Engel des Todes spinnen ihr Netz.... - P.W.J. Licht - E-Book

Engel des Todes spinnen ihr Netz.... E-Book

P.W.J. Licht

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Beschreibung

Ehemänner sterben vermittels ihrer diabolischen Ehefrauen.Unfreiwilliger Seetod zweier Männer auf der Fähre.Ein charmanter Konsul im Glück, entgeht seinem Schicksal.Anlagenbetrüger wird zum Betrogenen.Vom Weib Verblendeter nimmt unfreiwillig tödliches Bad im Main.Bühnengerechtes dramatisches Ende der Engel des Todes.

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Seitenzahl: 105

Veröffentlichungsjahr: 2019

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In den 1950iger Jahren bahnen sich in der Märchenstadt im Kinzigtal Schandtaten an.

An einem schönen Sonnentag, ein früher Nachmittag, steuert der Amtsrichter Eduard Wetzleben selbstgenügsam, sein Auto in das beschauliche Villenviertel am Stadtrand im Kinzigtal an.

Bereits am Morgen glänzte die Sonne für ihn, als er zum letzten Arbeitstag ins Gericht fuhr.

Heute erreicht er die verdiente Pension und hat noch zwei letzte, für ihn gerechte, Urteile gesprochen. Das stand von vornherein fest.

Nur wenige Autos sind unterwegs.

Er biegt schwungvoll in die Allee zu seinem Haus ein.

Noch ein paar hundert Meter bis zur Baumlücke und er ist zu Hause.

Sieht bereits die Baumlücke. Ja damals, schmunzelt er.

Er hatte die Nichtbepflanzung vor seinem Haus auf der Straßenseite durchgesetzt. Nur gegenüber sollten Bäume gepflanzt werden dürfen. Denn das Herbstlaub würde ihm lediglich Mehrarbeit bringen. Das wollte er nicht.

Aber, für was hat man Beziehungen.

Aha, die Nachbarin von gegenüber steht am Hoftor, winkt zu ihm. Sie ist vor kurzem Witwe geworden, eine attraktive Frau.

Aha, die Einfahrt ist schon geöffnet. Anders habe ich es auch nicht erwartet. Clodhilde, seine Gattin hat es geöffnet, auch das Garagentor. Recht so.

Der Richter, nun außer Diensten, ist einer der wenigen Autobesitzer in dem gepflegten Villenviertel.

Er bremst ab.

Vor der Garage kommt der Wagen zum Halt. Zufrieden um sich blickend, steigt er mit dem Hut auf dem Kopf aus.

Hebt kurz den Hut als freundlichen Gruß zur Nachbarin.

Die winkt dem Richter mit Respekt gefällig zurück. Behaglich schaut er sich auf der Einfahrt um. Meine Zuhause, es ist alles so, wie er sich das vorgestellt hat.

Es ist erreicht, sein Dienst ist beendet .

Der blühende Busch neben der Einfahrt fällt in sein Auge.

Der freie Blick zur Straße an der Ausfahrt fehlt, das missfällt mir sehr. Clodhilde habe ich es oft in Auftrag gegeben und sie sollte den endlich in Form schneiden.

Ich werde es ihr nochmals anmerken.

Nicht alles ist vollkommen im Leben. Aber manches kann man ändern, seufzt er.

Aha, die Eingangstür ist schon geöffnet für ihn, das ist löblich.

35 Jahre hat die Gattin mir treu gedient, jetzt gehen wir gemeinsam in den Ruhestand.

Clodhilde hat ihn, wie immer, längst erwartet.

Adrett steht sie zum Empfang in gestärkter, weißer Schürze, dienstwillig bereit.

Die lederne Aktenmappe unter dem Arm geklemmt, eilt er zur Haustür und überreicht ihr die Mappe.

Sie küsst ihm die Wange, die er gefällig hinhält.

Der Kuss, immer das gleiche Ritual, denkt sie.

„Hattest du heute einen schweren Tag im Amtsgericht, mein geliebter Edu?“.

„Wie immer meine Hilde und ich habe, zum letzten Mal, gutes Recht gesprochen.

Was gibt es heute zu speisen?“.

„Königsberger Klopse, deine Lieblingsspeise und vorher ein Süppchen“.

