G. F. Unger Tom Prox & Pete -75 - G. F. Unger - E-Book

G. F. Unger Tom Prox & Pete -75 E-Book

G. F. Unger

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Beschreibung

Die letzte große Revolution in Mexiko war zusammengebrochen. Die Rebellen waren von den Regierungstruppen nach blutigen Kämpfen in alle Winde zerstreut worden. Hier und da hielten sich noch kleine Gruppen in den unzugänglichen Bergen, aber sie bildeten für die Regierung keine ernsthafte Gefahr mehr.

Jetzt, da alles vorüber war, fanden die ehemaligen Rebellen - unzufriedene Landarbeiter, Vaqueros und Gauchos - nicht in ihr altes Leben zurück. Sie hatten kämpfen, plündern und rauben gelernt und waren es gewohnt, immer volle Töpfe zu haben. Nun, da sie ein Leben in Armut und Bescheidenheit führen sollten, zogen sie es vor, auf Kosten ihrer Mitmenschen zu leben. Sie schlossen sich zu Banden zusammen und machten die mexikanischen Nordstaaten unsicher. Dabei überschritten sie auch die Grenzen der Union und hausten in Texas, Neu-Mexiko und Arizona...

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Seitenzahl: 97

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Inhalt

Cover

Impressum

GEFÄHRLICHE GRENZE

DER GROSSE RAUB - Teil 8

Vorschau

Wissenswertes

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige eBook-Ausgabe der beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

© 2018 by Bastei Lübbe AG, Köln

Programmleiterin Romanhefte: Ute Müller

Verantwortlich für den Inhalt

Titelbild: Heinrich Berends

eBook-Produktion: César Satz & Grafik GmbH, Köln

ISBN 978-3-7325-6604-4

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

www.bastei.de

Liebe Western-Leser, liebe Unger-Freunde!

Das Werk von G.F. Unger, einem der größten und beliebtesten Wildwest-Autoren über die Grenzen Deutschlands hinaus, ist umfangreich. Dazu zählen auch seine Beiträge zu den Serien BILLY JENKINS, TOM PROX, JOHNNY WESTON und PETE in den 50er-Jahren.

Als »sein« Verlag wollen wir Ihnen – zusätzlich zur Sonder-Edition, in der wir Ungers Taschenbücher ungekürzt im Heftformat auflegen –, in einer Classic-Edition jetzt auch diese Romane präsentieren, die neben ihrem nostalgischen Reiz nichts von ihrer Dramatik verloren haben. Wir beginnen mit seinen Billy-Jenkins-Romanen – 71 Hefte und 8 Leihbücher. Die Serie wurde erstmals im Werner-Dietsch-Verlag in den Jahren 1934–1939 veröffentlicht und zwischen 1951 und 1958 vom Uta-Verlag neu aufgelegt und fortgeführt. G.F. Unger stieg bei Band 50, mit dem wir auch die Classic-Edition begonnen haben, in die Serie ein.

Wir wünschen allen Sammlern und Lesern viel Vergnügen und spannende Unterhaltung bei dieser Zeitreise!

Ihre G.F. Unger-Redaktion

PS: Einige Bezeichnungen in den Romanen wie »Neger« gelten heutzutage als diskriminierend. Sie waren zur Zeit der Romanhandlung aber gebräuchlich und sollten im historischen Kontext verstanden werden, weshalb sie im Text belassen wurden.

Gefährliche Grenze

Nach Berichten des Westmannes Billy Jenkins

Erzählt von G.F. Unger

Die letzte große Revolution in Mexiko war zusammengebrochen. Die Rebellen waren von den Regierungstruppen nach blutigen Kämpfen in alle Winde zerstreut worden. Hier und da hielten sich noch kleine Gruppen in den unzugänglichen Bergen, aber sie bildeten für die Regierung keine ernsthafte Gefahr mehr.

