Flutland - Emily Diamand - E-Book

Flutland E-Book

Emily Diamand

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Beschreibung

Im Jahr 2216. England steht unter Wasser und ist dreigeteilt. In den Sümpfen hausen gefährliche, blutrünstige Piraten. Einfache Fischer bewohnen die Letzten Zehn Grafschaften. Und technikgläubige Schotten leben im Norden. Ein instabiles Gebilde, das zusammenbricht, als die Tochter des Premierministers entführt wird. Ausgerechnet Lillys Fischerdorf soll dafür zur Verantwortung gezogen werden. Und das bedeutet den Tod. Also fasst Lilly einen Plan. Sie wird zu den Piraten segeln und ihnen einen geheimnisvollen Juwel als Lösegeld anbieten. Doch der Juwel ist ganz und gar nicht, was er vorgibt zu sein. Dann kreuzt auch noch Zeph ihren Weg. Und der ist der Sohn des Piratenbosses ...

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EPUB

Seitenzahl: 389

Veröffentlichungsjahr: 2010

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CARLSEN Newsletter Tolle neue Lesetipps kostenlos per E-Mail!www.carlsen.de Alle Rechte vorbehalten. Unbefugte Nutzungen, wie etwa Vervielfältigung, Verbreitung, Speicherung oder Übertragung, können zivil- oder strafrechtlich verfolgt werden.Ein Chicken House-Buch im Carlsen Verlag © der deutschen Erstausgabe by CARLSEN Verlag GmbH, Hamburg 2010 © der englischen Originalausgabe by The Chicken House, 2 Plamer Street, Frome, Somerset, BA11 1DS Text © Emily Diamand 2008 The author has asserted her moral rights. All rights reserved. Originaltitel: Reavers’ Ransom Umschlagbild: David Wyatt Innenillustrationen: Carol Lawson Aus dem Englischen von Eike Schönfeld Layout und Herstellung: Steffen Meier Lithografie: Margit Dittes Media, Hamburg Satz und E-Book-Umsetzung: Dörlemann Satz, Lemförde ISBN 978-3-646-92007-9 Alle Bücher im Internet unterwww.chickenhouse.de und www.carlsen.de

Aus Klimawandel und Plünderern habe ich versucht, so gut ich konnte, eine Geschichte zu erschaffen, die ihr spannend findet. Hoffentlich gefällt sie euch.

Der Überfall

Kater reckt die Nase, zieht den Windhauch ein, der kaum das Segel füllt, und sperrt das kleine rosa Maul auf, um was zu sagen.

»Jau jau«, sagt er, und ich weiß, was er denkt: dass wir fast da sind.

Er hat ganz komische Laune, zappelig und nervös, als würde gleich gefährlicher Wind aufkommen. Vielleicht liegts auch bloß daran, dass wir schon den ganzen Tag draußen sind und nichts gefangen haben, was nicht oft passiert. Wenn ich zurückkomm, hol ich mir bei den Käptens dafür einen Rüffel ab: »Was hast du denn mit der Katze gemacht, Sand in die Nase gestopft?« Noch so eine Ausrede, damit sie mich nicht auf die großen Boote lassen müssen, sondern in dieses Dingi stecken, das kaum Platz für Netze und Körbe und dazu noch uns hat.

Wir fahren die Küste lang, so schnell das bisschen Wind uns schiebt. Hier in der Gegend gibts bloß Berge, Kliffe und schmale Kieselstrände. Kein weites, braunes Sumpfland oder eingestürzte Städte wie weiter östlich. Nicht mehr lange, dann sind wir an der Landzunge, und sobald wir um sie rumgucken können, sehen wir den kleinen felsigen Hafen. Und unser Dorf, das drüber den Hang hochsteigt.

Vielleicht riecht Kater Fisch? Fischdärme, die sich von der Kaimauer ins Wasser ringeln, Fischschuppen, die Steine wie Perlen schmücken. Putzen, schneiden, packen: die tägliche Plackerei der Fischer. Und Kater mit seinem hübschen grauen Fell und den Seetangaugen ist ihr Liebling. Alle, wie sie da sind, Männer wie Frauen, geben ihm ein Leckerli und hoffen, sie können ihn damit weglocken. Er macht das Beste draus, schlägt sich den Bauch voll, wo er kann, aber egal, was sie tun, wie viel Fisch sie ihm geben, er bedankt sich, frisst alles sauber auf und kommt gleich zu mir zurück.

