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Grace Hill, ein 16-jähiges Mädchen, zieht in das kleine Städtchen Rosefield und besucht dort die St. Davies Highschool. Nach kurzer Zeit findet sie auch neue Freunde und somit wäre eigentlich alles perfekt. Wenn da nicht Evelyn Garcia wäre, die von vielen Schülerinnen gefürchtet wird und vor allem Grace das Leben zur Hölle macht. Aber zum Glück hält Graces Clique zu ihr und gemeinsam versuchen sie, Evelyn mit allen Mitteln zu bekämpfen. Jedoch ist das nicht ihr einziges Problem...
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Seitenzahl: 322
Veröffentlichungsjahr: 2023
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„Ich schwöre es dir“, versprach Grace und hob ihre Hand zum Schwur. Zoey machte es ihr gleich und sie lächelten sich an. „Beste Freundinnen für immer! Und hoffentlich auch an der gleichen Highschool“, bemerkte Zoey freudig und ließ ihre Hand wieder sinken.
„Ganz bestimmt!“, sprach Grace ihr zu und blickte auf die Pinnwand über ihrem Bett.
Grace war 16 Jahre alt, hatte hellbraune schulterlange Haare, war sehr intelligent, nett, hübsch und liebte es schon von klein auf, einen Streit zu schlichten. Bereits in der Nursery School wurde sie von den Betreuerinnen immer als das „vermittelnde Mädchen“ bezeichnet, so ging es auch in der Preschool weiter bis hin zur Highschool, die sie in New York besuchte. Aber vor ein paar Wochen waren ihre Eltern mit ihr umgezogen, in ein kleines Städtchen namens Rosefield, das irgendwo im Nirgendwo lag. „Wir wollen doch näher bei deinen Großeltern wohnen, damit ihr euch öfter sehen könnt“, hatten Grace Eltern als Vorwand benutzt, aber sie selbst konnte es sich einfach nicht vorstellen.
Durch den Umzug hatten Mr. und Mrs. Hill ihre Tochter aus ihrem bekannten Umfeld gerissen und damit auch aus ihrer alten Highschool, in der es ihr meistens gefallen hatte. Doch zu Graces Glück wollten Zoeys Eltern auch aus der Großstadt heraus und waren mit nach Rosefield gezogen. Zoey war schon seit der Elementary School Zeit ihre beste Freundin und war das genaue Gegenteil von Grace. Sie hatte sehr lange, bis zur Hüfte reichende lockige, schwarze Haare, war ziemlich groß für ihr Alter und bereits sehr erfahren in Schulwechseln. Sie war nämlich schon an 4 unterschiedlichen Schulen gewesen, bevor sie schlussendlich in die gleiche Elementary School gekommen war, in die Grace ging. Aber seitdem waren die beiden unzertrennlich und seit des Umzugs hatten sie den gleichen, ersehnten Traum. In Rosefield gab es 3 Highschools: Die St.
Davies Highschool, die McConnor Highschool und die Sir Miller Highschool. Im Internet hatten sich die beiden von allen Schulen Bilder angeschaut und als sie die McConnor Highschool gesehen hatten, war für sie klar, welche sie wählen würden. Alle Teenager auf den Fotos sahen so glücklich und gebildet aus, genauso wie Grace und Zoey auch mal werden wollten. Und genau deshalb hatten sie beschlossen und sich nun auch geschworen, zusammen auf diese Schule zu gehen. An ihre Pinnwand hatte Grace viele Bilder der Schule gehängt und wenn sie und Zoey sich trafen, hängten sie noch mehr Bilder daran. Manchmal recherchierten sie auch, wie viele Jugendliche diese Highschool besuchten, welche Unterrichtsfächer und Wahlfächer angeboten wurden und welche Freizeitkurse noch Mitglieder suchten. Aber für Grace und Zoey stand schon fest, dass sie als Wahlfach Französisch und als Freizeitkurse Badminton und literarische Weiterbildung nehmen würden. Grace wollte nämlich einmal Autorin werden. „Ich freue mich ja schon so auf unseren ersten Schultag an der McConnor High! Ob wohl alle Lehrerinnen und Lehrer nett sind? Hoffentlich gibt es auch ein paar nette Mädchen, die uns in ihre Clique aufnehmen. Ach ja, und nicht zu vergessen, eine nette Bedienung in der Cafeteria! Weißt du noch, die alte, unfreundliche Köchin auf der Middle School?
Die uns das Essen immer auf unser Tablett statt auf unsere Teller getan hat“, fragte Zoey in dem Moment und riss Grace aus ihrem McConnor Highschool-Tagtraum. „Äh, w..was? Ach ja.. Hilfe, die war so schlimm! Ich hab mich oft gefragt, ob die eine Sehschwäche hat oder ob sie uns Kinder einfach nicht leiden konnte. Eigentlich hat sich ja auch niemand schlecht in der Cafeteria benommen. Also gibt es keinen Grund für letzteres. Aber sag mal, roch ihr Parfüm einfach nur so schrecklich oder hat sie nur einmal im Monat geduscht? Ich tippe auf Möglichkeit 2“, meinte Grace und grinste.
Zoey lachte kurz auf und nickte dabei zustimmend. „Aber mal ganz ehrlich, Grace“, fing Zoey plötzlich ernst an, „Bist du eigentlich aufgeregt vor unserem ersten Schultag?“. „Ich bin froh, dass du fragst, Zoey.... Ja, ich bin wirklich ziemlich aufgeregt und hoffe so sehr, dass meine Eltern mitspielen! Bisher hab ich ihnen nämlich noch nicht von unseren Schulplänen erzählt. Aber ich bin mir sicher, sie werden begeistert davon sein, dass wir uns so für eine Schule interessieren. Ich meine, wie viele Teenager in unserem Alter haben Lust auf Schule, lernen und Stress?“, bemerkte Grace und ließ sich auf ihr Bett fallen. Sie starrte an die Decke, die voller kleiner Leuchtsterne beklebt war und Zoey setzte sich neben sie. „Oh, ich bin ja so glücklich, dass es dir genauso geht, Grace! Ich hab mich schon für verrückt gehalten, weil ich vor ein paar Tagen ein bisschen Panik bekommen habe, beim Gedanken, im neuen Schuljahr mit völlig unbekannten Mitschülern und Mitschülerinnen und vor allem Lehrern und Lehrerinnen zu starten. Es ist ja unsere Traumhighschool und wir haben uns so viel davon erträumt und davon geschwärmt, da wollte ich dir von meiner Angst nicht erzählen.
