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Ein actionreicher Abenteuer-Roman mit Deutschlands lustigstem Fortnite-Spieler! TuTo kann seinen Augen nicht trauen: Seit einiger Zeit wird er von kleinen äußerst aggressiven Trollen terrorisiert. Sie tauchen beim Fortnite-Spielen immer wieder auf und scheinen sich auch in seinem Haus eingenistet zu haben. Irgendetwas stimmt da ganz und gar nicht! TuTo muss die Trolle auf schnellstem Wege loswerden. Gemeinsam mit seinen Mitspielern fliegt er nach North Carolina zum Game-Publisher von Fortnite, doch die Firma wird von einer dunklen Macht beherrscht. Nun liegt es an TuTo und seinen Freunden, Epic Games zu befreien, sonst ist Fortnite für immer verloren … Kein offizielles Fortnite-Produkt. Nicht von Epic Games genehmigt oder mit Epic Games verbunden.
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Seitenzahl: 127
Veröffentlichungsjahr: 2020
Tutopolis | Kerstin Carlstedt
Sei bereit für das ultimative Fortnite-Abenteuer von und mit TuTo!
TuTo kann seinen Augen nicht trauen: Seit einiger Zeit wird er von kleinen äußerst aggressiven Trollen terrorisiert. Sie tauchen beim Fortnite-Spielen immer wieder auf und scheinen sich auch in seinem Haus eingenistet zu haben. Irgendetwas stimmt da ganz und gar nicht! TuTo muss die Trolle auf schnellstem Wege loswerden. Gemeinsam mit seinen Mitspielern fliegt er nach North Carolina zu dem Game-Publisher von Fortnite, doch die Firma wird von einer dunklen Macht beherrscht. Nun liegt es allein an TuTo und seinen Freunden, Epic Games zu befreien, sonst ist Fortnite für immer verloren …
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Marco Santos Silva ist YouTuber und veröffentlicht auf seinem Kanal »TutopolisTV« seit 2013 Videos. Er ist leidenschaftlicher Gamer und ein richtiger Technik-Freak: Er kennt sich mit den besten Tipps und Tricks rund um Smartphone-Reparaturen und Longboard-Videos aus. Aber am allerliebsten spielt er Fortnite und streamt dabei live auf seinem Twitch-Channel.
Kerstin Carlstedt hat als Journalistin, TV-Autorin, Online-Redakteurin und Video-Journalistin gearbeitet. Sie realisierte Beiträge fürs Kinderradio beim Hessischen Rundfunk und schrieb Drehbücher für Kurzfilme. Seit 2016 lebt sie mit ihrem Mann und zwei Fortnite-spielenden Söhnen in Liverpool.
Weitere Informationen zum Kinder- und Jugendbuchprogramm der S. Fischer Verlage finden Sie unter www.fischerverlage.de
Originalausgabe
Erschienen bei FISCHER E-Books
© 2019 S. Fischer Verlag GmbH, Hedderichstr. 114, D-60596 Frankfurt am Main
Epic Games, Inc. Alle Rechte vorbehalten. Epic, Epic Games, Fortnite, das Logo von Fortnite sind Warenzeichen oder eingetragene Warenzeichen von Epic Games, Inc. in den Vereinigten Staaten und anderen Ländern.
Kein offizielles Fortnite-Produkt. Nicht von Epic Games genehmigt oder mit Epic Games verbunden.
Cover- und innenillustrationen: Timo Grubing
Umschlaggestaltung von Norbert Blommel, MT-Vreden, unter Verwendung einer Illustration von Timo Grubing und einem Foto von © Marco Santos Silva
Lektorat: Heide Franck
Abhängig vom eingesetzten Lesegerät kann es zu unterschiedlichen Darstellungen des vom Verlag freigegebenen Textes kommen.
Dieses E-Book ist urheberrechtlich geschützt.
