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Die sechs Jugendlichen im Alter von 15 und 16 Jahren sind: Anton, genannt "Mac", weil er totaler MacGyver-Fan ist, Karl, genannt "Schalie", weil er immer einen dunkelblauen Schal trägt, Maximilian, genannt "Riegel", weil er stets Hunger auf Müsli-Riegel hat, dann Paula, die kleine Schwester von Anton, genannt "Jo", weil sie am liebsten Joghurt isst - und zu guter Letzt: Die Zwillinge Anna und Hannah, die zwar eineiig sind, aber so verschieden wie Wasser und Feuer. Hannah heißt liebevoll "Veggie", da sie Veganerin ist, wegen einer Milch-Eiweiß-Unverträglichkeit. Anna heißt liebevoll "H-lose", in Anspielung auf die fehlenden zwei "H´s", wird aber auch "Lily" genannt. Der Helfer der sechs ist der pensionierte, evangelische Pfarrer Ambrosius Lehrmann, der Oldies mag und meistens "Hippie" genannt wird, da er diese Musik mag und die Haare etwas länger trägt. Außerdem ist er ein Verschwörungstheoretiker, der damit die sechs öfters zum Verzweifeln bringt. Zudem hat er ein älteres Wohnmobil, welches ausgebaut wird, damit die sieben auf Caching- und Abenteuer-Tour gehen können ... Die Geocaching-Kids ALLGÄU sind sechs Jugendliche, die gemeinsam ihrem Hobby Geocaching nachgehen und dabei immer wieder auf spannende Abenteuer stoßen!
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Seitenzahl: 88
Veröffentlichungsjahr: 2016
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Wie alles begann
Der alte Ambrosius
Nachtcache mit Folgen
Der Schatz
Der Überfall
Nächtliches Abenteuer
Wieder in Mindelheim
Das Cache-Mobil wird ausgebaut
Auf Cacher-Abenteuer-Tour
Der Cache unter der Brücke
Unfreiwilliger Zwischenstopp
Neuschwanstein
Bodensee-Abenteuer
Abenteuer Airbrush
Der Mega-Stau mit Folgen
Das Cachertreffen
In Ulm, um Ulm und um Ulm herum
Wieder daheim
Es war ein wunderschöner Sommertag. Die Schulfreunde Anton, genannt „Mac“, da er MacGyver sehr verehrte und selbstredend alle DVD´s der Serie hatte, holte seinen Kumpel Karl, genannt „Schalie“, von zu Hause ab. Trotz der sommerlich warmen Temperatur von 27° trug er einen seiner vielen blauen Seidenschals um den Hals. Er liebte diese Marotte und meinte jedes Mal nur, wenn er drauf angesprochen wurde: „Das kühlt schön!“
„Wollen wir im Baggersee schwimmen gehen?“ fragte Mac seinen Kumpel.
„Klaro, Alter!“
Mac puffte ihm in die Seite. Er mochte es gar nicht, wenn er als „Alter“ bezeichnet wurde, vor allem, da er zwölf Tage jünger als Schalie war.
In dem Moment klingelte sein Handy.
„Jepp?“ sagte er gut gelaunt hinein.
„Ich bin´s, Jo“, sprach ihn seine Schwester Paula an.
„Hast du den Mund voll?“ fragte Mac.
Sie antwortete: „Jo, voller Joghurt...“
„Du mit deiner nervigen Joghurt-Fresserei. Wie willst du da je deinen Spitznamen loswerden?“
Jo meinte nur ganz trocken: „Habt ihr Bock auf Camping?“
„Wo und wann?“
„Heute, in Sinnigen, bei Altenstadt.“
Mac schaute Schalie an und grinste!
„Pack mal etwas mehr ein. Wir gehen campen!“
„Mit oder ohne cachen?“ fragte Schalie.
„Blöde Frage. Mit natürlich!“
Mac legte auf und rief dann gleich den gemeinsamen Cacher-Freund und Schulkollege „Riegel“ an.
