Die wilden Waldhelden. Du schaffst das, Leo! - Andrea Schütze - E-Book

Die wilden Waldhelden. Du schaffst das, Leo! E-Book

Andrea Schütze

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8,99 €

Beschreibung

Ab in die Schule! Waldhelden auf Rettungsmission. Leos beste Freundin wechselt vom Waldkindergarten in die Schule, und jetzt spricht der stille Junge noch weniger als sonst. Mit den 4 wilden Waldhelden allerdings redet er wie ein Wasserfall. Doch kaum ist ein anderes Kind dabei, verhaspelt sich Leos Zunge irgendwie und die Worte wollen einfach nicht mehr aus seinem Mund. Klarer Fall für die wilden 4! Sie erfinden für Leo eine tolle Anti-Stotter-Wortkette. Und die ist ein voller Erfolg. Hurra!!!

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Seitenzahl: 45

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Über dieses Buch

Es raschelt. Es knackt.

Rufus, Poppy und Flora genießen die warmen Herbsttage. Nur Mikkel stört das laute Rascheln des Laubes. Und so hört er gar nicht, wie sich der kleine Leo an ihn heranschleicht! Leo ist so schüchtern, dass sich die Wörter in ihm stauen und nicht richtig herauskönnen. Als dann der Honigkuchenwald in Gefahr gerät, kann nur Leo ihn retten. Und natürlich sind die wilden Vier da, um ihm zu helfen.

Wir 4 helfen dir!

Rufus steckt fest

Heute ist es im Honigkuchenwald so warm, dass man baden gehen kann. Und genau das haben die vier wilden Waldhelden auch vor.

Resch, resch, resch, resch, resch, macht Mikkels Huschen auf dem Weg zum Bach.

Knax-di-pax, knax-di-pax, klingen Poppys fröhliche Hopser.

Schsch-wick, schsch-wick, schsch-wick, rascheln Floras Sprünge sanft.

Kra-wong, pa-daaaam, kräääänk-wüh, uiii, ratara-pomm! Das hingegen ist Rufus. »Achtung Kurve! Breeeemsen … quiiietsch! Jetzt Karacho, Speed, volle Pulle! Ich bin Erster!«, brüllt er.

»Auf der nach oben offenen Krach-Skala ganz sicher«, meint Mikkel gutmütig und versucht, seine Pfoten noch behutsamer aufzusetzen.

RESCHEL!, macht das trockene Laub trotzdem.

»Mann!«, schimpft Mikkel.

»Was denn?«, will Poppy wissen und hascht nach Mikkels fluffigem Schwanz.

Mikkel bleibt stehen, und Poppy purzelt in hohem Bogen über ihren Freund. Kichernd befreit sie sich aus einem Blätterhaufen.

»Boah, kannst du eigentlich nie von A nach B laufen, ohne ständig total plötzlich stehen zu bleiben?«, fragt sie, und Flora kommt neugierig näher. Mit einem Ohr lauscht sie dabei weiterhin aufmerksam in den Wald. Dann rollt sie mit den Augen.

»Rufus«, stellt sie fest. »Stecken geblieben. Zu viel Winterspeck, jetzt schon! Hört mal hin.«

Mikkel und Poppy lauschen. Tatsächlich, Rufus klingt ganz dumpf.

»Der hohle Baumstamm.« Poppy bekommt einen Lachanfall.

»Letztes Jahr hat er noch durchgepasst! Auch mit Winterwampe«, kichert Flora.

»Wir kooommen«, flötet Poppy und hüpft los. »Und, warum hast du denn eben so geschimpft?«, fragt sie Mikkel.

»Du meinst, bevor du mal wieder gegen mich gerumpelt bist?«, fragt Mikkel, und Flora lacht.

»Mikkel bräuchte Bremslichter«, sagt sie.

»Er bremst ja nicht mal«, entgegnet Poppy. »Er bleibt einfach, zack, stehen! Jedes normale Tier hat einen Bremsweg. Mikkel nicht.«

»Es ist alles viel zu laut«, sagt Mikkel, und Flora und Poppy sehen sich verdutzt an.