ISBN 978-3-7336-5227-2
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1. Kapitel
2. Kapitel
3. Kapitel
4. Kapitel
5. Kapitel
6. Kapitel
7. Kapitel
8. Kapitel
9. Kapitel
10. Kapitel
11. Kapitel
12. Kapitel
13. Kapitel
14. Kapitel
15. Kapitel
16. Kapitel
17. Kapitel
18. Kapitel
19. Kapitel
20. Kapitel
21. Kapitel
22. Kapitel
Nachklapp
Neo Tilted! Die Stadt der Zukunft und Nachfolger der legendären Tilted Towers – dort zieht es uns immer wieder hin. Neo Tilted ist der größte und gefährlichste Ort auf der Fortnite-Insel, mit mehrstöckigen Gebäuden, Restaurants und Läden. Der Ort befindet sich westlich von der Kartenmitte – zwischen Loot Lake und Shifty Shafts. Hier ist immer viel los. Die Wahrscheinlichkeit, dass uns etwas zustößt, ist in Neo Tilted besonders hoch, aber die Chance, ganz, ganz viele Kills zu bekommen, ist auch am größten. Wo liegt der Rekord momentan? Ein Team hatte mal sechzig Kills in einer Runde. Sechzig!
Bang! Jetzt hätte es mich fast erwischt. Ich muss aufhören, laut nachzudenken. Nur noch so viel. Stellt euch folgendes Setting vor: Wir sind zu viert. Drei von uns verstecken sich in einem Wohnhaus, einer richtigen Wohnung in Neo Tilted. Die eigentlichen Mieter sind weg, denn wir Krieger haben die Stadt eingenommen. Ein bizarres Gefühl. Du bist mit deinen Kollegen in einem fremden Wohnzimmer mit bodentiefen Fenstern, wo einmal richtige Leute gewohnt haben. Alles ist so real. Einige Fensterscheiben sind schon zerschossen. Auch das Geschirr mit den Essensresten auf dem Wohnzimmertisch liegt in tausend Scherben. Es scheint, als seien die Mieter beim Frühstück vom Sturm überrascht worden und hätten alles stehen und liegen lassen. Unten lauert der Feind. Die Munition rauscht haarscharf an meinem Kopf vorbei. Ich muss zum Fenster hinausballern. Sonst kommen sie zu uns hoch, unsere Gegenspieler, und vernichten uns. Das muss ich verhindern.
Irgendwann werdet ihr auch diese ganzen Kriegsfilme sehen, oder Antikriegsfilme, so genau weiß man das nicht: »Apocalypse Now«, »Dunkirk«, »Der Soldat James Ryan«. Das sind meine absoluten Lieblingsfilme. Die könnte ich mir immer wieder anschauen.
Aber Fortnite spielen ist noch viel cooler, denn wir sind Hauptdarsteller und Regisseure zugleich, und zwar in unserem eigenen Film. Wir können Einfluss auf die Handlung nehmen, statt passiv alles hinzunehmen, was andere uns vorsetzen.
»Hey, pass doch auf, du Noob, da kommt einer von hinten!«, kreischt Eidostelos. Er ist immer etwas beleidigend und laut. Das ist seine Art. Das meint er nicht böse. Er ist einfach nur sehr aufgeregt.
Wo war ich stehengeblieben? Ich wollte euch erzählen, wo wir uns befinden und wer noch alles dabei ist. Also, folgende Location: fremde Wohnung, stylisch eingerichtet. Wir – bewaffnet ohne Ende. Eidostelos, Heidi und ich. Ginger kommt auch gleich, wenn er sich nicht schon wieder irgendwo da draußen in Neo Tilted verirrt hat.
»Eidostelos! Heidi! Ihr sichert die Frontseite zur Straße hin!« Einer muss das Kommando übernehmen. Das bin oft ich, denn ich bin der Älteste und habe daher eine natürliche Autorität. Das sagen zumindest die anderen.
»Alles klar, Tuto«, ruft Heidi.