Ich schwenk das Segel ein bisschen weiter rum, versuch, den beißenden, salzigen Wind einzufangen. Aber wir juckeln bloß durchs Wasser, hoppeln über winzige Wellen, die in der Sonne glitzern und funkeln.

Wieder miaut Kater.

»Was ist denn los?«, frag ich, aber er sagts mir nicht. Stellt bloß die Vorderpfoten auf den Bug und steht da, zuckt mit dem Schwanz, als könnt er nicht schnell genug nach Hause kommen.

Zu Haus wird Oma warten. Sie schafft es neuerdings nicht mehr bis zum Hafen, wegen ihres Rheumas, aber sie wird uns vom Fenster aus sehen.

»Ich schau nur auf die Segel«, sagt sie immer. Sieht den Booten nach, wenn sie auslaufen, und zählt sie, wenn sie wiederkommen. Tag für Tag zählt sie sie. »Dem Meer kann man nicht trauen.« Und sie wirds wohl wissen, wo doch schon Opa untergegangen ist.

Oma war selber Fischerin, als sie jünger war – ist mit Käpten Greyhand auf der Annie May gefahren. Aber sie will nicht, dass ich das tu.

»Macht dich kaputt und laugt dich aus«, sagt sie. »Schau mich an – vierundfünfzig, und ein Rheumakrüppel. Willst du das denn wirklich, Mädchen? Ein hartes, stürmisches Leben, und am Ende nichts als eingerostete Gelenke?«

Aber was gäbs denn sonst? Im ollen Dorf bleiben, Fische ausnehmen, putzen und als Lohn zwei Penny die Woche? Oder einen Bauern heiraten und Äcker pflügen? Nö danke. Nichts für mich. Und immerhin hat Kater mich ja ausgesucht. Das muss doch was bedeuten.

Der leichte Wind schiebt uns an der Signalstation und weiter an einem feuchten grünen Klumpen Land vorbei, an dessen Wurzeln das Meer nagt. Früher, vor dem Kollaps, hat da wohl ein großer Bau mit riesigen Türmen gestanden, aus denen den ganzen Tag Dampf gekommen ist. Damit haben sie Licht und Wärme für alle Häuser des Landes gemacht. Aber vielleicht ist das bloß eine von Omas Geschichten, denn das alte Kraftwerk ist jetzt bloß noch schimmeliger alter Beton, und in jedem Winter fällt wieder ein Stück davon ins Meer.

Kater dreht den Kopf und sieht mich an.

»Jau jau, mrau jau«, sagt er. Aber ich weiß noch immer nicht, was er sagen will. Er hüpft von seinem Ausguck und springt her.

»Mie jau!«, sagte er und starrt mir mitten ins Gesicht. Und dann macht er einen Satz und gräbt mir die Zähne voll in meine Hand auf der Pinne.

»Aua!«, schrei ich. »Wofür war das denn?« Mir ist halbwegs klar, dass er sich über irgendwas aufregt. Das könnt alles sein: ein Sturm, Wale, dass ich einen guten Fang verpass, dass ich seiner Ansicht nach nicht schnell genug fahr.

»Sag mir endlich, was los ist!«, sag ich. Aber er ist zu aufgeregt, rennt bloß fauchend im Kreis.

Eigentlich müsst ich inzwischen kapieren, was Kater sagt. Das ist ja auch der Sinn der Sache, eine Schiffskatze soll einem beim Segeln und Fischen helfen, sagen, was im Meer lauert, und einen guten Fang unter den Wellen erschnuppern. Aber ich habs noch nicht ganz gerafft. Lun Hindle sagt, ein Grund mehr, dass ich Kater nicht behalten dürft. Ist praktisch zu allen im Dorf gegangen und hat ihnen erzählt, dass man mir das Tier wegnehmen müsste. Aber zum Glück hat Oma sich für uns eingesetzt und keiner von den Käptens will sich mit ihr anlegen.

