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Er zerstört Menschen. Du bist sein nächstes Ziel. Als Kriminalkommissarin Karla Schmitz zu einem Einsatz gerufen wird, bietet sich ihr ein grausames Bild. Business Coach Max Kleinert wurde brutal ermordet in einer dunklen Gasse zurückgelassen. Schon bald stößt Kommissarin Schmitz auf Kleinerts dunkle Vergangenheit. Was haben Karlas eigene Dämonen mit dem Verbrechen zu tun? Je fieberhafter Karla ermittelt, desto mehr begreift sie, dass nichts so ist, wie es scheint …
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Veröffentlichungsjahr: 2024
KARLA SCHMITZ-THRILLER
BUCH 1
Impressum
Bücher Von Jannis Crow
Kostenloses Buch
Prolog
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Drei Monate zuvor
Gegenwart
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Kapitel 20
Kapitel 21
Kapitel 22
Pakistan, 25. Juli 2015
Gegenwart
Kapitel 23
Pakistan, 26. Juli 2015
Kapitel 24
Kapitel 25
Kapitel 26
Kapitel 27
Kapitel 28
Kapitel 29
Kapitel 30
Kapitel 31
Kapitel 32
Kapitel 33
Kapitel 34
Kapitel 35
Kapitel 36
Kapitel 37
Kapitel 38
Kapitel 39
Kapitel 40
Kapitel 41
Kapitel 42
Kapitel 43
Kapitel 44
Kapitel 45
Kapitel 46
Kapitel 47
Kapitel 48
Kapitel 49
Kapitel 50
Kapitel 51
Kapitel 52
Kapitel 53
Kapitel 54
Kapitel 55
Kapitel 56
Kapitel 57
Kapitel 58
Kapitel 59
Kapitel 60
Kapitel 61
Kapitel 62
Kapitel 65
Kapitel 63
Kapitel 64
Kapitel 65
Kapitel 66
Kapitel 67
Kapitel 68
Kapitel 69
Kapitel 70
Kapitel 71
Kapitel 72
Kapitel 73
Kapitel 74
Epilog
Über den Autor
Kostenloses Buch
Bücher Von Jannis Crow
Neue Bücher
© 2023 / 2024 Alle Rechte vorbehalten.
Nachdruck – auch auszugsweise – nur mit schriftlicher Genehmigung der Autorin. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotografie, Mikrofilm oder andere Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung der Autorin reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden. Alle in diesem Roman beschriebenen Personen sind fiktiv. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.
Lektorat: Sibylle Schwehrs
Jannis Crow
c/o AutorenServices.de
Birkenallee 24
36037 Fulda
E-Mail: [email protected]
Originalausgabe - 26/07/2024
Standalone:
GERECHTER ZORN: THRILLER
* * *
Die Karla Schmitz-Thriller von Jannis Crow:
Band 1: ERWACHTE WUT
Band 2: BLINDER STURM
Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Autors:
https://jannis.crow.de
GERECHTER ZORN: THRILLER
Er quält dich. Du sinnst auf Rache.
Täglich lauern dem 16-jährigen Daniel Mobber auf dem Schulhof auf.
Besonders schlimm schikaniert ihn Christian, Sadist und Anführer der Mobber-Gruppe.
Das Blatt wendet sich, als Daniel einen abgebrühten, toughen Drogendealer kennenlernt.
Kurz darauf verschwindet Chef-Mobber Christian.
Ist dafür ein verurteilter Straftäter in der Nachbarschaft verantwortlich? Oder stecken dahinter Kräfte, die Daniel selbst geweckt hat?
Um das Buch zu erhalten, folgen Sie einfach diesem Link: https://jannis-crow.de/gratis-buch/
Ich freue mich auf Sie!
Ihr
Jannis Crow
Man nehme sich vor allen Personen in acht, welche das bittre Gefühl des Fischers haben, der nach mühevollem Tagewerk am Abend mit leeren Netzen heimfährt.
-Friedrich Nietzsche
Ich hätte niemals mit ihm schlafen dürfen. Das war dämlich von einer Kommissarin, ich weiß. Tja, hinterher ist man immer schlauer. Erst recht bei Typen, die auf Frauenjagd gehen wie Rattenfänger.