Aber jetzt bin ich froh, dass ich es dir nicht verschwiegen habe!“, erklärte Zoey und zwirbelte eine ihrer pechschwarzen Locken um ihren Finger. Grace richtete sich nun auf und legte einen Arm um ihre beste Freundin, mit der sie schon so manches Geheimnis geteilt hatte. „Keine Sorge, ich bin ja dann auch noch da. Klar, wir kommen an eine neue Schule, kennen keine Menschenseele und müssen erstmal mit der neuen Umgebung klarkommen, aber wir haben doch noch uns und es wäre doch schlimmer wenn wir mitten im Schuljahr dazukommen würden. Ich bin mir sicher, wir sind nicht die einzigen Neuen.
Von meinem Dad hab ich nämlich erfahren, dass in die Straße gegenüber von der, wo ich mit Mom und Dad jetzt wohne, eine Familie gezogen ist, die eine Teenagerin in unserem Alter haben. Sie heißt Patricia, oder so ähnlich und soll auch an die McConnor High gehen.“ „Wirklich? Okay, das beruhigt mich echt etwas. Wird schon schief gehen.
Konzentrieren wir uns lieber auf schöne Dinge: Unseren erhofften Erfolg an der McConnor High! In welchem Fach warst du an unserer alten Schule eigentlich am besten?“, erkundigte sich Zoey und Grace entgegnete lachend: „Oh Mann Zoey! Wir kennen uns jetzt schon seit 6 Jahren, sind seitdem beste Freundinnen und du weißt jetzt schon wieder nicht mehr, welches Fach mein Bestes ist? Naja, typisch du.“ Nach außen wirkte Grace ziemlich amüsiert, aber innerlich war sie sehr traurig darüber, dass Zoey trotz so vieler Jahre enger Freundschaft kaum etwas über sie wusste. Immer hatte sie sich eine beste Freundin gewünscht, die sie in und auswendig kannte. So gut, wie sie es bei Zoey konnte. Ihre beste Freundin liebte Vanilleeis mit heißen Kirschen an einem gemütlichen Wintertag, ein erfrischendes Wassereis an einem warmen Sommertag, war super in allen möglichen sportlichen Aktivitäten und verbrachte die meiste Zeit vor dem Spiegel, um ihre Haare zurecht zu zupfen. Sie konnte es nicht leiden, wenn ihr jemand einen Streich spielte, war die schlechteste in Latein und ihr Deutsch klang so schrecklich wie ein rostiges Tor. Aber was wusste Zoey über ihre beste Freundin? Grace hatte sich all die Jahre damit abgefunden, aber am heutigen Tag traf es sie sehr, da es nicht lange her gewesen war, dass sie mit einem A+ in Latein ihr letztes Schuljahr abgeschlossen hatte. „Ach Grace, du weißt doch, dass ich ein schlechtes Gedächtnis habe. Du warst immer die von uns beiden, die sich alles mögliche merkt, und das über lange Zeit. War es Englisch?... Oder Deutsch?... Es war doch eine Sprache, oder?“, rätselte Zoey und schaute Grace erwartungsvoll an. „Es ist Latein, Zoey. Du weißt schon, das Fach, in dem ich mit einem A+ abgeschlossen habe!
Also dass du dir das nicht gemerkt hast, trifft mich jetzt schon. Ich weiß doch auch, dass du fantastisch in Sport bist“, stellte Grace klar und blickte Zoey enttäuscht an. „Oh sorry, Grace, das stimmt. Wie konnte ich das nur vergessen! Du warst doch die Klassenbeste oder? Ich werde es mir merken, versprochen!
Frag mich in ein paar Tagen nochmal und ich kann dir wie aus der Pistole geschossen, antworten“, versicherte ihr Zoey und legte einen Arm um sie. Doch da ploppte plötzlich eine Nachricht auf Zoeys Handy auf und sie nahm es aus ihrer Hosentasche. Auf dem Display erschien eine Nachricht und kurz darauf erklärte Zoey: „Ah, meine Mom hat mir gerade geschrieben, dass es jetzt Abendessen gibt. Tut mir leid, ich muss mich dann wohl verabschieden. Treffen wir uns in ein paar Tagen nochmal?“ „Ja, klar. Vielleicht übermorgen? Morgen wollen meine Eltern mit mir nämlich die verschiedenen Schulen besichtigen. Naja, ich brauche ja nur bei der McConnor High aufzupassen. Auf eine andere Schule gehen wir beide sowieso nicht“, ließ Grace ihre beste Freundin wissen und diese entgegnete: „Übermorgen passt super! Aber das ist lustig, meine Mom und mein Dad wollen mit mir morgen auch die verschiedenen Schulen anschauen. Dazu könnten wir uns doch auch verabreden, oder?
Es macht bestimmt viel mehr Spaß, zu zweit unsere Traumschule zu erkunden.“ „Das stimmt, dann machen wir das so. Treffen wir uns um 11 Uhr an der McConnor High?“, fragte Grace und Zoey nickte. „Dann bis morgen! Ich freue mich schon. Hoffentlich öffnet die Highschool schon um 11 Uhr. Wir haben doch vor ein paar Wochen gelesen, dass sie erst um 12 Uhr für Besucher aufmacht. Aber okay, bis dann“, verabschiedete sich Zoey, umarmte Grace kurz und eilte dann die Treppenstufen hinunter zur Haustür. Grace hörte noch, wie sich die Tür mit einem Klacken öffnete und dann schwer zurück ins Schloss fiel.
