Gleichgewicht 1 - Carsten Eid - E-Book

Gleichgewicht 1 E-Book

Carsten Eid

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Beschreibung

Tom wird kurz vor seinen 18 Geburtstag in einen Strudel düsterer Machenschaften zwischen Himmel und Hölle gezogen, Alles an was er immer geglaubt hatte wird in frage gestellt. Wer ist gut und wer ist böse? Wem kann er Vertrauen? Gibt es überhaut noch freund und Feind?

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Veröffentlichungsjahr: 2019

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Inhaltsverzeichnis

DANKSAGUNG

Kapitel 1

Gleichgewicht

Carsten Eid

Impressum

Copyright © 2019 Carsten Eid

Homburgerstr 2c

66482 Zweibrücken

[email protected]

Alle Rechte vorbehalten.

DANKSAGUNG

Hiermit möchte ich allen Leuten danken die mir dabei geholfen haben das Universum rund um Tom und seine Freunde weiter auszubauen

Gleichgewicht

Kapitel 1

Ein riesiger in Nebel gehüllter Friedhof lag vor ihm! In dessen Mitte sich eine kleine Kirche von den Gräbern, die um sie herum angeordnet waren abhob. Wie war er nur hierhergekommen? Und vor allem wo war er überhaupt. Aus irgendeinem nicht erklärlichen Grund spürte er das unerträgliche Verlangen auf die Kirche zuzulaufen. Es war fast so als würde er von irgendjemand gerufen, jedoch konnte er keine Stimme hören. Der Weg, der ihn in Richtung der Kirche führte war nicht viel breiter als ein Trampelpfad und bestand aus reiner Erde. Umso weiter er jedoch auf das Gebäude zuging umso dichter wurde auch das Gras am Wegesrand bis es den Weg ganz und gar bedeckte. Es kostete ihn immer mehr und mehr Kraft einen Schritt vor den anderen zu setzten. Nur noch wenige Schritte bis zu den ersten Stufen dann würde er sich erst einmal kurz ausruhen. Dieser Gedanke war sehr schnell wieder verflogen zu verlockend war die riesige Tür, die am Ende der Stufen nur auf ihn allein zu warten schien. Wie in Trance lief er immer weiter auf die Tür zu und bemerkte gar nicht, dass ihm ein Schatten folgte, der das Schrecklichste war was die Hölle jemals ausgespuckt hatte. Die riesige hölzerne Tür schwang wie von Geisterhand alleine auf als er sich ihr näherte. Das war der Moment wo sein Verstand wieder anfing zu arbeiten und er sich versuchte gegen das weiterlaufen zu wehren. Es war zu spät die gleiche unheimliche Kraft die kurz zuvor die Tür öffnete zog ihn nun in das Innere der Kirche. Er schrie so laut er nur konnte auch wenn er genau wusste das ihn niemand hören würde. Kaum in der Mitte der Kirche angekommen ließ die unsichtbare Kraft von einer Sekunde zur anderen von ihm ab. Von einem Urinstinkt heraus getrieben machte er kehrt und lief so schnell es seine Beine zuließen zurück in Richtung der Tür. Noch bevor er sie erreichen konnte schlug sie mit einem Knall genauso mysteriös zu wie sie sich zuvor geöffnet hatte. Erst jetzt war er in der Lage sich richtig umzusehen, doch das was er erblickte ließ ihn das Blut in seinen Adern gefrieren und seine Ängste wieder aufkeimen. Von der Decke hingen kopfüber leblose Körper, denen man allen Anschein nach bei lebendigen Leibe die Haut abgezogen haben musste. Da wo normal ihre Augen sein sollten waren nur noch ausdruckslose schwarze Löcher zu sehen. An den Seitenwänden waren verschiedene Folterinstrumente aufgebaut. Zu seiner linken erkannte er eine Guillotine, vor der sich ein Blut bedeckter Haufen mit abgetrennten Köpfen stapelte. Gleich daneben stand etwas was eine Art Streckbank zu sein schien. Darauf lag eine verweste Leiche, die in der Mitte auseinandergerissen wurde. Auf dem Boden um sie herum lagen die herausgerissenen Gedärme und Innereien. Auf der anderen Seite erkannte er eine eiserne Jungfrau, an deren Boden sich genug getrocknetes Blut gesammelt hatte um den Anschein zu erwecken eine ganze Familie sei darin hingerichtet worden. Der Geruch, die Brutalität und das Grauen, das er vor sich sah ließ seinen Magen aufs schlimmste rebellieren, so dass er das kotzen nicht mehr verhindern konnte. So beschissen es ihm auch ging gab er dem inneren Drang nach sich weiter umzusehen. Der Altar an dem früher die Messe abgehalten wurde zog nun seine ganze Aufmerksamkeit auf sich. Entgegen seiner Erwartung hing über dem Altar kein normales Kreuz wie man es in einer Kirche wie dieser erwartet hätte. An dessen Stelle hing ein auf den Kopf gedrehtes Kreuz, an das man die Leiche einer jungen Frau befestigt hatte, selbst auf diese Entfernung konnte er ganz gut erkennen das man riesige Nägel durch ihre Schultern, das Becken und den Oberschenkel getrieben hatte. Und als wäre das alles nicht schon schlimm genug wies ihr Körper noch etliche Brandzeichen in der Form von Symbolen auf, die er nicht zuordnen konnte. Obwohl der Boden und der Altar unter dem Kreuz mit jeder Menge Blut bedeckt war erregte etwas Silber glänzendes seine Aufmerksamkeit. Wer auch immer diesen Ort auf die schrecklichste Art, die man sich vorstellen konnte geschändet hatte verschonte ausgerechnet diesen Gegenstand. Auf diese Entfernung sah es für ihn aus wie ein Kreuz. Je näher er kam schien es so als sei der Boden des Kreuzes mit der Deckplatte des Altars verschmolzen. Erst als er näher an das Kreuz trat stellte er fest das es sich bei dem Gegenstand nicht um das Heiligste der christlichen Symbole handelte, sondern um ein mit Ornamenten und Edelstein geschmücktes Schwert. Wie aus dem Nichts löste sich aus einem der Schatten direkt vor ihm eine schemenhafte schwarze dämonische Gestalt, die sich mit einer nicht menschlichen Geschwindigkeit auf ihn zubewegte. Ihr Gesicht war von diabolischen Hass verzerrt. Aus ihrem Maul ragten dolchlange, dunkelgelb verfärbte Reißzähne. Aus dem Augenwinkel bemerkte er wie eine riesige schwarze Kralle auf sein Gesicht zuraste.........