»Max!«
Mein Stöhnen hatte die Nachbarn in verlässlicher Regelmäßigkeit dazu gebracht, an die Wand hämmern. Genau zum richtigen Zeit- und Höhepunkt. Unter seinen Händen war ich zu einer zuckenden, kreischenden Frau ohne jede Kontrolle mutiert, während meine Fingernägel sich in seinem starken Nacken vergraben hatten. Unbezahlbar war das sich anschließende, dumpfe Genörgel von nebenan:
»Vögelt leiser!«
Doch ich sollte die innige Verbindung mit Max nie wieder spüren.
Denn Max war tot.
Ein Monster tobte in meinem Magen und wollte hinausspringen auf den Asphalt, den die Kollegen der Schutzpolizei kurz zuvor im Kriechgang abgesucht hatten.
Ich kämpfte gegen den Würgereiz, schmeckte Salz. Nicht jetzt Karla, verdammt nochmal nicht jetzt!
Tief ein- und ausatmen.
Bis drei zählen, einfach bis drei zählen und dann wieder von vorn.
In der Ausbildung hatten wir eine aus der Spree gefischte Wasserleiche gesehen, oder was in Form ihres aufgeschwemmten Torsos von ihr übriggeblieben war.
Im Wasser verwest eine Leiche nur halb so langsam wie an der Luft.
Der Körper, in diesem Falle nur noch die Überreste, hatten aufgeschwemmt und seifig gewirkt, als wäre er in Talg gewälzt worden. Damals hatte ich keine Miene verzogen.
Den Blick des Gerichtsmediziners aber werde ich nie vergessen.
Den Blick aus seinen olivgrünen Starenaugen, der sagte: Hätte ich dir nicht zugetraut.
»Alles in Ordnung?«
Ein Kollege um die 30 schielte zu mir herüber. Borstige Kurzhaarfrisur, hohe Stimme, keine Bartstoppeln am sich andeutenden Doppelkinn.
Der Typ strebsamer, harmloser Bulle, den zwei blauen Sternen nach Polizeimeister.
»Geht es Ihnen gut?«, fragte er.
Müller stand auf seinem Namensschild. Zu manchen Leuten passte ein Allerweltsname eben wie Arsch auf Eimer.
Es ging mir elend und wenn Polizeimeister Müller nicht bald Erbrochenes auf seinen schwarzen Lederschuhen haben wollte, dann sollte er besser mit diesen beknackten Fragen aufhören. Ich nickte.
»Max Kleinert«, schob er nach. »Der Name des Toten.«
»Neben ihm hat ein anderer Mann gelegen, bewusstlos. Hatte einen Ausweis bei sich, sein Name ist Robert Sprung, er wurde ins Krankenhaus gebracht.«
Als ob ich das nicht schon längst wusste.
Aber das konnte Polizeimeister Müller natürlich nicht ahnen. Meine Augen hefteten sich an seine Stirngrübchen, die mich an Bissspuren hungriger Heuschrecken erinnerten.
An seinen Haaren hatten sie sich offensichtlich Appetit angefressen.
»Zeitpunkt des Todes?«, fragte ich.
»Eine Anwohnerin hat angerufen. Sie betreut ihren Vater zu Hause und hat merkwürdigen Lärm von draußen gehört.«
Max lag reglos da, in sich zusammengesunken. Wie Müll in einer Gasse der Anton-Saefkow-Straße.
So konnte es auch aussehen, das hippe Prenzlberg in Berlin.
Was mich in diesem Moment am meisten fertig machte?
Seine ins Nichts starrenden Augen, die nie wieder diesen reizvollen Glanz haben würden – und die monströse Tatsache, dass mein Liebhaber als Leiche blutbeschmiert vor mir lag.
»Es gibt noch eine weitere Verletzung«, fuhr Polizeimeister Müller fort.
»Sehen Sie das Blut auf der rechten Seite?«
Ich beugte mich über die Leiche. Unter dem Sakko entdeckte ich einen etwa kindskopfgroßen Fleck, der sich wie die Tinte eines kaputten Füllers auf dem Hemd verteilt hatte.
»Könnte die Leber sein. Oder die Niere.«
Der Gerichtsmediziner würde sich das genauer ansehen müssen. Bis dahin blieben das reine Spekulationen.
