Einmal und immer wieder - Carly Phillips - E-Book
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Einmal und immer wieder E-Book

Carly Phillips

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Beschreibung

Max Savage steht schon auf Lucy Dare, seit er denken kann. Doch die langjährige Freundschaft mit ihren Brüdern ist ihm zu wichtig, als dass er die Grenze überschreiten würde. Als Lucy auf einer Verlobungsfeier mit einem anderen Mann auftaucht, gefällt es Max gar nicht, wie sie sich verändert hat. Jetzt oder nie: Max weiß schon, wie er Lucy überzeugen kann, dass sie mit dem Falschen zusammen ist – er wird sie verführen, egal was es kostet …

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Seitenzahl: 260

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DAS BUCH

Der Alpha-Mann Max Savage – Milliardär und Geschäftsmann – hatte für Lucy Dare schon Gefühle, seit er denken kann, aber er schätzte seine jahrelange Freundschaft mit ihren Brüdern einfach zu sehr, als dass er jemals diese Grenze überschritten hätte. Als Lucy auf einer Verlobungsfeier am Arm eines anderen Mannes auftaucht, gefallen Max die Veränderungen, die ihm an ihr auffallen, ganz und gar nicht und er schwört sich, diese Frau zu bekommen. Max fällt nur eine Strategie ein, um Lucy davon zu überzeugen, dass sie mit dem falschen Kerl zusammen ist: Er wird sie verführen … ganz egal, was das für Konsequenzen haben wird.

DIE AUTORIN

Carly Phillips hat sich mit ihren romantischen und leidenschaftlichen Geschichten in die Herzen ihrer Leserinnen geschrieben. Sie veröffentlichte bereits über zwanzig Romane und ist inzwischen eine der bekanntesten amerikanischen Schriftstellerinnen. Mit zahlreichen Preisnominierungen ist sie nicht mehr wegzudenken aus den Bestsellerlisten. Ihre Karriere als Anwältin gab sie auf, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Sie lebt mit ihrem Mann und den zwei Töchtern im Staat New York.

CARLY PHILLIPS

Einmal undimmer wieder

Aus dem Amerikanischen vonAnu Katariina Lindemann

WILHELM HEYNE VERLAGMÜNCHEN

Der Inhalt dieses E-Books ist urheberrechtlich geschützt und enthält technische Sicherungsmaßnahmen gegen unbefugte Nutzung. Die Entfernung dieser Sicherung sowie die Nutzung durch unbefugte Verarbeitung, Vervielfältigung, Verbreitung oder öffentliche Zugänglichmachung, insbesondere in elektronischer Form, ist untersagt und kann straf- und zivilrechtliche Sanktionen nach sich ziehen.

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Die Originalausgabe erschien 2015 unter dem TitelDare To Seduce bei CP Publishing.

Copyright © 2015 by Karen Drogin

Copyright © 2017 der deutschsprachigen Ausgabe by Wilhelm Heyne Verlag, München, in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH, Neumarkter Straße 28, 81673 München

Covergestaltung: Nele Schütz Design unter Verwendung von shutterstock (Christos Siatos, Lisa)

Umsetzung eBook: Greiner & Reichel, Köln

ISBN 978-3-641-19463-5V002

www.heyne.de

1

Max Savage blickte über den saftigen grünen Rasen von Gabriel und Isabelle Dares Zuhause in Bedford im Bundesstaat New York. Sein Blick konzentrierte sich auf die sexy Brünette, die er einfach nicht aus seinem Kopf bekommen konnte – Lucy Dare. Sie trug einen konservativen Hosenanzug. Ihr üppiges dunkles Haar hatte sie zu einem Dutt zusammengebunden und sie stand neben ihrer Begleitung – einem Hollywood-Regisseur –, der ein Trottel erster Ordnung war.

Das letzte Mal, als Max Lucy gesehen hatte, hatte sie noch ein wildes und unabhängiges Leben geführt. Aber dann war sie mit diesem Typen zusammengekommen und hatte sich verändert. Und nicht zum Positiven. Er wollte die lustige, sexy Lucy zurück!

»Wie gerne willst du dem Kerl die Fresse einschlagen?«

»Unglaublich gerne«, murmelte Max. Dann blickte er rüber und stellte fest, dass Lucys Bruder, Decklan Dare, die Frage gestellt hatte.

Max schüttelte den Kopf und formulierte seine Antwort um, weil es nicht besonders klug war, seinen besten Freund wissen zu lassen, dass er von dessen kleiner Schwester fast schon besessen war. Er hatte es jahrelang für sich behalten. Zum Teil als Entschuldigung, um zu leugnen, was er wirklich wollte, und außerdem war das hier nicht der richtige Zeitpunkt, um das Thema zur Sprache zu bringen.

»Wen meinst du denn eigentlich?«, fragte Max.

