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„Großvater Wald.“ erzählt eine Naturgeschichte, wie sie jeder erlebt haben sollte. Voller Erinnerung an eine Kindheit in der Natur und ein Hinweis für die Zukunft.
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Seitenzahl: 56
Veröffentlichungsjahr: 2018
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Dohlen.
Sie fliegen, blöken wie die Schafe
am Deich.
Setzen sich in einen Baum.
Fliegen weiter.
Kindheit.
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Nachwort
Ich rannte in die Küche. Es roch nach frisch gebackenen Keksen und auf dem Herd stand eine große Kanne, in der Wasser kochte. Es pfiff. Teewasser war fertig. Plötzlich wurde es hektisch in der Küche. Mama, Papa, Frida und Emma kamen in die Küche und wir saßen am Tisch zusammen. Mama fragte, „Freut ihr euch schon auf die Ferien?“. Und wie wir uns freuten. Wir waren das nasskalte Wetter satt und dieser schmuddelige Sonntag war durch die Kekse und den Tee erst richtig schön geworden. Wir saßen zusammen und überlegten uns, was wir in den Ferien denn machen könnten. Frida, der älteste von uns schlug vor, dass wir doch Segeln gehen könnten. Emma wollte wie jeden Sommer zu einem Reiterhof. Mama und Papa sahen sich grinsend an und machten Witzeleien über die unterschiedlichen Pläne. „Was haltet ihr davon, wenn ihr Oma und Opa besuchen fahrt? Ihr könntet sogar mehrere Wochen dort verbringen, wir bringen euch hin und holen euch wieder ab.“ Kurz nachdem Papa das gesagt hatte, waren wir alle ganz aufgeregt. Wir erinnerten uns an die schönen Sommertage im Garten bei Oma und Opa. Wir hatten mit den Nachbarskindern immer ein Tipi errichtet und Indianer gespielt. Wenn wir das nicht taten, spielten wir Fußball (Jungs gegen Mädchen natürlich) und schauten den Vögeln beim Planschen im Vogelbecken zu. Es waren die Sommertage, wo wir lange wach bleiben durften und im Garten gegrillt wurde, alle barfuß durch die Gegend liefen und einfach das Wetter genossen. Aber nun sollte es auf ein neues Abenteuer gehen. Frida war aber schneller als ich am Telefon und wählte schon die Nummer von Oma und Opa. Es klingelte kurz und ich konnte mir vorstellen, wie Oma aus ihrem Sessel aufstand und zum Telefon eilte. „Hallo hier ist Oma! Wer ist denn da?“ „Hier ist Frida!“ wurde schnell geantwortet. „Oh, wie schön, dass du anrufst. Wie geht es dir denn?“ „Gut, bald sind endlich Ferien und wir haben Sommer. Hier regnet es schon den ganzen Tag und wir essen Kekse und trinken Tee“, antwortete Frida. Nun kam auch Emma zu uns und zappelte um Frida herum, um zu zeigen, dass sie auch mit Oma telefonieren wollte. Er schob sie mit einer kleinen Geste sanft zur Seite und sprach weiter mit Oma über den Sommer. Aus der Küche rief Mama: “Denkst du daran, Oma danach zu fragen, ob sie diesen Sommer unterwegs sind oder Lust haben etwas zu unternehmen?“ Gesagt, getan. Oma war voller Vorfreude, als sie hörte, dass wir die beiden im Sommer besuchen kommen wollten. Sie schlug vor, dass wir doch alle kommen sollten und ein Wanderwochenende machen könnten…
Utan naturen är vi ingenting. ~ Fjällräven
Nachdem wir unsere Zeugnisse erhalten hatten, rannten wir schnell zum Bus, der schon an der Bushaltestelle stand. Ein letztes Mal Bus fahren in diesem Schuljahr. Ich glaube aber, dass ich nach sechs Wochen Ferien die stinkenden Sitze vermissen werde. Hier und dort noch ein Kaugummi und in der letzten Sitzreihe die Viertklässler, zu denen Frida bis heute auch noch gehört hatte. Für ihn ging es nach den großen Ferien auf eine andere Schule, aber dafür kam Emma nun an meine. Ich erinnere mich noch gut an meine erste Klasse. Jeder bekam so eine große Schultüte mit allerlei Krimkrams drin. Am besten fand ich meinen Schön-Schreib-Füller, den ich jetzt sogar richtig gut benutzen kann, wenn wir Briefe schreiben. Mit dem Füller konnte ich sehr gut meine Schönschrift üben und meine Lehrerin Frau May sagt, dass ich eine sehr schöne Schrift habe. Ich freute mich außerdem ein einigermaßen gutes Zeugnis bekommen zu haben. Nur die Note in Mathe störte mich ein wenig, weil ich dann wieder mit Papa üben musste. Er konnte einfach nicht so gut erklären. Naja. Dafür ist meine Englischnote richtig gut. Als wir aus dem Bus stiegen, fragte ich Frida nach seinem Zeugnis. Er war eigentlich ganz zufrieden, nur seine Deutschnote würde Mama wahrscheinlich nicht gefallen. Ich gab ihm einen Klaps auf die Schulter und sagte ihm, dass schon alles klappen würde und dass die Ferien ja genau dafür da sein die schulfreie Zeit zu genießen und mal nicht dran denken zu müssen.
Zuhause angekommen, fragte Mama direkt nach unseren Zeugnissen. Wir zögerten kurz und gaben sie ihr. Nach ein paar Minuten schmunzelte sie kurz und kicherte auf. Sie hatte anscheinend die Beurteilung von Frida gelesen. Nachdem sie mein Zeugnis gelesen hatte und uns beide gelobt hatte, fing sie an Kartoffelgratin zu kochen. Es schmeckte wie immer gut. Vor allem der Käse, mit dem sie Kartoffelscheiben überbacken hatte, schmeckte einfach lecker. Mama klaute von jedem Teller eine Ecke des Käses und wir fingen wieder an darüber zu sprechen, dass Mama es bei jeder Situation tat. Wenn es Sonntag Käsebrötchen gab, pflückte sie von jedem den Käserand ab, und verschwand wieder. Wenn wir dann wenige Minuten in die Tüte starrten war bei allen Käsebrötchen der Rand abgerissen. Aber nun waren ja endlich Schulferien und wir konnten jetzt jeden Tag Brötchen essen, fand ich zumindest. Mama fuhr eben los, um Emma vom Kindergarten abzuholen und einkaufen zu gehen. Frida und ich gingen in unser Tipi, was seit Wochen schon im Garten stand. Dort hatten wir Matratzen ausgelegt, sodass wir hier richtig gut rumliegen konnten, die Schatten der Blätter beobachten und dem Wasserspiel im Garten lauschen konnten. Plötzlich hörten wir ein kleines Geräusch, das wir nicht zuordnen konnten. Wir schlichen aus dem Tipi und gingen Richtung Hecke und kamen den Geräuschen immer näher. Frida hockte sich hin und schaute unter der Hecke her und sah den Blumenkübel, den Mama vor einigen Jahren dort vergessen
