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Ein kleiner Hai mit großen Fragen
Rot, gelb, blau und grün — so leuchten die Zähne von Hainer jedem entgegen. Aber wegen dieser bunten Zähne wird der kleine Hai von seinen Mitschülern Sharklyn, Tiburon und Sharkira ausgelacht, denn solche Zähne hat in Haimhausen niemand. Hainer beschließt, seiner Heimat den Rücken zu kehren und sein großes Vorbild Hainaldo um Rat zu fragen. Die Zähne des berühmten Flossenballspielers sind blendend weiß, perfekt spitz und wachsen nach jeder Heldentat größer nach. Hainer begibt sich auf eine abenteuerliche Reise, auf der er nicht nur das Geheimnis seiner bunten Zähne lüftet und wahre Freunde findet, sondern auch lernt, was im Leben wirklich wichtig ist.
Die neue Reihe mit Hainer, dem kleinen Hai: kurze Kapitel, viele bunte Illustrationen und gut lesbare Druckschrift sind ideal für geübte Leseanfängerinnen und Leseanfänger.
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Seitenzahl: 49
Veröffentlichungsjahr: 2023
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© 2022 cbj Kinder- und Jugendbuchverlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH, Neumarkter Str. 28, 81673 MünchenAlle Rechte vorbehalten„Hainer – Der kleine Hai“ und die anderen Figuren, die in dieser Geschichte vorkommen, wurden von Eike Staab und Eric Philippi für ein Kindermusikhörspiel erfunden.Lektorat: Hjördis FremgenUmschlaggestaltung: das Verlagsatelier ROMY POHLUmschlag- und Innenillustrationen: Petra Bergmannhf · Herstellung: boSatz und Reproduktion: Lorenz+Zeller GmbH, Inning a. A.ISBN 978-3-641-28895-2V001
www.cbj-verlag.de
Inhalt
Der Hai-Freitag
Ein kleiner Hai und viele Fragen
Meeresnudeln mit Algensoße
Ein schwerhöriger Tintenfisch
Der singende Wal
Neyla, das Hai-Mädchen
Der Quallen-Lieferlift
Der große Hainaldo
Der blaue Zauberzahn
Rückkehr nach Haimhausen
Mehr Meer-Wissen: Geisternetze
Der Hai-Freitag
Flüsterflossenleise schwimmt Hainer in die große Schlafhöhle. Da schlummern Mama und Papa in einer weichen Sandkuhle auf dem Höhlenboden. Gespannt nimmt der kleine Hai seine Muscheltröte in die Flosse, plustert die Kiemen ganz dick auf – und dann geht’s los: „Fröööhlichen Hai-Freiiitaaag!“, ruft Hainer, so laut er kann. Er trompetet in die Muscheltröte, dass die Höhlenwände wackeln.
„Uaah-wa-hh?!“, macht Papa Hainrik und schießt senkrecht aus der Sandkuhle.
Mama Haivanna stehen vor Schreck die Flossen zu Berge: „Hainer! Was machst du denn da?“
„Frühstück ist fertig!“, verkündet Hainer. Stolz zaubert er das Tablett hervor. Drei Schüsseln Seegurkengrütze stehen darauf. Die hat er selber gekocht, genau wie Mama sie mag, nicht zu salzig. Und einen Rotalgenstrauß hat er auch gepflückt. Rotalgen sind Papas Lieblingsblumen. Hainer ist extra früh aufgestanden, um das alles zu schaffen.
„Oh, das ist aber lieb von dir“, brummelt Hainrik noch ganz schlaftrunken. „Aber warum …?“
„Na, weil heute doch Hai-Freitag ist“, wiederholt Hainer und muss lachen, weil seine Eltern ihn so fürchterlich verwirrt ansehen.
„Ah. Und was ist ein Hai-Freitag?“, fragt Haivanna.
Hainer paddelt mit dem Tablett in die Sandkuhle und kuschelt sich zwischen seine Eltern.
