Die Stimme unseres Körpers - Ingo Froböse - E-Book

Die Stimme unseres Körpers E-Book

Ingo Froböse

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Beschreibung

Die Sprache des Körpers verstehen – für mehr Gesundheit und Wohlbefinden  Unser Körper spricht – doch hören wir ihm zu oder verstehen wir, was er uns sagen möchte? Bestsellerautor und Sportwissenschaftler Prof. Dr. Ingo Froböse entschlüsselt in "Die Stimme unseres Körpers" die faszinierende Sprache unseres Inneren. Von chronischen Schmerzen über unbewusste Reflexe bis hin zu subtilen Signalen wie Müdigkeit oder Nervosität: Dieses Buch zeigt, wie Sie die Botschaften Ihres Nervensytems erkennen und richtig deuten können. Ein Schlüssel zu Gesundheit und Wohlbefinden Warum Schmerzen wie ein Alarmsignal wirken, was hinter Anspannungen steckt und wie Sie mentale Überlastung frühzeitig wahrnehmen: Mit wissenschaftlichem Know-how und praktischen Tipps bietet dieses Buch wertvolle Einblicke in die Zusammenhänge von Körper und Seele. Es ist ein unverzichtbarer Ratgeber für alle, die ein gesundes Leben in innerer und äußerer Balance anstreben. Bestsellerautor Ingo Froböse zeigt, wie die Signale Ihres Körpers verstehen – für ein Leben voller Vitalität und Wohlbefinden.

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Die Stimme unseres Körpers

Prof. Dr. Ingo Froböse, geboren 1957, ist emeritierter Universitätsprofessor an der Deutschen Sporthochschule Köln für das Fachgebiet Sport, Gesundheit und Prävention. Er berät als Sachverständiger den Bundestag in Fragen der Prävention, arbeitet als wissenschaftlicher Berater für die Gesundheitsvorsorge der Krankenkassen und ist Gründer der Denkfabrik »fischimwasser«. Er schreibt regelmäßig Bücher zu den Themen Gesundheit, Sport und Ernährung, von denen viele Bestseller wurden wie Der Stoffwechsel-Kompass und Muskeln – die Gesundmacher.

Der Schlüssel zu Gesundheit und WohlbefindenWie erkennt man einen Belastungsschmerz, wie einen chronischen Schmerz? Welche Schutzreaktionen stecken hinter Reflexen? Und wie kann man einen Burnout und mentale Überlastung rechtzeitig erkennen? Unser Körper hat uns viel zu erzählen, jedoch hören wir in unserem Alltag oft nicht hin oder verstehen die Sprache des Körpers falsch. Die wohl lauteste und meist unüberhörbare Stimme des Körpers ist der Schmerz, der uns wie ein Alarmsignal intensiv vor einer weiteren tiefergehenden Schädigung warnt. Aber wir können auch leisere Stimmen wie Anspannung, Nervosität oder Müdigkeit wahrnehmen. Sportwissenschaftler Prof. Dr. Ingo Froböse beantwortet in seinem aktuellen Buch, was die verschiedenen Stimmen bedeuten, woher sie kommen und welche wichtigen Informationen sie über unseren Körper verraten.

Ingo Froböse

Die Stimme unseres Körpers

Wie wir seine Signale besser verstehen und unsere Gesundheit schützen

Ullstein

Besuchen Sie uns im Internet:www.ullstein.de

© Ullstein Buchverlage GmbH, Friedrichstraße 126, 10117 Berlin 2026

Mitarbeit am Text: Ulrike Schöber, Dortmund

Lektorat: Vera Baschlakow

Bildnachweise Textteil: Kapitel AXONE: © Lifeking / Adobe Stock; Kapitel Homunkulus: © vasilisatsoy / Adobe Stock; Kapitel Die Informationssytsteme unseres Innenlebens/ Muskelspindeln: © Adobe.com

Umschlaggestaltung: zero-media.net, München

Umschlagmotiv: © FinePic(R)München, © Hans Scherhaufer

Autorenfoto: © Hans Scherhaufer

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Bei Fragen zur Produktsicherheit wenden Sie sich bitte an [email protected]