Eigentlich hörte er auf den bayerischen Namen Maximilian, aber da er es hasste, Max oder Maxi genannt zu werden und zu allem Überfluss noch tonnenweise Müsli-Riegel in sich hinein stopfte, bekam er in der Schule den Spitznamen „Riegel“, welcher ihm erstaunlich gut gefiel.
Er war sehr beliebt bei den Mädchen, denn er verteilte nicht nur regelmäßig einige dieser Süßmacher an die holde Weiblichkeit, sondern wurde ständig gefragt, was für ein Geheimnis er hätte, niemals zuzunehmen, bei der Menge an Müsli-Riegeln, die er täglich verspeiste.
Beim zweiten Takt des Metallica-Songs, den er als Klingelton hatte, war er schon dran.
„Hi, Mäc Mäc“, begrüßte er den Kumpel.
„Ich steck dir den „Mäc Mäc“ gleich sonst wo hin, alter Müslifresser“, meinte Mac „Scherzhaft“.
Dann berichtete er von dem Campingplatz.
Kaum hatte er das Gespräch beendet, klingelte es erneut bei ihm. Die MacGyver-Titelmelodie erklang.
Mac war jedes Mal derart von der Musik begeistert, dass er mit Fleiß einige Sekunden wartete, bevor er ranging.
„Hey, Macci.“ Die Stimme gehörte Anna, einem der beiden Zwillinge aus seiner Klasse.
Gegen diese Anrede hatte er nichts, denn so wusste er, dass es Anna und nicht ihre Schwester Hannah war, die ihr bis aufs kleinste I-Tüpfelchen glich.
Hannah nannte ihn nämlich jedes Mal nur Mac.
„Was verschafft mir die Ehre deines Anrufes?“
Mac sprach oft in der Filmsprache der 80er Jahre, nach denen er schier süchtig war.
„Ich hab´s schon gehört. Wir dürfen auch mitkommen zum campen. Unser Dad hat es erlaubt.“
Mac grinste.
Die Zwillinge wohnten in Rammingen und konnten mit ihren Mofas relativ schnell bei ihm in Mindelheim sein.
„Mein Dad fährt uns, wenn ihr mitmöchtet. Ansonsten müsst ihr mit dem Zug nach Altenstadt fahren. Das ist kurz vor Illertissen.“
„Klar fahren wir mit. Da sparen wir ja schließlich ordentlich Kohle.“
Schalie´s Mutter kam gerade in die Rosenstraße eingefahren.
„Hallo Mac, schön dich zu sehen“, begrüßte sie ihn.
Mac verbeugte sich ansatzweise und meinte: „Einen wunderschönen Gott zum Gruße, werte Frau Hellermann.“
„Welchen Mittelalter-Schinken habt ihr denn gerade geguckt?“ meinte sie und schmunzelte nur.
„Natürlich König Artus und die Ritter der Tafelrunde.“
Dabei grinste er wie ein Honigkuchenpferd.
„Wenn die schon hätten cachen gehen können, wäre da aber der Bär losgewesen“, meinte Schalie und grinste ebenfalls.
„Cachen, cachen, cachen,... Habt ihr nichts anderes im Kopf?“
„Mama, es sind doch Ferien...“
Jetzt lächelte auch seine Mutter.
„Wir fahren gleich campen.“
Seine Mutter schaute neugierig drein.
„Dann hast du sicherlich auch die Erlaubnis von deinem Vater, oder?“
Schalie schaute etwas überrascht in Richtung seiner Mutter.
„Muss ich dafür jetzt auch noch ne Erlaubnis haben, Mama? Ich bin doch schon 16.“
„Wer fährt denn alles mit?“ fragte die Mutter.
„Na Mac, Riegel, Jo und die Zwillinge.“
„Also eure ganze Cacher-Truppe. Dürfen die denn alle?“
„Jaah!“ kam es aus beiden Mündern gleichzeitig. Hierbei waren sich die Freunde einig.
Schalie´s Mutter willigte ein unter der Voraussetzung, dass mindestens ein Erwachsener dabei wäre.
