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Oktober 1914. Der britische Forscher Shackleton bricht mit dem Expeditionsschiff Endurance zu einer Forschungsreise in die Antarktis auf. An Bord seines Schiffes befindet sich der 16-jährige Peter Blackborrow. Doch bevor die Expedition das antarktische Festland erreicht, wird das Schiff vom Eis eingeschlossen …
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Seitenzahl: 413
Veröffentlichungsjahr: 2014
Christa-Maria Zimmermann
Gefangen im Packeis
Die abenteuerliche Fahrt der Endurance
Auf der Empfehlungsliste zum Friedrich-Gerstäcker-Preis für Literatur 2001 und der Auswahlliste zum Evangelischen Buchpreis 2002
Weitere Bücher in dieser Ausstattung im Arena-Taschenbuch: Harald Parigger: Der Dieb von Rom (Band 50663) Rainer M. Schröder: Das Geheimnis des Kartenmachers (Band 50664)
Weitere Titel der Autorin im Arena-Taschenbuch: Hundert Tage bis Lhasa (Band 50255) Die Straße zwischen den Welten (Band 2996)
Das gleichnamige Hörspiel ist im Handel erhältlich.
Christa-Maria Zimmermann, geboren in Wels/Österreich, aufgewachsen in Düsseldorf, studierte Kunstgeschichte und Geschichte in Wien und arbeitete als Redakteurin bei einer Düsseldorfer Zeitung. Seit einigen Jahren arbeitet sie als freie Autorin und wurde vor allem durch ihre historischen Kriminalromane für Erwachsene und durch ihre historischen Kinder- und Jugendbücher bekannt.
In „Gefangen im Packeis“ lebt eines der packendsten Entdeckerabenteuerneu auf. Es schlägt selbst den wenig abenteuerinteressierten Leser inseinen Bann.Süddeutsche Zeitung
Für Yogi – fortitudine vincit
1. Auflage als Sonderausgabe im Arena-Taschenbuch 2014 © 2000 Arena Verlag GmbH, Würzburg Alle Rechte vorbehalten Karte: © Ditta Ahmadi & Peter Palm Umschlaggestaltung: Frauke Schneider Umschlagtypografie: knaus. büro für konzeptionelle und visuelle identitäten, Würzburg ISBN 978-3-401-80414-9
www.arena-verlag.de Mitreden unter forum.arena-verlag.de
Personenverzeichnis
Sir Ernest Shackleton
Leiter
Frank Wild
Stellvertreter (Chief)
Frank Worsley
Kapitän (Skipper)
Lionel Greenstreet
Erster Offizier
Humberth Hudson
Navigationsoffizier
Thomas Crean
Zweiter Offizier
Alfred Cheetham
Dritter Offizier
Louis Rickenson
Erster Maschinist
A.J.Kerr
Zweiter Maschinist
Dr. Alexander Macklin
Schiffsarzt
Dr. James McIllroy
Schiffsarzt
James Wordie
Geologe
Leonard Hussey
Meteorologe
Reginald James
Physiker
Robert Clark
Biologe
Frank Hurley
Fotograf
George Marston
Künstler
Thomas Orde-Lees
Ingenieur (Proviantmeister)
Harry Mc Neish (Chippy)
Schiffszimmermann
Charles Green
Koch
Walter How
Vollmatrose
William Bakewell
Vollmatrose
Timothy McCarthy
Vollmatrose
Thomas McLeod
Vollmatrose
John Vincent
Vollmatrose
Ernest Holness
Heizer
William Stevenson
Heizer
Peter Blackborrow (Blacky)
Steward
Oktober/November 1914
Ich hockte in dem engen Spind, mit Krämpfen in den Beinen von der Bewegungslosigkeit, und kämpfte gegen die Übelkeit. Das bisschen Tee, das Billy mir heute Morgen in die Kajüte geschmuggelt hatte, wollte wieder heraus, ich spürte es schon fast in der Kehle sitzen. Ich hatte seit gestern keinen Krümel gegessen, denn ich wusste, dass ich am ersten Tag an Bord immer seekrank wurde, bis der Körper sich an die Bewegungen des Schiffes gewöhnt hatte. Und die waren heftig, denn die Endurance, die ja mit Packeis fertig werden sollte, hatte einen speziell geformten Rumpf, der die Wellen besonders stark spüren ließ. Auf und ab, auf und ab – mein Magen schlug einen Purzelbaum.
