Eine Liebe, die nicht bleiben durfte - Marek Kammermann - E-Book

Eine Liebe, die nicht bleiben durfte E-Book

Marek Kammermann

0,0
5,99 €

oder
-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Manche Begegnungen verändern nicht das Leben. Sie verändern den Menschen, der danach weitergehen muss. Auf dem Jakobsweg in Spanien treffen ein Mann Mitte vierzig und eine junge Frau aufeinander. Zwei Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen unterwegs sind – und doch dieselbe innere Leere tragen. Was als gemeinsames Gehen beginnt, wird zu einer leisen, intensiven Nähe, die sich nicht erklären lässt. Schritt für Schritt fallen Masken. Gespräche werden ehrlicher. Gefühle unausweichlich. Doch der Weg stellt keine Versprechen aus – und nicht jede Liebe ist dafür bestimmt zu bleiben. „Eine Liebe, die nicht bleiben durfte“ ist ein emotionaler Kurzroman über Nähe, Abschied und die Momente, in denen man aufhört zu weinen – und beginnt zu fühlen. Ein Buch über den Jakobsweg als inneren Raum der Wandlung, über Begegnungen, die man nicht festhalten kann, und über das Weitergehen, obwohl das Herz noch stehenbleibt. Für Leserinnen und Leser, die stille Geschichten lieben. Für Menschen, die wissen, dass manche Wege nicht enden, wenn man ankommt.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2026

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.


Ähnliche


Eine Liebe, die nicht bleiben durfte

Wenn die Tränen aufhören, muss man anfangen zu fühlen

Ein Roman über den Jakobsweg

Marek Kammermann

Originalausgabe: Januar 2026

Über den Autor:

Marek Kammermann ist Pilger, Autor und Unternehmer aus Leidenschaft. 2015 absolvierte er seinen ersten Jakobsweg, die Via Gebennensis in Frankreich – eine Erfahrung, die sein Leben nachhaltig prägte. Aus dieser Reise entstand sein erstes Buch Via Gebennensis – mein Jakobsweg. Zehn Jahre später kehrte er erneut auf den Jakobsweg, die Via Podiensis,in Frankreich zurück, um weiterzugehen – äußerlich wie innerlich.

In der Zwischenzeit gründete er den Onlineshop trivendo.ch, inspiriert vom Unterwegssein, der Natur und der Einfachheit des Pilgerns. Als Outdoor-Enthusiast verbindet er Bewegung, Reflexion und Reduktion auf das Wesentliche. In seinem zweiten Buch, einem Roman über den Jakobsweg, widmet er sich erstmals der literarischen Form. Seine Geschichten erzählen von Begegnungen, inneren Wandlungen und den leisen Momenten zwischen den Schritten.

Marek Kammermann lebt und arbeitet in der Überzeugung, dass jeder Weg auch ein Weg zu sich selbst ist.

Seinen Onlineshop finden Sie unter: www.trivendo.ch

Impressum: Marek Kammermann, CH-4718 Holderbank SO Covergestaltung und Rückseite mittels Unterstützung von KI, GrokUrheberrecht © Marek Kammermann, 2026. Alle Rechte vorbehalten. Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, insbesondere die Vervielfältigung, Verbreitung, öffentliche Zugänglichmachung oder Bearbeitung, auch auszugsweise, ist ohne ausdrückliche schriftliche Zustimmung des Urhebers unzulässig und kann rechtlich verfolgt werden. Dies gilt insbesondere für die Nutzung in gedruckter, digitaler oder sonstiger Form.

Kapitel 1 - Clotilde und Frank brechen auf

Das Flugzeug vibrierte unter ihren Füßen, eine dumpfe Erinnerung daran, dass sie sich bewegte, obwohl sie seit Monaten nur noch feststeckte. Clotilde presste die Stirn gegen das kühle Plastik des Fensters und beobachtete, wie die französische Küste unter ihr verschwamm. Irgendwo da unten lag Paris. Ihre Wohnung. Der Geruch der Stadt noch immer in den Kissen, obwohl sie sie dreimal gewaschen hatte.

"Mademoiselle, möchten Sie etwas trinken?"

Sie schüttelte den Kopf, ohne die Stewardess anzusehen. Ihr Mund war trocken, aber das Schlucken tat weh. Alles tat weh. Seit drei Monaten.

Draußen wurde das Meer zu Bergen, die Pyrenäen zogen vorbei wie die gezackten Kanten eines aufgerissenen Herzens. Wie passend, dachte sie. Wie grotesk passend.

Ihre Mutter hatte geweint am Telefon. "Ma chérie, du kannst doch nicht einfach... was soll das bringen? 800 Kilometer zu Fuß? Du bist keine Pilgerin!"

Nein, das war sie nicht. Sie war eine Frau Ende Zwanzig, die nicht mehr schlafen konnte, weil jedes Mal, wenn sie die Augen schloss, sah sie ihn mit ihr. Die andere. Die Jüngere. Die Bessere, vermutlich.