Alle Rechte vorbehalten

ISBN: 978-3-8437-3722-7

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Inhalt

Das Buch

Titelseite

Impressum

Vorwort

Besser fühlen, besser leben: die Bedeutung der Körperwahrnehmung

UNVERZICHTBAR

UND

ENG

VERNETZT

- die großen acht Körpersysteme

GUT aufeinander ABGESTIMMT

ZIEL ALLER KÖRPER-KOMMUNIKATION: Homöostase und Allostase

INTEROZEPTION - Schlüssel zur inneren Einsicht

UNSER

NERVENSYSTEM

– Supercomputer und Kommunikator des Körpers

AXONE – unsere inneren Kabel

MOTONEURONE – die Bewegungsexperten

REFLEXE – unsere Antwort auf Gefahren

ELEKTRISCH UND CHEMISCH – die Sprachen des Nervensystems

VEGETATIVES

NERVENSYSTEM

– die unbewusste Schalt- und Interaktionszentrale des Körpers

SYMPATHIKUS, PARASYMPATHIKUS und DARMHIRN

Mit KLOPFENDEM HERZEN und STOCKENDEM ATEM: das VEGETATIVE NERVENSYSTEM in Aktion

SOMATISCHES

PNS

- bewusst und sensibel!

GEHIRN – Schaltzentrale für Kommunikation und Wahrnehmung

THALAMUS & CO. - Tor zu unserem Bewusstsein

WAHRNEHMUNG – einmal anders betrachtet

SOMATOSENSORIK – unser System für die Körperwahrnehmung

PROPRIOZEPTION – die Stimmen aus der Tiefe des Körpers

SCHMERZ

,

DURST

UND

HUNGER

: die Stimmen des Überlebens

NOZIZEPTION – die Stimmen des Schmerzes verstehen

DURST – der Ruf nach Wasser

HUNGER – das Bedürfnis nach Nährstoffen

DIE

STIMMEN

DES

KÖRPERS

und die »falsche« Wahrnehmung

Warum VERLIEREN wir unser KÖRPERGEFÜHL?

Mithilfe der AFFERENZ den KÖRPER neu ENTDECKEN

Nachwort

Dank

Literaturverzeichnis

Social Media

Vorablesen.de

Cover

Titelseite

Inhalt

Vorwort

Vorwort

Besser fühlen, besser leben: die Bedeutung der Körperwahrnehmung

Das Herz schlägt schnell, die Hände fühlen sich schwitzig an, und die Haut im Gesicht scheint rot zu glühen – so etwas haben Sie bestimmt schon erlebt: vor einer Rede, einem Vorstellungsgespräch oder einem Date. Sie waren aufgeregt und haben es in jeder Zelle Ihres Körpers gespürt. Das ist eine Stimme Ihres Körpers, die Sie gar nicht ignorieren können. So laut und deutlich spricht er jedoch nur selten mit uns. Viel öfter sind seine Signale zart und leise – und deswegen auch leicht zu überhören in einem Alltag voller Reize von außen, die unsere Aufmerksamkeit oft lautstark einfordern.

Sie selbst schaffen es kaum, auf alle Anforderungen, die von außen an Sie herangetragen werden, immer angemessen zu reagieren, und jetzt sollen Sie auch noch die Zeichen Ihres Körpers wahrnehmen? Ja, bitte. Und nicht nur das: Sie sollen bitte auch noch darauf reagieren. Wenn Sie das nicht gewohnt sind, erfordert es anfangs schon etwas Übung. Aber ich verspreche Ihnen: Es lohnt sich! Oder besser: Sie belohnen sich dadurch selbst – mit mehr Entspannung und Zufriedenheit, mehr Vitalität und mehr Gesundheit.

Warum kann ich Ihnen guten Gewissens ein so großes Versprechen geben? Ich weiß aus eigener Erfahrung und aus zahlreichen wissenschaftlichen Studien: Wer die feinen, leisen Stimmen seines Körpers wahrnimmt und danach handelt, lebt im Einklang mit seinem tiefen Inneren, also mit Körper, Geist und Seele. Er trifft Entscheidungen, die nicht im Widerspruch zu seinen körperlichen Bedürfnissen oder zu seinen tiefen inneren Überzeugungen stehen – und das hält uns gesund. Beides – die Erfüllung unserer körperlichen Bedürfnisse und unserer inneren Überzeugungen – bildet die Basis für ein zufriedenes und vitales Leben.

Tatsächlich ist es nicht immer leicht, in der alltäglichen Hektik von Familie und Beruf auf den eigenen Körper und seine feinen Zeichen zu achten und auf diese Botschaften dann noch passend zu reagieren. Manchmal klappt es einfach nicht. Wenn das nur gelegentlich vorkommt, ist es meist verzeihlich, denn unser Organismus kann viele innere Ungleichgewichte auch so wieder ins Lot bringen und gut weiterfunktionieren.

Aber auf Dauer klappt das nicht. Das sehen Sie an der Erkältung, die Sie am Wochenende heimsucht, an Muskelverspannungen, die bis zum Hexenschuss führen, oder – wenn Sie körperliche Signale sehr lange ignorieren und es schlimm kommt – an dauerhaften Problemen wie Reizmagen, Burn-out oder Tinnitus. Grundsätzlich können alle Systeme unseres Organismus betroffen sein, wie Sie beim Lesen noch sehen werden. Wie sich unser Körper meldet, ist vor allem eine Typfrage und eine Frage des Lebensstils.

