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Nelly Miller ist Studentin am Campus der Denver University Boulder. Sie möchte sich weiterbilden, um in naher Zukunft die Ranch ihrer Eltern in Montana in dieses Jahrhundert zu holen. Lucas Brown ist Sergeant des I.S.P.D. Sein Vorgesetzter ist Chief Kane Miller, Nellys großer Bruder. Nachdem sich die beiden zufällig bei Lucas´ Ermittlungen in Chicago kennengelernt und eine heiße Nacht miteinander verbracht haben, treffen sie sich in Idaho Springs unerwartet wieder und erkennen, wen sie hier vor sich haben. Nellys plötzliches Verschwinden lässt Lucas keine andere Wahl, als Kane reinen Wein einzuschenken. Die Lage wird immer brenzliger, als klar wird, dass Nelly entführt wurde und ein psychopathischer Serienkiller in Denver sein Unwesen treibt.
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Seitenzahl: 221
Veröffentlichungsjahr: 2025
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Buch
Nelly Miller ist Studentin am Campus der Denver University Boulder. Sie möchte sich weiterbilden, um in naher Zukunft die Ranch ihrer Eltern in Montana in dieses Jahrhundert zu holen.
Lucas Brown ist Sergeant des I.S.P.D. Sein Vorgesetzter ist Chief Kane Miller, Nellys großer Bruder.
Nachdem sich die beiden zufällig bei Lucas’ Ermittlungen in Chicago kennengelernt und eine heiße Nacht miteinander verbracht haben, treffen sie sich in Idaho Springs unerwartet wieder und erkennen, wen sie hier vor sich haben.
Nellys plötzliches Verschwinden lässt Lucas keine andere Wahl, als Kane reinen Wein einzuschenken. Die Lage wird immer brenzliger, als klar wird, dass Nelly entführt wurde und ein psychopathischer Serienkiller in Denver sein Unwesen treibt.
ANMERKUNG DER AUTORIN
Dies ist ein Roman. Eine fiktive Geschichte. Ein Thriller mit einer guten Prise Romantik.
Ihr mögt eine fesselnde, rasante Geschichte, Gegenspieler, die nicht gleich zu durchschauen sind, Protagonisten, die sich langsam näherkommen und die eine oder andere explizite Szene? Dann seid ihr hier genau richtig.
Ich wünsche euch eine tolle Zeit in meiner Welt!
Um ein optimales Lesevergnügen zu erhalten, ist es empfehlenswert, die Bücher der Reihe nach zu lesen.
TRIGGERWARNUNG
Wie im Thriller-Genre oft der Fall, geht es auch hier nicht ohne Mord. Aber Gewalt im Allgemeinen, Verletzungen und Gewalt gegen Frauen sind mitunter Thema. Sollte euch etwas davon triggern, ist es ratsam, das Buch nicht zu lesen.
Sämtliche Figuren sind frei erfunden, Schauplätze werden fiktiv verwendet. Ähnlichkeiten mit realen Personen sind trotz sorgfältiger Recherche reiner Zufall und nicht beabsichtigt.
Dieses Buch darf weder auszugsweise noch vollständig digital ohne ausdrückliche Genehmigung der Autorin oder des Verlages vervielfältigt oder weitergegeben werden.
Die Ausnahme hiervon ist im Rahmen einer Rezension.
Anmerkung der Autorin
Triggerwarnung
Widmung
Prolog - Angst
Kapitel 1 - Kennenlernen
Kapitel 2 - Gefangen
Kapitel 3 - Unterstützung
Kapitel 4 - Vergangenheit
Kapitel 5 - Erkenntnisse
Kapitel 6 - Suche
Kapitel 7 - Befreit
Kapitel 8 - Allein
Kapitel 9 - Aufregung
Kapitel 10 - Zugriff
Kapitel 11 - Offenbarung
Epilog - Zukunft
Ausblick
Danksagung
Autorin
Bisher erschienen
WIDMUNG
Dieses Buch ist allen Einsatzkräften gewidmet, die täglich ihr Leben riskieren, um unseres zu schützen.
Vielen Dank!
Nelly Millers Körper schmerzte. Bevor sie noch ihre Augen öffnete, war ihr klar, dass sie verletzt war. Sie konnte Abschürfungen spüren, ihr Kopf dröhnte und ihre Arme und Beine fühlten sich steif an. Der Versuch, sich vorsichtig zu bewegen, scheiterte. Langsam öffnete sie ihre Lider und was sie sah, versetzte sie in Angst und Schrecken. Sie war an ein Metallbett gefesselt, das in einem Raum tief unter der Erde stand.
