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Tagsüber, da hat die Marga genug zu tun, da gelingt es ihr, ihren Schmerz mit Arbeit zu betäuben. Doch nachts, wenn sie zur Ruhe kommt, da stürmen die Gedanken unaufhaltsam auf sie ein, dann quält sie sich mit Zweifeln und Vorwürfen. Hat sie wirklich die richtige Entscheidung getroffen, als sie sich von Georg, dem treuen, langjährigen Freund, lossagte, weil sie keinen anderen Weg sah? Was hat sie durch diesen Schritt gewonnen?
Margas einziger Trost, in dieser traurigen Zeit, ist die kleine Sarah, ein Kind, in dessen Leben Liebe, Wärme und Geborgenheit fehlen … Die Mutter hat Mann und Tochter verlassen, keiner weiß so recht, warum, und der Vater – kümmert sich nicht um die Kleine, geht lieber dem eigenen Vergnügen nach. Marga verabscheut ihn dafür von ganzem Herzen, doch als er plötzlich – sehr verändert – zurückkehrt und sie mehr und mehr erfährt, wie es wirklich in ihm aussieht, da wächst in ihr unversehens eine zarte Liebe zu diesem Mann. Schon glaubt sie an ein Glück, an eine Zukunft mit ihm, doch da geschieht plötzlich etwas Unfassbares …
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Veröffentlichungsjahr: 2026
Klaus Tiberius Schmidt
Gewonnenes Glück –
zerronnenes Glück
Heimatroman
Neuausgabe
Copyright © by Authors/Bärenklau Exklusiv
Cover: © by Claudia Westphal nach Motiven, 2026
Korrektorat: Bärenklau Exklusiv
Verlag: Bärenklau Exklusiv. Jörg Martin Munsonius (Verleger), Koalabärweg 2, 16727 Bärenklau (OT), Gemeinde Oberkrämer. Kerstin Peschel (Verlegerin), Am Wald 67, 14656 Brieselang
www.baerenklauexklusiv.de
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Inhaltsverzeichnis
Impressum
Das Buch
Gewonnenes Glück – zerronnenes Glück
1. Kapitel
2. Kapitel
3. Kapitel
4. Kapitel
5. Kapitel
6. Kapitel
7. Kapitel
8. Kapitel
9. Kapitel
10. Kapitel
11. Kapitel
12. Kapitel
13. Kapitel
14. Kapitel
15. Kapitel
16. Kapitel
17. Kapitel
18. Kapitel
19. Kapitel
Tagsüber, da hat die Marga genug zu tun, da gelingt es ihr, ihren Schmerz mit Arbeit zu betäuben. Doch nachts, wenn sie zur Ruhe kommt, da stürmen die Gedanken unaufhaltsam auf sie ein, dann quält sie sich mit Zweifeln und Vorwürfen. Hat sie wirklich die richtige Entscheidung getroffen, als sie sich von Georg, dem treuen, langjährigen Freund, lossagte, weil sie keinen anderen Weg sah? Was hat sie durch diesen Schritt gewonnen?
Margas einziger Trost, in dieser traurigen Zeit, ist die kleine Sarah, ein Kind, in dessen Leben Liebe, Wärme und Geborgenheit fehlen … Die Mutter hat Mann und Tochter verlassen, keiner weiß so recht, warum, und der Vater – kümmert sich nicht um die Kleine, geht lieber dem eigenen Vergnügen nach. Marga verabscheut ihn dafür von ganzem Herzen, doch als er plötzlich – sehr verändert – zurückkehrt und sie mehr und mehr erfährt, wie es wirklich in ihm aussieht, da wächst in ihr unversehens eine zarte Liebe zu diesem Mann. Schon glaubt sie an ein Glück, an eine Zukunft mit ihm, doch da geschieht plötzlich etwas Unfassbares …
***
Der Wind heulte um die Häuserecken und zerrte an den Ästen und Zweigen der Bäume, als wollte er alles mit sich reißen. In der letzten Stunde war er zunehmend heftiger geworden.