Clotilde öffnete ihre Handtasche und zog das kleine Buch heraus, das ihre Freundin Sophie ihr gegeben hatte. "Der Jakobsweg - Ein spiritueller Reiseführer." Sie hatte gelacht, als Sophie es ihr überreichte. Spirituell. Als ob Gott sich für zerbrochene Herzen interessierte.

Aber dann, nachts, wenn die Wohnung zu still wurde und seine Abwesenheit lauter war als jedes Wort, das er je gesagt hatte, hatte sie angefangen zu lesen. Über Menschen, die gingen, um sich zu finden. Um zu heilen. Um loszulassen.

Loslassen.

Das Wort fühlte sich fremd an in ihrem Mund, wenn sie es laut aussprach. "Loslassen." Deutsch war nicht ihre Muttersprache, aber sie beherrschte es gut, besser als die meisten ihrer französischen Freunde. Sie hatte immer eine Begabung für Sprachen gehabt, für die Musik in fremden Worten. Nur ihre eigenen Gefühle konnte sie in keiner Sprache mehr ausdrücken.

Das Flugzeug senkte sich. Biarritz. Von dort würde sie mit dem Bus nach Saint-Jean-Pied-de-Port fahren, zum Anfang. Zum Anfang von was? Sie wusste es nicht. Vielleicht zum Anfang des Vergessens. Oder des Erinnerns. Oder einfach nur zum Anfang von etwas anderem als diesem endlosen Schmerz, der in ihrer Brust wohnte wie ein zweites, dunkleres Herz.

Sie hatte nicht viel eingepackt. Ein Rucksack, zehn Kilo. "Nimm nur das Nötigste," stand in allen Ratgebern. Aber was war nötig? Wechselkleidung, Blasenpflaster, eine Zahnbürste. Ihr Handy hatte sie fast zu Hause gelassen, dann aber doch eingesteckt. Nicht für ihn. Er schrieb sowieso nicht mehr. Sondern für ihre Mutter, die sich Sorgen machte.

Der Aufprall auf der Landebahn war sanft, aber Clotilde spürte ihn in ihren Knochen. Etwas Endgültiges. Das Klicken der Sicherheitsgurte, das Rauschen der sich öffnenden Türen. Menschen strömten nach draußen, zurück in ihre Leben, zu ihren Familien, ihren Routinen.

Sie blieb sitzen, bis die Maschine fast leer war.

Eine ältere Frau in der Reihe vor ihr drehte sich um. "Ist alles in Ordnung, Liebes?"

Clotilde nickte, obwohl es eine Lüge war. "Oui. Ja. Alles gut."

"Sie sehen aus, als würden Sie gleich weinen."

"Ich weine nicht mehr," sagte Clotilde, und es war die Wahrheit. Nach drei Monaten waren die Tränen aufgebraucht. Jetzt gab es nur noch diese Leere, diese schreckliche, gähnende Leere, wo früher Vertrauen gewesen war. Wo früher Liebe gewesen war.

Die Frau lächelte sanft. "Manchmal ist das Schlimmste, wenn die Tränen aufhören. Dann muss man wirklich fühlen."

Clotilde stand auf, zu schnell, der Kopf schwindelig. Sie murmelte eine Entschuldigung und drängte sich in den Gang. Draußen war die Luft warm und salzig, der Atlantik nicht weit. Sie holte tief Luft, zum ersten Mal seit Stunden, und etwas in ihrer Brust lockerte sich, nur ein kleines bisschen.

Der Bus nach Saint-Jean fuhr in zwei Stunden. Sie hatte Zeit. Zeit, um in einem Café zu sitzen und auf Französisch zu bestellen, die Worte vertraut auf ihrer Zunge. Zeit, um auf ihr Handy zu starren und nicht die Nachrichten zu lesen, die nicht da waren. Zeit, um sich zu fragen, ob das hier die dümmste oder mutigste Entscheidung ihres Lebens war.

Wahrscheinlich beides.

Der Kaffee war stark und bitter, genau wie sie ihn mochte. Sie trank ihn schwarz, ohne Zucker, und spürte, wie die Wärme sich in ihrem Magen ausbreitete. An der Wand hing eine Karte des Camino Francés, die klassische Route. 800 Kilometer. Von den Pyrenäen bis nach Santiago de Compostela. Fünf Wochen, vielleicht sechs, je nachdem wie schnell man ging.

Wie schnell konnte man vor sich selbst weglaufen?

Eine junge Familie kam ins Café, die Kinder laut und fröhlich. Die Mutter lachte über etwas, das der Vater sagte, und legte ihre Hand auf seine. Eine so einfache Geste. Eine so selbstverständliche Geste. Clotilde wandte den Blick ab, das vertraute Brennen in der Kehle.