Gedankenabwesend ließ sie sich auf ihr Bett fallen und dachte an die letzten Worte ihrer besten Freundin. „Wir haben doch vor ein paar Wochen gelesen, dass sie erst um 12 Uhr für Besucher aufmacht“, hatte sie gesagt und Grace wurde klar, dass Zoey sich daran erinnern konnte, was sie vor 3 Wochen im Internet recherchiert hatten. Sie konnte sich Dinge in der Vergangenheit verinnerlichen, durch diesen Satz hatte sie sich gewaltig verraten. Wollte sich Zoey vielleicht einfach keine Fakten ihrer besten Freundin merken?
Oder fiel es ihr so schwer, sich Vorlieben anderer Menschen anzueignen? Diese Gedanken schwirrten in Graces Kopf herum und ließen sie nicht los. „Graaacee, es gibt Abendesseeeen!“, rief in dem Moment ihre Mom von unten und riss Grace somit aus ihren Gedanken. „Ich bilde mir das nur ein.
Schließlich ist Zoey seit 6 Jahren meine beste Freundin und wir verstehen uns super. Warum sollte sie sich denn bitte nichts von mir merken wollen? Also: Negative Gedanken, raus aus meinem Kopf! Überzeugungskünste für die McConnor High: Macht euch startklar!
Hier kommt Grace Rebecca Hill!“ Sie stand auf, öffnete die Tür und lief ins Wohnzimmer.
Kurz bevor sie den Esstisch erreichte, atmete sie noch einmal tief ein und setzte sich an ihren Lieblingsplatz am Tisch. Neben ihr hatte schon ihr Dad Platz genommen, der lustlos in der Zeitung von heute blätterte, doch als er seine Tochter bemerkte, begrüßte er sie sofort. „Hallo Grace, nimm dir doch etwas von dem leckeren Nudelauflauf mit Kirschen, den deine Mom extra für dich gemacht hat“, forderte er sie auf und Grace tat wie ihr geheißen. „Aber Dad, woher weißt du, dass der Auflauf gut schmeckt? Hast du ihn etwa schon probiert?“, fragte Grace grinsend und nahm sich einen Schöpflöffel voll auf den Teller. „Nein, ich hab nicht davon gekostet.
Aber wir wissen doch beide, dass deine Mom einfach fantastisch kochen kann, nicht wahr?“ „Danke Schatz“, rief in dem Moment Graces Mom aus der Küche und kam kurz darauf selbst an den Tisch. „Hallo Grace Mäuschen, ich hab extra deinen Lieblingsauflauf gemacht und als Nachtisch gibt es noch Eis“, bemerkte sie und Grace blickte sie irritiert an.
„Äh, Mom, ist heute irgendein besonderer Tag? Hab ich etwa heute vor... hmmm... 10 Jahren meinen ersten Wackelzahn verloren, oder so? Sonst gibt es doch nie Eis zum Nachtisch und meinen Lieblingsauflauf gibt es auch nur ganz selten. Was ist los? Ach ja, und nenn mich doch nicht immer noch Mäuschen.
Ich bin schließlich 16“, stellte Grace klar und ihr Dad erklärte: „Nun ja, du hast unsere netten Gesten durchschaut. Grace,... wir wollten mit dir über etwas ganz wichtiges sprechen.“ „Stopp, vorher muss ich euch aber noch etwas erzählen“, unterbrach Grace ihre Eltern und diese blickten sie erwartungsvoll an. „Nun ja..., also Zoey und ich... wir haben seit unserem Umzug einen großen Traum.... Um mich kurz zu fassen....
Wir wollen beide gemeinsam an die McConnor Highschool gehen... Die ist ganz toll, ihr werdet begeistert sein. Außerdem: Wie viele Teenager in unserem Alter interessieren sich bitte für Schule? Bitte erlaubt es!!!!!!
Wenn wir morgen die Schulen besichtigen, dann werdet ihr ganz sicher auch davon überzeugt werden, dass diese Schule perfekt für mich geeignet ist! Sie hat einfach alles!
Spannende Unterrichtsfächer und Wahlfächer, faszinierende Freizeitaktivitäten, sogar elegante Schuluniformen, hochqualifizierte Lehrer, die einem wirklich etwas beibringen und alle Teenager auf den Bildern im Internet sehen so glücklich und gebildet aus. Ich hab mit Zoey ausgemacht, dass sie morgen mit zur Besichtigungstour kommt. Die Sir Miller High wollen wir erst gar nicht anschauen, denn das ist eine Highschool, die auf naturwissenschaftliche Begabung Wert legt.
Dagegen bietet die McConnor Highschool die beste Ausbildung in allen Fachbereichen! Ihr wisst, ich hab euch noch nicht wirklich oft um etwas so stark gebeten, aber bitte, bitte, bitte lasst mich mit Zoey auf diese Schule gehen!
Es ist mein absoluter Traum!!!“, vollendete Grace ihren Vortrag und ihre Eltern schauten sich bedrückt an. Grace beäugte sie argwöhnisch und in ihrem Hals bildete sich ein Kloß, da sie nichts Gutes ahnte. Eine Weile herrschte Stille am Tisch, doch dann fand Graces Mom ihre Worte wieder und fing an zu erzählen: „Nun, Grace, genau das ist der Punkt, über den wir mit dir sprechen wollten... Erinnerst du dich noch an den Grund, warum wir dir an einem Tag plötzlich erzählt haben, dass wir hier nach Rosefield umziehen werden?“ „Ja, klar. Damit wir näher bei Grandma und Grandpa sind und sie öfter treffen können“, entgegnete Grace und glaubte nun noch weniger an diese Ausrede.