Decklan rollte mit den Augen. »Oh, komm schon! Ich weiß doch, dass du diesen Möchtegern-Spielberg genauso sehr hasst wie wir.«

»Ich kann nicht gerade behaupten, dass er meine erste Wahl für eure Schwester wäre.«

»Das sagt ja echt der Richtige, wenn man bedenkt, dass es deine Schuld ist, dass sie mit ihm zusammen ist!« Decklan beäugte Max mit deutlicher Verärgerung in seinem Blick.

»Wie zur Hölle kommst du denn bitte auf sowas?«, fragte Max.

Decklans älterer Bruder Gabe gesellte sich zu ihnen und dem Ausdruck auf seinem Gesicht nach zu urteilen, hatte er ganz offensichtlich den Schluss ihres Gesprächs mitbekommen.

»Sieh der Tatsache ins Auge, Savage! Wir wissen, dass du was für Lucy übrighast«, meinte Gabe.

Wie die Brüder das herausbekommen hatten, war Max ein Rätsel. Schließlich hatte doch niemand ein besseres Pokerface als er.

Decklan nickte nur zustimmend.

»Du hast deine Chance das letzte Mal, als sie in der Stadt war, verpasst und jetzt ist sie mit diesem Arschloch zusammen«, fügte Gabe hinzu und schaute in die Richtung, in der seine Schwester mit Lucas Kellan stand.

»Na ja … Scheiße!« Max wollte gar nicht leugnen, was scheinbar offensichtlicher war, als er gedacht hatte.

Beide Dare-Brüder schauten ihn mit zusammengekniffenen Augen an und warteten auf eine Erklärung.

»Okay. Ich hätte nicht gedacht, dass ihr es akzeptieren würdet und ich wollte nicht eine jahrelange Freundschaft aufs Spiel setzen, wenn das nicht in Ordnung für euch gewesen wäre!« Er klammerte sich an seiner altbewährten Entschuldigung fest, die er sich viele Jahre lang eingeredet hatte. In Wirklichkeit hatte Max durchaus seine Gründe gehabt, sich so lange von Lucy fernzuhalten und dabei nicht noch mehr, als nur sein eigenes Leben zu vermasseln. Aber es waren seine Gründe und er beabsichtigte nicht, sie mit irgendjemandem zu teilen.

»Die einzige Möglichkeit, wie du Freundschaften aufs Spiel setzen könntest, wäre, wenn du meine Schwester benutzen oder verletzen würdest! Wenn deine Absichten ehrenhaft sind, dann habe ich kein Problem damit!«, meinte Gabe, der Lucy aufgezogen hatte, nachdem ihre Eltern bei einem Autounfall ums Leben gekommen waren.

Max blickte zu Decklan. Sie alle kannten Max’ jüngste Vergangenheit. Er hatte jung geheiratet und seine Ehefrau Cindy bei einem Autounfall verloren. Danach hatte er keine ernste Beziehung mehr geführt. Was Decklan aber nicht wusste, war, dass Max große Schuldgefühle plagten, weil er nicht imstande gewesen war, seiner Frau echte Gefühle entgegenzubringen. Und der Grund dafür war Lucy gewesen. Zur Hölle! Er hatte Cindy geheiratet, obwohl er ihr gegenüber nicht solche intensiven Gefühle hegte, wie es bei Lucy der Fall war. Und jeder hatte seinen Preis dafür bezahlt.

Max bewegte sich unruhig und räusperte sich. Dann schaute er Decklan an, der genauso wie Gabe einen extremen Beschützerinstinkt verspürte, sobald es um ihre kleine Schwester ging. »Gilt das Gleiche für dich? Ist es für dich auch in Ordnung?«, fragte Max.

Sein bester Freund zuckte mit den Achseln. »Na ja, du bist ein Arschloch, aber du bist zumindest unser Arschloch.« Er klopfte Max mit nüchterner Miene leicht auf den Rücken. »Cindy ist vor vier Jahren gestorben und seitdem hast du keine ernste Beziehung mehr gehabt.«

Keiner von ihnen erwähnte Max’ Vorliebe für Sex-Clubs an den Wochenenden. Für ihn war es eine Möglichkeit gewesen, um die Leere in seinem Inneren auszufüllen – nichts weiter.

»Aber Gabe hat recht«, meinte Decklan. »Ich bekomme es doch auch mit, wie du Lucy anschaust. Du solltest etwas dagegen unternehmen, zumindest wenn deine Absichten ehrlich sind!«

Und das waren sie. Jahrelang hatte Max sein Verlangen nach Lucy geleugnet sowie die emotionale Bindung, von der er wusste, dass sie sie hätten, wenn sie einen Schritt weitergehen würden. Bisher hatte er sich jedoch von seiner Furcht lenken lassen. Aber jetzt war er endlich bereit, sich um die Frau zu bemühen, die er immer schon gewollt hatte.

»Vermassel es nur nicht, ansonsten bekommen wir ernsthaft Probleme!«, meinte Decklan vergnügt.

