Die Wiesenkinder und ihre unglaublichen Abenteuer - Annette Paulsen - E-Book

Die Wiesenkinder und ihre unglaublichen Abenteuer E-Book

Annette Paulsen

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Beschreibung

Philip, Sonja und Max Wiese leben mit ihren Eltern und dem Hund Topsi am Stadtrand einer kleinen Stadt. Es herrscht ein strenger Corona Lockdown Die Kinder können zur Zeit nicht zur Schule gehen, Papa Mathias muss Home-Office machen, Mama Karina Ist auf Kurzarbeit, ihre Großeltern und auch die Uroma dürfen sie nicht besuchen. Die Kinder vermissen ihre Freunde, sie müssen jeden Tag am Computer allein lernen, Mama und Papa sind gestresst und manchmal gibt es Streit. Aber da bemerken die Geschwister, dass es einen wunderbaren Weg gibt, auf Reisen zu gehen und Neues kennenzulernen, auch wenn man zu Hause bleiben muss: Hinter der Wirklichkeit, in der sie leben, liegen andere Welten, die sie besuchen, allein oder zusammen, oft begleitet von dem geheimnisvollen Wolf Fenris. Sie erleben unglaubliche Abenteuer, schließen neue Freundschaften, zeigen Mut und halten zusammen. Und sie erkennen, sie sind trotz allem nicht allein.

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Diese Erzählungen sind all den tollen Kindern gewidmet, die während der Coronapandemie 2020/21 gezeigt haben, wie verantwortlich sie sind, was sie bereit sind zu tun, um ihre Eltern, Großeltern, Lehrer und älteren Nachbarn zu schützen, und dabei auf so viel verzichtet haben.

Ein ganz großes Dankeschön und viel Spaß beim Lesen!

Inhaltsverzeichnis

Träume – vergiss sie nicht

Wolfgang Paulsen

Wie alles begann

Annette Paulsen/ Nora Rauchhaus

Die Burg der vier Jahreszeiten

Nora Rauchhaus

Das verlorene Puzzleteil

Annette Paulsen

Im Schnee

Annette Paulsen

Eine Stunde Sommer

Annette Paulsen

Der Garten des Oktopus

Nora Rauchhaus

Im Dschungel

Annette Paulsen

Eine andere Welt

Nora Rauchhaus

Der feuerrote Kiosk

Annette Paulsen

Der rote Milan

Nora Rauchhaus

Das Ende ist der Anfang

Annette Paulsen/ Nora Rauchhaus

Danksagung

Träume – vergiss sie nicht

Vergiss deine Träume nicht,

wenn du morgens erwachst.

Vergiss ihre Farben nicht,

an die du gedacht.

Vergiss deine Träume nicht

im Gedränge der Stunden.

Vergiss nicht, sie sind

ganz fest mit dir verbunden.

Vergiss deine Träume nicht,

wenn du Joris, den Narren, triffst.

Vergiss, was sie sagen nicht,

weil es eine von den sieben Wahrheiten ist.

(Wolfgang Paulsen)

Wie alles begann

Annette Paulsen / Nora Rauchhaus

Es war ein grauer, nasskalter Januartag. Weihnachten war vorbei und ausgediente Weihnachtsbäume lagen auf dem kleinen Grünstreifen an der Straßenecke. In der Wiesenstraße, einer schmalen Vorstadtstraße am Rande der kleinen Stadt, gingen in den alten, großen Häusern langsam die Lichter an. Wenn man genau hinsah, konnte man im Erdgeschoss im gelben Eckhaus an der Fensterscheibe drei kleine Nasen sich plattdrücken sehen.

Philip, Sonia und der kleine Maxi sahen aus dem Fenster ihres Kinderzimmers auf die verlassene Straße hinaus, wo hin und wieder ein Auto vorbeifuhr und mit seinen Scheinwerfern alles in ein grelles Licht tauchte.

Die drei Geschwister wurden von ihren Freunden oft die Wiesenkinder genannt, nicht nur weil sie in der Wiesenstraße wohnten, sondern weil auch ihr Familienname „Wiese“ war. „Hihihi, Wiesenkinder aus der Wiesenstraße, esst ihr zum Mittagessen Gras?!“ So zogen ihre Schulkameraden sie manchmal auf. Und die Wiesenkinder ärgerten sich, aber nur ein kleines bisschen, denn sie waren auch stolz auf ihren Namen. Maxi hatte es ausgesprochen: „Wiese, das klingt so grün, nach Sommerferien und tollen Spielen!“ Aber die Sommerferien waren noch weit, weit weg.

Eigentlich hätte heute sogar die Schule wieder anfangen sollen, eigentlich hätten sie heute die Schulfreunde wiedersehen sollen, ihre Lehrer und Lehrerinnen und den freundlichen Hausmeister.

Aber dieses Jahr war alles anders. Dieses Jahr wurden die Ferien verlängert, mindestens eine Woche, und dann, ja dann ... Das wusste niemand. Eigentlich hätte das die Kinder ja auch gefreut. Juhu, längere Ferien, länger mit den Weihnachtsgeschenken spielen.

