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Spannende Unterhaltungsgeschichte, die von einem Wachkomapatienten erzählt wird. Mit seinen zwei langjährigen Freunden an der Nordsee legt er sich durch grenzenlose Naivität mit der Drogenmafia an. Was am Anfang wie ein Spiel aussieht, wird zum Schluß bitterer Ernst. Dem Milieu nicht gewachsen, agieren sie kopflos und müssen letztendlich den Tribut zahlen.
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Seitenzahl: 383
Veröffentlichungsjahr: 2015
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Chris Biller
GAUCHO
Schneetreiben in der Pampa
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
INHALT
Gaucho
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Impressum neobooks
GAUCHO
Schneetreiben in der Pampa
Drei "WILHELMSHAVENER" ,die sich in ihrer grenzenlosen Naivität selbst überschätzen!
Als Tony Schmitz langsam erwacht, muss er erschreckenderweise feststellen, dass er sich in einem
andauernden Zustand des Wachkomas befindet. Hervorgerufen durch einen Unfall mit seinem
Motorrad, deren Umstände ihm mit der Zeit immer klarer werden. Unter Polizeischutz, bewacht vor
seinem Krankenzimmer, setzt er allmählich Schritt für Schritt das Puzzle zusammen und erfährt
nebenbei, das seine besten Freunde das waghalsige Spiel, das sie mit der Drogenmafia meinten
treiben zu können, auf brutalste Weise bereits verloren hatten.
Nur er, Tony Schmitz, war wie ein Wunder noch am leben.
SCHNEETREIBEN IN DER PAMPA!
AUCH WENN DU FÜR ANDERE NICHT MEHR DA BIST,
HEISST ES NICHT, DAS ES DICH NICHT GIBT!
Chris
Name: Tony Schmitz
Geboren am:28.03.1982
Geschlecht: männlich
Verkehrsunfall am 07.07.2013
Man sagt, der Zustand der tiefen Ohnmacht und dessen Dauer, wäre eine Willkür des Schicksals. Das apallische Syndrom lässt die Betroffenen nicht mehr am Leben teilhaben. Trotz des Anscheins nur zu schlafen und dem Reagieren auf bestimmte äußerliche Reize, werden die meisten ihre Dämmerung nie verlassen können. Ein Zusammenspiel von Desinteresse und Erstaunen formen den erstarrten Ausdruck im Gesicht. Die Augen geöffnet jedoch unfähig die Außenwelt zu kontaktieren stehen sie sich selbst am wenigsten Nahe. Wachkoma wird weltweit von Medizinern anhand einer Skala von 3 bis 15 eingeschätzt. Je höher der Wert einer Bewusstseinsstufe, umso gesünder der Patient. Tony wurde in 3 eingestuft und galt als einer der wenigen Kandidaten, die sich am weitesten von ihrem bewussten Selbst entfernt hatten. Hinter der Frage in wie weit ein Mensch in diesem Zustand tatsächlich noch fähig ist überhaupt etwas aufzunehmen, steht ein noch größeres Fragezeichen.
Was wäre, wenn wir uns alle irren?
Es war still, eigenartig still und dunkel. Ich fühlte mich wohlig leicht und unbeschwert. Fast körperlos, von sorgvollen Gedanken unbefangen, schien alles nichtig, unbedeutend zu sein. Eine innere uneingeschränkte Zufriedenheit, vermischt mit einem beinahen Glücksgefühl. Ummantelt von seliger Wärme und Geborgenheit. In Trance schwebend, unbekannt benebelt, wie in einem Rausch.
Fühlte sich etwa so der Tod an? Was war geschehen? Wo war das Licht am Ende des Tunnels, von dem alle sprachen? War es schon an mir vorbei, hatte ich es verpasst? Gab es überhaupt ein Licht, oder hatte es nur ein Mancher gesehen, der für einen Moment im Begriff war zu sterben?
Bin ich gestorben? Bin ich?
Bisher kehrte noch keiner nach dem Tod so richtig zurück und bis auf ein paar dubiose Behauptungen nach spirituellen Sitzungen, gab es auch sonst keine Beweise. Tote waren also nicht gerade redselig, was das Licht betraf.
Ich dachte an die Möglichkeit, dass meine Seele zwischen den Welten festsaß. Vielleicht war dies der Moment, in dem man ins Jenseits übergeht. Ich dachte und dachte bis mir auffiel, dass ich es tat. Natürlich! Wie sagte Descartes: „Ich denke, also bin ich!“ Ich war mir sicher noch unter den Lebenden sein zu müssen. Nichts mit Jenseits, auf dem Weg zur ewigen Ruhe. Ich konnte, durfte mich nicht täuschen.
Aber wo bin ich?
Ein leises wiederkehrendes Geräusch, holte mich aus meiner wirren Gedankenwelt. Ein dumpfer auf Anhieb undefinierbarer Ton war zu hören. Er ertönte in einem Rhythmus und wurde zunehmend höher und höher. Ich nahm immer mehr Geräusche wahr, die in ihrer Deutlichkeit stärker wurden. Die Dunkelheit vor meinen Augen wich einem hellen grauen Nichts, als würde man am Tage auf einer großen Wiese liegen und mit geschlossenen Augen in den klaren Himmel blicken. Ich war im Begriff allmählich meine Sinne zu aktivieren. Ich wurde wach! Nach kurzer Zeit hatte sich der Ton in seinem Klang und in der Lautstärke eingependelt. Er war mir nicht unbekannt und wer ihn kannte, wollte ihn am liebsten nicht hören. Er bringt in dieser Form im Leben mehr Trauer als Zuversicht. Oftmals ist er der musikalische Vorbote des nahenden Endes.
Der Herzrhythmuston!
Die innere Zufriedenheit ging in eine Unruhe über, das Glücksgefühl wurde von einer Ungewissheit abgelöst. Ich brauchte nicht lange um zu begreifen, dass dies wohl der Rhythmus von meinem Herzen war. So war mir klar, mich aller Wahrscheinlichkeit nach in einem Krankenhaus auf der Intensivstation zu befinden, ohne zunächst eine Ahnung zu haben, wie und warum ich hier her kam. Die Unruhe steigerte sich zur Panik. Meine wenigen Gedanken flogen wie ein Tennisball im Laufe eines Grandslams im Takt meines Herzens durch den Kopf.
Ich spürte wie ich das Gefühl von Heiß und Kalt bekam, es aber nicht wirklich vorhanden war. Die Atmung verschnellte sich, das Blut wurde mit einem Druck durch die Adern gepumpt, das sie drohten zu explodieren. Aber so war es gar nicht. Ich zwang mich langsam durchzuatmen, was ich jedoch längst tat. Ich zwang mich zur Ruhe zu kommen, war es aber schon. Was ich auch fühlte, schien nicht real zu sein. In meinem Kopf fand es statt, doch der Körper verhielt sich normal. Ich versuchte die Augen zu öffnen, doch es gelang mir nicht. Als würde ich aus weiter Entfernung mit Impulsen meines Hirns auf die Innenseite meiner Lieder schießen, um sie zu öffnen, aber jeder Schuss löste sich kurz vor dem Ziel in ein Nichts auf.
