderer sowie zahlreiche Schulbücher heraus. Von 1994 bis 2008 war er Vorsitzender der Gerhart-Hauptmann-Stiftung Kloster auf Hiddensee. 1999 wurde er in die Leibniz-Sozietät gewählt.
Das Werk und seine Teile sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen bedarf der vorherigen schriftlichen Einwilligung des Verlages. Hinweis zu § 52 a UrhG: Die öffentliche Zugänglichmachung eines für den Unterrichtsgebrauch an Schulen bestimmten Werkes ist stets nur mit Einwilligung des Berechtigten zulässig.
2. Auflage 2013
ISBN 978-3-8044-6977-8
© 2012 by Bange Verlag GmbH, 96142 Hollfeld Alle Rechte vorbehalten! Titelbild: Inszenierung in den Kammerspielen, DT Berlin, 1972 © Cinetext/Henschel Theater-Archiv
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INHALT
1. Das Wichtigste auf einen Blick – Schnellübersicht
2. Ulrich Plenzdorf: Leben und Werk
2.1 Biografie
2.2 Zeitgeschichtlicher Hintergrund
Die DDR um 1970: veränderte Wertvorstellungen
Der Generationswechsel in der DDR-Literatur
Übersicht zu politisch-sozialen Ereignissen um 1970
Edgar Wibeau und seine Zeit
Rezeption der Weimarer Klassik in der DDR
Plenzdorfs Neue Leiden und der „sozialistische Realismus“
2.3 Angaben und Erläuterungen zu wesentlichen Werken
Literaturzensur in der DDR
3. Textanalyse und -Interpretation
3.1 Entstehung und Quellen
3.2 Inhaltsangabe
Eröffnung mit Anzeigen
Erster Teil
Zweiter Teil
3.3 Aufbau
Handlungszeit
Edgars Konflikt
Einsatz verschiedener literarischer Formen
Vergleich mit Goethes Die Leiden des jungen Werther
Die dramatische Anlage des Textes
3.4 Personenkonstellation und Charakteristiken
Edgar Wibeau
Der Vater Wibeau
Die Mutter Else Wibeau
Charlotte (Charlie) Schmidt
Dieter Schmidt
Willi Lindner
Zaremba
Addi Berliner
3.5 Sachliche und sprachliche Erläuterungen
3.6 Stil und Sprache
3.7 Interpretationsansätze
Die Arbeit als wesentliche Voraussetzung der Menschwerdung
Edgars zufälliger, Werthers tragischer Tod
Von der Natur zur urbanen Gestaltung
Der Kontrast von Idylle und sozialer Gemeinschaft
4. Rezeptionsgeschichte
Die Wirkung in beiden deutschen Staaten
Beginn der Rezeption in der DDR
Die Diskussion in Sinn und Form 1972/73
Die Fortsetzung der Diskussion
Der Text in der Literaturgeschichtsschreibung
Die Rezeption in der DDR-Literatur
Ulrich Plenzdorf nach der Wende
5. Materialien
6. Prüfungsaufgaben
Aufgabe 1 *
Aufgabe 2 ***
Aufgabe 3 **
Aufgabe 4 **
Literatur
Zitierte Ausgabe
Weitere Ausgaben des Romans
Weitere Primärliteratur
Lernhilfen und Kommentare für Schüler
Sekundärliteratur
Film/Feature
Damit sich jeder Leser in diesem Band zurechtfindet und das für ihn Interessante gleich entdeckt, folgt hier eine Übersicht.
Im 2. Kapitel wird Plenzdorfs Leben beschrieben und auf den zeitgeschichtlichen Hintergrund verwiesen:
Ulrich Plenzdorf lebte von 1934 bis 2007 vorwiegend in Berlin und Potsdam. Er studierte Dramaturgie und arbeitete erfolgreich als Film-Szenarist.
Sein Text Die neuen Leiden des jungen W., der in verschiedenen Gattungen (Stück und Roman) vorliegt, wurde zu einem sensationellen Erfolg, weil er über das spezifische Leben Jugendlicher in der DDR hinaus das Zeitgefühl der Jeans-Generation um 1970 adäquat beschrieb.
Der Text wurde ein Dokument von Zeitthemen und ein umstrittener, aber wirkungsvoller Beitrag zur Beschäftigung mit dem Erbe der Weimarer Klassik in der DDR („Erbe-Diskussion“).
Im 3. Kapitel geht es um die Textanalyse und -interpretation.
Die neuen Leiden des jungen W. – Entstehung und Quellen:
Aus dem Film-Szenarium (1968), das in der DDR zunächst nicht veröffentlicht werden konnte, entstand ein von konkreten Zeitumständen weitgehend befreiter Roman (bzw. Stück), der 1972 (unter günstigeren kulturpolitischen Umständen) zuerst in der DDR-Literaturzeitschrift Sinn und Form, ein Jahr später als Buch publiziert werden konnte.
Der Text wurde zur literarischen Sensation zuerst in der DDR, dann in der gesamten deutschsprachigen Kulturszene.
Neben Goethes Roman Die Leiden des jungen Werther orientierte sich Plenzdorf an J. D. Salingers Der Fänger im Roggen; Anregungen flossen aus J. Seyppels Columbus Bluejeans, H. Bölls Ansichten eines Clowns und D. Defoes Robinson Crusoe ein.