Die beiden Jungs schauten zueinander und zwinkerten sich heimlich zu.
„Ja, das geht klar! Der „Oberbulle“ fährt uns.“
„Wie redet ihr denn über Herrn Martin? Das ist doch so ein netter Mann.“
„Mama, das war ironisch...“ meinte Schalie und stemmte die Hände in die Hüfte.
„Ihr mit eurem merkwürdigen Humor.“
Es klappte alles wie am Schnürchen. Herr Martin, seines Zeichens Polizist, fuhr die Freunde mit seinem großen 9-Sitzer VW-Bus am späten Nachmittag zum Campingplatz.
Dort war schon ein reges Treiben vorhanden.
Er klärte die Formalitäten und meldete die Jugendlichen an.
Herr Martin nahm ihnen noch das Versprechen ab, dass sie sich ordentlich und gesittet zu benehmen haben.
Selbstverständlich sagten sie zu.
Ihnen wurde ein Platz nur unweit des Einganges auf der linken Seite zugewiesen, direkt neben zwei Wohnmobilen.
Innerhalb einer Stunde standen die zwei Dreimann-Zelte fertig aufgebaut vor ihnen. Eins für die Mädchen und eins für die Jungs.
„Wollen wir uns heute Abend im Restaurant ne Portion Pommes holen, oder lieber was grillen?“ fragte Mac in die Runde.
„Ich bin für Pommes“, sagte Hannah, „du weißt doch, ich bin Veganerin...“
„Klar, Süße“, meinte Mac. „Ich wollte dir ja auch etwas veganes mit drauf legen?“
„Echt? Das ist aber lieb von dir! Was denn?“
„Räuchertofu in Scheiben geschnitten.“
„Voll lecker! Wo hast den denn her?“ fragte sie interessiert.
„Vom „Oberbullen“, deinem Vater.“
„Sag nicht immer „Oberbulle“, auch wenn ich weiß, dass du es nur spaßig meinst.“
„Ok, kein Problem! Dein Dad hat es für dich mitgegeben und gesagt, wir sollen uns ne fette Pommes reinziehen und dir den Tofu grillen.“
Anna, ihre Zwillingsschwester stimmte mit ein:“ Ja, so ist er, unser Daddy! Immer besorgt um seine Mädels.“
Gegenüber der Zelte stand ein älteres, aber überaus langes Wohnmobil.
Die Tür öffnete sich und ein älterer Herr, der aber sehr groß gewachsen war, trat ins Freie hinaus.
Er streckte sich herzhaft und gähnte dabei so laut, dass die sechs Freunde automatisch in seine Richtung schauten.
„Jetzt fehlt nur noch der Mega-Rülpser“, meinte Schalie und grinste.
„Das hab ich gehört, junger Mann!“ sagte der ältere Herr und kam auf sie zu.
Schalie wurde rot vor Scham!
„Brauchst nicht gleich zu erröten! Ich war auch mal jung und kann Spaß verstehen. In dem Moment fing er auch an wild rum gestikulieren und sprang behände einige Schritte zurück.
„Entschuldigt!“ sagte er.
„Die Bohnensuppe drückt.“
Während er schnell Richtung Wohnmobil lief, hörten die Freunde dezente Töne, die auf etwas Bestimmtes hinwiesen.
Jetzt konnte sich keiner mehr das Lachen verkneifen und Anna meinte nur ganz trocken:“ Da müsste er fast Eintritt verlangen. Der ist ja besser als Dick und Doof!“
Jetzt steigerte sich das Lachen in eine Lachparade und die Freunde hielten sich schon den Bauch vor Lachen!
„Leute! Wir müssen damit aufhören“, sagte Mac. „Stellt euch vor, wenn der gute Mann merkt, dass wir uns über seine unfreiwillige Situationskomik bepissen vor Lachen.“
Einige Minuten später hatten sie sich wieder unter Kontrolle. Genau zum richtigen Zeitpunkt, denn der ältere Mann kam wieder auf sie zu.