Jetzt, da alles vorüber war, fanden die ehemaligen Rebellen – unzufriedene Landarbeiter, Vaqueros und Gauchos – nicht in ihr altes Leben zurück. Sie hatten kämpfen, plündern und rauben gelernt und waren es gewohnt, immer volle Töpfe zu haben. Nun, da sie ein Leben in Armut und Bescheidenheit führen sollten, zogen sie es vor, auf Kosten ihrer Mitmenschen zu leben. Sie schlossen sich zu Banden zusammen und machten die mexikanischen Nordstaaten unsicher. Dabei überschritten sie auch die Grenzen der Union und hausten in Texas, Neu-Mexiko und Arizona …

Die Räuberbande, die den amerikanischen Polizeibehörden einige Sorgen bereitet, wird von einem ehemaligen Revolutionsoffizier angeführt. In seinen guten Tagen hieß er Oberst Juan Escombros, aber jetzt nennt man ihn nur El Gavilán, den »Sperber«.

Dieser »Sperber« ist der Grund, warum das F.B.I. in Washington drei seiner besten Western-Spezialisten nach der mexikanischen Grenze in Marsch setzt. Mit den Worten: »Sie werden auf eigene Faust arbeiten müssen, meine Herren! In Mexiko können wir Sie nicht schützen!« macht ihnen der Vorgesetzte die Gefährlichkeit des Auftrags klar.

Billy Jenkins, der blonde G-Man mit dem Wikingergesicht, nickt und knurrt: »Okay. Ist ja nicht das erste Mal, dass wir Kastanien aus dem heißen Mexiko herausholen!« Er zwinkert seinen beiden Kollegen Jim Chester und Dick Hanson zu, und die grinsen nur verständnisinnig.

»Well«, sagt der Leiter. »Ich weiß, dass ich mich auf Sie verlassen kann, Captain Jenkins. Der ›Sperber‹ hat uns schon zu viel Schaden zugefügt, und wir denken gar nicht daran, uns noch länger auf die Versprechungen der mexikanischen Regierung zu verlassen. Wir müssen den Kerl in seinem Schlupfwinkel fassen. Wenn er erledigt ist, läuft seine Bande von selbst auseinander.«

Als die drei G-Men das Haus verlassen haben, betrachtet der hübsche schwarzhaarige Jim Chester seinen neuen perlgrauen Stetson, schnappt ein Fädchen von der breiten Krempe und sagt: »Ich hätte mir doch besser einen billigen Hut kaufen sollen!«

Der athletische Dick Hanson grinst über sein Vollmondgesicht und knurrt: »Hauptsache, dass wir wieder ’nen interessanten Job haben.« Er dehnt unternehmungslustig die gewaltige Brust, und seine prachtvollen Muskeln spielen unter dem knapp sitzenden Flanellhemd.

In einer wilden Ecke von Neu-Mexiko, dicht an der Grenze, liegt die Winkel-Ranch.

Wenn Rancher Morton einen neuen Cowboy einstellt, so fragt er immer erst: »Weißt du auch mit ’nem Colt zu hantieren?«

Manche der Bewerber sagen: »Okay!« Diese Leute schickt Morton wieder weg. Es gibt aber auch welche, die sagen gar nichts, sondern reißen den Colt heraus und schießen einen Sperling vom Scheunendach. Solche Leute nimmt Rancher Morton sofort an. So nebenbei fragt er dann, ob sie etwas vom Viehbetrieb verstünden.

Somit ist es klar, dass die Cowboys der Winkel-Ranch erst schießen und dann den Mund aufmachen. Diese Tatsache allein verhilft den rauen Reitern zu einem längeren Leben, denn hier an der Grenze geht es seit einiger Zeit wild und haarig zu.

Die große Herde der Winkel-Ranch befindet sich im Augenblick auf ihrem besten Weideland, das dicht an der Grenze liegt. Es ist Nacht, und der Mond scheint hell. Langsam reiten die Cowboys der Nachtwache um die Herde herum, die sich zur Ruhe niedergetan hat. Hier und da trottet noch ein Tier unruhig umher; es ängstigt sich vor der Nacht und ihren Gefahren, denn in der Ferne ertönt das Geheul einiger Wölfe.

