Die Wanderhure: Wenn der Winter kommt - Iny Lorentz - E-Book

Die Wanderhure: Wenn der Winter kommt E-Book

Iny Lorentz

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Beschreibung

Eine Kurzgeschichte aus der Feder der Bestseller-Autoren Iny Lorentz! Die junge Hübschlerin Marie ist auf ihrer fünfjährigen Wanderschaft vielen Gefahren ausgesetzt. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen zieht sie von Städtchen zu Städtchen, immer auf der Suche nach einer warmen Bleibe und genügend zu Essen. Doch sie sind schutzlos den Gewalten der Natur ausgesetzt und gerade der Winter mit seinen vollkommen verschneiten Wegen und klirrend kalten Nächten ist eine gefahrvolle Zeit für Marie. So suchen sie und Hiltrud zu Beginn des herannahenden Winters Schutz bei einer kleinen Stadt und treffen dort auf den habgierigen Fürsten von Hartenburg, der ihre Situation schamlos ausnutzt. Sie müssen sich einiges einfallen lassen, um diesem Mann zu entkommen. Eine unterhaltsame Kurzgeschichte zu der beliebten Erfolgsserie um die Wanderhure Marie, die einen Einblick in das entbehrungsreiche Leben der Wanderhuren gewährt, meisterhaft erzählt vom Bestseller-Autorenduo Iny Lorentz. Bereits als Weltbild-Premiere erschienen.

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 122




Iny Lorentz

Die Wanderhure Wenn der Winter kommt

Eine Kurzgeschichte

Knaur e-books

Über dieses Buch

Die junge Hübschlerin Marie ist auf ihrer fünfjährigen Wanderschaft vielen Gefahren ausgesetzt. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen zieht sie von Städtchen zu Städtchen, immer auf der Suche nach einer warmen Bleibe und genügend zu Essen. Doch sie sind schutzlos den Gewalten der Natur ausgesetzt und gerade der Winter mit seinen vollkommen verschneiten Wegen und klirrend kalten Nächten ist eine gefahrvolle Zeit für Marie. So suchen sie und Hiltrud zu Beginn des herannahenden Winters Schutz bei einer kleinen Stadt und treffen dort auf den habgierigen Fürsten von Hartenburg, der ihre Situation schamlos ausnutzt. Sie müssen sich einiges einfallen lassen, um diesem Mann zu entkommen.

Inhaltsübersicht

HauptteilNachwortLeseprobe »Die Saga von Vinland«
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Hiltrud blieb stehen und sah besorgt auf die Schneeflocken, die um Marie und sie herumtanzten.

»Heuer schneit es sehr früh im Jahr!«

»Der Schnee wird nicht liegen bleiben. Immerhin haben wir noch September«, antwortete Marie.

»Sind wir nicht schon im Oktober?«, fragte Hiltrud.

Der Kalender besaß für wandernde Huren wie sie beide nur eine nebensächliche Bedeutung. Wichtig waren nur die Markttage, die meist nach besonderen Heiligen benannt waren wie der Josefimarkt, der dem Nährvater Jesu gewidmet worden war, der Simonimarkt nach Simon Petrus oder der Leonhardimarkt. Dazu kamen noch die Mittefasten- und die Herbstmärkte. Diese Märkte boten ihnen gute Verdienste, da dort mehr Volk und damit mehr Freier zusammenkamen, als die Dirnen der ortsansässigen Hurenwirte bewältigen konnten.

Im Augenblick waren sie auf dem Weg zum Herbstmarkt von Hartenburg, einer kleinen Stadt tief im Schwarzwald, die nur über steile Wege zu erreichen war. Gerade das machte Hiltrud Sorgen. Selbst wenn der Schnee wieder taute, würden die Straßen wegen des Schmelzwassers und des aufgeweichten Bodens nur schwer zu passieren sein.

»Hoffentlich hört es bald auf!«, sagte sie und schritt wieder kräftiger aus. Ihre vier Ziegen, die den Wagen zogen, folgten ihr, ohne dass sie einen Zügel brauchte.