Was verflucht noch mal war mit mir los? Alles war so schrecklich klar und echt als das es ein Alptraum sein konnte. Meine Sinne waren da und auch nicht. Ich bekam das Gefühl in mir selbst gefangen zu sein. Diese Machtlosigkeit meines geistigen Willens, brachte mich in einer körperlichen Situation der Auslieferung. Ich war wehrlos, eine noch stärkere Panik kam in mir auf. War es das? Sollte dies die Verfassung sein, in der ich dahin vegetieren werde?
Das kann nicht, ich will das nicht, das darf einfach nicht sein!
Eine Flut von weiteren Geräuschen, rissen mich zusammenzuckend aus diesem Emotionsknäuel. Ich konnte Schritte, vermischt mit Stimmen hören. Sie kamen näher und näher bis sie die Tür, zu dem vermeintlichen Raum in dem ich lag, erreichten. Unendlich lange knarrte die Türklinke vom zögernden herunterdrücken. Scheinbar übertrieben langsam, öffnete jemand die Tür. Hoffnung stieg in mir auf, Euphorie. Also doch kein Alptraum, gleich wird es vorbei sein. Sicher hat man mir nur irgendwelche Medikamente verabreicht, um mich aus triftigen Gründen ruhig zu stellen. Meinen Körper, der Genesung wegen, heruntergefahren. Mit mir ist alles in Ordnung, gleich wird man mich wach rütteln, SICHER!
Wie so oft im Leben, kommt es erstens anders und zweitens als man denkt. Die mir selbst eingeredete Sicherheit, schwand in diesem Moment abrupt.
Es war der Anfang von meinem Ende, denn dieser Moment sollte mich in den vollendeten Zustand der Gewissheit bringen, dass das, was man ein normales Leben nennt, bei mir für den Rest meiner Tage nicht mehr zutreffen würde. Nicht im Stande mich in irgendeiner Weise zu vermitteln, für die Außenwelt als ein Abwesender eingestuft, war ich, wie ich anfangs nur erahnen konnte, zweier Ärzte ausgeliefert, die den Raum in dem ich lag betraten und sich über Spekulationen und Feststellungen einiger Fakten über meiner Gesundheit unterhielten, als wäre ich nicht vorhanden. Mein Schicksal wurde abgefertigt, quasi besiegelt indem ich erfuhr, selbst wenn ich jemals wieder aus dem Koma, in dem ich mich befand, erwachen sollte, ich Zeit meines Lebens ein irreparabler Pflegefall bleiben werde. Die Hülle, in der ich feststeckte, schien in diesen Augenblick unter mir aufzureißen. Es war als würde ich über einem tiefen schwarzen Abgrund schweben und machtlos vor dem Fall hinunterschauen. Meine Psyche, sofern überhaupt eine vorhanden war, brach in einer negativen Vollkommenheit in sich zusammen.
Ich wollte erst gar nicht wissen, wie der Rest von mir nach außen hin aussah. Noch immer fragte ich mich, was mit mir passierte und in diesen Zustand brachte. Ich hatte was die Erinnerung betraf, einen völligen Blackout. Erst als die beiden vermeintlichen Kittelträger, sich über weitere Untersuchungsergebnisse und Behandlungsmethoden der vergangenen Tage unterhielten, gingen sie auch ansatzweise auf den Grund meines Zustandes ein.
>>Tja Doktor Lammers, da können wir doch nur lernen das Motorrad fahren zwar die schnellste, aber in diesem Fall nicht unbedingt die sicherste Methode ist, das richtige Ziel zu erreichen, oder? Gibt es sonst noch Neuigkeiten von unserem Pechvogel Herrn Schmitz? <<
Bilder tauchten katapultartig in meinem Kopf auf. Wie Spielkarten die man in die Luft wirft, rieselten sie in rauen Mengen auf mich herunter. Nach und nach setzten sie sich zu einem Ganzen zusammen und brachten mich an jenem Ort zurück, an dem sich wohl der letzte Moment meines vorherigen Daseins auflöste.
Ich war mit meinem Bike unterwegs nach Hamburg. Ein herrlicher Sommertag, die Sonne schien und es war heiß. Ich befand mich auf der Autobahn und der geringe Verkehr an diesem Tag, verlockte mich dazu, mit dem Gas fast am Anschlag auf der Überholspur zu fahren. Ich überlege nicht was passieren könnte, schließlich schätzt ich mich, so wie viele andere Motorradfahrer es sich auch einreden, als ein guter Fahrer ein. Bei den Geschwindigkeiten, sollte man sich generell über Angst keine Gedanken mehr machen. Entweder geht es gut oder man steht im nächsten Augenblick seinem Schöpfer gegenüber. Und so geschah es dann, als plötzlich eines der Fahrzeuge vor mir ausscherte. Ich kann mich noch daran erinnern, dass es ein weißer Lieferwagen war, der für mich aus unersichtlichen Gründen die Fahrspur wechselte. Ich erschrak, im Reflex schrie ich unter dem Helm „Arschloch“ in dem Bruchteil einer Sekunde, als es auch schon zu spät war zu reagieren. Die Strahlen der Sonne wurden im weißen Lack wie in einem Spiegel zurückreflektiert und das grelle Licht, das dadurch entstand, glich einen gewaltigen Blitz, der mir ins Visier einschlug und mir jegliche Sicht raubte. Ich verriss den Lenker und verlor die Kontrolle. Dann wurde es schwarz um mich herum. Wie ich im Laufe der Zeit aus etlichen Gesprächen, die in um mich herum stattfanden, mitbekam, hatte ich nicht die geringste Chance. Der Fahrer des weißen Fahrzeugs hatte mich angeblich aufgrund meiner Geschwindigkeit nicht kommen sehen und setzte zum Überholvorgang an. Durch den Aufprall gegen die Leitplanke wurde ich etwa 50 bis 60 Meter weit durch die Luft geschleudert und blieb dann zwischen den Mittelplanken liegen. Mein Körper war so verdreht und verquert, dass man im Normalfall von menschlichen Überresten gesprochen hätte.
Die Honda Fireblade, mit der ich fuhr, überschlug sich angeblich über dreißigmal und zerschellte an einer achtzig Meter von mir entfernten Autobahnbrücke an einem Betonpfeiler. Nur anhand eines kleinen Teils vom Tank konnte man noch erkennen, dass es sich ursprünglich um eine Honda handelte. Der Tacho blieb durch den Aufprall gegen die Leitplanke bei seiner Endgeschwindigkeit von stolzen 302 km/h stehen und wurde erst zwei Tage später von der Autobahnmeisterei ca.150 Meter vom Unfallort entfernt in einem Graben gefunden. Kurzum, mein Bock und ich mussten in etwa gleich ausgesehen haben.