Wenn Sie verstehen, warum Ihr Körper stetig nach Balance, der sogenannten Homöostase, strebt, welche Systeme daran beteiligt sind, was dabei im Nervensystem und im Gehirn los ist, dann werden Sie automatisch sensibler für das Flüstern und das Rufen Ihrer Zellen – und es fällt Ihnen leichter, darauf zu reagieren.

UNVERZICHTBARUNDENGVERNETZT - die großen acht Körpersysteme

Unser Körper setzt sich aus etwa 100 Billionen Körperzellen zusammen, die sich teilweise gravierend durch ihre spezialisierten Funktionen in ihrer Art und Wechselwirkung voneinander unterscheiden. Diese Zellen bestimmen die Funktionen von Gewebe und Organen. Der menschliche Organismus kann deswegen als ein hochkomplexes System mit unzählig vielen kleinen Untereinheiten verstanden werden, in dem ganz verschiedene biologische Körpersysteme zusammenarbeiten müssen. Das gemeinsame Ziel aller Systeme ist, sämtliche Funktionen und insbesondere den Stoffwechsel des Körpers zu steuern und aufrechtzuerhalten, um unser Leben und unser Überleben zu sichern. Das muss immer funktionieren – unabhängig davon, ob wir schlafen, Sport treiben, in der Antarktis wohnen, auf Mallorca am Strand liegen, auf den Mount Everest steigen, tauchen oder arbeiten.

Das erfordert eine sehr differenzierte Kommunikation auf zellulärer und zentraler Ebene, denn acht völlig unterschiedliche Systeme müssen dafür fein aufeinander abgestimmt sein und zusammenarbeiten:

Nervensystem:

Das Nervensystem ist das größte und wichtigste Informationssystem unseres Körpers (und steht im Mittelpunkt dieses Buchs). Es erfasst, verarbeitet und überträgt Informationen sowohl durch chemische als auch durch elektrische Signale. Beim Nervensystem unterscheiden wir das zentrale Nervensystem, bestehend aus Gehirn und Rückenmark, vom peripheren Nervensystem, das mit seinen Nerven den ganzen Körper versorgt. Das Nervensystem steuert zum Beispiel die Bewegungen und damit unsere gesamte Motorik, es reguliert die Tätigkeit von Organen, steuert unsere Reflexe und lässt uns Reize wie Kälte oder Wärme, Schmerz oder auch Bewegung wahrnehmen.

Sensorische Systeme:

Unsere Sensorik ist für die Wahrnehmung von Reizen aus der Umwelt und aus dem Körperinneren verantwortlich. Das sensorische System ist sehr eng mit unserem Nervensystem verbunden und besteht aus mehreren Untersystemen. Dazu zählen insbesondere das visuelle System für das Sehen, das auditive System für das Hören, das olfaktorische System für das Riechen, das gustatorische System für das Schmecken und das somatosensorische System für das Tasten. Hauptaufgabe der Sensorik ist die Erfassung und die Verarbeitung von Reizen aus der Umgebung, die einerseits für die Interaktion mit der Umwelt wichtig sind und gleichzeitig auch für unsere Sicherheit und unser Überleben sorgen. Das somatosensorische System ist für die Körperwahrnehmung besonders bedeutsam, weil es für die Wahrnehmung von Reizen aus dem Körperinneren sowie für die Interaktion des Körpers verantwortlich ist.

Endokrines System:

Unser endokrines System setzt zur Kommunikation Hormone ein, die über den Blutkreislauf Informationen zu verschiedenen Körperteilen oder Organen bringen. Hormone sind biochemische Botenstoffe, die von speziellen endokrinen Drüsen produziert und ausgeschüttet werden, beispielsweise von der Schilddrüse, der Hypophyse oder den Nebennieren. Hormone regulieren viele Stoffwechselprozesse, aber auch unsere körperliche und geistige Entwicklung, unser Wachstum, unsere Sexualität, unsere Stressreaktion und selbst unseren Biorhythmus mit den Schlafzyklen.

Immunsystem:

Das Immunsystem schützt uns vor Krankheitserregern wie Bakterien, Viren und Pilzen. Unser Abwehrsystem erkennt und bekämpft diese Eindringlinge durch spezialisierte Zellen und Moleküle, die über ein ausdifferenziertes Kommunikations- und Informationsnetzwerk kontrolliert und gesteuert werden.