»Er hatte ein paar Gegenstände bei sich«, sagte Müller in einem Ton, als würde er gleich mit der Inventur in einem Discounter loslegen.
»Was für Gegenstände?«
»Schlüsselbund, Portemonnaie und ein Handy. Und so ein kleines Büchlein, das war schon eigenartig. Sah aus wie ein Tagebuch, wenn Sie mich fragen.«
Ich riss die Augen auf und musste dabei hysterisch ausgesehen haben, denn Müller stolperte einen Schritt zurück.
»Ist selbstverständlich alles gesichert.«
Mein Monster klettert vom Magen in meinem Schädel und schrie so laut, dass ich befürchtete, seine markerschütternde Stimme würde sich durch meine Stirn nach draußen bohren: Wenn es ein Tagebuch ist, bist du geliefert.
Ich wischte mir das Gesicht mit einem Taschentuch, das Müller in mein Sichtfeld gehalten hatte. Darin sah ich jetzt Kaffee und ein paar unverdaute Stückchen Banane – so frühstückten Champions. Ich warf meinen Kopf in den Nacken und sah in den von Wolken versperrten Himmel.
Die Julisonne versteckte sich.
Beneidenswert.
Meine Beine fühlten sich wie Zahnstocher an. Jeden Moment würde es Knack machen und die blöden Mistdinger wären gebrochen. Vielleicht bekäme ich dann wenigstens ein paar neue von der Heilfürsorge.
Während diese wirren Gedanken durch meinen Kopf strömten, die Kriminaltechniker Fotos schossen und Proben nahmen, mein Puls raste und ich mir das Frühstück der Champions aus dem Gesicht schmierte, hörte ich hinter mir ein dreckiges Lachen, das eher zu einem Gangster gepasst hätte als zu einem Hauptkommissar. Gefolgt vom Klicken eines aufschnappenden Zippo-Feuerzeug-Deckels.
»Na sieh mal einer an, Kommissarin Schmitz im Einsatz.«
Eine Duftwolke der Marke Vanille wehte mir ins Gesicht, legte sich als bitterer Film auf meine Lippen. Trotz seiner ausgeprägten Leidenschaft zu Zigarillos waren Bernhard Meyers Zähne vom Nikotin verschont geblieben, hatten nicht den typischen Senfschleier angenommen wie zu selten gewaschene Vorhänge in einer Raucherwohnung.
»Wenn ich gewusst hätte, dass Sie mir den Tatort vollkotzen, hätte ich lieber jemand anderen hierher geschickt.«
Viel wusste ich von Meyer zu diesem Zeitpunkt nicht. Nur soviel: Über ihn und seine Frau zerfetzten die Kollegen sich die Mäuler. Ich verglich Polizeireviere gern mit den Redaktionen von Käseblättern. Dort wurde bestimmt genauso viel getratscht.
Mehr musste ich aber nicht wissen, um zu merken, dass Bernhard Meyer ein Arschloch war. Die Intuition zweier X-Chromosomen und ein wacher Blick genügten dafür.
»Keinen Bedarf«, hörte ich die Worte zusammen mit Galle aus meinem Mund tropfen.
»Na dann, schießen Sie mal los, wir haben wenig Zeit. Der Staatsanwalt wird hier gleich aufkreuzen«, sagte er und linste über seinen imaginären Brillenrand.
»Brunner?«
»Höchstpersönlich. Keine Sorge, der ist zahm. Will sich mit Sicherheit nur einen Überblick verschaffen.«
Mittlerweile drängte Polizeimeister Müller, dem ich im Stillen für das Taschentuch dankte, die Schaulustigen vom Absperrband zurück. Eine Frau mit Augenbrauenpiercing und lila gefärbten Strähnen reckte ihr Smartphone in unsere Richtung, um sensationsgetrieben Fotos zu schießen.
»Der Tote heißt Max Kleinert. Nach allem, was wir wissen, wurde er hier von einer Anwohnerin gefunden und …«
»Und war nicht allein«, unterbrach Meyer mich.
»Ja. Ein Mann war bei ihm, dem Ausweis nach, der bei ihm gefunden wurde, handelt es sich um einen gewissen Robert Sprung. Die Kollegen haben ihn bewusstlos neben dem Opfer gefunden, er liegt jetzt im Krankenhaus.«
»Fein.«
Wieder scannte Meyer mich mit seinem Lehrer-Blick.