Man muss kein Prophet sein um sich vorstellen zu können, das die Chancen solch ein Unfall zu überleben so groß sind, wie das Entdecken eines Ufo`s über einer Einkaufszone mit der Aufschrift „Hier könnte Ihre Werbung stehen.“
Die Sanitäter die am Unfallort eintrafen und mich dann schließlich als erster fanden, waren Aufgrund meines Anblickes nicht nur überfordert sondern noch Wochen später in psychologischer Behandlung. Wobei der Grund dafür eher war, dass ich noch lebte als das es mein Aussehen war. Es passte nicht im Bereich ihrer logischen und geistigen Vorstellungen, das in diesem menschlichen Rest etwas vorhanden sein könnte, was man retten müsste. Das Gesetz verpflichtete sie jedoch zu meinem Glück an jedem Verletzten die Erstversorgung durchzuführen, bis ein Notarzt anwesend war und weitere Entscheidungen traf. In diesem Fall wurde der besagte Notarzt mit einem Hubschrauber zur Unfallstelle geflogen. Sein Gedanke an der Aussichtslosigkeit meines Zustandes als er eintraf, wurde im gleichen Atemzug umgekehrt, als er bemerkte dass entgegen aller Logik immer noch ein Hauch Leben in mir steckte. Mit allen ihm wissenden Kenntnisse der Medizin flickte er mich wie auf dem Killingfield in Vietnam notdürftig für den Transport mit dem Hubschrauber zusammen.
Er ließ mich in die „Uniklinik Düsseldorf“ fliegen und übergab mich in die Obhut von Professor Doktor Niehlan. Hier war man auf Gefäßneurochirurgie, Schädelbasis- und Hypophysenchirurgie sowie Wirbelsäulenchirurgie spezialisiert. Allein was die Regeneration des peripheren Nervensystems und der plastischen Chirurgie bei Schwerstfällen wie ich es war anging, konnte man an diesem Ort die besten Ärzte ihres Fachs antreffen.
Nach einer 14 Stündigen Erst-Operation eines 12 köpfigen Teams aus Ärzten und Schwestern, landete ich dann in einem Einzelzimmer auf der Intensivstation. Die ersten Tage sahen nicht gut aus und es folgten weitere Eingriffe. Während dieser Zeit war ich in der Klinik Gesprächsthema Nr.1 und mein Zustand wurde wie der Dow Jones gehandelt. Das Personal schloss untereinander Wetten ab. Jeden Tag wurde sich erkundigt wie es um mich stand, das ging durch sämtliche Stationen. Ich, der Tony, war für die Einen der Favorit auf der Rennbahn des Lebens und für die Anderen der Gaul der sich auf halber Strecke die Hufe brach und den Gnadenschuss bekam.
Obwohl ich mich nicht mehr allzu weit zurück erinnern kann, weiß ich, dass ich als Kind glücklich war. Zumindest ab dem sechsten Lebensjahr. Ich war ein Einzelkind und meine Mutter Lisbeth, von den meisten allerdings Lilli genannt, umsorgte mich wie eine Glucke ihre Eier. Sie verfolgte jeden meiner Schritte um sofort einzugreifen wenn es nach Gefahr aussah und das war nicht selten. Schließlich hatte sie meist die alleinige Aufsicht, da mein Vater Rudi bei einer damals hiesigen Öl-Raffineriegesellschaft im Schichtdienst arbeitete. Irgendwann lernte ich dann, dass ich sämtlichen Quatsch veranstalten konnte, wenn sie von irgendwelchen Arbeiten im Haushalt abgelenkt war. Es verging nicht ein Tag, an dem mir nicht etwas Neues einfiel. Ich spielte mit dem guten Besteck einen Messerwerfer im Zirkus oder ich versuchte mit ein paar Strohhalmen Untertassen zu jonglieren. Mit Creme malte ich Straßen auf dem guten Teppich und mit Mamas Nagellack malte ich meine Matchboxautos an. Natürlich auch auf dem Teppich oder auf dem Küchentisch. Wie das dann hinterher aussah kann sich ja jeder vorstellen. Als ich jedoch das eine Mal auf den Küchenschrank klettern wollte, der mir weit über dem Kopf ragte, um wie ein Trampolinspringer auf den Küchentisch zu hüpfen, kippte dieser mit mir um. Während des Falls öffnete er sich und es knallte fürchterlich. Ich weiß gar nicht wie viele Teller und Tassen dabei zerbrachen. Der Schrank schlug Gott sei Dank neben mir auf und verfehlte mich nur um Haaresbreite. Geschockt verharrte ich für ein paar Sekunden auf dem Fußboden und erschrak zugleich als ich hörte, wie meine Mutter mit riesigen stampfenden Schritten herbei eilte. Als sie dann in die Küche kam, waren ihre Augen vor Entsetzen weit aufgerissen und ihre Haare schienen sprichwörtlich zu Berge zu stehen. Langsam raffte ich mich auf und zog mich zwischen den ganzen Scherben am Küchentisch hoch. Für einen Moment war es toten-still in dem Raum und in den Sonnenstrahlen, die durch das Küchenfenster schienen, verquirlte sich aufgewühlter Staub mit kleinsten Porzellanpartikeln zu einer glitzernd funkelnden Wolke. Ich fand es faszinierend, aber was dann kam war der gestaffelte Ablauf einer bis ins kleinste Detail schnell durchdachten Moral-predigt. Es gab in solchen Momenten zwei Versionen. Die kurze dauerte ungefähr fünf Minuten und die lange konnte schon mal mit Pausen, bis in den nächsten Tag reichen. Bei dieser Geschichte bekam ich nur die kurze Version. aber dafür unmissverständlich in einem von ihr gefauchten Vorwurfspaket.
>>Bist du verletzt, ist dir was passiert? Um Himmels Willen, bist du denn verrückt geworden? Was hast du dir nur dabei gedacht? Willst du mich unglücklich machen? Du hättest tot sein können wegen deinen Dummheiten. Willst du das Junge? WILLST DU DAS!? <<
Ich schüttelte verneinend den Kopf und schaute zu ihr auf aber ihr Blick ging an mir vorbei. Fassungslos starrte sie auf das Geschehene. Hätte der mit Porzellan randvoll gestapelte Küchenschrank sich beim kippen nur ein wenig zu mir gedreht, er hätte mich erschlagen. Meine Eltern wären todunglücklich gewesen und ich hätte mir keine Standpauke mehr anhören brauchen. Ich nehme an meine Mutter wusste seit diesem Vorfall, das ich einen ganz besonderen Schutzengel haben musste und schraubte zumindest äußerlich ihre Besorgnis um mich ein wenig herunter. Wir wohnten am Stadtrand von Wilhelmshaven. Die Gegend war eher ländlich. Bis auf nur einem Haus ungefähr 30 Meter entfernt von Unserem, war alles Weide oder Ackerland. Hinter unserem Haus befand sich der Garten in dem ich bevor ich das Laufen anfing wie ein Wahnsinniger herumkrabbelte. Laut meinen Eltern war ich damals schon voller Absicht Reißaus zu nehmen und mein Vater hatte keine andere Wahl den Garten komplett einzuzäunen. An dieser Zeit erinnere ich mich allerdings kaum, erst ab dieser Sache mit dem Küchenschrank blieb es bei festen Erinnerungen. Ich schätze das Ereignis war im wahrsten Sinne einschlägig genug und fest in meinem Gehirnskasten verankert.
