Hamster Hugo und sein kleines Leben - Susanne Grosse - E-Book

Hamster Hugo und sein kleines Leben E-Book

Susanne Grosse

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Beschreibung

Hugo hat nur zwei Jahre. Älter wird ein Hamster in der Regel nicht, das hat er genau gehört. Der kleine Kerl erkundet die Welt – zumindest einen Teil davon. Hugo lernt ein Wiesel kennen, das ihm Wörter beibringt, und er fliegt im Reisekoffer der Familie mit in den Urlaub in die Türkei. Er findet einen Freund, verliert ihn aber auch wieder. Am Ende hat er einiges erlebt und schläft dann für immer ein.

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Seitenzahl: 69

Veröffentlichungsjahr: 2016

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für Emma und Anne

für immer und ewig

Inhaltsverzeichnis

Teil 1

Hamster Hugo und wie sein Leben beginnt

Holger bekommt ein Haustier

Hugo kommt zu Holger

Hugo kann nicht schlafen

Zu Besuch bei Oma

Hugo verlässt den Käfig

Hugo fährt mit dem Trecker durch die Wohnung

Teil 2

Hamster Hugo und das Wörterwiesel

Hugo hat Geburtstag

Hugo geht übers Feld

Das Wörterwiesel

Hugo fängt an zu singen

Hugo bekommt ein Geschenk

Märchenfilme auf dem Tablett

Worte zum Abschied

Teil 3

Hamster Hugo und seine Reise in die Türkei

Die Reise beginnt im Koffer

Hugo landet in der Türkei

Am Strand und hoch in der Luft

Der syrische Goldhamster

Der Hamsterbau

Krümel sammeln am Strand

Noch mehr Hamster

Holger ist nicht mehr da

Auf dem Flughafen

Teil 4

Hamster Hugo und der Rest seines Lebens

Hugo kommt zurück

Hugo und Tarek fahren mit Spielzeugautos

Tarek erhält einen anderen Namen

Holger und sein Vater unterhalten sich weiter

Besuch im Zoogeschäft

Tarek verschwindet

Der letzte Sommer

Hinweis

Teil 1

Hamster Hugo und wie sein Leben beginnt

Im Einkaufszentrum, in der untersten Etage, gibt es ein Zoogeschäft. Davor steht ein Glaskasten mit Nagetieren drin. Sie putzen sich, knabbern an einer Rübe oder einem Stück Apfel, kriechen durch das Stroh oder verstecken sich in dem kleinen Haus, das nicht größer ist als eine Packung Kekse.

Aber im Glaskasten vor der Tür wohnt Hugo nicht. Er ist gerade erst geboren und braucht den Schutz, den das Zoogeschäft in seinem Inneren bietet.

Von der Eingangstür sind es zehn Schritte bis nach ganz hinten. Dort steht in einer Ecke der Glaskasten, in dem Hugo geboren wurde.

Seine Mutter hat ihn vor acht Wochen zur Welt gebracht – ihn und noch eine Handvoll mehr Hamsterkinder. Sie teilen sich ein gemütliches Heim. Gemütlich im Vergleich zu dem Glaskasten gegenüber. Um einen Napf herum sitzen dort die weißen Mäuse mit den roten Augen.

Hugos Augen sind zu, denn er schläft gerade. Aber die weißen Mäuse, die schauen zu ihm rüber. Sie würden auch gern am weichen, warmen Bauch einer lieben Mama liegen, sich ankuscheln und ohne Sorge schlafen. Stattdessen wird immer wieder eine von ihnen geschnappt, in einen kleinen Karton gesteckt, und verschwindet. Auf dem Schild an ihrem Glaskasten steht, sie sind Futtermäuse.

Holger bekommt ein Haustier

Holger fährt mit seinem Papa die Rolltreppe hinunter. Der Junge freut sich, dass er sich endlich ein Haustier aussuchen darf. Es soll keine Katze sein und kein Hund, kein Fisch und kein Wellensittich, keine Schlange und keine Maus. Holger ist gespannt, was dann übrig bleibt.

„Papa, darf ich mir jetzt ein Tier aussuchen?“, fragt Holger.

„Ja, aber nur eins, und denk daran, was es nicht sein darf.“

„Gut, dann schau ich mich mal um!“

Holger läuft durch die Reihen und schaut in jedes Regal. Er schaut sich die Aquarien an mit den Fischen drin und bleibt vor einem Käfig stehen. Auf der Stange sitzt ein Papagei. „Das ist aber ein großer Vogel, Papa, und was für lange Federn er hat, und was für einen großen Schnabel, und was für lange, krumme Krallen!“

„Ja, der ist ganz schön groß. Vielleicht suchst du dir lieber ein kleineres Tier aus.“

Holger läuft weiter durch die Reihen und schaut sich um. Er entdeckt einen Glaskasten mit Schildkröten. „Schau nur, Papa, die sind aber niedlich! Wie rund ihre Rücken sind, und was für kleine Beine und Hälse aus ihnen heraus kommen, und ihre Augen sehen aus wie Pünktchen, und wie schnell sie sich bewegen.“

„So bleibt das aber nicht“, sagt der Verkäufer. Er hat sich neben Holgers Papa gestellt und erzählt ihm, dass seine Schildkröten in letzter Zeit immer mehr von Leuten gekauft werden, die ihr Leben entschleunigen wollen.

