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Der zwölfjährige Marcel liebt es, an seiner Konsole zu spielen. Leider sind die Spiele dafür sehr teuer und Marcel hat gar kein Geld. Als sein Vater ihm vorschlägt, sein Taschengeld zu sparen und anzulegen, versteht Marcel nur noch Bahnhof. Von seinen Eltern, seiner Schwester, seinem Bruder und seinen Großeltern erfährt Marcel nach und nach, wie seine Familie spart und welche unterschiedlichen Möglichkeiten sie gefunden haben, um ihr Geld zu vermehren. Doch welche ihrer Ideen hilft Marcel am Ende dabei, so schnell wie möglich das Geld für sein neues Konsolenspiel zu bekommen? Eine Geschichte, in der Kinder und Jugendliche gemeinsam mit Marcel erfahren können, worüber die Erwachsenen und die Medien reden, wenn sie vom Sparen, Zinsen oder Aktien sprechen.
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Seitenzahl: 33
Veröffentlichungsjahr: 2018
Für meinen Mann, der für mich die beste Inspiration und die größte Unterstützung der Welt ist.
Marcel spielt gern und viel an seiner Konsole. In einem Laden hat er ein tolles Spiel entdeckt, das er unbedingt haben möchte. Leider kostet es 70,00 Euro. Soviel Geld hat Marcel aber nicht, eigentlich hat er gerade überhaupt kein Geld. Darum beschließt er, seine Eltern zu fragen, ob sie ihm das Spiel kaufen.
Die Eltern setzen sich gerade an den gedeckten Frühstückstisch. Auch Marcel nimmt Platz und wendet sich fragend an seine Mutter.
„Mama, ich habe gestern im Laden ein neues Spiel für meine Konsole entdeckt. Ich hätte es so gern, aber ich habe gerade keine 70,00 Euro, könntest du es mir bitte kaufen?“
„Nein, Marcel, wenn du das Spiel haben möchtest, musst du selbst dafür sparen. Du bekommst schließlich 20,00 Euro Taschengeld. Wenn du davon etwas sparst, kannst du dir dein Spiel in einiger Zeit selbst kaufen.“
Vom Sparen haben Marcels Eltern schon oft gesprochen, aber so richtig verstanden, wie das geht, hat Marcel noch nicht. Seine Mutter erklärt es ihm.
„Du bekommst 20,00 Euro Taschengeld im Monat. Jetzt musst du dir überlegen, wofür du im Monat Geld ausgibst. Je weniger du ausgibst, desto mehr Geld kannst du für dein Spiel sparen und desto schneller hast du die 70,00 Euro zusammen.“
Marcel überlegt.
„Ich kaufe mir jede Woche meine Fußballzeitschrift für 2,50 Euro am Kiosk. Das sind insgesamt 10,00 Euro im Monat. Das heißt, ich habe am Ende noch 10,00 Euro übrig und die kann ich für mein Spiel sparen.“
Die Mutter nickt und schlägt vor, die 10,00 Euro, die Marcel ab jetzt sparen möchte, auf sein Girokonto bei der Bank zu bringen. Bevor Marcel zustimmen kann, wendet sich der Vater an die Mutter.
„Wenn Marcel sein Geld auf dem Girokonto spart, bekommt er doch gar keine Zinsen. Er sollte sein Geld nicht nur sparen, er sollte sein Geld anlegen.“
Marcel versteht nur noch Bahnhof. Sparen, anlegen, Zinsen? Er bittet seinen Vater darum, ihm zu erklären, was er meint.
„Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sein Geld zu sparen und es anzulegen. Sparen bedeutet nur, dass du regelmäßig einen Betrag, in deinem Fall 10,00 Euro, nicht ausgibst. Wenn du die 10,00 Euro jeden Monat in ein Sparschwein steckst, hast du nach einiger Zeit eine große Summe zusammengespart. Nach einem Jahr, also 12 Monaten, hättest du dann insgesamt 120,00 Euro zusammen, die du für dein Spiel ausgeben kannst.“
Marcel staunt nicht schlecht, denn 120,00 Euro sind für ihn viel Geld und ihm fallen viele tolle Dinge ein, die er sich davon kaufen könnte.
„Aber Papa, warum hast du dann gesagt, ich soll mein Geld nicht nur sparen, sondern es anlegen? Und was bedeutet das überhaupt?“
„Beim Sparen sammelst du nur eine Summe an. Wenn du dein Geld anlegst, bekommst du zu deiner gesparten Summe noch Geld dazu. Die Bank, bei der du dein Girokonto hast, bietet zum Beispiel auch Produkte an, bei denen du Zinsen bekommst. Du könntest dort dein Geld auf ein Sparkonto oder auf ein Tagesgeldkonto sparen und bekommst dann am Ende des Jahres Zinsen. Zinsen sind Geld, das dir die Bank zahlt, wenn du das Geld bei ihnen anlegst und sie sind meist in Prozent angegeben. Wenn du also 120,00 Euro anlegst und die Bank dir 1% Zinsen zahlt, hast du am Ende 121,20 Euro. Die Bank gibt dir also noch 1,20 Euro zu deinem Geld dazu. Je länger du dein Geld dorthin sparst und je höher deine angesparte Summe ist, desto höher ist auch das Geld, das dir die Bank bezahlt.“
Marcel nickt, er möchte auch gerne Zinsen bekommen.
„Papa, warum haben wir denn überhaupt ein Girokonto, wenn uns die Bank da keine Zinsen bezahlt?“
Sein Papa lacht.