Maria Hofer bereute es dennoch nicht, das Haus verlassen zu haben. Es kam selten genug vor, dass sie sich abends noch einen Spaziergang gönnte.
Ein Blick zum Himmel zeigte ihr, dass sich das Wetter im Laufe der Nacht nicht ändern würde. Nur hin und wieder funkelten einige wenige Sterne. Meistens aber verschluckten dicke Wolken, die über den Himmel jagten, ihr karges Licht.
Nach einer Weile kam die grauhaarige Frau an einer kleinen Gasse vorbei, und trotz des starken Windes entgingen ihr die Stimmen, die aus der Gasse drangen, nicht.
Zwei Menschen redeten aufgeregt aufeinander ein. Unwillkürlich blieb Maria Hofer stehen, denn eine der Stimmen hatte sie erkannt.
Sie gehörte Marga Hasslinger, dem Zimmermädchen, das seit Jahren bei ihr im Gasthof Zur Sonne arbeitete.
»Bitte, mach es mir net so schwer«, hörte sie verzweifelt die junge Frau ausrufen.
»Wie könnte ich das, Marga«, antwortete eine männliche Stimme gequält. »Ich hab dich doch lieb, und ich hab gedacht, wir gehören zusammen.«
Jetzt wusste Maria Hofer, dass es Margas Freund Georg Brunner sein musste, mit dem sie in der Gasse stand.
Die alte Frau trat in den Schatten eines Hauseingangs, fühlte sich dabei aber reichlich unwohl. Es war nicht ihre Art, Leute zu belauschen oder sich in fremde Angelegenheiten einzumischen. Ihre innere Stimme jedoch riet ihr, nicht achtlos weiterzugehen.
»Versteh doch, Georg.« Marga schluchzte. »Ich weiß ja selbst net, was ich denken soll.«
»Das scheint mir auch so«, antwortete Georg halb verzweifelt, halb spöttisch. »Aber ich seh net ein, dass ich dich einfach gehen lassen soll. Ich lieb’ dich, Marga! Verstehst du das net?«
Eine Weile herrschte angespannte Stille, dann vernahm Maria Hofer leises Weinen, das in herzzerreißendes Schluchzen überging.
Schweren Herzens beschloss die alte Frau, nicht weiter zu lauschen. Sie hatte genug gehört. So traurig es auch war, eine Trennung mitzuerleben, so wenig ging es sie an. Damit mussten die jungen Leute allein fertigwerden.
Sie wechselte die Straßenseite, um nicht gesehen zu werden, und folgte der Straße, die Friedmoos durchquerte.
Gerade hatte sie das Geschäft des Bäckers passiert, als sie eilige Schritte hinter sich vernahm. Unwillkürlich blickte sie sich um. Marga Hasslinger kam die Straße heruntergelaufen. Tränen liefen ihr in Strömen über das Gesicht. Sie schien ihre Chefin überhaupt nicht zu sehen.
»Was ist denn los, Madl?«, fragte Maria Hofer besorgt und wechselte wieder auf die andere Straßenseite.
Die junge Frau schien sie erst jetzt wahrzunehmen. Die Tränen machten sie fast blind. Gleich darauf lag sie zitternd und völlig aufgelöst in den Armen der grauhaarigen Frau.
»Mein Gott, was ist denn geschehen?«, fragte Maria Hofer ein weiteres Mal, nachdem Marga sich ein wenig beruhigt hatte.
Nur stockend konnte Marga Hasslinger erzählen, was sie derart aus der Fassung gebracht hatte. Verängstigt wie ein Kind, das Geborgenheit suchte, schmiegte sie sich an Maria Hofer.
»Der Georg und ich haben uns getrennt«, gestand sie stockend, und wieder wurde sie von einem Weinkrampf geschüttelte.
Maria Hofer wollte etwas entgegnen, doch eine plötzliche Sturmböe riss ihr die Worte von den Lippen und nahm ihr den Atem. Irgendwo krachte etwas zu Boden, und die Laternen am Straßenrand schwankten bedenklich.