Ich wuchs heran und es kam die Zeit, als der Garten immer langweiliger wurde und ich orientierte mich zum Leidwesen meiner Eltern nach den Dingen die hinter dem Zaun lagen. Freunde hatte ich damals nicht viele mit denen ich hätte spielen können. Die aus meiner Klasse waren mir zu blöd und unsere einzigen unmittelbaren Nachbarn hatten nur eine vier Jahre ältere Tochter. Zu der komme ich aber später.
Ich ging also allein auf die Pirsch und hielt mich entweder auf einem alten verlassenen Lagerplatz auf der anderen Seite unseres Hauses auf oder lungerte auf einem nahe liegenden Bauernhof herum. Meistens jedoch war ich auf diesem Lagerplatz zu finden. Er war schon lange nicht mehr genutzt geschweige denn betreten worden und war so hoch mit Brettern dicht an dicht eingezäunt das nur ein Erwachsener der groß genug war so gerade drüber hinwegschauen konnte. Der Zugang, ein eben so hohes altes und eingewachsenes Doppeltor, war waagerecht mit einem schweren Balken verbarrikadiert der durch einer Vorrichtung mit einem verrosteten Schloss gesichert wurde. Ich jedoch, ich hatte meinen eigenen Eingang. Auf der hinteren Seite des Platzes zur Weide hin, waren zwei Bretter des Zauns locker und ich konnte sie so weit verschieben, dass ich hindurch kriechen konnte. Es war mein geheimer Ort. Keiner kam sonst dort hin oder wusste davon. Das meiste auf dem Grundstück war von meterhohen Gras, Sträuchern und zwei oder drei Apfelbäumen die sich nach allen Richtungen Platz verschafft hatten, verwuchert. Selbst ein alter ausgeschlachteter VW Käfer, der in einer der Ecken stand, war fast restlos vom Efeu bedeckt. Um ihn herum standen alte Ölfässer und ein Gussofen.
Neben dem Haupteingang zum Grundstück befanden sich die Überreste von einem Holzschuppen der längst über die Hälfte in sich zusammen gefallen war. Ein paar Blechdosen mit verrosteten Schrauben und Nägeln, verrottetes unbrauchbares Werkzeug, eine alte Schippe und anderer Kram zeugten dafür, dass dort mal gewerkelt wurde. Das Beste aber befand sich direkt mittig auf dem Platz. Ein alter Schießbunker aus dem zweiten Weltkrieg, der gerade mal so groß war, das zwei Mann sich darin bequem aufhalten konnten. Er war kreisförmig gebaut. Eine Stahltür auf der einen und eine Schießscharte auf der anderen Seite. Er ging kegelförmig nach oben hin zu, als wäre er in einem Stück gegossen worden. Ein geiles Ding und ein noch geilerer Ort sich vor Allem zu verstecken, wenn man seine Ruhe haben wollte. Ich hatte alles was ich brauchte und im Sommer war ich die meiste Zeit dort. Ich arbeitete und baute mir eine eigene kleine Welt auf und wenn ich gedurft hätte, wäre ich auch über Nacht geblieben. Hier holte ich auch meine ersten Blessuren, Abschürfungen, Fleischwunden die genäht werden mussten bis hin zu Verstauchungen und letztendlich Knochenbrüche. Zweimal die Woche eine Verletzung war Programm. Ohne dem, ging gar nichts.
Wenn ich mit schmerzverzerrtem Gesicht über unseren Garten gelaufen kam, brauchte ich nicht einmal mehr auf Mitleid hoffen. Meine Mutter kam zwar aus dem Haus, stand aber demonstrativ mit den Händen in die Hüfte gestützt an der Hintertür und schüttelte mit dem Kopf.
„Junge, Junge, Junge, zum 100.mal. Wenn du so weiter machst, hast du bald mehr Narben als Berlin Straßen hat.“
Die erste Zeit ist sie wegen jeder Kleinigkeit mit mir zum Arzt oder sogar ins Krankenhaus gefahren. Je öfter ich jedoch etwas hatte, umso mehr wusste sie sich selbst zu helfen und verarztete mich gleich vor Ort.
Es kam hin und wieder vor, das sie sich dann darüber beschwerte, dass sie mit mir immer wieder Scherereien hatte und unsere Nachbarn diese Probleme nicht haben würden. Die hätten schließlich eine Tochter. Ein ruhiges braves Mädchen, die nicht von irgendwelchen Bäumen fällt oder durch zu enge Zäune kriecht und sich sämtliche Gliedmaßen aufreißt.
Aber wenn sie das sagte, grinste sie mich im nächsten Augenblick an, wuschelte mir mit der Hand durch die Haare und sagte: „Du bist ja auch ein richtiger Junge und zwar meiner!“
Dann gab es einen Schmatzer auf die Stirn und ich durfte weiter spielen gehen. Also was ich unter spielen verstand.
Unsere besagten Nachbarn wohnten zu unserer Linken. Sie hießen Weyers und ihre Tochter hörte auf den schönen Namen Elena. Sie war wie gesagt vier Jahre älter als ich und bildhübsch. Lange schwarzgelockte Haare, schlank mit rehbraunen Augen. Die Gene ihrer Schönheit kamen von ihrer Mutter, die ursprünglich aus Italien stammte, allerdings vom Temperament her dem Klischee nicht annähernd entsprach. Ihr Vater, deutscher Herkunft, untersetzt mit lichtem Haar, arbeitete ebenfalls als Schichtarbeiter bei derselben Raffineriegesellschaft. Somit waren unsere Väter zwar Kollegen, hatten aber durch verschiedene Tätigkeitsbereiche direkt miteinander nie etwas zu tun.
Trotz beidseitiger Freundlichkeit kam es zwischen unseren Eltern nie zu einem innigen Kontakt. Meine Mutter sprach zwar ab und zu mit der von Elena, aber laut ihren Angaben, ging es selten über Alltägliches hinaus. Ganz ähnlich, jedoch ungewollt entstanden was mich anbetraf, war auch das Verhältnis zwischen mir und Elena. Vorm Haus war sie sehr selten und wenn, dann für sich ganz allein mit Seilspringen, Fahrrad fahren oder Sonstigem beschäftigt. Sie verhielt sich schüchtern, war wortkarg und auf eine Art unerreichbar. Gut, die geschlechtlichen Interessen sind halt unterschiedlich, auch der Altersunterschied trägt sicherlich dazu bei, aber derart frappierend? Die Tatsache dass sie anscheinend keine Freunde hatte, die sie besuchten, erklärte den aufkommenden Verdacht, es könnte womöglich an mir liegen, als haltlos. Auch unsere wortlosen nur durch Gestiken ausgeführten Begrüßungen von Fenster zu Fenster, bei denen sie wie ausgewechselt immer so niedlich lächelte und schon fast fröhlich übertrieben winkte, ließen den Gedanken einer Abneigung zu mir absurd erscheinen. Es fiel ihr offensichtlich leichter, sich aus sicherer Entfernung mit mir zu unterhalten. Was ich wiederum nicht ganz verstand und oftmals ihr Gehampel als äußerst fragwürdig was ihre Persönlichkeit entsprach deklarierte. Trotz allem empfand ich es als sehr angenehm und wir freuten uns beide jeden Tag darauf, wenn wir uns auf diese Art sahen. Es wurde schon beinah zu einem Ritual.