»Fahren Sie nach Hause, wenn Sie hier fertig sind. Sie sehen scheiße aus.«
Dann verschwand mein Vorgesetzter aus meinen Augen.
Vom geöffneten Fenster her dröhnte der Lärm der Landsberger Allee. Ich muss mir schleunigst eine bessere Wohnung suchen, dachte ich, während ich auf das schmucklose weiße Zelt des Tempodroms starrte. Früher hatte ich es gemocht, wenn der Bass der Konzerte durch die Wände wummerte. Mit Ende Zwanzig aber brauchte ich mehr Schlaf.
Die Kaffeemaschine röchelte kampflustig in der Küche. Nachdem ich am Tatort mindestens die Hälfte meiner Morgendosis Koffein verloren hatte, musste ich schnell für Nachschub sorgen.
Je weniger Schlaf, desto mehr Koffein gab es eben.
Fürs gute Gewissen hatte ich mir unterwegs ein Käsebrötchen bei einer dieser Ketten gekauft.
Herunterwürgen, Kaffee reinschütten und schleunigst wieder in der Einsatzzentrale auftauchen – so lautete der Plan.
Tagebuch.
Seit wann führten Machos wie Max Kleinert denn Tagebücher? Mein erster großer Fall und schon wurde es persönlich. Klasse, Karla, volle Punktzahl. Ich ging zur Spüle, schob die Teller mit den festgepappten Pizzakrümeln so gut es ging zur Seite und klatschte mir zwei Handvoll Wasser ins Gesicht. Die Kühle benetzte meine Stirn und ließ mich für einen Augenblick vergessen, dass dieser hässliche Tag gerade erst begonnen hatte.
»Wie war’s für dich?«, fragte ich.
Mit zusammengekniffenen Augen drehte Max sich auf die Seite und stützte seinen glattrasierten Kopf auf die Hand. Da hatte ich das Gefühl zum ersten Mal.
Zwei Gefühle, widersprüchliche.
Dass etwas nicht mit ihm stimmte und dass wir trotzdem eine Verbindung zueinander hatten. Wie ein straff gespanntes, unsichtbares Tau, dessen Enden im Nebel verborgen waren, und das uns umschlang. Etwas stimmte nicht mit Max. Ich wusste nur nicht, was.
Noch nicht.
»Was glaubst du denn, Karla?«
Er grinste, sprang auf und lief in den Flur, wohlbedacht darauf, mir seinen knackigen Hintern ausgiebig zu präsentieren. Unsere Pullover, unsere Hosen und mein BH lagen wild verstreut herum. Aber er schien keiner dieser Typen zu sein, die sich darum scherten.
Das war ein weiterer Pluspunkt für ihn, von seinen begnadeten Fähigkeiten im Bett einmal abgesehen.
»Da hinein, Frau Kommissarin Schmitz?«
Er zeigte auf die angelehnte Tür, an deren oberer Ecke mein schlumpfblauer Bademantel sein einsames Dasein fristete.
»Ja, da rein.«
Ich wollte vor ihm ins Bad, mich ausgiebig waschen. Die Nässe zwischen meinen Beinen sog sich allmählich ins Laken. Aber ich hasste es, mich schutzlos zu zeigen. Sobald er im Bad verschwunden war, würde ich mir ein Küchentuch schnappen.
Meine Gedanken wühlten sich durch die vergangenen Stunden. Ich schmeckte Salz und Tequila auf meiner Zunge. Plötzlich sprang die Tür des Badezimmers auf, während ich bereits damit beschäftigt war, ein Stück Küchenpapier zwischen meine Schenkel zu drücken. Jetzt lächelte er, mein Lieblingshandtuch mit einer deutlich sichtbaren Beule um seine Hüften geschlungen.
»Wozu der Aufwand?«, fragte er und ließ das Handtuch an Ort und Stelle fallen.
Wie zum Schutz presste ich das Stück Küchenkrepp tiefer in meinen Schritt. Ich suchte nach einem lockeren Spruch, mit dem ich kontern konnte. Stattdessen sagte ich: »Dann komm doch.«
Eine Aufforderung, die Max sich nicht zweimal sagen ließ.
Soziale Netzwerke können die Suche nach Tätern verkürzen.