Marie folgte ihr und schaute missmutig in den immer stärker werdenden Schneefall. »Wenn das Wetter so bleibt, werden nur wenige Leute zum Hartenburger Markt kommen. Wer weiß, ob wir überhaupt etwas verdienen.«

»Wenn es nicht anders geht, müssen wir weniger verlangen! Allerdings will ich meine Beine nicht für jeden Tölpel spreizen, der sich ein paar Pfennige gespart hat, um in einer Frauenspalte herumfuhrwerken zu können.«

Hiltruds Stimme klang streng, denn sie wollte, dass auch Marie sich an diese Vereinbarung hielt. Manchmal hatte sie nämlich das Gefühl, als wolle ihre Freundin mit aller Macht Geld verdienen, um sich an jenen Männern rächen zu können, die sie in ein Leben als wandernde Hure gezwungen hatten. Dabei sah sie oft mehr auf die Münzen in der Hand eines beischlafgierigen Mannes als auf diesen selbst.

»Du hast ja recht!«, stimmte Marie ihr zu. »Man muss immer darauf achtgeben, ob die Stänglein unserer Kundschaft gesund sind oder nicht. Hat man den Verdacht, es wäre etwas daran faul, dann schickt man sie weg.«

»Was sich nicht jeder gefallen lässt!« Es war erneut eine Mahnung, denn ein kranker Mann, der eine Hure vergewaltigte, wurde niemals bestraft. Die Hure konnte hinterher nur froh sein, wenn sie selbst nicht krank wurde.

»Bis jetzt hat das gereicht!« Marie klopfte sich gegen den Oberschenkel.

An dieser Stelle trug sie ebenso wie Hiltrud einen Dolch versteckt unter dem Rock, um allzu aufdringliche Kerle von sich abzuhalten. Gegen eine größere Gruppe half zwar auch das nichts, aber auf den meisten Märkten gab es Gaukler und Händler, die sie kannten und ihnen bei Gefahr zu Hilfe eilten.

Wenig später hatten sie die Höhe überwunden, und der Weg führte wieder bergab. Es war, als liefen sie ständig gegen eine weiße Wand, denn sie konnten keine zehn Schritte weit sehen. Nur das Wissen, dass diese Straße irgendwann vor dem Stadttor von Hartenburg enden würde, brachte sie dazu, einen Fuß vor den anderen zu setzen.

»Wenn der Schnee wirklich liegen bleibt, werden wir uns selbst mit vor den Wagen spannen müssen, besonders, wenn wir nach einer Ruhepause wieder aufbrechen«, sagte Marie mit bedenklicher Miene.

»Das werden wir auch, wenn er schmilzt. Was meinst du, wie tief dann die Wege sind?« Hiltrud schauderte es bei dem Gedanken.

»Hoffentlich bleibt uns der Winter nicht erhalten. Wir haben noch kein Quartier für die kalte Jahreszeit und würden auf zwei oder drei Märkte verzichten müssen, bei denen ich gehofft habe, einige Schillinge einzunehmen«, setzte sie bedrückt hinzu.

Marie wollte zu einer Antwort ansetzen, als auf einmal nicht weit von ihnen eine zornige Stimme erklang.

»Du hast behauptet, dass im Fluss Gold zu finden ist! Also zeige es uns, du Judenhund, sonst lasse ich dich noch von meinen Wachen über die Grenze peitschen!«

Die beiden Huren blieben erschrocken stehen. »Das hört sich nicht gut an!«, flüsterte Hiltrud.