„Ich möchte mein Benehmen entschuldigen“, sagte er, „aber es hat mir schier die Hose zerrissen, so nötig musste ich auf die Toilette. Zum Glück habe ich eine an Board.“
„Setzen Sie sich doch zu uns, Herr...“ meinte Riegel.
„Lehrmann, Ambrosius Lehrmann, pensionierter Pastor, evangelisch“, stellte er sich vor und verneigte sich leicht.
Die Freunde stellten sich ebenfalls der Reihe nach vor. Zuerst sagten sie ihre Vornamen und danach ihre Nicknames.
„Ihr könnt Ambrosius, oder der alte Ambrosius sagen. Das stört mich nicht. Ich bin nicht so etepetete.“
Die Freunde luden Ambrosius ein, an ihrem einfachen Mahl teilzunehmen, aber er verneinte dankend und zeigte nur auf Bauch und Darm und befürchtete einen neuen Toilettengang.
Als alle satt waren, holte Anna eine Anti-Mücken-Kerze heraus und zündete sie an.
Ambrosius kam auch noch einmal aus seinem gemütlichen Wohnmobil heraus und lud die Freunde ein, es einmal von innen zu besichtigen.
Neugierig betraten sie den Innenbereich des Wohnmobiles.
Es war geräumig und beinhaltete 5 Schlafplätze.
„Schade, dass es nicht sieben sind“, sagte Mac und grinste dabei.
„Wieso denn das?“ wollte Anna jetzt wissen.
„Na, wir sind doch sieben Personen. Wir sind sechs und mit Ambrosius eben sieben.
„Alter, Falter!“ maunzte ihn Riegel an und futterte wieder einmal an seinem Lieblingsessen. „Du willst doch nicht etwa Ambrosius dazu verleiten, aus seinem Womo ein Cacher-Mobil zu machen, oder?“
„Eine gute Idee!“ sagte Ambrosius von hinten. „Ich hab entsetzliche Langeweile, aber was ist denn ein Cacher-Mobil?“
Die Freunde erklärten Ambrosius in Kurzform das Wichtigste über das Geocaching und warum es so saumäßig viel Freude macht.
Ambrosius hüpfte vor Freude herum, ging nach vorne und schaltete seinen Kassettenrecorder an.
„Wow! Voll Old-School, echt krass!“ meinte Riegel, als er das Teil aus den 70er Jahren sah.
„Mein Onkel hat auch so eins. Was für dich, Schalie, oder? Bestimmt auch Mukke aus den 70ern...“
Jetzt ertönte „Born to be Wild von Steppenwolf“
Ambrosius grölte beim Refrain mit und das steckte an. Plötzlich tanzten die Freunde wild umeinander, bis das Lied zu Ende war.
„Du bist klasse, Ambrosius! Voll der Hippie-Opa, den ich schon immer haben wollte“, meinte Schalie und hatte Tränen der Rührung in den Augen.
Ambrosius meinte nur: “Ich bin immer ein Hippie geblieben! Ich war 1967 in Monterey, hab Jimi Hendrix live gesehen und ´68 war ich in Woodstock. Aber das Gekiffe ging mir total auf´n Sack und so wurde ich dann Pfarrer.“
„Krass! Sie sind ja echt voll krass drup! Anna kriegte sich nicht mehr ein.
„Aber die Musik mag ich zum größten Teil noch. Aber: Frei von Drogen! Frei von Alkohol und Zigaretten! Das empfehle ich euch auch, meine Kinder!“
„Wir sind frei davon. In der Verwandtschaft ist ein Onkel mehr oder weniger furchtbar dran gestorben. Wir sind bedient.“
Mac hatte dieses so bewusst gesagt, dass alle nur noch nickten.
„Sehr gut, meine Kinder. Sehr löblich. Wie lange bleibt ihr denn?“
„So in etwa 1-2 Wochen, aber wenn wir mit deinem Cacher-Mobil durch die Lande zockeln könnten, wäre das noch viel cooler.“
„Spinnst du, Anna?“ meinte Schalie. „Hast du etwa deinen Verstand irgendwo verloren?“