Das musste sich Max nicht zweimal sagen lassen. Er ging über den Rasen, schlängelte sich an den Gästen vorbei und tauchte dann an der Bar auf, an der Lucy mit ihrer Begleitung stand. Bevor Max die beiden unterbrechen konnte, schnappte er noch auf, worüber sie sich gerade unterhielten.

»Ich hoffe, dass wir nicht mehr allzu lange hierbleiben müssen.« Lucas warf einen Blick auf seine protzige goldene Armbanduhr, seine Ungeduld stand ihm ins Gesicht geschrieben. »Ich muss noch ein paar Anrufe erledigen, deshalb würde ich gerne bald wieder zurück ins Hotel fahren.«

Ungläubig riss Lucy die Augen auf. »Aber es ist die Verlobungsfeier meines Bruders! Ich werde bis zum Ende bleiben. Und sogar etwas länger, damit ich noch Zeit mit meiner Familie verbringen kann!«

Lucas fuhr sich mit einer Hand durch sein stylisch geschnittenes blondes Haar. Sah ja ganz danach aus, als ob Lucy einen bevorzugten Typ Mann hätte … Aber nicht, dass Max ernsthaft geglaubt hätte, dass er noch mehr als die Haarfarbe mit dem Regisseur gemeinsam hatte.

»Komm schon, Baby! Du lebst in L. A. und deine Brüder auf der anderen Seite des Landes hier in New York, also wie viel Zeit willst du da denn mit ihnen verbringen? Wir sind bereits eine Stunde hier, da können wir doch ruhig bald wieder gehen«, sagte Lucas und bestätigte damit Max’ Bauchgefühl. Dieser Mann war ein gefühlloser Mistkerl!

Was für ein Arschloch würde sich denn bitte zwischen eine Frau und ihre Familie stellen? Diese Frage ging Max durch den Kopf, während er seine Hände zu Fäusten ballte. Und wie konnte Lucy überhaupt mit diesem Idioten zusammen sein, wenn er nicht einmal nachvollziehen konnte, was ihr ihre Brüder bedeuteten und warum das so war?!

Ihre bezaubernden Augen füllten sich mit Tränen des Zorns und der Enttäuschung. »Dann gehst du eben! Ich will jedenfalls hierbleiben.«

Lucas musterte für einen Moment ihr Gesicht, ganz offensichtlich schätzte er gerade ab, ob sie es tatsächlich ernst meinte. »Na schön, dann bleiben wir noch …« Er klang nicht gerade begeistert, weil er nachgegeben hatte. »Aber ich ziehe mich dann für ein Weilchen in unseren Wagen zurück, um ein paar Anrufe zu machen. Okay?« Bevor sie überhaupt noch antworten konnte, nickte er auch schon. »Okay.« Er besaß auch noch die Frechheit, ihr zuzuzwinkern! Dann lehnte er sich vor und gab ihr einen flüchtigen Kuss auf die Lippen.

Max spannte wieder seine Fäuste an. Ein Teil von ihm war angeekelt, den Mund des anderen Mannes auf ihrem zu sehen, der andere Teil von ihm wusste, dass eine Frau wie Lucy mehr verdient hatte, als nur einen flüchtigen Kuss. Wenn sie seine Freundin wäre, dann würde er seine Lippen mit ihren versiegeln und ihren sinnlichen Mund gründlich verschlingen. Er würde sichergehen, dass seine Zunge die tiefen Winkel ihres Mundes ergründete, sodass sein Geschmack auch noch lange, nachdem sie sich voneinander getrennt hatten, in ihr nachklang. Und er würde auf jeden Fall dafür sorgen, dass er ihre Lippen geschwollen und gut geküsst zurückließe, sodass kein anderer Kerl es wagen würde, sie anzumachen!

Höhlenmensch-Mentalität? Vielleicht. Aber das waren eben die Gefühle, die Lucy Dare in ihm auslöste.

Anstatt zu warten, bis ihr Liebster gegangen war, stiefelte Max zu den beiden und legte einen Arm um ihre Taille. »Hey Prinzessin.« So hatte er sie seit ihrem sechzehnten Geburtstag genannt, als sie den ganzen Tag mit einem Krönchen auf dem Kopf herumgelaufen war. Als sie älter wurde, war der Spitzname geblieben.

»Max! Ich hab dich gar nicht kommen sehen«, sagte sie überrascht.

»Geschäftliches Meeting. Ich war spät dran«, erklärte er.

»Und ich will alles wissen über das neueste Restaurant, das du planst und welchen Koch du welchem wütenden Restaurantbesitzer abwerben konntest.«

Max grinste. Er war begeistert, die Details mit ihr zu teilen. Nur sehr wenige Menschen wussten über seine Pläne Bescheid. Er beabsichtigte, eine Presseerklärung zu schreiben und wollte dann die darauffolgenden Werbeangebote auswählen.