»Der hat sich Lilly selber ausgesucht. Und ihr wisst genau: Wenn die Katze sich entschieden hat, ist nichts zu machen.« Das hat sie gesagt, ist dann zum Alten Mond gehumpelt, wo alle getrunken und geraucht und drüber gesprochen haben. Ich durfte da natürlich nicht rein, weil ich ja »bloß ein Mädchen« bin, aber ich hab durchs Fenster gelinst und gesehen, wie alle Käptens einmütig genickt haben, so wie die Drei Weisen an Weihnachten. Aber Lun hat weiter gemurrt und gequengelt. Er war sogar beim Pfarrer deswegen – hat wohl gehofft, ich werd als Hexe oder so was ausgestoßen. Andy hat da grade die Graskanten im Kirchhof gestutzt, der hats mir erzählt.

Lun kam angerannt: »Pfarrer Reynolds! Lilly Melkun hat sich eine Schiffskatze gekrallt – mit Fisch vom Wurf gelockt!« Als hätt ich so was gemacht! »Und ich wart jetzt schon seit zwei Jahren, hab meinen Namen eingetragen und alles!«

Und hast du dich schon mal gefragt, warum du so lange wartest, Lun? Vielleicht will ja keine Katze zu dir.

Jedenfalls hat mir Andy erzählt, der Pfarrer hätt bloß gesagt, wenn überhaupt, sei es Gottes Wille, und dann wär Lun eingeschnappt gegangen. Ich weiß nicht, was er erwartet hat; womöglich dachte er, der Pfarrer würd Schiffskatzen als Helfer des Teufels brandmarken, wenn er eine Kirche im Binnenland hätt. Aber in einem Fischerdorf kann er das ja wohl kaum tun. Wo doch jeder drauf angewiesen ist, dass sie auf uns aufpassen.

Als wir auf Höhe der Landzunge sind, seh ichs. Ein Engelskopf, der auf dem Wasser wippt. Er ist aus Holz geschnitzt, nicht sehr gut, und das Haar ist mit so einer komisch rötlichen Farbe bemalt, wie man sie an echten Menschen noch nie gesehen hat. Dass es ein Engelskopf ist, weiß ich bloß, weil er sonst am Bug von Andys Dingi steckt, das er Engel getauft hat. Aber Andy würd ihn nie von seinem Boot nehmen! Er hat den Kopf selber geschnitzt, hat immer vor der Tür dran rumgeschabt. Auch als die älteren Jungs, die immer unten am Hafen sitzen, gelacht und gesagt haben, er sieht eher aus wie ein Schwein als ein Engel, hat er trotzdem weitergemacht.

Inzwischen raunzt und jault und springt Kater rum wie ein Verrückter. Ich kann ihn grade so davon abhalten, dass er mir auf den Kopf klettert. Und noch während ich ihn abwehr und mit offenem Mund auf den Engelskopf glotz, der nach Süden treibt, Richtung Espana, hör ich es so komisch wummern. Auf der Landzunge. Die alte Station steht in Flammen.

Aber natürlich nicht richtig. Es ist das Leuchtfeuer. Ein großer Haufen Holz und Reisig, trocken gehalten und auf einer erhabenen Plattform aufgestapelt. Denn ein Feuer an der Signalstation kann man noch in Wytham sehen, und dann zünden die ihr Leuchtfeuer an. Und die ganze Küste lang werden die Feuer angezündet, bis sie die Garnison in Chichester erreichen.

Es gibt bloß einen Grund, das Leuchtfeuer anzuzünden: Piraten.

Jetzt weiß ich, warum Kater so hektisch ist, und meine Hände werden schweißnass und eiskalt. Und als wir um die Spitze der Landzunge rumfahren, seh ich die zerstörten Boote im Hafen und den Rauch, der vom Dorf aufsteigt. Sehr viel Rauch, wie von brennenden Häusern.

Ich schau wieder auf die Überreste der Boote, die im Wasser dümpeln, auf das Leuchtfeuer, das auf der Landzunge lodert, und ich kanns kaum fassen. Ich war doch bloß einen Tag weg! Wie hat das an einem einzigen Tag passieren können?