»Bremsen ist zu laut?«, hakt Flora nach. »Bei Rufus schon, das stimmt, aber …«

»Nein!« Mikkel schmunzelt. »Unsere Laufgeräusche. Hört doch mal. Knister, knister, knister, da bekommt man ja Ohrenschmerzen.«

»Du alter Geheimniskrämer«, ruft Poppy. »Immer nur schleich, schleich. Es darf doch ruhig auch mal alles etwas knusprig sein, oder?«

Die drei haben den hohlen Stamm gefunden und halten an. Nur Rufus’ Wildschweinpopo lugt daraus hervor.

»Au weia«, murmelt Poppy.

»Wo is wos Knuspriges?«, rumpelt Rufus’ Stimme.

»Wir reden nicht übers Essen«, erklärt Flora. »Sondern davon, dass der Wald für diese Jahreszeit viel zu heiß und knusprig, äh, trocken ist.«

Mikkel nickt. »Nicht gut, gaaar nicht gut.«

»Ach was!« Poppy klatscht in die Hände. »So macht Baden doch umso mehr Spaß, kommt!«

»Ond wos ost mit mir?«, protestiert Rufus.

»Huch, jetzt hätten wir dich doch glatt vergessen«, schwindelt Poppy.

Mikkel und Flora umrunden den Stamm, um die Lage zu checken.

»Kannst du dich bewegen?«, fragt Flora.

»Koine Schoongs«, ächzt Rufus.

»Tja dann, lieber Freund …«, Mikkel steckt seinen Kopf in die Röhre, »… werden wir dich wohl am Schwanz rausziehen müssen.«

»Abor dos tut bustummt weh!«, jault Rufus.

Poppy trommelt einen kleinen Wirbel auf Rufus’ Po. »Kein Problem, dann bleibst du einfach so lang drin, bis du es von allein wieder rausschaffst. Ich schätze, im Januar ist es so weit. Dann verpasst du allerdings Weihnachten …«

»Okay«, ruft Rufus. »Üboredot.«

Poppy umkrallt seinen Schwanz. »Bereit«, sagt sie.

»Gut, alle zusammen«, kommandiert Mikkel und schlingt seine Arme um Poppy.

»Auf vier!« Flora schnappt sich Mikkels Schwanz, und bei vier stemmen sich alle in den bunten Blätterboden, als würden sie Tauziehen spielen.

Flump!, macht es, als Rufus wie ein praller Ball, den man unter Wasser gedrückt hat, aus seinem Gefängnis geschossen kommt und seine Freunde wie Dominosteine nach hinten umfallen.

»Jetzt müssen wir uns alle waschen«, stellt Poppy zufrieden fest, die Schmutz hasst und Waschen liebt, aber ohne Schmutz ja nichts zum Waschen hätte, was einen manchmal schon ganz schön verwirren kann.

»Nee«, sagt Rufus und wackelt probehalber mit seinem Schwanz. »Ich bin nicht nur sauber, ich bin rein«, säuselt er. »Ah, prima, funktioniert noch.«

Flora prustet los. »Okay, wenn das so ist … Wer zuerst im Wasser ist, hat ein für alle Mal und immer und total und dauernd und von jetzt bis in alle Ewigkeiten gewonnen, und ist der erste Erste von allen Ersten der Ersten.«

Das lässt sich Rufus natürlich nicht zweimal sagen.

»Bis nachher, ihr Schnarchnasen«, brüllt er und saust los.

»Sehr schlau von dir, Flora«, lobt Mikkel und schüttelt sich die Blätter vom Pelz.

»Braucht ihr ein Taxi?«, bietet Flora an, und Mikkel und Poppy nicken begeistert. »Na dann, hoch mit euch!«

Mikkel atmet erleichtert auf, als er hinter Poppy auf Floras Rücken Platz genommen hat. »Das tut meinen Ohren gut. Du kriegst die Leise-Staks-Medaille.«

»Oh, danke«, erwidert Flora. Grinsend trägt sie ihre Fracht in Richtung Bach.

 

Doch die drei kommen nicht weit.

Schon an der Winkeltanne, die so heißt, weil sie irgendwann beim Wachsen einfach mit dem Stamm nach rechts abgebogen ist und jetzt einen rechten Winkel bildet, können sie es hören: Die Honigtopf-Kinder hatten dieselbe Idee wie dir vier Waldhelden – sie baden im Bach.