»Du kennst mich gut.« Da ihr Freund gerade damit beschäftigt war, auf sein Telefon zu starren, räusperte sich Max und fragte: »Willst du uns nicht einander vorstellen?«

Lucy lief rot an. »Max Savage, das hier ist …«

»Lucas Kellan«, unterbrach sie ihr Freund und gab Max die Hand. Sein Händedruck war schlaff. »Ich bin Regisseur in Hollywood.«

»Oh? Und ich dachte, du wärst Lucys Freund? Scheint ja so, als ob hier etwas anderes wichtiger wäre.«

»Max«, rügte ihn Lucy. Ganz offensichtlich wollte sie nicht, dass er einen Streit anzettelte.

Lucas schaute Max schief von der Seite an. »Ich bin beides. Ich dachte nur, dass du vielleicht meine Filme gesehen hast …«

Max drehte sich zu Lucy um. »Wir müssen reden!«

»Aber …« Sie blickte zu ihrem Freund.

»Ist schon gut«, meinte Lucas. »Dann bist du nicht allein, während ich arbeite. Verdammt, er kann meinetwegen auch für ein Weilchen meinen Platz bei deiner Familie einnehmen.« Er verabschiedete sich von Max und seine Konzentration kehrte wieder zu seinem Handy zurück.

Entweder war er einfach zu naiv, um zu kapieren, dass Max eine Bedrohung für ihn darstellte, oder es war ihm schlichtweg egal, weil er bereits mit großen Schritten wegging und auf den Ausgang des Gartens zusteuerte.

»Was zur Hölle machst du mit so einem Volltrottel wie dem?« Max konnte einfach nicht anders, als ihr diese Frage zu stellen.

Lucy wirbelte zu ihm herum. Ihre Wangen waren vor lauter Verlegenheit gerötet. »Er steckt mitten in einer großen Sache, die total stressig ist und …«

»Entschuldige dich nicht für ihn!«

Sie verschränkte ihre Arme vor der Brust, und obwohl sie kein Dekolleté zeigte, zog die Bewegung das seidene Material über ihre vollen Brüste und ließ feste, harte Nippel erkennen. Max’ Schwanz rührte sich augenblicklich, und er verlagerte sein Körpergewicht, um das plötzliche Unbehagen abzuschwächen.

Sie bemerkte seinen Blick und runzelte die Stirn. »Hör auf, mir auf die Titten zu glotzen, du Perversling!« Dazu rollte sie mit den Augen, um ihrer Bemerkung noch zusätzlich Nachdruck zu verleihen.

Bei ihrer Reaktion schüttelte er den Kopf. Wenn er im Paradis wäre, dem BDSM-Club in Manhattan, den er regelmäßig besuchte, dann würde er sie jetzt übers Knie legen und ihr ordentlich den Hintern versohlen. Das war ein weiterer Grund, warum er ihr in letzter Zeit aus dem Weg gegangen war. In den Jahren nach seiner Heirat hatte er besondere Vorlieben bei sich entdeckt. Und als er Lucy dabei beobachtete, wie sie langsam erwachsen wurde, hatte er gespürt, dass sie gut zu ihm passen würde. Wenn sie sich trafen, gab sie ihm ordentlich Kontra, aber sein Bauchgefühl verriet ihm, dass sie sich, wenn er ihr erst einmal zeigte, wie gut sie zusammenpassen würden, ihm im Schlafzimmer artig fügen würde. Zur Hölle, wenn er Lucy hätte, dann würden ihn Dominierung oder Unterwerfung gar nicht mehr interessieren! Diese Dinge hatten ihm ein Gefühl von Kontrolle verliehen, als sich sein Leben so angefühlt hatte, als wäre es völlig aus dem Ruder gelaufen. Alles, was er mit Lucy brauchte, war wirklich guter, heißer Sex.

Er streckte seine Hand nach ihr aus und umfasste ihr Kinn, hob es an, bis sie in seine Augen blickte. »Gib es zu! Du magst doch die Art, wie ich dich anschaue.«

Sie blinzelte ihn sprachlos und überrascht an, weil er sich plötzlich komplett anders als sonst verhielt. Sie hatten sich immer schon gezankt … und hatten dabei die tiefer liegende, sexuelle Spannung, die zwischen ihnen brodelte, ignoriert, was oft dazu geführt hatte, dass sie sich wegen nichts und wieder nichts kabbelten. Aber dieses Mal war es anders. Er beabsichtigte, dieser sexuellen Spannung direkt die Stirn zu bieten.

»Komm mit mir.« Er griff nach ihrem Handgelenk und zog daran.

Zunächst leistete sie noch Widerstand, gab dann aber schließlich nach, folgte ihm über den Rasen und um die Ecke des Hauses im Kolonialstil, wo sie allein sein konnten. Bei einer großen Zypresse, die vermutlich älter als das Haus war, hielt er an und zog sie hinter den Baumstamm.

»Max, ich denke nicht, dass das hier eine besonders gute Idee ist.«

Er drehte sie um, bis ihr Rücken gegen den Stamm gelehnt war und trat ganz dicht an sie heran. Ihr wunderbarer Geruch umgab ihn – eine Mischung aus Pfirsichen und noch irgendetwas anderem. Sein Magen schnürte sich zusammen, während sein Schwanz noch stärker anschwoll.