Die Fesselung ließ ihr nicht allzu viel Bewegungsspielraum. Sie lag auf dem Rücken und konnte aus diesem Grund ihre Umgebung in Augenschein nehmen. Die Wände schienen aus Lehm zu sein, es fiel kein Tageslicht in den höhlenartigen Bereich. Deshalb war sie überzeugt davon, unter der Erde zu sein. Ihre gefängnisartige Zelle war von Gitterstäben begrenzt.
Außerhalb der Gitter konnte sie einen Stuhl erkennen, der in der Mitte des Raumes platziert war. Nelly versuchte weitere Details auszumachen, doch es gelang ihr nicht. Ihr Kopf pochte so stark, dass es ihr nicht möglich war, ihren Nacken weiterhin hochzuhalten. Sie ließ ihn wieder sinken und schloss ihre Lider. Es dauerte nicht lange, bis sie erneut wegdämmerte.
Ein gellender Schrei riss Nelly aus ihrem Dämmerschlaf. Abermals versuchte sie, sich einen Überblick zu verschaffen und stockte in der Bewegung. Auf dem Stuhl vor ihrer Zelle saß eine junge Frau, die augenscheinlich misshandelt wurde. Ihre Arme waren hinter ihrem Rücken fixiert. Von der Statur ausgehend, stand ein hochgewachsener Mann vor ihr, er trug eine dunkle Sturmmaske und benutzte ein Messer, um ihr Schnittwunden an ihren Beinen zuzufügen. Die Frau weinte und bettelte, doch er ließ nicht von ihr ab. Nelly war wie gelähmt, wo war sie da bloß hineingeraten.
So unauffällig wie möglich, beobachtete Nelly die Szene vor ihr. Sollte sie sich bemerkbar machen? Würde er dann von seinem Opfer ablassen? Wer konnte schon wissen, wie er reagieren würde? Auch wenn es ihr in der Seele schmerzte, verhielt sie sich ruhig. Immer wieder erhaschte sie einen Blick auf die junge Frau, deren Stimme langsam versagte. Ihre Beine waren bereits von langen Schnitten entstellt, die heftig bluteten. Nachdem die Frau nun nur noch wimmerte, ließ der Täter endlich von ihr ab.
Er beugte sich zu seinem Opfer und flüsterte ihm etwas ins Ohr, bevor er die junge Frau hochhob und in eine Zelle gegenüber Nellys brachte. Doch damit nicht genug, ging er auf die Zelle nebenan zu und holte eine weitere junge Frau zu sich, die sich mit ganzer Kraft gegen ihn wehrte. Bedauerlicherweise war er stärker und fasste ihre Haare mit voller Gewalt, sodass sie keine Chance hatte, ihm zu entkommen. Ihre Hände waren hinter dem Rücken gefesselt. Er platzierte sie ebenfalls auf dem Stuhl, fixierte ihre verbundenen Hände in einer Vorrichtung und begann dann, mit dem Messer auf sie einzustechen.
Es waren gezielte Stiche, nicht zu tief, nicht tödlich, jedoch sehr schmerzhaft, wenn man ihre Schreie als Maßstab heranzog. Der Mann traktierte sein Opfer, bis es vor lauter Schmerzen ohnmächtig wurde. Dann hob er es hoch und brachte es in seine Zelle zurück.
Als er plötzlich vor Nellys Zelle auftauchte, erreichte ihre Panik den Höhepunkt. Er schloss ihre Zelle auf und kam auf sie zu. Ihr Herzschlag verdreifachte sich und ihr Puls schoss in die Höhe. Der Mann, den sie nun besser sehen und einschätzen konnte, war um die ein Meter neunzig groß und breit gebaut. Seine Augen hatten einen ungewöhnlichen Grauton, der an Silber erinnerte. Er hatte eine helle Hautfarbe. Mehr spezielle Merkmale konnte sie wegen der Sturmhaube nicht erkennen.
„Auch schon wach, Vögelchen? Keine Angst, du wirst noch lange nicht für mich singen. Wenn du dich benimmst, darfst du aufstehen.” Seine Stimme war tief, aber leise. Dennoch schaffte er es, dass Nelly Gänsehaut bekam. „Wirst du dich benehmen, Vögelchen?”