„Recht so, fein und nach gemeinsamer Mittagsruhe werden wir am Balkon die Dachrinne reinigen. Stehen bereits die Stehleiter, Besen, der Eimer bereit, liebe Hilde? Da du ja nicht schwindelfrei bist, muss ja ich diese Arbeit mit deiner Mithilfe tätigen“.

Clodhilde legt die Aktenmappe auf das Flurschränkchen, geht in die Küche.

Behaglich setzt sich der Richter, nun außer Diensten, an den gepflegt gedeckten Mittagstisch und legt sich die Stoffserviette um. Alles sauber und ordentlich, auf meine Hilde ist Verlass.

Clodhilde in der Küche ist bedrückt, will es ihm aber nicht anmerken lassen.

Sie stöhnt leise auf.

Nun hat sie Edu den ganzen Tag im Haus, immer um sich. Was wird es geben?

Schon lange hadert sie mit ihrem Schicksal, obwohl sie gut versorgt ist.

Mutter hatte damals zur Hochzeit mit ihm geraten.

„Da bist du gut versorgt“, meinte sie und Clodhilde verzichtete auf das „von“ aus ihrem Mädchennamen Prentzberg.

Sie heiratete den Namen Wetzleben.

Ihre Ehe blieb kinderlos, er wollte keine.

Wenn sie das alles vorher gewusst hätte!

So lebt sie eben mit dem akkuraten, selbstgefälligen Pedanten zusammen, gut versorgt im goldenen Käfig.

Wenn es doch nur eine Gelegenheit zur Trennung von dem Mann käme, sie ihr Leben selbst einrichten könnte.

Wie das der Nachbarin Frau Müller, schräg gegenüber. Ihr Mann war plötzlich gestorben.

Nein, sie wünschte ihm nicht den Tod, aber mehr Anerkennung und Freizügigkeit von ihm.

Da fällt ihr wieder ein, sie hatte vor dem überraschenden Tod des Nachbarn etwas bemerkt! Sie denkt nach.

Aber was? Es fällt ihr nicht ein.

Eine Eingebung sagt ihr, etwas stimmte seinerzeit nicht mit dem plötzlichen Tod von dem Herrn Müller.

Er war doch gesund!

Sein ungeduldiger Ruf unterbricht ihre grüblerischen Gedanken.

„Clodhilde, wo bleibt die Suppe?“.

Denn wenn er sie mit Clodhilde anredete, ist er ungehalten.

„Ich komme sogleich Edu“, säuselt sie aus der Küche.

Nach der, für sie erzwungen Mittagsruhe, denn die musste stets eingehalten werden, stehen beide auf dem Balkon.

Die Holzstehleiter hatte sie bereits am Vormittag aufgestellt, der Handbesen mit Eimer liegt ordentlich daneben.

„Bist du soweit? Ich gehe jetzt auf die Leiter. Halte sie an“.

Hilde ergreift den Leiterholm links und rechts mit beiden Händen. Bedächtig steigt der Richter a.D. auf den Sprossen hoch.

Sein Kopf ragt nun über der Dachrinne und kann so hinein schauen.

„Es ist recht schmutzig, man reiche mir den Feger und den Eimer“.

„Sogleich Edu“ und lässt die Holme der Leiter los.

Clodhilde muss, um beides aufzunehmen, sich zum

Eimer und Handfeger etwas drehen und bücken.

Durch eine ungeschickte Drehung beim Bücken, streift ihr Popo unabsichtlich einen Holm der Leiter.

Die Holzstehleiter wackelt dadurch, der Richter a.D.

versucht mit den Händen an der Dachrinne, die Balance zu halten, um will die Leiter stabilisieren. Wie dem auch sei, es gelingt nicht, sie kippelt noch mehr.

Mit einer schnellen Reaktion und hält sich an der Dachrinne fest.

Schreit wütend nach unten zur Gattin.

„Du Dusseltier, halte die Leiter fest“.

Aber der Leiter wird das Geschaukel dann doch zu viel.

Sie legt sich und kippt vollends schräg auf die Brüstung vom Balkon.

Der Richter a.D. hängt an der Rinne nun voll in der Luft und zappelt mit den Beinen.

In Bruchteilen von Sekunden erfasst Clodhilde ihre Chance und erkennt seine Notlage.

