Eine Tasse Tee auf dem Mond - Irissima Mundt - E-Book

Eine Tasse Tee auf dem Mond E-Book

Irissima Mundt

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Beschreibung

Warum fliegt das Indianermädchen Miakoda zum Mond? Was hat die Mondgöttin Miakoda und der Welt mitzuteilen? Was steckt hinter dem Geheimnis des Wassers?

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Seitenzahl: 36

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Nachdenklich knabbert die Mondgöttin auf ihrer Haarsträhne.

Ja, jetzt ist die Zeit gekommen. Sie weiß es ganz sicher. Nun ist der richtige Augenblick, an dem sie mit den Menschen auf der Erde wirklich reden sollte.

So kann es nämlich nicht weitergehen. So nicht! Viel zu lange ist sie stumm geblieben. Die vielen Seidentücher, die an ihrem Kleid festgenäht sind, nimmt sie energisch in beide Hände und fasst sie samt ihren fliegenden Haaren hinter dem Kopf zusammen.

»Aber wie kann ich mit den Menschen da unten sprechen?«, fragt sich die Göttin des Mondes. »Immer, wenn ich den irdischen Wesen meine Silberstrahlen schicke und Kontakt aufnehmen möchte, glauben sie, dass sie mondsüchtig sind oder fühlen sich im Schlaf gestört. Ihre Kinder müssen ins Bett, gerade dann, wenn ich nachts am Himmel erscheine und meine Strahlen am stärksten sind!« Wie gern beobachtet sie die kleinsten Menschen, vor allem wenn sie spielen und sich ihres Lebens freuten.

In der Nacht empfängt sie die goldenen Strahlen ihres himmlischen Gemahls, der Sonne, vermischt seine mit ihrer Kraft, bündelt sie und schickt sie weiter zur Erde. Der Schein will den irdischen Wesen Liebe bringen, gütige Gedanken und Trost. Und da ist noch die Sache mit dem Sternenstaub. Aber das kommt später.

Wie kann ich ihnen erklären, dass eine weibliche Energie auf dem Mond wohnt und kein Mann. Wie werden sich die Menschen ändern, wenn sie vom Geheimnis des Wassers erfahren? Oder wie reagieren sie, wenn sie erfahren, dass die Mondgöttin ein Herz voller Liebe für alle Wesen des blauen Planeten hat?

Schon vor langer Zeit fasste sie den Entschluss, den Menschen zu helfen.

Die Mondgöttin möchte so vieles richtigstellen, was falsch verstanden wurde. Sie hat so viel Wichtiges und Neues mitzuteilen. Es würde den notwendigen Wandel in eine neue Dimension auf der Erde unterstützen.

Außerdem ist sie sauer, ja, richtig sauer auf die Bewohner des Blauen Planeten! Wenn die Menschen so weitermachen, ist er nicht mehr blau, sondern grau.

»Das kann nicht mehr lange gut gehen«, murmelt sie vor sich hin.

Lange genug hat sie, die Mondgöttin, geduldig zugeschaut und insgeheim gehofft, dass sich alles zum Guten wendet. Aber nun fühlt sie, dass sie eingreifen muss! Was soll aus den Menschen werden, wenn Ängste die Übermacht gewinnen und die Liebe, die Freude und das Lachen verschwinden? Was soll aus den Menschen werden, wenn das Wasser ungenießbar wird und die Natur zerstört? Besonders die Kinder liegen ihr am Herzen.

Was soll aus ihnen werden, wenn sie lieber in den Computer starren, anstatt mit Freunden zu spielen? »Sie sollten lieber öfters zu mir und zu den Sternen schauen, so dass die Augen wieder zu strahlen beginnen und die Herzen sich öffnen.« Sie denkt laut vor sich hin.

Die Ecke eines frechen Seidentuches, das um ihre Haare flattert, ist schon wieder in ihrem Mund gelandet. Ungeduldig nimmt sie es heraus, als ihr Blick auf ihren alten Seelenfreund und Helfer fällt.

Sie ruft ihn zu sich: »Hallo, lieber Freund, bitte komme zu mir! Ich habe eine großartige Idee!«

Es ist Pegasus, das fliegende Pferd mit den herrlich großen Flügeln und dem violetten weichen Fell.

Es kann mir helfen. Klar. Es wird mir helfen, ein Menschenkind hierher auf den Mond zu bringen, dem ich das notwendige Wissen für die Entwicklung der Erde weitergeben kann. Eine geniale Idee! Das ist es! Warum bin ich nicht schon eher darauf gekommen?

Sie sortiert die Seidentücher und die verschiedenen Volants ihres wunderschönen Kleides, welches ihre Mutter nur für sie genäht hat. Es ist ein ganz Besonderes. Sie nennt es ihr Regenbogenkleid. Es hat unzählige kleine Seidenschals, die wie eine silberne Wolke ständig um sie herumflattern. Ihre Mutter hat es üppig mit glitzernden Perlen und Kristallen bestickt. Sämtliche Farben des Regenbogens leuchten in ihm. Mal schimmert es blau, dann wieder rosa. Zum Kleid gehört ein passendes Stoffsäckchen. In ihm bewahrt sie kostbaren Sternenstaub auf, der weinende Kinder zum Lachen bringt und alle Ängste in der Dunkelheit verjagt … und sogar manchen Herzenswunsch erfüllt.