Kardiovaskuläres System:

Unser kardiovaskuläres System, das Herz-Kreislauf-System, verteilt Nährstoffe, Sauerstoff und auch die Hormone im Körper und bringt sie dorthin, wo sie benötigt werden. Gleichzeitig transportiert es auch Verbrauchtes ab. Dadurch garantiert es die Versorgung unserer Zellen mit den lebenswichtigen Stoffen, reguliert die Körpertemperatur und hält das so wichtige Säure-Basen-Gleichgewicht im Körper aufrecht oder stellt es wieder her.

Verdauungssystem:

Unser Verdauungssystem verarbeitet die Nahrung, um wichtige Nährstoffe aufzunehmen und Abfallstoffe auszuscheiden. Das System steuert die Aufnahme und die Verteilung der Energie, reguliert darüber unseren Metabolismus, also den Stoffwechsel, und ist auch beteiligt an der Signalgebung für Sättigung und Hunger.

Exkretorisches System:

Dieses System reguliert den Wasser- und den Salzhaushalt des Körpers und entfernt Gift- und Abfallstoffe. Damit trägt es zur Entgiftung des Körpers, aber auch zur Regulation des Blutdrucks und insbesondere zur Aufrechterhaltung des Elektrolythaushalts bei.

Reproduktionssystem:

Unser Fortpflanzungssystem ist für die Erzeugung von Nachkommen verantwortlich. Es dient der Produktion von Geschlechtszellen (Spermien und Eizellen), der Hormonproduktion sowie der Regulation von Schwangerschaft und Geburt.

All diese Informations- und Steuerungssysteme sind eng miteinander vernetzt und interagieren kontinuierlich miteinander. So kann das Nervensystem unter anderem den Stoffwechsel regeln und so die hormonellen Antworten des endokrinen Systems steuern, während das Immunsystem auf spezielle Signale des Nervensystems reagiert, um Entzündungen oder auch Heilungsprozesse zu kontrollieren. Die Kommunikation und das Gleichgewicht zur Steuerung des Metabolismus sowie der einzelnen Organe und eine Abstimmung zwischen diesen Systemen sind entscheidend für unsere Gesundheit und unser Überleben.

GUT aufeinander ABGESTIMMT

Zum Glück müssen wir uns normalerweise keine Gedanken um die Harmonie und das Gleichgewicht sowie die Abstimmung all dieser Systeme untereinander machen. Egal, in welcher Situation wir uns befinden, der Organismus hat auf alles eine Antwort und stimmt die jeweiligen Systeme feinfühlig aufeinander ab. Dadurch erreicht er immer wieder sein Grundziel, die Homöostase – Sie erinnern sich.

Wenn Sie zum Beispiel eine Treppe hochgehen, dann benötigt die Muskulatur von der einen auf die andere Sekunde mehr Energie. Kein Problem: Sofort wird die Durchblutung hochgefahren, die Blutgefäße werden weiter gestellt, die Herzfrequenz steigt, um mehr Sauerstoff zu transportieren, und auch die Atemfrequenz wird erhöht, damit die beanspruchte Muskulatur mehr Sauerstoff bekommt. All das geschieht völlig automatisch und superschnell. Auch wenn Sie sich in den Finger geschnitten haben, löst das Immunsystem unmittelbar eine Kaskade an Reaktionen und Aufgaben aus, damit diese Wunde möglichst schnell geschlossen und repariert wird. Nach einigen Tagen ist nichts mehr zu sehen – wie ein Wunder!

Die meisten Informations- und Steuerungsprozesse laufen also komplett ohne unseren Einfluss ab, unbewusst und automatisch. Zum Glück! Stellen Sie sich kurz Folgendes vor: Sie müssten Ihrem Herz jedes Mal den Befehl geben, schneller zu schlagen, wenn Sie Sport treiben. Gleichzeitig dürften Sie die Atmung und die Blutgefäße nicht vergessen. Oder Sie müssten darüber entscheiden, wann und wie der Abtransport von Nahrungsbestandteilen aus der Zelle erfolgt. Energie dafür müssten Sie auch noch rund um die Uhr produzieren, und zwar etwa 60 bis 80 Kilogramm Energie jeden Tag. All das und vieles mehr bewusst schaffen zu müssen, ist eine Horrorvorstellung! Unser Organismus leistet täglich völlig unbemerkt Großartiges, wenn er unsere Körperfunktionen ganz allein regelt und damit unser Leben garantiert. Verantwortlich dafür ist das sogenannte vegetative Nervensystem (VNS), während das somatische Nervensystem (SNS) für die bewussten Abläufe in unserem Körper zuständig ist. Auf beide kommen wir später noch genauer zu sprechen.