»Wir sollten von der Straße runter!«, erwiderte Marie besorgt. »Wenn der Mann wirklich über die Grenze getrieben wird, kommen sie uns genau entgegen.«

»Wenn dort vorne bereits der Fluss liegt, müssen wir weiter gekommen sein, als ich gedacht habe. Bei Gott, ich habe in den letzten Jahren immer meine Füße darin gewaschen, aber nie gedacht, dass Gold darin zu finden wäre. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich danach gesucht.«

Hiltrud seufzte. Ein schöner Batzen Gold könnte ihr helfen, sich ihren Traum zu erfüllen, einen Freibauernhof zu kaufen. Sie sah jedoch selbst ein, dass Marie recht hatte und sie die Straße verlassen sollten. Es gelang ihnen, auch wenn sie den Ziegen vor dem Wagen helfen mussten. Als sie mehrere Schritte in den Wald eingedrungen waren, blickte Marie erschrocken auf die deutlichen Spuren, die sie im Neuschnee hinterlassen hatten.

»So wird man uns trotzdem finden!«

»Da wäre ich mir nicht so sicher!« Hiltrud schnitt einen Zweig ab und begann damit, die Spur bis zur Straße und ein Stück darüber hinaus zu verwischen. Als sie zu Marie zurückkehrte, lächelte sie erleichtert.

»Der Schnee fällt so dicht, dass es nur wenige Augenblicke dauern wird, bis man nichts mehr sieht!«

»Hab Dank!« Marie atmete erleichtert auf, horchte dann aber erneut auf die barsch befehlende Stimme.

»Hinein ins Wasser! Oder du wirst bedauern, uns mit deinem Geschwätz belästigt zu haben!«

»Wenn ich mich recht erinnere, muss das Fürst Leopold sein«, sagte Hiltrud leise.

»Ich wüsste gerne, was dort vorgeht!« Noch während sie es sagte, ging Marie vorsichtig los.

Hiltrud wollte sie aufhalten, sagte sich dann aber, dass es besser war, Bescheid zu wissen, als hierzubleiben und vor Angst halb zu sterben. Daher folgte sie ihr.

Nach kurzer Zeit erreichten sie einen Abhang, der zum Fluss abfiel. Inmitten des Schneetreibens standen acht Männer. Der Größte von ihnen trug einen weiten, pelzbesetzten Mantel und musste der Fürst sein. Vier der Männer waren offensichtlich Waffenknechte. Denjenigen, der das Pferd des hohen Herrn hielt, und einen weiteren Mann stuften Marie und Hiltrud als Diener ein. Der achte Mann war ein magerer Bursche in einem Kaftan, wie er an einigen Orten für Juden vorgeschrieben war. In dem nun herrschenden Zwielicht war nicht zu erkennen, ob er alt oder jung war. Eines aber spürten Marie und Hiltrud: Der Mann hatte Angst.

Eben flehte er den Fürsten an, ihn bei besserem Wetter nach dem Gold suchen zu lassen.

»Sonst noch was?«, rief dieser mit wütendem Spott. »Soll ich dich etwa über den Winter durchfüttern, und du holst dann nur Sand und Gestein aus dem Wasser? So haben wir nicht gewettet, du beschnittener Hund! Entweder gehst du jetzt ins Wasser und holst Gold heraus, oder ich lasse dir das Fell auf eine Art gerben, dass ein Schuster Stiefel daraus machen kann.«

»Was für ein Scheusal!«, zischte Marie angeekelt. »Einen Menschen bei diesem Wetter zu zwingen, in den Fluss zu steigen, ist des Teufels.«

»Er tut es!«, raunte Hiltrud zurück.

Jetzt sah Marie es auch. Der Jude legte seinen Kaftan und sein Hemd ab und stand nur noch in knielangen Hosen da. Schneeflocken fielen auf seine nackte Haut, und er fröstelte. Trotzdem setzte er sich in Bewegung und trat mit zusammengebissenen Zähnen ins Wasser. Nach wenigen Schritten erreichte er eine tiefere Stelle und tauchte unter.

Es dauerte schier eine Ewigkeit, bis er wieder an die Oberfläche kam. Er zitterte am ganzen Körper und brachte wegen seiner klappernden Zähne kein einziges vernünftiges Wort zustande.