Aber zum ersten Mal kämpfte er nicht mehr dagegen an, was er für sie empfand und was er brauchte.

»Ich denke, es ist die allerbeste Idee überhaupt!«

Ihre Wangen erröteten zu einem gesunden Rosa, ihre Augen leuchteten vor Verwirrung. »Ich verstehe nicht …«

Er hob seine Hände und vergrub sie in ihrem Haar, löste die biedere Hochsteckfrisur, die sie normalerweise nicht tragen würde, wenn es da nicht ihren Arschloch-Freund gäbe, und zupfte mit seinen Fingern durch die langen Strähnen.

»Max!«

Sie hob ihre Hände, um ihre Frisur wieder in Ordnung zu bringen, aber er schnappte sich ihre Handgelenke und drängte sie noch dichter gegen den Baumstamm. Er schmiegte sich entschieden an ihren weichen Körper. Seine Erektion ließ sich zwischen ihren Schenkeln nieder – heiß und hart, winselte nach Erleichterung und Erlösung. Es konnte ihr auf keinen Fall entgangen sein, wie sehr er sie wollte.

Sie begegnete seinem Blick. Ihre Augen hatte sie vor Überraschung weit aufgerissen und das Verlangen ließ sie dunkler werden.

»Beantworte meine Frage, Lucy! Was ist das zwischen dir und diesem Kerl?«

»Oh mein Gott, Lucas!«, entfuhr es ihr. Anscheinend hatte sie den Mann komplett vergessen, und jetzt bewegte sie sich in dem vergeblichen Versuch, sich zu befreien.

Aber Max hielt sie fest.

»Ich sollte gar nicht mit dir hier sein«, meinte sie, aber das Feuer in ihren Augen passte nicht zu ihren Worten.

»Du solltest definitiv mit mir hier sein! Damit du spüren kannst, was wir zusammen haben könnten, dann einen genauen Blick auf deine sogenannte Beziehung wirfst und etwas dagegen unternimmst!«

Lucy hörte seine Worte und versuchte, gegen die unmissverständliche Reaktion ihres Körpers anzukämpfen. Sie geriet in Panik, versuchte sich ein weiteres Mal aus seinem Griff herauszuwinden, aber Max’ starker, harter Körper hielt sie fest.

Sein Sandelholz-Geruch umhüllte sie und ließ Stellen in ihrem Körper nachgeben, die schon viel zu lange ignoriert worden waren. Ihre Brustwarzen waren fest und hart und stießen durch ihre Seidenbluse, ihre Muschi pochte vor ungewohntem Verlangen. Das hier war doch Max! Und ja, sie war jahrelang in ihn verschossen gewesen, aber das war schon ewig her, und sie hatte akzeptieren müssen, dass er sie nicht auf diese Art sah.

Zur Hölle, er hatte eine andere geheiratet, als sie dreiundzwanzig gewesen war, und damals wäre sie dermaßen bereit für ihn gewesen, dass sie einfach alles getan hätte, um ihn zu bekommen. Seine Verlobung war wie ein Schlag ins Gesicht gewesen und hatte ihr bereits verletztes Herz noch heftiger getroffen, als sie es je für möglich gehalten hätte. Erst hatte sie ihre Eltern verloren und sich dann dämlichen Für-immer-und-ewig-Träumen mit Max Savage hingegeben. Er mochte es vielleicht nicht gewusst haben, aber als er eine andere Frau heiratete, war Lucy am Boden zerstört gewesen.

Also klammerte sie sich an einen anderen Traum und übernahm die Leitung für die Inneneinrichtung der familieneigenen Clubs und zog nach Kalifornien. Sie war nicht nur wegen Max’ Hochzeit nicht nach Hause gekommen, aber als sie die Einladung sah, entschied sie sich, für immer in L. A. zu bleiben. Sie hatte bereits genug Verluste und Schmerz erlebt, dass es für ein ganzes Leben gereicht hätte. Ihre Brüder machten mit ihren Leben weiter, fanden gute Frauen, die sie liebten, und Lucy wusste, dass sie hier nicht mehr länger gebraucht wurde.

Als sie Max verlor – wenngleich sie ihn eigentlich ja nie wirklich gehabt hatte –, zwang sie sich dazu, taffer zu werden. Sie suchte sich nur noch Männer aus, bei denen nicht die Gefahr bestand, sich Hals über Kopf in sie zu verlieben. Männer, bei denen es sie nicht enttäuschen würde, wenn es vorbei war. Sie hatte sich dazu gezwungen, zu der Beerdigung von Max’ Frau zurück nach Hause zu kommen. Denn sie verstand schließlich nur zu gut, wie sich Kummer und Verlust anfühlten.