Die unerklärliche Strenge ihres Vaters trug zu ihrem Verhalten mit dazu bei. Er passte auf wie Schießhund und die übertriebene Fürsorge ließ beim ihm nur einen bestimmten Zeitraum zu, in dem sie an die frischen Luft durfte. Immer zu denselben Uhrzeiten musste sie ins Haus zurück. Hatte sie mal bei ihren Beschäftigungen die Zeit vergessen, so keifte ihr Vater schon an der Eingangstür energisch fordernd, sie sollte doch sofort herein kommen. Ich beobachtete des Öfteren, dass darauf in ihrem Zimmer das Licht anging und ihr Vater die Vorhänge zu zog. Sie musste wohl schlafen, brauchte ihre festgelegten Ruhephasen oder hatte womöglich eine Krankheit von der ich nicht wusste, die sie dazu zwang am helllichten Tag in ihr Bett zu müssen. Zumindest war das die einzige Schlussfolgerung womit ich mir dieses Vorgehen erklären konnte. Mein Vater sagte nur, als ich ihn dennoch einmal nach dem Sinn fragte und was die Elena denn wohl für ein Problem hätte, „ Weißt du mein Junge, es gibt Dinge im Leben, die muss man nicht verstehen. Glaube mir, auch ich habe mich das schon einige Male gefragt, so hat jeder seine Eigenarten. Was dem einen als völlig normal erscheint, ist für den anderen genau das Gegenteil.“
Das war zwar keine richtige Antwort auf meiner Frage, aber es reichte für mich um unbeschwert weiter meine Wege zu gehen.
Im Laufe der kommenden Jahre änderte sich nicht gerade viel an der Allgemeinsituation. Erst recht nicht bei Elena. Die Zeit machte sie zunehmend reifer und immer hübscher. Mittlerweile war sie süße siebzehn und hatte das Springseil gegen das Konsumieren von Zigaretten eingetauscht. Das war auch das einzige Gravierende was sich änderte. Sie saß dann quasi ihre Zeit vor dem Haus auf einer unter dem Dachvorsprung stehenden Gartenbank ab. Oftmals war sie sehr reizvoll gekleidet und aufgetakelt, als ob sie ausgehen wollte. Die Absicht das Haus zu verlassen hatte sie allerdings nicht. Stattdessen fand eines jeden Tages am frühen Abend das gleiche Prozedere statt. Sie ging ins Haus auf ihr Zimmer, zog schon seit langem selbst die Vorhänge zu und machte ein gedämmtes Licht an.
In dieser Zeit fing ich an, mich immer mehr von dem geheimen Platz den ich mir mühsam aufgebaut hatte zu distanzieren. Schon bald hatte ich die Lust gänzlich verloren und blieb diesem Ort fern. Ich war dreizehn geworden und passierte allmählich den Weg in den pubertären Gefilden, was meine Freizeit fast ausschließlich in Anspruch nahm. Die Momente in denen das Interesse zum weiblichen Geschlecht vorrangig wurden, kamen in immer kürzeren Abständen. Plötzlich waren meine Blicke auf jede weibliche Schönheit gerichtet, egal welchen Alters, die den in mir aufkommenden erotischen Phantasien entsprachen. Aber es gab nur Eine, die in mir die größte Neugier auf Eroberung des süßen anderen Geschlechts erweckte. Elena!
Ich versuchte den Kontakt zu ihr zu verinnigen, indem ich Briefe meiner Zuneigung schrieb und sie, bevor Elena aus dem Haus zu gehen vermochte, unter der Gartenbank legte. Meine Gefühle in Wort verfasst, schmeichelten sie und auf ihre Weise antwortete sie an so manchen Abend vor ihrem Fenster. Sie zeigte sich mir leicht bekleidet. Erotisch adäquat in ihren Bewegungen, betonte sie ihren wohlgeformten Körper in einem hingebungsvollen Takt der meine jungen Sinne in mir, in noch fremden Wallungen brachte. In diesen Momenten gab es nur sie und mich. Worte die nie zwischen uns fielen, Zuneigung die durch Abstand von ihr zwischen uns nicht entstehen konnte, das alles war nicht so bedeutend wie das, was sie mir betörend mit ihrer selbst vermittelte. Zwei Persönlichkeiten in sich, die unterschiedlicher nicht sein konnten, ließen es nicht zu, sich näher zu kommen, bis auf die Distanz zwischen zweier nebeneinander stehende Einfamilienhäuser. Ein Gefühl, wie ein immer wiederkehrender Genuss der verbotenen Frucht im Paradies Eden und doch war es nicht genug. Ich wollte mehr, ihr näher sein, sie fühlen. Diese unerreichbare Zuneigung reichte nicht aus. Ich war zwar noch jung, ziemlich jung, aber dieses Mädchen machte mich verrückt. So beschloss ich, alles zu tun um den Grund zu erfahren. Warum sie diesen Abstand zu mir und der Außenwelt hielt. Ich hatte die naive Hoffnung, wenn ich es wüsste, könnte ich sie vielleicht sogar aus dieser inneren Gefangenschaft herausholen.
Die Häuser in denen wir wohnten waren baugleich mit Hochparterre nur spiegelverkehrt. Mit einer kleinen Leiter oder einem Tritt wäre es ein Leichtes direkt in ihr Zimmer zu schauen um zu erfahren was dort all die Jahre vor sich ging oder ob sie tatsächlich nur schlief. Ich beschloss genau das zu tun und ging immer wieder Schritt für Schritt den Ablauf durch.