Unterschiede zwischen VNS und SNS

Während das vegetative Nervensystem (VNS) den Körper automatisch reguliert, ermöglicht das somatische Nervensystem (SNS) gezielte und bewusste Interaktionen mit der Umwelt.

Vegetatives Nervensystem (VNS):

Steuert unbewusste, automatische Körperfunktionen (wie Herzschlag, Atmung, Verdauung).Besteht aus Sympathikus (aktiviert den Körper, etwa bei Stress) und Parasympathikus (beruhigt den Körper, etwa in Ruhephasen).Besteht aus zentralen (Gehirn, Rückenmark) und peripheren Teilen (Nerven, die Organe versorgen).

Somatisches Nervensystem (SNS):

Steuert bewusste Bewegungen und Sinneswahrnehmungen.Enthält motorische Nerven (für Muskelbewegungen) und sensorische Nerven (für Reize wie Schmerz, Temperatur, Berührung).Funktioniert willentlich, also mit bewusster Steuerung.

ZIELALLERKÖRPER-KOMMUNIKATION: Homöostase und Allostase

Unser Organismus ist relativ einfach gestrickt. Er möchte möglichst ungestört seinen Job erledigen und dabei keine unnötige Energie verbrauchen. Er tut also alles dafür, dass sich die Körperfunktionen im Gleichgewicht befinden. Sollten diese einmal durch Stress, durch Hitze, durch zu viel oder zu wenig Bewegung oder durch starke Emotionen aus dem Ruder laufen, dann unternimmt er zunächst alles, um seinen aktuellen Bedarf zu erfüllen. Wenn Sie beispielsweise lossprinten, um Ihren Zug noch zu bekommen, fährt der Organismus umgehend den Kreislauf hoch, damit Ihre Muskeln gut versorgt werden. Aber er ergreift auch Sofortmaßnahmen, um das Ganze schnell wieder in den ursprünglichen Normalzustand zurückzuführen. Wenn Sie also Ihren Sprint beenden, fährt der Kreislauf runter, und nach kurzer Zeit atmen Sie wieder normal. Diesen Normalzustand beziehungsweise dieses aktuelle Gleichgewicht nennen wir in der Wissenschaft Homöostase.

Die Homöostase ist also das fundamentale Prinzip, nach dem der Körper seine inneren Bedingungen innerhalb bestimmter enger physiologischer Grenzen stabil hält, um optimal funktionieren zu können. Er muss all seine physiologischen Prozesse wie Temperatur, pH-Wert, Blutzuckerspiegel, Flüssigkeitsbalance und Elektrolytkonzentrationen konstant halten. Nur wenn sie alle fein abgestimmt und in Balance sind, kann unser Leben dauerhaft und nachhaltig stattfinden.

Die Homöostase wird dabei durch »negative Rückkopplungsschleifen« erreicht. Wenn beispielsweise die Körpertemperatur steigt, reagiert der Körper mit Mechanismen wie Schwitzen, um die Temperatur wieder zu senken. Umgekehrt führt eine Senkung der Körpertemperatur zu einem muskulären Zittern, um Wärme zu erzeugen. Oder wenn durch eine zuckerreiche und nährstoffarme Ernährung der pH-Wert ins saure Milieu verschoben wird, ergreift der Körper sofort Maßnahmen, um wieder einen neutralen pH-Wert zu erreichen. Dazu entzieht er unseren Knochen wichtige Mineralien, weil diese das saure Milieu neutralisieren. Er opfert also quasi die Festigkeit der Knochen der übergeordneten Bedeutung des pH-Werts. Das Ziel der Homöostase ist es also, unter allen Umständen und egal, was es kostet, stabile innere Bedingungen aufrechtzuerhalten, die für das (zelluläre) Überleben notwendig sind.

Doch unser Körper ist schlau und besitzt auch die Fähigkeit, sich anzupassen, wenn Veränderungen und Situationen immer wiederkehren. Das erleben Sie zum Beispiel regelmäßig, wenn Sie sich im Winter nach einigen Tagen langsam an die Kälte oder im Urlaub in südlichen Gefilden an die hohen Temperaturen gewöhnt haben. So gelingt es dem Organismus trotz der Veränderungen, langfristig in der Homöostase zu bleiben – nur eben auf einem anderen Niveau. Im Sport nennen wir eine solche nachhaltige und langfristige Anpassung Trainingseffekt, in der Biologie heißt sie Allostase.

Der Begriff Allostase beschreibt dementsprechend die Fähigkeit des Körpers, sich nachhaltig an wechselnde Bedingungen und Stressfaktoren anzupassen, indem er die internen Systeme verändert, dadurch wieder die Homöostase erreicht und auf dem neuen Niveau aufrechterhält. Der Körper kann sich also dynamisch an eine sich ändernde Umgebung oder an verschiedene Anforderungen anpassen.