Aus der Entfernung hören wir eine Explosion. Das ganze Haus wackelt. Ich spüre, wie eine Kugel meinen Kopf um wenige Millimeter verfehlt und eine Fensterscheibe zerschmettert. Ich trage den Helm des Schwarzen Ritters, aber im Zweifel hilft mir das nicht viel. In der Hand halte ich mein Sniper-Gewehr. Snipen ist meine Spezialität. An meinen Sniper-Techniken habe ich schon früher ausgiebig gefeilt, als ich noch andere Ballerspiele wie Call of Duty gespielt habe.
»25 auf 24. Ende!«, wir hören irgendwelche unverständlichen Befehle über Funk.
»Merkwürdig«, ruft Heidi. »Ginger ist nicht da. Wo der sich wieder rumtreibt?«
Stimmt, Ginger muss immer noch irgendwo da draußen herumlaufen. »Ginger? Hörst du mich?«, spreche ich in mein Mikrofon. Keine Antwort. Kann es sein, dass er bei einer so wichtigen Szene das Spiel verlassen hat? Ist er wohl einfach von seinem Gamer-Stuhl aufgestanden und zur Toilette gegangen? Oder hat sich ein Brot geschmiert? Ohne Bescheid zu sagen? Irgendwo in der Ferne bellt ein Hund. »Hey, da drüben liegt noch jemand!«, rufe ich. Ist es Ginger?
Kapusch! Eine Riesenexplosion reißt ein Loch in die verglaste Hauswand. Ich fühle die Druckwelle am ganzen Körper. Ein kühles Lüftchen weht mir entgegen. Jetzt muss alles sehr schnell gehen. Ich werfe mich auf die Seite, ducke mich weg. Mein Herz rast. Ich atme schwer. Es hagelt weitere Schüsse. Eidostelos ist getroffen. Auch das noch! Wir ziehen ihn von dem Loch in der Hauswand weg. Ich bin mir nicht mehr sicher, aus welcher Richtung die Schüsse kommen, ziehe den Kopf ein. Ich schieße mit meiner Sniper-Gun dahin, wo ich den Feind vermute. Noch mehr Maschinengewehr-Einschläge. Sie treffen die Schrankwand über uns. Eine Vitrine splittert. Gläser zerspringen, und ein Regen aus winzigen Scherben rieselt auf mich herab. Eidostelos krümmt sich vor Schmerzen.
»Eidostelos, du musst durchhalten! Ich kümmere mich gleich um dich«, versuche ich ihn zu trösten.
Noch mehr Schüsse prasseln ins Wohnzimmer. Die Lampe an der Decke muss dran glauben, zerbirst in tausend Stücke. »Schau mal durchs Badezimmerfenster. Vielleicht erwischst du sie von dort besser!«, rufe ich Heidi zu. »Ginger, wo bist du?«, schreie ich in mein Mikrofon. »Wir haben uns in einer Wohnung in Neo Tilted verschanzt. Eidostelos ist getroffen. Wir warten auf Verstärkung!«
»Okay, Tuto, bleib in Deckung«, höre ich Gingers Stimme. Erleichterung. Er ist wieder da. Ich stoße das einzige noch heile Fenster auf. Unten sehe ich mehrere dunkle Gestalten, die sich unserem Versteck nähern.
Eidostelos schreit: »Hey, ihr müsst mich verbinden!«
»Alles gut, ich bin gleich bei dir«, beschwichtige ich ihn. Vieles muss auf einmal passieren. Ich verbinde Eidostelos. Heidi feuert zum Badezimmerfenster hinaus. »Hab dich! Hab dich! Hab dich! So, das war mein sechster Kill.«
Eine Schrift erscheint auf der Fortnite-Karte: Noch zwei Minuten. Dann zieht sich der Sturm um uns zusammen. »Pass auf, Heidi, der Sturm kommt. Wir müssen jetzt schnell sein.«
»Huhu, Meldung!« Ginger steht bei uns im Wohnzimmer. Wie durch Zauberhand hereingebeamt. »Was ist denn bei euch los?«
»Schusswunde am Oberarm. Eidostelos ist stabil.«
Es hagelt weitere Kugeln von außen. Ginger duckt sich weg. Wir sind in dieser Wohnung gefangen. Ich riskiere einen Blick durch das Riesenloch in der Wohnzimmerwand und sehe, wie drei bewaffnete Typen direkt auf unser Haus zu rennen.