»Ich bring dich nach Hause«, meinte sie schließlich, und ohne auf eine Antwort zu warten, ging sie weiter. Marga hielt sie fest im Arm, so als ob sie sie beschützen müsste.
Zwei Straßen weiter hatte sie das kleine Haus, in dem ihr Zimmermädchen zwei Zimmer gemietet hatte, erreicht. In der Nähe krachten ein paar Dachziegel zu Boden und zerbarsten mit dumpfem Knall.
»Es ging net mehr«, begann Marga von selbst zu erzählen und wischte sich die Tränen aus den Augen. »Ich weiß net, warum ich’s getan habe, aber ich glaub, es war besser so.«
Maria konnte nicht nachvollziehen, was die junge Frau zu diesem Schritt veranlasst hatte. Sie wusste nur, dass Marga und Georg seit vielen Jahren zusammen waren und sogar schon von Heirat gesprochen hatten. So recht konnte sie sich die plötzliche Trennung nicht erklären.
»Du wirst schon wissen, was richtig für dich ist«, meinte sie mütterlich und strich Marga eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
Die junge Frau nickte heftig und versuchte sogar zu lächeln.
Es misslang kläglich und unterstrich stattdessen noch mehr die Traurigkeit, die in ihren Augen lag.
»Ja, das weiß ich«, gestand sie stockend. »Ich dank’ Ihnen schön, dass Sie da waren, und dass ich mit Ihnen reden konnte.«
»Das Schicksal geht seltsame Wege, Madl«, entgegnete die ältere Frau. »Wer weiß, wofür es gut war. Aber nun versuch ein wenig zu schlafen. Morgen früh sieht alles ganz anders aus.«
Marga nickte und schloss die Haustür auf.
»Schlafen Sie gut«, wünschte sie und wischte sich erneut über das verweinte, gerötete Gesicht. »Bis morgen früh.«
Wenig später war Maria Hofer wieder allein, mitten im Sturm. Überall heulte und pfiff es nun. Fensterläden schlugen krachend gegen Wände, losgerissene Äste und Blätter flogen durch die Luft und allerlei Papier und Abfall wirbelte über die Straße.
Bis zum Gasthof Zur Sonne benötigte Maria Hofer nur wenige Minuten. Sie war froh, als sie sich wieder in den eigenen vier Wänden befand.
Gedankenschwer ging sie in ihr Schlafzimmer. Sie war müde und konnte kaum noch die Augen aufhalten. Daran änderte auch der Sturm, der um ihr Haus tobte, nichts.
Ihre letzten Gedanken, bevor sie einschlief, galten ihrem Zimmermädchen. Sie fragte sich, ob Marga wohl endlich zur Ruhe gekommen war oder noch verzweifelt in ihre Kissen weinte.
Das Grau des nahen Morgens hatte in Friedmoos die Schwärze der Nacht verdrängt, als Maria Hofer von mehreren dumpfen Schlägen geweckt wurde. Sofort war sie hellwach und saß kerzengerade im Bett.
Draußen tobte der Sturm noch immer mit unverminderter Stärke. Erneut krachte es, und erschrocken stand Maria auf und sah aus dem Fenster.
Ihre schlimmsten Befürchtungen wurden noch übertroffen.
Auf der anderen Straßenseite lag eine alte Eiche entwurzelt am Boden. Der mächtige Stamm hatte den Zaun zwischen zwei Grundstücken niedergerissen.
Am Berghang oberhalb des Gasthofes entdeckte sie ganze Schneisen niedergerissener Bäume, die wie Streichhölzer geknickt worden waren.
Auf der kleinen Terrasse vor ihrem Lokal sah es ebenfalls schlimm aus. Überall lagen zerbrochene Dachziegel.
Hastig zog sich Maria Hofer an und stürzte nach draußen. Zum Glück hatte es zu regnen aufgehört.
Ein Blick nach oben zeigte ihr, was der Sturm angerichtet hatte. Schimpfend lief sie wieder ins Haus und hinauf auf den Dachboden.