„Nun ja, das war ein kleiner Grund für den Umzug, aber der eigentliche Grund hat etwas mit Highschools zutun. Aber ganz von vorne... Vor ein paar Monaten kamst du doch nachhause und hast uns erzählt, dass dein Mathelehrer in der Gegenwart deiner Mitschülerinnen und Mitschüler bei einem anderen Lehrer über deine Klassenstufe gelästert hat. Und dann kamst du ein paar Tage später wieder nachhause und hast uns darüber informiert, dass eure Sportlehrerin euch so beim Ausdauerlauf geknechtet hat, dass eine Freundin von dir ohnmächtig geworden ist. Danach kamst du wieder nachhause und hast erklärt, dass euch eure Englischlehrerin ein Schimpfwort beigebracht hat und ein paar Tage später hat euch anscheinend euer Deutschlehrer eine Ex über ein Buch schreiben lassen, dass ihr noch nicht mal gelesen hattet. Diese Vorfälle haben deinen Dad und mich zum Nachdenken gebracht und schließlich haben wir im Internet nach einer qualifizierteren Highschool gesucht. Da haben wir diese Highschool in Rosefield gefunden, die einen so guten Ruf hat, dass sie trotz des kleinen Ortes, in dem sie steht, bei den 10 besten Highschools in der ganzen USA dabei war. Also haben wir sie angeklickt und gemerkt, dass sie einfach perfekt für dich wäre. Dort ist der sprachliche Zweig Schwerpunkt. Du bist sehr gut in Latein, also haben wir beschlossen, dorthin umzuziehen. Grace Mäuschen, du musst verstehen, dass wir nur das Beste für dich wollen! Und diese Schule, die wir meinen, ist nicht die McConnor Highschool, sondern die St. Davies Highschool. Auf diese fantastische Schule wirst du von nun an gehen!“, verkündete Graces Mom und blickte ihre Tochter freudig an. Grace versetzte es einen gewaltigen Stich ins Herz uns sie wollte etwas sagen, protestieren, aber es kam keine Silbe aus ihrem Mund. „Wir können deine Zweifel verstehen, aber vielleicht will Zoey ja auch mit dir auf diese Schule gehen“, versuchte Graces Dad einen Kompromiss zu schließen, aber Grace, die ihre Stimme wiedergefunden hatte, machte empört deutlich: „Zoey liebt diese Schule noch viel mehr als ich und deshalb könnte ich sie nicht mal im Traum davon überzeugen, diese Schule aufzugeben und mit mir an die weniger qualifizierte St.
Davies Highschool zu gehen! Sie würde sich nicht mal davon abbringen lassen, wenn ihr an der St. Davies Highschool eine perfekte schulische Laufbahn mit lauter A+ bevorstehen würde!“ „Aber Grace, wenn Zoey nicht akzeptiert, dass du auf diese ,Traumschule' nicht gehen wirst, dann ist sie vielleicht einfach die falsche Freundin für dich und...“ „Zoey ist meine allerbeste Freundin seit 6 Jahren und da kann man doch wohl behaupten, dass sie die richtige beste Freundin für mich ist!!! Trotzdem wird sie auf gar keinen Fall mit mir auf diese Schule gehen und ich werde auch nicht hingehen! Schluss, aus!!!!“, rief Grace wütend und sprang auf.
„Grace, setzt dich wieder hin!“, befahl ihr Dad und zeigte auf ihren Stuhl, „Wir wollen ruhig mit dir darüber sprechen und vielleicht finden wir ja auch noch einen Kompromiss, mit dem alle zufrieden sind.“ Mürrisch ließ sich Grace wieder auf ihrem Stuhl nieder und verschränkte die Arme vor der Brust. „Also, schau mal...“ Graces Mom holte ihr Laptop aus der Schublade neben dem Esstisch und klappte es auf. Sie tippte „St. Davies Highschool Rosefield“ in die Suchmaschine ein und klickte auf „Enter“. Sofort erschienen ganz viele Bilder auf dem Bildschirm und sie gingen auf die Schul-Homepage. „Lies den Text hier doch mal laut vor“, forderte ihre Mom sie auf und Grace tat zögernd wie ihr geheißen. „Willkommen auf der Homepage der St. Davies Highschool, einer Schule mit Talent. Vielleicht haben Sie bereits gesehen, dass sich unsere Schule unter den 10 besten Highschools in der ganzen USA befindet.
Wenn nicht, dann wissen Sie es jetzt. Wir, die ganze Lehrerschaft und Schulleitung, sind außerordentlich stolz auf unsere Leistungen in den vergangenen Jahren und hoffen, wir können sie mithilfe Ihres Kindes/Ihrer Kinder aufrecht erhalten. Wenn Ihr Jugendlicher/ Ihre Jugendliche... 1. sprachlich begabt ist, 2.
Lust auf eine qualifizierte Ausbildung hat, 3. gerne in Freizeitbeschäftigungen wie unseren Bücherclub oder unseren Badmintonverein eintritt 4. an Schulfesten und Schulbällen Freude findet und 5. gerne Jüngeren Nachhilfe gibt oder ein Sportteam leitet, dann ist diese Highschool genau das Richtige für Ihr Kind/Ihre Kinder! Voraussetzung für den Eintritt an diese Schule ist, mindestens einen 2. Vornamen zu haben. Wir freuen uns, Ihr Kind im nächsten Schuljahr an unserer Highschool begrüßen zu dürfen. Mit freundlichen Grüßen, Valeria Victoria Harper, Schulleiterin und Oberstudienrätin der St.
