Es war einmal in Köln - Kai Althoetmar - E-Book
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Es war einmal in Köln E-Book

Kai Althoetmar

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Beschreibung

Wer war der Kölner Zeitungsredakteur, der ganze Revolutionen herbeischrieb? Welcher Bankier fädelte in seiner Kölner Villa 1933 Adolf Hitlers Machtergreifung ein? Wer war der Bauernsohn, der den Papst gleich zweimal nach Köln lotste? Und was haben die beiden Pferdeköpfe am Turm eines bekannten Kölner Hauses damit zu tun, daß eine Untote wieder aus dem Grab stieg? Kaum eine deutsche Stadt hat eine so bewegte und lange Geschichte wie das 2.000 Jahre alte Köln. In 33 Rätselgeschichten erinnert Kai Althoetmar an bekannte Persönlichkeiten, denkwürdige Ereignisse und Legenden aus der Kölner Stadtgeschichte: aus Politik und Wirtschaft, Kirche und Staat, Kultur und Sport. Am Ende steht immer die Frage: Wer war's? Die Zeitreisen zum Mitraten beginnen in der römischen Epoche, führen durch Mittelalter und Neuzeit, durch das napoleonische und das preußische Köln, die Jahre der Industrialisierung, des Kaiserreichs, der Weimarer Republik und der NS-Zeit, die Nachkriegsjahrzehnte und enden in den 1990er Jahren. Die unterhaltsame Rätselserie lief zehn Jahre lang als beliebtes "Wochenrätsel" auf der Welle von Radio Köln. Für die Buchversion wurden die Geschichten überarbeitet und ein Register mit den Auflösungen erstellt. Keine der hier vorliegenden 33 Geschichten ist Teil der beiden anderen erschienenen Rätselbände "Wer war's? 50 Rätsel-Stories aus der Kölner Stadtgeschichte" und "Es geschah in Köln. 55 Personenrätsel aus der Kölner Stadtgeschichte". Der Band kann unabhängig vom den beiden anderen Rätselbänden gelesen werden. - Illustriertes eBook mit zahlreichen Bildern.

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Veröffentlichungsjahr: 2016

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Inhaltsverzeichnis

Es war einmal in Köln

Kai Althoetmar

Es war einmal in Köln

33 Rätsel-Stories aus der Kölner Stadtgeschichte

Impressum:

Titel des Buches: „Es war einmal in Köln. 33 Rätsel-Stories aus der Kölner Stadtgeschichte“.

Auch als Taschenbuch erhältlich.

Erscheinungsjahr: 2019.

Inhaltlich Verantwortlich:

Edition Zeitpunkte

Kai Althoetmar

Am Heiden Weyher 2

53902 Bad Münstereifel

Deutschland

Text: © Kai Althoetmar.

Titelfoto: Steinfigur am Kölner Dom. Foto: Michael Pereckas, CC BY 2.0.

Verlag und Autor folgen der bis 1996 allgemeingültigen und bewährten deutschen Rechtschreibung.

Vorbemerkung:

Diese und viele weitere Rätsel rund um Personen und Ereignisse aus der Kölner Stadtgeschichte wurden über einen Zeitraum von zehn Jahren auf der Welle von Radio Köln als „Wochenrätsel“ gesendet. Für die hier vorliegende Buchfassung wurden sie überarbeitet und aktualisiert.

Der vorliegende Band enthält keine inhaltlichen Überschneidungen mit den beiden Rätselbänden „Wer war's? 50 Rätsel-Stories aus der Kölner Stadtgeschichte“ und „Es geschah in Köln. 55 Personenrätsel aus der Kölner Stadtgeschichte“. Er setzt auch nicht deren Lektüre voraus.