»Runterducken«, schreit Ginger. Er hat seine Maschinenpistole in Anschlag gebracht. Es rattert. Alle drei Figuren auf der Straße fallen um, kriechen über den heißen Asphalt, lösen sich in Luft auf. So ist das bei Fortnite, wenn es einen erwischt. Kein Blut. Keine Leichen. Fast schon kinderfreundlich.
Wir fühlen uns wie das Vögelchen, das die Mieter in der Wohnung zurückgelassen haben. Das ist genauso wie wir im Käfig gefangen und wartet darauf, von der nächsten Bombe zerfetzt zu werden. Eine leichte Brise bewegt die Gardine. Wieder fliegen uns Kugeln um die Ohren. Ich schaue aus dem Fenster und sehe eine Ghoul Trooperin, also eine Zombie-Frau, die sich eine Treppe gebaut hat und aufs Dach des Hauses auf der anderen Straßenseite geklettert ist. Sie zielt auf uns. Jetzt werde ich richtig sauer. »Die hol ich mir!«, brülle ich etwas lauter als unbedingt nötig.
»Ich habe nur noch fünfzig Prozent Munition«, schreit Ginger.
»Nur fünfzig Prozent? Mist!«, ruft Eidostelos zurück, der sich inzwischen wieder aufgerappelt hat. Der Verband hat ihm schon geholfen.
Es kracht erneut. Die Einschläge kommen noch näher. »Alle in Deckung!«, kreische ich. Jetzt werden sie uns abknallen. Wir sitzen in der Falle. Hier kommen wir nicht mehr raus. Die Teekanne auf der Anrichte wird von Munition durchsiebt und zerspringt. Eidostelos setzt einen gezielten Schuss ab. Eine Sirene heult in der Entfernung. Ich sitze am Boden und atme schwer. Ginger sinkt zu Boden.
Ich höre Heidis Stimme übers Funkgerät: »Tuto, ich brauche deine Hilfe!«
»Ich kann nicht«, keuche ich. Doch dann rappele ich mich mit letzter Kraft hoch, bringe meine Shotgun in Stellung und – PENG – erwische den Werwolf, der die Fassade zu uns hochklettern will. Eidostelos feuert auf das gegenüberliegende Haus. Eine unmerkliche Bewegung auf dem Balkon. Rata-rata-rata. Jemand ist zusammengebrochen. Zwei Hippies, ein Far Out Man und eine Dreamflower-Frau, rennen auf unser Haus zu und beschießen uns dabei wie wild. Ich ballere wütend zurück.
Heidi ist aus dem Badezimmer zurückgekommen. »Tuto! Die sind hier drin!« Sie klingt sehr aufgeregt.
Jetzt geht es um alles. Ich robbe durchs Wohnzimmer und durch den Flur. Über mir höre ich Schüsse, fühle, wie Granaten ins Dach über uns einschlagen. Putz rieselt auf mich herab. Mit meiner Shotgun im Anschlag erreiche ich das Treppenhaus. Zwei Typen im Rough-Agent-Skin eilen die Treppe hoch. Vier fette Schüsse aus meiner Lieblingswaffe. Beide Angreifer gehen zu Boden, lösen sich auf.
Dann ist Ruhe. Es ist vollbracht. Der Epische Sieg gehört uns. Wieder einmal. Alle vier sind wir am Leben geblieben. Erleichtertes Aufatmen. »Und jetzt?«, frage ich.
Heidi grölt: »Jetzt tanzen wir!«
Mein Schwarzer Ritter tanzt den Floss. Eidostelos macht den Kasatschok, geht in die Hocke und wirft die Beine nach oben, verliert dabei fast das Gleichgewicht. Heidi tanzt am liebsten den Fresh. Den haben sich die Spieleentwickler angeblich aus der Serie »Der Prinz von Bel Air« abgeschaut. Sie hampelt dabei wie eine aus der Kontrolle geratene Aufziehpuppe. Ginger mag es cool und macht einen auf Rapper. Swipe it ist sein Lieblingsemote. Er wiegt den Oberkörper langsam hin und her und lässt die Arme umeinanderkreisen.