Davies Highschool“, las Grace gelangweilt vor und ihre Eltern strahlten sie an. „Du musst doch schon zugeben, dass dieser Text einfach Lust auf diese Schule vermittelt, oder? Das würde bestimmt auch Zoey überzeugen“, bemerkte Graces Mom und scrollte nach unten, um Grace ein paar Bilder zu zeigen. „Ihr wisst nicht, wie oft Zoey und ich schon auf den Homepages der verschiedenen Highschools waren, oder?
Zoey hat diesen Text verabscheut. Sie sagt, der verleitet einen nur zum Kotzen, weil sie darin so viel angeben“, äußerte sich Grace darüber und ihr Dad meinte: „Das ist aber gar nicht nett von Zoey und überhaupt: Wie redet sie denn bitte?“ „Ganz normal, so spricht jeder in meinem Alter außer mir“ „Okay, Grace... Lass uns einen Kompromiss schließen: Morgen schauen wir uns, mit Zoey, beide Schulen einmal an, damit du sie wenigstens mal in Echt gesehen hast“, schlug Graces Mom vor und Grace nickte. „Das heißt aber nicht, dass du auf die McConnor Highschool gehen wirst“, fügte ihr Dad noch ernst hinzu und Grace stand auf. „Ich werde sehr wohl mit Zoey auf die McConnor High gehen!“, machte Grace verärgert deutlich, rannte zur Treppe und hoch in ihr Zimmer.
Dort schloss sie die Tür hinter sich, sperrte sie zu und warf sich aufs Bett. „Warum akzeptieren meine Eltern einfach nicht, dass es mein allergrößter Wunsch..., Zoeys und mein allergrößter Wunsch ist, auf die McConnor High zu gehen??? Sie haben doch gesehen, wie viel es mir bedeutet! Diese St.
Davies Highschool passt gar nicht zu uns!
Und wenn Zoey erfährt, dass ich nicht mit ihr auf unsere Traumschule gehen darf, wird sie sauer auf mich sein und das will ich nicht. Sie ist doch meine allerbeste Freundin und wir wollen alles gemeinsam machen. Wenn ich sie verliere, verliere ich ein Stück meiner Seele!“, dachte sich Grace und merkte kurz darauf, wie theatralisch sie eigentlich war, „Sie wird sich schon umstimmen lassen.“
Am nächsten Morgen stand Grace mit ihrer Tasche in der Haustür und wartete auf ihre Eltern. „Mom, Dad! Wann kommt ihr denn endlich?“, rief Grace und wippte auf der Türschwelle herum. Doch genau in diesem Augenblick wurde sie von hinten angetippt und erschrak. „Hi Grace, guten Morgen! Ich hab' gedacht, ich komme mit meinen Eltern gleich bei euch zuhause vorbei. Denn dann können wir auch gemeinsam hinlaufen. Da dieser Ort hier so winzig ist, müssen wir ja nicht lange gehen, also haben wir auch keinen langen Schulweg! Das ist echt gut“, begrüßte Zoey sie und ihre Eltern winkten Grace zu. „Hi Zoey, hallo Mr. und Mrs.
Cooper“, sagte Grace gespielt fröhlich, da kamen zum Glück ihre Eltern aus dem Haus. „Kein Wort zu ihnen“, raunte Grace ihrer Mom und ihrem Dad ernst zu und wendete sich wieder an Zoey. Der Spaziergang bis hin zur McConnor Highschool begann und Zoey redete in einer Tour: „Weißt du, ich hab' gestern nochmal nachgelesen und hab gesehen, dass es richtig moderne Sporthallen an der McConnor High gibt. Die sind riesig und haben ganz tolle Geräte, wie z.B. einen Kletterparcours zum ein- und wieder ausklappen. Ach ja, und die verschiedenen Freizeitaktivitäten nehmen alle noch Mitglieder auf, ist das nicht toll? Und ich hab' mal mit dieser Patricia gesprochen, du weißt schon, mit der, die auch neu hergezogen ist, von der du mir erzählt hast.
Die hat anscheinend letztes Schuljahr noch für ein paar Wochen Unterricht dort gehabt, da sie vor den Sommerferien hierher gezogen ist, und hat gemeint, dass die Cliquen, in die man eintreten kann, so richtig cool sind!
Wollen wir in die Tussi-Gruppe, die Mathe-Gruppe, die Künstler-Clique, die Handball-Clique oder in die ,Mir-ist-alles-egal-Gruppe'? Ich hab gerade eben nur die besten herausgesucht.... Hey Grace, jetzt sag doch mal was dazu.“ „Ähm, gibt es auch eine sprachliche Clique? Und das mit der Sporthalle klingt toll. Schön, dass du dich mit Patricia unterhalten...“ „OH MEIN GOTT, DAS IST SIE!!!!“, unterbrach Zoey sie plötzlich und zeigte auf das riesige Gebäude vor ihnen. Am Schultor stand in verschnörkelter Schrift „McConnor Highschool“ und die Schule sah genauso aus wie auf den Fotos. Grace blickte das Schulgebäude ehrfürchtig und gebannt an und dachte sich wie so oft schon, dass das hier ihre Traumschule war. Die Wände bestanden aus Sandstein, die Fenster waren torförmig und der große Pausenhof lud dazu ein, sich in mitten hineinzusetzen und dort zu lernen. Grace und Zoey strahlten sich an und für einen kurzen Moment vergaß Grace, dass sie diese Schule niemals besuchen würde.
Sie stellten sich zu einer kleinen Gruppe von Leuten und eine nett aussehende, junge Frau begrüßte alle: „Willkommen an der McConnor Highschool. Ich bin Ms. Cunningham und werde Sie heute kurz durch die Schule führen.
Sind Sie bereit?“ Sie blickte in die Runde und jeder nickte. „Gut, dann folgen Sie mir bitte.