Das war bereits vier lange Jahre her. Seitdem waren sie wieder zu ihren geschwisterähnlichen Zankereien zurückgekehrt. Bei ihrem letzten Besuch zu Hause hatte sie sich sogar gefragt, ob das ständige Rumgezanke nicht vielleicht nur Mittel zum Zweck war, um die sexuelle Spannung zwischen ihnen zu vertuschen, aber dann hatte sie den Gedanken ganz tief und ganz weit weggeschoben und sich gesagt, dass sie verrückt sei. Er hatte nie irgendwelche Anspielungen gemacht, dass er über sie in dieser Weise denken würde.

Bis jetzt.

Als sein wie gemeißelter, muskulöser Körper sie gegen den Baum drückte und ihr Körper vor Verlangen vibrierte, stand sie kurz davor, ihre Hüften an seinen Körper zu drücken und sich schamlos an seiner dicken, harten Erektion zu reiben; und sich das zu nehmen, was sie brauchte, bis sie schreiend kam und die anderen Partygäste sie umzingeln würden, um herauszufinden, was da vor sich ging.

Aber sie konnte diese Grenze nicht überschreiten. Unter den gegebenen Umständen hatten sie eine komplizierte Beziehung – mit einer Tiefe an Emotionen und Zuwendung, die sie noch nie zuvor für einen anderen Mann empfunden hatte. Und das machte ihn gefährlich für ihr mentales und emotionales Gleichgewicht.

Sie kratzte all ihre Stärke zusammen und begegnete seinem Blick. »Was ist los, Max? Du siehst mich mit einem anderen Mann und bist ganz plötzlich eifersüchtig?«

Sein dunkelblondes Haar fiel über seine Stirn, und sie ballte ihre Hände zu Fäusten, widerstand dem Drang, sein Haar zurückzustreichen. Zur Hölle, es war ja nicht nur sein Haar, das sie anfassen wollte …

»Bin ich eifersüchtig?« Er zuckte mit den Achseln. »Nur, weil du hier mit ihm aufgekreuzt bist. Allerdings mache ich mir keine großen Gedanken, dass du auch mit ihm zusammenbleiben wirst.«

Die festen und angespannten Sehnen an seinem Hals waren deutlich zu erkennen, und sie kaufte ihm seinen Versuch, lässig rüberkommen zu wollen, einfach nicht ab. »Das ist eine ganz schön dreiste Bemerkung!«

Er ließ ein tiefes, polterndes Lachen ertönen, das sie in ihrem ganzen Körper spürte. »Er weiß dich nicht für das zu schätzen, das dich ausmacht, Prinzessin.«

»Woher willst du das denn wissen?«, fragte sie empört. Obwohl ein Teil von ihr wusste, dass er recht hatte, war Max dennoch nicht in der Position, um über sie oder ihre Männerwahl zu urteilen.

»Lass uns erst mal hiermit anfangen.« Er glitt mit einem Finger ihre Seidenbluse hinunter, brachte ihre bereits festen Nippel dazu, sich sogar noch deutlicher unter ihrer Bluse abzuzeichnen. »Obwohl dir dieser weiche Stoff gut steht, magst du doch normalerweise lieber farbigere, leuchtende Klamotten, die eng anliegen und viel mehr von diesem wunderbaren Körper zeigen.«

Er knöpfte ihre Bluse auf, Knopf für Knopf, bis sie freier atmen konnte und ihr Dekolleté entblößt war.

Ihr Atem stockte, und ihr fiel nichts mehr ein, was sie entgegnen könnte. Sie beobachtete bloß seine großen Hände, die so nah an ihrer Haut waren.

»Du trägst auch lieber ein großes, ausdrucksstarkes Schmuckstück um deinen Hals oder zeigst deine sexy gebräunte Haut. Mr. Stockkonservativ hat vermutlich seine eigenen Wünsche, wenngleich ich auch nicht verstehe, warum er dein Licht unter den Scheffel stellen will«, meinte er, während seine aufgerauten Fingerkuppen über ihre Haut strichen.

Ihre Beine knickten ein, aber Max’ Körpergewicht stützte sie.

Dennoch hielt sie sich an ihrem rationalen Denken fest. »Urteile nicht über Lucas! Er muss ein bestimmtes Image repräsentieren, wenn er sich an Leute wendet, die ihm Geld für seine Filme geben sollen.«

»Dann lass ihn eine Frau finden, die genauso tickt wie er. Nicht eine, die er verändern muss. Ich würde dich jedenfalls nicht darum bitten, dich für mich zu ändern.« Er legte seine Hände in ihren Nacken und ein leises, lüsternes Stöhnen entwich ihren Lippen.

»Max«, flüsterte sie.

»Was?«

Tu das nicht. Die Worte blieben ihr im Hals stecken, weil ihr Körper und ein verräterischer, emotionaler, hemmungsloser Teil von ihr wollte, dass sein Mund ihren verschlang, dass seine talentierten Hände über ihre Brüste, ihre Nippel und in ihre Muschi glitten. Sie begehrte ihn und das hatte sie schon seit Jahren getan.

»Warum jetzt?«, fragte sie in einem schwachen Versuch, das Unausweichliche aufzuhalten.