Nelly nickte, obwohl ihr die Bewegung einen unangenehmen Schmerz bereitete. Der Mann bewegte sich langsam und mit Bedacht. Er befreite zuerst ihre Handgelenke vom Bettrahmen, wenngleich er die Hände selbst mit Seilen aneinander gefesselt ließ. Danach band er ihre Beine los.
„Du hast hier drüben einen Eimer, den du für deine Notdurft verwenden kannst. Benimmst du dich gut, bekommst du etwas zu essen und zu trinken. Bist du ein böses Vögelchen, wird dir dieses Privileg aberkannt und du wirst wieder ans Bett gefesselt. Hast du das verstanden?”
Nelly nickte erneut. „Nein, so läuft das nicht, kleines Vögelchen. Du sprichst mit mir oder wir gehen zurück zum bisherigen Status quo.” Seine Stimme war nun noch tiefer, ihre Gänsehaut verstärkte sich.
„Ja, ich habe verstanden. Ich werde mich benehmen.” Diese Aussage widerstrebte Nelly zutiefst. Was würde Kane nur davon halten, dass sie sich einfach so fügte? Er wäre bestimmt enttäuscht. Doch ihr Gegenüber war zufrieden. Er ließ sie mit gefesselten Händen in ihrer Zelle zurück. Zum ersten Mal seit Stunden konnte sie sich wieder bewegen, was ihren Beinen gar nicht gefiel. Sie gaben sofort nach und Nelly fiel auf die Knie. Der Boden unter ihr war staubig und kalt. Erst jetzt wurde ihr bewusst, dass sie nur in Unterwäsche gekleidet war, wie die anderen Frauen auch. Die zuschlagende Tür, die sie soeben hörte, machte ihr bewusst, wie ausweglos die Situation war.
Sie drehte sich ein wenig, stützte sich am Bettrahmen und unternahm einen weiteren Anlauf aufzustehen. Dieses Mal gelang es ihr und sie kam näher an die Gitterstäbe, um sich das Ausmaß des Gewölbes ansehen zu können. Der Platz rund um den Stuhl war etwa fünf mal fünf Meter groß und von Zellen begrenzt. Ausgehend von der Größe ihrer Zelle musste es hier elf Zellen geben.
Das war furchtbar. Wenn der Kidnapper wirklich elf Frauen in seiner Gewalt hatte, hatte er bestimmt nicht vor, sie wieder gehen zu lassen.
Wie zur Hölle war sie hier nur hineingeraten?
Sie konnte sich beim besten Willen nicht daran erinnern.
Kane Miller kämpfte gegen seine innere Unruhe. Er musste einen kühlen Kopf behalten. Er musste seinen Job erledigen. Und zwar so perfekt wie nie zuvor. Die vermisste Person, die er versuchte zu finden, war seine Schwester. Nelly war verschwunden, verdammte Scheiße!
Er war der Polizei-Chief von Idaho Springs. Es war sein Job, die Ruhe zu bewahren und den Überblick zu behalten. Aber wie sollte er das schaffen, wenn es seine Familie betraf? Natürlich hatte er ein großartiges Team um sich, das in letzter Zeit öfter, als ihm lieb war, beweisen musste, wie gut es war. Doch wenn es um seine Familie ging, konnten sie nicht gut genug sein. Niemand konnte das.
Lucas Brown, einer der beiden Sergeants des I.S.P.D., kam auf ihn zu. Er war es gewesen, der Kane vor ein paar Stunden über das Verschwinden seiner Schwester informiert hatte. Seine gesamte Haltung strahlte Anspannung aus. Welche Hiobsbotschaft würde ihn jetzt erreichen?
„Spuck es schon aus. Ich sehe es an deiner Haltung. Was ist passiert?”
„Die Spurensicherung hat sich gemeldet. Es wurden keine verwertbaren Spuren im Wagen gefunden. Allerdings wurde nicht weit entfernt die Spitze einer Kanüle gefunden. Die Analyse läuft. Sie hoffen auf DNA-Spuren und möglicherweise kann festgestellt werden, was sich in der dazugehörigen Injektion befunden hat. Wir werden sie finden, Kane.”
„Das müssen wir. Danke für das Update.” Seine Stimmung hatte sich weiter verschlechtert. In diesem Zustand war es besser, in seinem Büro allein zu sein und auf weitere Informationen zu warten. Nelly war erst vor knapp drei Wochen nach Idaho Springs gekommen.