KAPITEL 2

6:33 Uhr war es genau als die ersten Sonnenstrahlen des Tages in Toms Zimmer fielen. Es war Montag und nur noch zwei Wochen zu seinem achtzehnten Geburtstag. Tom war für sein Alter recht groß mit einer Größe von fast 1,90m übertraf er seine Klassenkameraden und Freunde bei weitem. Auch seine muskulöse Gestalt machten sein Leben nicht grade einfach und brachten ihm schon in der Grundschule den Spitznamen Goliath ein, was wohl auch seinem blonden Haar und seinen blauen Augen zu verschulden war. Inzwischen war es kurz vor sieben und Tom hatte nun schon einige Male seinen Wecker weiter gedrückt und war immer mal wieder kurz eingeschlafen. Und jedes Mal hatte er das Gefühl als würde irgendjemand oder irgendetwas nach ihm rufen. Ein Schauer legte sich über seine Seele und eiskalter Schweiß bedeckte seinen ganzen Körper. Mit aller Macht versuchte er sich gegen die in ihm aufkeimende Panik zur Wehr zu setzen.

„Tom“

Die Stimme seiner Mutter brachte ihn wieder zurück in die Realität und auch gleich darauf bemerkte er wie sich sein Herzschlag wieder auf ein normales Niveau senkte und die Panik in ihm schwand.