Um die Tiere zu beruhigen, singen die Cowboys, und die Rinder wissen dann ganz genau, dass sie beschützt werden. Früher ließen die Cowboys der Winkel-Ranch die Herden allein herumziehen und beobachteten sie nur aus der Ferne, aber solche friedlichen Zustände sind lange vorbei. Immer besteht die Gefahr, dass mexikanische Räuberhorden über die Grenze kommen und das Vieh entführen. Deshalb bleibt die Herde jetzt nie unbewacht.

Der Cowboy auf der südlichen Seite der Herde bricht plötzlich seinen Gesang ab und stößt einen gellenden Alarmruf aus. Dann hat er schon seine beiden Revolver heraus und feuert auf die Reitergruppe, die hinter einer Bodenwelle hervorprescht. Zwölf Schüsse jagt er aus den Läufen, doch bevor er zum Nachladen kommt, reißt ihn ein Schlag aus dem Sattel. Eine von den daherjagenden Banditen abgefeuerte Kugel hat ihn erwischt.

Die Mexikaner galoppieren in zwei Gruppen um die große Herde herum. Sie rasen durch den Kugelhagel, der ihnen entgegenpfeift.

Inzwischen ist die im Nachtlager schlafende Cowboymannschaft alarmiert worden und hat sich auf die bereitstehenden Pferde geschwungen. Bald ist der Kampf um die Herde in vollem Gange. Die Winkel-Ranch-Cowboys sind allererste Nummern, aber jeder von ihnen kämpft gegen vier, fünf Angreifer. Und die Mexikaner sind raubgierige Bestien, die keine Gnade kennen.

So kämpfen die Cowboys ihren letzten Kampf. Sie wehren sich tapfer und bringen den Banditen schwere Verluste bei, aber am Ende müssen die überlebenden Winkel-Boys doch flüchten. Einer von ihnen reißt sein Pferd herum und reitet nach dem Lager zurück. Hier steckt er eine der Raketen in den Boden, zündet sie an, und schon zischt der Feuerwerkskörper gen Himmel. Weit oben platzt das Ding auseinander. Grell steht nun eine grüne Kugel in der Luft, die langsam an ihrem Fallschirm zur Erde schwebt.

Das mit allen Grenzer-Stationen vereinbarte Signal wird von einer starken Reiterpatrouille beobachtet, die unterwegs ist. Als die Grenzreiter auf dem Kampfplatz erscheinen, finden sie nur noch eine zertrampelte Weidefläche und viele Tote vor. Einige versprengte Rinder geistern im Mondlicht herum, sonst ist von der großen Herde nichts zu sehen. Die Cowboys sind anscheinend geflüchtet.

Rancher Morton ist ein großer starker Mann mit kantigem Gesicht und einem schwarzen Schnauzbart. Durch das dunkle Haupthaar ziehen sich schon weiße Fäden. Mit seinen vierzig Jahren ist er noch nicht alt, aber er hat schon viel erlebt.

Seit fünfzehn Jahren besitzt er die Ranch an der Grenze, und wenn er heute zurückdenkt, so ist es immer nur Arbeit und Kampf gewesen. Mühsam hat er sich trotz wiederholter Rückschläge vom kleinen Zehn-Kühe-Rancher zum großen Viehzüchter hochgearbeitet.

Seine beiden Jungs hat er wieder hergeben müssen. Der eine wurde von einer Klapperschlange gebissen, der andere von einem wilden Stier zerfetzt. Vor drei Jahren starb die geliebte Frau, und nun ist er ganz allein. Aber noch nie hat er daran gedacht, sein Lebenswerk, seine große Ranch, aufzugeben.

In dieser Nacht kann er nicht schlafen. Eine merkwürdige Unruhe verscheucht den Schlaf und treibt ihn aus dem Bett hoch. Er kleidet sich wieder an und geistert im Hause herum. Später verlässt er das Haus und geht über den Hof, inspiziert die Schweineställe und den großen Stall, in dem die tragenden Kühe stehen. Er stört den Wache haltenden Neger aus dem Stroh auf und lässt sich berichten. Dann geht er hinüber zum Bunkhouse und weckt die beiden Cowboys, die auf der Ranch zurückgeblieben sind. »Eeeeh, Boys! Einer von euch muss ins Camp reiten! Habe das Gefühl, dass irgendwas dort nicht in Ordnung ist!«