Kane konnte nicht glauben, dass sie sich erst vor ein paar Wochen entschlossen hatte, herzukommen. Bei einem ihrer monatlichen Kontrollanrufe, wie sie es nannte, hatte sie ihn darüber informiert, dass sie ihren Abschluss in Betriebswirtschaft in der Tasche hatte und ab dem Wintersemester an der University of Colorado Boulder in Denver studieren wollte. Sie hatte sich für Umweltdesign entschieden. „Die Welt ist im Wandel und wir müssen uns anpassen. Ich denke, dass ich mit diesem Studium wesentlich besser zum Erhalt der Ranch beitragen kann, als mit dem Betriebswirtschaftsstudium“, waren ihre Worte gewesen. Natürlich hatte er ihr vorerst sein Gästezimmer zugesagt. Doch vor einer Woche war sie in ein Studentenheim auf dem Campus gezogen.
Er selbst hatte keinen Kontakt mehr zu seinen Eltern. Aber Nelly hatte immer Verbindung zu ihm gehalten und ihn über die Vorkommnisse auf der Ranch in Montana, die seiner Familie gehörte, auf dem Laufenden gehalten. Wenngleich er ihr immer versicherte, dass er es nicht hören wollte, war er doch froh darüber informiert zu sein, dass dort alles in Ordnung war. Als Nesthäkchen war es für Nelly einfacher, mit ihrem Vater auszukommen, als für Kane. Er war die große Enttäuschung, als er verkündete, einen Berufsweg bei der Polizei einschlagen zu wollen. Schließlich war sein Vater überzeugt gewesen, dass er eines Tages die Ranch übernehmen würde.
Nelly, mit ihren knappen einundzwanzig Jahren, hatte sich ihren Weg geebnet und war, im Gegensatz zu ihm, sehr wohl daran interessiert, die Ranch weiterzuführen und sie auch zukünftig zu bewirtschaften.
Durch die Vorkommnisse in jüngster Vergangenheit, bei denen eine Mitarbeiterin des I.S.P.D. entführt und eine Polizistin verletzt worden war, hatte er Nelly etwas aus den Augen verloren. Monica Taylor, die sich mit Maya Rosen den Empfang des I.S.P.D. teilte, war seit Jahren verfolgt worden. Vor zwei Wochen war es dann zu der Entführung gekommen, bei der Jax Walker, der einzige weibliche Officer des I.S.P.D., schwer verletzt worden war.
Nun war Jax bei ihm zu Hause, in Sicherheit und am besten Weg der Genesung. Eigentlich hatten sie am vergangenen Nachmittag ihre Entlassung aus dem Spital gefeiert. Und dann war Lucas aufgetaucht.
Kane öffnete seine Haustüre und ließ Lucas hinein, der ein wenig betrübt dreinschaute.
„Was ist los?”
„Oh, Mann. Chief, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Wann hattest du zuletzt Kontakt zu Nelly?”
„Ähm, gute Frage, vor ein paar Tagen. Sie hat mir Anfang der Woche die letzte Lieferung Kleider und Essen ins Krankenhaus gebracht. Sie wollte sich am Campus einleben. Wir haben dazwischen nicht telefoniert. Warum?”
„Dein Auto wurde verlassen auf der Landstraße nach Idaho Springs gefunden. Von Nelly fehlt jede Spur. Ich hab schon versucht, sie telefonisch zu erreichen, aber Fehlanzeige.”
„Warte, ich habe eine Ortungsapp, die sie mir freigegeben hat. Sie zeigt nur, dass sie vor vier Tagen in der Nähe war. Seither kein aktueller Standort mehr. Was ist hier los? Und warum hast du die Telefonnummer meiner kleinen Schwester?”
„Das ist eine längere Geschichte. Ich komme gerade vom Campus. Ich habe mit ihrer Kommilitonin gesprochen. Sie hat sie auch seit ein paar Tagen nicht gesehen, dachte aber, sie wäre bei dir.”
„Woher weißt du, in welchem Zimmer sie am Campus wohnt? Was läuft da zwischen euch?”
„Ist dir das jetzt wirklich wichtig, Kane?”
„Denk nicht, dass ich vergesse, dass du mir eine Antwort schuldest, Lucas. Aber jetzt müssen wir Nelly finden.”
Seither hatten sie Kontakt zu den Polizeistationen in der näheren Umgebung aufgenommen, danach die Krankenhäuser angerufen. Aber niemand hatte Nelly bisher gefunden. Kane tigerte in seinem Büro auf und ab. Sein Apparat läutete.