Am Ende eines jeden Rätsels heißt es: „Wer war's?“ Die Auflösungen zu den Rätsel-Stories um historische Persönlichkeiten finden sich am Ende des Buches aufgelistet sowie (verschlüsselt) jeweils am Ende des Textes eines jeden Rätsels. Damit Leser bei der Lektüre nicht ungewollt die Lösung lesen, bevor sie selbst gegrübelt haben, wird die Auflösung am Ende des Rätsel-Textes verschlüsselt angegeben, und zwar werden Name oder Lösungswort „umgekehrt“ geschrieben. Außerdem sind jeweils die drei Buchstaben ABC als Blindbuchstaben an den Anfang und das Ende des Namens (Vor- und Nachname) oder Lösungswortes gesetzt.

Beispiel: Heinrich Böll

Lösung dargestellt als:

ABCHCIRNIEHABC ABCLLEOBABC.

Und nun viel Spaß beim Raten und Grübeln!

1. Kopfloser Volkstribun

Schon seit Jahren kämpfte er gegen Mißstände im Kölner Stadtregiment. Schließlich setzte er sich an die Spitze der vielen Unzufriedenen, die Vetternwirtschaft, Amtsmißbrauch und Korruption ein Ende setzen wollten. Am 6. September 1682 übergab er dem Rat eine Klageschrift, in der er die schlimmsten Auswüchse anprangerte. Unter den Bürgern fanden seine Bestrebungen großen Anklang. Der Kölner Rat sah sich gezwungen, eine Untersuchungs-kommission einzusetzen. Die Kommission brachte skandalöse Vorgänge ans Licht. Die Delikte, derer sich Bürgermeister und hohe Beamte schuldig gemacht hatten, reichten von Wahlbetrug und Ämterkauf bis zur Veruntreuung städtischer Gelder.

Der Mann, der den Staub aufwirbelte, war Handwerker. Die Kritik an den Regierenden bekam dem gelernten Bandwirker aber nicht. Die bedrängte Obrigkeit ließ den vermeintlichen Nestbeschmutzer gefangensetzen. Unter dem Druck der Gaffeln mußte die Stadt ihn jedoch wieder freilassen. Nun fühlte sich das Gaffelmitglied zum Hüter der kölnischen Verfassung berufen. Im Sommer 1683, als die Türken vor Wien standen, wagte er den entscheidenden Schritt. Mit Unterstützung der Gaffeln erreichte er die Auflösung des Kölner Rates und die Festnahme hoher Beamter. Auf sein Geheiß wurden neue Bürgermeister und Ratsherren eingesetzt, politische Gegner von den neuen Stadtregenten eingekerkert. Erstes Opfer der neuen Obrigkeit wurde der städtische Notar Gereon Hesselmann. Wegen angeblichen Hochverrats verurteilte ein Schöffengericht den unliebsamen Notar in einem Scheinprozeß zum Tode. Am 12. August 1683 starb Hesselmann unter dem Beil des Henkers.

Dieser Justizmord kostete den Bandwirker viele Sympathien. Das hielt ihn nicht davon ab, sich nun zum Syndikus - zum juristischen Berater der Stadt - ernennen zu lassen, obwohl ihm jegliche Voraussetzungen für dieses Amt fehlten. Anhänger des alten Stadtrates beschwerten sich beim kaiserlichen Hof in Wien über die Vorgänge. Der Wiener Reichshofrat bildete daraufhin eine Kommission zur Klärung der Kölner Wirren. Im Dezember 1683 erging ein kaiserliches Mandat an den Volkstribun und alle Kölner, sich dem Urteil der Kommission zu unterwerfen.

Die Schandsäule mit dem Haupt des Volkstribuns, wie sie von 1686 bis 1797 zur Abschreckung der Bürger auf dem Grundstück des Hingerichteten stand. Radierung: Kaspar Benedikt Beckenkamp (1797).

Der Rebell und seine Mitarbeiter wurden nach Wien geladen. Dort sollten sie sich vor dem Kaiser rechtfertigen. Doch in dem Glauben, Kaiser Leopold I. sei nur falsch unterrichtet worden, folgte er der Ladung nicht. Am 25. Juni 1685 wurde er daraufhin zum Landfriedensbrecher erklärt und über ihn die Reichsacht verhängt.