Hier ist unser Pausenhof, natürlich mit Bäumen und Gewächsen aufgelockert und wenn Sie einmal dieses Gebäude betrachten, fragen Sie sich doch sicher, warum es in der Mitte so eine seltsame Form hat. Nun, das geht auf unseren Schulgründer Mr. McConnor zurück, der damals etwas Neues erschaffen wollte. Er hatte die typischen Highschoolgebäude satt und hat für seine Schule diese rechteckige Form gewählt, die wir heute hier bestaunen können. Aber wenn Sie Ihr Kind hier anmelden, dann wird es das noch genau im Geschichtsunterricht lernen.
Denn schließlich wollen wir auch Wissen vermitteln, das mit unserer wundervollen Schule zutun hat. Wenn Sie mir einmal durch diesen Torbogen folgen würden, der den Eingang darstellt. Sehr schön, vielen Dank.
Während Sie sich hier einmal umschauen, fällt Ihnen sicher auf, dass es innen viel moderner aussieht als von außen. Nun, vor ein paar Jahren haben wir renoviert, da die vorherigen Möbel teilweise schon auseinander gefallen sind. Natürlich versuchen wir auch weiterhin die altehrwürdige Gestaltung aufrecht zu erhalten, die Mr. McConnor damals ausgewählt hatte. Nun folgen Sie mir weiter in den ersten Stock...“ Alle Besucher stiegen die grobe Steintreppe empor und erreichten die nächste Etage. „Gut, hier befinden sich die Biologie-, Physik- und Chemiesäle und dort hinten gibt es die Toiletten....“ In der nächsten halben Stunde wurden sie in jedes Stockwerk geführt, es wurde viel zur Geschichte der Highschool erzählt, doch irgendwann war die Führung zu Ende und Grace und Zoey machten sich mit ihren Eltern auf den Weg zur St. Davies Highschool. „Oh mein Gott, das war doch sooo cool, oder? Da müssen wir einfach hin!“, schwärmte Zoey und Grace meinte freudig: „Hast du diesen modernen Klassenraum gesehen? Der hatte Whiteboards und eine modernere Dokumentenkamera als in unserer alten Highschool. Wow! Das war so fantastisch!“ Doch im nächsten Augenblick fiel Grace wieder ein, dass sie diese Schule nie wieder betreten würde und es versetzte ihr wieder einen Stich ins Herz. Sie konnte es Zoey einfach noch nicht beichten, sie musste einfach bis morgen warten. „Oh Mann, warum müssen wir denn jetzt auch noch diese St.
Davies Highschool mit dem Angebertext auf der Homepage besichtigen? Wir haben doch alles gesehen, was wir sehen wollten: Unsere Traumschule! Wir wollen da doch sowieso nicht hingehen“, beschwerte sich Zoey bei Grace und diese zuckte nur mit den Schultern, da sie nicht wusste, wie sie reagieren sollte. „Naja, dann können wir uns ja über diese Highschool lustig machen“, scherzte Zoey und Grace nickte, gequält lächelnd. Nach ungefähr 5 Minuten waren sie an der St. Davies Highschool angekommen und Graces Eltern rasteten beim Anblick fast aus. „Warum freuen sich deine Eltern denn so?“, fragte Zoey irritiert und Grace ließ sie wissen: „Äh, Zoey, sie sind Erwachsene uns sie sehen eine Schule. Wahrscheinlich erinnern sie sich an ,alte Zeiten'.“ Zoey musste über Graces Witz herzhaft lachen und Grace wurde wieder mulmig zumute. Aber leider musste sie zugeben, dass die St.
Davies Highschool schöner war als auf den Fotos. Eine große Treppe führte zum Pausenhof, der aus grüner, gemähter Wiese und Bäumen, die rings herum gepflanzt waren, bestand. Vor dem Eingang standen ein paar Säulen und die große Schwingtür bestand aus Glas. Das Gebäude war ebenfalls altehrwürdig und rostrot gestrichen, aber die Bauform sah zur Farbe einfach gut aus. Gut... Anders konnte man es nicht bezeichnen. Auch diesmal wurden sie wieder von einer netten Frau begrüßt, die ihnen die kurze Geschichte der Schule erzählte und sie ein wenig herumführte. Aber im Gegensatz zur McConnor Highschool durften sich die Besucher am Ende noch etwas alleine in der Schule umsehen. Grace und Zoey entschlossen sich dazu, zurück ins Erdgeschoss zu gehen und dort auf Graces völlig faszinierte Eltern und Zoeys Mom und Dad zu warten. Aber leider kam Zoey eine sehr ungünstige Idee... „Grace, schau mal.
Wollen wir einen kleinen Streich spielen und die Spinde sperren?“, fragte Zoey plötzlich und war wieder voller Tatendrang. „Aber Zoey, du hast Streiche doch immer verabscheut.
Warum willst du jetzt selbst einen machen?“, erkundigte sich Grace verwirrt bei ihrer besten Freundin und diese meinte frech: „Wenn man mir einen Streich spielt, kann ich es nicht ausstehen, aber wenn ich jemand anderem einen Streich spiele, dann geht das in Ordnung“. Grace erkannte ihre beste Freundin gar nicht mehr wieder und ihr wurde komisch bei dem Gedanken. „Ganz ehrlich, ich halte das für keine gute Idee. Lass uns doch lieber weiter warten. Sonst kriegen wir Ärger“, versuchte Grace, Zoey zu überzeugen, aber diese stellte sich vor Grace hin und teilte ihr mit: „Komm schon. Macht doch Spaß. Und es sieht doch keiner. Ach ja, und du weißt schon, dass du uncool bist, wenn du das nicht machst, oder? Willst du etwa uncool werden?“ „Na gut, aber nur ein paar. Und ich mache das wegen dir, okay?“, willigte Grace schließlich ein und Zoey lächelte sie an. Also schlichen die beiden zu den Spinden und nahmen sich beide einen Spind vor. Grace tippte sehr oft irgendwelche Zahlenkombinationen in „ihren“ Spind ein und immer leuchten die drei Punkte rot auf. „Oh Gott, ich hab aus Versehen einen Spind geknackt!“, flüsterte Zoey plötzlich und öffnete die Spindtür. „Zoeeey, das darfst du doch nicht einfach machen. Damit verschaffst du dir unerlaubten Zugang zu Materialien, die jemand anderem gehören. Mach den Spind wieder zu und hör a... Mist!“ Grace starrte das Mädchen im pinken Kleid mit den pinken Haaren an, das gerade an ihnen vorbeigelaufen war und hatte gerade noch den offenen Spind verdeckt. „Oh Nein, die hat uns bestimmt gesehen. Ich hab dir doch gleich gesagt, dass das keine gute Idee ist.