Noch mehr Splitter und Sparren Holz treiben vorbei, ein Fischkorb, dann ein glatter Hügel, der im Wasser schwebt. Ich halt die Luft an, bis die Wellen weiterziehen und zeigen, dass es bloß Kleider sind, keine Leiche. Hätts aber sein können. Und wahrscheinlich gibts jetzt Tote im Dorf, weil die Piraten völlig unerwartet eingefallen sind. Ach, es darf nicht Oma sein oder Andy oder Hetty oder ...

Es soll gar niemand sein, nicht mal Lun.

Ich schwenk die Pinne und fahr, so schnell ich kann, so schnell dieser blöde schwache Wind mich treibt, nach Haus.

Um in den Hafen zu kommen, muss ich mit meinem Boot durch einen Teppich aus Holzstücken. Am Kai steht eine große Gruppe Fischer – sie sortieren keine Fische, flicken keine Netze, sie stehen einfach nur da. Mit braunen Wollpullis und zerlumpten Hosen, wie jeder Fischer sie unterm Ölzeug trägt. Als wären sie aus dem Bett gesprungen und direkt zum Kai gerannt. Und alle starren aufs Wasser, als hätten sie es noch nie gesehen. Auch ich starr hin, denn es ist kein einziges Boot heil geblieben. Die ganze Flotte ist halb aus dem Wasser gezogen oder hängt einfach schräg da, der Mast gebrochen. Es sieht aus, als hätt ein Riese zum Dorf runtergelangt und die Boote zerquetscht.

»Lilly! Lilly!«

Es ist Andy, er winkt und schreit meinen Namen, sein schwarzer Lockenkopf ragt wie ein Pilz über die anderen Köpfe raus. Erst mal bin ich total froh, dass er lebt und es ihm gut geht, aber dann krieg ich einen Knoten im Magen. Denn warum schreit er so?

Als wir an die Kaimauer kommen, ist bloß das Holz zu hören, das auf den Wellen knarrt und knirscht. Wegen dem ganzen Holz komm ich nicht nah ran, also steh ich auf und werf eine aufgerollte Leine hin. Und so werd ich von einem halben Dutzend Fischer reingezogen, sogar Käpten Ainsty zieht mit, und der hat seit zwanzig Jahren keinen Finger mehr gerührt. Ich steig aus dem Boot und die Steinstufen des Kais hoch, Kater dicht hinter mir. Alle sehen mich mit schmalen, verkniffenen Gesichtern an. Einige schütteln den Kopf.

»Piraten?«, frag ich. Und ein paar nicken.

»Ein ganz, ganz schlimmer Tag«, sagt Käpten Ainsty, und ausnahmsweise nimmt er sich mal nicht ganz so wichtig wie sonst.

»Heute Morgen sind sie gekommen, völlig unerwartet, mit dem Morgennebel«, sagt John Greenstick. Alles nickt und stöhnt.

Käpten Ainsty klatscht mir die Hand auf die Schulter.

»Lilly, das war ein schlimmer Tag. Du musst jetzt tapfer sein.«

Tapfer?

Panisch seh ich reihum in die wettergegerbten Gesichter, aber ihre Blicke wenden sich ab. Bloß Andy weicht nicht aus, da weiß ich, dass er es mir sagen wird.

»Was ist los?«, flüstre ich, und da laufen ihm Tränen aus den kohlschwarzen Augen.

»Ach, Lilly«, sagt er. »Es ist was mit deiner Oma.«

Und mehr muss er nicht sagen, schon stoß und dräng ich mich aus der Menge.

»Lasst mich durch!«, kreisch ich, dann renn ich, meine Füße stampfen über die glatten grauen Kopfsteine, nehmen zwei der kleinen Stufen auf einmal. Vorbei an der schwarz verkohlten Fassade der Schreinerwerkstatt, um zerbrochene Möbel rum, über eine aufgerissene Matratze, aus der die Füllung auf die Steinplatten quillt. Hinter mir ruft Andy meinen Namen, aber ich halt jetzt nicht mehr an.