Kölns neue Stadtregierung verlor sehr bald ihre Beliebtheit, da sie nicht den versprochenen wirtschaftlichen Aufschwung brachte. Viele Anhänger des Geächteten flohen aus Köln, um einer Verhaftung zu entgehen. Am 4. November 1685 wurde der Geächtete selbst verhaftet und nach Düsseldorf gebracht, wo die kaiserlichen Kommissare den Prozeß gegen ihn eröffneten. Als Hauptrebell und Rädelsführer wurde er im Februar 1686 zum Tod durch das Schwert verurteilt.

Noch auf der Fahrt zum Schafott bewahrte der gescheiterte Volkstribun Haltung. Immer wieder beteuerte er seine Unschuld: „Es ist nicht wahr, es ist erlogen! Der Kaiser ist mit Lügen berichtet. Ich bin allzeit gut kaiserlich gesinnt gewesen - ich habe recht getan!“ Das Te Deum Laudamus singend betrat er die Hinrichtungsstätte und nahm beinahe bereitwillig den Schwertstreich des Henkers entgegen, so berichten zeitgenössische Aufzeichnungen.

Wer war's?

Lösung: ABCSUALOKINABC ABCHCILÜGABC

2. Ein politischer Journalist

Ihn einen echten Kölner zu nennen, wäre übertrieben. Denn geboren wurde er an der Mosel, und die meiste Zeit seines Lebens verbrachte er in England. Dennoch lebte der Sohn eines Rechtsanwaltes mehrere Jahre in der Domstadt. Nach seinem Studium in Bonn und Berlin kam er 1842 nach Köln. In Philosophie und Geschichte hatte er seinen Doktor gemacht. Zunächst machte er sich als Journalist einen Namen. Knapp zwei Jahre war er Mitarbeiter und Redakteur der Rheinischen Zeitung, einer Vorläuferzeitung des Kölner Stadt-Anzeigers.

Im Juni 1843 ging er nach seiner Heirat nach Paris. Doch schon zwei Jahre später wurde er aus Paris auf Betreiben der preußischen Regierung ausgewiesen - wegen seiner politischen Tätigkeit. Nach einem kurzen Aufenthalt in Brüssel kehrte er im April 1848 nach Köln zurück.

Diesmal gründete der erst 30jährige seine eigene Zeitung: die Neue Rheinische Zeitung. Die 1848er Revolution hatte das alte Machtgefüge in Europa erschüttert, das Volk rief nach mehr Bürgerrechten und Demokratie. Als Herausgeber setzte er sich vor allem für den linken Flügel der Demokraten ein. Doch im Mai 1849 wurde seine Zeitung verboten - wegen „staatsfeindlicher“ Artikel. Die preußische Regierung verhängte ein Schreibverbot gegen ihn.

Über Paris ging er nach England ins Exil. Dort schrieb der Philosoph über sein Lieblingsthema, die Arbeiterfrage: „Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen. Unsere Epoche, die Epoche der Bourgeoise, zeichnet sich jedoch dadurch aus, daß sie die Klassengegensätze vereinfacht hat. Die ganze Gesellschaft spaltet sich mehr und mehr in zwei große feindliche Lager, in zwei große sich direkt gegenüberstehende Klassen.“

Vom Exil aus nahm er Verbindung zu den Führern der deutschen Arbeiterbewegung auf. Die Verwirklichung seiner Ideen erlebte er aber nicht mehr. Dennoch hat der Kölner Zeitungsredakteur mit seinen Werken die Weltgeschichte wie kaum ein anderer beeinflußt.

Wer war's?

Lösung: ABCLRAKABC ABCXRAMABC

3. Pferd auf dem Flur

„In einem Hafen am Mittelmeer taumelten von Schüttelfrost und Fieber geschwächte Matrosen über die Planken ihrer Schiffe und schleppten im Jahre 1347 den schwarzen Vogel Pest an Land. [...] Im Jahre 1349 breitete er die Schwingen über Köln und schwärzte die Sonne! Auf den Straßen und Plätzen wagten die Bürger kaum noch zu atmen, niemand wagte es noch, dem Nachbarn die Hand zu geben, und täglich starben mehr als hundert.“

So schildert der Schriftsteller Tilman Röhrig in seinen „Sagen und Legenden von Köln“ die Pestwelle, die die alte Römerstadt Mitte des 14. Jahrhunderts erfaßt hatte. Der Schwarze Tod machte keinen Unterschied zwischen arm und reich. Auch die vornehme Kölner Patrizierfamilie Aducht hatte ein Opfer zu beklagen. Die schöne Gattin des Mengis von Aducht wurde scheinbar von der Pest heimgesucht.

