Eis Und Feuer - Christopher Bunn - E-Book
Beschreibung

Eine Geschichte von Rubinen, Schatten und LiebeAls die Bergleute des Königs tief unter den Bergen einen merkwürdigen Rubin entdecken, der mit Feuer angefüllt ist, ist der König außer sich vor Freude. Aber es gibt (natürlich) ein Problem dabei. Das Juwel gehört den Schatten, die in der Mine wohnen. Doch der König tut alles, um den Rubin in seine gierigen Finger zu bekommen, selbst wenn es eine Katastrophe für das Königreich bedeutet. Der Sohn des Oberbergmanns, Peter Snow, muss als Retter eingreifen.Eis Und Feuer ist nur eine kurze Geschichte, aber es ist alles drin: eine hitzköpfige Prinzessin, eine außergewöhnlich weise Köchin, und eine Handvoll Frösche aus dem Burggraben.

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Seitenzahl:31

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Sammlungen



Christopher Bunn

Eis und Feuer

––––––––

übersetzt von Kay-Viktor Stegemann  

“Eis und Feuer”

von Christopher Bunn

Copyright © 2016 Christopher Bunn

Alle Rechte vorbehalten

Herausgegeben von Babelcube, Inc.

www.babelcube.com

Übersetzt von Kay-Viktor Stegemann

“Babelcube Books” und “Babelcube” sind Schutzmarken der Babelcube Inc.

Inhaltsverzeichnis

Titelseite

Copyright-Seite

EIS UND FEUER

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EIS UND FEUER

Eine Geschichte von Rubinen, Schatten und Liebe

Von Christopher Bunn

Für all jene, die nie das Königreich Lune besucht haben.

Es war einmal, da wurde ein kleines Mädchen geboren. Sie hieß Matilda und sie war eine Prinzessin. Matilda war das einzige Kind des Königs und der Königin von Lune. Und wenn du in Erdkunde aufgepasst hast, dann weißt du, dass Lune ein kleines Königreich war, das einige Tagereisen westlich von dem allerwestlichsten Punkt lag, den du in deinem Atlas finden kannst. Du weißt dann auch, dass die wichtigste Einnahmequelle des Landes die Rubine waren, die dort geschürft wurden. Sie waren von einem herrlichen Rot und brachten hervorragende Preise. In den Minen wurden auch Smaragde und Amethyste abgebaut, aber verglichen mit den Rubinen waren diese von geringem Wert, und man verwendete sie als Türstopper, Briefbeschwerer oder als Kinderspielzeug.

Matilda besaß viele solche Spielzeuge, aber sie beachtete sie gar nicht und ging lieber anderen Beschäftigungen nach. Sie liebte es, zu glucksen und einzelne Sonnenstrahlen zu betrachten. Es machte ihr Spaß, Haferflocken von ihrem Kinderstuhl herunterzuwerfen. Sie hatte Freude daran, auf Möbeln herumzukauen oder auf der feinsten Spitze der Königin oder auf den Ohren der Jagdhunde, die dem König gehörten und Kummer gewohnt waren. Aber wie es mit Babys nun mal so ist, wenn man ihnen genug Zeit lässt, so war es auch mit Matilda: sie wuchs zu einem kleinen Mädchen heran.

Sie freundete sich mit den Jagdhunden an, nachdem diese ihr verziehen hatten, ihr bester Freund aber wurde Peter, der einzige Sohn von Jim Snow, dem Oberbergmann des Königs.

„Ich wünschte, sie würde mit anderen Kindern spielen“, sagte die Königin. „Passenderen Kindern. Kindern, die sich regelmäßig hinter den Ohren waschen.“

„Du bist wirklich ein Snob, meine Liebe“, sagte der König.

„Und wenn wir Jim Snow nun zum Grafen erheben würden?“

„Wenn dich das glücklich macht“, meinte der König.

Die Königin verlieh Jim Snow einen Grafentitel. Sie gab ihm eine purpurne Seidenschärpe, die er tragen sollte, wenn er zum Abendessen in die Burg kam. Er stapfte nach Hause, weil es dort gekochte Kartoffeln zum Mittagessen gab. Er versäumte es, seiner Frau von ihrem kürzlichen sozialen Aufstieg zu erzählen, stopfte die Seidenschärpe in seine Sockenschublade und vergaß sie gleich darauf. Seine Frau fand die Schärpe ein paar Wochen später, und ich fürchte, sie benutzte sie, um ihr Geschirr abzutrocknen.

Matilda kümmerte sich nicht um solche Sachen. Sie interessierte sich mehr dafür, mit Peter im Burggraben Frösche zu fangen. Die Frösche waren hellgrün und wollten überhaupt nicht gefangen werden. Das war ein toller Zeitvertreib für alle Beteiligten. Die Jagdhunde aus der Burg schlurften am Burggraben entlang und sprangen ab und zu hinein. Sie schnappten mit ihren schmierigen Mäulern nach den Fröschen, schluckten aber nichts weiter als Wasser. Für die Jagdhunde sahen die Frösche wie eine leckere Mahlzeit aus. Was die Frösche dachten, ist leider nicht im Geringsten druckreif.

Frösche jagen ist harte Arbeit und machte die Kinder hungrig. Nach einem Nachmittag im Burggraben landeten sie immer in der Burgküche. Die Köchin gab ihnen Brot und Käse, und wenn sie guter Laune war, auch eine Scheibe Wurst. Sie war älter als jeder andere Mensch im Königreich, und deshalb auch weiser als jeder andere. Die Kinder interessierten sich allerdings mehr für Brot und Käse als für Weisheit.