„Ja ich komme gleich“

Rief er kurz und knapp zurück in der Hoffnung das seine Mutter nicht bemerkte wie zitterig seine Stimme noch immer klang. Dennoch musste er sich beeilen seine Mutter war eine liebenswerte Frau ohne jeglichen Zweifel, dennoch konnte sie es überhaupt nicht leiden, wenn man sie warten ließ. Ein Freund der Familie hat einmal scherzhaft auf einem Familienfest behauptet, dass sie mit ihrer Vorstellung von Pünktlichkeit und ihrer restlichen Art wundervoll in das alte England passen würde. Er schlüpfte noch schnell in die Schuhe und spurtete dann in großen Schritten die Treppen in das erste Stockwerk hinunter immer darauf bedacht nicht allzu viel Lärm zu machen. Kaum in der Küche angekommen sah er das gleiche Bild wie jeden Morgen, sein Vater Gerald saß inmitten des Raumes am Esstisch mit einer Tasse Kaffee und der allmorgendlichen Zeitung, gegenüber stand seine Mutter in der Küche und bereitete das Frühstück vor. Und doch war irgendetwas anders! Die Luft war wie elektrisch aufgeladen.

Der Ausdruck im Gesicht seines Vaters war nicht der des Mannes, der sonst morgens an diesem Tisch saß, er wirkte angespannt, wenn nicht sogar verängstigt. Seine Schulter hingen schlaff nach unten und seine sonst so warmherzigen blauen Augen starrten ihn an als hätten sie soeben einen Geist erblickt. Der Gesichtsausdruck und die Körperhaltung seiner Mutter waren bei weitem nicht entspannter. Sie wirkte schon fast wie in einer Art Schockstarre gefangen und Tom hatte das Gefühl als würde sie direkt durch ihn hindurch starren. Er fasste kurz seinen ganzen Mut zusammen und versuchte mit einem kurzen.

„Guten Morgen „

Die kalte Stimmung, die in der Küche stand zu brechen. Als ob er einen Schuss mit einer Pistole mitten im Raum abgefeuert hätte, genauso schnell änderten sich die Gesichter seiner Eltern wieder zu jenen die Tom von ihnen kannte.

„Tom “

Entgegnete ihm sein Vater wie immer begleitet von einem kurzen nicken.

„Setzt dich dein Frühstück ist gleich fertig “

Warf seine Mutter kurz und knapp ein.

Beim setzen fiel Tom auf das die Knöchel der rechten Hand seines Vaters zahlreiche Wunden aufwiesen. Was ja angesichts seines Berufes nicht unbedingt etwas war was Tom beunruhigte, schließlich war sein Vater im Personenschutz tätig und kam öfters nachhause mit irgendwelchen Schrammen, Schnitten, oder anderen blutenden Wunden. Doch diese hier waren anders sie sahen nicht aus wie nach einer Schlägerei. Einige der Wunden waren so tief das Tom sich sicher war Teile des Knochens zu sehen.

„Aufregende Nacht? „

Fragte er seinen Vater und deutete mit dem Zeigefinger auf dessen rechte Hand.

„Nicht aufregender als sonst “

„Willst du damit nicht zum Arzt gehen “

„Nein deine Mutter wird sich gleich darum kümmern “

„Natürlich werde ich das, hätte ich gewusst wie oft ich dich verarzten muss hätte ich damals besser einen medizinischen Beruf wählen sollen und nichts Kaufmännisches “

Warf seine Mutter mit einem Schmunzeln im Gesicht aus der Küche ein.

„Vergessen wir mal meine Hände und die wohl falsche Berufswahl deiner Mutter! Wie hast du denn heute Nacht geschlafen? Du bist ja immer noch leichenblass „

Kurz schweiften seine Gedanken nochmals zurück zu dem Zeitpunkt als er heute Morgen wach wurde.

Sollte er seinen Eltern wirklich sagen was passiert war? Er entschloss sich dagegen und wollte grade etwas sagen als seine Mutter das Wort ergriff.

„Lass mich raten, schlechte Träume beim Aufwachen ein seltsames Gefühl, Schweißausbrüche und erhöhter Herzschlag. Vielleicht nicht ganz in dieser Reihenfolge “

Die Verwunderung stand Tom regelrecht ins Gesicht geschrieben doch die Gelegenheit zum Antworten bekam er erst gar nicht da sein Vater vor ihm das Wort ergriff.