Ach, ich will doch keinen Ärger mit der Schule haben“, jammerte Grace verzweifelt und Zoey meinte: „Kann dir doch egal sein. Wir gehen schließlich auf die McConnor High und nicht hier her. Es könnte jeder gewesen sein. Hier gibt es ja keine Überwachungskameras und dieses seltsame Mädchen wirst du sowieso nie wiedersehen.“ „Naja, wer weiß. Rosefield ist sehr klein“, bemerkte Grace und Zoey schloss den Spind wieder. Genau in dem Moment kamen ihre Eltern wieder und so machten sie sich auf den Rückweg in ihr Wohngebiet. Grace hoffte wirklich, dieses Mädchen, das sie beim Streich erwischt hatte, nie mehr wieder zu sehen, aber da sie keine Chance hatte, nicht auf diese Schule zu gehen und das Mädchen diese Highschool wohl besuchte, würde sie sie wohl mal wieder treffen. Aber wer war sie und warum war sie in den Sommerferien in der Schule?
Es klingelte an der Tür und sofort sprang Grace aus ihrem Zimmer, stürmte die Treppe hinunter und öffnete die Haustür. „Hallo Grace, ich freue mich ja echt schon darauf, mich gemeinsam mit dir an der McConnor High anzumelden. Und dass wir das alleine machen dürfen... Wahnsinn!“, begrüßte Zoey Grace und kam hinein. Schnell gingen sie hoch in Graces Zimmer und setzten sich dort vor den Computer. „Ach und Grace.. Mach dir nichts draus, dass wir von diesem Mädchen beim Spinde knacken erwischt wurden. Ich hab sie als Schülerin mal gegoogelt, mit ihrem auffallenden Aussehen konnte ich sie sofort finden und ich hab gelesen, dass sie auf die St. Davies Highschool geht. Also werden wir sie echt nicht mehr sehen.“ Jetzt war der Moment der Wahrheit gekommen! Grace musste es Zoey einfach erzählen und sie war sich sicher, irgendeinen Kompromiss würden sie finden. „Zoey, du wirst sie nie wieder sehen, ich schon. Denn... meine Eltern bestehen darauf, dass ich auf die St. Davies High gehe und lassen sich nicht umstimmen.
Ich hab echt alles versucht“, ließ Grace ihre beste Freundin wissen und diese starrte sie entgeistert an. „WAS???“, fragte Zoey, nachdem sie ihre Sprache wiedergefunden hatte und fing kurz darauf an zu lachen. „Ach Grace, ich bin darauf jetzt wirklich reingefallen! Mann bin ich vielleicht dumm!“, lachte sie und Grace erklärte: „Nein, Zoey, das meine ich todernst.“ Eine lange Phase der Stille trat ein, doch dann äußerte sich Zoey empört: „Heißt das etwa, dass du mich einfach im Stich lässt??“ „Nein, das heißt, dass ich dich... nun ja... fragen wollte, ob du mich an die St. Davies High begleitest? Ich würde unsere beste Freundinnen Freundschaft ja niemals aufgeben wollen und dort könnten wir uns doch auch unterstützen.
Beste Freundinnen forever?“, fragte Grace und lächelte Zoey vertrauensvoll zu. Doch auf Zoeys Gesicht breitete sich Wut aus und sie stellte sauer klar: „Es war unser Lebenstraum, auf die McConnor Highschool zu gehen und auch meiner! Glaubst du etwa, dass ich mir diese große Chance entgehen lasse?? Ich bin doch nicht blöd und gehe auf diese Angeberschule! Und dann lässt du mich einfach so im Stich! Du bist keine beste Freundin, du bist eine Egoistin!“ Grace trafen Zoeys Worte hart, aber sie würde diese Anschuldigungen nicht einfach auf sich sitzen lassen. „Du sagst also, ich bin egoistisch???
Ja, dann solltest du dich mal anschauen!
Zoey Lynn Cooper, du hast dich stark verändert in den letzten Monaten!! Seit wann spielst du anderen gerne Streiche?? Seit wann zwingst du mich auch dazu, Streiche zu spielen und sagst, sonst wäre ich uncool!??
Seit wann folgst du lieber deinen Träumen, als deiner besten Freundin beizustehen und sie zu unterstützen??!! Das macht doch keine beste Freundin, das macht nur eine Egoistin, die der gefürchteten ,Coolness' verfallen ist!!!“, verkündete Grace wutschäumend und Zoey schaute sie erschrocken an, da sie ihr wirklich die „Coolness" vorgehalten hatte.
Diesen Begriff hatten sie verdammt, als alle um sie herum plötzlich viel lockerer als sonst geworden waren und sie die einzigen Normalen aus der Klassenstufe waren. Es war eine Art Schimpfwort, das man eigentlich nur in richtigen Notfällen aussprechen durfte. „DU behauptest, ICH wäre der Coolness verfallen?? Ja, sieh dich doch mal an: Die brave, gutherzige, streitschlichtende Grace Rebecca Hill sperrt plötzlich Spinde! Aber ja klar, sie ist ja noch soooo brav wie vorher.