Seit ich Fornite für mich entdeckt habe, habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht – nämlich das Videospielen. Auch das Thema meines YouTube-Kanals TutopolisTV habe ich entsprechend neu ausgerichtet. Noch nie hat mich ein Spiel so sehr beherrscht, mich bis in meine Träume verfolgt. So geht es Millionen von Spielern auf der ganzen Welt.
Videospiele sind auch nur Spiele. Natürlich mit anderen Mitteln. Viele Erwachsene finden Ego-Shooter-Games gewaltverherrlichend und gewaltfördernd. In den besseren Spielen geht es gar nicht ums Töten, sondern um Taktik und, ja, ich gebe es zu, auch ums Spaßhaben. Eigentlich sind die Erfinder dieser Spiele Künstler, und das Spielen selbst ist ein Sport.
Vor 2000 Jahren haben die Leute vor der Erfindung der Schrift gewarnt. Ja, kaum vorstellbar, aber die Menschen dachten, das Schreiben wäre schädlich, denn nun müsste man sich nichts mehr merken und das Gehirn würde einrosten. Auch Gutenbergs Buchdruck haben sie erst mal verteufelt. Heute ist der Mann ein großer Held. Noch mehr »Gefahren« lauern auf uns, seit es Film und Fernsehen gibt. Die Skepsis gegenüber Computerspielen ist groß. Das ist ein Reflex. Kommt etwas Neues – zack, ist der Mensch erst mal kritisch.
Aber eigentlich will ich gar nicht über Zukunft, technische Errungenschaften und eure Eltern reden. Ich will euch einfach nur erzählen, wer ich bin, was ich so mache, mit wem ich am liebsten Fortnite spiele … und was mir vor ein paar Tagen Seltsames passiert ist. Achtung: Cliffhänger!
Es ist Freitag, früher Nachmittag, fast schon Wochenende. Tuto ist allein zu Haus. Daniela, seine Frau, ist mit den Kids und den Hunden zu ihrer Schwester nach Frankfurt am Main gefahren. Erst am Abend werden sie zurück sein. Tuto macht, was er immer macht, wenn seine Musen nicht da sind: Er schiebt Arbeit auf, die er dringend erledigen müsste – und spielt Fortnite. Natürlich. Nach vielen Stunden am Computer knurrt ihm der Magen. Er geht in die Küche und schaut, ob noch ein paar Reste vom Vortag im Kühlschrank sind.
Dim, dim, dim-dim-dim-dim – Tuto hört aus der Entfernung, wie sich sein Telefon meldet, das er im oberen Stockwerk zurückgelassen hat. Momentan benutzt er den Klingelton von »Mission Impossible«. Der ist so schön dynamisch. Fast niemand kennt seine Telefonnummer, und wenn es klingelt, ist es immer etwas Wichtiges. Schnell hastet er zurück in seinen Gaming-Raum und hangelt nach dem Smartphone auf dem Schreibtisch. Rechtzeitig genug. Es ist ein Videoanruf. Tuto wischt über den Screen.
»Hallo?«
Die Videoprojektion eines seriösen jungen Mannes im Anzug erscheint: »Guten Tag, hier spricht das Vorzimmer von Professor Sweet, warten Sie bitte kurz. Ich verbinde.«
Ein kurzes Krisseln, Bildausfall, Tuto bleibt trotzdem dran. Professor Sweet? Ob das dieser geniale Erfinder und Gründer des milliardenschweren Sweet-Imperiums ist?
»Hallo, mein junger Freund!« Auf dem Bildschirm erscheint das Gesicht eines Zausels mit strubbeligen, grauen Haaren und einer großen, roten Hornbrille. »Darf ich Sie so nennen? Ich habe einen schönen Auftrag für Sie, mein Lieber. Sie machen doch Videos.«