Wir hatten Herbst und die Tage wurden zunehmend kürzer. Es dauerte mehr als eine Woche als es dann endlich soweit war und ich am frühen Abend an jenen Tag die Aktion startete. Aus unseren Hauswirtschaftsraum nahm ich den zweistufigen Tritt meiner Mutter und schlich mich vom Hintereingang hinüber bis unter dem Fenster von Elena. Tags zuvor hatte es wie aus Eimern geschüttet und der Rasen der an der Hausmauer grenzte glich einer pampigen Moorlandschaft. Bei jedem Schritt, den ich so leise wie möglich vollbringen wollte, schmatze der Boden nervend wie beim Weintreten. Nichts mit schleichen! Immer wieder schaute ich mich um. Hatte mich womöglich allein dieses blöde Geräusch schon verraten? Nein, alles war ruhig, nur rutschig war es. Der Schlick unter meinen Schuhen backte im Profil meiner Schuhsohle und mit jedem Schritt kam nicht nur immer mehr dazu, sondern ich wurde auch noch zunehmend millimeterweise größer. Unter dem Fenster endlich angekommen, hatte ich Schuhe so groß und schwer wie Astronautenstiefel. Nervös wie ich war, vom Schlick die Schnauze und vor Angst die Hose voll, klappte ich den hochbeinigen Tritt aus und stellte ihn unter Elenas Fenster in den weichen Morast. Ich wollte mich beeilen, wenn ich dabei gesehen werde, wie sollte ich aus dieser Nummer wieder heraus kommen? Hastig unüberlegt stieg ich mit einem Satz auf die zweite Stufe, wodurch sich der Tritt durch mein Gewicht nach rechts bis zur Unterseite der ersten Stufe in den Boden verabschiedete. Reflexartig griff ich nach dem Blitzableiter der sich zur linken neben dem Fenster befand. Um mein Gleichgewicht wieder herzustellen, versuchte ich mich mit der rechten Hand von der Mauer abzustützen, rutschte jedoch in diesem Augenblick mit meinem rechten Fuß, der ja immer noch komplett mit Schlick überzogen war, seitlich von der Stufe, wobei ich unwillkürlich nach vorn schnellte und mir den Kopf an der Außenfensterbank einschlug. Vor Schreck und schmerzerfüllt, sprang ich von dem Tritt in den schmatzenden Rasen und verharrte in gehockter Haltung eine Weile um den Schmerz in meinem Kopf zu überstehen. Der Einschlag war gewaltig, mein Schädel brummte wie verrückt und ich wunderte mich warum Elena oder sonst wer im Haus nichts bemerkt hatten. Ich war mir sicher, dass sich das ganze Haus bewegt hatte. Ich bekam für einen Moment durch dieses unangebrachte Missgeschick eine enorme Wut im Bauch. Musste das unbedingt passieren? Am liebsten hätte ich den Blitzableiter von der Wand ge-rissen, ihn um den Tritt gewickelt und mit aller Wucht durch die Fensterscheibe geworfen. Aber ich zwang mich zur Beruhigung und der zweite Versuch war dann weitaus erfolgreicher. So erfolgreich, dass ich mir noch lange danach wünschte, ich hätte nach dem ersten Versuch einen Rückzieher gemacht. Mit zitternden Knien vor Aufregung aber dieses Mal sicher, stand ich nun auf den Tritt. Die Außenfensterbank war auf Brusthöhe und ich beugte mich mit dem Gesicht so nah es ging an die Scheibe heran. Ich sah aber nichts. Eine Laterne die nicht unweit vorm Haus auf dem Grundstück stand, spiegelte sich im Fensterglas und ich formte zur Sichthilfe mit den Händen einen Trichter um meine Augen. Nun konnte ich etwas erkennen. Schemenhaft durch den vom Licht transparent wirkenden Vorhang sah ich Elena. Ich hatte alles erwartet, dass sie in ihrem Zimmer zu sehen sei, wäre keine Überraschung gewesen, aber es stockte mir der Atem. Sie lag unbekleidet auf ihrem Bett und streichelte sich am ganzen Körper. An ihren Brüsten, zwischen ihren Beinen. Ihre Kleidung lag verstreut um das Bett herum und auf ihrem Nachtschrank befanden sich Utensilien zur Hilfe der Selbstbefriedigung, die mir damals mehr als unbe-kannt waren, aber ein gewisses Fremdschämen in mir verursachten. Was machte sie da nur? Es kam mir vor, als würde ich von meiner heilen Welt durch dieses Fenster in eine andere, schlimme Welt blicken. Das unscheinbare und schüchternde Mädchen mit dem süßen Lächeln von Nebenan, lag wie die Natur sie schuf nicht unweit vor mir und praktizierte Dinge mit sich, die ich nicht wechseln konnte. Die Aufregung in mir ließ den Puls bis in meinen Kehlkopf hämmern und in meinem Magen bäumte sich ein Gefühl wie kurz vor dem Erbrechen auf. Ich musste so schnell und heftig atmen, dass die Fensterscheibe ständig beschlug und ich sie nach jedem dritten Atemzug mit dem Ärmel abwischen musste. Es wäre eine Lüge zu behaupten, dass mich das mit Elena nicht irgendwie angemacht hätte, obwohl es auf eine Art befremdend war. Ich empfand es als unwahrscheinlich dass es genau das war, was sie all die Jahre fast jeden Tag in ihrem Zimmer anstellte. Warum sollte sie das tun? Wer würde das über-haupt so oft mit sich machen wollen? War Elena womöglich besessen von sich selbst?
Ich versuchte einen klaren Kopf zu bewahren. Wenn es eine Antwort auf meine Fragen gab, dann war sie vielleicht genau hier zu finden.
Ganz rechts, so weit es möglich war, fing ich an ihr Zimmer in meinem Fokus zu inspizieren. Schritt für Schritt, langsam, tastete ich Sämtliches mit meinen Augen ab um eventuell Klarheit zu erlangen.
Gleich neben dem Fenster erkannte ich das Seitenteil einer Schrankwand, wie sie für Jugendzimmer üblich war. Sie reichte über Eck bis zur nächsten Wand und in ihr flimmerte ein mittelgroßer Fernseher, dem ich zunächst vom Sichtwinkel zum Bildschirm her wenig Beachtung schenken konnte. Am Ende zur dritten Wand, stand der Nachtschrank, auf dem sich zusammen mit den schon erwähnten Utensilien, auch ein kleiner runder Frisierspiegel stand dessen Spiegel sich vertikal drehen ließ. Gleich daneben, ihr Bett, das ebenso wie der Schrank und eigentlich wie alles andere in diesem Zimmer überwiegend in einem Rot gehalten war. Ein großes kitschiges Bild hatte sie darüber gehängt, mit einem goldenen verzierten Holzrahmen. Darauf zu sehen, fünf vergnügte fliegende Engel, von denen der eine auf einer Harfe spielte. Heile Welt, dachte ich, beim betrachten dieser Darstellung und bemerkte am Rande meines Blickfeldes noch einmal den Frisierspiegel. Er spiegelte das Fernsehbild, das ich zuvor nicht einsehen konnte wieder. Ich nahm an, einen Erotikfilm zu sehen, mit dem sich Elena offensichtlich in Stimmung brachte, musste dann jedoch schockierend erkennen, dass die Bewegungen auf dem Bildschirm mit den ihren übereinstimmten. Nun sah ich auch ein Stativ das unmittelbar neben dem Fernseher mit einer Kamera bestückt aufgestellt war, mit der ihre intimsten Darstellungen ohne jeden Zweifel aufgezeichnet wurden. Ich war nicht gerade dumm für mein Alter. Oft kam es vor das durchaus auch Erwachsene in einigen Dingen was meine Intelligenz anbetraf, Mühe hatten mir das Wasser zu reichen. Womit ich lediglich behaupten möchte, dass ich sehr wohl eins und eins zusammen zählen konnte. Aber diese Flut an neuen und kuriosen Eindrücken, erst recht ihren Sinn verstehen, brachte mich dann doch an meine Grenzen. Warum um alles in der Welt nahm sie mit einer Kamera auf wenn sie sich selbst befriedigte? Machte sie das immer oder wollte es der Zufall, das sie es gerade an dem Tag machte an dem ich durch das Fenster spionierte? Tat sie es für die Nachwelt, für ihre Kinder, um denen zu zeigen wie es richtig gemacht wird? Wie krank war das denn? Wieder musste ich zu dem von mir vermuteten Entschluss gelangen, Elena sei von sich sexuell besessen.
Ich überlegte abzubrechen. Was konnte Schlimmeres noch kommen als das was ich schon gesehen hatte? Ein hin und ein her in meinem Kopf und schließlich, machte ich weiter.