Bei einer weiteren Drehung des Oberkörpers, macht sie noch einen Hüftschwung gegen den Holm. Die Leiter fällt, mit dem Gewicht und der Schwerkraft versehen, über die Brüstung und knallt auf das einige Meter tiefer liegende Katzenkopfpflaster.

Neben dem von Wetzleben stets gepflegten, sattgrünen Rasen.

In sanfter, augenblicklicher Gelassenheit schaut sie nach oben zu dem Zappelnden und Schimpfenden.

Erwägt die Situation ihrer Ehe.

Er hat mich jahrelang kujoniert, nun bin ich am Zug! Du musst mich jetzt bitten.

Der Richter a.D. bemerkt seine Notlage und sein Zorn weicht aus dem Gesicht. Die vor Anstrengung hervor tretenden Augäpfel blicken sie bittend an.

Überlegend wartet sie ab ob er was sagt, sie bittet.

Viel Zeit hat er nicht mehr.

Er wird bald loslassen müssen.

Wie lange hält die Rinne dich noch? Ach, wie lange noch?

Einen Bauch hast du bekommen durch mein stets pünktlich aufgetragenes Essen, so wie du es gewollt hast.

Doch, ja!

Langsam sinkt die Dachrinne, gibt nach.

Sein Gewicht!

Er versucht, in der Luft suchend mit den Füssen, noch Kontakt mit den Zehen zur Brüstung aufzunehmen.

Das pendeln ist zu viel für die Rinne, sie reißt vollends ab.

Aber er hat noch fragilen Stand auf der Brüstung.

Seine Fußspitzen suchen nach besserem Halt, gleichzeitig sucht er mit den Armen nach Gleichgewicht.

Clodhilde reicht ihm zaghaft den Handfeger.

Was soll er jetzt mit dem Feger, denkt er noch, greift dennoch im Reflex zu.

Das hätte er besser nicht tun sollen, er strauchelt.

Beide halten den Feger eine Sekunde gemeinsam fest.

Schon glaubt er an Halt.

Doch sie stößt mit einem Ruck den Feger ihm zu, entlässt den Griff aus der Hand.

„Hier nimm ihn“.

Da verliert er vollends das Gleichgewicht.

Der Richter a.D. Eduard Wetzleben stürzt hinterrücks,

kopfüber nach unten, auf den von ihm gepflegten Rasen.

Dort liegt schon seine Holzleiter.

Er begräbt die mit dumpfem Aufprall, im strahlenden Sonnenschein, unter seinem Körper.

So ist er seiner Pension verlustig geworden.

Eiligst rennt die Gattin die Treppe hinunter, beugt sich über ihn.

Blut läuft aus dem Mund, auf dem von ihm mit Hingabe gepflegten Rasen. Die Augen starren leer hoch zum Balkon.

Sie ist kreideweiß, ihm ist nicht mehr zu helfen.

Die Witwe von gegenüber ist über die Straße geeilt, in den Garten zu Clodhilde.

Sie hat alles mit angesehen und schaut auf den Liegenden.

„Was ist passiert? Ist er tot? Oh mein Gott, wie konnte das geschehen? Ich telefoniere nach einem Krankenwagen“ und läuft zurück in ihr Haus.

Bald darauf kommen der Sanitätswagen mit dem Arzt und auch gleich die Polizei.

Der Arzt stellt nur noch den Tod fest. Die Polizei benachrichtigt, wie bei jedem Unfall, die Kripo.

Die Kriminalpolizei stellt, nach erster Klärung der Umstände, weitergehende Ermittlungen an.

Die Gattin befand sich also, nach ihrer Aussage in der Küche und die anschließenden Befragung der Nachbarin, Frau Müller, wirft keine Fragen auf zu dem Geschehen.

Sie hat angegeben, dass sie zufällig im Garten mit ihrem Hund war und zusah, wie der Nachbar am Balkon auf der Leiter stand. Sie dachte noch, so ein alter Mann, was suchte er auf der Leiter. Wenn ihm schwindlig wird.

In dem Abschlussbericht stellt Kommissar Greuling in seiner Beurteilung fest, es war ein Unfall.

Staatsanwalt Kopitz stellt die Untersuchung daraufhin später ein.

Frau Müller steht oft am Fenster und schaut hinüber zur Unglücksstelle. Selbstzweifel nagen in Ihr.