„Kane, Jax ist auf Leitung zwei für dich.” Mayas Stimme klang besorgt.
„Danke, Maya.”
„Hey, Kane. Gibt es irgendetwas Neues von Nelly?”
„Leider bisher nicht, Jax. Brauchst du etwas? Soll ich jemanden zu dir schicken?”
„Kane, ich komme klar. Aber ich möchte, dass du weißt, dass ich hier bin und auf dich warte. Melde dich, wann immer du mich brauchst.”
„Das werde ich. Danke, Jax. Und jetzt ruh dich aus.”
„Zu Befehl. Ich weiß, es wird dir schwerfallen, aber versuch zwischendurch etwas zu schlafen. Du musst fit sein, wenn es Hinweise gibt.”
„Werde ich beherzigen. Gute Nacht, Jax.”
„Gute Nacht.” Dann war das Gespräch beendet und Kanes Gedanken wurden immer lauter. Nach allem, was Monica und Jax zugestoßen war, wollte er nicht darüber nachdenken, was Nelly im Moment durchmachen musste. Bedauerlicherweise gelang es ihm nicht, seine Befürchtungen im Zaum zu halten.
Er verließ sein Büro und suchte nach Lucas. Es war Zeit zu erfahren, was genau zwischen dem Sergeant und seiner Schwester vorging. Sie hatten sich bei Sergeant Michael Prescotts Verlobungsfeier kennengelernt. Aber er hätte nicht mitbekommen, dass sie sich zu diesem Zeitpunkt bereits kannten.
„Lucas, ich denke, jetzt ist Zeit mir zu erklären, was du mit Nelly zu schaffen hast.” Die Worte kamen geknurrt hervor.
„Lass uns in den Befragungsraum gehen, Chief. Ich werde dir alles erzählen.”
Lucas war endlich in Chicago angekommen. Seit ein paar Tagen war er bereits unterwegs, um den Fall seiner Kollegin Monica Taylor erneut aufzurollen. Und nun hier in Chicago zu sein, war kein Zuckerschlecken für ihn. Hier erinnerte ihn zu vieles an seine Vergangenheit. Nicht umsonst war er so weit weggezogen.
Jetzt verließ er gerade das Polizeipräsidium und musste tief durchatmen, um die Vergangenheit wieder dorthin zu verbannen, wo sie ihn nicht weiter belasten konnte. Er schloss die Augen und tat einen tiefen Zug. Die Sonne schien ihm ins Gesicht und als er die Augen wieder öffnete, sah er sie.
Das Café auf der gegenüberliegenden Straßenseite war gut gefüllt. Im Gastgarten auf dem Bürgersteig tummelten sich viele Leute, doch nur sie schaffte es, seine Aufmerksamkeit zu fesseln. Die Kellnerin stellte eben eine große Tasse vor ihr ab, sie schob ihre Sonnenbrille hoch und bedankte sich lächelnd bei ihr.
Ihr blondes, langes Haar hatte sie in zwei Zöpfe geflochten, die über ihre Schultern nach vorn hingen. Der wache Blick, den sie ihm nun zuwarf, zeugte von Wissen und ließ auf eine alte Seele schließen. Ein Lächeln zupfte an ihren Lippen, während sie ihn ebenfalls im Detail zu betrachten schien. Auf ihrer Nase und den Wangen zeigten sich Sommersprossen, die zu ihrem jungenhaften Aussehen beitrugen. Mit einer leichten Kopfbewegung deutete sie auf den Stuhl neben sich. Erst jetzt kam erneut Leben in ihn und er setzte sich in Bewegung.
„Hallo, Fremder.” In ihren türkisblauen Augen tanzte der Schalk.
„Hallo, Fremde. Vielen Dank für die Einladung an deinen Tisch.”
„Gern geschehen. Du sahst ein wenig verloren aus, als du aus dem Revier gekommen bist. Schlechte Nachrichten erhalten?”
„Nicht ganz. Eher schlimme Vergangenheit. Ich bin übrigens Lucas.”
„Verstehe. Freut mich, Lucas. Ich bin Nelly.”
„Freut mich, deine Bekanntschaft zu machen, Nelly.”
Die Kellnerin nahm seine Bestellung auf und sie verbrachten die nächsten zwei Stunden damit, einander kennenzulernen. Nelly erzählte ihm von der Ranch ihrer Familie in Montana und Lucas von seiner Familie in Chicago. Natürlich verschwieg er bewusst den dunklen Teil der Vergangenheit, der mit Chicago zusammenhing und der den Umzug nach Idaho Springs auslöste.