Neben Elenas Bett, auf dem sie noch immer unaufhörlich an sich herum rieb, befand sich die Zimmertür. Wüst bepackt an den darauf befindlichen Haken mit Jacken, Blusen und Hosen, so das ein komplettes aufsperren sich als Schwierig herausstellen musste, weil der Türrahmen dort schon an der vierten und demnach letzten Wand grenzte. Sie war übersät mit hunderten Fotos von Elena. Eine riesige Collage mit Bildern in allen Formen und Größen, mit und ohne Rahmen, hingen sie kreuz und quer übereinander lappend. Auf den meisten Fotos, die ich mit Mühe erkennen konnte, wirkte sie seltsam emotionslos. Sie hatte sich scheinbar selbst fotografiert, ohne eine Miene zu verziehen, ohne einen Ausdruck, wie auf einem Passfoto. Als wollte sie sich dokumentieren und ihren Wandel über die Jahre festhalten.
Bedenklich dieser Bilder und doch unbedacht ging mein Blick langsam weiter zur linken Ecke des Zimmers. Die Erwartung auf einen harmlosen Gegenstand oder auf etwas Ähnlichen zum Abschluss zu stoßen, machten mich unbekümmert. Bis ich ein Bein sah. Ein nacktes Bein, viel mehr ein nacktes Knie und dann zwei davon. Nackte Beine in einer Sitzposition auf einem Sessel der weit in dieser Ecke stand. Meine Augen kamen vor Schreck mehrere Zentimeter aus ihrer Höhle und ich drohte fast an meiner Spucke zu ersticken. Schemenhaft zu erkennen saß dort Jemand der erkennbar nackt zu sein schien und durch eine vertraute Handbewegung ohne Zweifel vermittelte zu onanieren. Mit Ekel und Angst im Blick verkrampft, waren mir diese Bewegungen, da ich selbst zum männlichen Geschlecht gehöre, sehr wohl bekannt und obwohl ich es erahnen konnte, um wen es sich auf dem Sessel handeln musste, wollte ich es nicht glauben. Das Aufglimmen einer Zigarette im Gesicht dieser Person, als sie daran zog, verschaffte in diesem Augenblick genug Licht um zu erkennen.
Ich verlor den Halt meiner vor Aufregung zittrigen Beine und rutschte wieder mit den Füßen vom Tritt auf dem ich stand. Meine Hände die noch immer an der Fensterscheibe klebten, verursachten durch das Abrutschen ein hörbares quietschendes Geräusch auf dem Glas und ich schlug diesmal mit dem Kinn auf die Außenfensterbank. Ohne Halt flog ich rücklings blutend auf den nassen matschigen Rasen, von dem ich mich ohne ein zögern aufraffte und so schnell ich konnte zu unserem Hintereingang rannte.
Ich hatte ihren eigenen Vater gesehen. Wie sollte ich das verstehen, wer kann das verstehen? Das Dreckschwein saß da, völlig nackt und holte sich sexuell ergötzend durch den Anblick seiner masturbierenden Tochter Einen runter.
Sie mussten mich gehört haben, zu laut war mein Abgang aber das interessierte jetzt nicht mehr. Wie ein Irrer stieß ich die Hintertür zu unserem Haus auf und schrie immer wieder völlig aufgelöst nach meinem Vater. Das Blut, das aus dem Cut an meinem Kinn herunter lief, durchtränkte den Kragen meines Sweatshirts und ließ mich schlimmer aussehen als es eigentlich war. Jedoch kann sich jeder vorstellen, wie der erste Eindruck sein musste, wenn der Sohn in diesem Zustand hysterisch schreiend ins Haus gerannt kommt. Als mein Vater mir entgegen kam, beinah so aufgeregt wie ich, sah ich in sein Gesicht den Ausdruck den ich vermutlich an Elenas Fenster gehabt hatte.
>>Lilliiiie………Lilliiie, SCHNELL!!<<
Ich hatte nicht oft die Gelegenheit mit meinen Vater zu sprechen oder Sonstiges zu unternehmen. Schuld daran waren seine Wechselschichten, was aber dem guten Verhältnis zwischen uns, so wie es bei mir und meiner Mutter war, in nichts nachstand. Er war nicht der Vater der stets darauf bedacht war weit über dem Durchschnitt zu liegen um alles perfekt zu machen. Er war kein Drachenbauer sondern einfach nur mein Vater, der durch seinen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn den Menschen erst unvoreingenommen sein Ohr gönnte, bevor er sich für jemanden einsetzte oder im schlimmsten Fall verurteilte. Er war da, wenn ich ihn brauchte.
>> Oh Gott, Himmel, du bist ja blutüberströmt! Was ist denn passiert? <<
Ich atmete schnell und mir kamen die tränen. Meine Kehle schnürte sich zusammen, so dass ich außer einem wirren Gestammel kaum ein Wort heraus brachte.
>>Komm setz dich Tony, hol erst einmal tief Luft und versuch dich zu beruhigen, Mensch. Was in Dreigottesnamen bringt dich denn derart durcheinander? <<
Mit einer Schale warmen Wasser, einem Tuch und Pflaster, eilte meine Mutter herbei. Sie ahnte schon von der Stimmlage meines Vaters her, was sie wieder einmal erwartete. Ihr Tony musste sich verletzt haben.
>>So, bin schon da Schätzchen! Ach herrje, wie hast du denn das wieder hinbekommen? Halb so wild, das haben wir gleich. <<
Sie setzte mich auf die Waschmaschine und verarztete mich während mein Vater, die Arme verschränkt, daneben stand und mitleidend aber auch argwöhnisch zu mir schaute.
>> Und, kannst du mir jetzt sagen was da draußen genau passiert ist? <<
>> Du weißt doch die Elena…! <<
Ich erzählte ihm wie alles anfing. Welchen Verdacht ich hatte und was ich am Schluss bei meiner waghalsigen Aktion beobachten konnte, sehen musste. Er hörte sich alles sehr aufmerksam an, stellte die eine oder andere Frage um sicher zu gehen, mich richtig verstanden zu haben. Geneigt setzte er sich dabei auf die zweistufige Treppe die sich vom Hauswirtschaftsraum zur Küche befand und vergrub sein Gesicht kopfschüttelnd in den Händen. Er machte, zu meinem Erstaunen, nicht gerade den Eindruck etwas Neues zu hören. Nicht dass er Ähnliches erlebt hätte, nein, aber seine Reaktion war, als wüsste er sich bestätigt.
>>Und das ist jetzt gerade passiert, Tony? << fragte er mich zutiefst betroffen.
>>Ja! <<
>>Verdammt, ich hätte es wissen müssen! Das arme Mädchen! <<
Er stand auf und schlug mit der geballten Faust gegen den Rahmen der Küchentür. Seine Betroffenheit wechselte zur wutentbrannten Entschlossenheit.
>>Soll das heißen…? <<
>> Ja Lillie, genau das heißt es. <<
Ich schaute die beiden abwechselnd an. Wussten sie über die Zustände, die bei den Weyers herrschten Bescheid?