Der Fürst hatte nur Augen für das selbst in diesem schlechten Wetter leuchtende Stück Gold in seiner Hand. Es war nicht größer als eine Haselnuss, doch sein Gegenwert hätte Marie und Hiltrud für diesen Winter von allen Sorgen befreit.

Mit einer heftigen Bewegung entriss der Fürst dem Juden das kleine Goldklümpchen und starrte es verzückt an. »Du Hund hast mich also nicht belogen. Ist noch mehr Gold im Fluss?« Er klang gierig und lachte, als der andere nickte.

»Sehr gut! Du wirst dieses Gold für mich schürfen. Solange du mir genug davon bringst, bleibst du mein Schutzjude. Du wirst ein Haus bekommen, darfst aber Hartenburg nur mit meiner Erlaubnis verlassen.«

»Ich werde Gold für Euch sammeln, Euer Durchlaucht. Es ist jedoch eine harte Arbeit, die nur bei gutem Wetter geschehen kann. Heute würde ich einen zweiten Tauchgang nicht überleben«, antwortete der Jude rasch, da der Fürst so aussah, als würde er ihn am liebsten sofort wieder ins Wasser hetzen. Dabei schlotterte der Mann schon jetzt vor Kälte.

In Fürst Leopold fochten Gier und Verstand einen harten Kampf aus. Schließlich stieß er die Luft hart aus den Lungen. »Also gut, du kannst den Winter über in Hartenburg bleiben! Doch im Frühjahr holst du mir das Gold aus dem Fluss, und wehe dir, es ist mir zu wenig! Hast du verstanden?«

»I… ich ha…abe versta…anden«, sagte der Jude mit zitternder Stimme.

»Dann ist es ja gut! Wie heißt du eigentlich?«

»Shemu’el«, brachte der Jude mühsam hervor.

»Samuel also! Gut, dann bist du von heute an Samuel Goldstaub und mein Leibjude. Mein Haushofmeister wird dir eine Kammer zuweisen und dafür sorgen, dass du zu essen hast!«

Der Fürst schaute noch einmal das Stück Gold von allen Seiten an, steckte es dann ein und ließ sich von seinen Dienern aufs Pferd helfen. Als er losritt, folgten ihm seine Leute auf dem Fuß, ohne sich noch einmal umzublicken. Den Goldsucher, der mit vor Kälte steifen Fingern versuchte, sein Hemd überzustreifen, ließen sie unbeachtet zurück.

Bis dahin hatten Marie und Hiltrud sich mit der Rolle als Zuschauer begnügt. Nun aber stieß Marie ihre Freundin an. »Komm, wir müssen dem Mann helfen! Er ist nicht mehr in der Lage, sich anzuziehen, und würde sonst erfrieren!«

»Helfen! Einem Juden?« Hiltrud klang ablehnend und erhielt von Marie einen weiteren Stoß.

»Hättest du damals, als du mich gefunden hast, auch gedacht: Warum soll ich einer Geächteten helfen? Dann wäre ich jetzt tot!«

Hiltrud atmete tief durch und nickte. »Du hast recht! Vor uns ist ein Mensch in Not, und es wäre unchristlich gehandelt, ihm unsere Hilfe zu verweigern.«

Die beiden eilten nach unten und blieben bei dem Mann stehen.

»Deine Hose muss runter! So nass, wie sie ist, kannst du sie nicht anbehalten«, rief Hiltrud und griff nach den Schnüren, die diese hielten.

Marie wartete gerade so lange, bis die Hose entfernt war, dann zog sie dem Mann das Hemd über und anschließend zusammen mit Hiltrud den Kaftan.

»Setz dich auf diesen Felsen dort, damit wir dir die Schuhe anziehen können«, forderte Marie den Mann auf.

Schließlich war auch das geschafft, doch Shemu’el zitterte noch immer am ganzen Körper. Hiltrud musterte ihn besorgt und wies in die Richtung, in der sie ihre Ziegen und den Wagen versteckt hatten.