Je länger sie miteinander sprachen, desto bewusster wurde ihm, dass er sie gern besser kennenlernen würde. Doch schon kurz zuvor hatte sie ihm mitgeteilt, dass ihre Zeit hier auf zwei weitere Tage begrenzt war. Was er einerseits sehr schade fand, andererseits ermöglichte es ihm, in diesen zwei Tagen viel Zeit mit ihr zu verbringen, ohne eine feste Bindung oder Zugeständnisse eingehen zu müssen.
„Hast du heute noch irgendetwas geplant?” Lucas wollte ihr gern die Stadt zeigen.
„Tatsächlich habe ich nichts Weiteres geplant. Also? Was schwebt dir vor?”
„Lass uns zum Navy Pier spazieren. Wir können am Ufer des Michigansee entlangspazieren. Und wenn du Lust hast, machen wir einen Abstecher ins Shedd Aquarium. Wir würden auch am McCormick Place vorbeikommen. Hast du das große Kongresszentrum schon gesehen?”
„Nein, diesen Teil der Stadt habe ich tatsächlich bisher nicht gesehen. Meine Freundin besucht die University of Chicago, Hyde Park. Daher haben wir mehr im südlichen Teil der Stadt unternommen. Allerdings hatte sie auch nicht sehr viel Zeit. Ich wollte die nächsten Tage noch ein paar Sightseeing-Touren unternehmen. Aber ich freue mich, wenn du mir die Stadt zeigst.”
„Liebend gern. Lass uns aufbrechen.”
Gemeinsam liefen sie die fünfunddreißigste Straße in Richtung Fußgängerbrücke entlang, um ans Ufer des Michigansees zu kommen. Danach schlenderten sie die Uferpromenade nach Norden und unterhielten sich weiter über Gott und die Welt. Es war so einfach, sich mit ihr zu unterhalten. Sie hatten fast identische Ansichten von essenziellen Dingen wie Schulbildung, Familie, Polizeiarbeit und Politik. Es war beinahe erschreckend.
Der Besuch im Aquarium bereitete Nelly viel Vergnügen. Sie genoss die Shows und zeigte Interesse an sämtlichen Tieren. Selbst Korallen fand sie faszinierend. Das gefiel Lucas an ihr. Er hatte sich schon lange für nichts mehr begeistern können. Doch mit Nelly an seiner Seite, entdeckte er tief verborgene Gefühle neu. Immer wieder erwischte er sich selbst dabei, wie er sie mit einem Lächeln auf seinen Lippen beobachtete.
Nach einem Snack und einem Getränk im Aquariums-Bistrot, liefen sie weiter zum Navy Pier. Lucas erzählte ein wenig aus seiner Kindheit in Chicago und seiner Familie. Sein älterer Bruder Pete war Arzt im Mount Sinai Hospital und der ganze Stolz seiner Eltern. Seine Frau war Anwältin im Büro des Bezirksstaatsanwalts. Die Kinder der beiden waren in Sportvereinen, musikalisch begabt und würden bestimmt einmal ebenfalls wichtige Ämter bekleiden.
Es war nicht so, dass seine Eltern nicht auch stolz auf Lucas wären. Denn das waren sie. Doch neben der Familie seines Bruders kam er sich selbst überaus gewöhnlich vor. Und nach dem, was in der Vergangenheit passiert war, hatte er es in diesem Umfeld nicht länger ausgehalten.
Den Abend ließen sie mit einer Fahrt auf dem Michigansee ausklingen. Zumindest war das der Plan, den Lucas beim Abendessen gefasst hatte. Er wollte Nelly ins Hotel bringen und anschließend in sein Motelzimmer zurück.
Doch als Nelly ihn vor ihrem Hotelzimmer zum Abschied küsste, war es um ihn geschehen. Unwillkürlich schob er sie näher an die Tür. Der intensive Kuss ließ seine Erregung wachsen. Erst das Klingeln des Aufzugs ließ sie beide Luft holen.
„Komm.” Nelly hielt ihre Schlüsselkarte in den Kartenleser und öffnete ihr Zimmer. Sie zog Lucas hinter sich hinein. Sobald er die Tür geschlossen hatte, drückte sie ihn dagegen und dann küssten sie sich erneut. Voller Einsatz. Ihre Zungen duellierten sich. Nellys ungestümes Vorgehen turnte ihn noch weiter an. Ihre Hände schoben sich unter sein Shirt, sodass ihre Fingerkuppen seinen Oberkörper erkunden konnten.