>>Was meint ihr damit, Mama? <<
>>Ach, der Papa und ich haben schon länger bemerkt, das dort etwas nicht stimmt. Papa war auch schon bei der Polizei gewesen, aber die haben ihn wieder weggeschickt. Weißt du, mein Junge, man kann alles behaupten aber wenn du dafür keine Beweise hast, dann muss dir keiner glauben. Und die Polizei, die unternimmt so schnell nichts. Da könnte ja jeder kommen. <<
Meine Eltern hatten also jahrelang diesen Verdacht das seltsame Dinge bei den Weyers vor sich gingen. Vielleicht war auch das der Grund, dass sie keinen innigen Kontakt pflegten.
>>Verflucht noch mal, Scheiße! Hätte ich doch schon längst selbst mal durch dieses Fenster geschaut. Aber nein, ich musste so lange damit warten bis mein Sohn das sieht. Ich geh da jetzt rüber und ihr wartet hier! <<
Seine Entschlossenheit sich von der Wahrheit meiner Darstellung zu überzeugen, war eher von der Bestätigung seines eigenen Verdachts geprägt als von der Sicherstellung meiner Glaubwürdigkeit.
Fragend schaute ich meine Mutter an, die einen tiefen Seufzer von sich gab und wir konnten nur noch hören, wie mein Vater die Hintertür zu knallte.
Was wird er unternehmen, wenn er die gleiche Beobachtung macht? Würde er auf sich aufmerksam machen? Diesem Schwein zu verstehen geben, dass er nun erwischt wurde und zur Rechenschaft gezogen wird? Ich traute es meinen Vater sogar zu, dass er sich gar nicht erst die Zeit nehmen würde, ein Gespräch zu führen. Diesen Wert hatte der Weyers für ihn sicherlich verloren. Denkbar, dass er wutentbrannt in das Haus rennt, wortlos stur an dessen Frau vorbei ins Zimmer von Elena läuft und ihn verprügelt, richtig verprügelt.
Oder hatte der Weyers mich möglicherweise gehört und sein perverses Treiben für Heute beendet? In dem Fall, stünde meine Erzählung der Geschehnisse auf wackeligen Beinen. Nicht mein Vater wäre in diesem Fall das Problem, er würde mir weiterhin Glauben schenken, aber die Aussage eines Kindes bei der Polizei hätte in einer solch prekären Sachlage weniger gewichtigen Charakter als die eines Erwachsenen.
Es vergingen keine fünf Minuten als mein Vater mit Hast und geschockt zurückkam. Aufgeregt schaute er zu uns aber nicht wirklich an. Da wusste ich, er hatte es gesehen.
>>Lillie…mein Gott Lillie! <<
>>Rudi, ruf die Polizei, jetzt! <<
>>Und wenn die wieder nicht kommen. Die halten mich doch schon längst für einen verbitterten Denunzianten. Du kennst doch diese Sesselfurzer. Beim letzten Mal haben die mit mir geredet, als wäre ich der Perverse und würde mich durch meine gesponnene Phantasie was das Schwein nebenan treiben könnte, wohlgemerkt könnte, innerlich aufgeilen. <<
So hatte ich meinen Vater noch nie gesehen. Das Gesicht war schal und es bildeten sich Schweißperlen auf seiner Stirn. Er regte sich maßlos auf, war erbost darüber was noch alles passieren musste um ein Handeln der Polizei zu erlangen.
>>Verstehst du Lillie, als ob es nicht schon reicht, diesen Verdacht in aller Deutlichkeit zu äußern, was allein schon schlimm genug ist. <<
>>Ich verstehe dich ja Rudi, aber jetzt ist es anders. Du musst die Polizei anrufen solange Weyers, wie krank es auch klingen mag, sich noch mit Elena vergnügt. Die Polizei ist verpflichtet jeder Sache nachzugehen und dieses Mal werden sie ihn während seiner schlimmen Tat dingfest machen können. Ruf an Rudi, ruf an! <<
Bedenklich blickte er auf den Betonboden, er wusste dass meine Mutter Recht hatte.
>>Ja, das mach ich jetzt auch. Sollten die mich wieder abwimmeln, geh ich persönlich nach nebenan und stell das Schwein zu Rede. <<
Er ging zum telefonieren in den Flur. Das Gespräch dauerte nicht lange, jedoch länger, als dass er nur wenige Worte gesagt haben konnte. Dann kam er andächtig zu uns zurück.
>>Sie schicken sofort einen Streifenwagen. Wir sollen nichts unternehmen und im Haus bleiben, seltsam. Einfach seltsam. <<
>>Warum seltsam, Rudi? Du hast der Polizei die Dringlichkeit deines Anliegens erklärt und sie kommen. Das hast du doch, oder? <<
>>Ich wollte Lillie, ich wollte. Bevor ich ins Detail gehen konnte, griff der Beamte mir im Vorfeld ab, was ich berichten wollte. Als hätte er gewusst was ich sagen will. Es kommt mir vor, als ob ich durch meine Bestätigung dessen, was die Polizei vermutete, nun der erwartete Startschuss bin. <<
Meine Mutter stand auf und nahm seine Hände.
>>Dann haben sie dich die ganzen Jahre ernst genommen und geglaubt Rudi. Das ist doch gut so. Vielleicht hat das nur nie gereicht um etwas zu unternehmen. Die haben selbst noch gegen Weyers ermittelt und jetzt reicht es für eine Festnahme. Rudi, Schatz, es ist vorbei. <<
Plötzlich hörten wir Motorengeräusche und zuschlagende Autotüren, mehrmals. Es war nicht nur ein Streifenwagen der bei den Weyers vorfuhr. Mindestens fünf, ohne Blaulicht und ohne Sirene. Beamte stürmten in Razziamanier zur Eingangstür des Hauses und verhielten sich ruhig, einer von ihnen klingelte höflich.
Unbedacht und ahnungslos öffnete Frau Weyers die Tür. Sichtlich überrumpelt drängten sie die Einsatzkräfte zur Seite, mit der unmissverständlichen Gestik keinen Ton von sich zu geben und während einer bei ihr blieb, begab sich der Rest auf den Weg nach Elenas Zimmer. Weyers kniete gerade unbekleidet mit der Kamera neben dem Bett seiner Tochter, um abartige Nahaufnahmen von ihr zu machen, als die Beamten gewaltsam die Tür aufstießen. Er befand sich unmittelbar dahinter und wurde durch die Wucht mit der sie ihm ins Kreuz fiel, zu Boden geworfen. Bäuchlings, perplex der Lage, im schnellen Haltegriff fixiert, stöhnte die Drecksau vor Schmerz in seiner Gegenwehr, als ihm die Handschellen angebracht wurden. Erst dann teilte man ihm die Gründe, die für ihn selbst nichts Neues gewesen sein durften, mit. Der Satz seiner Verteidigung >>Ich habe nichts Schlimmes getan, wir spielen nur ein Spiel! << klang nicht nur krankhaft absurd und ließ in den Gesichtern der Polizisten die Abscheu gegen ihn widerspiegeln, sondern war auch der Beweis dafür, wie selbstsüchtig er in Kauf nahm die Persönlichkeit seines eigen Fleisch und Blutes zu zerstören.