Die Cowboys blicken ihn groß an, doch sie kennen ihren Boss und wissen, dass er ein feines Gefühl hat für alles, was seine Rinder betrifft. Sie erheben sich beide und machen sich fertig. Als sie auf den Hof hinaustreten, ruft der Rancher: »Dort! Dort! Seht ihr’s? Unsere Boys haben eine Leuchtkugel abgeschossen! Grünes Licht bedeutet Überfall durch Banditen! Sattelt die Pferde, Jungs!«

Die Cowboys eilen zum Korral und holen die Pferde herbei. Morton hat inzwischen Waffen und Patronengürtel gebracht, und fünf Minuten später fegen die drei Reiter vom Hof, den Karabiner in der Faust.

Nach einem Galopp von zwanzig Minuten Dauer haben sie etwa zehn Kilometer zurückgelegt. Die Pferde beginnen bereits zu schnauben; ein Zeichen, dass ihre Lungen nicht mehr genug Luft bekommen und sich die Nüstern verschleimen. Die Reiter lassen die Tiere deshalb in einen kurzen Trab fallen.

Plötzlich zügelt Morton seinen Bronco. Auch die beiden Cowboys halten an. »Eeeeh! Zwei Reiter! Halten auf uns zu! Habt ihr durchgeladen?«

»Yeah.«

Die im Mondlicht noch undeutlichen Gestalten kommen näher heran. Plötzlich sagt der eine Cowboy: »Das sind Ted und Will!«

»Eeeeeeh! Jippiiii!«, gellt der Ruf durch die Nacht.

Kurz darauf sind Ted und Will heran. Beide sind verwundet, doch nicht schwer. Ted berichtet und schließt: »War nichts mehr zu machen. Boss. Es sind ihrer zu viele!«

»Mitkommen!«, bestimmt Morton und setzt hinzu: »Vielleicht hat das Signal Erfolg gehabt und Grenzer kommen uns zu Hilfe! Auf keinen Fall lass ich die Bande mit meiner Herde abzieh’n!«

Nach kurzem, langsamem Ritt stoßen noch weitere geflüchtete Boys auf die Reitergruppe. Auch sie sind verwundet, doch behaupten sie, immer noch den Teufel aus der Hölle holen zu können. Sie schließen sich an.

Dann erscheinen noch zwei Cowboys, von denen der eine den Kopf verbunden hat, während der andere mehr im Sattel hängt als sitzt und von seinem Kameraden gestützt wird. Der Schwerverwundete wird sofort auf den Boden gelegt und von Morton, der einige medizinische Kenntnisse besitzt, behandelt. Aber so sehr der Rancher sich um seinen tapferen Cowboy auch bemüht: Der Verwundete stirbt ihm unter den Händen weg.

Der Tote wird auf sein Pferd geladen, und dann reitet die Gruppe weiter. Zehn Minuten später kommen sie auf der Weide an.

»Die Herde ist weg!«, stöhnt Morton auf.

»Dort sind Reiter! Viele! Soldaten!«, ruft ein Cowboy.

Durch kurze Zurufe verständigen sich die Cowboys mit den Grenzreitern, die gerade dabei sind, die Toten zusammenzutragen.

Morton, der den Offizier gut kennt, fragt mit heiser klingender Stimme: »Wie viele von den verfluchten Teufeln haben denn meine Jungs umgelegt?«

»Wir haben fünfzehn tote Greaser gezählt!«, erwidert der Offizier. »Sechs Ihrer Boys haben daran glauben müssen, Mister Morton!«

»Hier bringen wir noch einen«, sagt Morton schwer. »Wollen das Begräbnis gleich vornehmen. Helfen Sie uns?«

»Selbstverständlich, Mister Morton! Es tut mir sehr leid, dieses Unglück! Es ist …«

»Ihnen tut’s leid? Mir tut’s leid, Mann! Ich bin nämlich pleite!«, knurrt Morton verbittert. »Sie sind zu spät gekommen!«

Nachdem die Toten begraben sind, entfernen sich die Grenzreiter. Der Offizier will die mexikanischen Polizeibehörden verständigen, damit drüben auf den »Sperber« und seine Banditen Jagd gemacht werden soll.