Währenddessen ließ er seine Hände hinten in ihren Hosenbund gleiten, damit er ihren knackigen Hintern kneten konnte, der bereits den ganzen Tag vor ihm verlockend umhergewandert war. Ein Stöhnen von Nelly ließ ihn forscher werden. Seine langen Finger schlüpften unter den Rand ihres Höschens und fanden ihre Falten bereits feucht für ihn vor.
Nelly wurde immer unruhiger und ungestümer. Deshalb dirigierte Lucas sie beide zu ihrem Bett. Schließlich wollte er diese wundervolle Frau vor ihm genießen. Als ihre Kniekehlen gegen den Bettrahmen stießen, unterbrach Nelly den Kuss. Ihre Augen glänzten vor Lust. Lucas konnte nur vermuten, dass sein Spiegelbild ähnlich erregt blicken musste.
„Bist du sicher, Nelly?” Er musste einfach aus ihrem Mund hören, dass sie mit dieser Nacht einverstanden war, wenngleich ihr Körper und ihr Handeln bereits ihre Zustimmung zum Ausdruck gebracht hatten.
„Ja, Lucas. Ich will dich.” Das war deutlich genug. Im nächsten Moment hatte er sie hochgehoben und auf dem Bett behutsam abgelegt. Er glitt über sie und küsste sich einen Pfad an ihrem Hals hinab. Ihre Bluse konnte er Kuss für Kuss aufknöpfen, bis sie zu beiden Seiten offen lag. Erst dann widmete er sich ihren Brüsten, die noch im BH-Körbchen versteckt waren.
Seine Fingerknöchel streichelten ihren Rippenbogen, während er den Pfad zwischen ihren Brüsten küsste. Anschließend ließ er seine Hand unter Nellys Rücken wandern und schnippte mit seinen Fingern den Verschluss auf. Schon konnte er den störenden Stoff hochschieben, um sich mit seinen Lippen und Zähnen ihren Knospen zu widmen, die bereits wie Kirschkerne strammstanden.
Nelly wurde unterdessen immer unruhiger unter ihm. Ihre Hände fuhren wild durch sein Haar, das er etwas länger trug. Doch er ließ sich nicht beirren. Er setzte seinen Weg kategorisch fort, liebkoste ihren Busen und danach ihren Bauch. Zielstrebig verteilte er Küsse Richtung Süden.
Am Hosenbund ihrer Jeans angelangt, blickte er auf, um erneut ihre Zustimmung einzuholen. Ihr Nicken signalisierte ihm, dass er den nächsten Schritt wagen durfte. Knopf für Knopf öffnete er ihre Jeans und half ihr im nächsten Moment, sich von der störenden Wäsche zu befreien. Bluse, BH und Jeans fielen auf den Boden und ihre Socken flogen in hohem Bogen aus dem Bett, woraufhin sie beide lachen mussten.
Auch Lucas hatte sein Shirt nun ausgezogen, ließ aber seine Jeans bewusst noch an. Nellys kleine Hände strichen seinen Oberkörper entlang, doch er wollte erst ihr Vergnügen bereiten, bevor er selbst Befriedigung erlangte. Also schnappte er sich ihre Handgelenke und drückte sie am Kopfende mit seiner linken Hand in die Kissen.
Sie beließ sie dort, ohne einen weiteren Versuch zu unternehmen, ihn zu berühren. Lucas’ rechte Hand schlüpfte gleich darauf unter Nellys Slip und seine Fingerkuppen verteilten ihre Feuchtigkeit. Ihrer Klitoris widmete er besonders viel Aufmerksamkeit. Mit jedem Kreis, den er um sie herum zog, bäumte sich Nellys Hüfte weiter auf. Ein weiteres Mal und er stieß zusätzlich zwei Finger in sie, was ihr ein lautes Stöhnen entlockte.
Lucas genoss es, jede Gefühlsregung auf Nellys Körper ablesen zu können. Die Gänsehaut, die ihren Bauch zierte, die beinahe gierige Bewegung ihrer Hüften, um seine Finger weiter aufnehmen zu können, das Zusammenziehen ihrer Brustwarzen und das abgehakte Keuchen, das ihm zeigte, dass sie nicht mehr lange benötigte, um zu kommen.