»Weil es höchste Zeit wurde.« Er strich mit seinem Daumen über ihre feuchten Lippen, bevor er sie küsste.

Sie erwiderte seinen Kuss mit einem zustimmenden Stöhnen. Seine Lippen fühlten sich fest an, bewegten sich mit Entschlossenheit und einem Anstand, mit dem sie nicht gerechnet hätte. Seine Zunge glitt vor und zurück, drängte sie dazu, ihren Mund zu öffnen und seine Zunge hineinzulassen. Ein weiteres Lecken und sie öffnete ihre Lippen. Tastend und langsam drang seine Zunge in sie, bevor ihn die Lust überkam.

Jedes Lecken, jede Berührung hallten in ihr nach. Ihr Körper fühlte sich lebendig an und kribbelte in einer Weise, wie sie es noch nie zuvor erlebt hatte. Seine Hände wanderten in ihren Nacken, dann schob er seine Finger in ihr Haar. Er löste ihren Dutt vollständig, den sie sich zuvor so gewissenhaft gemacht hatte. Ihr Haar fiel ihr über den Rücken, und er stöhnte, fuhr ihr mit den Fingern durch die Haare und zupfte an den Strähnen, was ein plötzliches, wunderbares Pochen zwischen ihren Schenkeln auslöste. Ein lüsternes Stöhnen entschlüpfte ihr aus dem hinteren Teil ihrer Kehle.

»Gefällt dir das?«, fragte er und zog an ihrem Haar.

Sie schob ihre Hüften gegen seine, was einem Nicken oder einem Ja gleichkam.

»Verdammt!« Er neigte ihren Kopf, um einen besseren, tieferen Zugang zu bekommen, und küsste sie dann lang und heftig. Ein tiefes Stöhnen des Wohlgefallens löste sich aus den Tiefen seiner Brust.

Er eroberte ihren Mund, und sie erlaubte ihm, sich das zu nehmen, was er wollte. Gegenseitiges Verlangen flammte zwischen ihnen auf, der Kuss geriet außer Kontrolle. Sie hatte den Widerstand in der Sekunde aufgegeben, als sein Mund ihren berührt hatte, und nun fuhr sie mit ihren Händen durch sein seidiges Haar und hielt sich daran fest, während er sie förmlich verschlang. Zähne stießen gegeneinander, Zungen vereinten sich und ihre Brüste rieben gegen sein Hemd. Ihre empfindlichen Nippel suchten nach der kleinsten Entspannung, die sie finden konnte.

Jede Fantasie, die Lucy über die Jahre hinweg von Max gehabt hatte, entsprach nicht der Realität. Das hier war ja so viel besser! Kein Mann hatte sie jemals zuvor auf diese Weise geküsst, so als ob er ohne ihren Geschmack und ohne sie nicht leben könnte.

Sie war dermaßen versunken in seinem Geschmack und in ihrem Verlangen, dass sie nicht darauf vorbereitet war, als er plötzlich den Kuss unterbrach. Sie schnappte nach Luft. Irgendwie hatte sie durch ihn, mit ihm geatmet. Er hielt sie immer noch, behutsamer als zuvor. Sein Oberkörper gab ihr Halt, seine Arme hatte er an den Seiten ihres Kopfes abgestützt.

Seine Augen leuchteten strahlend vor Verlangen und – sofern sie sich nicht irrte – mit mehr als nur einem Hauch der Befriedigung darin … und das machte sie nervös.

»Jetzt verrate es mir. Hat dir schon mal irgendjemand anderes so ein Gefühl gegeben?«, fragte er.

Seine Worte brachten sie zurück in die Realität und Schrecken überkam sie. Sie hatte Max so leicht nachgegeben, als ob Lucas ihr überhaupt nichts bedeuten würde. Was aber nicht der Wahrheit entsprach!

Sie und Lucas führten eine angenehme Beziehung. Er war jemand, mit dem man reden oder zusammen essen gehen konnte, und ab und zu – wenn sie in der Stimmung waren – war auch der Sex wirklich gut. Das war alles, was sie wollte. Schließlich wollte sie nicht am Boden zerstört sein, wenn die Beziehung zu Ende ging. Und das taten sie alle irgendwann.

»War es das, worum es dir ging, Max? Dir etwas beweisen? Dass die Chemie zwischen uns stimmt? Bravo! Du hast bewiesen, dass du mich verführen kannst, wenn du es darauf anlegst.« Sie legte ihre Hände auf seine Schultern und schob ihn weg.

»Es ging mir nicht darum, irgendetwas zu beweisen! Hier ging es darum, dir zu zeigen, was wir miteinander haben könnten! Du warst nicht bereit, mir zuzuhören, deshalb musste ich zur Tat schreiten!«

»Na ja, und damit hast du mich in eine furchtbare Situation gebracht.«

»Ich will doch nur, dass du einmal nachdenkst! Wenn du ganz ehrlich bist, gibt es nur ein einziges Fazit, auf das du kommen kannst. Gib uns eine Chance!«

Sie starrte ihn an, als ob er den Verstand verloren hätte. Aber vielleicht ließ sie ja auch ihr Gehörsinn im Stich. »Spinnst du? Wo warst du denn in den letzten Jahren?« Entsetzen machte sich in ihr breit, als ihr bewusst wurde, was sie da gerade eben zugegeben hatte.