Aber, wie gesagt, dieses Jahr war alles anders, denn es gab Corona, wie alle Welt immer wieder sagte. „Bloß nicht wieder Homeschooling“, hatte Philip gestöhnt. „Oh nein“, hatte auch Sonia gemeint, „Mama als Lehrerin, das ist soooo langweilig.“

„Ja, Lady Corona tanzt überall mit“, hatte Papa gemeint. Er redete oft so komisch, war neuerdings immer zu Hause und arbeitete am Computer – in Sonias Zimmer. „Das ist unfair!“, hatte Sonia geschrien und mit den Füßen getrampelt. „Jetzt muss ich zu den Jungs! Wie gemein!“ Aber es half alles nichts. Papa brauchte Ruhe, absolute Ruhe, und in Sonias Kinderzimmer am Ende des Flurs konnte er sich abschotten.

Außerdem gab es auch tausend neue Regeln: Hände waschen, Abstand halten, immer wieder das Fenster öffnen, es gab keinen Sport am Nachmittag, keine Musikgruppen und keinen Chor, man durfte nur mit einem anderen Kind spielen. Und, was am schlimmsten war: Oma und Opa durften nicht zu Besuch kommen, und Uroma Elsbeth, die im Seniorenheim lebte, konnten sie nicht einmal sehen. Alles wegen diesem Virus, das Corona hieß, winzig, winzig klein war und die Leute krank machte. Manche mussten sogar sterben, das wusste sogar schon der kleine Maxi. Am Anfang hatte er sich vor den Leuten mit den Masken gegruselt. „Die haben ja nur ein halbes Gesicht“, hatte er immer gesagt und sich hinter dem Rücken von Mama versteckt.

Mittlerweile war es ganz dunkel geworden. „Es ist 16.45“, sagte Philip, „der Sonnenuntergang war heute um 16.16 Uhr.“ Philip notierte die Uhrzeit in sein kleines Notizbüchlein. Er liebte die Zahlen. „Du nervst“, stöhnte Sonia, „immer willst du alles ausrechnen, puh!“

„Da kommen Mama und Topsi!“, jubelte Maxi im nächsten Augenblick. Und schon verschwanden die Gesichter hinter der Fensterscheibe und mit lautem Getrappel liefen die Kinder die wenigen Stufen hinunter, rissen die Haustür auf und liefen der jungen Frau mit dem kleinen Hund entgegen. Der kläffte und sprang an den Kindern hoch.

„Mama, Mama“, rief Maxi glücklich, „ich will auf deinen Arm!“, während Sonia sich zu dem kleinen Kläffer hinunterbeugte, der seinerseits begeistert sehr feuchte Hundeküsschen verteilte. „Aber Maxi, du bist doch schon sieben Jahre alt und viel zu groß und zu schwer, mein Schatz. Außerdem müssen wir die Einkäufe aus dem Auto holen. Hilfst du mir, Philip?“ „Klar, Karina“, entgegnete der schon ein bisschen schlaksige Philip und schob sich seine kleine Nickelbrille nach oben. Seit er 13 Jahre alt war, fand er viele Sachen einfach babymäßig. Zum Beispiel „Mama“ zu sagen. Daher zog er es vor, sie bei ihrem Vornamen zu nennen. Er fand das sehr erwachsen.

Gemeinsam trugen sie die Sachen ins Haus. Karina sah müde aus, sie arbeitete am Nachmittag als Buchhändlerin im Zentrum und musste den ganzen Tag oder besser den ganzen Nachmittag die Maske tragen. Karina war nämlich auf Kurzarbeit. „Kurzarbeit, juhu, Kurzarbeit“, hatte Sonia am Anfang gerufen, „dann bleibt Mama nur ganz kurz auf der Arbeit!“ und hatte ein kleines vergnügtes Tänzchen hingelegt. Aber Mama hatte abgewinkt. „Schon, schon“, hatte sie gemurmelt, „aber es gibt auch weniger Geld.“

Mittlerweile hatten sie die Tüten alle hineingetragen und in die Küche geschafft. Auch Papa Mathias hatte ein wenig geholfen. Er war aus seinem Homeoffice gekommen. „Da seid ihr ja“, hatte er gemurmelt. „Wie spät ist es denn?“ „Hihi“, lachte Sonia, „Papas Haare stehen alle hoch und er hat ‘ne komische Hose an.“

Wirklich, Mathias sah irgendwie merkwürdig aus. Dünn und schlaksig trug er im Homeoffice immer eine Trainingshose und manchmal dazu ein Jackett mit Schlips – für die Videokonferenzen. „Die Hose sieht man ja nicht“, meinte er immer dazu und schob mit derselben Geste wie Philip seine Brille wieder hinauf.

„So, Kinder, jetzt raus hier, Mathias und ich werden jetzt ein bisschen einräumen und dann wird Papa kochen.“ Mathias kochte sehr gerne. Hatte er während Corona entdeckt und konnte es mittlerweile auch gar nicht so schlecht.

„Wann gibt es denn Abendessen?“, fragte Philip, „ich habe schon jetzt richtig Hunger.“ „Na ja, etwas später, ihr habt ja Ferien!“ „Uff, bei Papa dauert es immer so lange“, maulte Sonia jetzt auch. „Es ist sooo langweilig. Diese doofen Coronaferien.“

„Ab“, sagte Mama da nur, „und nehmt Topsi mit.“ Der kleine Hund sprang wedelnd um die drei herum, die sich widerwillig ins Kinderzimmer trollten. „Sooooo langweilig“, wiederholte da auch Maxi. Topsi rollte sich in ihrem Körbchen zusammen und schlief sofort ein.

Die drei setzen sich an den alten Holztisch, der in der Mitte des Zimmers stand und starrten trübsinnig vor sich hin. „So geht das jetzt immer weiter“, murmelte Sonia. „Wahrscheinlich müssen wir jetzt wieder ewig zu Hause bleiben.“