Erneut ließ er seine Finger in sie gleiten und übte gleichzeitig mit seinem Daumen Druck auf ihre Klitoris. Schon kam sie mit einem lauten Keuchen seines Namens auf ihren Lippen. Er hatte noch nie etwas Schöneres gesehen oder gehört.
Bevor sie noch von ihrem Hoch herunterkommen konnte, hatte er ihren Slip entfernt und ließ sich zwischen ihren Schenkeln nieder. Ihr Geschmack explodierte auf seiner Zunge, die er genüsslich in sie tauchen ließ. Ein paar Zungenschläge auf ihr Nervenbündel und ein paar Kreise drumherum, dazu erneuten Fingereinsatz und Nelly kam ein weiteres Mal.
Jetzt war es an ihm, seine Wäsche loszuwerden. Er holte ein Kondom aus dem Portemonnaie und zog es über, bevor er erneut ins Bett stieg. Nellys Wangen waren gerötet, ihr Haar hatte sich aus den Zöpfen gelöst und ein Lächeln umspielte ihre Lippen. Lippen, die er unbedingt erneut küssen musste. Doch noch dringender musste er in ihr sein. Er legte sich zwischen ihre Beine und setzte seine Schwanzspitze an ihren Eingang. Die Hitze und Feuchte, die er durch das Latex spüren konnte, raubten ihm beinahe den Verstand.
So langsam wie möglich drang er in sie ein. Ihre Enge machte ihn verrückt. Sobald sie ihm zu verstehen gab, dass sie sich an seine Größe gewöhnt hatte, bewegte er sich in immer schnellerem Rhythmus. Nelly hatte ihre Beine um seine Hüften geschlungen und kam ihm bei jedem Stoß entgegen. Sie küssten sich erneut und so lange, bis Lucas seinen Höhepunkt spürte. Er vergrub sein Gesicht in ihrer Halsbeuge und biss sie leicht hinein als er kam. Anschließend verteilte er kleine Küsse auf die Stelle und ihren Hals.
„Das war fantastisch.” Nelly küsste ihn auf seine Schulter und strich ihm durch sein Haar.
„Das kann ich nur zurückgeben.” Er berührte sanft ihre Lippen, bevor er sich behutsam aus ihr zurückzog. „Ich bin gleich zurück.” Schon stieg er aus dem Bett und ging ins angrenzende Bad, um das Kondom loszuwerden und sich zu waschen. Er nahm ein kleines Handtuch, hielt es unter heißes Wasser und brachte es ausgedrückt zum Bett, um Nelly zu reinigen.
„Was tust du da?”
„Ich dachte, du möchtest dich auch säubern? Nicht jeder mag das Mittel, das auf Kondomen ist.”
„Oh, okay.” Es schien, als hätte noch niemand diese Behandlung Nelly zuteilwerden lassen. Sanft wusch er sie und legte sich dann zu ihr. „Ist es okay, wenn ich hier schlafe? Oder soll ich lieber gehen?”
„Es wäre schön, wenn du bleibst, Lucas.”
„Das finde ich auch schön. Gute Nacht, Nelly.”
„Gute Nacht, Lucas.”
Der nächste Morgen weckte sie mit hellem Sonnenschein, der durch die bodentiefen Fenster in Nellys Zimmer fiel. Während der Nacht hatten sie mehrmals miteinander geschlafen und so war es nicht verwunderlich, dass es bereits früher Vormittag war, als sie erwachten.
„Lass uns duschen und anschließend noch zusammen frühstücken. Ich muss am frühen Nachmittag zum Flughafen aufbrechen.”
„Klingt toll. Ich muss heute noch ein paar Gespräche zu einem früheren Fall führen. Es wäre nicht so gut, wenn ich bei meiner Arbeit nichts weiterbringen würde.”
„Also bist du Polizist? Das hattest du gestern gar nicht erwähnt.” Nein, diesen Teil hatte er tatsächlich ausgespart. Er hatte nur von seiner Familie erzählt, aber nichts über seinen Job, da damit viele dunkle Erinnerungen einhergingen.
„Das ist wahr. Jetzt weißt du es. Was machst du beruflich? Soweit ich mich erinnere, hast du das gestern auch nicht erwähnt.” Grinsend küsste er ihre Wange.
„Ich bin Studentin. In Kürze wechsle ich auf die University of Colorado Boulder, um Umweltdesign zu studieren.”
„Studentin. Aha. Wie alt bist du, Nelly?” Diese Frage brachte sie tatsächlich zum Lachen.