Die Allostase erfolgt dabei durch Angleichungen des Körpers, um vorübergehend oder längerfristig auf Stressoren zu reagieren. Diese Anpassungen können den Energieverbrauch, die Herzfrequenz, den Blutdruck und andere Körperfunktionen beeinflussen. Ein Beispiel ist die Ausschüttung von Stresshormonen wie Cortisol in stressigen Situationen, um den Körper auf eine Kampf-oder-Flucht-Situation vorzubereiten. Er schaltet also ein paar Gänge höher.

Das Ziel der Allostase ist es, die Homöostase selbst unter variablen Bedingungen aufrechtzuerhalten, indem sie den Körper auf sich verändernde äußere Einflüsse vorbereitet und diese kompensiert. Das kann dann sowohl in die positive, erwünschte Richtung kippen, wie bei den Trainingseffekten im Sport oder der Temperaturgewöhnung im Urlaub, als auch in die negative, wenn wir an chronischen Stress denken. Dann bleiben die Anpassungen auf einem ungünstigen, zu hohen Stresslevel, statt sich wieder herunterzuregulieren. Der Körper weiß sich nicht anders zu helfen und verschiebt die Homöostase auf eine Ebene, die zwar den Anforderungen der Ausgangssituation angemessen entspricht, die aber langfristig eher nachteilig ist, weil sie zu viel Energie verbraucht. Was kurzfristig okay ist, wirkt im Fall von Stress auf Dauer schädlich.

Während die Homöostase einen konstanten Zustand anstrebt, sorgt die Allostase für eine dynamische Anpassung an sich veränderte Bedingungen. Beide Mechanismen ergänzen sich und arbeiten in der Regel ohne unser bewusstes Zutun. Nervensystem, endokrines System (Hormone) und Immunsystem spielen dabei eine wichtige Rolle. Das autonome Nervensystem steuert Homöostase und Allostase unbemerkt und selbstständig. So sichern beide seit Urzeiten unser Überleben unter verschiedenen Bedingungen. In diesem Spiel von Gleichgewicht und Ungleichgewicht spielen der Sympathikus und der Parasympathikus (siehe das Kapitel »Sympathikus, Parasympathikus und Darmhirn«) eine ganz entscheidende Rolle.

INTEROZEPTION - Schlüssel zur inneren Einsicht

Spüren Sie Ihren Herzschlag? Bemerken Sie, wie tief Sie atmen oder ob Sie durstig sind? Oder ob Ihre Muskeln angespannt sind oder Sie flach atmen? All das gehört zur Interozeption. Es ist die Fähigkeit von uns Menschen, Körperzustände und ihre Veränderungen wahrzunehmen und zu interpretieren. Dazu gehören die Körperwahrnehmung, das emotionale Empfinden und Erleben sowie die Fähigkeit zur Selbstregulation.

Die Interozeption wird über das autonome Nervensystem und die sensorischen Nerven vermittelt, und diese Signale aus dem Inneren werden über afferente Bahnen an das Gehirn geleitet. In der Insula, einer kleinen Region im Gehirn, werden diese Signale verarbeitet und mit emotionalen oder kognitiven Prozessen verknüpft. Diese Verknüpfung mit gefühlsmäßigen Bewertungen im limbischen System ist für unser subjektives Erleben einer Veränderung oder eines Prozesses enorm wichtig.

Afferenz und Efferenz: unser interner Gesprächskreis

Unser Nervensystem funktioniert fein abgestimmt in zwei Richtungen: Einerseits werden Reize und Informationen aus der Peripherie aufgenommen, weitergeleitet und im zentralen Nervensystem analysiert. Andererseits werden Reaktionen und Befehle aus dem zentralen Nervensystem als Antwort in die Peripherie verschickt. Jene Nervenfortsätze (Axone), die Informationen zu einem Organ oder in die Peripherie bringen, nennen wir »efferent«, und »afferent« heißen die Informationen, die aus der Peripherie in das zentrale Nervensystem gebracht werden – von lateinisch effere »hinaustragen«, »hinausführen« und affere »hintragen, zuführen«.

Unser Nervensystem funktioniert wie ein kybernetischer Regelkreis oder ein »Gesprächskreis«, der ständig Informationen aufnimmt und verarbeitet sowie daraufhin bestimmte Reaktionen und Prozesse auslöst, die dann zu einer bestimmten Aktivität führen. So führt Stress als afferenter Impuls ins Nervensystem immer zu einer Ausschüttung von Energie und zur muskulären Anspannung oder Druck auf einen Körperabschnitt, was wiederum zu einer Bewegungsreaktion und damit zur Entlastung des Bereichs führt.

