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Studienarbeit aus dem Jahr 1999 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 2,0, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (Philosophischen Fakultät), Veranstaltung: Hauptseminar: Goethe-Rezeption im 19. Jahrhundert, Sprache: Deutsch, Abstract: 1. Einleitung 1.1 Thema der Hausarbeit Goethe Rezeption anhand von seinen Werken "Faust 2" und "Werthers Leiden" aus dem Jahre 1896. 1.2 Goethes Faust Johann Wolfgang Goethe (1749-1832) ist die bis heute bedeutendste Gestalt der deutschen Literatur, die nicht nur innerhalb ihrer Epoche von großem Einfluß war und ihr den Namen "Goethezeit" gab, sondern darüber hinaus für folgende Generationen zum Inbegriff deutscher Geistigkeit wurde. Goethe schuf mit der Tragödie "Faust" das zentrale Werk der nationalen Dichtung und ein Menschheitsdrama von zeitloser Gültigkeit und weltliterarischem Rang. Der zweite Teil des "Faust" beinhaltet besondere Verständnisschwierigkeiten. Die Tatsache, daß die Literaturwissenschaft fast ein Jahrhundert benötigt hat, um das Wesen der Dichtung zu verstehen und viele Details zu interpretieren, verdeutlicht die Unmöglichkeit, dieses geistig und künstlerisch ungewöhnlich reiche Werk beim ersten Anlauf und ohne Zuhilfenahme der Ereignisse der Wissenschaft zu verstehen. Die neuere Forschung hat gezeigt, daß eine werkimmanente Interpretation grundsätzlich unmöglich ist. Die Faust-II-Forschung hat bis heute die wesentlichen Strukturen der Dichtung enthüllt und ihre Inhalte geklärt. Die Faust-Literatur wird jährlich durch weitere Arbeiten ergänzt, auch dies zeigt die Unausschöpflichkeit des Werkes, das der Betrachtung immer neue und überraschende Aspekte zu bieten hat. Widersprüchliche Deutungen haben nicht zwangsläufig ihren Grund in der Unklarheit der dichterischen Aussage oder in einem Mangel der Interpretation. Sie können vielmehr als ein Zeichen der Vielschichtigkeit und Vieldimensionalität des Werkes verstanden werden. [...]
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Veröffentlichungsjahr: 2002
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Goethe Rezeption anhand von seinen Werken „ Faust 2“ und „ Werthers Leiden“ aus dem Jahre 1896.
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Johann Wolfgang Goethe (1749-1832) ist die bis heute bedeutendste Gestalt der deutschen Literatur, die nicht nur innerhalb ihrer Epoche von großem Einfluß war und ihr den Namen „ Goethezeit“ gab, sondern darüber hinaus für folgende Generationen zum Inbegriff deutscher Geistigkeit wurde. Goethe schuf mit der Tragödie „ Faust“ das zentrale Werk der nationalen Dichtung und ein Menschheitsdrama von zeitloser Gültigkeit und weltliterarischem Rang. Der zweite Teil des „ Faust“ beinhaltet besondere Verständnisschwierigkeiten. Die Tatsache, daß die Literaturwissenschaft fast ein Jahrhundert benötigt hat, um das Wesen der Dichtung zu verstehen und viele Details zu interpretieren, verdeutlicht die Unmöglichkeit, dieses geistig und künstlerisch ungewöhnlich reiche Werk beim ersten Anlauf und ohne Zuhilfenahme der Ereignisse der Wissenschaft zu verstehen. Die neuere Forschung hat gezeigt, daß eine werkimmanente Interpretation grundsätzlich unmöglich ist. Die Faust-II-Forschung hat bis heute die wesentlichen Strukturen der Dichtung enthüllt und ihre Inhalte geklärt. Die Faust-Literatur wird jährlich durch weitere Arbeiten ergänzt, auch dies zeigt die Unausschöpflichkeit des Werkes, das der Betrachtung immer neue und überraschende Aspekte zu bieten hat. Widersprüchliche Deutungen haben nicht zwangsläufig ihren Grund in der Unklarheit der dichterischen Aussage oder in einem Mangel der Interpretation.
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Sie können vielmehr als ein Zeichen der Vielschichtigkeit und Vieldimensionalität des Werkes verstanden werden.1
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Von Goethe war die Faust-Dichtung von Anfang an auf eine Weiterführung über das Ende des ersten Teiles hinaus angelegt. Die Faust-Handlung war noch unvollendet, die Fahrt Fausts in die große Welt stand noch aus, der Stoff der „ Historia von D. Johann Fausten“ veranlaßte den Dichter dazu, Faust noch an den Kaiserhof zu führen und ihn sich mit Helena verbinden zu lassen. Zusammen mit der Veröffentlichung des „ Faust I“ im Jahre 1808 erschien der „ Prolog im Himmel“ , der als Einleitung zu beiden Teilen des Werkes zu verstehen ist. Bereits im Vorfeld hatte sich Goethe Gedanken über die Gestaltung des zweiten Teils gemacht. Aus den Jahren 1797 bis 1800 stammt das bekannte Schema zum Faust-Drama, das für den zweiten Teil „ Tatengenußnach außen“ und „ Schöpfungsgenuß - nach innen“ vorsieht. Aus diesen Jahren liegen auch einige Entwürfe und Skizzen zu den Szenen „ Grablegung“ bis „ Mitternacht“ und ein Fragment des Helena-Aktes vor (mit Abweichungen vom endgültigen Text).
Seine Arbeit hat dann offensichtlich lange geruht, erst im Jahre 1815 scheint Goethe sich wieder intensiver mit dem Werk beschäftigt zu haben (nach Sulpiz Boisserées Tagebuch vom 3. August 1815). Zwischen dem 16. und 20. Dezember 1816 schrieb er eine ausführliche Inhaltsangabe des zweiten Teiles für Band IV, Buch 18, von „ Dichtung und Wahrheit“ , die aber bei der endgültigen Redaktion nicht berücksichtigt wurde. Diese Inhaltsangabe läßt den großen poetischen Reichtum des zweiten Teiles noch nicht erkennen. In den Jahren 1825 bis 1831 entsteht die endgültige Ausarbeitung und Gestaltung des Werkes. Im Jahre 1825 entstanden Skizzen zum ersten Akt und
1Kobligk 1985, Seite 4