Dartellung der Legende: Die vermeintlich Tote entsteigt dem Pestgrab. Zeichnung von Johannes Bussemacher aus dem Jahr 1604.

Wie leblos lag sie da, so daß sie eilends auf dem Friedhof von St. Aposteln beigesetzt wurde. Ihr Schmuck und vor allem ihr Trauring reizten die Totengräber zur nächtlichen Leichenfledderei. Kaum hatten sie die Grabplatte abgehoben, so daß ein kalter Luftzug die

vermeintlich tote Frau berührte, da erwachte diese zu neuem Leben. Die diebischen Totengräber glaubten ein Gespenst vor sich zu haben, ließen alles stehen und liegen und rannten davon.

Die totgeglaubte Frau kehrte in ihre Wohnung zurück. Doch als sie an die Tür klopfte und um Einlaß bat, bekam sie von ihrem ungläubigen Mann nur zur Antwort: „Bevor meine Frau aus dem Sarg zurückkehrt, werden eher meine beiden Schimmel oben auf dem Turmspeicher stehen!“ Auf einmal hörte man das Klappern der Hufe seiner Pferde auf der schmalen Wendeltreppe, die zum Speicher führte. Dankbar und überglücklich eilte Mengis von Aducht zur Tür, um seine wunderbar errettete Frau in die Arme zu schließen.

Zum Andenken an das Wunder soll er den Auftrag gegeben haben, am Turm seines Hauses zwei Pferdeköpfe anzubringen. Das Haus, das am Neumarkt, Ecke Olivengasse steht, hieß früher „Zum Papagei“. Heute ist es nach der wiederauferstandenen Frau benannt.

Wie hieß die Frau mit Vornamen?

Lösung: ABCSIDOMHCIRABC

4. Tragischer Kunstsammler

Deutschland im Jahr 1937. Nicht nur Juden, Geistliche, Kommunisten und Sozialdemokraten leiden unter der NS-Herrschaft, sondern auch viele Künstler. Das Schlagwort „entartete Kunst“ geistert durch das Deutsche Reich. Im Juli 1937 inspizieren Mitarbeiter von Propagandaminister Joseph Goebbels die moderne Abteilung des Kölner Wallraf-Richartz-Museums. Wenig später fordern sie die Herausgabe fast der gesamten Kunstsammlung aus der Zeit nach dem Impressionismus - darunter Werke von Gaugin, van Gogh, Picasso, Dix und Kokoschka. Ein Teil der in Köln beschlagnahmten Bilder wird bei der Münchner Ausstellung „Entartete Kunst“ gezeigt, andere werden in der Schweiz versteigert. Nur Privatsammler können Bilder vor der NS-Bilderstürmerei retten. In Köln bewahrt vor allem ein Mann, ein wohlhabender Anwalt, durch Aufkäufe eine Vielzahl von Kunstwerken. Während nach 1937 aus dem Wallraf-Richartz-Museum 47 Exponate – beinahe der gesamte nach-impressionistische Bestand – entfernt werden, erweitert der Kölner Sammler zwischen 1933 und 1945 seine Sammlung um 45 Stücke. Nach Gestapo-Durchsuchungen schafft er einen Großteil seiner Sammlung aus seinem Haus. Einen Teil lagert er im Depot des Wallraf-Richartz-Museums, weitere Stücke außerhalb Kölns bis nach London.

Nach Kriegsausbruch konzentriert er sich auf seine Tätigkeit als Rechtsanwalt und zieht sich ansonsten ins Privatleben zurück. Vom NS-Regime werden er und seine Frau fortgesetzt schikaniert.

---ENDE DER LESEPROBE---