Wie schnell ein afferenter Impuls im ZNS ankommt, hängt von der Leitungsgeschwindigkeit der afferenten Fasern ab und ist vergleichbar mit einer Autofahrt: Es gibt auch in unserem Körper Autobahnen, Schnellstraßen oder auch nur schmale Landstraßen, bei denen der Weg immer etwas länger dauert. Die Leitungsgeschwindigkeit wird durch den Durchmesser sowie durch die Myelinisierung der jeweiligen Faser bestimmt und funktioniert nach dem Motto: Je dicker, desto schneller.

Ob wir lachen und wie wir lachen, wie wir gehen oder stehen, ist zwar zunächst nur eine efferente Information in den Körper und hier speziell an die ausführende Muskulatur, hat aber gleichzeitig auch einen afferenten Input, der uns die Tätigkeit wahrnehmen und emotional erleben lässt: Eine vor Freude sprühende Handlung wie Hüpfen, ein entspanntes, vitales Lächeln, eine inspirierende und anregende Präsentation hinterlässt über die Interozeption vitalisierende »Gute-Laune-Informationen« im Gehirn. Leider funktioniert das auch mit negativen efferenten Informationen wie den Sorgen, die uns auf den Schultern lasten und uns gebeugt gehen lassen, oder dem Verkrampfen bei ängstigenden Situationen. Das, was wir tun, und die Art, wie wir uns geben, wie wir reden, stehen, gehen oder auch sitzen, hat unmittelbar einen Einfluss auf das, was wir gerade wahrnehmen, und es beeinflusst, wie wir die Situation bewerten – in die eine oder andere Richtung.

Manchmal kann die Interozeption massiv gestört sein. Bei vielen psychischen oder psychosomatischen Problemen spielt dies eine wichtige Rolle: Bei ausgeprägten Essstörungen zum Beispiel ist die Wahrnehmung von Hunger- und Sättigungssignalen stark verzerrt. Bei Angststörungen wie der Hypochondrie besteht eine Überempfindlichkeit gegenüber körperlichen Signalen. Bei Depressionen oder auch bei verschiedenen Formen von Autismus kommt es häufig zu Schwierigkeiten in der Wahrnehmung und Interpretation interozeptiver Signale. Wenn die Interozeption gestört ist, dann entsteht bei den Betroffenen in der Regel ein völlig falsches Selbstbild, das die ursprünglichen Probleme noch verstärkt.

Sich selbst mittels Afferenz überlisten

Die Interozeption hat sich im Lauf der Evolution vor allem entwickelt, um lebenswichtige Körperfunktionen zu überwachen und zu regulieren. Sie hilft uns zunächst dabei, durch zum Beispiel Schmerzen, Durst und Hunger Bedrohungen für unser Leben zu erkennen. Nur dadurch können wir diese Gefahren abwehren, um das Gleichgewicht des Körpers, die Homöostase, in vielen biochemischen Funktionen aufrechtzuerhalten. Interozeption unterstützt uns aber auch dabei, Tätigkeiten mit unseren Erfahrungen und Emotionen zu verbinden.

Das Gute an der Interozeption ist, dass wir sie ganz bewusst nutzen, beeinflussen und üben können. Probieren Sie es doch jetzt einmal aus: Ziehen Sie Ihre Mundwinkel zu einem breiten Lächeln hoch und bleiben Sie einige Sekunden so. Was passiert? Das äußere Lächeln verwandelt sich in ein inneres. Vorher hatten Sie beim Lesen vermutlich eine neutrale innere Haltung, und nun fühlen Sie sich ein wenig fröhlicher.

Überlisten Sie sich selbst, indem Sie auf Ärger und Wut mit einem Lächeln reagieren oder indem Sie an einem »schlechten« Tag, an dem vielleicht unangenehme Ereignisse passiert sind, den Menschen – und sich selbst! – mit einer aufrechten Haltung und einer positiven Ausstrahlung begegnen. Das klingt ein wenig seltsam, wird aber funktionieren. Nur ein wenig Übung ist dafür notwendig. Es lohnt sich, auf negative Emotionen, auch wenn sie oft stark sind, mit »gegensätzlichen« (Bewegungs-)Handlungen zu antworten, denn negative Energien vermiesen uns nicht nur den Tag, sie schaden auch unserer Gesundheit.