Sie hatte gedacht, sie hätten das auch. Diese Selbstverständlichkeit. Diese Sicherheit. Drei Jahre lang hatte sie gedacht, er sei der Eine. Der Mann, mit dem sie alt werden würde, Kinder haben würde, ein Leben bauen würde. Sie hatte sogar angefangen, in Brautgeschäften zu schauen, heimlich, wenn er auf Geschäftsreise war.

Auf Geschäftsreise. Sie lachte auf, ein scharfes, bitteres Geräusch. Die Kellnerin sah zu ihr herüber, besorgt. Clotilde zwang ein Lächeln auf ihr Gesicht und bestellte noch einen Kaffee.

Als sie nach Saint-Jean fuhr, die Berge wuchsen vor dem Busfenster wie eine Warnung, dachte sie an das letzte, was Sophie zu ihr gesagt hatte: "Vielleicht findest du auf dem Weg nicht das, was du suchst. Vielleicht findest du etwas anderes."

Clotilde wusste nicht, was sie suchte. Sie wusste nur, dass sie hier nicht mehr sein konnte, in diesem Leben, das nicht mehr ihrs war. Sie musste gehen. Auch wenn sie nicht wusste wohin.

Der Bus hielt in Saint-Jean-Pied-de-Port genau bei Sonnenuntergang. Das kleine mittelalterliche Städtchen lag eingebettet zwischen den Bergen, die Dächer rot wie alter Wein, die Straßen eng und gewunden. Pilger waren überall, erkennbar an ihren Rucksäcken, ihren Wanderschuhen, diesem Ausdruck in ihren Augen – halb Aufregung, halb Angst.

Sie checkte in ihrer Herberge ein, ein schmales Zimmer mit sechs Betten. Zwei waren schon besetzt. Eine Deutsche mit kurzen grauen Haaren schlief bereits, die Atemzüge tief und gleichmäßig. Eine junge Spanierin saß auf ihrem Bett und studierte eine Karte.

"Hola," sagte sie, als Clotilde hereinkam. "Tomorrow you start?"

"Oui. Yes. Ja." Clotilde ließ ihren Rucksack fallen. Ihr Deutsch war besser als ihr Englisch, aber hier, am Anfang, waren alle Sprachen willkommen. Alle Sprachen für die eine Wahrheit: Wir sind alle verloren. Wir suchen alle etwas.

Sie legte sich auf ihr Bett, ohne sich auszuziehen, und starrte an die Decke. Durch das offene Fenster drang das Murmeln von Stimmen, das Klirren von Gläsern, das Leben, das weiterging, ob man wollte oder nicht.

Morgen würde sie die Pyrenäen überqueren. 27 Kilometer, hatte jemand gesagt. Der härteste erste Tag. Die meisten Leute gaben nach dem ersten Tag auf.

Clotilde schloss die Augen. Sie würde nicht aufgeben. Sie hatte genug aufgegeben. Ihren Stolz, ihr Vertrauen, ihre Hoffnung. Ihren Glauben an die Liebe.

Aber das hier – diese 800 Kilometer, diese eine verrückte, verzweifelte Idee – das würde sie durchziehen. Sie musste.

Kapitel 2 - Erste Begegnung in den Pyrenäen

Der Anruf von Julia kam um drei Uhr morgens.

Frank lag wach, wie so oft in letzter Zeit, und starrte auf das fahle Leuchten seines Handys auf dem Nachttisch. Neben ihm atmete Sarah, gleichmäßig und tief. Sie hatte schon immer gut schlafen können, beneidenswert gut. Früher hatte er sich an ihren Atem geklammert wie an ein Versprechen. Jetzt klang er nur noch wie ein Vorwurf.

"Papa?" Julias Stimme war verschlafen und besorgt zugleich. "Bist du wach?"

"Ja." Seine Stimme war rau. Er räusperte sich. "Ja, ich bin wach. Alles okay?"

"Ich wollte nur..." Sie zögerte. Julia war zweiundzwanzig, studierte in München, und sie war klüger als er jemals gewesen war in ihrem Alter. Klug genug, um zu spüren, wenn etwas nicht stimmte. "Ich wollte nur sagen, dass ich dich lieb habe. Und dass... ich weiß, dass es schwer ist gerade."

Franks Kehle schnürte sich zu. "Jules..."

"Ich weiß nicht, was zwischen dir und Mama los ist. Ihr redet nicht darüber. Aber ich spüre es. Und ich will, dass du weißt, dass es okay ist, wenn du... ich weiß nicht. Wenn du Hilfe brauchst oder so."

Er schloss die Augen. Vierzehn Jahre alt war Julia gewesen, als er und Sarah geheiratet hatten. Jetzt war sie erwachsen, und er fühlte sich wie ein Kind, das erwischt wurde beim Lügen. Aber er hatte nicht gelogen. Er hatte einfach nur aufgehört zu reden.

"Danke, Schatz," flüsterte er. "Ich... es wird schon. Wirklich."

---ENDE DER LESEPROBE---