„Tom hör mir zu du bist jetzt in einem Alter wo sich einiges ändern wird, du wirst die nächste Zeit das Gefühl haben, das sich dein Körper und deine Wahrnehmung ändern wird „

„Paps das Gespräch von Bienen und Blumen hatten wir als ich sechs Jahre alt war und die Pubertät ist bei mir auch fast vorbei! „

„Davon redet dein Vater nicht „

Unterbrach ihn seine Mutter in einem strengen Ton.

„Was meint ihr dann? „

„Ich rede von Hexen, Drachen, Elfen und all den anderen Fabelwesen„

Tom konnte sich ein lautes Lachen einfach nicht verkneifen.

„Und als nächstes wollt ihr mir noch weiß machen ich sei der Urururenkel von Merlin „

Der Gesichtsausdruck seines Vaters wechselte wieder schlagartig auf Bitterernst gefolgt von einem schweren Seufzer.

„Merlin „

Schnaubte seine Mutter von der anderen Seite der Küche.

„Merlin ist eine fiktive Figur auch wenn es die Ansicht gibt das sie auf angeblich realen Personen zurückzuführen sei. Zum einen wäre da, Myrddin Emrys eine Figur aus Nemmus Werk Historia Britonon aus der Übergangszeit zwischen dem Achten und Neunten Jahrhundert und zum zweiten wäre da noch Myrddin Lailoken der laut einer Überlieferung aus Wales, der Name eines berühmten Dichters und Sehers war. Der bei der Schlacht um Arfderydd den Verstand verloren haben soll und dann wegen König Rhydderch Hael nach Schottland floh und im Exil angeblich die Gabe des Weißsagens bekam. Und um deine Frage gleich zu beantworten nein du bist mit keinem der beiden verwandt „

Jetzt konnte sich selbst seine Mutter ein schelmisches Grinsen nicht verkneifen. Der Schock über den Vortrag seiner Mutter stand Tom regelrecht ins Gesicht geschrieben. Das seine Mutter eine gebildete Frau war wusste er schon immer. Doch den Vortrag, den er eben zu hören bekam hätte eher in den Hörsaal eine Uni gepasst als in die heimische Küche.

„Mein Sohn „

Übernahm der Vater wieder das Wort.

„Ich weiß wie sich das alles für dich anhören muss denn nicht anders hat es sich damals für mich angehört als mein Vater dieses Gespräch mit mir begonnen hatte. Auch mein erster Gedanke damals war das er mich verschaukeln wollte. Aber lassen wir das jetzt erst einmal du hast heute einen wichtigen Tag wir reden heute Abend weiter, wenn du zuhause bist „

Nach dem letzten Wort erhob sein Vater sich und verließ ohne weitere Worte die Küche. Seine Eltern schienen es wirklich ernst zu meinen dachte er kurz. Doch seine Mutter holte ihn abermals wieder zurück in die Realität.

„Wie dein Vater schon sagte es ist ein wichtiger Tag für dich mach dich fertig und fahre los, komm nicht an deinem ersten Lehrtag schon zu spät. Auch wenn du Herr Erpel schon ewig kennst „

Mit diesen letzten Worten verließ auch sie die Küche und ließ ihn mit seinen Gedanken zurück. Heute war sein erster Lehrtag, damit hatten seine Eltern recht. Allerdings ging er in der Schmiede von Herr Erpel schon seit fünf Jahren ein und aus. Er lernte den alten Mann vor fünf Jahren auf dem Weg zum Weihnachtsgottesdienst kennen. Er konnte sich noch ganz genau an ihre erste Begegnung erinnern. Damals auf dem Weg zur Kirche wollte er die Abkürzung über den öffentlichen Friedhof nehmen genauso wie er es sonst auch immer tat. Mit dem kleinen Unterschied das es sonst immer bei Tag und im Hellen war. Doch an diesem Tage war es schon recht früh dunkel geworden. Dennoch war er entschlossen den Weg über den Todesacker zu nehmen. Schon alleine deswegen, weil er wie immer getrödelt hatte und es jetzt über den normalen Weg nicht mehr rechtzeitig zur Messe schaffen würde. Am großen schmiedeeisernen Eingangstor hielt er noch einmal kurz inne und atmete tief ein als könnte diese Geste die aufsteigende Angst, die an ihm zerrte vertreiben. Entgegen jeder Vernunft lief er los. Er hatte schon die Hälfte des Weges hinter sich gebracht als ihm ein sich bewegender Schatten auf seiner linken Seite auffiel. Vor lauter Angst stoppte er und horchte angestrengt in die Dunkle Nacht, doch kein Ton war zu hören, nicht einmal Geräusche, die er an solch einem Ort erwartet hätte zu hören. Kein rauschen des Windes, der die am Boden liegenden Blätter bewegte oder Vögel, die sich durch die Baumkronen bewegten. Es war totenstill fast so als hätte die Natur selbst Angst davor auch nur das kleinste Geräusch von sich zu geben. Wieder dieser Schatten jedoch dieses Mal auf seiner rechten Seite. Gegen diese Art von Angst half nun auch die beste Atemtechnik nichts mehr. Ohne dass er es merkte setzten sich seine Füße in Bewegung, immer schneller werdend. Sein Herzschlag und sein Atem waren bereits an ihrer Leistungsgrenze angekommen. Nur noch Hundert Meter bis zum Ausgang!