„Was heißt entschleunigen, Papa“, fragt Holger.

„Dass es langsamer zugeht“, antwortet Holgers Papa.

„Langsam, wieso langsam“, will Holger wissen. „Die kleinen Schildkröten sind doch ganz schön schnell.“

„Ja, aber Schildkröten sind nur schnell, wenn sie jung sind oder wenn sie im Wasser unterwegs sind. Ansonsten geht es bei ihnen gemächlich zu und immer mehr Leute wollen das.“

Holger beobachtet die kleinen Schildkröten, wie sie herumlaufen und übereinander krabbeln. Ihm gefallen die Tiere. Jedes hat eine Zahl auf dem Rücken. Er könnte sich eine Zahl aussuchen und das Tier würde er dann bekommen.

„Das Schöne an Schildkröten ist, das man sein ganzes Leben etwas von ihnen hat“, sagt der Verkäufer.

„Ich bin schon sieben Jahre alt“, sagt Holger.

„Schildkröten können 100 Jahre alt werden“, erzählt der Verkäufer, bevor er an die Kasse geht, wo jemand steht, der Vogelfutter kaufen möchte.

„100 Jahre!“ Holger staunt, sein Papa ebenfalls.

„Vielleicht schauen wir mal nach einem anderen Tier“, sagt Holgers Vater.

„Wieso auf der Tasche liegt, Papa?“ Das will Holger genauer wissen.

Doch bevor ihm Papa das erklären kann, klingelt sein Handy und Holger muss warten.

Die Schildkröten machen eine Pause vom Toben und bewegen sich nicht mehr. Das findet Holger nicht so schön, denn er mag Tiere, die sich bewegen. So wie die Fische. Sie schwimmen die ganze Zeit hin und her, auf und ab und dabei leuchten sie so schön. Aber er darf leider kein Aquarium haben. Das kostet zu viel Wasser, hat Papa gesagt.

Da entdeckt Holger die Hamster in dem Glaskasten neben dem Aquarium. Sie kuscheln sich an ihre Mama. Einer von ihnen sieht aus, als ob er lächelt. Das findet Holger lustig. Er mag den kleinen Kerl und beobachtet ihn. Hugo hat gerade ausgeschlafen, er öffnet seine Augen und gähnt. Dann läuft er einmal im Kasten herum und spielt mit seinen Geschwistern. Je länger Holger ihn anschaut, desto größer wird sein Wunsch, genau diesen kleinen Hamster zu haben.

Und so wird Hugo gekauft.

Hugo kommt zu Holger

Die Wohnung ist klein, aber aufgeräumt. Darauf achtet Holgers Papa. Er mag es schlicht und keinen Schnickschnack. Alles hat seinen Platz. Auch Hugo. Er wohnt in Holgers Zimmer. Aber er darf sich dort nicht frei bewegen. Er hat einen Käfig bekommen. Daran muss sich Hugo erst gewöhnen, dass er nicht mehr in dem Glaskasten mit seiner Mama und den Geschwistern wohnt.

Doch weil es so viel Neues um ihn herum zu entdecken gibt, denkt er nur kurz an seine Hamsterfamilie zurück. Dann erkundet er seinen Käfig. Er hat ein Häuschen zum Schlafen und ein Laufrad, das er ausprobiert. Auch probiert er von dem Stück Apfel und die Mohrrübe, die in seinem Napf liegt. Dann schaut er durch die Gitterstäbe in das Kinderzimmer. Es kommt ihm sehr groß vor. Die Decke ist hoch und mit Balken versehen. An der Wand gegenüber hängt ein Bild von Holger mit seinem Papa und einer Frau, die er umarmt. Auf dem Bett liegen Kuscheltiere und davor ist eine Kiste mit Spielzeugautos.

„Heute darfst du mal raus, mein kleiner Freund“, sagt Holger zu Hugo.

„Nein, du lässt ihn bitte nicht frei herum laufen“, ruft Papa aus der Küche.

„Ich will doch nur den Käfig auf den Balkon stellen“, sagt Holger.

„Ach so, das ist in Ordnung“, sagt sein Vater. „So lange Sommer ist, wie jetzt, kannst du ihn jeden Tag eine Stunde rausstellen, wenn es nicht gerade regnet und stürmt.“

Und so steht Hugo den ganzen Sommer jeden Tag auf dem Balkon. Er atmet frische Luft und sieht den blauen Himmel und wie die Wolken ziehen. Sie sehen immer wieder anders aus. Wenn Vögel vorbei fliegen, duckt er sich. Denn Hugo findet das unheimlich, wenn jemand über ihm fliegt. Der Papagei im Zoogeschäft ist nie geflogen, daran erinnert er sich – und an seine liebe Mama und die Geschwister erinnert er sich auch. Doch weil es weiterhin so viel Neues um ihn herum zu entdecken gibt, denkt er nur kurz an seine Hamsterfamilie zurück.

Hugo kann nicht schlafen

Abends geht Holger schlafen und sagt „Gute Nacht“ zu Hugo. Doch Hugo kann nachts nicht schlafen. Er muss laufen, laufen, laufen, und so rennt er in seinem Käfig herum und in seinem Laufrad. Stunden lang rennt Hugo herum, und er wird nicht müde. Er kommt auch gar nicht außer Puste. Das Laufen strengt ihn überhaupt nicht an, es macht ihm Spaß!