Die stickige Luft in dem Spind und der Geruch des Ölzeugs, unter dem Billy mich versteckt hatte, verstärkten die Übelkeit noch. Kalter Schweiß überzog mein Gesicht und meinen ganzen Körper. Meine Zähne klapperten. Ich drückte die Spindtür auf und ließ mich auf den Boden gleiten. Schließlich konnte ich mich nicht auf Billys Sachen übergeben. Wie immer, wenn ich seekrank war, fragte ich mich, warum ich vor zwei Jahren von zu Hause ausgerissen war und auf einem Schiff angeheuert hatte. Ich hatte Abenteuer erleben wollen, aber nicht sterbenselend in der Ecke liegen.
Die Kajütentür wurde aufgerissen, jemand schrie: »Befehl vom Ersten: Alle Mann –«
Die Stimme brach ab, jemand schnappte nach Luft, dann wurde die Türe zugeschlagen und Schritte klapperten die Treppe hoch und übers Deck. Ich stöhnte. Was war schlimmer? Meine Entdeckung oder die Übelkeit? Ob wir wohl weit genug vom Land entfernt waren? Den Hafen von Buenos Aires hatten wir gestern verlassen, aber gab es da nicht noch ein paar vorgelagerte Inseln? Jedenfalls war es jetzt zu spät, darüber nachzugrübeln. Die Tür ging wieder auf, eine Hand packte mich am Kragen und stellte mich auf die Füße.
»Marsch zum Boss mit dir!«
Ich schielte nach hinten. Die Hand und die Stimme gehörten Frank Wild, dem Stellvertreter von Sir Ernest Shackleton. Ich hatte noch nie einen Offizier gesehen, der derartig ruhig und höflich und freundlich mit seiner Mannschaft umging, sogar mit den einfachen Matrosen. Billy hatte ihn deshalb erst für einen ziemlichen Weichling gehalten, auch weil Wild so schmächtig war und irgendwie hübsch mit dunkelblauen Augen und blonden Haaren, obwohl die schon ziemlich schütter waren und sein Spitzbart auch. Aber ich wusste, dass er mit Shackleton bis auf 100 Meilen an den Südpol vorgestoßen war. Er konnte einen anblicken, dass es einem durch und durch ging, und wenn er einem Mann sagte: »Spring!«, dann sprang der ziemlich schnell.
Während er mich vor sich herschob, als ob ich eine Gummipuppe wäre, sagte er noch: »Hol die drei aus seiner Kabine. Sie müssen davon gewusst haben«, und die trappelnden Schritte entfernten sich wieder.
Ich war froh, dass der Weg übers Deck führte und ich ein paar Augenblicke lang die frische salzige Luft einatmen konnte. Aber dann wurde ich in die Kajüte geschoben, die ich schon von meiner Bewerbung vor fünf Tagen kannte, und Officer Wild meldete: »Blinder Passagier entdeckt.«
Eine volle Minute lang blieb es ganz still. Ich hob den Kopf. Vor dem Tisch unterm Bullauge, der mit Seekarten bedeckt war, standen Sir Ernest Shackleton und Kapitän Worsley und starrten mich an. Dann machte Sir Ernest einen Schritt nach vorn, holte tief Luft – und dann brach ein Donnerwetter los, wie ich es noch nie erlebt hatte, dabei bin ich eine ganze Menge gewöhnt. Ich zog den Kopf zwischen die Schultern und wagte nicht mehr, den Blick zu heben. Am liebsten wäre ich weggelaufen, aber ich spürte Officer Wild dicht hinter mir. Und außerdem würden alle noch schlechter von mir denken, wenn ich mich wie ein Feigling benahm. Das hier musste einfach durchgestanden werden.
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