Ein großes Loch gähnte im Dach, und überall war es nass. Wenn sie Pech hatte, war das Wasser schon in die oberste Etage gedrungen. Was das bedeutete, wollte sie sich lieber nicht vorstellen, denn dort lag die Hälfte ihrer Gästezimmer.
Niedergeschlagen hastete sie in ihr Büro, das im Parterre lag. Es war kurz vor sechs Uhr. Zu dieser Zeit würde sie noch keinen Dachdecker erreichen, und so beschloss sie, erst einmal Kaffee zu kochen und alles für das Frühstück ihrer wenigen Gäste vorzubereiten.
Dann aber hielt sie es nicht länger aus.
Nach dem dritten Telefongespräch hatte Maria Hofer eine böse Vorahnung. Nur Absagen innerhalb von wenigen Minuten stimmten nicht gerade froh. In Friedmoos und Umgebung schien kein Handwerker ohne Aufträge zu sein.
»Verflixter Sturm«, schimpfte sie still vor sich hin.
Nach und nach trafen die Gäste ein und wollten ihr Frühstück. Hauptgespräch war natürlich der Sturm und die schreckliche Nacht, in der mancher kaum ein Auge zugetan hatte.
Hinzu kam, dass Maria Hofer an diesem Morgen vergeblich auf ihren Koch, den Xaver Brunninger, wartete, der normalerweise die erste Schicht übernahm. Was sollte sie tun? Zwangsläufig musste sie selbst einspringen.
Eine Stunde später schlug das Telefon an. Es war der Xaver. Am heiseren Klang seiner Stimme hörte Maria bereits, dass er sich eine Grippe eingefangen hatte.
»Was ist los mit dir?«, fragte sie dennoch leicht ungehalten.
»Heut kann ich leider net kommen, Chefin«, entschuldigte sich der jungen Mann. »Tut mir leid, aber ich hab hohes Fieber und fühl mich gar net gut.«
»Dann tu was dagegen und schau, dass du rasch wieder auf die Beine kommst«, forderte Maria Hofer, jetzt wesentlich sanfter als zuvor, und wünschte ihm gute Besserung.
Seufzend lehnte sie sich in ihrem Bürostuhl zurück und schaute durch das breite Blumenfenster nach draußen. Von hier aus hatte sie einen fantastischen Blick auf die Berge.
An diesem Morgen aber genoss sie diese Aussicht nicht so wie sonst, denn sie wurde von Sorgen gequält.
Draußen braute sich wieder eine Regenfront zusammen. Die Wolken hingen tief und schienen fast die Dächer der am Hang stehenden Häuser und Scheunen des Friedmoostals zu berühren.
Maria Hofer wagte es gar nicht, sich auszumalen, was passierte, wenn es erneut heftig zu regnen begann. Sie musste an das Loch im Dach denken.
Seufzend wischte sie sich über Augen und Gesicht. Sie fühlte sich, obwohl es erst Morgen war, ausgelaugt und müde. In letzter Zeit kam eins zum anderen, und nur selten gab es Erfreuliches, das sie aufmunterte.
Aber sie wäre nicht Maria Hofer, die Inhaberin des Gasthofs Zur Sonne, wenn sie einfach das Handtuch geworfen hätte.
Nun gut, mochte ihr Zimmermädchen Maria heute gewiss nicht voll bei der Sache sein, weil Kummer sie plagte und mochte Xaver Brunniger mit einer Grippe im Bett liegen, sie durfte den Kopf nicht hängenlassen.
Das Leben ging weiter. Ihrem Motto »Hilf dir selbst, dann hilft dir auch der Herrgott«, war sie immer treu geblieben, und in den Jahren seit dem tragischen Tod ihres geliebten Mannes hatte sich gezeigt, dass es der einzig richtige Weg war.
Maria Hofer entspannte sich nur kurze Zeit. Sie schaute auf die Wanduhr neben der Tür. Mittlerweile war es kurz vor neun Uhr. Ihre Pensionsgäste, zum Glück alles Frühaufsteher, hatten zu Ende gefrühstückt und sich trotz des widrigen Wetters in die Natur begeben.