„Am Hai-Freitag haben wir Haie frei, bleiben zu Hause und machen es uns gemütlich. Ist doch klar!“
Haivanna lacht: „Kann es sein, dass du dir das gerade ausgedacht hast?“
„Kann schon sein“, nuschelt Hainer, den Mund voll Seegurkengrütze. „Aber gut ausgedacht, oder?“
Im Sachenausdenken ist Hainer nämlich spitze. Die Eltern finden seine Einfälle auch richtig toll – meistens jedenfalls, und nicht immer sofort.
„Was soll Papa denn seiner Chefin in der Korallengärtnerei sagen?“, fragt Mama kritisch.
„Na, dass Hai-Freitag ist!“, antwortet Hainer.
Papa Hainrik findet das gar keine schlechte Idee. Ihm gefällt Hainers Überraschung sogar ziemlich gut. Er macht es sich bequem und löffelt genüsslich seine Grütze.
„Was ist mit der Schule?“, wendet Haivanna ein.
War ja klar, dass die Frage früher oder später kommt, denkt Hainer. Aber die Antwort hat er sich schon genau überlegt:
„Hai-Freitag ist ein Feiertag. Und an Feiertagen muss man nicht arbeiten und auch nicht zur Schule gehen!“
Hainers Mama schaut den Papa an. Dabei zieht sie die Stirn in Falten, was immer ein schlechtes Zeichen ist. „Ich glaube nicht, dass das auch für Feiertage gilt, die man sich selbst ausgedacht hat“, meint sie. „Sonst könnten ja alle selber entscheiden, ob sie arbeiten oder zur Schule gehen wollen.“
„Aber du entscheidest das doch auch immer selbst“, widerspricht Hainer.
Seine Mama ist nämlich Künstlerin. Sie töpfert Wohnhöhlendekoration aus feinstem Hochseeschlamm.
„Du gehst in deine Werkstatt, wenn du in der richtigen Stimmung bist. Und wenn nicht, dann machst du was anderes. Ich bin heute halt mal nicht so in der richtigen Schul-Stimmung.“
„Das ist bei mir doch was ganz anderes!“, empört sich Haivanna. Hilfe suchend stupst sie ihren Mann an. Der soll auch mal was dazu sagen.
„Naja, so unrecht hat Hainer da nicht“, gibt Hainrik zu.
Der kleine Hai will sich schon freuen. Wenn Papa auf seiner Seite ist, dann geht sein Plan bestimmt auf.
„Aber das Problem ist, dass Mama und ich richtig Ärger bekommen, wenn du nicht zur Schule gehst.“
Mist. – Hainrik legt seinem Sohn lieb eine Flosse auf den Rücken: „Kann es vielleicht sein, dass hinter deiner Nicht-so-richtig-in-Schulstimmung was anderes steckt?“
Hainer schaut weg und sagt lieber nichts. Papa muss kein Hellseherhai sein, um zu ahnen, was das Problem ist. „Du hast Angst, dass die anderen dich wieder ärgern und auslachen, oder?“
Hainer schüttelt den Kopf. Darüber will er nicht reden.
„Weißt du, ich glaube nicht, dass es hilft, wenn du heute zu Hause bleibst“, meint Hainrik. „Es kann ja auch nicht jeden Tag Hai-Freitag sein, oder? Wie wäre es, wenn du zur Schule gehst und diese Blödflosser einfach nicht beachtest? Du beißt die Zähne zusammen und tust so, als ob die Wasser wären.“
Hainer seufzt. Das hört sich einfacher an, als es ist.
„Und wenn du nach Hause kommst, dann feiern wir zusammen den Hai-Freitag“, schlägt Mama vor.
„Na gut“, grummelt Hainer und beißt die Zähne so fest zusammen, dass es ein bisschen knirscht.
Ein kleiner Hai und viele Fragen