Hinter sich spürte er wie das Abgrundtief Böse nach ihm zu greifen schien und immer mehr aufholte. Die Neugier in ihm wuchs immer weiter an genau wie das Verlangen nach hinten zu sehen und zu erblicken was hinter ihm her war. Noch Fünfzig Meter! Er konnte schon die Lichter der Straße und der vorbeifahrenden Autos sehen. Wenn er das letzte Stück noch schaffen würde wäre er in Sicherheit. Noch Zehn Meter, Neun, Acht wie aus dem Nichts tauchte vor ihm eine großgewachsene in Schwarz gekleidete Gestalt auf. Bei dem Versuch seine von Angst getrieben Beine zu bremsen verlor er das Gleichgewicht und stolperte unkoordiniert auf die Gestalt vor ihm zu. An alles was sich in den nächsten Sekunden abspielte konnte er sich nur noch schemenhaft erinnern. Das Einzige was ihm noch im Gedächtnis blieb war das ihn die Gestalt auffing. Danach nur noch grelles weißes Licht und ein lautes in Mark und Bein übergehendes Geschrei. Plötzlich Ruhe, die Welt um ihn herum kehrte aus dem Schleier, in dem sie sich verbarg langsam wieder zurück. Über ihn gebeugt ein Mann mit langen grauen Haaren und langen grauen Bart. Toms erster Gedanke war eine Erinnerung aus seinen Lieblingsbüchern von Tolkien. Er war sich sicher das der zu fleischgewordene Zauberer Gandalf vor ihm stand und ihn genauso wie Bilbo Beutling vor den Bösen gerettet hatte.

„Alles okay bei dir junger Mann „

Doch Tom war außer Stande zu antworten da er den Schock immer noch in den Knochen sitzen hatte.

„Steh erst mal auf „

Kaum den Satz beendet griffen die riesigen Hände des Mannes nach seinen Schultern und zogen ihn mit einem einzigen Ruck zurück auf die Beine.

„Bist du Stumm? „

„Nein „

Beantwortete er die Frage knapp, sich nicht ganz sicher wirklich laut gesprochen zu haben.

„Was macht jemand wie du bei Dunkelheit alleine auf dem Friedhof „

„Ich wollte die Strecke zur Kirche abkürzen „

„Na das hast du ja bei dem Tempo, mit dem du mir entgegen gestolpert bist ganz gut hinbekommen „

Tom hatte das Gefühl als müsse er vor Scham im Boden versinken.

„Ich wurde von etwas verfolgt „

„Also nicht nachdem was ich gesehen habe, hinter dir war niemand oder wie du es gesagt hast etwas „

„ICH HABE MIR DAS NICHT EINGEBILDET „

Diese Antwort kam mit einer Lautstärke und Entschlossenheit über seine Lippen, die er sich bis dahin selbst nicht zugetraut hätte.

„Ich wollte nicht deinen Stolz verletzten junger Mann ich kann dir nur sagen was ich gesehen habe. Mein Name ist übrigens Erpel, Wolfgang Erpel „

„Tom Klein „

„So schmutzig wie du bist kannst du nicht zur Abendmesse.

---ENDE DER LESEPROBE---