Wenn einer von uns der Coolness verfallen ist, dann bist das DU!!!", warf Zoey ihr vor und Grace stellte empört klar:„DU hast mich dazu gezwungen!! DU hast mich durch deine blöde Idee in eine brenzliche Situation gebracht!!
DU hast es dazu kommen lassen, dass das pinkhaarige Mädchen uns gesehen hat!! Du bist wirklich sooo egoistisch!!! Lässt mich im Stich und gehst lieber ohne mich auf unsere Traumschule!!“ „Ich hätte mich ja sehr gefreut, wenn du mitgekommen wärst, an die McConnor High, aber du willst ja lieber an die St. Davies High gehen und mich damit sitzenlassen! Ich stehe somit OHNE Freundin da!“ „Glaubst du ich nicht, oder was???
Außerdem wäre ICH ja liebend gerne mit die auf die McConnor High gegangen, meine Eltern haben mir einen Strich durch die Rechnung gemacht! Außerdem: Warum willst du dir nichts von mir merken??? Andere Dinge, an die kannst du dich erinnern, aber an Sachen, die mich betreffen, nicht!! Das finde ich sooo gemein von dir!“, ließ Grace Zoey wütend wissen und das war für Zoey so zu viel, dass sie mit der ganzen Wahrheit rausrückte: „Ja, richtig geraten, Grace! Du hast dich in den letzten Jahren zum Komischen hin entwickelt, dass ich schon seit 2 Jahren nur noch so tue, als wärst du meine beste Freundin! Plötzlich warst du von Büchern, Schule und würg... Latein begeistert und das hat einfach nicht mehr gepasst. Ich war nur noch deine beste Freundin, weil ich dir dein Herz nicht brechen wollte, aber jetzt scheint es dir ja nichts mehr auszumachen.
Außerdem müsste ich es sowieso tun, da wir von nun an auf verschiedene Schulen gehen.
Denn beste Freundinnen müssen bei mir eben auf die gleiche Schule gehen: Ich kündige dir hiermit die Freundschaft, Grace Rebecca Hill!!! Auf dass du eine neue, genauso egoistische Freundin finden wirst!“ „Ach, ganz toll von dir, Zoey! Du brichst unsere Freundschaft, nur weil ich mich angeblich so verändert habe, dass es dir nicht mehr in dem Kram passt und weil ich auf eine Schule gehen muss, die nicht zufällig McConnor Highschool heißt! Du bist, besser gesagt, du warst ja eine tolle beste Freundin! Vielen Dank für diese wundervollen 6 Jahre Freundschaft und jetzt hoffe ich auch für dich, dass du eine genauso egoistische und in die Coolness verfallene Freundin findest, die dir nach deiner Pfeife tanzt und mit dir Spinde knackt, ohne, dass du ihr damit drohen musst, dass sie uncool ist, wenn sie es nicht macht. Denn sie ist ja schon cool!“, machte Grace aufgebracht deutlich, Zoey schnappte sich ihre Jacke, sagte: „Auf nimmer Wiedersehen, Ms.
Obercool!“ und rauschte aus Graces Zimmer.
Erst jetzt wurde Grace bewusst, was sie gerade getan hatte und was in diesem Moment passiert war und es traf sie so hart wie nichts vorher in ihrem ganzen Leben. Sie hatte gerade ihre beste Freundin verloren, die sie ganze 6 Jahre unterstützt, getröstet und bejubelt hatte. Aber es war nicht ihre Schuld, dass sich manche Menschen zum besseren und manche eben zum schlechteren verändern. In Graces Augen bildeten sich Tränen, sie stieg auf ihr Bett, entfernte alle Fotos von ihrer Pinnwand und zerriss sie in kleinste Fetzen. Dann schmiss sie sich aufs Bett und fing an zu weinen. „Warum war Zoey wohl so gemein zu mir? Warum hat sie mir solche Dinge an den Kopf geworfen? Ich hab ihr doch nichts schlimmes getan! Sie ist ausgeflippt, als ich ihr von meiner Schulzukunft erzählt habe und ich wollte ja noch einen Kompromiss schließen. Aber sie wollte nicht drauf eingehen und hat mich beschuldigt. Ich hab mich einfach nur verteidigt! Ach, warum versuche ich, mich bei mir selbst zu rechtfertigen... Ich meine, ich hab gerade meine beste Freundin verloren, ich kenne niemanden außer ihr und meinen Großeltern in diesem trostlosen, winzigen Kaff und ich hab damit die Freundschaft meiner Eltern mit Zoeys Eltern zerstört! Zumindest kann ich jetzt ohne schlechtes Gewissen einen neuen Lebensabschnitt an der St.
Davies Highschool beginnen. Hoffentlich finde ich da bessere Freunde als Zoey!“, dachte sich Grace und weinte in ihr Kissen hinein, „Aber es muss doch irgendeinen Weg geben, sie wieder zurückzugewinnen. Sie davon zu überzeugen, mit mir auf die St. Davies High zu gehen.“ Grace dachte lange nach und ihr kamen viele verschiedene Lösungen in den Sinn. Ihre Eltern waren beide auf der Arbeit, weshalb Grace sich, nachdem sie sich ausgeweint hatte, einfach auf ihr Fahrrad setzte und zu ihren Großeltern fuhr. Sie brauchte eine Antwort darauf, warum ihre Eltern strikt dagegen gewesen waren, dass sie auf die McConnor Highschool geht und diese bekam sie sicherlich von ihrer Grandma.
Als sie nach ungefähr 5 Minuten beim gemütlichen Haus ihrer Großeltern angekommen war, schwang sie sich vom Fahrrad und stellte es an der Hauswand ab.
Sofort sah sie ihren Grandpa im Garten die Rosen schneiden. „Hey Grandpa, ist Grandma hier? Und wenn ja wo kann ich sie finden?“, fragte Grace direkt und betrat den wunderschön angelegten, kleinen Garten.