Inhalt:
Der 17-jährige Edgar Wibeau, der bei einem selbstverschuldeten Unfall in Berlin ums Leben gekommen ist, verfolgt kommentierend aus dem Jenseits die Nachforschungen seines Vaters. Die letzten Wochen in Edgars Leben sind bestimmt worden durch seinen Ausbruch aus kleinbürgerlicher Umgebung in der Provinz. In Berlin hat die Kindergärtnerin Charlie eine große Rolle gespielt. Die Beziehung zu ihr hat er seinem Freund Willi mit Hilfe von auf Tonbändern aufgenommenen Werther-Zitaten geschildert, denn ihm ist durch Zufall eine Ausgabe von Goethes Roman in die Hand gefallen. Werthers Liebe und Leiden hat er auf sich und Charlie projiziert und Parallelen zum eigenen Leben erkannt; nach seinem Tod sieht er seine Fehler ein. Bei dem Versuch, für die Malerbrigade, bei der er gejobbt hat, alleine ein nebelloses Farbspritzgerät zu bauen, hat er versehentlich einen tödlichen Stromschlag bekommen.
Chronologie und Schauplätze:
Die neuen Leiden des jungen W. spielen in der DDR um 1970, zuerst in der fiktiven Kleinstadt Mittenberg, dann in (Ost-)Berlin. Sie umfassen die letzten drei Monate (Ende September bis 24. Dezember) im Leben der Hauptfigur.
Aufbau:
Der Text verwendet verschiedene literarische Strukturen (Anzeige, Dialog, Rollenprosa, Briefroman usw.): Er erscheint als Roman und als Stück (Drama), wobei die formalen Kriterien der literarischen Form hinter Edgars Kommentar, einem Bewusstseinsstrom ähnlich, zurücktreten. Dafür wird Goethes Briefroman zum Material, das Edgar für die Beschreibung seiner Situation nutzt. Der Text ähnelt in seinem Aufbau einem analytischen Drama.
Personen:
Die Hauptpersonen sind
Edgar Wibeau, 17 Jahre alt,
flieht aus einem Leben der vorgegebenen Normen,
will Natürlichkeit leben,
isoliert sich dabei von der Gemeinschaft und
ist am eigenen Tod schuld.
Der Vater von Edgar, 36,
ein verkrachter Maler, in Wirklichkeit Statiker,
hat die Familie früh verlassen,
versucht, das Schicksal seines toten Sohnen zu erfahren,
hat dramaturgische Funktion des „Boten aus der Fremde“.
Die Mutter Else Wibeau, 45,
Betriebsleiterin,
versucht, Edgar an die Normen des Lebens heranzuführen,
schränkt so seine Individualität ein und treibt ihn zur Flucht.
Charlotte (Charlie) Schmidt, über 20,
Kindergärtnerin und Edgars große Liebe,
wird von ihm nach Werthers Charlotte Charlie genannt,
versucht auf ihn einzuwirken,
heiratet Dieter.
Dieter Schmidt, 25,
kehrt nach seinem freiwilligen Dienst in der NVA (Nationale Volksarmee der DDR) zurück und nimmt ein Studium auf;
versucht, Edgar an die Alltäglichkeit und ihre Verpflichtungen, auch an Kunstgesetze heranzuführen,
heiratet Charlie.
Willi Lindner, ebenfalls ca. 17,
ist Edgars Freund,
verhilft ihm zur Laube und wird sein Ansprechpartner (Tonbandbriefe) für die Liebesgeschichte mit Charlie.
Zaremba, über 70,
personifiziert Fortschrittsglauben, Arbeitswillen und Gemeinschaftssinn;
Edgars Vorbild, Spanien-Kämpfer und Kommunist.
Addi Berliner
war Edgars Brigadeleiter und sein „bester Feind“,
Edgars Gerät lässt ihn nicht los.
Stil und Sprache:
Raffinierte Mischung unterschiedlicher sprachlicher Mittel:
Edgar verwendet eine fiktive Jugendsprache um 1970;
ergänzt durch literarische Sprache (aus Goethes Die Leiden des jungen Werther und aus Salingers Der Fänger im Roggen),
kontrastiert mit der Fäkalsprache Edgars, der Umgangssprache in den Dialogen des Vaters und Dieters und der Funktionärssprache in Addis Dialogen und Reden als Brigadeleiter.
Interpretationsansätze:
Die Arbeit ist die wesentliche Voraussetzung der Menschwerdung des Menschen, Edgars späte Erkenntnis.
Edgars Tod ist zufällig, Werthers Tod tragisch: Parallelität und Unterschiede der Biografien. Die Kommentierung des eigenen Todes ist ein genialer künstlerischer Einfall.
Es vollzieht sich ein Ablösungsprozess von Natur zur urbanen Gestaltung, vom Alten zum Neuen.
Parallel zu diesem Ablösungsprozess stehen sich Idylle und soziale Gemeinschaft gegenüber.
Rezeptionsgeschichte:
Die Wirkung war in beiden deutschen Staaten groß.
Die Diskussionen in der DDR erfassten alle gesellschaftlichen Bereiche.
unterschiedliche Beurteilung in Literaturgeschichten
bis heute anhaltende Aktualität
Ulrich Plenzdorf im Jahr 1979 (1934−2007) © ullstein bild – B. Friedrich
Jahr
Ort
Ereignis
Alter
1934