Warum habe ich dem Kommissar verschwiegen, dass Frau Wetzleben auf dem Balkon gewesen ist?

Warum habe ich das nicht gesagt und wird nachdenklicher.

Warum lügt die Wetzleben? Oder habe ich mich getäuscht?

Nein. Ich werde sie einladen und zur Rede stellen, vielleicht….

Bei der Beerdigung des Richters a.D. Eduard Wetzleben, ist das gesamte Amtsgericht in großer

Anzahl vertreten.

Sogar der Richter Heinz vom Oberlandesgericht, ein ehemaliger Kommilitone von Eduard und einige lokale Politiker sind anwesend. In ihren Nachrufen heben sie Eduard als untadeligen Richter hervor. Würdigen somit auch die Amtstätigkeiten von dem Amtsgericht und auch indirekt deren Arbeit.

Besonders sein Studienfreund Heinz lobt ihn über den grünen Klee. Dabei blickt er oft zur Witwe.

Ihr beherrschtes Auftreten gefällt ihm besonders.

Das schwarze Kleid und der große schwarzrandige Hut machen Eindruck bei ihm, hatte er sie doch früher verehrt.

Zum Abschied wendet sich Heinz beim Abgang an die Witwe, hält und drückt ihre Hand sehr lange.

Clodhilde ist wie in Trance, schaut ihn schmerzlich, traurig an.

„Sie machen so ein abwesendes Gesicht Clodhilde, es ist alles zu viel für sie gewesen. Ich werde mit dem leitenden Staatsanwalt sprechen, dass diese Untersuchung schnell ad acta gelegt wird.

Aber wenn sie einmal der Schuh drückt, wenden sie sich vertrauensvoll an mich, auch Privat. Wie sie bestimmt erfahren haben, ist meine Frau leider vor einem Jahr gestorben. Verehrte Clodhilde, sie hören von mir, wenn die Sache erledigt ist“ und lässt endlich ihre Hand los. Er verabschiedet sich mit einem gewinnbringenden Lächeln.

Sie ist sprachlos von solcher Impertinenz, noch auf dem Friedhof.

Dieser Schmierlapp Heinz, er spricht mich mit Vornamen an. Wenn der wüsste, wie oft Eduard auf ihn geschimpft hat. Er hätte ihm die Stelle im OLG versperrt, nur weil

Edu mich bekommen hat.

Ha, dann müsste ich mich ja erneut um einen Mann kümmern und den bemuttern.

Nein, Nein, schreit es in ihr auf.

Ich habe ein neues Leben in die Hand bekommen und werde es, wie ich es will, einrichten.

Kein Mann mehr der mich gängelt. Ich will mich keinesfalls mehr nach anderen richten.

Ich bin frei und bleibe es auch!

Zwei Tage später begegnen sich die Witwe des Richters und die Nachbarwitwe Müller auf der Straße.

Übertrieben freundlich die gegenseitige Begrüßung, bis Frau Müller sie ohne Umschweife fragt.

„Sagen sie, sie reichten ihrem Mann doch noch den Handfeger bevor er abstürzte“ und macht ein skeptisches Gesicht.

Clodhilde wird bleich, ihr Gesicht erstarrt zu einer Maske.

„Ja doch“, stottert sie, „er wollte den Handfeger haben und ich habe den gereicht. Es ging alles so schnell. Ich konnte Eduard nicht mehr halten“.

Den letzten Satz hat sie trotzig und abrupt beendet. Leise und maliziös stellt die Nachbarin von Gegenüber fest:

„Aber sie sagten der Polizei doch, dass sie in der Küche waren, ich habe sie aber auf dem Balkon gesehen und sie sagten eben, das sie ihm den Feger gereicht haben. Wie kommt das zusammen?“.

„Ja ich war noch von dem Unglück durcheinander und habe das vertauscht. Herrje, entschuldigen sie mich bitte, ich habe noch den Topf auf dem Herd, beinahe habe ich den vergessen. Einen schönen Tag noch, Frau Müller“ und wendet sich zum Haus ab.

„Eigenartig“, ruft die Nachbarin noch hinterher und verzieht den Mundwinkel süffisant nach unten.

Jetzt habe ich die vornehme Dame überführt und in der Hand, ich habe sie in der Hand und freut sich im Stillen.