Dann bin ich zu Haus. Die Brust brennt, die Lunge keucht. Die Haustür ist offen, mittendrin ein Loch wie von einer Axt. Und als ich reinrenn, liegt Oma auf dem Tisch: Arme über Kreuz, Augen zu, Lippen blau. Daneben sitzt Hetty auf einem Stuhl, das Gesicht vom Weinen aufgedunsen. Sie springt auf, als ich reinpoltre, und einen Moment lang sagt sie nichts, bloß der Mund steht offen. Dann heult sie los.

»Ach, Lilly! Die haben von Kater gehört! Ein halbes Dutzend hat sich von den Übrigen getrennt und ist direkt hierher! Hättest Oma sehen sollen – eine rasende Furie war die! Aber da war einer, ein Junger, Fieser. Der hat nicht glauben wollen, dass Kater auf See war. Hat immer weitergebohrt, hat gesagt, sie lügt, und hat mit dem Schwert zugeschlagen ... Und sie ist umgefallen und nicht mehr aufgestanden ... Ach, Lilly, ich hab sie noch retten wollen, wirklich, aber das Blut ist einfach immer weitergelaufen ...«

Und sie weint, und ich wein, und dann kommt Andy rein und weint auch. Und Kater hopst rein und miaut und miaut.

Und ich leg die Arme um Omas armen kalten Körper, halt ihn fest, wie schon so oft. Aber sie umarmt mich nicht mehr, streicht mir nicht über die Haare oder sagt, dass alles gut wird. Und noch immer halt ich sie, halt sie fest in dem dunklen kleinen Raum, denn wie kann ich sie je wieder loslassen?

Die Tochter des Premierministers

Die nächsten Stunden sind ein einziges Heulen und Jammern. Mehr will ich dazu nicht sagen. Aber schließlich muss ich mich zusammenreißen, denn Hetty sagt: »Wir müssen sie ordentlich aufbahren.« Und sie hat Recht; die Leute stecken schon die Köpfe rein, wollen ihr Respekt erweisen.

Bevor es fast dunkel ist, kommt der Pfarrer.

»Deine Großmutter war eine gute Frau«, sagt er. »Sie war ehrlich, hat hart gearbeitet und sich nie zu den schlechten alten Sitten verleiten lassen. Sie wird den Lohn für ihr gutes Leben erhalten.« Daran halt ich mich und hoff, er hat Recht.

Andy sagt, und seine Stimme ist zittrig und komisch: »Herr Pfarrer, brauchen Sie Hilfe beim Grab?« Und Pfarrer Reynolds nickt ganz feierlich. Dann geht er mit Andy zum Kirchhof, wo der ihm beim Graben hilft. Bloß eine Grube. Bloß für Oma.

»Es ist wirklich ein Wunder, dass sonst niemand getötet wurde«, sagt der Pfarrer noch, bevor er geht. »Aber mir scheint, die Piraten hatten anderes im Sinn. Selbst die zwei Soldaten bei Mrs Denton werden sich von ihren Wunden erholen.«

Und da hass ich ihn, weil er sagt, Omas Tod ist ein Wunder. Also frag ich ihn auch nicht, was er damit meint.

Der Spätnachmittag wird zum Abend, und die Leute kommen allein oder zu zweit, um sich zu uns zu setzen und von Oma Abschied zu nehmen. Dann kommt die Nacht und dauert ewig und ist im Nu vorbei, beides zugleich. Und als das Licht rosig durchs Wohnzimmerfenster kriecht, hebt sich der Nebel in meinem Kopf und hinterlässt ein furchtbares, leeres Loch.

Wir kleiden Oma in ihre besten Sachen und wickeln sie in ein Leichentuch. Die Kirchenglocken läuten und Andy kommt wieder, James, den Schreiner, im Schlepp. Sie legen Oma auf eine breite Planke und tragen sie zum letzten Mal aus unserem Haus, Hetty und ich hinterher. Auf unserem Weg zur Kirche kommt erst einer, dann noch einer und noch einer. Aus ihren zerstörten Häusern folgen sie uns stumm. Ich schau über die Schulter und seh Fischersleute und Käptens, alle marschieren sie feierlich hinter uns her. Die Fischermützen abgenommen, die Augen gesenkt, alle im besten Staat. Sogar in Schuhen, wenn sie welche haben.

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