Zitternd drehte sie sich weg und rannte zum Haus, rückte dabei ihren Hosenanzug zurecht. Sie sah schrecklich aus. Ihr Haar hing wirr herunter, ihre Lippen waren geschwollen und ihre Klamotten unordentlich. Sie musste irgendwie unbemerkt ins Haus schleichen, wenn sie sich wieder zurechtmachen und den Beweis ihres Treuebruchs geheim halten wollte. Für Isabelle wäre es völlig in Ordnung, wenn Lucy ihre Sachen benutzte, also würde sie zum Hauptschlafzimmer eilen und sich dort einschließen. Hoffentlich sah sie keiner, wenn sie von der Vorderseite des Hauses hereinkam und damit den Partygästen, die sich im hinteren Bereich des Hauses aufhielten, aus dem Weg ging.

Also schlüpfte sie durch den Haupteingang und huschte zur Treppe. Im Badezimmer angekommen, schloss sie sich ein. Endlich allein, seufzte sie erleichtert und hielt sich an der Marmorplatte fest. Max Savage hatte sie gerade geküsst! Am helllichten Tag hatte er mit ihr rumgemacht, und sie hatte es auch noch zugelassen! Und er war derjenige gewesen, der den Kuss beendet hatte und nicht sie!

Lucy war in ihren Beziehungen nie fremdgegangen, also was hatte sie sich nur dabei gedacht? Sie schüttelte den Kopf, denn sie kannte die Antwort. Sie hatte überhaupt nicht nachgedacht. Es hatte durchaus Zeiten gegeben, in denen sie für Max bereit gewesen wäre. Als sie sich noch an Fantasien an den sexy Max Savage von früher festgeklammert hatte, der diese bernsteinfarbenen Augen auf sie richtete und Anspruch auf sie erhob. Aber dann hatte er sich verliebt und geheiratet und damit jegliche dummen Träume, dass er sie vor der brutalen Welt beschützen würde, im Keim erstickt.

Stattdessen hatte er ihr sogar noch mehr Kummer bereitet.

Also war sie erwachsen geworden und hatte Sicherheit in der Unabhängigkeit und in der Distanz gefunden. Sie hatte das College abgeschlossen, war nach Kalifornien gezogen, hatte dabei geholfen, die familieneigenen Clubs, die ihr Bruder Gabe führte, einzurichten. Indem sie an der Westküste lebte, konnte sie die Geschehnisse aus der Distanz beobachten und Gabe und Decklan aus der Ferne gernhaben. So konnte sie sich selbst und ihr Herz schützen … sollte ihnen irgendetwas Tragisches widerfahren, so wie es bei ihren Eltern der Fall gewesen war. Weit weg zu wohnen, hatte sie auch auf den Tag vorbereitet, wenn ihre Brüder ihre eigenen Familien gründeten … und das hatten sie schließlich auch getan. Sie konnte aus der Ferne lieben. Das war einfach sicherer.

Lucas war eine Entscheidung ohne Risiko gewesen. Sie wusste, dass ihre Brüder ihn nicht ausstehen konnten, aber sie verstanden ihn auch nicht. Lucas war immer in seine Arbeit eingespannt und normalerweise gedankenverloren – an welchem Film er gerade auch arbeiten mochte – und das war eigentlich immer der Fall. Das ließ ihn kurz angebunden und gleichgültig erscheinen. Aber waren ihre Brüder nicht auch voll und ganz mit ihrer Arbeit beschäftigt? Gabe betrieb ein Nachtclub-Imperium und Decklan war zum Kriminalpolizisten befördert worden … aber ihre Frauen kamen dennoch immer an erster Stelle. Lucy hatte Lucas eindringlich bitten müssen, damit er überhaupt mit ihr zu der Verlobung ihres Bruders nach New York kam, und er hatte bisher noch nicht zugestimmt, sie auch nach Eden zu der Hochzeit zu begleiten. Trotzdem war er ja jetzt hier …

Und er würde diese unordentliche Version von ihr nicht akzeptieren. In Hollywood war das Erscheinungsbild extrem wichtig, und sie redete sich ein, dass es sie nicht störte, eine Rolle zu spielen und sich so zu kleiden, wie er es mochte, und nicht so, wie es ihre Familie von ihr gewöhnt war. Während sie ihre Bluse mit zitternden Händen glattstrich, stellte sie fest, wie gut Max doch wusste, was ihr gefiel und dass er der echten Lucy Dare den Vorzug gab.

Sie biss sich auf die Unterlippe, musste sich selbst daran erinnern, dass es völlig gleichgültig war, was Max