»Wir brauchen den Wagen! Darin sind Decken, mit denen wir ihn wärmen können«, sagte sie zu Marie.

Dann wandte sie sich an den Juden. »Bleib hier sitzen, bis wir wiederkommen. Schlage so lange mit den Armen, damit dir warm wird.«

Der Mann nickte und sah zu, wie die beiden Frauen verschwanden. Sie trugen die schlichte und derbe Kleidung von Menschen, deren Los es war, über die Landstraßen zu ziehen. Auch hätte es die gelben Bänder an ihren Ärmeln nicht gebraucht, um ihm zu verraten, welchem Broterwerb sie nachgingen. Shemu’el schämte sich, die Hilfe von Huren annehmen zu müssen, wusste jedoch selbst, dass er es allein nicht bis zur Stadt schaffen würde. Ein bitteres Gefühl stieg in ihm auf. Er hatte gehofft, mithilfe des im Fluss liegenden Goldes in Hartenburg eine neue Heimat finden und seine Braut nachholen zu können. Doch die Gier des Fürsten war so groß gewesen, dass er bei Schneefall und bitterer Kälte in den Fluss hatte tauchen müssen, um zu beweisen, dass er nicht log.

»Er hätte einem seiner Begleiter befehlen können, mir zu helfen und mich in die Stadt zu bringen«, stöhnte er.

Doch daran hatten weder der hohe Herr noch dessen Gefolge gedacht. Mit einem Rest von Humor dachte Shemu’el, dass es dem Fürsten recht geschähe, wenn er jetzt starb und das Gold ungeborgen blieb. Da er aber am Leben bleiben wollte, hoffte er, dass die Huren tatsächlich zurückkommen und ihm beistehen würden.

Nach einer Weile tauchten Marie und Hiltrud wieder auf und legten dem Juden eine Decke um die Schulter. Hiltrud öffnete danach eine kleine Flasche aus Zinn und forderte ihn auf, den Mund zu öffnen.

»Es ist Medizin gegen Erkältung! Oder willst du krank im Bett liegen und nicht wissen, ob die Knechte des Fürsten dich versorgen?«, fragte sie, als Shemu’el sich sträubte.

Schließlich trank er und hatte das Gefühl, Feuer zu schlucken. Ein scharfer Geschmack nach Minze und anderen Kräutern machte sich in seinem Mund breit, und er stieß heftig auf. Gleichzeitig aber spürte er, wie ihm wärmer wurde.

»Unser Wagen steht etwa fünfzig Schritte von hier auf der Straße. Kannst du gehen, oder müssen wir dich tragen?«, fragte Marie.

Shemu’el kämpfte sich auf die Beine, stolperte aber schon beim zweiten Schritt und fiel nur deswegen nicht hin, weil die beiden Wanderhuren rasch genug zugriffen.

»Möge Gott, der Allmächtige, es euch lohnen!«, flüsterte Shemu’el, während ihm die Tränen kamen.

Auch wenn er gewohnt war, von Christen beleidigt, missachtet und sogar geschlagen zu werden, hatte er doch gehofft, in Hartenburg einen Platz zu finden, an dem er in Frieden leben konnte. Diese Aussicht erschien ihm nach der Art, mit der ihn der Fürst behandelt hatte, jedoch sehr gering. Er hatte diese Sache jedoch einmal begonnen und würde sie durchstehen müssen. Wenn er in seine Geburtsstadt Sarningen zurückkehrte, war er dort selbst unter seinesgleichen nur ein Knecht.

»Wenn der Wagen nicht so voll wäre, könnte er sich draufsetzen«, sagte Hiltrud zu Marie. »Er sieht nämlich nicht so aus, als würde er den Weg zur Stadt aus eigener Kraft bewältigen!«

»Wir werden ihn stützen!«, antwortete Marie nicht gerade erfreut. Dies hieß nämlich, dass Hiltruds Ziegen den Wagen allein über die tief verschneite Straße ziehen mussten, da sie ihnen nicht helfen konnten.