Unsere individuelle Achtsamkeit können wir durch Methoden wie MBSR (Mindfulness-Based Stress Reduction, achtsamkeitsbasierte Stressreduktion), Meditation und Yoga fördern und darüber unsere Wahrnehmung innerer Zustände und also die Interozeption schärfen. Auch körperzentrierte Verfahren wie Feldenkrais oder die Alexander-Technik können helfen, die Wahrnehmung des Körpers und der inneren Zustände zu optimieren. (Viele dieser Kurse werden von den Krankenkassen finanziell unterstützt.) Wichtig ist, dass Interozeption immer durch die Förderung des Bewusstseins für sich selbst und die damit einhergehenden Veränderungen erfolgt.

Wir haben es also selbst in der Hand. Atemübungen, zum Beispiel kontrolliertes Atmen zur Wahrnehmung von Herzschlag- und Atemsignalen, Biofeedback-Methoden oder gar moderne Techniken der Neuromodulation wie die transkranielle Magnetstimulation (TMS) können sogar helfen, die Aktivität in zentralen Regionen des ZNS wie der Insula zu aktivieren. In den letzten Jahren werden zudem vermehrt VR-(Virtual-Reality)-Techniken angewandt, um die interaktiven Fähigkeiten in sehr realitätsnahen Szenarien zu schulen. Darüber hinaus können wir bewusst und zielgerichtet versuchen, in bestimmten therapeutischen oder präventiven Kontexten die Interozeption zu nutzen, um besonders bei Störungen der Eigenwahrnehmung oder bei psychischen Problemen und Krankheiten emotionale Veränderungen herbeizuführen.

Speziell die Tanz- und Bewegungstherapie scheint eine sehr gute Methode zu sein, um Bewegungsqualitäten hirnphysiologisch mit spezifischen Emotionen zu verknüpfen, wie es die Psychologin Sophia Estel von der Universität Marburg und Prof. Dr. Sabine Koch von der SRH Hochschule Heidelberg 2023 in der Zeitschrift Die Psychotherapie zusammenfassen. Wir verstärken dabei unsere Wut, unsere Ängste, unsere Trauer oder auch unsere Freude, indem wir dazu passende Bewegungsmuster ausführen, unsere emotionale Lage damit zeigen und hirnphysiologisch triggern. Nutzen wir beispielsweise freudvolle Bewegungsmuster, so wirkt sich dies auf unser ZNS aus und verändert unsere Stimmung, selbst wenn sie vorher getrübt und negativ war. Dahinter steckt, dass wir alle einzigartige Gruppierungen von bestimmten Bewegungen nutzen, um unsere Emotionen auszudrücken. Die Tanz- und Bewegungstherapie übt Bewegungsmuster und -komponenten ein und setzt sie zu Veränderungen im Sinne der Prävention oder Therapie von psychischen oder psychosomatischen Beschwerden ein.

Interozeption ist also immer ein Zusammenspiel aus biologischen, psychologischen und auch sozialen Faktoren. Sie kann durch gezielte Intervention geschärft oder reguliert werden. Das macht sie zu einem sehr vielversprechenden Ansatz für viele therapeutische Interventionen und auch zur Prävention. Die Stimmen unseres Körpers zu hören und sich dadurch wieder selbst verstehen zu lernen – das steht auch im Mittelpunkt dieses Buchs.

UNSERNERVENSYSTEM – Supercomputer und Kommunikator des Körpers

Allein im Gehirn besitzen wir im Schnitt etwa 85 Milliarden Nervenzellen, sogenannte Neurone. Diese Neurone sind verantwortlich für die Verarbeitung und Weiterleitung der Informationen im Gehirn und auch im gesamten Körper. Für die Weiterleitung im Körper sorgen die Nervenbahnen, unsere Nervenfasern. Sie sind insgesamt etwa 500 000 km (!) lang. Diese riesige Zahl zeigt, wie weit verzweigt und vernetzt das Nervensystem im Körper ist. Diese Fasern verbinden das Gehirn und das Rückenmark, die unsere Hauptschaltzentralen sind, mit dem gesamten Körper, und darüber werden die Informationen ausgetauscht.

Dieser Supercomputer verarbeitet eine beeindruckende Menge an Daten. Schätzungen zufolge kann allein das Gehirn Informationen mit einer Geschwindigkeit von etwa 10 bis 100 Terabit pro Sekunde verarbeiten. Dazu gehören sensorische Verarbeitung, motorische Kontrolle, Gedächtnisabruf und andere kognitive Funktionen. Allerdings ist diese Zahl eher theoretisch, denn die Leistung des Gehirns lässt sich nicht so einfach auf digitale Systeme übertragen. Gehirn und Nervensystem bearbeiten nämlich nicht nur riesige Datenmengen, sondern ihre großartige Leistung ist auch dadurch gekennzeichnet, dass enorm viele komplexe Prozesse parallel ablaufen.